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Full text of "Sitzungsberichte der königl. böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften in Prag"

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Sitzungsberichte 


der kónigl. bohmischen 


in Prag. 


J ahrzang 1332. — 


PE 7; IR 


SSD Der! 1927 
Ne: 215906. 


Ba | SNONAL.M! 


Zprávy 0 Zas sa 
| královské 
JSKÉ SPOLEČNOST 


v Praze. 


F očník 1532. 


SITZUNGSBERICHTE 


, 


DER KÖNIGL. BÖHM, 


GESELLSCHAFT DER WISSENSCHAFTEN 


IN PRAG. 


JAHRGANG 188, 


-© REDIGIRT: PROF. DR. K. KORISTKA. 


1883. 


ZPRAVY 0 ZASEDÁNÍ 


KRÁLOVSKÉ 


ČESKÉ SPOLEČNOSTI NAUK 


V “E E A ZE 


ROČNÍK 189. 


RŘEDIGUJE: PROF. DR. K. KOŘISTK 


han INS 
VŠ D8 
<N 


1927 *) 
J 


PRAZE. 


NÁKLADEM KRÁLOVSKÉ ČESKÉ SPOLEČNOSTI NAUK, 
18833. 


oitzungsberichte 


der königl, böhmischen 


Gesellschaft der Wissenschaften in Prag | = 


im Jahre 1882, 


——— a 


A, Ordentliche Sitzungen, 


I. Sitzung am 11. Jänner. 


Der General-Secretär berichtet, dass er am 22. December v. J. ER 
der Jubiläumsfeier der k. k. geographischen Gesellschaft in Wien also x 
Delegirter der k. böhm. Gesellschaft der Wissenschaften beigewohnt, © 


und hiebei im Namen der Gesellschaft eine Ansprache gehalten nd © 


eine in beiden Landessprachen verfasste Addresse abgegeben habe. 
Vom Baurath Scheffler wurde das 2. Supplementarheft zu seinem = 


Werke „Die Naturgesetze“ und von Prof. Dr. Gustav Retzius dr 


1. Band seines Werkes „Die Gehórorgane der Wirbelthiere“ als 
Geschenk übersendet. Den beiden Geschenkgebern wird der Dank 


ausgedrückt. Die ord, Mitglieder Dr. Emler und Dr. Studnicka be- 
richten über eine am 6. Jänner 1. J. über Auftrag des Präsidenten 


vorgenommene Scontrirung der Gesellschafts-Cassa, welche in Ord- — 


nung befunden wurde. Der Cassier der Gesellschaft legte die Rech- 
nung für das J. 1881 vor, mit deren Prüfung die beiden oben ge- 


nannten Herren betraut wurden. Die Gesellschaft beschliesst die — ei 
Aufnahme der folgenden derselben vorgelegten Abhandlungen in den 


Actenband und zwar von Hofrath Prof. Dr. C. Ritter von Höfler: 
„Spanische Regesten II.“, und von Prof. S. Günther: „Peter und 


Philipp Appian.“ Über Anregung einiger Mitglieder der historischen k: 


-Zprávy o zasedání 


] české společnosti nauk v Praze © 
roku 1882, | Es 


A. Rädnä sezeni. 


I. Zasedání dne 11. ledna. 


epsanou. Od stavebního rady Schefflera byl zaslán druhý sešit 
teč ý k svému dílu „Die Naturgesetze“ a od prof. dra. Gustava “ 
svazek jeho díla „Die Gehörorgane der Wirbelthiere.“ ZA k : 


ni. a přehlédli požladnici Společnosti z uložení předsedy, a shle- 
v pořádku. Pokladník Společnosti předložil účty za rok 1881, 
levzdaly oběma právě jmenovaným panům k proskoumání. 


ünthera: „Peter und Philipp Appian“, K návrhu ně- © 
n | historické dále usnešeno vzhledem k tomu, že © 


VI 


Classe wird beschlossen, dass in Erwägung der geringen Mittel dr © 
Gesellschaft, sowie des Umstandes, dass böhmisches Quellenmaterial © 
bei auswärtigen Akademien keine Aufnahme findet, künftighin von = 
der k. böhm. Gesellschaft nur solche historische Quellen publicirt mí 
werden sollen, welche die Geschichte Böhmens oder Osterreichs be- © 
treffen. Endlich wird beschlossen, dass an das h. Unterrichtsmini- © 
sterium eine Bitte um eine jáhrliche Subvention fůr den Druck des Be 
3. Bandes der böhm. Regesten zu werden solle. Be 
II. Sitzung am $. Februar. zj z. 
Vom k. k. Gebůhrenbemessungsamte wurde der Gesellschaft - 
für das IV. Decennium ein Gebührenäquivalent von 838 fl. berechnet. 
Die Gesellschaft beauftragt den General-Secretär gegen diese Berech- Ex 
nung den Recurs einzubringen. Die Revisoren der Rechnung Dr. 
Emler und Dr. Studnicka berichten, dass die Geldgebahrung und die 
Cassarechnung vollkommen richtig befunden wurde und wird der 2 | 
Antrag derselben, dem Cassier der Gesellschaft, Regierungsrath Matzka © 
das Absolutorium zu ertheilen und den Dank der Gesellschaft aus- — 
zusprechen, angenommen. Berathung über vorgelegte Abhandlungen. 


III. Sitzung am 1. März. Fe 5 
Der Präsident theilt mit, dass die Gesellschaft einen sche = 
lichen Verlust durch den Tod ihres ältesten auswärtigen Mitgliedes 
(seit d. J. 1833), des k. k. Hofrathes und emer. Professors Adam = 
Freiherrn von Burg erlitten habe, worauf sich die Mitglieder zum — 
Zeichen ihrer Theilnahme von den Sitzen erheben. Beschluss, die © 
Abhandlung von Dr. Ladislaus Čelakovský: „Zur Kritik der Ansichten 
von der Fruchtschuppe der Abietineen“, ferner von Ferd. Menčík unter © 
dem Titel: „Několik statutů a nařízení arcibiskupů Pražských“ in 
den Actenband aufzunehmen, ebenso die Abhandlung von Tara 
unter dem Titel: „Monographie der Nebeliden Böhmens.“ Weiters wird 
beschlossen, zur Feier des 50jáhrigen Doctorjubiláums des Vice- 
akné der Gesellschaft der Naturforscher in Moskau Karl Ritter 
von Renard ein Glůckwunschschreiben zu senden. Hierauf wurden 
Vorschläge zur Wahl auswärtiger Mitglieder vorgelegt und motivirt. 


IV. Sitzung am 5. April. ER #- 

Der Präsident theilt mit, dass die Gesellschaft durch den Tod ER 
zweier ihrer correspondirenden Mitglieder, nämlich des Regierungs- © 
rathes und Professors Alois Šembera in Wien und des ehem. Professors © 


Usnešení, že se mají 


 statutů a nařízení arcibiskupů Pražských“, taktéž od Ta- 
od titulem: „Monographie der Nebeliden Böhmens“. Dále 


VIII 


Mathias Kläcel in Racine in Nordamerika einen schmezlichen Verlust — 
erlitten habe, worauf sich die anwesenden Mitglieder zum Zeichen 
ihrer Theilnahme von den Sitzen erheben. Der böhmischen Sparkassa, 
welche für die Zwecke der Gesellschaft den Betrag von 400 Al. 
widmet, wird der Dank ausgesprochen. Ebenso wird dem ordentl. Mit- 
gliede Joachim Barrande für die Übersendung des VI. Bandes seines 
Werkes „Systöme silurien“ der Dank votirt. Hierauf wird der Schriften- 
austausch beschlossen mit dem Westphälischen Provinzial-Verein und 
mit dem „American Museum of natural history.“ Die von dem ordent- 
lichen Mitgliede Dr. W. Matzka vorgelegte Arbeit unter dem Titel: 


„Kritische Berechnungen der musikalischen Töne“ wird unter die © 


Abhandlungen der Gesellschaft aufgenommen, ebenso eine Arbeit von 
Dr. Anton Rezek unter dem Titel: „Nové příspěvky k volbě České 
T. 1526.“ Hierauf wurden Vorschläge zur Wahl ausserordentlicher 
und correspondirender Mitglieder vorgelegt und motivirt. 


V. Sitzung am 3. Mai. ee 
Der Vorsitzende theilt mit, dass die Gesellschaft durch den 


Tod ihres auswärtigen Mitgliedes des Hofrathes und Professors Dr. © 


Josef Ritter von Aschbach in Wien einen grossen Verlust erlitten 
habe. Über Aufforderung des Vorsitzenden erheben sich die Mitglieder 


zum Zeichen ihrer Theilnahme von den Sitzen. Beschlossen wird der í 
Eintritt in den Schriftenaustausch mit der „Geological and natural © 


history survey of Canada.“ Hierauf wird zur Wahl neuer Mitglieder ® 
geschritten, die Wahl wird durch Kugelung vorgenommen und er- 


gibt folgendes Resultat: Professor Dr. Hermann Ulrici in Halle © 


zum auswärtigen Mitgliede der philos.-histor. Classe, Professor Dr. 
Gustav Retzius in, Stockholm und Prof. M. C. le Paige in Lüttich 
zu auswärtigen Mitgliedern der mathematisch-naturwissenschaftlichen 
Classe,- Professor Dr. Karl Domalip in Prag und Professor Dr Karl 
Preis in Prag zu ausserordentlichen Mitgliedern der mathematisch- 
© naturwissenschaftlichen Classe, Hofrath Moriz Alois Ritter von Becker 
in Wien und Professor August Sedláček in Tábor zu correspondirenden 
Mitgliedern der philos.-historischen Classe und Professor Dr. Leopold 
Pfaundler zum correspondirenden Mitgliede der mathematisch-natur- 
wissenschaftlichen Classe. 


VI. Sitzung am 7. Juni. 
Grössere Geschenke an Büchern sind eingelangt von Hofrath 
Becker in Wien der II. und III. Band des Kataloges der kais. Fami- 


om silurien“, písemně 
Dále usnešeno, aby se vstoupilo ve spojení zá- 


he Berechnungen der musikalischen Töne“ se přijme mezi 
VI Společnosti, taktéž práce předložená od dra. Ant. Rezka 


em: ae in k volbe T. a an BO 


2 neh ve Vídni. Na vyzvání předsedajícího projevují 
j -povstáním svou soustrast. Usneseno, aby se vstoupilo ve 
spojer | zaměnné s Geological and natural history survey of Canada. 
Potom nm m P členů. Volba vykonána kuličkami 


přírodovědecké, dvorní rada Mauric Alois rytíř Becker ve 
ı professor August Sedláček v Táboře za členy dopisující třídy : 


Ss 3 VI. Zasedání dne 7. června. 
kládají se větší dary pro knihovnu, zejména od dvorního — 
eckra z Vídně II. a III. díl katalogu cís. rodinné knihovny, © 


5 = E ke 
X De 
5 “ ná 


lienbibliothek in Wien, vom Regierungsrath Dr. G. Peschka in Brünn © % 
die von ihm publicirten Werke, wofür den Geschenkgebern gedankt 
wird. Beschlossen wird der Schriftenaustausch mit der Société zolo- 
gique de France. Berathung über vorgelegte Abhandlungen und a v 

administrative Angelegenheiten. 


Am 10. Juni 1882 fand die Jahressitzung statt, worüber © 
der ausführliche Bericht im Jahresberichte für 1882 ent- 
halten ist. ; 3 


se 
a 


VI. Sitzung am 1. Juli. ner 
Von den neu gewählten Mitgliedern sind Dankschreiben eingelanpt EB 
und werden zur Kenntniss genommen. Von der k. k. Finanzbezirks- = 
direction wird der von der Gesellschaft gegen die ursprüngliche B- © 
messung der Aequivalentgebühr eingebrachte Recurs dahin erledigt, 
dass die Bibliothek als gebührenfrei erklärt und die Gebühr von 888. © 
auf 745 fl. herabgemindert wird. Es wird beschlossen, den XI Bandder 
Abhandlungen abzuschliessen, ferner die von Dr. Johann Palacký 
eingereichte Arbeit unter dem Titel: „Pflanzengeographische Studien“ 
unter die Abhandlungen des nächsten Bandes aufzunehmen. Weiters. | 
wird über finanzielle Angelegenheiten der Gesellschaft berathen. © = Br 


N 
OSMÝ 


VIII. Sitzung am 11. October. = 
Der Präsident theilt mit, dass die Gesellschaft seit ihrer jetz 
ordentlichen Sitzung vier ihrer Mitglieder durch den Tod verloren 
habe, und zwar das ordentliche Mitglied, den gew. Museums-Secretär 
Wenzel Nebeský in Prag, das Ehren-Mitglied Rudolf Grafen von 
Stillfried-Rattonitz in Berlin, das ausserordentliche Mitglied den a a 
Professor Dr. Franz Čupr in Prag und das correspondirende Mitglied, 
Schiffs-Capitain Alessandro Cialdi in Rom. Nachdem der Vorsitzende 
die Verdienste der Verstorbenen um die Wissenschaft hervorgehoben, 
erheben sich die Anwesenden zum Zeichen ihrer Theilnahme von den 
Sitzen. Von besonders bemerkenswerthen Geschenken sind eingelangt: 
das Prachtwerk „Herrnstein in Nieder-Östereich“ mit Bewilligung 
Se. kais. Hoheit des Herrn Erzherzogs Leopold vom Hofrath Becker 
übersendet und von der Societas fennica in Helsingfors ein Exemplar 
der von derselben auf Professor Nordenskiöld geprägten Bronce-Me- 
daille. Für sämmtliche Geschenke wird der Dank ausgesprochen. 
Weiters wird beschlossen der Schriftenaustausch mit dem Nord- 
böhmischen Excursionselub, mit der „Geological and natural history 


: a dra. G. De v | Brně od něho vydané spisy, 
dán m se díky vysloví. Usnešeno, aby se vstoupilo ve spojení 
n Société zoologigue de France. Porada o předložených 
| a 0 správných záležitostech. 


XII 


survey of Canada.“ Schliesslich Berathung über ökonomische Ange- A 


legenheiten. 


IX. Sitzung am 8. November. 


se 


Der XI. Band der 6. Folge der Abhandlungen ist im Drucke er 
erschienen und wurde unter die Mitglieder vertheilt. Uber Ansuchen 


des Vereines Svatobor wird in die Jury für den Čermakschen Preis © 
für das Jahr 1883 das ordentliche Mitglied Prof. Dr. Ladislav Čela- © 
kovsky gewählt. Es wird beschlossen, dass eine von Prof. K, Küpper 
vorgelegte Arbeit unter dem Titel: „Über Involutionen I, auf einer "© £ 
Curve dritter Ordnung C*“ unter die Abhandlungen der Gesellschaft 


aufzunehmen sei; weiters wird beschlossen, dass vom nächsten Jahre © 


an auch in den Sitzungsberichten die Arbeiten der philosoph.-histo- 2 | 
rischen Classe von jenen der mathematisch-naturwissenschaftlichen ps 


zu trennen und besonders zu paginiren seien. 


X. Sitzung am 6. December. 


Der Vorsitzende theilt mit, dass die Gesellschaft durch den Be 


Tod ihres correspondirenden Mitgliedes, des Professors Dr. Georg 


Daničič in Belgrad einen schmerzlichen Verlust erlitten habe. Über { 
Aufforderung des Vorsitzenden erheben sich die anwesenden Mitglieder 
von ihren Sitzen. Von J. Willems in Löwen ist als Geschenk sen © 
Werk: „Le senat de la republique romaine“ eingelangt, wofür der 
Dank ausgesprochen wird. Weiters wird über verschiedene admini- © ; 


strative Angelegenheiten berathen und beschlossen. 


[4 


a oo n byla; se Ganeseng, ar V zm 


| maticko-přírodovědeckých se oddělovaly a Kala se zvláště č 


4 x 


Př dsedajíí ae, že tbea Psa P zlntu 


ER Ň 


Od J. Willemsa v m zasláno co dar jeho dilo: a 
enat = la republigue Route, začež díky vysloveny byly. 


A URNA 


XIV 


B, Sitzungen der Classe für Philosophie, Geschichte und 
Philologie. 2 


1. Am 23. Jänner. s 

M. Hattala: Fortsetzung der paläographischen Vertheidigung der Kö- 
niginhofer Handschrift mit Bemerkungen über das Alter derselben. ži 

Jos. Kolář: Úber die Steigerung der Laute ö und w in den slavischen 
Dialecten. | > 


2. Am 6. Februar. : s 
Jos. Kalousek: Die russischen Forschungen über die Ursachen und Ze 
Ziele der hussitischen Bewegung. 


3. Am 23. Februar. o 
W. W. Tomek: Berichte über die Eroberung von Nachod“ durch a 
Georg von Poděbrad gegen Johann Kolda. 


4. Am 6. März. 


Ant. Rybicka: Herr Jaroslav Borita von Martinic und seine Stadt & = | 
Munzifay in den Jahren 1600 bis 1612. ER 


5. Am 20. März. ae 
P. Kameniček: Über die religiösen Folgen der Schlacht am weissen 
Berge in Mähren. BEER 


6. Am 3. April. ar) 
Ant. Rezek: Einige Beiträge zur Geschichte von Böhmen unter der | 
Regierung der Könige Wladislaw und Ludwig. 
Jos Jireček: Bericht über eine böhmische Handschrift in der a E 
Familienbibliothek in Wien. # 


7. Am 1. Mai. 
Ant, Rezek: Über die französische Politik in Böhmen im J. 1519 a 
1531, 


8. Am 22. Mai. 
Jos. Kalousek: Über den Tractat des Erzbischofes Johann von Jenstein 
gegen Meister Adalbert Ranco über die Hinterlassenschaften. 


s rozjímáním 0 věku téhož rukopisu. 
a men hlásek © a u v nář řečích slovanských, 


c: Ruská bádání o příčinách a účelích hnutí Husitského. 


ee 


ein u Pan Jaroslav Borita z Martinic a mesto jeho Mun- 


XVI 
9. Am 5. Juni. 


W. W. Tomek: Über die Wahl und die Krönung Georgs von Po 4 
děbrad. 


10. Am 19. Juni. 


J. H. Lówe: Úber den angeblichen Conflict zwischen dem Prinzip = 


der Causalitát und der Idee der Freiheit. 


11. Am 16. October. : 
Jos. Strnad: Úber Simon Plachy's Denkwůrdigkeiten von Pilsen. 


Jos. Emler legt zwei Formularien aus dem J. 1294 vor, womit zwei a 
Dörfer bei Poděbrad mit deutschem Rechte privilegirt werden. © 


12. Am 30. October. 
Jaroslav Goll berichtet über drei vorgelegte Arbeiten 1) des m 


Mareš: über das Lied des Znaimer Stadtschreibers Mikuláš mes | B i 
die Niederlage der Böhmen bei Waidhofen; 2) des A. Menčík: a 
über die Grabrede auf den Erzbischof Johann von Jenstein; p 
und 3) des Fr. Prochazka: über die kleineren Schriften des ee 


Peter von Mladenowic. 


Anton Rezek legt vor: 1) Einige Zusátze zu dem Schreiber Bartos- 0 = 


2) Einen Bericht über den Einfall der Passauer in Prag (1611). = = 


13. Am 13. November. 


Ant. Rezek: 1) Über die Beziehungen des Wiener Bischofes Faber © : 
zu den Utraquisten. Fr 


2) Über die diplomatischen Dienste des Fürsten Karl von Münster- 2% 


berg bei den Königen Wladislaw und Ludwig. 


14. Am 29. November. 
Johann Gebauer: Über die Negation im Altböhmischen. 


15. Am 11. December. 
Jaromír Čelakovský: Über die Brünner Handschriften rechtlichen 
Inhaltes. 


Tom k 0: svolení a korunování Jiřího Poděbradského. 


; Pojednání o Simonovi Plachém z Třebnice a pamětech 
Plzní přednesl J. Emler. 
Be formulare z r. 1294, jimiž se ovysazují dvě VSÍ 


m Dne 30. října. 


© 18. Dne 13. listopadu. 
ee 1. O stycích biskupa Vídenského Fabra k straně pod 


XVIH | IE 


C, Sitzungen der mathematisch- naturwissenschaftlichen | 
Classe. Ex: 
1. Am 13. Jänner. x 
Johann Palacky: Über die Flora und Fauna der Oase Kuta. 
Karl Vrba: Über den Příbramer Stefanit. 
Johann Krejčí: Úber den Serpentin und Korsit bei Ransko. E 
Karl Pelz: Bemerkungen zu den Krümmungshalbmesser- Construc- FR 
tionen der Kegelschnitte. p 
Franz Zrzavý: Bestimmung der Punkte aus gemessenen Richtungen. PER 
Die beiden letzten Arbeiten vorgelegt von K. Koristka. 


2. Am 27. Jänner. 
Anton Frič: Über die diluvialen Überreste der Mimi in der 
Umgebung von Prag. Dean 
Franz Bayer in Tabor: Über zwei neue Vogelreste aus der böhm. = 
Tertiärformation, vorgelegt von A. Frič. SE 
Karl Bobek: Über Construction von Flächen zweiter Ordnung a aus. 
immaginären Bestimmungsstücken, vorgelegt von Ed. Weyr. — 


3. Am 10. Februar. 
M. N. Vaněček: Über lineare Constructionen rationaler ebener Curven 
aller Grade, vorgelegt von Franz Studnicka. 
Johann Palacky: Beiträge zur Therogeographie. 


4. Am 24. Februar. x 
Johann Palacký: Über die tertiäre Flora des nordwestlichen Amerika. 2 
J. Kusta: Note über die Auffindung des Nyraner Horizontes bei oč 
Lubna. 
Fr. Wurm und. P. Zimmerhackel: Úber die Einwirkune böhmischer 
Basalte auf die Magnetnadel. Die beiden letzten Arbeiten or 
gelegt von K. Kořistka. a 


5. Am 10. März. > 
A. von Waltenhofen: Beiträge zur Geschichte der elektromotorischen 
Maschinen. 
Johann Palacky: Zur Geschichte der Flora von Australien. 
Otokar Ježek: Über Sectorien, vorgelegt von Ed. Weyr. 


En 
= 


RES 


6. Am 24. März. 
Anton Hansgirg: Beiträge zur Flora von Böhmen. ee 
Johann Palacky: Über die gas der Reptilien auf Madagascar. SE 


al a 0 floře a zví Feng oasy Kufra. 
rel /rba: O stefanitu Příbramském. 

O serpentinu a korsitu u Ranska. 

: Poznámky ke kuželořezům, jež se sestrojí pomocí Holm. 
zakřivení. 

: sny Určení bodů z a směrů. Obě pm p 


ayer v Táboře: O dvou nových zbytcích ptáků z českého 
rů třetihorního, předložil Ant. Frič. 
obek: O sestrojení ploch druhé řady z imaginerných kusů, 


ch op, předložil Fr. Studnička. 
4 Příspěvky k therogeografii. 


5. Dne 10. března. 


tenhofenů: Příspěvky k historii strojů elektromotorických. 
ký: K historii flory Australské. 
ek: O sektoriích; předložil Ed. Weyr. 


XX 


Fr. Wurm: Úber den Feldspathbasalt des Pihler und des Kahlen- 
berges bei Böhm. Leipa; vorgelegt von K. Kořistka. 

M. Lerch: Einige Folgerungen aus dem Carnot’schen Satz, vorgelegt 
von Fr. Studnicka. 


7. Am 14. April. 


Fr. Augustin: Über den täglichen Gang des Luftdruckes und der x DL 


Lufttemperatur in Prag. 


8. Am 28. April. | 
Johann Palacký: Über die Flora von Colorado und Neu-Kaledonien. 
Emil Weyr: Uber rationale Raumcurven, vorgelegt von Fr, Studnicka. 


9. Am 9. Juni. : 
Jos. Schoebl zeigte und erklärte verschiedene neue mikroskopische — 
Präparate aus dem Gebiete der Physiologie des Auges. 
Karl Vrba: Über neue böhmische Mineralien. | 
Ant. Hansgirg: Über neue böhmische Algen. 


C. le Paige: Über eine Eigenschaft der kubischen Flächen; vorgelegt : R 


von Fr. Studnicka. 
J. S. Vaněček: Über allgemeine Inversion, vorgelegt von Fr. Studnička. ee 
J. Kušta: Zur Kenntniss des Nyřaner on bei Rakonitz, vor- © 
gelest von Ant. Frič. 


10. Am 23. Juni. 
Johann Palacký: Úber die Fauna der Insel Sokotora. 
Fr. Štolba: Úber seine neuen chemischen Arbeiten. 


Johann Krejčí: Úber die Beziehungen der silurischen Spalten zu den : s 


Přibramer Erzadern. 


11. Am 7. Juli. 
Karl Vrba: Úber einige neue Mineralien. 
Johann Palacký: Über die Flora von Oregon. 
Fr. Štolba: Úber seine neuen chemischen Arbeiten (Fortsetzung.) 
Johann Krejčí: Über den Zusammenhang der geologischen Verhältnisse 
und der Wasserfůhrung. 
Karl Feistmantel: Úber neue Fundorte bohmischer StěinkohlenpÁa en 


12. Am 13. October. SR 

Alfred Slavik: Über die Gliederung der Kreideformation in der Graf- k 
schaft Glatz. Re 
Karl Koristka: Über die Bere om auf der Hasenburg bei Blapy. 


čediči živcovém na Pílské a Lysé hoře u České Lion, 3 
ložil K. Kořistka. 


ré Dne 14. dubna. - 
tin: O denním chodu tlaku a teploty vzduchu v Praze. 


© 8. Dne 28. dubna. 
: O flore Colorada a Nové Kaledonie. 


cké z (oboru fysiologie oka. 
D8 : ... mineralech on 


. Dne 13. října. 
„© rozčlenění křídového útvaru v hrabství Kladském. 
s skalné stržině na Hasenburku u Klap. 


XXII 


Jos. Velenovský: Über einige neue Pflanzen-Hybriden. 


J. Kušta: Úber den Fund eines Arachnidenrestes im Carbon bei © 2 


Petrovic. 


13. Am 27. October. 


Aug. Seydler: Über das Gleichgewicht einer gravitirenden, ursprünglich 


homogenen festen Kugel. 
Fr. Vejdovsky: Der Exkretions-Apparat der Planarien. 
Ant. Hansgirg: Beitrag zur böhmischen Flora. 


z FAR 
I ZB 


Karl Feistmantel: Über die Psaronien der böhmischen Steinkohlen- 22 


formation. 


14. Am 10. November. 


Ladislav Celakovsky: Über einige kritische Pflanzenarten; = über a 


die Schuppen der Zapfen der Coniferen. 


Ant. Frič: Über einen zweiathmigen Fisch aus dem Obersilur bob =; 


Hlubočep. 


Otomar Novák: Úber die Echinodermen der Iserschichten, vorgelegt. s: 


von Ant. Frič. 


Philipp Počta: Úber die kieseligen Schwámme der böhmischen Kreide- = : 


formation. 


Fr. Vejdovsky: Über Drilophaga bucephalus, ein neues Räderthier. Be 


Ludwig Kraus: Über rational umkehrbare Substitutionen. 


15. Am 24. November. 
Fr. Vejdovsky: Über Segmentalorgane der Hirundineen.. 
Karl Vrba: Mineralogische Berichte. 


Fr. Zrzavy: Geometrische Bestimmung der Ecken eines Polygons. und Fe 


des Schwerpunktes einer Figur, vorgelegt von K. Kořistka. 


Fr. Wurm: Über den Basalt vom Herrenhausberge, vorgelegt von. 


K. Kořistka. 
16. Am 15. December. 


Fr. Vejdovský: Bemerkungen zur álteren und neueren Literatur úber | 


Sternaspis. 


Aug. Seydler: Bemerkungen zu Maxwells Bearbeitung von Faraday 


Theorie der elektrischen Induction. 
Fr. Koláček: Theorie des Versuches von Öttingen, vorgelegt von A. 
Seydler. 


J. Kušta: Über eine Blattina aus der Lubnaer Gaskohle; vorgelegt k : 


von K. Kořistka. 


ing: | Příspěvek k flore české. a u 
: O psaroniech českého kamenouhelného útvaru. 4 


upinäch šišek konifer. 
o oné rybě hornosilurské od Euler 


a: 0 křemitých houbách českého křídového útvaru. 
ovský: Drilophaga bucephalus, parasitní rotator. 


DA y 


Z = Geometrické určení or Bolreonn a teziste obrazce; 


6 


ředložil K. Kořistka. 


VORTRÄGE UND ABHANDLUNGEN. 


PŘEDNÁŠKY A POJEDNÁNÍ. 


Verlag der kónigl. böhm. Gesellschaft der Wissenschaften. je 


% ka ; : TR 


BIT" 
m 


1. 


Bemerkungen zu den „Krümmungshalbmesser-Construc- 
tionen der Kegelschnitte als Corollarien eines Steiner- 
schen Satzes.“ 

Von Prof. Carl Pelz in Graz, vorgelegt von Prof. Kořistka am 13. Jänner 1882, 
Mit 1 Tofel. 


In meiner in der Sitzung vom 4. April 1879 der königl. böh- 
mischen Gesellschaft der Wissenschaften vorgelegten und in ihre 
Sitzungsberichte aufgenommenen Abhandlung: „Die Krümmungshalb- 
messer-Constructionen der Kegelschnitte als Corollarien eines Steiner- 
schen Satzes“ habe ich durch geometrische Betrachtungen gezeigt, 
dass die bisher bekannten Krümmungsradius - Constructionen der 
Kegelschnitte als unmittelbare Corollarien eines zuerst von Steiner 
ausgesprochenen Satzes sich herausstellen, und dass viele die Krüm- 
mungshalbmesser der Curven zweiter Ordnung betreffenden Eigen- 
schaften mit Hilfe dieses Satzes leicht bewiesen werden können. 

Dieser für die synthetische Geometrie der Kegelschnitte wichtige 
Satz lautet: 

Tangente und Normale eines beliebigen Kegel- 
schnittpunktes bestimmen mit den Kegelschnittaxen 
vier Tangenten einer Parabel, welche die Normale im 
Krümmungsmittelpunkte für den angenommenen Punkt 
des Kegelschnitts berührt. 

Von einer mir sehr schätzenswerthen Seite wurde ich seiner 
Zeit darauf aufmerksam gemacht, dass auch die von Steiner im XXX. 
Bande Crelle’s „Journal für reine und angewandte Mathematik“ an- 
gegebene Eigenschaft der Krümmungshalbmesser der Kegelschnitte 

1* 


4 


mit Hilfe des angeführten Satzes leicht zu begründen wäre, und 
dass ich den betreffenden Beweis in meine Eingangs eitirte Aland‘ 
lung hätte aufnehmen können. 

Dem ist thatsächlich so, und ich constatire gerne, dass eine 
Erörterung des Beweises der von Steiner am cit. Orte mitgetheilten 
Eigenschaft der Krümmungshalbmesser schon aus dem Grunde in 
meiner Arbeit hätte Platz finden sollen, da bekanntlich auch eine 
Construction des Krümmungshalbmessers aus derselben resultirt, die 
von Steiner ebenfalls angegeben wurde. 

Die in Rede stehende Eigenschaft lautet: 

„Wenn man die Krümmungsradien eines gegebe- 
nen Kegelschnittes, jeden nach entgegengesetzter 
Seite hin, um sich selbst verlängert und über den Ver- 
längerungen als Durchmesser Kreise X, beschreibt, 
so schneiden alle diese Kreise jenen Ortskreis X recht- 
winklig, welcher die Scheitel sämmtlicher dem Kegel- 
schnitt umgeschriebenen rechten Winkel enthält.“ 

Der Gegenstand scheint mir vom theoretischen Standpunkte 
wichtig genug, um hier auf denselben näher einzugehen und die 
eben angeführte, von Steiner ohne Beweis mitgetheilte Beziehung 
der Krümmungshalbmesser der Kegelschnitte zu dem Ortskreise, mit 
synthetischen Mitteln zu beweisen. 

Es dürfte dies um so mehr gerechtfertigt erscheinen, als der 
hiefür von Schröter bereits gelieferte Beweis der Rechnung nicht zu 
entbehren vermag. *) 

Auch werden im Nachfolgenden die zur Begründung, der er- 
wähnten Eigenschaft nothwendigen Sätze grösstentheils speciell be- 
wiesen. 

1. Steiner schickt zum Behuf der mitzutheilenden Eigenschaft 
den nachfolgenden Satz voraus: 

„Der Ort der Scheitel aller rechten Winkel, wel- 
che einem gegebenen Kegelschnitte umgeschrieben 
sind, ist ein mit dem letztern concentrischer Kreis K; 
das Quadrat seines Radius r ist gleich der Summe der 
Quadrate der Halbaxen a undddes Kegelschnitts, also 

y? = — a? Sr b2, [4 

Dieser Satz repräsentirt sich als Specialfall eines ie 

welcher lautet: 


*) Vergl. Steiner’s Vorlesungen über synthetische Geometrie, II. Theil, zweite 
Anflage, pag. 211. 


5 


Zieht man (siehe Fig. 4 und 4a) von einem beliebigen Paare 
AA’ conjugirter Punkte einer Punktinvolution é die Tangenten ac, 
ao" an eine Curve Z der zweiten Ordnung, so liegen deren vier 
übrige Schnittpunkte PP, A A, auf einem Kegelschnitt X, welcher 
durch die Doppelpunkte 7, 7, der Involution sowie durch die Be- 
rührungspunkte DA, D, 4, der von ihnen an X gelegten Tangenten 
geht. Der Beweis des Satzes ist leicht zu führen. 


Denn ist B B' (Fig. 4a) irgend ein anderes Punktepaar der 
Involution č und A einer von den weiteren vier Schnittpunkten der 
von diesen Punkten an & gelegten Tangenten, so werden die von R 
nach den drei Paar Gegenecken des vollständigen Vierseits au a’ « 
gezogenen Geraden drei Strahlenpaare einer Involution bilden, von 
welcher die Kegelschnitttangenten R B, RD’ ein weiteres Strahlen- 
paar ergeben. Diese Strahleninvolution bringt auf & eine Punktinvo- 
lution hervor, welche mit der gegebenen die zwei Punktepaare AA,, 
BB, gemein hat, daher mit derselben coincidirt. Hieraus erhellet, 
dass der geometrische Ort des Punktes R identisch ist mit dem 
Erzeugnisse jener beiden Büschel, die man erhält, wenn man die 
Reihe ABC... z. B. aus P und A4,B,CG,... aus P, projicirt. 


Da diese Büschel projectivisch sind, muss R einen Kegelschnitt 
K beschreiben. Aus der Erzeugungsweise des Kegelschnittes K folgt, 
dass die Gerade é eine Seite des bezüglich beider Kegelschnitte Z, 
K sich selbst conjugirten Dreiecks ist, deren Gegenecke man im 
Schnittpunkt X der Diagonalen PP, QQ, erhält, während die auf 
& liegenden Ecken YZ (siehe Fig. 4.) ein Punktepaar der gegebenen 
Involution bilden. 


Wenn wir bemerken, dass je zwei aufeinander senkrechte Tan- 
genten eines Kegelschnittes die unendlich ferne Gerade seiner Ebene 
in Punktepaaren jener Involution schneiden, deren Doppelpunkte die 
imaginären Kreispunkte sind, so folgt mit Hinsicht auf den eben 
bewiesenen Satz, dass die Scheitel allereinem Kegelschnitt 
Z um schriebenen rechten Winkel auf einem mit X con- 
centrischen Kreise liegen, welcher durch die Doppel- 
punkte der den Directrixen des Kegelschnittes ent- 
sprechenden elliptischen Involutionen hindurchgeht. 


Der Radius dieses Ortskreises wird also unter anderen auch 
erhalten, wenn man um den Schnittpunkt der Directrix mit der Axe, 
mit einem Radius gleich dem Abstande der Directrix von dem zuge- 
hörenden Brennpunkte, einen Kreis beschreibt und vom Mittelpunkte 


6 


des Kegelschnittes eine Tangente an den Kreis legt. Die Länge 
dieser Tangente ist dem verlangten Radius gleich. 

Der Ortskreis der Scheitel aller einem Kegelschnitt umschrie- 
benen rechten Winkel ist für die Hyperbel also nur dann reell, 
wenn ihre reelle Halbaxe a grösser ist als die imaginäre b. 

Denn ist (siehe Fig. 5 und 5a) MA die reelle und MB die 
imaginäre Halbaxe einer Hyperbel und C der Fusspunkt der von M 
auf AB gefällten Normale, so ist AC gleich dem Abstande des Mittel- 
punktes von der Directrix und folglich CB gleich dem Radius des 
um den Fusspunkt O der Directrix zu beschreibenden Kreises. 

Die durch M gehenden Tangenten dieses Kreises können also 
nur dann reell sein, wenn AC grösser als CB ist, was nur für die 
erwähnte Voraussetzung gilt. 

Gleichzeitig folgt aus der Figur sofort, dass die Länge der 
Tangente also der Radius des Ortskreises für a«>b gleich MJ = 
V a®—b? sich ergibt, während für die absolute Länge des Halb- 
messers des imaginären Ortskreises im Falle a<b ist, W= 
V b"— a? resultirt. 

Noch einfacher ergeben sich diese Resultate wenn wir uns auf 
den bekannten Satz stützen, dass die Fusspunkte der von einem 
Brennpunkte auf die Tangenten des Kegelschnittes gefällten Senk- 
rechten auf einem über der Hauptaxe als Durchmesser beschriebenen 
Kreise # liegen. Aus diesem Satze folgt unmittelbar, dass der Durch- 
messer des Ortskreises gleich ist der zur Asymptote parallelen, 
durch einen Hyperbelbrennpunkt gehenden Sehne des Kreises «. 

In Fig. 6 ist MA> MB und die halbe Länge der zur Asym- 
ptote parallelen Focalsehne des Kreises «, GD — V MD*— MG. 

Da infolge der Congruenz der Dreiecke BMF, und MGF, 
MB = MG ist, so folgt: GD—= V a? — b2. 

In Fig. 64 ist die absolute Länge des Halbmessers 7 des ima- 
ginären Ortskreises gleich der Länge GJ der von G an « gelegten 
Tangente; daher: 

GEN GM TI EN pm 

2. Der Ortskreis eines Kegelschnittes Z hat die bemerkens- 
werthe Eigenschaft, einen jeden, einem beliebigen Polardreieck von 
2 umschriebenen Kreis rechtwinklig zu schneiden. *) 


*) Siehe J. Steiner’s Vorlesungen über synthetische Geometrie, II. Theil, zweite 
Auflage, pag. 184. 


Lit. M.A. Witek Prag Bergstein 527 1. 


Bemerkungen zu den Krümmundshalbmesser-Gonstructionen der Kegelschnitte etc. 


C.Pelz 


| 


7 


‘ Denn betrachten wir (siehe Fig. 3) ein beliebiges dem Kegel- 
schnitt Z umschriebenes Vierseit AB A,B,, so liegen bekanntlich 
die Mitten M,M,M, der Diagonalen des Vierseits auf einer Geraden 
u und die über sn Diagonalen als Durchmesser beschriebenen 
Kreise bilden ein Kreisbüschel, dessen Basispunkte wir mit P, 2 
bezeichnen wollen. Ist X der dem Diagonaldreieck XYZ des gege- 
benen Tangentenvierseits umgeschriebene Kreis, so wird X, da AA,XY 
vier harmonische Punkte sind, den Kreis M, des Büschels rechtwinklig 
schneiden müssen. Da diese Beziehung in gleicher Weise auch be- 
züglich K und der beiden Kreise M,, M, gezeigt: werden’ kann, so 
entnehmen wir hieraus, dass der Mittelpunkt O von X auf der gemein- 
schaftlichen Chordale PP, des Kreisbüschels liegt, und dass X er 
Kreis des Büschels rechtwinklig schneidet. 

-+ Nun gehen aber aus allgemein bekannten Gründen die Orts- 
kreise aller Kegelschnitte, die dem Tangentenvierseit ABA,B, ein- 
geschrieben werden können, durch die Punkte PF,; es wird somit 
K auch den Ortskreis des Kegelschnittes Z, von dem wir aus- 
gesangen sind, rechtwinklig schneiden müssen. Für Z ist XYZ ein 
sich selbst conjugirtes Dreieck und folglich der Eingangs dieses 
Artikels angeführte Satz bewiesen. 

Es gilt daher der Satz: | 

Wenn man durch je zwei Punkte eines Para: AA’ (siehe Fig. 2) 
der Involution, die einer Geraden z in Bezug auf einen Kegelschnitt £ 
zukommt js durch den Pol P dieser Geraden Kreise legt, so, 
schneiden diese Kreise alle den Ortskreis K von. K rechtwinklig 
und bilden somit ein Kreisbüschel. | 

Es werden daher speciell auch die Kreise K1, K, welche die 
Polare x in den Doppelpunkten 7, 7, der Involution berühren und. 
durch P gehen, den Kreis K EHEN: schneiden und dem Chor- 
dalsystem angehören. 

Hieraus resultirt beiläufig der Satz: 

Wenn man durch einen Kegelschnittpunkt. T eine beliebige 
Secante = zieht, so schneidet der durch den Pol P von = gelegte 
Kreis Re, welcher die Secante in 7 berührt, den Ortskreis K von E 
rechtwinklig. P 

3. Fassen wir die Axen a, b von E (siehe Fig. 2), ferner die 
Secante z und die Tangente von T als Tangenten einer Parabel II 
auf, so wird der Berührungspunkt derselben auf č der Punkt P sein. 

Denn da zwei Tripel conjugirter Strahlen in Bezug auf einen 
© Kegelschnitt stets sechs Tangenten eines neuen Kegelschnittes bilden, 


8 


so bestimmen z. B. die Seiten des Dreiecks AA’P mit den Axen von 
E fünf Tangenten einer Parabel; wenn daher A mit A’ zusammen- 
fällt, was im Punkte T geschieht, so geht als Grenzfall das erwähnte 
Ergebniss hervor. 

Wir schliessen dann weiter, dass der Berührungspunkt der 
Parabel IT mit ihrer Tangente z der Pol der Geraden £ in Bezug 
auf jenen Kegelschnitt 7 sein wird, der mit E coaxial ist, und in 
T die Gerade x berührt. 


Fällt die Secante z mit der Normale » für den Punkt T des 
Kegelschnittes EZ zusammen, so sind Z und ZH confocal und die 
Parabel II kann in diesem Falle auch dadurch erzeugt werden, dass 
man um 7 einen Strahl dreht, und auf jede Lage desselben von 
seinem Pol in Bezug auf Z oder H die Normale fällt. 

Definiren wir den Krümmungsmittelpunkt als die Grenzlage 
des Schnittpunktes zweier unendlich naher Normalen, so folgt aus 
der erwähnten zweifachen Erzeugungsweise der Parabel, dass IT die 
Geraden ť, n in den dem Punkte T' in Bezug auf B und H resp. 
zugehörigen Krümmungsmittelpunkten berührt. 


Mit Rücksicht auf den vorangehenden Satz folgt hieraus, dass 
im Durchschnittspunkt zweier confocalen Kegelschnitte 
das Centrum der Krümmung des einen stets der Pol 
seiner Tangente in Bezug auf den andern ist.*) 


4. Im Vorangehenden haben wir alle Sätze aufgestellt und be- 
wiesen, die wir zur Beweisführung der von Steiner im XXX. Bande 
Crelle’s „Journal“ angegebenen Eigenschaft v Krümmungshalbmesser 
der Kegelschnitte benöthigen. 

Ist y die Tangente und y, die Normale für den Punkt A des 
Kegelschnittes Z mit dem Mittelpunkte W, so erhalten wir die Krüm- 
mungscentra C, C, für diesen Punkt bezüglich Z und des durch A 
gehenden mit E confocalen Kegelschnittes Z, indem wir (siehe Fig. 
1) den Pol C von y in Bezug auf H und den Pol ( von y, bezüglich 
E construiren. 

Die Gerade CC, ist ferner die Berührungssehne des Punktes 
A in Bezug auf jene Parabel II, welche durch die Geraden y, 7, 
und die Kegelschnittaxen a, d als vier Tangenten bestimmt erscheint. 


Ist © jener Diagonalpunkt des vollständigen Vierseits, v Y,, a d 
welcher der Diagonale AM gegenüber liegt, so geht CC, durch ® 


*) Siehe „Analytische Geometrie der Kegelschnitte“ von Dr. W. Fiedler Art. 295. 


9 


und ist in diesem Punkte auf A© normal gerichtet. Denn es ist 
© der Brennpunkt und AM die Directrix der Parabel IT. 


Aus den harmonischen Eigenschaften des vollständigen Vierseits 
folgt, dass die Geraden AM, A© mit y gleiche Winkel einschliessen. 
Es wird daher der über AC, als Durchmesser beschriebene Kreis 
K, von AM in P und die Gerade C,P von y, in B derart geschnitten, 
dass AP — AD und AB = AC=e ist. Die Dreiecke ABP und AC® 
sind in Folge dessen congruent und die ihnen umgeschriebenen Kreise 
K,, K, haben somit gleiche Radien. 

Wie in Fig. 2 gezeigt wurde, schneidet der Kreis X, den Orts- 
kreis X von E rechtwinklig. Da diese Eigenschaft einem jeden durch 
die Punkte AP gehenden Kreise zukommt, so wird auch X von X, 
rechtwinklig geschnitten und wir haben daher den nachstehenden 
Steinerschen Satz bewiesen : 


„Wenn man dieKrümmungsradieneinesgegebenen 
Kegelschnitts, jeden nach entgegengesetzter Seite hin 
um sich selbst verlängert und über den Verlängerungen 
als Durchmesser Kreise X, beschreibt, so schneiden alle 
diese den Ortskreis X rechtwinklig.“ 

Und umgekehrt: ři 


„Beschreibt man einen solchen Kreis X, welcher 
den gegebenen Kegelschnitt in irgend einem Punkte A 
berührt und zudem dessen Ortskreis X rechtwinklig 
schneidet, so ist sein Durchmesser allemaldem Krüm- 
mungsradius des Kegelschnitts im genannten Punkte 
A gleich, Wird der durch A gehende Durchmesser des 
Kreises X, über A hinaus um sich selbst verlängert, so 
hat man den Krümmungsradius, seiner Grösse und Lage 
nach.“ 

Die Punkte A, P trennen — weil sich die Kreise X, K, recht- 
winklig schneiden — die Endpunkte des Durchmessers AM des 
Kreises K harmonisch. 

Die Gerade (C,P ist daher die Polare des Punktes A in Bezug 
auf den Ortskreis X. Hieraus geht eine einfache Construction für X, 
und den Krümmungsradius hervor. 

„In A errichte man die Normale AB auf den Kegel- 
schnitt und construire die Harmonische (Polare) « des 
Punktes A in Bezug auf den Ortskreis X; sie schneide 
die Normale in B; so ist AB Durchmesser des zugehö- 


10 


rigen Kreises K; und somit dem verlangten Krümmungs- 
radius gleich.“ 

Ausserdem geht « durch das Krümmungscentrum Ci für den 
Punkt A des Kegelschnittes A. 

In ganz analoger Weise kann auch gezeigt werden, dass die 
Polare B des Punktes A in Bezug auf den Ortskreis K, des Kegel- 
schnittes 7 durch C geht und y im Punkte B, derart schneidet, 
dass AB, dem Krümmungsradius AC, für den Punkt A des Kegel- 
schnittes Z gleich ist. 

In unserer Figur ist der Kreis K, imaginár und die absolute 
Länge seines Halbmessers r daher gleich V d,2— a,“, wobei a, und 
b, die Halbaxen der Hyperbel 4 bedeuten. 

Es wird daher der über AC’als Durchmesser bereits beschriebene 
Kreis X,, den mit dem Radius r um W als Mittelpunkt beschriebenen 
Kreis X in den Endpunkten eines Durchmessers 7 schneiden müssen. 
Bezeichnet P, den zweiten Schnittpunkt von AM mit K,, so ist 
AP, = A0 und MA. MP, =? 

Wenn daher CP, die Gerade y in B, trifft, so ist — in Folge 
der Congruenz der Dreiecke ACB, und ACC, — die Strecke 
AB, = AG = 0, und es schneidet der über AB, als Durchmesser 
beschriebene — daher auch durch F; gehende — Kreis X, den Kreis 
K in den Endpunkten eines Durchmessers 4,. 

Der Krümmungshalbmesser für den Punkt A der gegebenen 
Hyperbel H ist also der Länge nach gleich dem Durchmesser jenes 
Kreises X,, der in A die Hyperbel berührt, und ausserdem den 
Kreis X in den Endpunkten eines Durchmessers 7, schneidet. 

In Folge der Relation MA.MP,=r? ist B,P, die Polare ß 
des Punktes A in Bezug auf den Kreis X,; der Kreis X, wird also 
hier mit Hilfe der Polare B ebenso construirt, wie zuvor X, mit 
Hilfe von « erhalten wurde. 

Der Krümmungsradius in einem beliebigen Punkte A des Kegel- 
schnittes E (siehe Fig. 1.) kann demnach, wie aus dem Vorangehenden 
hervorgeht, auf zweierlei Art erhalten werden; entweder durch 
die Construction der Polare c des Punktes A in Bezug 
auf den Ortskreis K des Kegelschnittes E, oder durch 
Bestimmung der Polare GB von A bezüglich des Orts- 
kreises K, des confocalen Kegelschnittes H. Im ersten 
Falle schneidet « die Kegelschnittnormale y, des 
Punktes A in B und es ist AB dem Krümmungsradius 


11 


AC gleich; im zweiten Falle geht B durch das Krům- 
mungscentrum C selbst hindurch. 

Für die Parabel hat man (siehe Fig. 1a) eine auf der Axe a 
derselben senkrechte Gerade e zu construiren, deren Abstand von A 
gleich 2 FA ist. Treffen Tangente y und Normale p, der Parabel im 
Punkte A die Gerade « in den Punkten C,, B resp., so ist AB= 
AC= o, während C, das Krümmungscentrum für den zu) A der 
confocalen Parabel liefert. 


Die Gerade CC, ist eine Tangente des um F mit AF beschrie- 
benen Kreises. 


Pe 
Úber die Fauna und Flora der Oase Kufra. 


Vorgetragen von Dr. Johann Palacký, am 13. Jánner 1882. 


Der Vortragende besprach die wissenschaftlichen Resultate der 
Kufraexpedition (G. Rohlfs und unseren Landsmannes Dr. Stecker). Das 
wichtigste Resultat ist, dass diese Oase im Centrum der Sahara ge- 
legen in ihren wenigen Erzeugnissen nichts besonderes bietet, sondern 
nur die gemeinsten Erscheinungen der Nordsahara. Es ist dies umso 
auffallender, als nach Angabe der Reisenden Kufra bewässert wird 
vom Grundwasser der südlichen (Sudan) Gegenden und die west- 
licheren Oasen bereits einzelne tropische Formen zeigen (Krokodile, 
Chromis, Crotalaria saharae (Ghat), Crozophora, Aristida). Man muss 
allerdings bedenken, dass, in Folge der Plünderung der Reisenden, 
wir nur 12 wilde und 27 cultivirte Pflanzen von Kufra kennen, dar- 
unter 3 Bäume, Tamarisken (Farticulata), Akazien (A. seyal) und den 
Rakbaum (Salvadora persica), 4 Wüstenpflanzen (Monsonia nivea, Cal- 
ligonum comosum, Cornulaca monacantha und die Schmarotzerpflanze 
Phelipea lutea), 2 Gräser (Vilfa spicata und Imperata cylindrica — 
alle sehr weit verbreitet und um den Tümpel Rohr (Typha und 
Arundo phragmites) und Binsen (Juncus maritimus). Die cultivirten 
Pflanzen sind die des Mittelmeeres (Datteln, Feigen, Oliven, Mandeln. 
Pfirsiche, Aprikosen, Wein, Granatäpfel, Orangen) neben Weizen, 
Gerste, Durra, Negerhirse (Eleusine coracana u. Penicillaria spicata) 
und Baumwolle. Auch die Gartengewächse sind entsprechend Zwiebel, 
Melonen, Portalak, Baminn (Abelmoschus esculentus), Paradiesäpfel etc. 


12 


Von der Fauna lernen wir nur 2 Eidechsen und 3 Schlangen 
kennen — Agama ruderata Olivier, Acanthodactylus scutellatus A. 
und Rhagerhis producta Gervais, Psammophis sibilans und die giftige 
Hornviper (Lefa) Vipera cerastes. 

Hiebei erwáhnte der Vortragende der ausgezeichneten Floren 
Aschersons für Fezzan (200 sp.), Tripolitanien (437 sp.) und Cyre- 
naika (485 sp. fan.), die die bisherige Literatur erschöpfend auf- 
genommen und bedeutend vermehrt haben. Dass diese Flora genügend 
bekannt ist, zeigt, dass eine einzige neue species Reseda petro- 
wichiana aus Bengasi aufgestellt wird (Valerianella petrowichi, nach 
dem österreichischen Consul dort als Sammler genannt — wird nur 
nominirt), doch sind einige nicht bestimmte Pflanzen mit einheimi- 
schen Namen angeführt. 

Augila hat nur 19 sp. wilde und 29 cultivirte Arten, darunter 
viele Salzpflanzen (Salsola tetragona, Anabasis articulata, Statice pru- 
inosa, Ephedra, Nitraria), sonst lauter Wüstenkräuter Cornulaca, Tra- 
ganum, Alhagi, Fagonia, Zygophyllum). Der einzige Baum — ist die 
Dattel. Die cultivirten Pflanzen sind wie in Kufra — bis auf Erbsen, 
Linsen, Bohnen, Klee (Trifolium alexandrinum), Äpfel, Lattich, Kohl 
und Rüben. Als Ackerunkraut begrüssen wir Nigella sativa. 

Die oben erwähnten Floren werden doppelten Werth durch die 
eben erscheinende Flora atlantica Cossons erhalten, wodurch es 
möglich sein wird, Nordafrika ganz botanisch zu schildern. 


3. 


Bestimmung der Punkte aus gemessenen Richtungen. 


Von Franz Zrzavý, k. k. Trigonometer in Wien. 
Vorgelest von Prof. Kořistka am 13. Jänner 1882. Mit 1 Tafel. 


Es seien, Figur 1, die rechtwinkligen Coordinaten von den 
Punkten 1, 2, 3 und 4 gegeben, man soll die Coordinaten des Punktes 
5 aus gemessenen Richtungen 15, 25, 35 und 45 bestimmen. 

Es sei a die approximative Bestimmung des Punktes 5. 

Durch a Parallele zur Axe Y gezogen, gibt mit den Richtungen 
15, 25, 35 und 45 die Durchschnitte (1), (2), (8) u. (4) und schneidet 
die durch 1, 2, 3 und 4 gezogenen Parallelen zur Axe X in my, M, 
m, und m,. 


y. 


E Zrzavý: Bestinmung dar Punkte aus gemess; Richlungan. 
Fig.1. | 
A 


a 2 
(PRED 


oře 


otče 


13 


1m, 2m,, 3m, und 4m, sind Abscissenunterschiede (£4—%), 
(a —%,); (Xa—%,) und (v4—%,) und ma, ma, m;a und m,a Ordi- 
natenunterschiede (y.—Yı), (Ya —Y2); (Va —Y;) U. (Y4—y,) des Punktes 
a mit 1, 2, 3 und 4. 

Ferner ist: m,(1) = (x. —x,) tg. 15, m,(2) = (z4—w,) tg. 25, 
m;(3) = (X4—w,) tg. 35 und m, A) = (m. —x,) tg. 45.... 1) und 
a(1) = m(1)— ma, aß) =m,(2)—m;a, aß) = m4(3) — m,a und 
a(4) =m,(4) —ma.... 2) 

Anmerkung. Die Glieder der rechten Seite der Gleichung 2) haben dasselbe Zeichen, 
sobald der nummerische Werth eines desselben grösser ist als. der 
auf der linken Seite. Wenn die Richtung nach beiden Seiten hin von 
0° oder 180° um ein wenig abweicht, so könne das 1. Glied der rechten 
Seite der Gleichung 2) kleiner werden als die linke Seite, und wenn 
zugleich auch das 2. Glied kleiner werde, so haben nach Gleichung 
2) beide Glieder ungleiche Zeichen zu bekommen; es sei daher nur 
in diesem Falle, da man den nummerischen Werth von af») nicht 
kennt, das Zeichen von m„(n) aus den der Tangente der Richtung 
und den Abscissenunterschieden zu ermitteln, sonst ist dieses Zeichen 
gleich dem von (ya—yn). 

Der Punkt 5 liegt in der Richtung 1(1), 2(2), 38) u. 4(4), daher 
im Durchschnitte aller, und man bekommt dann eine einzige. Be- 
stimmung, wenn die Messungen der Richtungen und die Coordinaten 
von 1, 2, 3 und 4 fehlerfrei sind, sonst mehrere als Durchschnitte: 
aus den Richtungen 1(1) und 2(2) als Bestimmung aus dem Drei- 
ecke 125, 1(1) und 4(4) aus 145 und 4(4) und 3(3) aus 345, und 
auch in diesem Falle werden zwei oder drei Bestimmungen zusam- 
menfallen, sobald diese für die verlangte Stelle im Resultate iden- 
tisch sind. 

Uns handelt sich darum, die Lage des Punktes 5 gegen a durch 
Coordinaten, bezogen auf dasselbe Axensystem, zu bestimmen; wir 
können daher für a einen beliebigen Ort, also auch den des Punktes 
5 annehmen. Mit Rücksicht auf dieses und vorerwähntes, wenn man 
die gerechneten Grössen a(1), a(2), a(3) und a(4) von 5 aus auf der 
Parallelen 5r zur Axe Y aufgetragen, durch diese erhaltene Punkte 
V, 2, 3’ und 4 zu den Richtungen 15, 25, 35 und 45 Parallele ge- 
zogen und je zwei gehörig zum Durchschnitte gebracht hatte, sind 
diese die Bestimmungen aus den einzelnen Dreiecken. Zur besseren 
Übersicht ist die Bezeichnungsart W, 2, 3 und £, wie hier, bei- 
zubehalten, um dadurch anzudeuten, zu wen Richtungen die Pa- 
rallelen zu ziehen seien. 

Ist FAX in Fig. 1 der erste Quadrant, so sind die Richtungen 
AY und AX für alle Quadranten possitiv und YA und XA negativ, 


14 


Die Grössen a(1), a(2), a(3) und a(4) sind positiv, es müssen 
daher diese von 5 aus in positiver Richtung aufgetragen werden. Durch 
die gewonnenen Punkte 1’, 2’, 3° und 4 gezogene Parallelen zu den 
Richtungen werden sich in einem einzigen Punkte d schneiden, weil, 
wie die Figur zeigt, die Richtungen in einem Punkte zusammen- 
laufen, was auf dasselbe hinausgeht, als wenn die Messungen der 
Richtungen und die Coordinaten von den gegebenen Punkten fehler- 
frei wären. 

Dieser Punkt d hat gegen 5 dieselbe Lage, wie der definitive 
Punkt 5 gegen a; es sind daher, wenn bd parallel zur Axe AX 
ist, bd und 55 Correctionen an die approximativen Coordinaten zur 
Bildung der definitiven und die definitive Abscisse X4 = %4 + (+ bd) 
und Ordinate ya = Ya + (+ 5b). 

Bei Landesaufnahmen werden auch Zenithen gemessen, und da 
sind zur Bestimmung der Höhenunterschiede auch die logarithmischen 
Seiten erforderlich. 

Es ist aus Fig. 1: log 1(1) = log m, (1) — log sin 15, log 2(2) = 
log m,(2) — log sin 25 . . . . in welchen log m,(1), logm,(2) .... 
bereits im Horizontalnetze gerechnet erscheinen. 

Zu log 1(1), log 2(2), log 3(3) und log 4(4) sind logarithmische 
Correctionen von 1’d, 2'd, 3’d und 4’d zu addiren, um die Loga- 
rithmen der Seiten 15, 25, 35 und 45 zu erhalten. 

Hier haben 1’d, 3’d und 4’d dieselbe Richtung wie 15, 35 und 
45, sie sind daher positiv, 2’d ist negativ, weil sie der Richtung 25 
entgegengesetzt ist. 

Um die abgegriffenen Correctionen I'd, 2’d, 3’d und 4d in die 
logarithmischen verwandeln zu können, entwarf ich die Tafel L, die 
für log 1(1), log 2(2), log 38)... . in A für je ein Zehntel der 
Correctionen die logar. Correction in Einheit der 5. Dezimalstelle 
in B gibt; denn in B sind Änderungen der Logarithmen in A, wenn 
sich deren Zahl um 1 Zehntel ändert. Z. B., 1’d ist = 04” und 
log 1(1)=3'31356. Für 3'313 aus A entspricht 21 in B für 1 
Zehntel, für 4 Zehntel AX2:1=8; es ist daher log 15 =3'31364. 

Zum Auf- und Abtragen der Längen 51’, 52’, 53’ und 54, ba 
und 55 und 1’d, 2’d, 3d und 4d ist die Lángeneinheit im grossen 
Maasse zu wählen, um sie etwa auf "/, Hundertstel der Einheit auf- 
tragen und ablesen zu können. 

Zur Bestimmung der approximativen Coordinaten erlaube ich 
mir Folgendes vorzuschlagen. 


7 


15 


Tafel I. 


A 8 A B A B.| A B 


150 2564 | 118 2:690 88 2:868 5'8 3:189 28 
148 2571 | 116 2:700 8'6 2'886 5'6 3:221 26 
146 2:580 | 114 2713 84 2900 64 3'255 24 
144 2:588 | 112 2720 82 2914 52 3'295 22 
142 2595 | 110 2730 80 2934 50 3:336 | 20 
140 2:602 | 108 2743 78 2'953 48 3'382 18 
13:8 2:012 | 106 2756 76 2:969 46 3:432 16 
136 2:620 | 104 2'766 T4 2:990 44 3'491 14 
13:4 2'627 | 102 2'776 72 5'014 42 3557 12 
2517, | 132 2637 | 100 2'792 70 3:034 £0 3636 10 
2'523. \.13°0 2'644 98 2:800 6:8 3'056 38 3730 0:8 
2'529 | 128 2653 9:6 2'813 6:6 3'081 36 3'857 0:6 
2'536 | 126 2'662 94 2828 64 3.104 34 4034 04 
2544 | 124 2'672 92 2841 6:2 3'131 32 4'336 02 
2549 | 122 21682 90 2857 6:0 3'159 30 4:637 01 
2:556 | 120 


Im Papierhandel kommt das sogenannte Millimeterpapier vor. 

Es sei, Fig. 2, abcd ein Quadrat, dessen Seite 250=" lang 
ist. Es genügt die Ränder dieses an den Centimeterparallelen zu 
beziffern, weil diese und die Halbercentimeterparallelen stärker ge- 
halten sind, als die andern, und je nachdem man für die Quadrat- 
seite 10000”, 1000" und 100® anzunehmen bemüssigt ist, beträgt 
die Millimeterlänge 40”, 4" und 0-4”, oder man beziffert die Quadrat- 
seiten von 1—5, wenn für die Länge der Quadratseite 50.000”, 5000= 
und 500” als das Maximum der Coordinatenunterschiede sich er- 
geben dürfte. 

Für den einen von den zwei gegebenen Punkten 1 und 4, von 
welchen die appr. Bestimmung des Punktes 5 zu ermitteln sei, wähle 
man die Quadratecke c, und der andere sei aus den Coordinaten- 
unterschieden einzutragen. 

Aus einer jeden solchen Basis seien viele Punkte zu bestimmen, 
man kann sie daher für alle oder für die meisten Punkte benützen, 
nur hat man, da 14 zum Auftragen der nördlich gelegenen Punkte 
bestimmt sei, um auch die südlich gelegenen auf dasselbe Quartblatt 
zu bringen, die Nummern der Punkte 1 und 4 auf diesem zu ver- 


wechseln (1 zum 4und 4 zum 1 machen), die gegebenen Richtungen 


um 180° zu vergrössern und den abgelesenen Coordinatenunter- 


16 


schieden in Bezug auf den umnummerirten Punkt 4 in der Auadrat- 
ecke das verkehrte Zeichen zu geben, die zu den gegebenen Coordi- 
naten des Punktes 4 addirt, die appr. Coordinaten der Punkte geben. 

Dasselbe gilt von der Basis 23, von welcher durch Einzeichnung 
der Visuren die westlich gelegenen Punkte auf dem Quartblatte 
bestimmt werden, wenn auch die östlich gelegenen Punkte auf das- 
selbe Quartblatt zu bringen wären. 

Zur Einzeichnung der gemessenen Richtungen dient die bei- 
liegende Tafel II. Für die Richtung in B entspricht die trig. Tan- 
gente in Anzahl Hundertsteln für den Halbmesser 1 in A. 

In C sind Differenzen von je zwei auf einander folgenden Rich- 
tungen in B für je 1 Hundertstel der Tangente, man wird daher für 
eine gegebene Richtung im Stande sein, die Tangente in Theilen des 
Halbmessers zu ermitteln. Als Beispiel diene: 

Es seien, Fig. 3, die Coordinaten der gegebenen Punkte: 

1, y— + 4195-24" 2 = — 231484" 
2784— 2, y = 298 2 = — 231484" 
3, y = — 321545” © = —- 190269" 
und 4, y == +- 188782" © = —+ 560294" 
und die gemessenen Richtungen: 
1530010 
29 An 0.6, 
39, 108° 297107 
und 45 — 198° 45’ 37”. 

Es sei zu bemerken, dass hier die Zählung der Richtungen 
von Süd anfängt und über West bis 360°, wie der Azimute, statt- 
findet. 

Die Richtung 12 ist, Fig. 1, in diesem Sinne gezählt, wenn X 
der Südpunkt ist, gleich «, 21=180-+«, 14=180 — G und 41= 
360 — B. Die Winkel « und ß bekommt man aus den Coordinaten 
unterschieden, u. zw.: 

Yu Ya EIN 
% 7% W mind 
und die Seite 192 = 2 
sin « 

Diese Richtung liegt des positiven Zeichens der Tangente wegen 
im 1. oder 3. Quadranten, im 1. von dem nördlichen, im 3. von dem 
südlichen Punkte aus. 


17 


tg Ba 4 IR KTA—., 


cs re Va 
und die Seite 14 = 14 I 4 
sin B cos d 
Diese Richtung liegt des negativen Zeichens wegen im 2. oder 
4. Quadranten, im 2. von dem südlichen, im 4. von dem nördlichen 
Punkte aus. 


Tafel II. 

A B C A B 
0 | [2 [23 ’ [2 0 , s [2 
0|| 0| 0| 0o\34|23| 33 | 18 | 15 | 46 | 30 
1| 0|34|23|| „ |22| 34 | 18 |46 | 41 | 30 
ai 1| 8|45| „ |21]|55 Jı9 | ı7 |24| , 
3|| 1|43| 6, [20] 36 |ı9 |a7|56 | „ 
4| 2/17 |26 || „ |19|37 20 |ı8 \ı6|| , 
5 | 2|51|45| „| 16| 38 20 |48 | 24 | 29 
6| 3/26| 1] „ |14| 39 |21 | 18|21|, 
za oda, [11] 40) 21,48, 5 |, 
sı 4|34|26| „ | 8|41|22|17|87|, 
9 5| 8/34 „ | 4|42|22|46|57| , 
10 || 5|42|38| „| O|43| 23 ı6| 4|28 
11 || 6|16|38|33 |56 | 44 | 23 44 |58 | „ 
12 | 6, 50|34| „ |51[45 |24 | 13 |40| „ 
13 | 7|24|25| „ |46|46|24 42, 9 | „ 
14 | 7|58|11|| „ |40| a7 |25| 10 |25 | „ 
15 | 8|31|51| „ |34| 48 ||25 | 38 | 28 | 27 
16.| 9) 5|25| „ |28|49|26| 6jır7 | „ 
17 | 9|38|58| „ I21[ 50126 |33 |54 | „ 
18 |10 | 12/14 || „ |15| 51 27 | ıJı8| „ 
19 |10 | 45 |29| „| 7|52 27 | 2828| 26 
20 | 11| 18 |36|32 | 59 | 53 |27|55|25| , 
21 |11|51|35| „ |52|54|28|22| 9|, 
22 |12| 24|27| „ |a3| 55 ||28 |48|39|, 
23 | 12/57 /10| „ |35| 56 ||29 | 12 |56| „ 
24 |13 29 | 45 „ [25 | 57 ||29 | 40 | 59 | 25 
25 |14| 2|10| „ |17|58||30| 6|49| „ 
26 |14|34|27| „ | 7|59|30|32|26| „ 
27 15! 6|34|31'58| 60 || 30 | 57 |50| , 
28 15138 |32|| „ 48 | 61 || 31 | 22 | 59 | 24 
29 | 16|10|20| „ 37 | 62 31 |47 |56 || „ 
30 | 16 | 41 |57 || „ |27| 63 |32 | 12 | 39 || „ 
31 |17|13|24| „ |17| 64 |32 |37| 9| „ 
32 | 17| 44/41, , | 5,65|33| 1\26 | „ 
83 | 18 | 15 | 46 66 | 33 | 25 | 29 |. 23 


18 


Beim Aufschlagen der ig B ist statt B, 90 — B —d zu lesen, 
dann ist Richtung 14=90 — ď und 41 = 270 — d. 

Die Summe der gemessenen Winkel am Standpunkte 1 zwischen 
der Richtung 12 und 14 mit der Richtungsdifferenz D dieser Rich- 
tungen verglichen, gibt eine Differenz d in Secunden, welche auf 
die Winkel proportional ihrer Grösse nach zu vertheilen ist. Der 
Winkel 215 zur Richtung 12 addirt, gibt Richtung 15 und zu dieser 
Winkel 514 addirt, sollte Richtung 14 folgen, es würde z. B. Diffe- 
renz +6" resultiren, so ist, wenn IX 215 circa '/, des X 514 be- 


= D auf Grade 


abgerundet, gibt Anzahl Grade für 1” Correction. Ergeben sich die 
Correctionen ©, €, €, +... für einzelne Winkel der Reihe nach von 
der Richtung 12, wobei also cy #,-+e,....=d sein muss, so ist 
die ermittelte 1. Richtung von 12 aus um ©, die 2. um 6 — 6; 
die 3. um © I 0, +63, ... Zu corrigiren. Für 6 Winkel von ziemlich 
gleicher Grösse ist, für den Überschuss von 6”, 1. Richtung um 1”, 
2. um 2”, 3. um 3”, 4. um 4”, 5. um 5” zu verkleinern. 

Zur Bestimmung des Punktes a wähle man, Fig. 3, irgend ein 
Dreieck z. B2935. 

Nach der Auftragung des Punktes 2, Fig. 2, aus den Coordi- 
natenunterschieden von 3 und 2 sind die Richtungen einzutragen. 

Für die Richtung 35 = 108° 2% 10" = 90 —- 18° 2% 10” gibt 
die Tafel II. für 18929' circa 33'/, Hundertstel. Diesem Werthe 
entspricht cg, wenn cd.= 1 gesetzt wird und die Richtung 3g ist 
—108°2%. Die Richtung 25 = 45° ist die Richtung der Diagonale 
bc des Quadrates abed. 

Durch 2 Parallele zu bc gezogen bis zum Durchschnitte mit 
3g, gibt dieser den Punkt a. 

Die abgelesenen Coordinatenunterschiede des Punktes a mit 3 
auf den Quadratseiten mit ihren Vorzeichen zu den Coordinaten des 
Punktes 3 addirt, resultiren die appr. Coordinaten: 

Ya = + 225" und w = +- 693". 

Jetzt kann die definitive Berechnung für alle Richtungen folgen. 

Ich habe vor der nachfolgenden Berechnung des Punktes 5 eine 
vorläufige, nur mit zwei beliebigen Visuren mit Blei gemacht, welche, 
nachdem log. tg. vor der Berechnung im ganzen Berechnungsproto- 
kolle für die Richtungen aller Punkte ohnehin eingetragen vorkom- 
men, nicht viel Mühe kostet und dadurch die erste app. Ermittlung 
verbessert. Es ergab sich: y4 = + 2185" und z = + 6879”. 


tragen würde, die Visur 15 um 2” zu vermindern. 
I 


19 


Nachdem die appr. Bestimmung von allen Punkten des ganzen 
Aufnahmsrayons gemacht wurde, seien diese sammt allen gegebenen, 
"aus dem höheren Netze hervorgegangenen Punkten in das Berech- 
nungsskelet von Millimeterpapier, am dessen Rande die Centimeter- 
parallelen beziffert sind, aufzutragen. 

Für die Grösse der Basen unseren Beispieles, wie diese im 
Netze 4. Ordnung bei Landesaufnahmen der öst.-ung. Monarchie 
vorkommen, dürfte die Wahl des Maasses zum Auftragen der Punkte 
in das Berechnungsskelet 1° = 1000” die zweckentsprechendste sein, 
um die Punkte d durch die Parallelen durch 1, 2, 3 und 4 hin- 
reichend genau zu bekommen. 

Für Triangulation einzelner Gemeinden und Gütercomplexe ist 
das Maass 19% — 100" zu wählen. 

In Fig. 3 sind gegebene Punkte und appr. Bestimmung nach 
Coordinaten aufgetragen. 

Sollte der app. Punkt innerhalb des Millimetterquadrates fallen, 
so sei für diesen die nächste Millimeterquadratecke zu wählen. 

Die aus der nachfolgenden definitiven Berechnung resultirenden 
a(1) = — 0.16%, a(2) = + 0.13", a(3) = — 040" u. a(4) = — 009" 
sind im Maase 1 Wr. Zoll = 0:4" aufgetragen und diese aufgetragenen 
Punkte gehörig mit 1, 2, 5 und 4 bezeichnet worden. Durch diese 
Punkte zu 15, 25, 35 und 45 Parallelen gezogen, resultiren, wie zu 
sehen ist, 4 Punkte d. (Siehe Tabelle Seite 11.) 

Es ist daher, wie man es für ein Netz dieser Ordnung thut, 
aus allen Bestimmungen, oder hier, aus den Correctionen der appr. 
Coordinaten, den Coordinaten von den 4 Punkten d in Bezug auf 
den Punkt 5, das arithmetische Mittel zu nehmen. 

Statt alle diese Correctionen einzeln abzugreifen, oder mittelst 
Zirkels abzusummiren, suche den Punkt M, welcher dem arith- 
metischen Mittel entspricht, im Wege der Construction. 

Dieser Punkt für d,, d, aus 2 Dreiecken liegt im Halbirungs- 
punkte der Geraden d, d,. Sind die 2 Bestimmungen gleich, d. i. 
wenn d,, d, zusammenfallen, so wird auch M diese decken. 

Für die Punkte d,, d,, d, aus 3 Dreiecken liegt bekanntlich M 
in dem ersten Theilpunkte der in 3 gleiche Theile getheilten Ver- 
bindungslinie des Halbirungspunktes einer Seite d, -d, des A d, d, 
d, mit der gegenüberliegenden Spitze d, von der halbirten Seite aus. 
Wenn von diesen 3 Bestimmungen d, und d, zusammenfallen, dann 
liegt M im ersten Theilpunkte der in 3 gleiche Theile getheilten d, 
d, von d, aus. 

2% 


20 


Für 4 Dreiecke, wenn d,, ds, d, und d, entstehen, welche die 
Correctionen &, Yı, & Yy, X3 Y, und Z, 4, für die appr. Coordinaten 


geben, ist für den Halbirungspunkt der d, d;: -= -= und 
für den der gegenüberliegenden Seite d, d;: Zn —— und 


halbirt man die Verbindungslinie dieser Halbirungspunkte in W, 

folgt für diesen Punkt: 
Yı # Ya ab Y TY 
: k He a 

A u 4 
a! 2m 0) + %z Ei 24 
2 2 + T R TM 
m 4 


2 
arithmetisches Mittel der Correctionen fůr die appr. Coordinaten. 

Wenn von den 4 d zwei zusammenfallen, so sind die 3 d nicht 
als 3 Punkte zu behandeln, sondern man hat die Seite der nicht 
zusammenfallenden Punkte zu halbiren, diesen Halbirungspunkt mit 
den zusammenfallenden Punkten zu verbinden und diese Verbindung 
zu halbiren. Verschmelzen zu je 2 d zu einem Punkte, dann ist der 
Halbirungspunkt dieser der Punkt M und venn alle zu einem ein- 
zigen werden, ist dieser für M anzunehmen. 

In Fig. 3 diese Construction durchgeführt, sind die Correctionen 
von M (in derselben Einheit abgetragen, wie a(1), a(2)....): N5 = 
— 0079 und MN = — 009" , demnach die definitiven Coordinaten 
sind: y== +- 21843" und x = -+ 68781”. 

Die Tafel IT. habe ich auch für den Zweck angelegt, um im 
Felde ohne Logarithmentafeln Punkte für den Ausstecker der Signale 
nach dieser Berechnungsart bestimmen zu können. 

Zieht man durch W eine Parallele zur Ordinatenachse oder 
wählt man statt dieser die nächste von den Parallelen des Milli- 
meterpapiers so sind: 10 (der Richtung 15 entgegengesetzt) = — 0:16" 
2p == — 013%, 3g (in derselben Richtung, wie 35) = 0'30% und 
4r =z--0'10® die Correctionen der Seiten. 

Diese Correctionen sind in das Berechnungsprotokoll einzutragen 
und erst bei Berechnung jener Seiten, die für das Höhennetz gebraucht 
werden, in die log. Correctionen zu verwandeln. So ist in der beilie- 
genden Berechnung log s = log m, (4) — log sin45 mit 371523 be- 
rechnet worden, die Correction —- 0:10: gibt für 3'715 aus der Taf. I 
die log. Correct. 0:8 = 1, demnach log der Seite 45 = 371524. 


21 


PORN © © Zero 
IF’ TO +8 u09 
Baal = © Le 00, 
600—'* u Me 
ray == = © Heu 

g8208.6-° " = y 'Us "901 
2199222.€ * ' = (7) *m 0] 
TIB0TE8.62 "> =c 2 "901 
gezeıIog.g ** = mr 901 
DE 


I 
70.167 Fur | 28.6997 —e*u 


76.2098 ° * | |G8.2881' ++ 


eo 68 ‘301 


706.028 "1109 


627121" "me 


een = 800 
09.05 22 <, "Mě — ej 
GG.g69€ + = (e) *u 
ee s Sof 
eregogg.g * * =(g) "u "901 
10680270 = E A930 
06977806. "= "Mg 50 
33€ 


06.8898 ein 


FL:2008 ' Uz 


ee 0801 
= 2 7° 81.0, "M09 
ee ner 
SHO ee a ee 
z6'0006< ' = tee) u 

Seen a us 1801 
O6PEL2T:6 = (6) urSof 
€9200000 = Y 54 "501 
6TTGL27.6 Aue 1007 
8G 


64.008 +-e“m 


o Cat Der © e_ . e . GT "30T 
>=% 2 290 LION) 
= 'y us 30] — (j) "m 'S0[= 8'307] 


9.0-= (Ne=e 'm— (1) 'u 


069102 = Te 
rer us 901 
6779666.8.* (Dm 90 
34800010 = -UB 301 
6TTeuirg "= "mr ‘Sol 
8g 

71.8008 * "MT | 71.9168 —e'm 


72-4617 ° +1 


69.2061 ° * | gb.6rp6' —€ | 787160" * — | 677828" —G | 787168 — 
06.289 * * || 09.8Ig * +9 | 06.289 * * + (09.818 "+ | 06.289 * °+|09878 * -+9 | 06289 ° +|09.816-* +8 
x Á X Á x Á x Á 
BRDY 2 = er.8Iz ' (+= 9AHIUTODp 
60 * —p01109 40 * —j991109 : U9)EUIPI00) UIsSOD G IN Iyund 
nn. Lage EEE. m00815' "ce EZ :oaneurxordde 


22 


Um beim Aufschlagen der Sinuse die Manuale der Richtung 
wegen nicht nochmals in die Hand nehmen zu müssen, wird für den 
in der Berechnung ausgewiesenen log. der Tangente der Richtung in 
der Logarithmentafel u. z. der nächst kleinere aufgesucht und für 
diesen der Logarithmus in der Columne Sinus abgelesen. 

Es bleiben noch die Fälle zu betrachten, wenn eine von den 
gegebenen Richtungen z. B. 25 = 90° oder 270° oder 15 =0° oder 
180° werden, oder wenn zugleich beide Fälle eintreten. Der letztere 
Fall gibt direct die definitive Bestimmung aus den Coordinaten von 
1,.200.2,. denn es ist: 7, =. und zw, 

Selbstverständlich ist diese als appr. Bestimmung für die 
übrigen Richtungen zu benützen, dann ist 5 zugleich d, aus A 125, 
3 und d, aus dem A 235 fallen zusammen und d, aus 145 erscheint 
im Durchschnitte der Parallelen durch 4 mit Richtung 15. 

Ist bloss 25 — 90° oder 270°, folgt: x; — x,. In diesem Falle 
deckt d aus A 125 den Punkt 1 und aus 235 den Punkt 3. 

Für 1.5 = 0° oder 180° ist y, =y,. Für diesen Werth deckt 1 den 
Punkt 5 und beide d aus 251 und 451 erscheinen in der Richtung 15 und 
in den Parallelen zu den entsprechenden Richtungen durch 2 und 4. 

Auch betreffend die exentrische Aufstellung erlaube ich mir, 
eine Bemerkung zu machen. Im Netze höherer Ordnung muss man 
die Winkel, um sie dem Calcul unterziehen zu können, centriren. 
Für ein Netz, wie dieses, ist es am vortheilhaftesten, die Coordinaten 
der excentrischen Aufstellung zu bestimmen, dann fällt die Cen- 
trirung der Winkel weg. 

Von gegebenem Punkte D, Fig. 4., hat man Messungen gemacht, 
und um noch manche Objekte anvisiren zu können, ist es nothwendig, 
in E, in der Nähe von D, einen Stand zu machen. 

Die Bestimmung des Punktes Z aus der gemessenen Länge 
DE=r und der Richtung DE, den sogenannten Centrirungselementen, 
folgt aus: Ay=rsm DE und A © =— rcos DE, in welcher Ay und 
/A = Coordinatenunterschiede von D und Z bedeuten. 

Hat man am D die Richtung DE nicht gemessen, sondern am 
E durch einen X mit einem gegebenen Objekte, so ist die Richtung 
am EZ mit diesem Objekte, da die Coordinaten des Punktes E un- 
bekannt sind, auch unbekannt. Wenn r klein und Objekt z. B. 1 
sehr weit entfernt ist, kann man sich erlauben, die Richtung Z1 = 
D1 zu setzen; dann ist: Richtung DE=180 + E1-+C...]), in 
welcher C den gemessenen Winkel am E zwischen 1 und D bedeutet, 
sonst ist aus den so ermittelten appr. Coordinaten des Punktes E 


23 


die Richtung Z1 zu rechnen, diese in der Gl. 1) zu substituiren 

und mit der corrigirten DE die Coordinaten des Punktes Z definitiv 

zu rechnen. | 

. Die Abweichung a in Secunden der Richtung El von der 

Parallelen EO mit D1 gleich dem Winkel D1 findet man auch 
direct auf folgende Art. Die Senkrechte 

, DF 
DF auf Dl=r sin (, = m 


r sin C 


und für DF den Werth, a = PD 


Zur Berechnung der Höhenunterschiede wird die Formel: 
EN = vody eM sn — H, 


in welcher A den Höhenunterschied zweier Punkte, s deren sphä- 
rische Seite, z die gemessene Zenithdistanz, n den Refractionscočffi- 
cienten, A die Instrumentenhöhe, #4 die Höhe des Zielpunktes über 
dem natürlichen Boden und 7 den mittleren Krümmungsradius. des 
Erdsphäroids für die mittlere Breite des Berechnungsrayons bedeutet, 
1—2n 
2r 
liebigen Refractionscoěfficienten und für jeden mittleren Krůmmunes- 
halbmesser für das Argument der Seite in die Tafel gesetzt, welche 
in den Sitzungsberichten der königl. böhm. Gesellschaft der Wissen- 
schaften am Schlusse des Jahres 1879 unter dem Titel: „Hilfstafel 
zur Berechnung der  Hohenunterschiede aus gemessenen: Zenith- 
distanzen“ erschienen ist. 


Setzt man für » der 1. Region den Werth 0:09, folgt, dass für 


log. der Seite | eine log. Änderung der Seite | eine Änderung d. Seite 
(5. Stelle als Einheit.) 


angewendet. Ich habe das 2. Glied U= sž für jeden be- 


300000 3100 310" 
350000 1750 130" 
400000 165 40" 
425000 50 20" 


eine Änderung im IT 0:05” bewirkt. 

Von diesem Fehler des 2. Gliedes ist also nichts zu befürchten, 
selbst durch die Vernachlässigung der Centrirung für die Seite, wenn 
auch bei einem Fehler in der Seite, von 20” für die log. Seite 
495000 0:05" resultirt, da fůr diese Seite die Refraction das Resultat 
für den Höhenunterschied bedeutend unsicherer macht, 


24 


Im 1. Gliede dieser Formel gibt der Fehler A s in der Seite 
s einen Fehler in dem Höhenunterschiede A s cotg z = A stgh, wenn 
h den Höhen- oder Tiefenwinkel bezeichnet. Für kleine Seiten, von 
einer Anhöhe zu den Thalpunkten, beträgt der Tiefenwinkel bis 40°, 
und da sagt uns die Tafel II., dass für diesen Tiefenwinkel ein 
Fehler in der Seite 0:1" einen Fehler in dem Höhenunterschiede 
0'084” erzeugt, während uns die Tafel I zeigt, dass ein Fehler 061" 
in einer der kurzen Seite z. B. 2461 eine Änderung im log. der 
Seite 15 (5. Stelle als Einheit) bewirkt, daher ein Fehler von 2 in 
der 5. Stelle dieser Seite einen Fehler 001" in dem Höhenunter- 
schiede gibt. 

Für grosse Seiten varirt der Höhen- oder Tiefenwinkel zwischen 
0° bis 39, für welche ein Fehler 0:1" in der Seite in dem Höhen- 
unterschiede laut Tafel II einen Fehler zwischen O und 0'005* und 
die Tafel I für 0:1" z. B. für 4034 eine Änderung 04 ausweist. 

Diese Betrachtung habe ich desshalb gemacht, um daraus zu 
ersehen, dass für Berechnung der Höhenunterschiede die Seite mit 
5 Dezimalstellen vollkommen hinreicht. 

- Aus dieser Betrachtung folgt auch, dass Zenithdistanzmessung 
auf Fenstersohle vermieden werden solle, wenn Centrirungselemente 
nicht gemessen sind (r beträgt oft 4" und darüber) und im Horizontal- 
netze das Centrum, die Spitze des Thurmes, bestimmt ist. Damit 
auch diese Centrirung entfällt, sei die Zenithdistanz auf die Spitze 
oder Kreuzsohle des Thurmes zu nehmen. 

Wie die absolute Höhe der Spitze zur Anbindung für weitere 
Höhenbestimmungen, so ist auch jene des Bodens eines Thurmes 
für Karten wünschenswerth. Aus diesem Grunde sei auch die Messung 
der Zenithdistanz auf Fenstersohle nur dann zu nehmen, wenn die 
Höhe der Fenstersohle bis zum natürlichen Boden gemessen sei. 

Dann dürfte es erlaubt sein, die Centrirung zu vernachlässigen, 
indem man den dadurch entstandenen Fehler in den Boden stecken 
kann, nachdem dieser um den Thurm herum ohnehin meistentheils 
uneben ist und die Angabe der absoluten Höhe des Thurmes in den 
Karten vielmehr für den Ort gilt. 

Meiner Ansicht nach dürfte auch vom Vortheil sein, im Feld- 
manuale für Horizontalwinkelmessungen neben der Columne für Rich- 
tungen auch eine für Tangente dieser zu eröffnen (bei Richtungen 
um 0° oder 180° circa auf 1° herum ist auch das Zeichen der Tan- 
gente laut der vorn gemachten Anmerkung auszuweisen), diese aus- 
zufüllen und von da in das Berechnungsprotokoll zu übertragen. 


25 


Vorher soll aber das Berechnungsprotokoll aus dem Observations- 
skelete, in welchem bei jedem zu bestimmenden Punkte die Richtungen 
durch kurze Striche nach jenen Punkten angedeutet sind, von welchen 
die Messungen auf ihn statt gefunden haben, angelegt werden, 


4. 
O stupňování hlásek i a u v nářečích slovanských. 
Četl prof. Josef Kolář dne 25. dubna 1881. 


Ve své rozpravě o Maleckého historicko-srovnávací mluvnici 
polské jsem pravil, že i Malecki, jenž se na několika místech dosti 
statečně opírá rozličným theoriim, ze sanskritu branym pro náš 
jazyk, také se ještě drží starého a obecného, ale tím neméně mylného 
učení 0 stupňování hlásek předrážkou (gunou): % v „oj, aj“ a uv „ow, 
aw“. Že však je to učení obecné, a nejen Maleckého, tedy jsem se 
tam o tom dále nešířil, ponechav si to k jiné příležitosti, jíž chci 
dnes tuto použití. 


A. O stupňování hlásky i v „oj, aj“. 


Mezi obyčejnými příklady stupňování hlásky č v „oJ, aj“: „pié— 
napoj—upajaé, lé (lač)—lój, snié—gnéój, dognajaé, bic—bój, wié—zawódj, 
czy (poczyé)—pokdj—uspokajaé, žyé—go0je—wygajac“, Malecki ($. 26. 
2) uvádí též vymyšlený prvek (pierwiastek) „Sci (np. w Sciana)— 
ostoja, stoje—staje“; a dále „trzy—trój, trojka, potrójny—potrajaé; 
mi—mój itd.“ Při čemž se mimovolně vtírá námitka: A což podobně 
tvořené dwój, swój (oswoic—oswajac), dwoje (dwojka, rozdwoió—roz- 
dwajac), oboje atd. povstalo též stupňováním © v „oj, aj“? Od dativu 
ci, si (cf. mi)? či od vymyšlených „prvkův čvw?, wi, dwi, obi“ (cf. sei)? 
Ale jak se pak vysvětlí o (bez j) ve slovich: trojeden, troksztaltny, dwo- 
ostry, dwopióry, dwouchy, oboreczny, obostronny, obojetny, obosieczny, 
obopolny, obowiazek, swoboda, swowola (vedle swawola a swywola) 
atd. Je zde to o také předraženo, jako prý v črój, mój atd.? Kam 
se pak dělo to kořenné 7, jež se prý stupňuje předrážkou o, a, klesajíc 
po nich v j? 

Malecki ($. 344. 6. a S. 352.) vykládá, že twój a swój prý po- 
vstalo stupňováním kmene tu (!) a su(!) v twa a a swa: „twoj — tu-as 
— tua-j- as — twojas (|), swój = = $U-a8 — sua-j- as atd., tak (!) prý, 
jako mi dalo mój = mi-as — moi-as atd“! Ježto tedy j v mój a p. 


26 


je prý = kmenové © (mi), je totéž j v twój a swój a p. prý vsuto (!) 
k zamezení průzivu — mezi stupňovaným kmenem wa, swa a jakous 
divnou, neslovanskou, pasanskritskou (!) příponou -as! Tak prý i czyj = 
czy-j-as! ($. 344. 7.) Ale „nasz, wasz ($. 345.) je prý = nas-ias, 
was-ias a to prý ze staršího nasis, wasis“! Jaká to rozmanitost, 
neřku-li „konfuze“ (oblíbené slovo Maleckého) výkladu jednoho a téhož 
tvaru, jedné a téže zásady! 

Podobně Geitler (Stbulh. Fonol. $. 80.) vykládá: „Slova upau, 
son, mon .... povstala (dle $. 93.) stupňováním kořenův kri(?), bt, 
gni příponou as(!): gnojas jako wpors z krovas (kru); po odsutí 
s a seslabení a v 0: upoRo (!) rnojo (!) a přehláskou rnorw; každé (?) 
o a e v zásloví přešlo v 5a 9; upoRZ, rmoje, jež se vyslovovalo rnoj, 
poněvadž skupenina 5» tím spíše musila přejíti v 7, čím obtížnější (?) 
est přesné vyslovení jo, čím spíše měkké (sic) » zmizelo v podobném 
mu j“! 

Tak a podobně to jde veskrz dále, dle Miklosiche, učícího (Gr. 
I. 136, 137): „m wird gesteigert a) zu«...b) zu on: BH-TH — son“ atd. 

Podivně zní ta theorie u Květa (Stčes. ml. $. 37): „Před ©... 
předráží čeština buď a neb o, a tím vznikati dává dvojhláskám: až... 
oč... Nenávidíc však dvojhlásky tím více, čím ji dále v minulosti 
její známe, zbavuje se právě dotčených dle možnosti... V kořenech 
otevřených mění čeština druhý živel dvojhlásky v souhlásku, totiž 
iv Jj... Tím vzniká z 0ě—0j ... na př. pi—p-0-j-iti m. p-0-č-iti“ atd. 
Čeština tedy, nenávidíc dvojhlásky,. přece je tvoří (!), a utvořivši je, 
ihned se jich zase zbavuje dle možnosti! Není-li to zbytečná práce? 

U Gebauera (Hläsk. $. 142.) to pravidlo zní takto: „Kořenné č jeví 
se v češtině a ve slovanštině jako z nebo seslabeno v s a stupňuje 
se na 1. stupni v 07 (před samohl.) neb € (před souhl.), na 2. stupni 
v aj; na př. pž (peti) — na-poj-iti — na-pdj-eti, Kč (!) počiti — 
po-koj — ukáj-eti“ atd. Ale vojna, vojsko, hajný, krajský a p. mají 
0), aj před souhláskou, a děj, pěje a nesměje se a p. mají zas é před 
hláskou (či polohláskou, cf. rus.)? A jak se dle toho vysvětlí zavej 
vedle závoj, stsl. sum vedle zoň, oboje od kořene vi? nebo zrň ve 
Kozonmň (VdEoyo0g, CÍ. rus. BOTONÓŘ BOTOÓÓM) vedle non, oboje od 
kořene l%? A když se 0j (před hláskou) na 2. stupni stupňuje v ag, 
jak se stupňuje é (před souhl.) na 2. stupni? Či to se už nestup- 
ňuje? Či stupňuje se také v aj? 

Nejvíce však to bludné učení dle sanskritu a jakéhos pra- 
jazyka (!) provedl a rozšířil Miklosich (Altslov. Lautl. 3. Bearb. 4—5, 
182—185 a 136—139): „Der z-vocal kömmt im altslov. auf einer 


27 


dreifachen stufe vor: I. o, II. ©, III. oj(!), ©, jenes vor vocalen, 
dieses vor consonanten: p0js(!) im upoj ebrietas von př...0j, č ent- 
sprechen aind. aj, č, beides aus ursprachlichem (!) az. 07 und é sind 
steigerungen des 2, d. i laute, die aus © durch vorschiebung eines 
alten a hervorgegangen sind“. (S. 5.) „® aus ač kann nur vor con- 
sonanten stehen; vor vocalen erhält sich das alte a? als 07: péti aus 
paiti; dagegen poja: w. pl.“ (S. 136). Ale cuerw od koř. smi atp. 
mají cmzm atd.! Miklosich snad dělí: poj-a a považuje poj za kmen 
presentní?! Ale srovnej rus. MHTE a MOM, čes. meju atd.; má sei to 
dělit: moj-u, mej-u s presentním kmenem moj, mej atp.? A jak vedle 
com od koř. si může býti Rmm od koř. ve, jak vedle 3amoň (EAı& gyrus) 
může býti 3akonks a 3arontn (G%0Awóg, tortuosus) a p., když prý „& 
z ai může státi jen před souhláskou a před hláskou se prý udrželo 
staré az jako 0j* ?! 

V náuce o tvoření kmenův (Gr. II. 3.) Miklosich učí: „Das 
auslautende © des stammes wird zu 0j gesteigert oder unverändert 
gelassen; im letzteren falle wird des hiatus wegen č von a durch j 
oder v getrennt. Nach 7 fällt s ab.“ Tedy boj —= bi =- 5 =b-0-i +% 
= boj + HS)! sw = si I $ = si-V -F 5, a nsl. 2m0j = zmi -5 = zmi- 
j + = zmi-j + (5)! Tak i zde totéž j a týž princip se vykládá roz- 
ličně, pokaždé jinak, jak se to právě hodí k předpojaté theorii: jednou 
je prý to 5j=i kmenové, po vsutém o (boy = b-o-č: b?), podruhé je 
totéž 7 prý vsuto po kmenovém © nezměněném (zmij = zmi-j: zmi)! 
A přece se obě ta slova a jim podobná také sklánějí, a sice stejně 
se sklánějí! Odkud má jedno i druhé 7, kmenové i vsuté či hiatové 
(boj a zmij), schopnost sklonění? Vždyť přípona a(!), jež by mohla 
sloužit základem sklonění (cf. sive) po 7 prý odpadá! Proč neodpadne 
pak i to „hiatové“ 7, když odpadnutím toho „o“ ztratí raison d etre, 
příčinu a nutnost své přítomnosti ?! Proč tam zůstává to „hiatové“ j 
bez hiatu jako zapomenutá stráž u tvrze ztracené? 

K takovým a podobným důsledkům vede obecné sic, ale chybné 
učení o stupňování hlásky © v „07, aj“ a tvoření kmenův na 7 a v/ 
(cf. též Mikl. Gr. II. 41!) 

A nejen známé kořeny bi, pi, či, wi, či, ri, gni se prý stupňují 
v boj, poj, loj, voj, koj, roj, gnoj, nýbrž „auch für andere auf 0j aus- 
lautende nomina sind wurzeln auf © anzunehmen (Mikl. Gr. II. 3.)! 
Tedy Kroj, stroj, znoj, doj, stoj a p. (tamtéž) předpokládají prý kořeny 
krů, stri, zní, di, sti a p. Avšak to předpokládání není nutné (leč 
ovšem běžné theorii o stupňování ž V „oj, aj“), ani není správné, neb 
u všech jmen na 0j (cf. srb. 0j! čes. hoj! strus. roň! a p.) nelze 


28 


a také netřeba předpokládat kořen na 7, leč ovšem násilím, jako se 
to děje při kroj, stroj, stoj atd. z výše jmenovaných, jež se lépe 
a přirozeněji vykládají jinak. Ale Miklosich (Gr. I. 388) proti 
Böhtlingovi tvrdí, „dass, während wohl # mit © nicht (?) vermittelt 
werden kann, der übergang des n in on d. i. 07 so genau, als nur 
möglich dem sanskrit. guna entspricht“ ! 

Takové vykládání tvarův slovanských dle zákonův cizích, — 
sanskritských (!), a k tomu ještě křivých nebo křivě vyklädanych, *) 
je trapné natahování slovanštiny na Prokrustovo lože sanskritu, což 
je tím bolestnější, že je to nepravé a zcela zbytečné, a že to ukru- 
tenstv páší na své matce i vlastní synové! 

Odkud vzniklo to křivé učení, že ve slovanštině se stupňuje 
v V „oj, aj“? Dle mého zdání ze dvou stejně nedostatečných pra- 
menův: empirického u Dobrovského a theoretického u Boppa. Do- 
brovský (Die Bildsamkeit S. 4.) jaksi v slabé chvilce napsal: „Das 
% aber in den Verbis auf jz geht in den Diphthong 0j über (cf. tamtéž 
tr. XIIL) **): býji—boj, hnijií—hnůj ... viji—voj, daher obojek. So 
ist auch chvoj aus chveji entstanden.“ A Bopp (Vergl. Gr. I. 50.) 
poznamenal: „Der Umwandlung der skr. Guna-Steigerung € (aus az) 
in ay vor Vocalen ... entspricht das altslav. 07 von somru ca.“ ***) 
Tak ona empirie Dobrovského, zdánlivě potvrzená theorii Boppovou, 
stala se hláskosloví slovanského dogmatem, jemuž se vůbec učí a věří 
bez dalšího rozmyslu a rozboru na újmu vědy a pravdy; neb „nichts 
ist gefährlicher für die Erkenntniss der Wahrheit, als die urtheillose 
Wiederholung fremder Ausserungen“ (Jagié). 

Proti obecnému učení o stupňování ? v „0j, aj“ mám vůbec ně- 
kolik námítek a hlavně tyto: 

1. Mnohá jména na 07, aj mají zjevný a známý kořen na 0, a. 
Nač na př. stoj vykládat jakýmsi jen předpoloženým, vymyšleným, 
pouze žádaným kořenem „sti“ (postulatem totiž té lživé theorie), 


*) Tou theorií i sanskritu se činí násilí, když se vykládá (Bopp) na př. 
„svajäm selbst aus sve-+ am“, J. sg. f. sívayá aus RE En En; 
„sivayös aus sive + os“ atd.! 

**) V Institutiones ling. slav. (p. 272.) to vykládá jinak. 

***) Bopp (tamtéž) sám byl na rozpacích: „ob das j des lit. bijau ich, fürchte 
sich aus dem wurzelhaften ©()) entwickelt habe — ungefähr wie das skr. 
y (Z j) von Formen wie diy-am timorem, biy-äs timoris, vom Stamme bí — 
oder ob das © von dijaů eine Schwächung des Guna-Vocals a(!) sei, und 
somit ij dem slav. 0j und skr. ay entspreche, ist schwer zu entscheiden“ 


Ale lit. bijaw: slov. BOM CA, jako Onüna (cf. i ÓuBrna): Óouns ap. 


29 


když je znám a po ruce skutečný kmen sta, od něhož se zcela při- 
rozeně tvoří jméno, stoj (ovšem jinak, než učí běžná theorie) ? 

Rus. 3acróň (zastávka), orójika (statio a statura), CTOŇRIŘ (sta- 
bilis), eröuno (stání, Stand) atd. a stsl. cromru (stare), cromunie (statio, 
GTGGIS), cromno (oTaVuóg), cromanıırte (oTKdLOV), cromrennun (Stativus, 
oT#0ıuog) atd. zjevně pocházejí od era-ın (consistere, oradnvaı atd.), 
cf. eran (statim), eran (statio), cram (stabulum), cramın i crakaru (con- 
sistere), cramume (statio), CTAKE, CTANE, LUS. CTAHÖEB atd. 

Sam Miklosich (Altsl. Lautl. 187.) je tu na vahách, řka: „In, 
stojati ist'oj vielleicht (!) steigerung eines ©.“ A Geitler (Fon. 8. 99. 1.) 
tvrdí: „Jiné jest 5 ve sonen (sic!), jiné ve crommn; somrn Z kořene 
bi, stupňováním baz, boi somru; crommm od kořene cro-arn (!) eufo- 
nickým j: crommm.“ Ale Miklosich (Gr. I. 13) dokazuje, že se om 
střídá s a „in pacmacm (discinctus) neben nomer (cingulum), in crorru 
(stare) neben craru, woher präs. craná, endlich in zomru ca (timere), 
wofür in den lebenden dialecten bat? se“. Úf. obava, obävati se, pol. 
obawiaé sie ap. jako ústava, ostávati atp. 

Rovněž srb. ópoj (počet, číslo), Ópojaru (počítati) nejlépe a bez 
násilí se odvozuje od známého stsl. upa-rm (colligere), cf. slvn. brati 
(čísti), bravec (čtenář) ; čes. zbroj m. zbroje, pol. zbroja (arma), zbroic, 
uzbrajaé (armare) atd. od spa-ru (pugnare), Czsparu, CÍ. ChBPATE. br 
OTL poykk mnonnemenknbise (Mikl. lex.), enBopncTKo (auxilium) CEBOPbIb 
(tamtéž), srv. též čes. zbraň a stsl. rus. pant. upamnTu, Čes. 
brnění a stsl. spsum (lorica) i sponm (Mikl. lex.), dodej ještě rus. 
36pý4 a mir. Haópoa atd.; čes. kroj, stsl. uponru, upaarm (scindere), 
kponno (ensis), kponten» (Secans), slvn. srb. kpojau, čes. kráječ, krejčí, 
stsl. span, Čes. krajíc, rus. Eparxa (skrojek) cf. něm. kragen, atd. od 
koř. „kra secare“ (Mikl. lex), slov. ovšem upr, skr. kar, cf. kartri 
Scheere, kartra Werkzeug des Abschneidens, stsl. wparm, lit. kartas, 
lot. kárt = stsl. pa36, KpaTBKE (curtus), Kpaxe (pugna), spamona (bellum), 
kpasan (Panis), rus. KOopoBáň, slovn. kravajec, kruh, pol. krawacz, kra- 
wiec, krawedž, skrawek, str. rpáBueň, atd.; tak i stsl. crpoň (aeco- 
nomia, administratio), cf. rus. TOMOCTPOŇŮ = A0MOBÖNG, CTpoŇ (Sik), 
CTpÖHTB (stavěti) atd., nikoli od „stri“, „vera radix est crp (t. j. crpr, 
stra = star, rozšířený kořen era), cf. lat. stru“ (Mikl. lex.) 

A tak i mnohá jiná jména na 0j, aj mají více méně známý kořen 
na 0, a. Některá ruská jména na 07 mají známý kořen na y: BeRDPOŇ 
— BeRpMTIE (pbei) od KDHTB3 NPOMÓŘ, CyzoMóň od MNTB, cf. pyKO- 
MÖÄHHEB (umývadlo); BOTODÓŇ od PHT5; BOŇ od BATB, Stsl. nzcnonoň 
(deAumdos) pochází od nz-Tn, a rus. EpacHoÓáň (krasořečník, mluvka) 


30 


od 6äars (fari). Rus. Hanóň (pult) povstalo tak z řec. avaioyıov (stsl. 
unnorsu pulpitum, cf. uanoauru imponere, a nanors), jako stě. orloj 
(hodiny) z lat. horologium, neb jako pol. wójt z něm. Vogt a to z lat. 
advocatus, nebo srb. Hoj (noh) ze stsl. unors (yovp), utvořeného dle 
řec. uovıog solivagus, jako nnonz uovoyós atd.; dodej ještě pol. ojca 
m. oéca, ogrojca m. ogrodzca, Zamojski m. Zamoséski, zdrajca m. 
zdradžca, srb. Majka m. MaTKa atd. 

Rovněž zájmena moj, tvoj, svoj, dvoj, oboj, troj, rus. oů, KaKÓů, 
maröü atd. nelze odvozovat stupňováním kořenův na č (w!), nýbrž 
ovšem od kmenův na o = č (ale ovšem jinak, než to vykládá Miklosich. 
Altsl. Lautl. 187.): tedy moj od km. mo (ma), cf. usus, mEnot, stprus. 
poss. mais, lit. Gen. manes a poss. mano, skr. Abl. mat a poss. ma- 
dijas; čvoj od km. tvo (tva), cf. stprus. tvais, lat. tuus. (= tvo-us), 
cí. cu-jus = cu-jas = quo-jus ap., věd. tvas, skr. Abl. tvat a poss. 
tvadijas; svoj od km. svo (sva), ef. stprus. svais, dle A. sg. m. svajan, 
skr. svas; Srv. cRoBOXL (Sul juris, Sui moris, sus voluntatis, liber), 
crosoya (libertas), jako pol. swowola vedle swywola (m. swéwola, rus. 
CBOCBOJIA) a swawola (Z cromkonm)”); dvoj od km. dvo (dva), jako skr.. 
dvájas, lat. du- (= dvo, jako tu = tvo), cf. zgoroyss (duplex), zx0- 
CETOHEH. (ducentesimus), Azornacené (diphthongus), azBoxparm (bis), 
nRonozswm (bipes) atd.; 0boj od km. obo (oba), jako skr. ubhájas, cf. 
osouTHET, Čes. obojetný, pol. obojetny, osonrunnss (falax) **) čes. obo- 
jetník, osogechnopayans (ambidexter) atd.; troj od km. tro (tra), 
skr. trájas (tři), cf. TPONETRNE, TPOpňx-NÉ  Tporatum (triangulus), 
TpockaTR (ter sanctus) atd. Rus. kOň, srb. EoOju — stsl. sun = Kun, 
má kmen xo, lit. skr. ka; Kakóň — stsl. karın má kmen zaxo, atd. 
A pol. czyj, czyja, czyje má kmen czy, rus. veň, 454, ubě má týž 
kmen sesláblý (bez přízvuku) ue (up) atd. 

Jiná jména na aj i Miklosich (Gr. II. 2, 3) odvozuje od kořenův 
naa: „baj, nečaj, graj, kraj, staj, taj (cf. ram), raj, gaj, slvn. prodaj, 
srb. zmaj, rus. laj aj., jakož i slvn. baja, graja, staja, prodaja, srb. 
znaja, omaja, rus. laja, čes. máje, pol. zlaja, graja, zgraja, a bezpo- 
chyby i všeslov. mie (ovum, cf. lit. javaí Getreide) a sare (rami pal- 


*) Mikl. dělí „svobo-da“ (!) a odvozuje od smyšleného kořene * svob (!) — ale 
cf. lit. budas (Art und Weise, Braueh, Sitte), cf. rus. cBoeHpáBie, cBoeoópásie 
ap., skr. sva-bhů (samobytný, durch sich selbst seiend), sva-stha (samo- 
statný, bei sich selbst seiend, seiner mächtig), řec. aürs&ovsıorng). 

**) Mikl. Gr. II. 246. praví: ÖiyAoccog mit eingeschaltetem č, ale cf. OBOHTHKT! 
a 3AROHTE tortuosus, srb. 3asojur intortus, Haóojur densus, y6OHT, noz0juro, 
pol. przyzwoity m. przyswoity příslušný, čes. dvojitý atp. 


31 


marum) Bale, cf. zm), za něž prý je lépe psäti same (Mikl. lex.), 
tedy jako maňm (!) místo mam (viz tamtéž). 

Mají-li však právě uvedená a jim podobná jména na 07, aj kořen 
na 0, a, odkud a co je to 7 vnich? Na to se zkrátka odpovídá (Mikl. 
Gr. II. 2.): „Das auslautende a des stammes wird zur vermeidung 
des hiatus vom suffix ($!) durch 7 oder v getrennt. a fällt nach 7 ab.“ 
Ale co se pak sklání, když prý vlastní přípona „p“ odpadne? (Roste 
a kvete pouhý kmen, když se mu zárodek, pupen, odstraní ?) Což je 
„pouze vsuté, průzivné“ 7 schopno sklonění? A jakým právem by se 
tam to „hiatové“ 7 vůbec drželo, když prý odpadne jeho příčina, 
přípona „5“? A proč by se tam drželo i před souhláskou přípony 
ranna, Taňsx atd. 

2. Mnohá jména se končí na 77, ej, čj, uj, yj ap., jako by v nich 
bylo č, dle obecné theorie (viz výše poznámku ***), stupňováno před- 
rážkou %, e, č, u, y atd.! Tak stsl. smňia proti songs, pol. zabójca, 
stsl. A rus. OVEHHCTKO, OVBHHIJT, OVEHHCTEBHE PYOoti OVBOH, OVBOHCTKO, 
OVBOHCTEBNT, OyBonyA STb. VÓOjANAj Srb. dapoóuja EPBOLMja atd. proti 
ruskému Bor060ň (Cisterne), Boronóň (Tränke), stsl. sunonnn (pin- 
cerna) a srb. o.mja (poculum), rus. BOroNéň a Jeňka (nálevka) stsl. 
BOXONEŇ I ROXONHRT (aquarius) proti non: Stsl. 3muň, 3mnm, rus. 3MBŮ, 
ambí, proti srb. 3Maj, 3Moj, cf. zmok a zmek; stsl. mim, rus. mes; 
stsl. guH, 3EROKEH, NAKE, BER, camorptä, ayurerpba, MYRochä, -(B4, po- 
vosků, -sba, sarka, pol. dobrodziej, knieja, kaznodzieja, stsl. ovu, 
soyi, movň, pronws, (september), slvn. ruj (rhus), crpoym; rus. MĚXOTÝŮ, 
BOJIORAIÄ, pol. bluj; stsl. CTPTIŇ, erpria, nomsın, PŘKOMUTIR, TPOBOpLIM, 
mir. pospmů, pol. ryj, kij, čes. kyj a kej atd. 

Či tato jména jsou zas jinak tvořena, než boj ap. a tedy j zde 
není — kmenové 7%? Co je tedy zde to j? I na to zní táž odpověď 
(Mikl. Gr. II. 3, 5, 12), že je tu po kmenových hláskách z (e), č (u), y 
to j prý vsuto k zamezení průzivu a že po něm přípona „s“ prý od- 
padá! — Což ve slově pionum je také hiatové 7? Srv. piorens, srb. 
pyjan, čes. říjen! A co je u a ň ve slovích zuňyx a cons atd.? — 
Lépe Schleicher (Comp. 391) vykládá, že je zde „přípona pův. ja, 
jež v stsl. zní nom. sg. mas. -jů (! lépe ovšem -jb), ntr. -je, fem. 
-ja.“ Ale proto přece píše (Kirchensl, Spr. 73.): nokou für — mo-koj-z (!) 
rnon für rmoj-n“ (I), na-namın d. i. ma-naj-sın (!) atd. 

Ježto jména na aj, 4j, ej, čj, uj, yJ (i dle Mikl.) jsou odvozena 
od kořenův na a, t, e, č, u, y, (ovšem prý s „hiatovým“ 7), tož by 
zbývala snad jen jména na 0j, jež by měla kmenové č stupňované 
v “oj“; ale už výše jsme viděli mnohá jména na 0j, odvozená od 


32 


kořenův na a, 0, y, a v ostatních, jak uvidíme níže, se střídá o před 
j s jinými hláskami, a / po o s jinými souhláskami, tak že ani v těch 
nemůže být 01 >. 

9. V mnohých jmenech na 0j, aj atd. se střídá j s v a jinými 
souhláskami: stsl. san i osagz (fascinatio), craň i cTaRE, CÍ. i CTANE, cram 
i craka, rus. Tal i TaBb (clamor monedule), slvn. baja a stsl. ozaza 
(incantatio), com A coga, cf. CHBE, rus. (CÁBKA — IÓMAIb), rus. CH35 
a CHHb; rus. 300 i 30BP a JIO31BE (clamor), HA30ŘINBNĚ A HA3ÓNA; 
BCRPOH & MOKDÓBP, NPOMÓŘ a NOJIMÁBE, BOTOpÓŇ a DoBS i IDOPÁBR ; 
THbBB a THON, cf. THOYCB, čes. hnis a hnida, camorpši a HarptBt, 
porosbů a 3835, mykochi a nochBB, archangl. nponóň- a Npo14BB, slvn. 
lij, srb. an a luž. lik (infundibulum); pol. lej a zléw, zawieja i za- 
wiewa; stsl. oysm a čes. oděv, pol. odziež, rus. oméxa, stsl. oxemna; 
OBOYBh, Čes. obuj i obuv, srb. oÓyha, slvn. obuča, stsl. osoymra; čes. 
prodej, pol. sprzedaž, srb. npormaja, rus. nponaxa, stsl. npozazxa ; čes. 
zpravodaj a pol. zprawodawca, cf. stsl. mt3x0xagbyk; pol. znawca, čes. 
znalec, rus. 3HATÓKT ; pol. sluch czujny, rus. gyTEIŇ ; rus. JOMÓŇ, 10105 — 
stě. a stsl. gomorn, zox086; Be3ýxoBs — Besýxoň, [orropýkoBs — Toxro- 
pýkoň; luž. otcej = otcev = otcevi, cerkej = cerkev atd. Podobně 
v kmenech slovesných: cromın, CTAMTH A CTARATH, JAATH 1 AABATH, OVCTPA- 
men i oycrpazaru, pol. napoic, upajac i napavač, kroié, ukrajač i za- 
krawaé, cf. čes. zabíjeti vedle sešívati, dopíjeti rus. TONHBATB atd. 
čes. hodný, hodně je někdy synonym s hojný, hojně. 

Co je zde j a v? Malecki (Hist. porów. gr. S. 29.) „kroié, krajaé, 
a vedle toho i krawiec neb skrawek“ atd. nazývá stupňováním ne- 
organickým, od vymyšleného (przypuszezonego) „kri“ (!); a tyto a po- 
dobné „úchylky“ (wykolejenia) mylně vysvětluje i v S. 296., kamž od- 
kazuje, neb to nejsou žádné úchylky, ale iterativní a se tu jednoduše 
střídá s přídechem podnebním (ja) i retním (va). — Dle Miklosiche 
(Gr. II. 2, 3, 5, 12) je to j a v zde dílem kmenové č a u, dílem 
vsuto k zamezení průzivu! Podivno však, že to „hiatové“ j a v zů- 
stává i před souhláskou, kde nehrozí žádný hiat: hajný, oděvna atd.! 
A vedle j a v přicházejí též jiné souhlásky (n, k, ž, č, atd.); jsou 
i ty vsuty k zamezení hiatu? Pak by byl vůbec hiat nejbohatší pramen 
a nejmocnější podnět při tvoření kmenův, u Geitlera (Fonol 12, 48, 
66, 71—79 aj.) namnoze i flexe! 

4. Od mnohých známých kořenův na © jsou odvozena jména roz- 
ličnými příponami souhláskovými, před nimiž je kořenné č buď ne- 
změněno, aneb zaměněno jinou, silnější hláskou 0, a, č, u, y: su-rm *) 


*) Miklosich (Altsl. Lautl. 124) praví: „Das Wort ist dunkel“ ! proč? 


33 


(percutere), sukna i sun (objurgator), cf. srb. yÓuTam vedle yóojuua, 
EHY: a son (flagellum, pugna), somrn ca, lit. bijötis, cf. rus. CÓNBÁTBCA, 
507%, BOLL (stimulus), cf. lit. bádas (hlad), soza, lit. badáu (pungo), 
son (dolor), sopn (pugna, cf. pungere), sarTore (baculus, cf. fr. battre, 
combat, bataille atd.), srb. 6aT, ÓaTaTu, OaTaHe, ÓaTHTH, ÓAMHTu, 
ÓanaTH, rus. 00TATB, HaÚáTP; dětsky: bibi! bebe! bobo! bubu! bubák! 
bába (palice), buben, cf. lit. bůbyti (trommeln, průgeln), bac! bouc! 
bacati, buch! bušiti, bouchati atd.; soypm (procella), soyguın (excitare), 
ef. lit. baud — bausti (strafen); ssyern (vigilare), soxpm (vigilans), 
soyi (S2VUS), ENKR (taurus), cf. srb. Óomam (bos victor); kurs (fuga) 
cf. lit. bugti (sich fürchten) a bugnas (Trommel); szcr (dsemon, Mikl. 
Gr. II. 16. „scheint eine secund&re w. bis (!) vorauszusetzen“ !) cf. 
lit. baisus (strašný) a báimě (bázeň); sta, gramm (cogere), cf. lit. 
baidyti (scheuchen) a baidytis (sich scheuen), noszza (victoria), tak 
1 stě. vedle pobitie (co je jedné straně porážkou, je druhé straně 
vítězstvím) atd. — ne však „onnga (injuria), osuyeru (injuria affi- 
cere),“ *) což je = osenga (tedy vlastně despectus) a OB-EHYRTK 
(tedy vlastně despicere); num (bibere, ver), numum (ebrius) | nuko 
(potus, zoue), nnpı (compotatio, Gvuzociov, convivium), nursa (idem), 
nnrarn (alere, educare), mmura (cibus), cf. panis ap.; msua. (spuma) 
cf. lit. penas (Milch), peniů a penů (nachren, ernachren); nanonın, 
nanamın (moriev), nacın (pascere), detsky: papu, papati; pipa, pumpa 
atd.; Ew-rm (volvere), cmsuTEKE (volumen), suna (nympha), cf, lit. 
vilnis (vlna), Vilija (řeka na Litvě) a Vilno (hl. město tamtéž); Kuno 
(vinum), cf. vitis, vitex, BwTk, rus. BHUb (houžev), slvn. vita (Reis), 
vitica (annulus), Emya (virga), cf. lit. virbas (totéž) rus. Bep6a a lat. 
verbena ; sn» (rami virentes) kuume (silvula), emu, gucaa (vistula); 
BER (ramus), BENO (dos), cf. Čes. Vinutí, wrunys (Sertum, corona), cf. 
lit. vainikas; #scı, gxzca (libra, statera), rus. Běxa, “tes. vích, stsl. © 
ESXBTB, (peniculus), Bzko (palpebra) a zzaza (jež Mikl. Gr. I. 156. 
odvozuje Od suxsrTu), cf. rus. BACÓKP, slvn. věje (trepavnice); KETEL 
(ramus), #sıps (ventus),  uuxpe (turbo), sucktn (pendere), kups 
(vortex), Kaps (aestus), usgops (fons), cf. rus. IDPOBÓPS, IIPOoBÖpHLÄ 
(geschwind, gewandt ap.); son (exercitus), cf. bulh. naısn(Ta) premoci, 
BuBa(TH) vítěziti (Č. Č. M. 1852. II. 175), cf. pol. obalié (= obwalié) 
poraziti, přemoci, iter. obalaé, a něm. überwinden, überwältigen, lat. 
vincere, vici, victum, Victor, victoria a vinca pervinca (barvinek), 
vincio, vinculum a p.; AO-ENETH, KEVETH, KORH, BOXHTH atd., cf. něm. 


 *) Miklosich (Altsl. Lautl. 124) to odvodzuje od koř. „bid“!? 


34 


wink, wille, wahl, lat. nutus, numen atp.; sans (unda, welle), srb, 
06a1a (břeh), gannın (volvere), zouna — válka, Boresarı — stě. väleti, 
válčiti; noyueon — čes. podval (Mikl. lex. sub. noysson postis praví: 
„minus bene, ni fallimur, nosseon‘; ale cf, stsl. rus. čes. pol.!); 
obojek (= ob-vojek) = obálek (= ob-välek), osurn (involvere) = oba- 
liti, osunme (abundantia), pol. obfity = obwity, cf. čes. obalený (květem, 
ovocem a p.); Koza (aqua) cf. unda, obozm (Z 0Ó-B0IB), rus. 6605 
(060xóxe atd.), stsl. oBexm, osmyeyb (annulus), cf. slvn. vitica; Bexpo 
(hydria) atd. 


Jest-li však, jak jsme právě viděli, ve Kanes odvozenych od 
týchž kořenův, hláska o (a) před 7 se střídá s jinými hläskami 
(č e, č, u, y) a to j po 0 (a) s jinými souhláskami (v, n, r, l, t, d, k atd.), 
tož to o (a) v kmenech na 0j (aj) nemůže být a není vsutou před- 
rážkou a to 7 tam nemůže být a není = kmenové © ani hiatové 5, 
a tudíž kmeny na 0 (aj) nepovstaly stupňováním kmenového z v 0 
(aj), jak se vůbec chybně učí, a musejí se vykládat jinak. 

5. Co je tedy to j po o (a) ve kmenech, odvozených od zná- 
mých kořenův na 2? To j, jež se obyčejně vykládá po o co „kmenové“ 
č a po jiných hláskách (a, & e, & u, y) co „hiatové“ j, není nic 
jiného, než všude tatáž jmenotvorná přípona, jako jiné, a sice troj- 
rodá j (= j5), ja, je, neb je to vlastně úkazné zájmeno rodové u, ta, te: 
CTA-H, ETA-ıa, 1-16, bAa-ň, Čes. pol. ba-ja, ra-ıe (cf. RETENIE), rpa-ň, 
slvn. pol. srb. rpa-ja, slvn. proda-j a proda-ja, rus. Ja-ň a Ia-4, 
stsl. crpo-ň a erpo-ıa, srb. IPHCO-) a Co-ja, čes. lů-j a slů-j (= sloje, 
slo-ja), pol. zbrö-j a zbro-ja, rus. xBO-Ň a XB0-4, nocró-ii a ocró-4, 
CTDO-Ňň a MOCTDÓ-A4, NOEDÓ-Ň a CEDÓ-4, Stsl. 3mu-Ň a smn-m; rus. 3MĚ-Ň 
a 3Mb-4, rus. EIe-U a srb. KIH-ja, (cf. čes, kli-h), stsl. 3510x1-ň 
nays-m, pol. dobrodzie-j a kaznodzie-ja, rus. camorp-ň a zymerpb-a, 
stsl. Crpm-ň a CTpmI-m, ov-ň a 0y-m (cf. ovňka) atd., jakož i adj. 
BOy-i, -M, -IE, COV-Ň, -M, -IE, MOV-Ň, -M -IE A Pron. YH-Ň, YH-M, YH-IE, 
MO-H, MO-M, MO-IE, TRO-H, TRO-M, TRO-IE atd. 

Dobrovský (Instit. 285) napsal: „Consonas syllabae  radicali 
affixas, cum diversas substantivorum formas constituant, formativas 
appellamus ... Liceat et ň, etsi cum vocali pracedente diphthongum 
efficiat, consonis hic adnumerare: son, non... Confer adjectiva ope 
ň seu » formata.“ *) 


*) Též Böhtlingk (Beiträge zur russ. Gramm, 76) v tom H vidí příponu, čemu 
však Miklosich (Gr. I. 388) odporuje. 


35 


-, Proto také to 7 (= jb), co jmenotvorná přípona; jako jiné, zů- 
stává i před souhláskami, jako jiné přípony: Komm: (= Vojin5), 
gonna (= vojbna, cf. G. pl. vojenP), soňcko (= vojbsko), cRONCTBo 
(= svojbstvo), pahckst, mňje (= jajbce, cf. G. pl. jajich, vajec), 
maňsa (— tajbba) atd., jako KonhnE, KonanA, BOXLNO, POXLCKE, POABCTKO, 
TaTEBA, Buunije atd.. Jinak by to 7 nikterak nemohlo zůstat před 
souhláskou, neb kdyby bylo, jak se obyčejně učí, a) = kořenné 
i, stupňované v otevřených kmenech (před hláskou) v 0j, muselo by, 
když se kmen zavře, čili před souhláskou, s předcházejícím „vsutým“ 
o splynout v 6, dle sanskritu, odkud to pravidlo vzato; a b) kdyby 
to 7 bylo, dle obecného učení, pouze vsuto k zamezení průzivu, tož 
by zas muselo ihned odpadnout, jakmile by přestalo nebezpečí prů- 
-zivu, totiž na konci slova (upaň atp.) a před souhláskou (raňua atp.) 

Tedy všecka jména, podstatná, přídavná a zájmena, na -n, -m, 
-le jsou stejně. tvořena od kořenův otevřených na rozličné hlásky 
(@, 0, 5, V, e, b, č, u, y) příponou u, m, te čili rodovým zájmenem úkaz- 
ným: BO-H, (Z VO-jb), čes. voj (= vo-je = vo-ja f.) i vo-je (ntr) atd., 
jako sa-n, cra-m, m-ıe a jako mo-n, MO-i, MO-I€, BOY-H, BOY-M, BOV-IE 
atd., a to nejen od prvotních kmenův slovesných, nýbrž i od dru- 
hotních celých slov: cnagu-n („der sich hören lässt“ ! Mikl. Gr. II. 2.) rus. 
coxoBé-ň, pol. slowi-k, čes. slaví-k; koynu-m (mercatura), rus. nonšný-ů 
(osculum), mlr. kepy-a (lenkung), stsl. sesoszga-n (pauper), ge3nocara-ıa 
(innupta), oyrpz-i (crastinus), gonoy-h (bovis) atd. (Cf. Mikl. Gr. 
II. 2, 41, 47—50 aj.) 

A ta zájmenná přípona -n, -m, -ie slouží nejen k označení 
mluvnického rodu těch jmen, nýbrž jest i jedinou příčinou a základem 
jich sklonění, 

Ale, namítnou snad zastávatelé stupňování č V „0j, aj“, vždyť 
se subst. za-ň, cra-m, m-te atd. zcela jinak sklánějí, než pron. mo-ň, 
mo-m, Mo-ıe atd. Na to mohu však zkrátka odpovědít, že nejen jejich 
„kořenné“ z v „boj (bi) a moj (mi)“ atd., ale i jejich „hiatové“ 
7 v „baj (ba) a tvoj (tva — tu)“ atd. se sklání rozdílně, oboje totiž 
jednou „jmenně“ (boj, baj), podruhé zájmenně (moj, tvoj), ač k tomu, 
ani onomu nemá práva, neb, dle jejich učení, není ani jmennou ani 
zájmennou příponou, nýbrž jednou prý — „kořenné“ ? a podruhé docela 
jen vsuté j „hiatové“, po němž vlastní přípona („s“!) prý odpadá! 

Já pro své mínění přivedu zde jen jeden důvod, jenž snad, 
aspoň zatím, postačí: adj. sovň, covň a movň atd., tvořená jednou 
a touž příponou, rodovým zájmenem n, m, we, mají též dvojí sklonění, 
„jmenné“ a zájmenné: soyň YAOBEKL, BOV PEYb, BOYIE CAOKO, EOVH 

8* 


36 


AIOSHIE, zoyua BOYEA TROPHTL ; A „6FXX OVNOBACHH COYHMB, E% CXEBXB BOFE 
COVHXE, OTE MOV (ZZ OVK) erpawm“ (Mikl. lex.) Ještě bych po- 
dotkl, že se má son, som atd. k moň, motero atd., jako AEX0KT, KEXOKA 
atd. k pol. dziadów, dziadowego, srb. ÓpaToBa i ÓpaToBora, ÓpaToBY 
i ÓparoBomy atd. Obšírněji a podrobněji oboje sklonění rozbírám 
jinde (o sklonění přídavných jmen slovanských atd). 

6. A co je too (a) před j ve kmenech, odvozených od známých 
kořenův na %* To o (a), jež se obyčejné vykládá co vsutá předrážka 
kmenového 7, není nic jiného, než totéž ?, zaměněné silnější, původ- 
nější hláskou o (a), jako před jinými příponami souhláskovými, kde 
kmenové © stupňováno v o (a). Hláska 7 totiž se střídá se silnější 
hláskou o v korenech otevřených i zavřených: vniknouti a stě. vno- 
čiti; průlina: lóno; sípati, sípěti, siptati, siptěti a soptiti, soptěti, 
soptati, sopel, sopka, sopouch; obih a ubohý, obižný a zboží, stě. 
zbožný = bohatý (SV. Alx. 239, cf. 72); vnpz (ulcus), rus. dýpeň (vřed) 
a KOpb (osypky, Masern); mnsa (virga) a xosors (cauda); wmumakm 
(galea), muka (galla) a xoxsan (turbo, čes. chochol); mnporz, wnpte 
(latitudo) atd. a xopa (regio, cf. erpama); umes (concha) a čes. chůva, 
ošívati se a ste. chovati se; mmas (miserabilis) a monnın (precari), 
cf. mon ca = mann ca tm atd. (Mikl. lex.); umure (= uuk-Tb) 
humilis a nowrs (nokK-Th) NOX) ns A nom, cf. zospo a nnxo atd. 
(Mikl. lex.), cf. nuunň lichen = malum, rus. IAxÓň KOHB (bujný or: 
„MH TAXÓŇ BOpOHÚŇ SKT ochnranp cronts“ — KonoBE) a zómajme 
(kůň), momáks (mezek), srb. Joma cpeka (neštěstí, vl. zlé potkání); 
- ace (vulpes) a noch (Cervus alces); sannzurn (infigere), nunaarn (trans- 
figere) a zsuosntn (defigere), KENOXHTH A RENOVSHTH (infigere), nora, 
NOFGTb, NOMB, 3ANOMHME (Sinus), rus. B3aHÓ3a (záděra); cf. | KRONHTH 
řec. #Alveıv, lat. inclinare, clivus, 606ps, lat. fiber, Bieber, muss = 
x0x%x1vov, coccus (Mikl. lex.) atd. 

Tedy no-yu-ru a no-ko-ň atd., jako činiti a konati, účinek a úkon, 
počínek a konec, začínati a končiti, cf. účel a úkol, čelo a kolo, do- 
cela (cf. hail) = dokola (rus. rpyróms), zcela a zhola; an-ın a ro-ň 
(pax), slvn. goj, (Nahrung, Erziehung) a p., ro-nus (abundans), čes. 
hojný, stě. žirný, č. hejno m. hojno (Haufen, jako hezký z *hezí = 
mir. hožy), ro-nno, srb. rojuTu (jako slvn.): roju Epare IBA Ó1H3HAMa 
cana... Kama cy ce zena onrojuna (Rpas. Map.); cf. lat. vivere, vita 
a vovere (fovere), votum, devotus ap., jako HEETH A CoOBBTH, %H3HL 
A F03BA, ro3zeuhte, CÍ. roxs, čes. hody pol. hodowaé (chovati, pěstovati, 
Ziviti) atd., zHTO A 30Eb, 3056H0, TOBHNO, ZHROTE, XHEOTHNA, TUS. KABÓTHOC, 
čes, Zivok, srb. KABUHA, XUBAJ atd, a rogapo, čes. havěť atd.; rus. H3róň 


37 


a H3KÄTb, BMKATP, PáHa 34KABÉTE — rána se zahojí, luž. rana žije 
—= rána se hojí; zoauru, poabAATH a rus. MOTOTÁTE atd., cf. mphno 
(xepno) a rpzno, rus. TÓDIO, EPBIP, Čes. Žerď a rpajik 1 rpaja, XXB3A 
čes. žláza a glandula, zanyz a g04% Galle, anna a galbula rus. yMÁ6E 
Stoss, beschädigte, verletzte Stelle, a yxä6% ausgefahrenes Loch, 
Grube auf dem Wege (im Schnee) atd. 

Ve slovich nápoj, napojiti, napdjeti atp. stojí tedy 0, a před 
J týmž právem, jako v lat. potus, poculum, pomum, řec. 70615, móTog, 
zcoue, mězoxa atd. lat. papa, pater, panis, pastor atd. Srovnej 50- 
atp. A BO-AE, BO-Ab, BO—ph atd; BO-H ALP. A 080K (= OE-KOAE), Bon, 
H3ROPE, Kank Atd.; z0-H, na-n, nan-na (latera) atp. a nogm, pol. rus. 
oónaBa (cf. Bon, uapoň impetus, nával), dolawiaja sie ogary (Mick. P. 
T.), na przelaj (ib.); rus. cxoŇ a CI0réÉ (textura, vrstva); onoRo, zono, 
nout (olla), nossa (imber, cf. nurum idem, čes. liják, rus. TÚBEHB, 
lit. lytus), slvn. loká, cf. čes. lák, něm. Lache, lat. lacus, lava, lavare 
atd.; po-m atp. a srb. poH (cy3ä), POHHTE, rus. YPÓHS, poca, pano 
(cf. manu a lit. rytas jitro) atd.; cTo-n, cra-m atp. a cTors (což 
Mikl. Gr. II. 8 odvozuje od crenw, ale srb. chorv. stojni = stolni, 
prestolni, a trpeza rus. Tpane3a z reroamedıov ukazuje, že stůl stojí 
na nohách, cf. něm. Stuhl: stehen), crors, crToxona, cTOBOpE, CTokept, 
CTONA, (CTANE, CTART, CTAKO, CTANE, craps (ck. něm. starr, stark 
a skr. sthiräs fest) atd.; s3no-u a rus. 3H065 (mráz), 3431604 (0zno- 
benina, ale také „Liebesgluth“): RpacHa mbBnma 3a3HÓÓymra Mos atd. 
(las cxoB.), tamtéž 8a8HÓň, 3a8HÓ4 — 3a3HÓ6a, a 3HŠATE — 3HÓATB, 
TIŠTB, cf. TAŠBR a THOŇ; rus. zeö-a atp. a XBOCTE, StSÍ. XKOPE, XEPACTTE 
= rus. xBÓ-pocTs (Reis-holz), cf. poara, póma, čes. roští atd; kroj, 
kraj atp. a kKpoma (margo), rus. EPOMä, kKpóxa (frustum, cf. Čes. 
trocha), kpómuTe (drobiti), kparz, upave, (pugna, Krieg); čes. broj, ro2- 
broj atp. a rus. Ópor5, ÓpórH4, ÓPporúTe, Oponära, Ópoxénie, pa36pórs, 
pol. zbrodnia atd.; crpoň, crpom atp. a crpoka (linea, punctum, cen- 
trum), crpons (laguear) cf. constructio atd.; com, srb. Ipmuco) (locus 
apricus), ocoj (= 0TC0j, locus opacus) atp. a copga (páaVé, cf. cugs), 
cocna (cf. srb. CHB niger, cum daemon = niger) atd. 

Dobrovský (Instit. 272.) napsal: „Ad hanc (secundam) formam 
(substantivorum) referenda sunt, gua a verbis ope ň formantur: naň, 
sau... Sic uaRoň... mutata ante ň vocali © in 0. Sic et non in 
nanoň, nokoň. Post consonas » eodem officio fungitur.“ Též Jireček 
(Nákres mluv. stě. S. 46. 8) učí, že „© před jmennou příponou 7 se 
stupňuje v 0: piju — nápoj, biju — boj, čiju — pokoj, řiju — roj, 
hniju — hnoj. Odtud slovesa pojiti, kojiti, rojiti, hnojiti.“ 


98 


Takto, a nikoli, jak Miklosich (Gr. I. 388) vykládá, stojí „son, 
rnoň, non“ a podobné tvary na témž stupni, jako „rposs, maors, 
pok=, mops“* ap., neb tu i tam je kmenová hláska stupňována v o a tu 
i tam ke stupňovanému kmenu přidán člen, po hläsce j, ja, je, po 
souhlásce 2, a, 0. 

Miklosich (Altslov. Lautl. 5. proti Gr. I. 137.) praví: „Eine 
vierte stuffe des z-lautes ist im slavischen unnachweisbar. napajati 
ist nicht unmittelbar auf px, sondern auf napoiti d. i. napojiti zurück- 
zuführen, aus dem es durch dehnupg des o zu a hervorgegangen.* 
Ale což pak au, nanna (latera) také povstalo „dloužením“ Z non 
cram ze croň, kpaň Z upon atd? a odkud mají SVé a Bank, KApPE, CTAKX 
atd.? A je-li „slava von slů“ (tamtéž 6.), a ne „von slovo“, musí 
důsledně i napajati pochäzeti od pi, byť i prostřednictvím poj. Tedy 
týmž právem, jako tam mluví o čtyřech stupních hlásky a a wa o třetím 
stupni hlásky %, totiž „oj (vlastně jen 0), é“, musí důsledně přijmout 
také čtvrtou stupeň hlásky %, totiž a (nikoli „aj“), jež se střídá 
s o (nikoli s „oj*), € a. O českém dlouhém « (napájeti, sláva 
atp.) ani nemluvě. 

Gebauer (Hlásk. $. 142.) zas píše, že „kořenné č (před samohl.) 
na 1. stupni změněno V 0j, na 2. stupni v aj: na-poj-iti, na-páj-eti“ 
atd. Též Schleicher (Kirchensl. Spr. 73.) dělí: na-nanın d. i na- 
naj-zrn®! Ale i pol. na-po-ié, u-pa-jat i na-pa-waé, kro-ié, kra-jaé 
i zakra-waé atd. ukazují, že se má dělit: na-po-ji-ti, na-pá-je-ti, kro- 
ji-ti, krá-je-ti atd., neb ? se stupňuje jen v o (nikoli v „oj“) a to 
va (nev yaj“); to ji (po souhlásce © = jť) je známkou. faktitivu 
čili kausativu (skr. ja) a to je -= ja neb va (po souhlásce «) je 
známkou iterativu; cf. stsl. cTa-m-TN A CTA-KA-TH, AN-A-TH A AA-KA-TH, 
rpamrů a rpakaru atd. Kdyby napojiti (vedle opojný atd.) pocházelo 
od nápoj, tož by bezpochyby znělo nápojiti, jako püsobiti od působ, 
spůsob, důvěřiti, důvěřovati od důvěra, přísahati od přísaha, zápasiti, 
zápoliti od zápas (za pás, v polou vzíti) atd. Srovnej též obo-jetný, 
pol. obo-jetny, stsl. oso-nrugs, a nikoli oboj-etný atd., ačkoli je stsl. 
oBoezechun Vedle oBo-xechnopaynum (ambidexter), zzoresrpme vedle ABo- 
EkpHte, KBOlerRaCHIE (cf. Čes. dvojhláska) vedle zgornachnz atd.. Ostatně 
při tvoření denominativu se béře jen kmen jména, bez členu čili ro- 
dového zájmena, jež tu nemá co dělat: Boa-uTH — Bon(m)-HTH, RTAp- 
HTH, CA Z REJAP(K)-HTM CA, BEP-HTH — BEp(A)-HTH, CROVAHTH ZZ czoyvr(a)- 
HTH, CTPAHTH Z cTpax(1)-uTu atd. a tak 1 na-no-u-Tu = na-no-(H)-H-TH 
atd., cf. cro-n-Tn = cro-r-ın (lit. sto-vĚ-ti), RO-m-TH CA = BO-Z-TH CA 
(lit. bi-jo-ti-s). Srv. též pol. ma-i-6 (belauben) a stsl. ma-a-rn (vibrare), 


39 


TA-H-TH i Ta-m-Tu (abscondere), 10-H-TH") I AA-1A-TH, CTO-IA-TH A CTA-IA-TH 
cra-ga-ın atd. Zvláště pak imperativ podobných sloves svědčí, že tu 
není kmenového 7, což však Miklosich (Gr. III. 140) vysvětluje na- 
opak: „der imperat. son, crow ist wohl einsilbig, so dass u als abge- 
fallen anzunehmen“; ale so-n, cro-u jako rus. po-A, BO-ň, a tak i ma- 
no-ň, no-ko-H, xo-n, Ta-n atp. jako sua-n, no-n, su-n atd. 

7. Kořenné hlásky před příponami jmenotvornými, tedy také 
před u, ın, ıe často se zaměňují jinými hláskami, slabšími neb silněj- 
šími. Tak a slábne v 0: rus. crTáď a ycróň, oboje od km. cra (viz 
výš); 6 slábne v 0: msenonon a nom atd. od nz-TH; V rus. u vo 
(v čes. y v e): BCEPOŇ, Npomóů, MÓP (čes. meju) atd.; v rus. u ve: 
ceji, ueň, conoBéň, méx atd. Jinde zas kořenné č se zaměňuje silnější 
hláskou o, což se obyčejně nazývá stupňováním, ačkoliv se tu vlastně 
jen vrací původní hláska, nesesláblá na místo seslablé hlásky druhotní. 
Vedle více méně známých kořenův sesläblych: br, pi, vi, mi, ni, ri, 
li, di, ti, si, zi, či, Zi, si atd. jsou totiž více méně známy totožné 
kořeny původní: ba, pa, va, ma, na, ra, la, da, ta, sa, za, ka, ga, 
cha atd. V slovanštině tu © (krátké) obyčejně slábne v e a 5 a pů- 
vodní a (krátké) tu rovněž tak klesá vo ao. Tak ka) ko > ko: ktro 
(ef. lit. kas), EOTO atd. a nano; čť > če > čo: vuTo, vero, vnco atd. a vun, 
rus. ueji, usa atd.; ga >90 >95: KOTO, srb. KOTA a KOT (Z KOI5), 
. Hero a Her atd.; Zi > že > žb: Stsl. zomm, rus. mame, čes. až (— ažb), 
než atd.; sa > so > sa: kce, srb. ueca, Čes. pol. nic (-ničpse) atd.; 
si > se > sb: stsl. cHH, ce A AhHbch, rus. CE, cia a 315cp, čes. kdysi, 
letos atd.; ta > to to a ti > te > to: III. se. pl. tecTx i tecT6, CATE i CTK 
atd. conj. Ta, To i ru, Te (et), rus. ETO-TO a noňnéme-Te, pol. nikt 
(= niksts cf. nic), čes. ať atd. 

Záměna kořenné hlásky © silnější hláskou o před příponou 
7 Ja, je, jako před každou jinou příponou neb souhláskou kmenovou, 
sluje tedy stupňováním, jež se děje pouze ve kmenech (nikdy v kon- 
covkách), z příčin vnitřních, psychologických, jako stupňování hlásky 
e v 0 v podobných případech. Srovnej něm. trinke a trank, Trank, 
singe a sang, Gesang, sitze a sass, i setze a satz, lese a las atd.; 
got. fintha (finde), fanth (fand), stila (stehle), stal (stahl), giba (gebe), 
gaf (gab), skeina (scheine), skain (schien), giuta (giesse), gaut (goss), 
tiuha (ziehe), täuh (zog) atd.; lat. dicere a docere, silere a consolari, 
silentium a solatium (cf, tišiti a těšiti), firmus a forma, firmare a for- 


*) CE ABRA i 40%8Xb, skr. „dadhi molken“ (Mikl. lex.), čes. díže, dížka ap. 
mulctra, Melkkůbel, 


40 


mare (cf. tyrdý a tvar), jako tegere a toga, aperire a porta, pendere 
a pondus atd.; řec. rixreıw a TÓmog, mívew a měmoxu, zTéuu jako 
zeuvo a Tóuos atd. 

Ježto se tedy © stupňuje též v 0, proč by se ještě zbytečně, 
tak nepravidelně a tak úchylně od nh příbuzných hlásek alnb 
ňovalo v „oj, aj“ ?! 

Kmenová hláska © se ovšem stupňuje jen v o (nikoliv v „oj“), 
a sice nejen stejně ve kmenech zavřených i otevřených, ale i stejně 
jako příbuzné hlásky kmenové: 1, e, a. 

Hláska e (=püv. a) se stupňuje, jak známo, dvojím spůsobem: 
a) €V x(H) a to va: rneTá € rNETATH A H3rUHTATH; TPEBA > OTPEBATH 
cA A norpnsarnn © rpasnın (ch. lit. grébti, něm. greifen) atd., 1134 
< RE3RA3K, NASHTH; ČES. SEdNU < CEX V CECTH € CAKE, CAAHTH, CHKAATH, 
čes. sázeti atd. 5) e vo ato va: čes. ženu < hon, honiti < sháněti; 
klenu < klon, kloniti < skláněti; upexa < zpoxs, „spoxuru < spazza; 
pen < TP00% < čes. hrabati, hrábě (cf. lit. gréblýs harke, grébti harken), 
ner V nemmn (nome, NOZHTH, ČES. poloha < nonararn, čes. podlaha, atd. 

Rovněž tak se stupňuje © dvojím spůsobem: a) n v z(n) a to 
V A: OBH-TH C BBA, BEAHTH, Čes. pobidnouti, pobízeti < pobádati *); 
BHAETH ( KTL (Scientia), KEXETH, BEAATK)  BHCETH C RECT, BECHTH C ČES. 
váha, vážiti; zenruarn, Čes. zdvihnouti < zensarn čes. zdvíhati, Hma 
(jmu) < umaru (jímati) atd. (viz Mikl. Gr. I. 136, 137); db) uvoato 
V A: BH-TH C 50-H, BO-taTu CA (lit. bijotis), < čes. pol. obávati se (cf. 
stě. boniti, poboněk nebo bobonek, pol. zabobon a čes. příjmění „Ba- 
bánek““); 505, Bora L NPOBACH; BON, BONETH C TUS. NOÓÁIHBATB; BOpk, 
BOptň < NOBAPATH5 NH-TH L NA-NO-HTH X NA-NA-IA-TH) KH-TH C BO-H © BAIE, 
EAHNE, Bamunte (ventilatio), cf. Čes. váti; kuna (nympha, vlastně: vlna, 
cf. nem. Welle) (one (age!), gonm (Wille), zonntn © zans (unda, cf. 
nem. wallen), sanurn, gBanmın (volvere); KLPETH, H3EHPATH © H3BOpE 
< BAps, Bapnrn; ann (non X aan (latratus) <nanıa (latera); nomsyb: 
AOKBA X NATRA, Aasum, phnm-ın < po-H C pr- pour, pommen (cf. Finnen), 
< pana, panuın ; HN, OYMHAHTH (consolari) < oymoanın < ovmannTH 
(supplicare); vnum, Ynuuru < čes. výkon, konati < srb. HakaHa, EAHUTH, 
cf. čes. ocel, ocelka, stsl. orzm a kaliti (železo), rus. EACH CTPŠIK, 
3aKaTÉHP BB 60 atd.; život < hovado < havěť; obili < zboží < baziti; 
3BPETH, NPE3NPATH C 30p% (visus), 30pm (zoře) C anpm (záře); mepETH, 
oysmparn (Mops, MOpNTH C ZMar, mařiti, ovmapmru atd. 


*) Mikl. (Gr. I. 136) odvozuje BTAX a BEAHTH od jakéhos slovese „BMAETH“, 
jež přichází prý v ogkNATTH; ale to je — OB-EHYETH derpicere! 


41 


Podobně se stupňuje 5 (= i) v 0 a to V a: TaMma € Touuru, 
3EBNETH C 3BONE, 3BONHTH C VYZVÁNĚLÍ; FPLMETH < CPOME, TPOMHTH; WIE- 
< KOB, KOAHTH © BEXWKTATH ; BATH < NOCOKHTH < OVTAKAATK ; Tau (näton, 
ne však výtoň — náplavka (Hlásk. $. 140. 2) cf. vytonu, tůně, V ně- 
kterých kořenech se stupňuje » (Z 7, z původního a) dvojím spůsobem : 
a) v č (čes. 4) a č (pol. ie) a b) vo: suparu (skr. bhar) zepa < výbor, 
1 výběr, vybírati, Bmeuparu, pol. zabieraé; zuparn (skr. dhar), zepm 
< paszopz a záděra, vydírati, pol. zdzierac; supsrn, Eupň < závora i zá- 
verka, zavirati, pol. zawieraé atd.; jako e (= pův. a) v některých 
kořenech se stupňuje též dvojím spůsobem: rpesa a) orpesarn ca 
a morpnsarn i Ď) rpoum atd. Srovnej s tím, co výše, na začátku 
uvedeno, že „č aus ač kann nur vor consonanten stehen; vor vocalen 
erhält sich das alte az als 0j“! 

Též a (Z %) se stupňuje va (= 0n): Rasaru (binden cf. winden) 
< 8235 (Band), nanuarn (f. lit. linkti) < mans (f. lit. lanka, lánkioti, 
lánkas, obruč, sr. něm. Ring a lit. rinkti a rankä, ránkioti), rpasnarn 
(lit. grimsti) < rpaanru (lit. gramzdýti) atd. 

Ježto se tedy stupňuje č v x (4) a to v a podobně, jako e < « 
(u) < a, tož se též stupňuje 7 v 0 a to v a podobně jako e <o <a, 
nebo jestli © < « (m) <a jako e < « (m) <a, tož také © <o <a jako 
e <o <a, t.j. 7 se stupňuje podobně dvojím způsobem, jako e. 

g. ed. 


bo, LIE u 
B. O stupňování hlásky u v „ov, av“. 


- Jako stupňování hlásky © v „oj aj“, podobně Malecki (Hist. 
porów. Gr. S. 25.) dle obecného učení mylně vykládá stupňování 
hlásky u v „0w (bw), aw“ (0 podobném stupňování hlásky y dle 
jiných Malecki nemluví ničeho) a při tom mate i stahování a sklá- 
dání se stupňováním, neb mezi příklady uvádí vedle sebe: „slué — 
stowo, wyslowié, slowik(!) — slawa, slawié; kupu-je — kupow-a6“ atd.,*) 
ano i cerkiew, Zagiew, kotew [atp.**) mají prý ew, t. j. sw, místo dá- 
vnějšího u.“ 

A jako Malecki, podobně učí o stupňování hlásky u také jiní. 
Geitler, jenž při každém v všude hned vidí samé „u-kmeny“ ()), i aa- 
KaTH a cragıın (Fonol. $. 92, 99) odvozuje stupňováním u v av od 
kořenův prý „du a stu“, „poněvadž v litevčině (stověti, dovanoti) 
jakož i v některých příbuzných jazycích kořeny sta a da přecházejí 


*) Of. níže výklad Schleicherův. 
**) Cf. níže výklad Miklosichüv. 


42 


do řady kořenů na u“. Tedy „zasarn a craguru jest, prý, druhý 
stupeň sesílení od du a stu; ale první stupeň sesílení a kořeny du a stu 
se prý vytratily“! Gebauer (Hlásk. S. 142) vykládá: „Kořenné 
u stupňovalo se jako ©; tedy na prvém stupni v au a na druhém 
v au; ale au před souhláskou seslabilo se v u, na př. koř. plu, 
stup. *plau, seslab. 1. os. pluji; a před samohláskou seslabilo se 
v ov, na př. plu- *plau-, plovu, slu- *slau — slov-0; Gu pak sesla- 
bilo se v av (zdlouž. dv) a toto jdouc před souhláskou presmyklo 
se ve va, na pr. koř. slu, stupň. *slau-, seslab. slaviti a sláva, koř. 
kup, stupň. "kaup- seslab. *kavp- přesmyknuté kvapiti.“ Tedy u se 
prý stupňovalo v au a to se zas seslabilo v u (! k čemu se tedy 
zbytečně stupňovalo ?) nebo v ov (proč se tedy zbytečně stupňovalo 
v au?) atd. A stran toho přesmykování viz Dodatek. Mrklosich (Gr. 
I. 145) učil: „oy wird zu ar gesteigert: so entstehen aus mzovTH 
(navigare), enoy-ın (clarum esse) und rTpov-rm (nutrire) die Formen 
naagarn (navigare), cnara (gloria) und para (herba); auch für nparz 
(rectus) scheint eine mit npo verwandte wurzel pru angenommen 
werden zu müssen, wenn jedoch oy in og übergeht, so scheint mir dies 
bloss zur Vermeidung des hiatus nothwendige veränderung, keine Stei- 
gerung des vocals oy zu sein“. A dále: „ob die veränderung des 51 
ZU OB: KpoRZ (tegmen) aus KpRI-TR (tegere) eine lautsteigerung sei, 
wage ich nicht zu entscheiden.“ Ale teď (Altslov. Lautl. 5, 6, 165— 
181 a 184, 185) už rozhodně učí: „u (slav. s) wird a) zu ov, u ge- 
steigert: ru (slav. rs): rovs. bud (slav. brd): buditi. w (slav. 5) wird 
b) zu av, va gesteigert: bhü (slav. by): baviti. hut (slav. het): hva- 
titi.“*) A v náuce o tvoření kmenův (Gr. II. 5.) Miklosich učí: „(das 
auslautende) « (des stammes) wird zu av oder ov gesteigert oder 
unverándert gelassen: im letzteren falle geht es in y oder in v úber. 
y wird von 5 durch 7 oder durch v getrennt.“ Tedy plavs = plu--5 = 
= pl-a-u + 5 = plav + 5, kově — ku + 5 = k-o-u -+ 8 = kov- 5, 
pokryv = — kru -F 5 = kry-v -£ 5! kyj = ku -+ 8 = ky-j +- (5)! počuv 
= — ču-v +5! atd. Tak i zde totéž v a týž princip se vykládá roz- 
ličně, po každé jinak, jak se to právě hodí ku předpojaté theorii: 
jednou je prý to v = kmenové w po vsutém a, o (plavs, kov), po 
druhé je totéž v prý vsuto po kmenovém « nezměněném (počuv5) 
neb změněném v y (pokryv#%) atd. 


*) Zároveň teď už také staroglověnštinu veskrz transkribuje latinkou — 8 če- 
skými podnebnicemi, s polskými nosovkami, se stslov. jery a se slovinským 
h m. x — tedy téměř vseslovansky! 


v bd 


45 


Ale ač všichni slavisté v celku souhlasí v učení o stupňování 
hlásky u v ov, av, přece v podrobnostech se rozcházejí mezi sebou, 
ano Miklosich, jak jsme právě viděli, i sám s sebou, Tak Schleicher — 
(Kirchensl. Spr. 77.) zastává: „besonders häufig ist oy aus or ver- 
kürzt (warum nicht umgekehrt, lert die wortbildung)... koynog-arh 
emere, koynoy-in Von KOVNE Mercatura; EOIEK-ATH, ROIO-Iň VON KOŇ EXer- 
citus“ atd.*) Geitler (Fonol. $. 55., 92.) zas tvrdí, „že Tposa jest zcela 
neodvislým tvarem od rTpovtě, že ok nepovstalo jakýmsi roztažením 
Z or ... a Ze „nelze říci, Ze porz jest stupňovaný tvar od pmuru“... 
„PORT jest, prý, odvozeno od kořene rů, který se nám ovšem nikde 
(asi co pm) nezachoval“. Miklosich (Altsl. Lautl. 188.) konečně vy- 
kládá v „nach o für ú“ za hiatové: „povati fidere: w. pů, daher 
pó-v-a-ti. Eben so zovati, ravati, blsvati = blp-v-a-ti, klpvati, plbvati, 
rbvati, žpvati... In gleicher weise brovo aus drů-v-o, lit. bruvis, wohl 
bru-v-is. kravo. neplody, neplodsvp ist neplode-v-b, neplodsva ist 
neplods-v-a*). Ferners krovens aus kra, krů: kro-v-ens... zabbvent 
beruht auf bs aus bů, bhü, slav. by: be-v-en. So erklärt sich umsven: 
umyti atd.“ 

Jako liché učení o stupňování © v „oJ, aj“, tak i podobná 
theorie o stupňování u v „ov, av,“ vznikla z falešné analogie, násilným 
totiž vykládáním tvarův slovanských dle zákonův cizích, — zvláště 
sanskritských! Tak Bopp (Vergl. Gr. I. 50.) poznamenal: „Der Um- 
wandlung der skr. Guna-Steigerung ö (aus au) in av vor Vocalen, 
entspricht das altslav. og, z. B. von cmnogRu... gegenüber dem skr. 
súnávé. Dagegen entspricht das gleichbedeutende emmoy... dem got. 
sunau“. (Ale ani v sanskritě zde, v koncovce pádové, není guny!) 
Podobně slava ap. se tam (str. 54.) vysvětluje dle „skr. Vriddhi- 
Steigerung du, vor Vocalen dv“. 

Avsak kazdy jazyk, a tedy i slovansky, jako üstrojny celek, se 


© řídí a spravuje svými vlastními zákony. Podoby a obdoby v příbuz- 


ných jazycích mohou teprv v druhé řadě sloužit k vysvětlení a do- 
tvrzení, nesmějí se však vnucovat co pravidlo a zákon jinému jazyku. 
„Es geht nicht an, nach den gesetzen einer sprache die andern zu 
regeln.“ (Mikl, Altsl. Form. XIX). Jako regnum regno, tak i lingua 
linguae non praescribit leges. Proto také domnělé stupňování 
W V „0v, av“ na půdě slovanské, dle zákonův slovanských, neobstojí, 
rovněž tak jako domnělé stupňování č v, 07, aj“. Jako tam, tak i tu 
mám podobné námitky proti obecné theorii o stupňování u V „ov, av“: 


*) Cf. výše výklad Mateckého. 


44 


1. Mnohá jména na ov, av mají zjevný a známý kořen na 0, a 
OBA EE, OBA-BA, CTA-EZ, CTA-BA, nzA-RZ (albus), slov. pridav, (cf. čes. 
přídavek), čes. pol. oba-wa atd. (Mikl. Gr. II. 2., 3.); dále npa-ss, 
rus. HOpOBB, Srb. HapaB, Čes. teď mrav*) npa-gx (rectus „ist auf pra 
zurückzuführen“), npa-ko, npa-RHTH atd., npaku , npa-kaTu (npa-ru), 
páka-BE manica atd.; „wörter wie šŠetavs audax sind šeta-v5 zu 
theilen“ (Mikl. Gr. II. 218.): zena-B1, AENA-EbIb, KPERONHI-EE, MHR- 
EHija atd. Tpk30-8% Sobrius, slvn. tréze-v, trézi-v, tréze-n, cf. rus. 
pěsBMŮ a pol. rzežki; Apnma-sa atd. slvn. velja-va (valor) atd. srb. 
TPMba-BA, TYTBAa-Ba atd., čes. pol. vřa-va, srb. Bpe-Ba (tumultus) atd. ; 
dále K(PEEA-E% (KPREL), THNA-BE (THNA), ETICOKORZIM-EE (REZIM), BOVIA-KE 
(soyn), NHMTA-EK (HHMTE), rus. PXa-BÓŇ (pxa) atd.; aaspa-en (1áspr), 
pol. dabro-wa, polo-wa **) chmura-wa, kurzawa (kurz), čes. Šumava 
(cf. srb. myma les, čes. Šum) atd.; axamo-gm cf. yrcape-R%, jako vero-Kr 
slvn. čiga-v (Cujus), TOro-EE, Cero-KE, onoro-k=, slvn. onega-v (cujus- 
dam); zas0-85 (guernus), cf. gmxe-Rx (pluvie); tmn0-RZ (cf. rus. ATB, 
ANHEB), COVPO-BE CHPO-EZ (CHPE); Konečně KAKO-BE A MKO-EE, TAKO-RE, 
CHKO-ET I CHIJE-RTL Atd., rus. TÁCKO-BB (stsl. nacka-k=), T610-BOR (stsl. 
Aena-K6), XIŠÓ0-BO (ass), cf. CÚHE-BA (CHHE), BÁDE=BO (3AP4), HOYE-BO 
i HO4e-BB (HOYB) atd. Srb. Ójemo-B (canis albus, Ójerx), mapoB (c. va- 
rius, Map), MPEO-B (canis, equus ater, MpE), HHTEO-B (homo nihili, 
HHTEO), Ipa3H0-B (homo inanis, Ipa3ah), T010-B (omnium rerum in- 
ops TOM), poro-B (cornutus, por) atd. Mikl. (Gr. II. 231.) praví: 
„es ist kein slav. suffix, sondern das magy 0“! Sr. též roTo-R% (pa- 
ratus, ®tors =roys jako rararu = razaru, cf. stě. hoduj, hoduja, ho- 
duje, dále rus. 210-Bäa vedle úma4, stsl. nencrors (furiosus „pol. 
srb. HCT, a, 0), česky syro-vý a rus. CHpóůň atd. 

Mají-li však právě uvedená a jim podobná jména na ov, av, 
kořen na 0, a, odkud a co je v nich to v? Miklosich je má dílem 
za vsuté k zamezení průzivu (Gr. II. 2., 5., 50.), dílem za příponu 
„v suffixe“ (218--231). Podivno však, že by se „hiatové“ v drželo 


*) Mikl. dělí „nr-avs®, ale Hpa-Br se má ku upbru lit. nerti, dále nor£ti 
wollen, jako npa-rs ku npbru nebo spa-ra ku spbru, crpa-ma ku crpšru atd., 
čes. po-nra-v, pondra-v a pondra-va, srb. myHapa-B (staví Mikl. „mit ne 
nrěti zusammen“). 

**) Dimidium ; (Malecki Hist. porów. Gr. I. 361., 390.) P Aenraje to jméno od je* 
diného „u-kmene poZu,“ zachovaného prý v slově „potudnie*; ale požw je 
zde i jinde G. L. dual. jako dwu v dwunastu, dwusetny atd. a užívá se ho 
i v N. A. V. D. a J. jako ojciee, od G. atd. ojca, neb jako dwojgo, dwojgu 
atd. od G. dwojgo — dwojego místo vlastního N. dwoje atd. Též Miklosich 


(Altsl. Lautl, 141.) má NONE za „u-kmen, a „NONOY“ za „gen. loc. 39.“ 


45 


i tam, kde není žádného nebezpečí průzivu: před němým (prý) 6, » 
stsl. a rus. (jinde ani nepsaným !) na konci slov a před jinými sou- 
hláskovými příponami: „npa-E-1“ a „npa-E-b-xa“ atd.! 

2. Mnohá jména se končí na iv, ev, Ev, uv, yv, jako by v nich 
bylo w, dle obecné theorie stupňováno předrážkou %, e, č, u, y! Tak 
n3angs (humor), rpuga (juba), nuko (potus), CHBK (Cinereus), KPHRT 
(curvus), ans (vivus), zug» (miraculum), wg% (sutura) — v posled- 
ních třech jmenech v se obyčejně považuje za kořenné! — slvn. počiv 
(ruheplatz), rus. 1aB5 (freigebig, mildthätig), H3BABB (curvatio), NOAHBA 
(platzregen), stsl. sangugo i wnayugs (malleus), gapıgo (edulium), npazugo 
(tilum), exyugo (securis), coyıgo (legumina), dapegRm (augustus), cf. 
září — zářij — zařuj (Dobr.), rus. KpecHBO i EpeceBo (feuerzeug), EY- 
peBo (heizmaterial), Meteo i MeluBO (das gemalene), TOYABO i TO- 
yeBo (textura), BepeBRO (restis), 3äpeBo (feuerschein) atd., stsl. npunzes 
(cantus), ruzRz (ira), xasen (stabulum), zz (leevus), slvn. oděv (tegmen), 
nadév (furtura), odměv (widerhall), doběv (fülle), rus. HarpĚBE, CYTPÉBO, 
NOCEBP, NOBĚBR, 3$BP (faux), pol, oblew, zlew, čes. oděv, stsl. zen 
(virgo), mika (palea), Tpsea (gramen), spsgo (arbor), slyn. srb. zaděva 
(impedimentum), rus. yrpéBa (calor solis), pol. polewa (glasur), za- 
wiewa (sandwehe) i zawieja atd., stsl. slvn. bulh. srb. nokpmgm (te- 
ctum), YoyRT, NOovovEK (Sensus), oBOYRE (calceus), rus. EIIOBE (schnabel), 
EICB%, IORIEBB (picken), HOAMEIBB, HAILIEBT, NPOpuBP (durchbruch), 
B3DmB5 (výbuch), X035B6, peBb (clamor), pol. odzow (widerhall) vedle 
odzew, odezwa, naplyw, wplyw (einfluss), des. kyv, rozkyv, luž. kryv 
(dach) atd., jako slovesa rus. cImBÝ (čes. pol. slyne), MINBÝ (des. 
pol. plyne). 

Leč tato a podobná jména jsou prý zas jinak tvořena, než nom 
a. caaga atp., a tedy v zde není = kmenové u. Co je tedy to v zde? 
Dle Miklosiche opět prý vsuto k zamezení průzivu (!) a z části pří- 
pona, „v-suffix“. 

Ježto jména na iv, ev, čv, uv, yv (i dle Mikl.) jsou odvozena 
od kořenův na %, č, u, y (ovšem prý s „hiatovým“ v), tož by zbývala 
snad jen jména na ov, av, jež by měla kmenové u stupňované v „ov, 
av“; ale už výše jsme viděli mnohá jména na ov, av, odvozená od 
kořenův na 0, a, a v ostatních se střídá 0, a před v s jinými hlá- 
skami a v po 0, a s jinými souhláskami, tak že ani v těch nemůže 
být ov, av > u. 

9. V mnohých jmenech na ov, av atd. se střídá v s 7 a jinými 
souhláskami: cragm i craň i cramz, cTaBa i cTam, rus. TaBb i raň (cla- 
mor monedula), srb, 1aBka, slvn. čes. kavka, rus. pol. raıka a stsl. 


46 


vanka (monedula); coRx a com, cf. CHEE, Cha: A TuS. CH35, 30Bb i 80Ň 
a 10311B% (clamor), cf. nasóiruBmů (dorážlivý), ma301a (dorážlivec), 
jako HaxáŘIuBnŮ (HAxáIBEHŮ), Haxá1e (drzý nestyda); stsl. slvn. bulh. 
Srb. NOKPORT Í NOKPNET a TuS. i BCEDOŽÍ — BCEDHTBE, stsl. ovupoň 
(fascia), oupoň (vestis, cf. toga od tegere); ovupomuru (abalienare), 
rus. POBb, pBA (č. p. rov, rovu) a BOXop6H i npopůBs (durchbruch) 
paspůBT, mir. pašpmů (zerstorung), pol. ryj (růssel), cf. porz; ocrposm 
a ocrporz (castrum, bulh. insula), cf. erpoyra, Stryj řeka v Haliči; čes. 
Zbirov = Zbiroh; tak i Ostrava (již Gebauer Hlásk. 145. uvádí vedle 
ostrov(p) a struha při kořenu strů) = Ostraha (Jungm. sl.), cf. srb. 
CTpaBa, CTPABOTaA — CTPAXa, CTpaxoTa, CTpeBA (stillicidium) = eTpexa, 
ÓyBA = Óyxa, yBO = yxo atp.; KOET i wozu, Pl. kosnn (insidie), a 
wu (fustis), lit. kujis (hammer), rus. koaHonšň (Rankeschmied), 
EOSHONbÄCTBO (Arglist) cf. ry3néne (faber), kyn@cHhurs (Taschenspie- 
ler, Gaukler), nyrécHmů (zázračný), sr. sasxnyun (faber) a raus (MA- 
gus) atd.; rus. EIIOBb a KIIEBL, stsl. unıonz srb. EIyH (zobák), a rus. 
BOTOKIPOŮ (pigue-boeuf), TIeBL (Schleim auf den Fischen) a stsl. razıs, 
čes. hlen, rpasa i ıpzsa, cf. ıpssa jako čes. strava a strabiti, ostra- 
biti; Aovnasr a Lovnmň (Danubius) Dunaječ, cf. Dyje, Tanais, Toms 
sauna, Awenps (Danapris), Amuserpx (Danastris); mb3xozasbys, pol. 
zprawodawca a čes. zpravodaj, dárce, pol. znawca, čes. znalec; stsl. 
A0MORb, zonoK: A rus. ToMÓň a moxóň; BesýxoBr — Beszýxoň, oxvo- 
PYEOBB = Jonropýkoň atd.; KaK0BT a KAKÓŇ, TAKÓBP a TAKÓŘ atd.; 
čes. oděv, stsl. ozsm, pol. odziež, stsl. osoys» a osoyura, Čes. obuv 
i obuj, srb. 06yha atd.; srb. ÓjeX0B Z ssasn, T010B = ronsn atd.; 
rus. TEPROBB — upekmi, luž. cerkej atd. Podobně v kmenech sloves- 
ných: CTAKATH A CTAMTH, JARATH A XAaTH, pol. napawaé a napajat, za- 
krawaé a zakrajaé, čes. rozlívati a dopíjeti, vyšívati a rozvíjeti, rus. 
VÓKBÁTE a čes. ubíjeti atd. 

Co je zde v a j? Dle Miklosiche (Gr. II. 2—7, 12—14) dílem 
kmenové u a %, dílem vsuto k zamezení průzivu! Ale vedle v a 7 tu 
přicházejí též jiné souhlásky (n, m, b, z, ch, g a j.); jsou snad i ty 
vsuty k zamezení hiatu ? 

4. Od mnohých známých kořenův na w jsou odvozena jména 
rozličnými příponami souhláskovými, před nimiž je kořenné « bud 
nezměněno, aneb zaměněno jinou, silnější neb slabší hláskou, jakož 
i hláskou o a a: xoy-na-Tn (spirare), rus. AyTb, slvn. diti! skr. dhu: 
nova (fistula), čes. dudy, zoyma, zoyxz,; jovuma,  ovuaň, Aoynap, cf. 
sunna (fistula), NAKOVBATH ; AEMA, KEMENHIE, EMHTH, WBXNATH, Don, 
Danubius (Donau) Annznps, Asuserpz; wmme (fumus), KENI, FEIXATH, 


41 


Dyje (Thaja); čes. dav, rus. TáBka (výprask a tlačenice), gan, zagamTK 
(suffocare), rus. NaBHTb (drücken, pressen, würgen), jaBuno (Schlinge), 
(dav, dáviti: daxveıv jako pol. dlawié (cf. dlask) : tlačiti, dav = na- 
tlok, tluszcza (tlupa), cf. tlumie: tluke jako tlama: tlačím); uuna 
AENFUÁTH, AKHSATH atd.; pm-TH, ČES. rýč, mor. rýl, pol. ryé, ryj, pmo, 
psıns (růssel), cf. nikoli lat. „eruere“ (! Mikl. lex.), ale lit. arti, lat. 
arare, stsl. oparu, opuru (Varz=ra > ru, ri): poRT, pakbnn, ČES. rovný, 
luž. runy, jako pass i pobz, paaum i ponnma (arvum), rus. Do1b4, Po.Ia, 
čes. role, pol. luž. rola, pano (aratrum), paraň rus. oparaň, lit. ar- 
tojis, para (pugna, exercitus), srb. pa, paruTu (agere), stsl. curare, 
cf. stě. neroditi (non curare), orpaxa (relaxatio); porm, pa3L- i p03%-, 
pA3bNE A různý, pacoxa i pocoxa, pam 1 rožeň; pmgaru, slvn. rvem 
i rujem, iter. rus. paspmBáTe, jako čes. obryvati od rýti atd.; mm-ın 
(lavare), umr;a (Žoti0), MERE, MEKENHIE, US. MOBB cf. CYTOMÓŇŘ, PYEO- 
MÖÄHHRT, MOŘKA atd., monpt, mormarn, Moxa (palus), čes. močál, movuru 
(madefacere), masarn, Čes. máčeti; masarn, mama, macre (cf. lat. liněre, 
mazati, koř. li, jako zzvvev koř. pi) atd. ; Tpoy-ın (absumere), rpovt I por“, 
rpovruru (Jaedere), rpovar (labor), Tpoygnın (vexare); Tpocka (fulmen 
čes. ruina, pol. cura) cf. Tpsena, třesk a třískati; rpoxa (mica) čes. 
troch, trošek, drob, drobek, rpomuru (impendere, consumere) cf. dro- 
biti, droliti; wpuru (terere), cf. rpsru, iter. erprigarn, Tprısun 1 TPpH3Mb 
(certamen), čes. trýzeň (vexatio), zpırunın, Tpsrarn (vellere), Tpm3aTu 
a Tpí3arm (lacerare), čes. trýzniti; Tpasa (gramen) cf. rpzea, TpEBA, 
Tpasuru (absumere), rparuru (dem), cf. rus. IPOTöpM = útraty soudní; 
srb. Tpar (cf. pol. tor), TpaxuTn; rpamru, stě. träti = trvati, cf. slvn. 
trpeti (pati, durare), trapiti (excruciare) atd. ; unoy-rn (fluere), naoyı 
et mnoBň, TUS. ILIBITB, naoyrz (aratrum), nasaarn A NAKIKTU, TUS. HOACTH 
(repere), IorrTaBa, 10.10H% pelny, cf. pol. Peltew, a čes. Vltava; 
nas36KL (lubricus), mwzae (cochlea); čes. plocha (Fläche), nnocks 
mAarg, latus), nova, nnomrayn (platea); naass (navis) cf. npamz (idem), 
naasurn (liquefacere, taviti), nnasarı (navigare), cf. npasarn (Mikl. lex. 
„sensus ignotus“), ale npasa (statio navalis, portus), cf. npars, prám, 
pramen, atp.; naasugs (lubricus), čes. pol. plaz (Pflugschleife a reptile), 
plaziti (schleppen), naasarn flere, plorare a lavare), naackaru (eluere) 
atd. i od jiných kořenův na w. 

Jest-li však, jak jsme právě viděli, ve kmenech, odvozených od 
týchž kořenův, hláska o(a) před v se střídá s jinými hláskami (č, e, 
ě, U, y) a to v po o(a) s jinými souhláskami (j, m, n, b, z, ch, g, 
k atd.), tož to o(a) v kmenech na ov(av) nemůže být a není vsutou 
předrážkou, a to v tam nemůže být a není = kmenové u, ani hiatové 


48 


v, a tudíž kmeny na ov(av) nepovstaly stupňováním kmenového % 
v ovlav), jak se vůbec chybně učí, a musejí se tedy vykládat jinak. 

5. Co je tedy to v po o(a) ve kmenech, odvozených od zná- 
mých kořenův na w? To v, jež se obyčejně vykládá po o(a) co kme- 
nové vu a po jiných hláskách (%, e, č, u, y, 0, s) co „hiatové“ v, není 
nic jiného, než všude tatáž jmenotvorná přípona, jako jiné, a sice 
trojrodá -vo, -va, -vo, neb je to vlastně úkazné zájmeno rodové a, a, 
o s retním přídechem v, jako totéž zájmeno s podnebním přídechem 
dává -j (jb), -ja, -je, cf. zájmeno oRT, oka, oo (hic, haec, hoc), pol. 
ów, owa, owo, srb. oeaj, oea, 060, jež je tak složeno s předraženým 
o(=a), jako ons, ona, ono, a nikoli jak Malecki (Hist. porów. gr. L 
453, 455) vykládá „kořen u stupňovaný v ow*! Též Miklosich (Alt- 
slov. Lautl. 172) uvádí ovs ille mezi kořeny s u! 

Tedy všecka jména, podstatná, přídavná a zájmena na -Ez, 
-KA, -KO jsou stejně tvořena od kmenův otevřených na rozličné 
hlásky (a, 0, 8, ť, e, b, č, U, y) příponou -RT, -RA, -BO: PO-B%, 
ko-R% Slvn. podkev, Kpo-Rm, Strus. ILIO-BL (Člun), OCTp0-R5, CO-BA, 
OTPO-KA, OTPO-KT, CAO-RO, CAA-BA, NAA-RT, OTPA-KL, TPA-RA, TPE-RA, NPA-KO, 
xps-Bo atd. jako CTa-RB, CTA-BA, CLAPA-BL, RU, -RO, KAKO-EE, —RA, —KO, 
cHje-RT, —RA, —RO, atd., jakož i aw-k5, -BaA, -Bo (vivus, a, um ef. 
una vena, lit. gy-Sla, an-3un vita, ZH-TNIE, LAATH, OZBAATH A TO-H-TH, 
rosutn atd.) a wn-B% (cf. mn-n, um-no, lit. siulé Nat., zde slov. © = 
lit. «u, jako nannarn = natonžru Ap. uby- A X0x5, umB- a xoB- atd ), 
AH-EE A Ún-ko, (koř. skr. dhi, zd. di sehen Mikl. altsl. Lautl. 125.), 
xu-eni (ferus, cf. rus. aukiä, pol. dziki), JHKÓBAHA (div, vzácnost), aj. 

Proto také to v, co jmenotvorná přípona, jako jiné, zůstává 
i před souhláskami: Aasıno, YOVEBCTEO, CNORLIE, CnaBRNE atd. Kdyby 
však to v bylo, jak se obyčejně učí, a) = kořenné u, stupňované 
v otevřených kmenech (před hláskou) v ov, av, muselo by, když se 
kınen zavře, čili před souhláskou, s předcházejícím „vsutým“ o splynout 
v u (stsl. oy) dle sanskritu (0 = au), odkud to pravidlo vzato; a kdyby 
b) to v bylo, dle obecného učení, pouze vsuto k zamezení průzivu, 
tož by zas muselo ihned odpadnout, jakmile by přestalo nebezpečí 
prüzivu, totiž na konci slova (poss atp.; a a o, jen v stsl. a ruš. 
psané, jsou prý beztoho němé) a před souhláskou. 

A ta zájmenná přípona -ss, -Ra,-—ko slouží nejen k označení 
mluvnického rodu těch jmen, nýbrž jest i jedinou příčinou a zá- 
kladem jich sklonění. 

Tu snad zastávatelé stupňování u V „ov, av“ namítnou, že se 
subst. cra-Rz, cna-Ra, cno-ko atd. zcela jinak sklánějí, než pron. ost, 


49 


osa, ogo ap. Ale na to mohu zde zkrátka odpovědít, že i jejich 
5, -A -0 po v, ať „hiatovém“ neb — „koř. u“, jinak se sklání 
u subst. a adj. a jinak u pron. Ostatně odkazuji ku své rozpravě 
„O sklonění přídavných jmen slovanských“ atd., kde obšírněji a po- 
drobněji rozbírám oboje sklonění „jmenné“ i zájmenné. 

6. A co je to o (a) před v ve kmenech, odvozených od zná- 
mých kořenův na u? To o (a), jež se obyčejně vykládá co vsutá 
předrážka kořenného u, není nic jiného, než totéž kořenné u, zamě- 
něné původnější hláskou o (a), jako před jinými příponami souhlásko- 
vymi. Na př. rus. BOň (geheul) od Bi-Tb, mMeckopóň (Sandaal), 
Bonop6ä (Wasserriss) od PH-TP, cymomóň (Scheuerwisch) od MH-Tb, 
BEEPOÄ — BCEpáTE (PĚKRŮ) Od KPMN-T5 atd. jako slovesa rus. Mom 
(č. meju), BÓR (č. vyju), Hóp (č. nyju), póPo (č. reju), KDÓrO (č. kreju). 

Hláska u i jinde se zaměňuje hláskou o a naopak: stsl. osa, 
skr. ubhája, lat. ambo, řec. d'ugeo; ochns (== ušák, ušáč, Langohr) 
a oyxo cf. lit. asilas (esel) a asa (Oer, Henkel, ucho), asinis (půds, 
Henkeltopf ucháč),*) oyrs (i tors) a orns, lit. ugnis; BOXPE A BOVAHTH ; 
TUs. Mýxa a Mómra (cf. Čes. mšice = m5šice), IA3Ýpb a IA30peBNŮ ; 
rnoň A NOVYCH, CAORO A CHOVXE; KOVNB (CUMUlUS, copia) a rus. KONHÁ 
(küpa), ronúrT; (TéHbru), čes. kůpa, kopa, kopka, kopec; npoyna, 
kpoynnya (mica grando, kroupa) a kpona, Kpomm (gutta, čes, krůpěj), 
KPONHTH; Kpoyxs (frustum panis), rus. EPYMÉTP (zerbrechen) a KpoXá, 
zpömsa (drobet), Epomärs (drobiti), cf. spontn, Kpoma (margo, rus. 
též krajíc chleba), luž. krjemié (m. kromié drobiti); rus. cTo.TB (mpe- 
CTÓIB, CTONÚNA) a CTyYXE (stolice, Stuhl); slvn. gonoba (Schaden, 
Verderben) gonoben (verderblich, schädlich) cf. rusenn (interitus), 
TEIBBABKHE, TEINATH ; Čes. kolo a kule (rus. ımy.ıa), kulatý; sopka, soptěti, 
soptati, osopiti se, sápati se a süpati; chroptěti a chrüpati, chrápati; 
chuť, chutný a choť, ochotný; dial. bul a bol atd. cf. srb. Cramdo. 
(v nár. pís. o Kral. Marku) m. Stambul; něm. Komotau = čes. Cho- 
mütov, Ost a Ostern proti auster, australis a oyrpo atp.; lat. volnus 
a vulnus, volpes a vulpes, volt a vult, comes, convenire a cum 
aliguo atd. 

Dle Gebauera (Hläsk. $. 90. 5.) w se sesiluje v 0: junák-jonák 
(ef. lit. jaunikis, jaunikatis), šuhaj-šohaj, chumáč-chomáč (cf. rus. 
EOMB, EOMÖR%, srb. KOMAx kus), churavy-choroba, stupeň (pol. stopieů)- 
stopa, chlum-chlomek ; stě. orudovati-orodovati, mositi, rozom, osodie 


*) Dle Šercla (Z oboru jazykozpytu 34) je jméno osla v evrop. jazycích prý pů- 
vodu semitského! 
4 


50 


a v cizích slovích: řehole, kapitola, ortel, Oldřich, fertoch atd. cf. též 
bořiti (pol. oburzyé) a bourati, broditi (cf. pol. brud) a brouzdati se, 
rosa a rousati se; rus. posa (cf. pošsra), stsl. poma, čes. růže, srb. 
pyxza, pyzuna atd. 

Když se tedy w sesiluje v 0, proč by se ještě zbytečně a tak 
nepravidelně stupňovalo v „ov, av“?! Však ono se tak nestupňuje, 
ale zaměňuje se, jak jsme viděli, hláskou o, a před příponou vs, va, vo. 

Též Dobrovský (Instit. 186.) vykládá: „pogm a pri, mogs (vlastně 
IIERT, MILE) A UMI, KOBT A KOVi, KPORL A Kpzim Mutata vocali m et 
oy ob affixum kin o“ (et n in e, »). Cf. téhož Bildsamkeit der slav. 
Spr. XXXIX. 

7. Z předešlých vývodův a příkladův, tuším, vychází na jevo, že 
to v po 0, a, střídajíc se s jinými souhláskami v týchž a příbuzných 
kmenech, není = kořenné «u, stupňované v pov, av“, a tudíž to 
0, a před v že není vsutou předrážkou, nýbrž hláskou kmenovou. 
Kdyby to v v těch a podobných jmenech a kmenech bylo = kořenné 
u, stůpňované v „ov, av“, proč by následovalo i po kořenném w, ne- 
změněném, jakoži poy (> u)? na př. 050V-Eb, YOy-EE, NOYOY-BE, NOKPEI-RT 
atp. a U sloves OBOY-RATH, NAJOV-BATH, YOY-BATH, COV-BATK, BAO-BATH, 
nato-garu (1 man-Barh), slvn. kljuvati (i Kangxrm) atp. Také v litev- 
štině přípona v následuje i po u: kruva (Haufe), bruvis (Augenbraue), 
szüvis (Schuss), Zuvis (Fisch), bliuvis (Gebrůlle); siüti (nähen), prás. 
siüvu, prát. siüvad; büti (sein), prát. bůvaú; püti (faulen), puvü, 
půvaú ; prazuti (umkommen), Zuvü (Zem. žunu), žůvaú ; uzkliüti (hangen 
bleiben), kliuvů (i kliústu), kliůvaú; sugriuti (einstürzen), griuvů 
(i griunů), griuvaú; krůvinas (blutig), kraujes (Blut) atd. Schleicher 
(Lit. Gr. S. 19. a III.) to v všude odděluje tak, jakoby náleželo 
k předcházejícímu u, kdežto přece píše kú-jis (Hammer) a tedy dů- 
sledně by měl psäti také szú-vis (a nikoli szúv-is), Zu-vü (a ne žuv-ů) 
atd. Cf. též lat. uva (sr. lit. üga Beere, Kirsche), fluvius (fuere), 
pluvia (pluere), rivus (cf. ruo, ee©), juvenis (a junior), juvare (a juvi, 
jütum jako cavere, cávi, cautum, movere, mövi, mötum) atp. 

Podivno též, že by se oba stupně hlásky u, totiž „00 a av“, 
tak neurčitě a zmateně užívaly, jeden místo a vedle druhého, nejen 
v rozličných nářečích slov., ale i v jednom a témž nářečí, a někdy 
v jednom a témž slově: stsl. orpags vedle orpoR=, orpaga vedle orpoga 
(venenum, viz Mikl. lex.) rus. eTpoBa, mlr. CTpaBa (cibus), srb. rus. 
PABHNŮ, PaBHÝHA a čes. pol. rovný, rovina, luž. runy, jako pass 
i poss a rus. i pe6éHoRP, peGára atd., jakož i uarpoguru i marpa- 
EHTH (nutrire, alere), čes. plovati a plavati mimo plaviti; stsl. nokogaTH 


‚51 


A NOKABATH Vedle NOKTIKATH; OCHOBATH a ocnaBarn Vedle ocnzıgarn atd.; 
cf. CTOmTH a CTAMATH, rus. TACKOBB a čes. láskav, doubrava a pol. 
dabrowa atd. 

Neméně podivné je též, že by od některých kořenův na w při- 
cházel jen první anebo jen druhý stupeň, a ne oba („ov i av“) dle 
obdoby. Tak na př. od koř. bu (sm) máme jen sagwru atp. a nikoli 
také *boviti atp., proti skr. „bhävati (3. sg. präs.), ábhavat (3. se. 
pf.), bhav — bho, wurz. bhu (sein),“ kde je též „bhävas (das sein, 
natur), bhav — bháu, zu wurz. bhu (sein)“ (Schleich. Comp. 27.) 
Zvláště pak je na pováženou, že to „ov“, jež je prý první stupeň 
hlásky u, dále se stupňuje, nejen v „av“, nýbrž i v „me“! t. j. to 0, 
jež je sesláblá hláska kmenová (někdy i >), se stupňuje zcela oby- 
Čejně v i, mnoBA < umıgarn (navigare cf. MWRITH), vorm < KNIRATH (cf. 
ktitn, kyvadlo ap.), TpoBa © erprigarn (cf. TprıTn), CHORA L OCHTIRATU, 
30Rň (Č. ZVU — Zbvu) € uA3MKATH, PREZ C pasprigarn, (cf. prirn), jako 
CENA © CHMATH (cf. COVTH), XENA < NYVKIMATN, TEKA C XOTIKATH, ch. 
BRA < NPEAHKATH (Mandere), KibRA < nponansarn (pertundere) atd., 
jako kauna © mporannarn, mom © OmuxaTu atd. 

„Pokrawaé“, jež se uvádí (Hläsk. 145.) vedle „krov od kryji, 
koř. krů“, u Linde (a ovšem ani jinde) není, neb od kryé je pouze 
iterativ pokrywač; ale vedle kroič (krojiti) a krajač (krájeti) tam 
i jinde ovšem přichází zakrawaé (zakrajovati, rus. 3akpánBaTP), przy- 
krawač (přikrajovati, rus. NpurRpáHBATB, zuschneiden), przekrawaé 
(překrajovati durchschneiden, Smith. 122.) atd. jakož i vedle napoié 
(napojiti), napajat (napájeti) přichází napawaé (rus. HamáHBATP, Čes. 
šnapojovati m. *napajovati). Že aw v zakrawad, napawaé atp. není 
stupňované u, je patrno, jakož i to, že slabika wa v týchž atp. slo- 
vích je iterativní známka — Ja, po souhläskäch a, a tedy v zde jen 
retní přídech. Slova: skrawek (skrojek), okrawek (okrojek), zakrawek 
(zákrojek), krawacz („nóž, ktörym szewcy zwykli krajač skóre“), kra- 
walnica („deska, na któréj szewc przykrawa“), krawedá (kraj, hrana), 
krawiec (luž. kravc, krejčí, „co szaty lub suknie robi, t. j. przykrawa 
i zszywa,“ cf. slvn. krajavec), dokazují snad, že zakrawaé, napawaé 
ap. není staženo, jak by se zdálo, (cf. Mikl. Gr. II. 469.) z tvarův, 
podobných čes. ruským (zakrajovati, 3arpäusars), jako stač, čes. státi 
= cromru — cramru, bad sie, čes. báti se = somrTHCA, Stawad, Čes. 
stávati, rus. CTÁHBATb, obawiaí sie, čes. obávati se, rus. 10(ÁuBATBCA 
aj. cf. obawa aj. 

Trvací slovesa (II. 2.)*): Koka, nioka, cnokA, cHOBA, TPOBA, atp. 


| *) Viz mou rozpravu: O novém roztřídění sloves slovanských. 
4* 


52 


nemají u stupňované v ov, nýbrž jsou odvozena od jmen: k0-EE, 
N10-ET, CNO-BO, OCHO-BA, OTPO-BE Atp., jako 308%, PERA, fEBA, NIEEX, 
HRA, MLEA, KARA ALD. Od jmen 3xBX (rus. 30B%, cf. stsl. 3080x cantor), 
po-BT, I PE-EB, YUS. DE-BB, (ČES. ČEV), NIE-BA, XH-BE, mE-RT, TUS. ETÉ-BT 
atd. K těmto tvarům presentním náleží infinitiv: korarn, *nnoRxTH 
(cf. čes. plovati), *enortrn (cf. slvn. sloveti), *cnorarn (cf. čes. slyn. 
snovati), *Trporarn (slvn. srb. orposarn), 3ERATH PLBATH, "PEBETH (cf. TUS. 
peBĚTE, čes. řváti), *mnsaın (cf. srb. slvn. Zivöti), BATH, KAERATH atp., 
místo něhož se obyčejně béře infinitiv *koyrn (ef. čes. pol. kué), 
MROVTH, CHOVTH, CHOYTH, TPOVTH, NAETH, KHTH, ČKALOTH (ef. pol. kluc), 
moru (cf. pol. plu6 čes. pliti), *suorn (cf. pol. blué, čes. blíti) atd.; 
ale ten infinitiv nälezi zas k presentnim tvarüm püvodnich sloves 
(I. 1.)*): soyim, naoyi, Šenov (ef. slvn. slujem, čes. sluju), enoytz, 
zpoyis, "misí (cf. čes. pleju, slvn. plejem), *mum (cf. čes. žiju, pol. 
zyje), oyiě, Knot, nom atd. 

Tvary s hvězdičkou sice nejsou doloženy (v Mikl. lex.), ale 
obdoba jich nutně požaduje a v jednotlivých nářečích slov. skutečně 
přicházejí; a) KoRm: KOBATH jako kov: °soyrn (pol. kué), cf. Tpoym: 
Tpoyru, Šenov (Čes. sluju, slvn. slujem): cnoyrn, cnoyt: CHOVTH AD.; 
b) movm: nnoyrn jako nzoRA: "nxogaru (čes. plovati), CÍ. KOKA: KORATH, 
KABBA:  KABRATH  atd.; c) podmětná cnoRa: *cnogsrTHu (slvn. sloveti) 
a auRA: ŠangErw (srb. slvn. živěti) jako rus. peBý: peBĚT:, čes. řvu: 
řváti, ch. ALPETH  ABPATH, ZbPETH — abparu atp.; d) též TpoyrHTH: 
tpoyrn jako koyruTH: "KOVTH (pol. kuč), cf. srb. CTYTETH (ominari): 
CHOVTH, US. EIEBETÄTB: EIEBATE, KOJOTÁTB: EONÖTB, MOJIOTHTB: MOJÓTE 
atp. České kovu: kovám a plovu: plovám, jako sypu: sypám, dřímu: 
dřímám atp. 

V ruštině jsou ty poměry jednodušší: trvací slovesa (II. 2.) 
NIBBÝ, CABIBY, KABÝ mají presentní kmen rozšířený souhláskou v proti 
infinitivu: MIHNTP, CINTP, KATP, jako CTÁHY, onbay, IpoCTsay mají 
presentní kmen rozšířený souhláskou » proti infinitivu CTATB, OTŠTB, 
npocrůT6; cf. iterativa (VI. 2.): CILINBÁTE, NPOCINBÁTE, HARUBÄTL 
jako BCTABÄTB, OMEBATB, NPOCTNBÁTB atp.; a trvací slovesa (I. 2.): 
EYE, CY, EAN, IL, KyYŘ mají Zas presentní kmen skräceny 
a stažený proti infinitivu: KOBÁTP, COBÁTP, ENEBÁTP, KEBÁTB, jako 
TOprým: TOPTOBÁTE, BOWM: BOeBATB; cf. iterativa (VII. 2.): CEÓBNBATB, 
HACÖBHBATB, PACENÖBEIBATB, BEILIEBBIBATB, HEPEKEBMBATB, jako BEITOPTÖ- 
BEBATB, 3ABOČBBIBATB atp. 

Slovesa: sniorarn (lit. bliuvóti), * uatokarTu (cf. slvn. kljuvati), 
NAIOBATH. COYRATH i COYMTH), NOKOVBATH AÚ). PLESENS BNHORALE, COVBAIA 


53 


atd. jsou iterativa (VI. 2.), utvořená iterativní slabikou va neb ja, 
vlastně hläskou a, ale po hlásce s přídechem retnim (v) neb pod- 
nebnim (5), jako voysarn (cf. rus. ÝATE), OBOVEATH, NAXOVEATH, HEATH, 
AAKATH i AAIATH atp. 

© Tvary: oyiRens, ovmzkeunte (lavatio), PREENT, KPLBENG, OTKPERENNIE 
(revelatio), gzgenz, 3a61keunr (oblivio), mngens ap. rovnají se tvarům 
BRIENT, EbICNHIE (Percussio), novtRENHKÉ (Tequies) atp., jen že u jedněch 
přípona, před níž je kmenová hláska sesláblá (5, 5), má přídech 
retní (v), u druhých podnební (j); cf. srb. Ónjem i Onzen (bit), nujeHm 
i NABeH (pit), ToÓujeH i roóuBeH (dobyt), a uyBeH, o6yBeH (obut), 
HaayBeH (nádut), ombbeH (odet), ımrbpem (plet), MuBeH (myt), puBeH 
(ryt), EpuBen (kryt), mIHBeH (Sit) ap. 

8. Rovněž nevzniklo ov, jak se obyčejně učí, stupňováním hlásky 
u ani jinde, kdekoli se ještě vyskytá, jako při sklonění podstatných 
muž. r., při tvoření kmenův přídavných, podstatných i slovesných. 
a) Obyčejně se učí, (na př. Daničié: „Istorija oblika“), že Dat. 

sg. m. n. -ogH, N. pl. m. -oRe a G. pl. m. -ogR% prý má ov ze stup- 
ňování u t. zv. „u-kmenův“, a tyto pády „u-kmenové“ prý přeneseny 
i na t. zv. „a-kmeny“, jež prý od nejstarších časův své pravé pády 
ztratily! Podivno, že by se ve slovanštině, jež vůbec žádných „u- 
kmenův“ nemá, bylo vyvinulo „u-kmenové“ sklonění na újmu sklo- 
nění „a-kmenového“ tak četných „a-kmenův“!*). Ale 1. stupňování 
hlásek má smysl a děje se pouze při tvořené kmenüv, nikoli při 
flexi, v koncovkách pádových! 2. vedle D. sg. -ogu, N. pl. -oge a G. 
pl. oz od kmenův na =, 0, čili t. zv. „a-kmenüv“: CmNORH, czINoKE, 
CHNORK; BOFORH, KOTORE, BOFORT; 3RATORN atd. přichází též D. Sg. gu, 
N. pl. ıege a G. pl. wen od kmenův na w, se čili t. zv. „ja-kmenův“: 
BHNAPIERH, MAKEEH:; MOPIERH, NMIJEBH;  MONIEKÉ, 3MHIERE; KDANIERE, KPAIERT, 
gpavegs atd. Hlásky před tím v souhlasí, jak vidět, s t. zv. zákmením 
(Stammauslaut): os 5, 0, ae sw, te, £t. j. 10 0 a te jet. zv. 
zákmení samo, k němuž přistupuje koncovka pomocí retního přídechu 
v (cf. zájmeno: 0-R%, 0-RA, 0-KO); tedy CHN-E: crın-o-en ad. 32AT-0 : 
31AT-0-EH; ale KON-b: KOM-Ie-kM atd. mop-ie: mop-ie-ru. Kayby to o ná- 
leželo k tomu v tak, že by bylo vsuto při stupňování u v ov (au), 
tož by bylo všude jen ov a ne také jev, tedy i *konog-n, *mopor-h atd. 
jako prý cmmog-u, snarok-H! A nejen tyto tři pády, nýbrž v rozličných 
nářečích slov. i jiné pády jsou podobně tvořeny, na př. čes. Lok. 

*) Cf. Mikl. Gr. III. 2.: „unbegreiflich, wie die verschwindend kleine Anzahl der 


alten u-stámme für die ungeheuere masse der a-stámme die analogie ab- 
geben kónne.“ 


54 


sg. o bratovi ap., ano i N. sg. domov, venkov atd. stě, Dat. pl. bo- 
hovom vedle bohom; srb. celý plural u jednoslabičných: N. V. rpa- 
TOBH, KPAbeBH, A. rparoBe, EpameBe, G. rparoBá, EpameBa, D. L. J. 
rparoBnma, EpapeBuma atp.; stsl. G. L. dual. pasokoy, komteBov a celý 
plural. N. V. pasoge, komege, G. paBOBE: KONERE, A. J. POBOBTI, KONIERTI, 
D. pasoRoum, KOueBOUE, L. paBOREXE, KONeEREKE (Mikl. Gr. III. 26.). 
A v slovinčině jednoslabičná, (řídčeji dvouslabičná) subst. mohou tak 
tvořit celý sing. dual. i plural! (viz Mikl. Gr. II. 182—183.), tak 
že by vedle obecného učení t. zv. „u-kmenové“ sklonění (bez „u- 
kmenův“ !) úplně zavládlo nesčíslnými „a-kmeny“! Miklosich (tamtéž. 
23—27.) ovšem souhlasí s Boppem, že to ok v D. sg. a N. pl. je 
„guna-steigerung“ hlásky u, protože v sanskritě tu je prý také guna! 
„Ale v G. d. a pl. je prý » k zamezení průzivu rozpuštěno (aufge- 
löst) v og (!!) za sk, nebo což prý je snad správnější, k je k tomu 
konci vsuto mezi zákmení 5 a koncovku pádu ov z tak že prý stojí 
CHINOROY, CHINORL ZA CHNmOv (|), emnsz“ (!!). Tedy týž zjev a týž 
princip se tu vykládá k vůli sanskritu, dvojím, ne-li trojím spůsobem! 
Ale což má i srb. IpBo, G. apbera jaje G. jajera atd., i slovinské 
Jenko, Jože, G. A. Jenkota, Jožeta, D. L. Jenkotu, Jožetu atd. č vsuto 
k zamezení hiatu? Miklosich (tamtéž 180.) přece učí, že zde to 
t slouží k rozšíření kmene. Cf. slvn. Noe, G. Noeta i Noema, blagor 
(z blago-že) aj. Cf. též name G. kamene atd. maru (G. marepe atd., 
yphkzı G. poKRRE atd., TETO G. TERECE atd. mpzsa, G. apesare atp. ci. 
čes. N. domov, venkov, kámen, církev, těleso, jméno atd. 

Ten zájmenný, demonstrativní živel v (cf. o-K5, o-gx, 0-80) slouží 
téměř všude k rozšíření kmenův jednoslabičných (čes. srb. slvn. 1 stsl.) 
a k usnadnění sklonění jako jiné živly podobné, na př. č (slvn.) atp. 
V některých nářečích se to v střídá s j: rus. momóň, zoxóň, G. pl. 
napéň, Bpauéů atd. luž. D. sg. popej (Z popovi), mužej (= muževi), 
slovej (= slovovi), N. pl. džédojo vedle džédové atp. : 

b) Miklosich (Gr. IL 229.) uvádí „suffix ova“, jímž se od jmen 
životných bytostí tvoří přídavná přísvojná (possessiva), od jmen hmoty 
přídavná vztažná, a jímž některá přídavná jakostná pouze rozšiřují 
svůj kmen. Vykládá pak tu příponu (tamtéž 50.) ku podivu takto: 
„in rabovs servi von rabs scheint o als suffix eingetreten. zu sein, 
vor dem o in ov übergieng“ (!); tedy pass + 5 (!) = pazog-x! Ale 
1. vedle anauors (od azamr) tam sám uvádí i yzcapiekm (od uzcape), 
vedle zanogm guernus (od 'zası) i azmegs pluviae (od zsaxe), vedle 
kakoßt qualis (od nano) i cnyers talis (od enye) atd., podotknuv, že 
prý „das possessive ovs tritt ursprünglich nur an s-themen an.“ 


55 


Ovšem, ale proč? Proto, proč kmeny na s zas přijímají „regn*. 2. Jak 
při „suffixu ovs“ vysvětlí veroßs (CUjuS) Ier0RT, CETOBE, TOFORE, ONOTOBL 
od G. xero, tero, cero, Toro, onoro; cf. slyn. Čigav (cujus), onegov 
1 onegav, (cujusdam) od G. čiga, onego i onega ap. 

Jak vidět, i zde, hláska před tím v souhlasí vždy s t. zv. zá- 
kmením jména, od něhož se přídavné tvoří: os 0 A «Sn, tet; j. 
to o a 1e před tím v je i zde t. zv. zákmení samo, k němuž pristu- 
puje přípona Ez=, Ka, Ro (cf. zájmeno 0-Rm, 0-Bx, 0-80) a nikoli „suffix 
ovs“. Tím suffixem ani Miklosich tamtéž nemůže vysvětlit i posse- 
ssiva s dvojitou příponou: „oťečevo patris je prý otocoa-0va (!!), a ne 
otbčo-ova (!), t. j. není tu prý k possessivu očočo přidáno ovs“ (!); ovšem 
ne oBt, ale Kr, Ra, KO, A Ledy oTLYERT — OTLYL-R% Nebo oTiYE-BT (od 
kmene čili N. A. sg. n. ornre). „Bemerkenswerth“ je prý nagnıers 
pauli! a přece je rovněž tak tvořeno jako orpvegRx, tedy magne-k1; ale 
Miklosich vykládá podobně tvořené slovinské skofljev episcopi ze skoflj 
a oval!) místo skoflje-vs, a srbské „bjelovljev“ canis albi též z posse- 
ssiva „bjelovlj a ova(!) místo Ó$10Bm;e-BP, ačkoli při otocevs podotkl, 
že „die meinung, ovs Sei an das possessive oťočo gefügt worden, ist 
unrichtig,“ nedoloživ proč?! Při „suffixu sk, num“ (tamtéž 254) však 
praví: „Die urspr. form des suffixes ist wm: der dem uz vorherge- 
hende vocal ist... der auslaut des thema.“ A tak je to i u přípon 
0-K5, 6-K% (253, 256), 0-TE, 16-T7, 5-75, s-T5 (188) ap., a ovšem 
i u 0-kKz, ıe-R5 (49!): yeno-Br (osculum od yza-z, a, 0, heil), nove-s% 
(nachtstation od noyn); O-B-NT, IE-ELNE: MEXO-EDNE (MET), ABXTE-EKWK 
(K02b); O-BHTb, IC-BHTE: A0MO-BHTL (XOMT), PRXYE-RHTE (přyk) atd.; 
O-KATE, IE-BATK: CUS. ÓBIO-BÁTP (ÓBIT, A, 0) CHHEBÄTT (CHHP, A, €) atd. 

c) Slovesa zapo-guru (donare) vedle zap-n-ın (14p-5), NAOCTPO-EH-TH 
(accuere) vedle ocrp-n-Tn (0cTp-x) nagoyasze-gn-ın (pluere) vedle auası-n-ın 
(4331-b) atp. Miklosich (Gr. II. 452.) odvozuje od jmen, tak jako 
CNAB-H—TH (CAA-BA), BAB-H-TH (CÍ. 3A-BA-KA), NAAB-H-TH (NNA-ET), CTAR-H-TH 
(cra-R=) atd., při čemž prý „zákmení (jména) před suffixem © od- 
padá.“ Ale u sloves na -o-gn-Tn, ıe-en-Tn to „zákmení“ jmen patrně 
neodpadá, nýbrž zůstává, opět in neutro, čili co pouhý kmen: o, te, 
k němuž přistupuje třídní hláska, čili slabika © (< ja) faktitiv čili sloves 
příčinných (IV. tř.) pomocí retního přídechu v, neb není jmen: 
_AAPORT, °NAOCTPORT, "nazowazekm atp., aby se to v slabiky v? těch 
sloves mohlo považovat za kmenové, jako u cenag-n-Tn (caa-KA), CTAR- 
n-TH (cTA-EE) atp. cf. zap-n-ın (zapx, do-num od Vda) atd. U sloves 
faktitivních na os-n-Tn, w-Eu-Tu je tedy to v přídech, jako u sloves 
iterativních na -a-EATH: AA-KA-TH, CTA-RA-TH Atp. 


56 


Jinak Miklosich vysvětluje (tamtéž 485.) slovesa na ovati („ova- 
stámme“): „ova prý sestává z u a a“... „Dieses glaube ich auf 
den auslaut der den aind. a-themen entsprechenden subst. zurůck- 
fůhren zu sollen, welcher auslaut vor vocalen úberhaupt in ov úber- 
gehen kann (!)... pol. psowac, psuč (== * nacorarn, * m.covTH) tedy po- 
vstalo z p3ss tím, že a před a prý přešel v ov(!!), kdežto jinde 
přechází v u.“ Ale vedle napo-sa-ın (donare od zaps) přichází 
i nanmre-sa-rn (tumultuari Od naumTe) a vedle czka30-Ra-TH (narrare 
Od kas-a-TH) I OTREUITE-KA-TH (respondere Od OTRKINT -A-TH — OTBET-A-Th) 
atp., tedy i zde hláska před třídní slabikou va souhlasí s t. zv. zá- 
kmením jmen a sloves, od nichž jsou odvozena: o S a, 0, 84 1E8U, 
ie, < Ch. CHBENETERLCTRO-BATH (Od CHEEATTENLCTRO) A CEETAZTENE-KA-TH 
(od czkzxzrTem) atp. Následovně ani zde hláska před va nenáleží 
k tomu v, a tedy aní „ova“ nepovstalo z u-a(!) nebo docela z 6-a(!!); 
nýbrž to v je zde u sloves na -0-va-ti, je-va-ti opět jen přídech jako 
u sloves na -o-vi-ti, je-vi-ti, A OBEXO-RA-TH: OBEK-A-TH (KUS. o6$raTs od 
00515) a ovynme-KA-TH: OVYHN-A-TH (Ordinare) jako zapo-EH-TH : ZAp-H-TH 
A ABXAC-RH-TH: AKKA-H-TH atp. 

9. Z dosavädniho rozboru jsme viděli, že slabika ov (av) nikde 
ve slovanštině nevznikla stupňováním hlásky u, jak se obyčejně učí, 
neboť to o (a) před v se střídá s jinými hláskami širokými (a, 0, 4, 
u, oy), jako je před v se střídá s jinými hláskami úzkými (m, te, k, 
K, 10), a t0 v po o (je) je u jmen přípona vo, va, vo a u sloves retní 
přídech, příbuzný s onou příponou. 

Záměna kořenné hlásky « hláskou o (a) děje se jako záměna 
kořenné hlásky č touž hláskou o (a), z té příčiny, že jako vedle 
sesláblých kořenův na %, tak i vedle sesláblých kořenův na u jsou 
více méně známy totožné kořeny původní na a, jež se dle potřeby 
vzájemně doplňují a zaměňují. Tak skr. koř. pron. interrog. je a) ka 
(ka-s N. sg. m. ká N. sg. f. a věd. ka-t N. A. sg. n., cf. kaé-éit), 
b) kč (ki-m N. A. sg. n., kí-jant, ki-jat guantum? ki-drsa etc. gualis? 
na-ki-s, má-ki-s), c) ku (kú-tas unde? kú-tra a věd. kú-ha ubi?), 
tedy v jednom a témž kořeně přicházejí všecky tři prahläsky: a, 7, u. 
A tak je to více méně i u ostatních kořenův ma, mi, mu, pa, pi, pu, 
gar, gůr, gur, kra, kri, kru, tak, tik, tuk, sla, sli, slu, pla, pli, plu, 
tra, tri, tru, sna, sni, snu atd. 

Jako tedy ? (e) před příponou 7, v... se stupňuje voca, tak 
i u (y) před příponou v, j... se stupňuje v o<a, t. j. místo se- 
sláblé hlásky č, u nastupuje silnější, původní hláska o < a. 

g. e. d. 


57 


Dodatek. 


U na druhém stupni, t. „av“, před souhláskou se prý přesmykne 
ve „va“: Race fermentum, potatio, sgachtn fermentare, humectare 
(cf. kmcnarTu madefieri, srb. kuma dest, KIICKE i KEICENE acerbus, Čes. 
kysati bullire, fermentari, cf. i REKOVCE, KEKOVCHTH, BEKOYWATH TUS. 
KýmaTB, lat. gustus, gustare), xgaruru (cf. čes. chvat — spěch, srb. 
SAT — XBAT — säh), xeararu prehendere i xsanarn (!) rapere (cf. xm- 
THTH, XETATH, xEmTarh rapere, pol. chwyt, chwytka, chwycié, chwytaé, 
srb. XHTUTH Sspěšiti, čes. chvátati) a čes. kvap, kvapný, kvapiti (Kmnerm 
salire). Tyto tři příklady se obyčejně uvádějí na důkaz toho stupňo- 
vání (cf. Geitler Fon. S. 92. 2) a už ten nepatrný počet příkladův 
činí to pravidlo podezřelým. Podobných tvarův s va před souhláskou 
je sice více (TRApk, CKapa i CEAPE, CKATE, KEAPL, CKRAPA i CKBAPE, XRARU, 
YRANE, XEXCTATH, Kvačiti, kväkati atp.), ale nelze jich vyložit stupňo- 
váním hlásky u, protože a) jak jsme viděli, u se vůbec nestupňuje 
v ov (jež by se před souhláskou snad také muselo přesmyknout ve 
vo?) a tedy se také dále nestupňuje v av — va; b) se tu opět bez 
patrného rozdílu ve významu střídá va s vo, ano i S vs, vi a W; 
c) srovnáním těch tvarův s podobnými vychází na jevo, že va, vo 
atp. je starší, původnější, než seslabením a stažením z něho povstalé 
u, y; d) to v se tu zhusta rovná jiným spirantům (Rh, j, s), s nimiž 
se střídá, pročež se i častěji vynechává. — 

Obyčejně se učí, že se av před souhláskou ve slovanštině prý 
nutně přesmykuje ve va k zamezení dvojhlásky čili dvojité konso- 
nance na konci slabiky. Ale nejen čeština má na př. kousati (kdysi 
psáno i vyslovováno: kausati), koupiti (kdysi kaupiti), choutka (kdysi 
chautka atp., jako kavka, stavba atd., jež se namnoze posud vyslo- 
vují jako kauka, stauba atp.; nýbrž i staroslověnština cizí au před 
souhláskou mění jen v ag (a nikoli ve za): KABKANE (KavKÁÁov), 
KABEKA i KABKA (DĚ. KČVKE), KARKACHÁCKÉ (CAUCASÍUS), agryers (augustus), 
TABPA (AEVOC), A AEPLCKEB, MABPHNG (WČVOOS), NARNE, NAREAB, MABBAR i NAVAE 
(Paulus), cagas i cnovaz (Saulus), ragnx (tabula), ragpx (taurus), Ta- 
EpkCKÉ (tauricus), vagmka (kavka), ano i vagaz, Srb. uaBao (clavus), 
luž. pawk (= pauk, pavouk) atd. Tedy ono „přesmyknutí“ by nebylo 
nutné ani ve kRacHTu, xKaruru a kvapiti atp. 

Někdy zas stojí va, vo proti pouhému a, 0: čes. sle. kvapka, 
kvapati, kvapnüti a kapka, kapati, kápnouti i kanouti, sanım (gutta), 
kanaTu, sanarn (Stillare); pol. przestwór, przestworny proti npocrops, 


58: 


rus. IPOCTÖPHMÄ, cf. npocrkpá, npocrupat, npocrpanm atp.; stal. xBopz, 
XROpPOCTL, XBOpATH A pol. chory, choroba, chorowaé; pol. chwyt, za- 
chwyt (záchvat), chwytka (míč), chwytny (chytavý), chwycié, chwytaé 
a čes. chytiti, chytati; slvn. gozd, gojzd a čes. hvozd, rg03x+ (Silva) ; 
srb. AUPHYTE, AUhH, A ARNFATH, AEHINATK srb. CHHYTA,: CHjaTu a CBA- 
HYTE, :stsl. cBbuATH,. CBhTETH ; SÍSÍ. rROZTEHŘ A FROZAHŇ (Clavus) ; AHCTEHIE 
i aucruie, (folia) atd., Tedy to v ve slabice, va, vo před souhláskou „zde 
se může, ano musí vykládat jinak, než přesmyknutím stupňovaného u. 

Jinde se zas střídá va S vo i v5, ano i S vi A vo: TBaps (Opus; 
creatura), čes. tvor, TRApbE-NE tvůrčí cí. čes. tvorba, TRApors (guark) a slyn, 
srb, TBODANO, Čes, tvořitko (kaslein cf. it. formaggio, fr. fromage m. 
formage), ‚tgops. (gualitas),, čes. tvar, tvář, cf. němá, tvář — němý 
tyor, cf. reppas (slvn. tverd i terd, pol. twardy, rus. TBĚPINĚ) firmus 
A TROPHTH.< TBAPATH, ÍOrmare; CRApa, (rixa) A cBapz (pugna), Čes. svár 
(cí., vříti a vřava 1 hněv) i nesvár a, nesvornost; ‚keammm, i CKBAZNIA 
A chkommm (foramen, CÍ. CKRO3E, CKO3E, CKp03%, kpo3k, kroz, Čes. skrz, 
rus. CEBOBHÓŮ t. BĚTEDE průvan); cEATE a cRORKE, (affınis, slyn. Čes, 
pol. luž. svak), cgaruTH ca, = cRonın ‚ca (affinem, generum fieri); čes. 
kvákati a kvokati, kvo@na, srb. EBOURa, Stsl. sgoxurn (adulari), KEHYATH, 
kvikati (gruníre), cf, kvíleti, stsl. yenanen, (flere), yenaeın (plangere) ;, 
3KONT, (SONUS, Čes..zvon, campana, srb. 3BOHO) a 3Khu% (strepitus), us.,3BeHÓ 
(článek řetěze),- 38un&ın (sonare); ABops (aula) a Agbpk (jJanua, cf. něm. 
Thor a Thůr, lat. foras a fores); cEapors,. ceapoaumre (cí, skr. hvar, 
lat. uranus) a rus. cBepráTe (blitzen) atd.. Zde je tedy va, spíše 
stupňované vo (vo) a to zas stupňované vo (vi): TRAPb > TBOPE > TELPAB, 
slyn. rus. TBĚPIB; čes. sezváněti > zvoniti Y3Banzın atd. 

Srovnáním rozličných tvarův, jednoho kořene vychází na jevo, 
že va, vo atp. je starší, původnější, než seslabením a stažením z něho, 
povstalé u: ov, ovywru, cf. lat. vox, vocis, vocare, skr. vak, vač, 
cf. ‚BemTh (Rent), res, pol. rzecz, Sache, got. vaihts od koř. vik, 
a OBLMTE (TZ OB-ELITK ZZ, OB6-Bbk-Th), Ch. res, publica rzecz pospolita, 
obec; ovania, rus. Nepey.ıoRs, cf. lat. vallis úval, cf. ovanň alveus, lit. 
üla ‚Höhle; ‚oyns. i ws, cf. lat. juvenis, Venus, venustus; oycus, iudu- 
mentum, oycma i oycuute corium;, cf. skr. vas, tegere, lat. vestis; overa, 
08, oris, (cf, jus, juris, npazo justus upaseasus), sr. skr- vad loqui, 
javan. vasta jméno, stsl. kaza calumnia,. čes. váda — křik, vadit se; 
— křičeti se s někým, ústa „znamená „tedy mluvidla, (proto ; v, množ. 
čís.);oyrpo i wrpo. diluculum, luž. jutry pl. Ostern je zajisté totéž 
co sle, srb. kampa oheň, co mové světlo denní, cí. kezpo serenitas, 
kezpuua, coelum serenum, tedy Kor. vat = vak, cf, lit. vakaras, ‚Bexeps;, 


99, 


neprávem se odvozuje oyrpo i geyepk od skr, koř. vas (!) tegere (1), 
„oyzpo prý m. overpo(!) lit. vakaras prý m. vaskaras“ (!) viz Mikl. 
lex.; oyrpo od koř. ut = vat se úplně rovná lit. aušra od koř. uš — 
vas, lat. aurora od koř. ur var atd., cf. gecna, lat. ver, skr. vasanta, 
lit. vasara, gecens, cf. i koř. jas a Jar: tecenk a jaro atp.; ovxa i t0xa 
jus; üris od koř. vas = Var Rapuru urere; oyxo auris, got. auso, od koř. 
vas audire, cf. ušák (zajíc) — vašák (vaněk), ušatý — vašatý; srb. 
YM — Bam — ss, Srb. V — R, Srb. Y3 = 813; oysza (Mikl. lex. 
— 833-138?) je snad — zo3-1a, cf. rus. BO3Ká, pl. BÓ3Eu Zügel, Lenk- 
seil, esnoy3ennst, ernoyssun bigis insidens, cf. vozka? cruoysnunya 
currus, cf. voznice, CENOV3ALCTKO Vehiculum a rus. BBHY3NÁTB I PA3Hy- 
31ATb; ovzoga — sayosa, lat. vidua, skr. vidhavä, got. viduvö, Wittwe; 
zoynens Stn&m. sueful sulfur; osoyss, osoyura I onoymra, Od kor, vz, 
OBOVTH — OB-BHTH, TUS. PA3YTb, PAsyBäTb, oBOvVTHIE Z OB-RHTHIE, cf. 
i cHoyrh — CERHTH, SNOvati — Svíjeti; okowTE i Komrnic, Srb. BOhe, 
fructus, BOhRa (ovocný strom) od koř. vat = ut, cf. lat. uti = frui; 
rgosz» clavus a pol. guz, guzik kulatý knoflík; xkocrm cauda a rus. 
xyä pennis, čes. chvój, jako xRopx a churavý ; rus. TBepb a čes. Tur; 
Suhaj a švihák Stutzer; moyps, moypa, movpanm uxoris frater a Čes. 
švarný schmuck; agıps, luž. durje, lit. duris, něm. Thor a Thür atd. 
tak i něm. ur- = vor-: Uraeltern = Voraeltern atp. (ale u Mikl. 
Altsl. Lautl. 198 „ist urslavisch nicht vorslavisch)! cf. lat. quatere 
a percutere atd. Ježto je kořen starší než-li tvary od něho odvo- 
zené, tož je kořenné va, vo atp. původnější, než seslabením a sta- 
žením z něho povstalé u, y v tvarech odvozených. 

Konečně se to v v slabice va, vo atp. zhusta rovná jiným spi- 
rantům (h, j, S), s nimiž se střídá: gu (= kv) =c (= ts m. ks) i č 
(C 01k ch s es"ka) 8 (2824 Uzm. 
gz) i ž (— dž m. gž = gj) — gh, dv — dh (th) = f, atp., na př. lat. -que, 
stsl. -xe, něm. au-ch ; quojus = cujus vnň ; guid ve, YhTo, Yaco ; re-quiescere 
nO-XH-TH, NO-YHRATH ; Quatuor verzipnie, SOL. fidvor, skr. čatvár; guingue 
skr. pancan, got. fimf; coquere nex-, skr. pac-, něm. koch-; anguis 
aan; lingua astınn; linguere na3aTu; Aeups fores, Thor i Thür, dea; 
sgspn fera, Thier, 970l0v; cewepens ferus, ferox; TELPAT firmus, TRopnTH 
formare; ckekpx a cRenpzen lat. socer a socrus Tec. éxvoog, lit. šešuras, 
cf. cecrpa lat. soror, lit. sesů, got. svistar; TRoň-a něm. dein, ckoň 
a něm. sein atd. Dle toho je v někdy též pouze vsuté („parasi- 
tické“), jako jiné spiranty 7, h, s, pročež i někdy schází. 

Nikdy tedy nevzniká va, vo stupňováním u, y, nýbrž naopak. 
u, y vzniká stažením va, vo, vi atp., ať je to v původní nebo jen 


60 


vsuté. "Tak na př. xkana, XEATHTH, XBopt, XEacTATH atp. nepovstaly 
stupňováním z xoyna, xzruTu, xsıpa, Chystati atp., nýbrž naopak xovna 
hana, xsırurn prehendere, xzıpa debilitas, morbus, chystat? parare atp. 
povstaly stažením Z xkgana laus, xRaTHTH prehendere, xKops agrotus, 
debilis, xgacrarn gloriari atp., jež vesměs povstaly stupňováním od 
kořene chv?, rozšířeného neb sesíleného z původního, prvotního ko- 
řene vi: xemna laus cf. plausus, potlesk, xganurn laudare, cf. plaudere, 
tleskati rukama 1 kývati hlavou, gratias agere, XEATHTH CA — XRACTATH, 
se jactare, vypinati se, vyndseti se, sich brůsten, sich breit machen 
a p., xgopk nemocný, slabý, tresouci, chvějící se, cf. xg0CT%,’) XxEOŇŘ, rus. 
XBODOCTE — XB0-pocT5 Reisholz sts]. xepacrz, Čes. pol. chwila (Weile) 
= rus. Mare, mžik (oka)mžení, mernogennte momentum (= movimen- 
tum) temporis, a noxmaz Curvus, pol. pochyly, čes. chýliti, luž. 
khileé inclinare, srb. xuna dolus, bulh. xHIH C5 subridere atd. Jako 
tedy chvat atd. od chvěti se, koř. vi, tak i kvap (vedle kap) atd. od 
koř. skr. svap (sap, Sop, sup, Syp, sip) a rovněž i kvas atd., cf. čes. 
těsto kyne (= kyše, kysne), rus. 1510 EHHÁTE, a stsl. KENCHATH i KEI- 
ustn bullire. 


5. 


Über zwei neue Vogelreste aus der böhmischen Tertiár- . 
formation. 


Von Prof. Franz Bayer in Tabor, vorgelegt von Prof. Frič am 27. Jänner 1882. 


In dem überaus reichen Materiale, welches in Folge der erspriess- 
lichen Thätigkeit des Comité für naturwissenschaftliche Durchforschung 
Böhmens im böhmischen Museum gesammelt wurde, fand man auch 
zwei ziemlich kleine Platten, an denen wenige Knochenreste zu sehen 
waren. Da die beiden Versteinerungen nur schlecht erhalten blieben, 
gelang es ihnen nicht, die Aufmerksamkeit an sich zu ziehen oder 
gar einer gründlichen Bearbeitung für wert und würdig befunden 
zu werden. Ich habe versucht, von der einen Platte einen Gyps- 
abguss zu gewinnen, was um so leichter. geschah, als sich in dem 
betreffenden Gesteine nur etliche Knochensplitter fanden, die man 
ganz leicht wegschaffen konnte. Nun glaube ich aber, dass es viel- 
leicht doch billig erscheint, wenigstens in der Form einer vorläufigen 


*) Chvost: chvěti se — skvost: skvěti se m. stvěti se a to m. gvstěti se. 


61 


Mittheilung auf die beiden Versteinerungen aufmerksam zu machen 
und ihre Existenz mittels einer kurzgefassten Beschreibung zu kon- 
statiren, wenn es auch vielleicht scheinen wůrde, dass sich die beiden 
Fossilien weder in ihren einzelnen Theilen bestimmen, noch über- 
haupt wissenschaftlich behandeln lassen. Und es erscheint dies um 
so mehr berechtigt, da die beiden Versteinerungen bei uns bisher 
unbekannt und unbeschrieben blieben, wenn man davon absehen 
will, dass eine von ihnen blos dem Namen nach in Prof. Krejčí's 
vortrefflicher „Geologie“ (Seite 915) citirt worden ist. Ich habe nun 
die beiden Fossilien in der Fig. 1 und 2 abgebildet und will hier 
einen Versuch der Deutung und Beschreibung einzelner Knochen 
folgen lassen, soweit es sich überhaupt bei dem nur theilweise guten 
Erhaltungszustande namentlich der zweiten Platte thun lässt. 

Die in Fig. 1 abgebildete Platte rührt aus den tertiáren Tuft- 
ablagerungen von Warnsdorf her, an der anderen. Platte (Fig. 2) 
sind die Knochenfragmente im ebenfalls tertiären Polirschiefer ein- 
gebettet, und wurde diese zweite Versteinerung bei Skalitz (unweit 
von Leitmeritz), also in dem Saaz-Leitmeritzer Becken der böhmi- 
schen Neogenformation gefunden. Beide Fossilien sind demnach 
eines und desselben Alters. Auf den allerersten Anblick‘ erkennt 
man, dass man hier mit Uiberresten zweier Vogelskelette, und 
zwar mit den Hauptknochen der Vorderextremität zu thun 
hat*). Und wenn wir die Knochen an den beiden Platten sorgfältig 
betrachten, finden wir, dass man sie zweifelsohne für Knochen von 
zwei Wasservögeln halten kann. Ich habe wenigstens die Knochen 
ihren Dimensionen, ihrer Form und kurz und gut allen Verhält- 
nissen in der Länge, Breite und Dicke nach mit den Knochen der 
wichtigsten lebenden Repräsentanten aller möglichen Vögelgruppen 
verglichen und fand, dass dieselben den Knochen von Wasservögeln 
und innerhalb dieser Ordnung wieder den Flügelknochen von süd- 
ländischen Enten am meisten ähnlich sehen. Es ist dies nichts 
sonderbares; ist ja doch bekannt, dass in der Miocänformation in 
Frankreich und in Mitteleuropa überhaupt recht zahlreiche Knochen 
von Vögeln fast aller Ordnungen, am häufigsten aber Knochen aus- 


*) Bisher wurden von Vogelresten aus der böhmischen Tertiärformation von 
Prof. Reuss einige Knochen in der Abhandlung „Die geognostischen Ver- 
hältnisse des Egerer Bezirkes etc.“ (Abhandlungen der k. k. geologischen 
Reichsanstalt I. Bd.) und von Dr. O. Novák Uiberreste von Vogelfedern in 
dessen Abhandlung über die „Fauna der Cyprisschiefer des Egerer Tertiär- 
beckens“ beschrieben. 


62 


gestorbener Entenarten gefunden werden; überdies scheint besonders 
bei der ersten Art (Fig. 1) auch der Ursprung des Gesteines, in 
welchem die Knochen eingelagert sind, wenigstens dafür zu sprechen, 
dass es ein Wasservogel gewesen ist, da die Basalttuffe meistens 
unter dem Wasserspiegel der Tertiärgewässer aus dem eruptiven 
Schlamme sich abzulagern pflegten, wobei sie die am Wassergrunde 
liegenden Knochenüberreste der schon früher todten Thiere in sich 
aufnahmen. 

Da die beiden Versteinerungen, wie schon gesagt, bisher unbe- 
nannt und uúnbeschrieben blieben, so sei es mir erlaubt, denselben 
auf den Rath des Herrn Prof. Dr. Frič vorderhand einen nur provi- 
sorischen Namen geben zu dürfen und im Anschluss an die beiden 
Textfiguren dieselben eingehend, soweit es überhaupt möglich, zu 
beschreiben. 

1. Anas (?) basaltica (Fig. 1). Die gelblichen Knochen sind 
hier in lichtbraunem Basalttuffe eingelagert, der von Warnsdorf aus 
nördlichem Böhmen herrührt. Der Vogel, von dem uns nur diese 


c 
1 


sc 

cs 

Fig. 1. Anas (?) basaltica; h = humerus, c = 08 coracoideum, sc = scapula, zer- 
brochen; cs-— Bruchstůck von einer Rippe. 


wenige Knochen des Schultergůrtels und der Vorderextremität erhalten 
blieben, muss ein altes, vollkommen ausgebildetes Exemplar gewesen 
sein, da alle Gelenkköpfe gut erhalten und stark erhaben erscheinen, 
was darauf hindeutet, dass sie vollkommen ossificirt waren. Wir 
sehen da folgende Knochen: das Oberarmbein (humerus, A), offenbar 


63 


vom rechten Flügel, das Coracdid (c) und das entzweigebrochéne 
Schulterblatt (scapula, sc) ebenfalls von der rechten Hälfte des 
Schultergürtels, und endlich ein Bruchstück einer Rippe (cs). 


Vom Oberarme (%) ist nur dessen. breiteres Schulterende und 
der grössere Theil des eigentlichen cylindrischen, hier freilich etwas 
zerdrückten Humeruskörpers erhalten ‚geblieben. Die einzelnen Theile 
der oberen Gelenkkuppe, so z. B. das spitzige und dreieckige, hier 
nach oben verlaufende tuberculum inferius und das gebogene, gerun- 
dete tuberculum superius sind sehr deutlich zu sehen. Ein tiefer 
Eindruck unterhalb des spitzigen tub. inferius zeigt genau die Stelle, 
wo gewöhnlich das Luftloch (foramen pneumaticum) zu sein pflegt, 
das hier einfach nur in Folge dessen nicht sichtbar ist, da am Ori- 
sinale, von welchem der Gypsabguss gemacht wurde, das oberwähnte 
Loch verstopft war (man verwechsle nicht mit diesem foramen pneu- 
maticum die dreieckige, zwischen den beiden Gelenkhöckern liegende 
Vertiefung!). — Das Coracoid (c) ist fast ganz erhalten geblieben; 
es fehlt nur ein schmales Stück des unteren (auf der Abbildung hoch 
oben gelegenen) breiteren Randes und ausserdem ist am oberen (hier 
nach unten gekehrten) Ende der Knochen ein wenig zerbröckelt und 
lädirt. Der kleine Knochen, der an dem besagten Ende in der Richtung 
nach rechts (also gegen den Rand der Platte) gelegen ist, gehört 
auch zum Coracoid; es ist dies die tuberositas furcularis des Cora- 
coides. Nur der Gelenkkopf, mittels dessen das Rabenschlüsselbein 
mit dem Oberarme verbunden zu sein pflegt (tuberositas humeralis), 
blieb nicht ganz erhalten; derselbe wurde wahrscheinlich bei der 
Trennung der oberen Platte von der unteren weggerissen, so das 
von demselben nur ein ganz kleines, poröses Bruchstück (am äussersten 
rechten Rande der abgebildeten Platte) übrig geblieben ist. — Das 
Schulterblatt (sc) ist entzweigebrochen, der säbelförmige Theil des- 
selben liegt quer oberhalb des dreieckig geformten Scapula-Ober- 
theiles mit dessen beiden Höckern, dem höheren, nach rechts ge- 
kehrten processus furcularis und dem tiefer gelegten pr. humeralis. 
— Die zwei kleinen, im rechten Winkel zu einander gelegenen Knöch- 
lein (cs) sind ein Bruchstůck einer Rippe gerade von der Stelle, wo 
die Vogelrippe geknickt erscheint, wo der schmalere (hier nach rechts 
verlaufende) Dorsaltheil der Rippe mit dem wenigstens an seinem 
Anfange dickeren (hier vertikal gelegenen) Sternaltheile sich verbindet. 


| Es erübrigt noch hinzufügen, dass von der in Fig. 1 abgebil- 
deten Platte auch die dazu gehörige Negativplatte, das heisst nur 


64 


ein Bruchstůck derselben existirt. Man sieht daran nur den Negativ- 
abdruck des breiteren Untertheiles vom Rabenschlůsselbeine (Coracoid). 

Die zweite Art, 

2. Anas (?) Skalicensis (Fig. 2), wurde in gelblich weissem 
Polirschiefer von Skalitz bei Leitmeritz gefunden*). Da die Gelenk- 
enden der einzelnen Knochen nicht erhalten und die Knochenróhren 
ausserdem in důnne Splitter zerbrochen sind, geschah hier die Deu- 
tung einzelner Knochen nur mehr versuchsweise; es ist dies die 
Folge dessen, dass die Gelenkköpfe des gewiss noch jungen, wenig 
entwickelten Thieres nicht genügend ossificirt und die Knochen selbst 
noch dünn und daher spröde und leicht zerbrechlich waren. Wir 
sehen an der hier abgebildeten Platte Bruchstücke der drei Haupt- 
knochen vom (wahrscheinlich linken) Flügel, und zwar liegt das 
Oberarmbein (humerus, 2) zwischen der dünneren Speiche (radius, r) 


Fig. 2. Anas (?) Skalicensis; h—humerus, »=ulna, r—radius, v — Bruchstücke 
von Wirbeln, p=ein Pflanzentheil. 


und der dickeren Elle (ulna, w) hineingeschoben. Wie schon gesagt, 
sind eigentlich nur lose Splitter von Knochenröhren der drei Beine 
— vom humerus der Obertheil, von der Elle und Speiche die Unter- 
theile — erhalten geblieben; die Gelenkköpfe sind plattgedrückt, 


*) Wie schon gesagt, citirt Prof. Krejčí diese Art unter dem Titel „Genus 
indet.“ in seiner „Geologie“ in der Uibersicht der bohm. Neogenfauna. 


65 


durchlöchert und porös, da das Ganze von einem noch ganz jungen 
Thiere herrührt, dessen Knochen nur durch knorpelige, weiche Ge- 
lenkenden an einander gebunden waren. Rechts bemerkt man Bruch- 
stücke von Wirbeln (v), an denen beim besten Willen nicht bestimmt 
werden konnte, was für Wirbeln sie wohl gehören. Ausserdem er- 
blickt man da noch Knochensplitter, die von der Ulna herunter von 
links nach rechts gegen die besagten Wirbelfragmente gelegen sind, 
und die ich als Bruchtheile eines der zwei längeren Metacarpalkno- 
chen deuten möchte. Links von der Speiche (r) liegt ein kleines, 
mit Längsrippen versehenes Plättchen, voll von kleinwinzigen Poren, 
in dem nach genauer Besichtigung ein Theil vom Blatte irgend einer 
monokotyledonen Wasserpflanze erkannt wurde. Die Farbe der 
äusserst dünnen Knochensplitter ist fast ganz weiss. 

Auch von dieser Platte existirt der korrespondirende, aber 
kleinere Negativabdruck, an dem die drei Gelenkenden aller Knochen 
und der Abdruck von dem besprochenen Blatttheile zu sehen sind, 
die aber noch weniger, als an der positiven, oben abgebildeten Platte, 
erhalten erscheinen. 

Nun schliesse ich, indem ich nochmals betone, dass es sich 
mir nicht um eine wissenschaftliche Bearbeitung und Beschreibung 
der beiden Vogelreste, sondern vielmehr nur darum gehandelt hat, 
dass wenigstens die Existenz zweier neuen Vogelarten der böhmischen 
Neogenformation konstatirt werde; etwas mehr als dies ist bei dem 
traurigen Erhaltungszustande der beiden Versteinerungen durchaus 
unmöglich. 


6. 


Über Constructionen von Flächen zweiter Ordnung aus 
imaginären Bestimmungsstücken. 


Vom Assistenten Karl Bobek in Prag. Vorgelegt von Prof. Ed. Weyr am 
27. Jänner 1882. 


Im Folgenden soll eine kurze Darstellung der Constructionen 
von Flächen zweiter Ordnung aus imaginären Bestimmungsstücken 
derselben versucht werden. 

Es findet sich unter denselben auch die lineare Construction 
des 8. Schnittpunktes von Flächen zweiter Ordnung, die 7 Punkte 
darunter 6 imaginäre gemeinschaftlich haben, sowie die Construction 

5 


66 


einer Curve 3. Ordnung aus 6 imagináren Punkten derselben. Nach 
Vollendung meiner Arbeit ersehe ich, dass Herr H. Můller im 1. 
Bande der Math. Annalen die Construction des 8. Schmittpunktes der 
Fláchen 2. Ordnung, die 7 reelle Punkte gemeinschaftlich haben, in der- 
selben Weise gelóst hat. Da aber daselbst auf die Anwendung dieser 
Lösung zur Construction der Raumcurve 3. Ordnung aus imaginären 
Bestimmungsstücken nicht eingegangen wird, so habe ich die im 
Laufe der Betrachtungen sich ergebende Lösung hier angegeben. 

Wie sich die vorliegenden Constructionen für reelle Bestimmungs- 
stücke vereinfachen, wurde nicht weiter ausgeführt, da es ein Leichtes 
ist, dieselben im gegebenen Falle zu specialisiren. 

1. Ist von einer Fläche 2. Ordnung 5° gegeben ein ebenes 
Polarsystem z in einer Ebene $, der Pol p dieser Ebene und ein 
Punkt a der Fläche, so ist diese vollständig bestimmt, und man 
erhält alle Punkte derselben, wenn man in den Ebenen € durch ap 
die Kegelschnitte %? construirt, welche durch a gehen und auf der 
Schnittlinie g von Č.%$ die Involution besitzen, welche dieser Ge- 
raden in x zukommt und deren Pol £ ist. Alle %? gehen durch den 
Punkt a‘, welcher a harmonisch trennt von p, $. Denn nimmt man 
a, a“ als Centren zweier Ebenen-Bündel an, die man aufeinander 
so reciprok bezieht, dass der eine [a‘] die Punkte g von $, der 
andere [a] die diesen Punkten entsprechenden Polaren g von z pro- 
jieirt, so erzeugen diese Bündel eine $”, die mit der oben construirten 
identisch ist. Denn ist &, eine durch apa‘ gehende Ebene, die $ 
in g trifft, so wird dem Strahlenbüschel in [a‘], welcher die Punkte 
von g projieirt, ein Ebenenbüschel in [a] entsprechen, welcher die 
Stralen von g projicirt und mit dem ersteren den k* erzeugt, da 
entsprechende Stralen und Ebenen g in Punkten der Involution von 
m schneiden. 

2. Durch zwei ebene Polarsysteme x, z, in den Ebenen ®,, 
%,, welche auf der Schnittlinie p,, der beiden Ebenen identische 
Involutionen besitzen, gehen unendlich viele Flächen zweiter Ordnung 
und zwar durch jeden Punkt a des Raumes eine einzige. *) 

Sind 9, 9, die Pole von py, in den Polarsystemen 7, %,, SO 
heisst ‚die Gerade 9192 = Pıs‘ die conjungirte zu p,,. Legt man 
durch a und p,,° die Ebene, welche ®,, P, in 9,, 9, trifft, und con- 


*) Es lässt sich zeigen, dass man immer zwei ebene Polarsysteme auf un- 
endlich viele Arten so legen kann, dass auf der Schnittlinie ihrer Ebenen 
identische Involutionen auftreten. 


67 


struirt den durch a gehenden Kegelschnitt, welcher auf 94, 9, die 
diesen Geraden in z,, 7, zukommenden Involutionen besitzt, so hat 
derselbe seinen Pol p, von 9, auf py,“. Wird dieser Punkt p, als 
Pol der Ebene ®, (z,) aufgefasst, so ist nach 1. die $* bestimmt, 
welche durch a geht. Ihr gehört auf $, ein Polarsystem zu, welches 
mit =, auf den einander conjungirten Geraden p,,, 9, die Involu- 
tionen gemeinschaftlich hat, also mit ihm identisch ist. 

3. Man kann zeigen, dass eine beliebige Gerade g von allen 
Flächen, welche durch Polarsysteme, wie in 2. gehen, in Punkten 
einer Involution geschnitten wird, wodurch dann eine andere Con- 
struction der $* sich ergibt, die durch a geht. 

Es treffe g die &,, &, in a,, a,, dann wird jede Ebene € durch 
9 die Polarsysteme in zwei Involutionen auf py, p, Schneiden, welche 
Geraden sich auf p,, in x treffen mögen. Alle Polarsysteme von Č, 
welche auf py, p, die erwähnten Involutionen besitzen (die ein Bü- 
schel bilden) induciren auf 9 Involutionen %, deren Doppelpunkte 
selbst eine Involution Z bilden. Es haben also die © alle ein Paar 
gemeinschaftlich, welches die Doppelpunkte von Z sind. Wir wollen 
nun zeigen, dass dieses Paar unabhängig ist von der speciellen Ebene 
€, die wir durch g legten. Zu diesem Behufe greifen wir zurück 
zur Construction der Involution / auf 9, welche von den Schnitt- 
punkten des Kegelschnittsbüschel gebildet wird, die auf p,, p, die 
Involutionen haben, welche zu z,, x, zugehören. Entspricht in diesen 
dem Punkte r der Punkt x, und x,, sowie den Punkten a, a, die 
Punkte a,‘ a,‘ und trifft vyr, die gin t, während a,‘a‘ dieselbe 
Gerade in t‘ schneidet, so sind t, fein Paar von Z und diese ist 
durch das weitere Paar a,, a, bestimmt. Lässt man nun € sich um 
9 drehen, so bleiben a,, a, fest, es ändern sich blos t, t‘, indem 
sie g durchlaufen und zwar sind die Punktreihen t und ft proje- 
ctivisch. Die Punkte a,“, a,’ laufen auf den Polaren a,, a, von a, 
und a, in z, resp. x, und beschreiben daher zu x perspectivische 
Punktreihen , während a,’a,’ eine zur Punktreihe x projectivische 
Regelschaar beschreibt. Nun ist aber vy, x, die Schnittlinie von € 
mit der Ebene &‘, welche durch p,,‘ geht und den Punkt x“ von 
P+ Projicirt, welcher dem Punkte x in der Involution auf 94, homolog 
ist, also wird t auf g durch einen Ebenenbůschel (p,,‘) ausgeschnitten, 
der zur Punktreihe r, also auch zur Regelschaar a,‘a,’ projectivisch 
ist und die Punktreihen t, t‘ sind also auch projectivisch. Sie liegen 
aber inyolutorisch. ‘Denn kömmt x,, also auch t nach a,, ist Č' 
also die Ebene p,,’a,, so fällt a,‘ in den Schnittpunkt x, von a, 

5* 


68 


mit px, also t‘ auf a,, weil x, der Pol von g, a, ist; fällt aber 
a,’ auf r also ť auf a, d. h. ist € die Ebene durch den Schnitt- 
punkt a,.p,, und g, so geht & durch p,53° und den Pol von a, 
nämlich a,; es fällt also t auf a,. Die einander homologen Punkte 
a, a, der Punktreihen t, t‘ entsprechen einander doppelt und mithin 
bilden t, t“ auf g eine Involution, die mit 1 identisch, und daher ist 
diese unabhängig von der speciellen Ebene € durch g. 

Man kann also %°, welche durch a gehen soll, auch so con- 
struiren, dass man durch a beliebige Ebenen legt, welche ®,, $, in 
?,, p. treffen, und stets den Kegelschnitt construirt, der durch a geht 
und auf p,, p, die Involutionen hat, die durch z,, z, bestimmt sind. 
Alle Ebenen durch eine Gerade g von a enthalten Kegelschnitte, die 
sich in dem Punkte a“ treffen, der a in der Involution I von g 
entspricht. 

4. Der unter 3 geführte Beweis gibt uns nun ein einfaches 
Mittel an die Hand die Richtigkeit des folgenden Satzes einzusehen. 
Hat man drei ebene Polarsysteme in den Ebenen ®,, P,, $;, welche 
auf den Schnittlinien 949; Pı3, P23 Je dieselbe Involution besitzen, 
so schneidet jede Ebene € diese in drei Geraden py, 2. P; und die 
auf diesen befindlichen Involutionen der drei Polarsysteme bestimmen 
ein Polarsystem =, im €. (Drei Involutionen sind mehr als hinreichend 
zur Bestimmung eines Polarsystemes, da dasselbe durch zwei Invo- 
lutionen und ein Paar conjungirte Punkte bestimmt ist.) Denn alle 
Polarsysteme in €, welche auf p,, p, die bestimmten Involutionen 
haben, besitzen ein durch Z auf p; gegebenes gemeinschaftliche Paar 
und eines derselben wird daher individualisirt sein, wenn ich auf 
p, noch ein Paar conjungirter Punkte desselben angebe, diese kann 
ich aber als ein Paar homologe Punkte der Involution annehmen, die 
7, in B; zugehört, dann haben aber das Polarsystem in € und das 
in ®, auf p; identische Involutionen. 

Durch drei Polarsysteme in ®,, P,, $;, welche auf den Schnitt- 
linien ihrer Ebenen p,2; Pıs, Pa, identische Involutionen besitzen, 
ist mithin ein räumliches Polarsystem bestimmt, indem alle eben 
construirten ebenen Polarsysteme © enthalten sind. Drei ebene Polar- 
systeme, deren Ebenen &,, &,, &, durch e gehen und sich in %9, 
63) 63 treffen, haben auf diesen Geraden wieder gemeinschaftliche 
Involutionen und die Ebene Č, welche die drei Punkte e,, ©, ©% 
verbindet, die dem Punkte e entsprechen, ist seine Polarebene. 

Es folgt weiter, durch zwei Polarsysteme r, =, in ®,, B, und 
ein Paar conjungirter Punkte b,, 6; ist ein räumliches Polarsystem 


69 


bestimmt. In jeder durch b,, b, gehenden Ebene P, ist ein ebenes 
Polarsystem x, bestimmt, das, mit 7; und x, auf den Schnittlinien 
ihrer Ebenen identische Involutionen hat und für welches b,, 6, con- 
jungirte Punkte sind. 

5. Soll eine Fläche 2. Ordnung 3%” die Ebenen P,, PB, in je 
einem Kegelschnitte %?, k2 treffen, welche den Kegelschnittbůscheln: 
(b?) (52), die in ®,, SB, gegeben sind, angehören, so ist $* durch 
noch einen Punkt a individualisirt. Die zwei Polarsysteme der Bůschel 
(5%) und (52), welche auf p,, identische Involutionen haben, bestimmen 
unter Hinzunahme von a die %°. Würden zwei Polarsysteme x, m“ 
und =, x“ der Büschel (d?) (bž) auf py, identische Involutionen 
besitzen, dann würden alle Kegelschnitte von (5?) sich mit je einem 
von (b3) auf py, Schneiden und die Büschel liegen dann perspecti- 
visch zu p,„. Man ersieht, dass dann durch a unendlich viele $° 
gehen, deren Mächtigkeit mit der des Büschels (5%) übereinstimmt. 
Jede Ebene © durch a und also nach 4 überhaupt jede Ebene schnei- 
det alle Flächen in Kegelschnitten, die ein Büschel bilden; denn die 
Kegelschnitte in  projiciren Involutionen von p, =E.P, u.9,=€&.R,, 
deren Doppelpunkte die Involution Z bilden, welche der Büschel (5?) 
beziehungsweise (bž) auf p, und p, ausschneidet. Durch einen wei- 
teren Punkt b wird also eine %” bestimmt sein. 

6. Nennt man entsprechende Kegelschnitte zweier Netze [13] 
und [22] der Ebenen $,, P, solche, die sich auf der Schnittlinie py, 
beider Ebenen treffen, beziehungsweise dieselbe Involution projiciren, 
entsprechende Büschel der Netze, solche, die von entsprechenden 
Kegelschnitten gebildet werden, die also zu p,, perspektivisch liegen, 
so gilt folgender Satz: Ist t ein fester Punkt von p,, und X, © 
seine conjungirten Punkte in Bezug auf zwei entsprechende Büschel 
der Netze, so gehen die Geraden t,, r, durch einen festen Punkt t,>, 
oder die die Ebenen ®,, P, sind durch die Punkte x,, x, in centrisch 
collineare Verwandtschaft gesetzt. 

Seien %?, kž zwei entsprechende Kegelschnitte der beiden Netze 
und č,, i, die Polaren von t für dieselben, die sich auf px, in ť 
treffen müssen, sowie (b?) (d2) zwei einander entsprechende Bůschel, 
die aber k* resp. kž nicht enthalten und x,, v, die conjungirten 
Punkte von t für diese Büschel. Dann schneiden die Polaren 7, %, 
des Punktes t zweier entsprechender Kegelschnitte /?, 22 der Büschel 
die Geraden 7,, t, in den Punkten m,, m,, welche t conjungirt sind 
für die einander entsprechenden Bůschel (k? 2?) und (%2 12). Da aber 
die Ebene der Polaren z, x, (diese schneiden sich auf 9,,) stets 


10 


durch x,, © geht, so geht auch m,, m, durch einen- festen Punkt, 
den Schnittpunkt von x,, x, mit der Ebene durch 4, 't,. Sind nun 
t,‘, t,“ Polaren von t für zwei ander k?‘, kž“ des Netzes und treffen 
diese die 7; und.č; in m,‘ und m,‘, so ist in (5?) und (b2) stets je 
ein Kegelschnitt vorhanden, für den m,‘ resp. m,‘ conjungirte Punkte 
zu t sind, daher schneidet m,‘, m,‘ auch x,, r, in demselben Punkte 
t,, wie die Ebene ď,, č, und es gehen also auch die Verbindungs- 
linien entsprechender Punkte von %,“ und t,‘ durch den nämlichen 
Punkt t,,, durch den, wie man sieht, auch die Ebenen der Polaren 
von t für zwei entsprechende Kegelschnitte der Netze gehen. 

Lässe man t die Gerade p,, durchlaufen, so erkennt man leicht, 
dass t,, eine Raumkurve dritter Ordnung beschreibt, welche erzeugt 
wird durch drei projectivische Büschel, deren Axen die Verbindungs- 
linien der Pole von p,, für drei entsprechende Kegelschnitte des 
Netzes sind. 

7. Soll eine Fläche $” drei gegebene Ebenen $,, B., P, in je 
einem Kegelschnitte treffen, die gegebenen Netzen [n?], [»2], [r3] 
dieser Ebenen angehören, so ist diese Fläche bestimmt. 

Es sei t der Schnittpunkt der drei Ebenen. Man beziehe nach 
6. die Netze [23] [n3], sodann [13] [13] und schliesslich [23] [23] 
aufeinander, wodurch man drei Punkte t,,, ty,, tz, erhält. Die Ebene 
T dieser drei Punkte schneidet die Ebenen ®, Ps, B, in drei 
Geraden £,, £,, č, die als Polaren von t aufgefasst, in jedem Netze 
einen Kegelschnitt (resp. Polarsystem) bestimmen, die einander ent- 
sprechen und daher auf den Schnittlinien ihrer Ebenen dieselben 
Involutionen besitzen. Solche drei Polarsysteme bestimmen nun nach 
4 eine $* vollständig. Haben die Polarsysteme alle imaginäre Ord- 
nungskegelschnitte, so kann natürlich auch %, imaginär sein, aber 
durch ein räumliches Polarsystem nach 4 vertreten gedacht werden. 
Da ©% die Polarebene von t ist und in © leicht das dieser Ebene 
zukommende Polarsystem angegeben werden kann, so ist diese Auf- 
gabe auf die 1. zurückgeführt. 

Sind alle drei Netze spezielle, d. h. solche, deren Kegelschnitte 
durch 3 reelle Punkte gehen, so erkennt man, dass die obige Con- 
struction, die sich dann etwas vereinfachen lässt, eine Fläche liefert, 
die durch 9 Punkte geht und dass eine Fläche 2. Ordnung durch 
9 Punkte bestimmt ist. Da ein Netz durch 3 Paar conjungirte 
Punkte (für alle seine Kegelschnitte) bestimmt ist, so ist oben eine 
Fläche construirt, von der)9 Paar conjungirter Punkte gegeben sind, 
von denen aber je drei Paar in einer Ebene liegen. 


[a3 


Zusatz. Auf dieselbe Art construirt man eine %,, von der'3 
reelle Punkte a bc und 6 imaginäre gegeben sind, wenn letztere 
auf den reellen Geraden a, bd, c durch je eine Involution bestimmt 
sind.‘ Man lege nur durch aa, 5b, ec die drei Ebenen $,, Pa, z, 
dann treten in diesen spezielle Netze auf, mit denen man nach Ri 
herem verfahren kann. 

8. Fallen die drei Punkte t,,, a3, tz, in eine einzige Gerade 
t, so -wird jede durch 't gehende Ebene © in $, Ps, P, je eine 
Gerade bestimmen, welche als Polare von £ aufgefasst, Kegelschnitte 
in den Netzen bestimmt, die auf einer $* liegen und diese bestimmen. 
Denn trifft 2 die Ebenen in t,, t,, t,, so ist in jeder ein Büschel von 
Kegelschnitten des betreffenden Netzes bestimmt, für den tt, resp. 
tt, oder tt, conjugirte Punkte sind, und die Büschel sind einander 
entsprechend, daher bestimmen je drei ihrer entsprechenden Kegel- 
schnitte eine $° und alle diese Flächen bilden einen Büschel, durch 
einen weiteren Punkt a ist eine seiner Flächen bestimmt, wenn sie 
diesen enthalten soll. 

Unter der Bedingung also, dass in den Netzen [n?], [nž], [»2] 
sich‘ drei Büschel [53], [52], [53] befinden, die perspectivisch zu 
einander in Bezug auf die Schnittlinie ihrer Ebenen liegen, reichen 
drei solche’ Netze nicht aus um eine Fläche 2. Ordnung zu bestimmen, 
sie zählen nur für 8 Bedingungen. 

9. Ausser den Flächen 3°, welche die Ebenen P,, $, P, in 
den Kegelschnitten der Büschel (b?), (53), (dž) treffen, können keine 
vorhanden sein, die noch in Kegelschnitten der Netze schneiden 
würden. Denn träfe %? [die Ebenen in k?, kž, k2, welche zu den 
Netzen gehören würden, so dass also diese Kegelschnitte auf der 
Schnittlinie ihrer Ebenen identische Involutionen besitzen, dann 
würden die Büschel, die durch diese Kegelschnitte durch Hinzu- 
nahme eines beliebigen aus den Bůscheln (5?), (53), (b3) constituirt 
werden, perspectivisch liegen, also würden überhaupt alle Kegel- 
schnitte der drei Netze so liegen, dass wenn man in [n?] einen 
Kegelschnitt %? hinausgreift, den ihm entsprechenden in [n2] als kž 
bestimmt und ebenso zu diesem in [n3] den entsprechenden %3 aufsucht, 
dieser auch dem %? von [r?] entspricht. In diesem Falle würden aber 
die Polaren von t' in Bezug auf diese drei, also beliebige drei so 
zusammengehörige Kegelschnitte in einer Ebene liegen und durch 
die Aufeinanderbeziehung der Netze [n?], [n2] würde auch [13] und 
[n3] sowie [13] und [n?] aufeinander bezogen werden d. h. die 
Punkte tj,, tz,, ti, fallen in einen einzigen Punkt t’ zusammen. Es 


12 


ist nun auch umgekehrt leicht einzusehen, dass jede Ebene durch 
ť die Ebenen P,, P,, P; in drei solchen Geraden £,, %, t, trifft, 
dass dieselben als Polaren von t aufgefasst drei Kegelschnitte der 
Netze bestimmen, die auf einer Fläche 2. Ordnung liegen. Durch 
solche drei Netze gehen also soviel Flächen 2. Ordnung, als Ebenen 
durch einen Punkt. Die Gesammtheit dieser Flächen heisst dem 
analog ein Flächen-Bündel 2. Ordnung. Drei Netze, die so liegen, 
dass durch dieselben ein Bündel von Flächen $* geht, wollen wir 
perspectivisch nennen. 

Es ist nun auch leicht zu zwei gegebenen Netzen [12], [12] in 
den Ebenen ®,, B+ ein drittes [n$] in einer Ebene ®, zu construiren, 
so dass dieselben perspectivisch liegen und ist für das letztere 
noch ein Punkt, den alle Kegelschnitte enthalten sollen, oder ein 
Punktepaar, das in Bezug auf alle einander conjungirt sein soll, 
willkürlich anzunehmen in $;. Denn sollen a a von ®, einander 
conjungirt sein für das Netz [n3], so nehme man aus [r?], [n2] drei 
Paar einander entsprechender Kegelschnitte k?, 12, mi; k2, 12, m2, 
die nicht demselben Büschel angehören und construire in %$; das 
stets bestimmte Polarsystem, für welches a, a’ conjungirte Punkte 
sind und das auf py; resp. ?,, dieselben Involutionen besitzt wie k? 
resp. kž u. s. w., wodurch man drei Polarsysteme %2, 23, m? erhält, 
die ein Netz [13] in P, bestimmen, so dass die drei Netze perspek- 
tivisch liegen. 

Eine Ebene € schneide $,, P, $; in py; Pa; P3, dann wird 
jede Gruppe von drei einander zugeordneten Kegelschnitten der 
Netze auf p,, Pa, pz Involutionen besitzen, die ein Polarsystem 
bestimmen -und alle die Polarsysteme liegen in einem Netze [n*], 
daher geht durch zwei weitere Punkte von Č d. h. beliebige Punkte 
des Raumes, in & ein Kegelschnitt des betreffenden Netzes [n?], der 
auch im [n?], [23] und [n3] je einen Kegelschnitt bestimmt, uud 
diese bestimmen dann eine Fläche hinreichend. Durch jeden Punkt 
des Raumes geht also ein Büschel von Flächen des Bündels und 
durch zwei Punkte nur eine einzige. 

Drei perspectivische Netze zählen also nur für 7 Bestimmungs- 
stücke resp. Punkte einer Fläche 2. Ordnung. 

10. Sind 3%, 32, 33 drei Flächen, welche durch drei Gruppen 
zugeordneter Kegelschnitte der drei perspectivischen Netze gehen, 
so schneiden sich dieselben in 8 Punkten, von denen freilich keiner 
reell zu sein braucht. Ist aber einer a davon reell und man legt € 
durch ihn, so treffen die Flächen diese in drei Kegelschnitten, die 


13 


durch a gehen, und die nach Obigem ein Netz [1*] bestimmen, durch 
das alle Fláchen des Bůndels gehen, daher gehen diese Fláchen auch 
durch den Punkt a, wir wollen sagen die Fláchen des Bůndels gehen 
alle durch 8 Punkte, indem wir dieselben durch drei perspectivische 
Netze bestimmen. Die 8 Punkte sind aber durch 7 von ihnen be- 
stimmt. Denn zur Construction dreier perspectivischer Netze konnten 
wir zwei derselben, was soviel als 6 Punkte sind, annehmen, von 
dem dritten aber nur mehr einen Punkt. 


Sind; 7 dieser Punkte gegeben, so kann man den 8. linear con- 
struiren. Wir wollen. 6 der Punkte imaginär annehmen paarweise 
conjungirt auf den Geraden a, b, e durch die Involutionen %,, %,, %, 
bestimmt und 7 wäre der einzige reelle Punkt. Die Ebene durch 7a 
sei E, in derselben bestimmen wir den Kegelschnitt, welcher 6, c trifft, 
durch 7 geht und auf a die Involution ©, besitzt, dieser bestimmt 
mit b, c ein Hyperboloid $%. Unter Hinzunahme eines beliebigen 
Punktes a. construiren wir nun ein Hyperboloid $ž, durch 5 den 
Punkt 7 und die Involutionen %, % auf a und c und analog durch 
einen Punkt b das Hyperboloid 32 durch c und 7, sowie die Involu- 
tionen %, und z, auf a und b. Die Hyperboloide 5? und $ž haben 
b gemeinschaftlich und schneiden einander, daher in einer Raumcurve 
c? dritter Ordnung, die durch 7 geht und von der a, b, c Sekanten 
sind. Aus 7 wird sie durch eine Kegelfláche 8? zweiten Grades 
projieirt , von der fünf Erzeugende leicht angebbar sind. Zwei 
werden durch die Involution 3, in 7 bestimmt, welche die Punkt- 
involution 2 von «@ projicirt, analog sind zwei andere durch die 
Involution 3, bestimmt, welche die Punktinvolution 2; von c aus 7 
projicirt. Die fünfte reelle Erzeugende d ist die durch 7 gehende 
Gerade von 3? der Schaar, zu welcher d, c gehören. Die Flächen 
32 und #2 schneiden einander nun auch in einer c}, welche aus 
T durch eine Kegelfláche 82 projicirt wird, deren 5 Erzeugende 
analog durch %,, 3, letzteres, die Projection von z, aus 7, und durch 
die Erzeugende d von 3} gegeben sind. Die beiden Curven c?, c} 
liegen auf $? haben die Geraden der Schaar 5, c, d zu Secanten, 
schneiden einander in vier Punkten, von denen 3 bekannt sind. 
Denn die beiden Kegel 8?, 83, welche die Curven. projiciren, 
schneiden einander ausser in d noch in drei Erzeugenden, ‚von 
denen zwei in 3, liegen, die dritte ist also linear zu bestimmen, sei 
dieselbe g. Die Ebene dg enthält nun von $% noch eine Gerade ď, 
welche g in dem Punkte 8 trifft, durch den die Flächen 3?, 82, 6; 


74 


gehen, und durch den also alle Flächen gehen, welche die sieben 
gegebenen Punkte enthalten. 

Man erkennt nun leicht, dass sobald die Erzeugende d von $* 
bekannt ist, man auch die Kegelflächen 63, 83 sofort erhält, indem 
man aus 7 auf eine Ebene B etwa die Involutionen 7, ,,'z, projieirt 
und durch den ‘Schnittpunkt © von d den Kegelschnitt durch 1, 'z, 
resp. 44 % construirt und. ihren vierten Schnittpunkt g aufsucht, 7g 
ist dann die verlangte Gerade und ıd’: ist die Verbindungslinie der 
Durchstosspunkte von b, c mit der Ebene dg. 

11. Wir können nun auch nach dem Vorstehenden eine Raum- 
curve, 3. Ordnung construiren, die durch 6 immaginäre Punkte ceht, 
wenn diese auf den drei Geraden a,b, ce durch die Involutionen 
‘5%, 0, definirt sind. Denn sei 78 eine nach Obigem construirte 
Gerade, so dass also die Netze in den Ebenen $;, $;, $; perspek- 
tivisch liegen, so bilden alle Flächen, die durch einen Punkt gehen 
nach 9 ein Büschel. Nehmen’ wir diesen Punkt auf 78 an, so gehen 
alle $* durch 78 und schneiden einander daher noch in einer C*. 
Da :die Kegelschnitte in $,, welche von den %$* ausgeschnitten 
werden, durch 7 und % gehen, so haben sie noch einen reellen 
Punkt a gemeinschaftlich, ‘analoges gilt für $, und $;, wo an Stelle 
des Punktes '7: der Durchstosspunkt von 78 mit der Ebene tritt. 
Projicirt man nun aus a und b (in P,) die anderen immaginären 
Punkte, so’ erhält man hinreichende Bestimmungsstücke für zwei 
Kegel zweiter Ordnung, die sich ebenfalls in C* treffen. 

Vereinfachungen in der wirklichen Construction kann man 
dadurch herbeiführen, dass man 7 auf a legt, wodurch man in ®, 
statt der Kegelschnitte das Geradennetz der Ebene erhält, und auch 
in B,, $, die speziellen Kegelschnitte der Netze benutzt. 

12. Von einer Raumcurve 4. Ordnung 1. Spezies sind 8 Punkte 
auf den Geraden a, B, c, d durch die quadratischen Involutionen 
resp. dx, 4; 0; i4 gegeben, man soll von einem Punkte 9 ihre beiden 
Secanten construiren. Man kann die Aufgabe auf zweierlei Art lösen. 
Entweder indem man die Fläche 5° construirt, die durch die 9 
Punkte geht oder indem man zwei Flächen durch die 8 Punkte 
lest und mittels dieser die Secante bestimmt. © | 

Für die erste Lösung legen wir durch 9 und a die Ebene $,, 
ferner durch d; c zwei andere nicht durch 9 gehende Ebenen P,, $; 
und bestimmen in den drei Ebenen perspectivische Netze mit den 
Basispunkten in 9 und x, sowie in % und 7; auf d und c, die zu 
ihrer Bestimmung nach (9) hinreichend sind. ‘Dann ist eine einzige 


75 


Fläche $* bestimmt, welche durch die Netze und die Involution 2, 
auf d geht, deren zwei durch 9 gehende Erzeugende Sekanten der 
Raumeurve sind. 

Wir können auch anderseits ein Hyperboloid $% durch die 
Gerade a und die 6 imaginären Punkte auf b, c, d legen, indem in 
drei durch d resp. c, d gehenden Ebenen $,, P,, $, drei Netze von 
Kegelschnitten bestimmt sind, welche (nach 7 Zstz.) eine Fläche 
zweiter Ordnung bestimmen, die drei Schnittpunkte von $,, Ba, Pa 
mit a sind die Punkte a, 6, c. Ebenso construiren wir eine %% 
durch 5 und die Involutionen 7, i,, i,. Nun legen wir aber für 8? 
sowie für $3 die Ebenen $,, $,, ®, durch den Punkt 9 und erhalten 
so zwei Ebenen %, und £,, welche seine Polarebenen für Š+ und 
Č3 sind. Ihre Schnittlinie sei £. Ist dann € die Ebene gt, so schneidet 
sie beide Flächen %? und 33 in je einem Kegelschnitt, dessen Polare 
von 9 die Gerade č ist d. h. die Kegelschnitte schneiden sich auf 
zwei Geraden, die durch 9 gehen und diese sind die Secanten der 
Raumcurve 4. Ordnung. 

Man kann nun $°, welche durch 9 geht, auch leicht construiren, 
da & ihre Tangentialebene in 9 ist und die zwei construirten Geraden 
ihre Erzeugenden. Sind letztere imaginär, so treten an ihre Stelle 
die sie definirenden Doppelstralen einer bestimmten Involution. 

Wie sich die hier angegebenen Methoden bei Spezialisirung 
der Angaben vereinfachen lassen, soll nicht mehr entwickelt werden, 
da das Vorstehende hinreicht, um Flächen aus conjungirt imaginären 
Punkten zu construiren. Sind von den Flächen 2. Ordnung conjungirt 
imaginäre Gerade gegeben, so definiren sich diese am natürlichsten 
als Leitstralen eines Stralensystemes erster Ordnung und erster 
Classe und es lassen sich mit Hilfe derselben auch dann die Flächen 
construiren, sowohl solche die reelle Gerade, als auch die, welche 
punktirt imaginäre Gerade enthalten. 


1% 
O linearných konstrukcích rationelných křivek rovin- 
ných všech stupňů. 
Podává M. N. Vaněček. Předložil prof. F, Studnička dne 11. února 1882. 
Bod p nechť souvisí stále s přímkou P tímto způsobem: 
V rovině zvolí se 3 body a, db, c jako vrcholy trojúhelníka. 


Přímky ap, bp pronikají strany jeho bc, ca pořadem v bodech A, B; 
přímka AB budiž přímkou P. 


76. 


Když přímka P obaluje křivku (P), třídy n., jaké jest místo (p) 
bodu p? | 

Velmi snadno by se ukázalo, že platí zde zákon spojitosti pro 
bod », platí-li pro přímku F, což tuto mlčky se předpokládalo. 

Přede vším patrno, že přímce P, která jde některým vrcholem 
trojúhelníka, abe, odpovídá bod p, který s tímto vrcholem v jedno 
spadá. 

Jelikož přímka P obaluje křivku ». třídy (P), a kaž- 
dým vrcholem trojúhelníka abc jde tedy n tečen ku křivce 
(P), jsou tyto vrcholy a, b, c nnásobnými body křivky (p). 

Každým bodem A strany be jde n tečen P křivky (P), a tedy 
na každé přímce aA leží » bodů p křivky (p); ale poněvadž bod a 
jest též bodem křivky (p) a sice bodem znásobným, obsahuje přímka 
aA 2n bodů křivky (p) a jest proto tato křivka (p) řádu, 2n. 

Tedy: : 

1. Obaluje-li přímka P křivku (P), třídy n., jest místem 
bodu p křivka (p) řádu Zn. Body a, b, c jsou její násobné 
body. 

Spadne-li v některé poloze přímka P v některou stranu troj- 
úhelníka základního abc, odpovídá jí bod p, ležící na této straně. 

Toto když máme na zřeteli, shledáme, že: 

2. Je-li strana ab mnásobnou tečnou křivky (P)a, jest 
křivka (p) řádu Zn — m. Vrcholy a,d,c jsou pořadem r — m, 
n— m, nnásobné body křivky (p). 

3. Je-li strana dc knásobná, ca násobná tečna křivky 
(P)n, jest křivka (p) řádu 2n—(k+2). Vrcholy a,b,c jsou - 
pořadem 1—2, n— k, n— (k--I)násobnými body křivky (p). 

A všeobecně: ; 

a) Obaluje-li přímka P křivku ». třídy (P)., při čemž 
strany ab, bc, ca jsou pořadem m, ů, knásobné její tečny, 
jest místem bodu p křivka (p) řádu 22 —(k+!-m)., při 
čemž vrcholy a, b, c jsou n— (k=+m), n— (+ m), n— (k-)) 
násobnými body křivky (p). 

Rozumí se, že poučka tato a) obsahuje všechny předešlé 1., 2., 3. 

Podobně lze odvoditi poučku, která dle zákona dvojného zní: 

b) Je-li místem bodu p křivka (p), řádu n., mající ve 
vrcholech a; 5, c body k, l, mnásobné, obaluje přímka P 
křivku P třídy 2n — (k--1-—-m)., při čemž strany ab, be, ca 
jsou 1— (k+-), n— (l+m), n—(k-+-m) násobnými tečnami 
křivky (P). 


71 


Věty a) 5) stotožnily by se v případu, Ze by 
n— (k+!-+m)= 0. 

Potom vyjadřují obě věty tutéž poučku, ale v jiné podobě. 

V případu zvláštním bude: 

4. Když přímka P obaluje bod č, místem bodu p jest 
kuželosečka k. [Dle poučky a)] 

Není nesnadno odvoditi, že: 

«) Přímky at, bt dotýkají se kuželosečky k v bo- 
dech a, db. 

B) Tečna T; kuželosečky £ v bodu p, jest harmonicky 
sdružena s ip, vzhledem k pa =a4,), p,b (=5B,). 

Na základě tohoto lze přímkami určiti tečnu 7, v některém 
bodu p, křivky (p), známe-li dotyčný bod č, příslušné přímky P, 
s křivkou (P).. 

Neboť: 

Bod %, a křivka (P), mají společné dvě přímky obalové, a sice 
P, a její soumeznou, a proto křivka (p) [odvozená z (P),] a kuželo- 
sečka k (odvozená z ť,) mají dva soumezné body společné, a sice py 
a jeho soumezný t. j. křivka (p) má s kuželosečkou k společnou 
tečnu v bodu 2.. 

Stačí tedy určiti tečnu T; v bodu p, ke kužolosečce k, což 
známým „způsobem P) lze učiniti, aniž bychom hledali celou kuželo- 
sečku %k; tečna T, jest zároveň tečnou křivky (p) v bodu py. 

Platí tedy: 

c) Tečna T; křivky (p) v bodu, jest harmonicky sdru- 
žena s přímkou 4,9, vzhledem k ap,, dp,, značí-li t, bod, ve 
kterém přímka P, odpovídající bodu p,, dotýká se 
křivky (P),. 

A podobně: 

d) Dotyčný bodť, přímky F, skřivkou (P) jest sbodem 
TP, harmonicky sdružený vzhledem k A,, B, (ve kterých 
P, strany bc, ca proniká), značí-li T, tečnu křivky (p), 
v bodu 9,, který odpovídá přímce F,. 

Případy zvláštní: 

Pro n=1 obdržíme křivky stupně druhého a sice z bodu jako 
místo bodu p a z přímky odvozujíce jako obalové přímky P. Způsob 
tento jest totožný se způsobem, jenž v měřictví polohy odvozuje se 
na základě promětnosti. 

Při n—2 obdržíme křivky čtvrtého řádu se třemi dvojnými 
body odvozené z kuželoseček. "Tento způsob odvození křivek řádu 


18 


čtvrtého podal p. Bobek ve zprávách císařské Akademie věd,*) od- 
vozuje je ovšem na základě vět měřictví polohy a tudíž cestou složi- 
tější, než jest tuto naznáčená. 

Když by kuželosečka dotýkala se některé strany základního troj- 
úhelníka, obdržíme křivku řádu třetího s dvojným bodem. 


Z křivky třetí třídy s dvojnou tečnou lze odvoditi křivku řádu 
šestého s třemi trojnými body a jedním dvojným, ve zvláštním pří- 
padu pak křivku 5. řádu se třemi dvojnými body a jedním trojným 
bodem, aneb čtvrtého řádu se třemi dvojnými body. Kdyby křivka 
třetí třídy s dvojnou tečnou dotýkala se všech tří stran trojúhelníka 
základního, obdrželi bychom křivku třetího řádu s dvojným bodem, 
která od zprvu uvedené lišila by se polohou dvojného bodu. 

Zajímavý jest případ, kdyby tato křivka třetí třídy měla za 
dvojnou tečnu stranu základního trojúhelníka, obdrželi bychom křivku 
řádu čtvrtého s trojným bodem. [Dle a)| 

Toto platí všeobecně, to jest: Čáru n. řádu s »— Inäsobnym 
bodem lze odvoditi přímkami, z čáry n— 1. třídy s n — 2näsobnou 
tečnou. [Dle poučky a)] A takto pokračujíce přijdeme až na bod 
neb přímku dle toho, je-li » sudé neb liché. [Dle a), b)] O podobné 
zajímavé vlastnosti těchto křivek pojednal p. Em. Weyr.**) 

Rozumí se, že můžeme odvození několikráte po sobě užiti. 
Na př.: 

Zvolíme dva trojúhelníky abe, a,d,c,. Potom z libovolného bodu 
p odvodíme nový bod p’ takto: Přímky ap, bp pronikají strany be, 
ca v bodech A, B. Přímka AB proniká strany d,c,, cha, v bodech 
A3, By. Přímky A,a,, B,b, pronikají se v bodu 7. 

Tím odvodíme z křivky n. třídy křivku £n. řádu. [Dvakrát po 
sobě užitá věta 1)]| Ve zvláštních případech i nižších řádů. 

Z přímky neb bodu mnásobným odvozením přímkově 
můžeme sestrojiti křivku 2.” řádu neb třídy a v polohách 
zvláštních i nižších řádů a tříd. 

Tímto způsobem možno tedy odvoditi přímkově z bodu neb 
přímky křivky kteréhokoliv stupně. 


*) Sitzungsberichte der kais. Akad. der Wissensch. Band LXXX. 
+*) Zprávy o zasedání král. české společnosti nauk. R. 1873. 


u m 


79 
8. 


Über die Wechselseitigkeit der, fossilen Floren Ame- 
rika's und Europa’s. 


Vorgetragen von Dr. Johann Palacky am 24. Februar 1882. 


Im 7. Band der geologischen Erforschung der nordamerikanischen 
Distrikte (Hayden) gibt Lesquereux aus Anlass der Beschreibung der 
Tertiärflora des Westens eine Zusammenstellung der bekannten fos- 
silen Floren Amerika’s und Europas, die manche interessante Schluss- 
folgerung zulässt. 

Vor Allem, dass die Unterschiede der jetzigen Floren im Keime 
schon da waren. 

Man muss vor Allem auf die zahlreichen Berichtigungen älterer 
Bestimmungen hinweisen, die, da es sich bloss meist um Blattnervatur 
handelt, noch nicht abgeschlossen erscheinen. Manche Banksia wurde 
zur Myrica, oder zum B.: Dryandroides Ett. = M. acuminata Ung. 
Cissus platanifolia Ettingshausen — Platanus aceroides Göppert. Sa- 
porta macht aus einer Alnus eine Hamamelis,: Terminalia radobo- 
jensis Ung. — Magnolia attenuata W., Rhus drymeja Lesguereux 
— Callicoma microphylla Ett., Weinmannia rosaefolia Lesguereux = 
Rhus rosaefolia Lesguereux. 

Die nordwestamerikanische Tertiárflora hatte bereits ihre eigene 
Fysiognomie. Von einer australisch-indischen Facies ist nichts mehr 
zu merken. Die einzige Proteacee ist eine Lomatia (microphylla 
Lesquereux südamerikanisch, wenn sie nicht — Pistacia aquensis). Die 
einzige Cycadee (Zamiostrobus mirabilis Lesquereux) ist ähnlich der 
heutigen Zamia (30 sp. in Amerika). Taxodium distichum lebt heute 
noch dort, wo im Miocen. Statt der 8 sp. Sequoia leben dort heute 
zwei, sonst ist Sequoia wie Taxodium im Osten wohl zur Eiszeit 
vertilgt worden. Equisetum limosum L. ist am Jellowitonefluss unter 
Basalt gefunden worden. Platanus, Liquidambar, Myrica (Comptonia), 
Smilax, Tetranthera, Asimina (eocenica Lesquereux in Wyoming), Ma- 
gnolia (4), Nyssa, Staphylea, Ilex, Carya, Eriocaulon etc. haben sich 
im Nordamerika erhalten, wenn auch vielleicht in anderen species 
und an anderen Orten. 

Der Unterschied zwischen der jetzigen und früheren Flora liegt 
in einigen spec., die jetzt nur mehr im Süden vorkommen: Pisonia, 
Coccoloba, Cassia, Nelumbium, Cinnamomum, Ficus, Pistia, Acacia 
und die zweifelhaften: Dombeyopsis, Grewiopsis, Geonomites, Zingi- 


80 


berites ete. Ausgestorben sind (?): Podogonium, Dafnogene, Spheno- 
pteris — wenn die Bestimmungen richtig sind. Verschwunden für 
Nordwestamerika sind nur Widdringtonia, Glyptostrobus, Salisburia, 
Eucalyptus — geologisch ältere Formen, die sich auf einzelne Länder 
im Südwesten beschränkt erhalten haben. So waren im nordwest- 
amerikanischen Tertiär 3 Salvinia, jetzt ist Salvinia natans seit Pursh 
(1 Ex.) angeblich nicht mehr in Nordamerika gefunden worden (Les- 
quereux). 

Die nordwestamerikanische Tertiärflora enthält schon eine ganze 
Reihe arktischer Pflanzen: Betula, Alnus, Salix, Populus (schon in 
der Kreide da), Andromeda (grayana auch in Aljaška), Vaccinium; 
es ist daher nicht nöthig ein arktisches Schöpfungscentrum 'anzu- 
nehmen. 

Wohl fehlen bisher ganze grosse Familien fast in allen paleonto- 
logischen Sammlungen — doch können diese ebenso noch entdeckt 
werden, wie es die Dilleniaceen sind. 

Im Ganzen und Grossen ist die Tertiärflora Nordamerikas in 
den Geschlechtern mit Europa gleichartig, nicht in den species — 
gerade so wie jetzt. 

Die Hauptmasse der Vegetation hatte einen dem jetzigen ähnlichen 
Charakter. So sind in den Kalkhügeln Californiens von 50 species 
17 Eichen, sowie heute Mexiko ein maximum der Eichenspecies hat. 
(85 L.) 

Einige Geschlechter erschienen in Amerika früher als in Europa, 
so in der Kreidezeit Pappeln, Platanen, Diospyros; andere species 
verschwanden in Europa seit dem Pliocen, nicht in Amerika: Nyssa, 
Celtis, Aralia, Magnolia, Nelumbium, Vitis, Juglans (alle drei sind 
erst durch den Menschen wohl wiedereingeführt worden). 

Nach den bisherigen Erfahrungen kann man noch eine Reihe 
von Pflanzen in der Kreidezeit vermuthen, die bisher noch nicht sicher 
aufgefunden wurden. Die Kreidezeit scheint ärmer an species und 
an Exemplaren als Eocen und Miocen, reicher als Pliocen. 

Bei dem geringen Material für aussereuropäische Paleontologie 
lassen sich keine Vergleichungen anstellen; doch zeigt wenigstens 
bisher nichts eine Ähnlichkeit mit Südwestamerika, von wo das 
jetzige Californien wohl erst spät durch die Anden einen Theil seiner 
Vegetation erhielt. Californien hatte im Pliocen schon Palmen neben 
Ahornen, Wallnüssen, 3 Ulmen, % Magnolien, Zizyphus, 2 Cornus; 
dagegen keine Sapindaceen, Erikaceen. 


81 


9. 


Note úber die Auffindung des Nyřaner Horizontes 
bei Lubná. 


Von Prof. J. Kusta. Vorgelegt von Prof. Kořistka am 24. Februar 1882. 


In den Sitzungsberichten der k. böhm. Gesellschaft der Wissen- 
schaften vom 9. Dezember 1881 („Über die Gliederung der mittel- 
böhmischen Steinkohlenablagerungen“ von Karl Feistmantel) tritt als 
eine nicht unbedeutende Errungenschaft in der Geologie des böhm. 
Carbons in der letzten Sommersaison die Entdeckung des Nyraner 
Horizontes in den Lubnaer Bergbauen bei Rakonitz durch den Herrn 
Hüttendirector Karl Feistmantel hervor. Ein Bericht ähnlichen Sinnes 
ist neulich auch in den Jahresbericht der k. k. geolog. Reichsanst., 
Verhand. N. 1, 1882 aufgenommen worden. 

Es steht mir jede Absicht fern, die Verdienste des Herrn Dir. 
K. Feistmantel um die einheimische Geologie im Mindesten schmälern 
zu wollen. Allein ob ich oder Herr Dir. K. Feistmantel oder Jemand 
Anderer den Gedanken, das Lubnaer Flötz stehe zwischen der Rad- 
nitzer Kohlenflötzgruppe und den Kounower Schichten, werde von 
einem Brandschiefer, der jenem von Nyřan entspricht, zum Theile 
unterlagert und bilde sogar einen gleichwerthigen Repraesentanten 
des Nyraner Kohlenflötzes, zuerst ausgesprochen, verfolgt, zuerst 
begründet und veröffentlicht hat, dies wird Jedermann ohne Mühe 
einsehen, der einerseits die lückenhaften, vor mir über die geo- 
logischen Verhältnisse der bereits gegen 80 Jahre (!) bestehenden 
Lubnaer Bergbaue publicirten Nachrichten, die überdies zu einer 
unrichtigen Folgerung führten, mit meinen Ahhandlungen und Notizen 
(vom J. 1878 bis 1881), anderseits die mit der nach mir ver- 
öffentlichten, bezüglich Lubná alle Data entbehrenden Abhandlung 
von Herrn K. Feistmantel „Über die Glied. der mittelböhm. Steink.“ 
aus den Sitzb. d. böhm. G. d. W. vom 9. Dezember 1881 nur ober- 
flächlich vergleicht. 

Während der Zeit der Publieirung meiner geologischen Aufsätze 
über Lubnä ist überhaupt von Niemand eine neue Mittheilung über 
denselben Gegenstand erschienen. 

Ich erlaube mir noch auf diese von mir in den Verhandlungen 
der k. k. geolog. Reichsanstalt und in den Sitzungsberichten der 
k. böhm. Gesellsch. der Wissenschaften veröffentlichten Notizen und 
Abhandlungen, welche die geologischen Verhältnisse von Lubnä in 

6 


82 


ein neues Licht stellen, im Folgenden hinzuweisen. Es sind dies der 
Zeitreihe nach: „Zur Kenntniss der Steinkohlenflora des Rakonitzer 
Beckens.“ (Verh. 1878, N. 17.) — „Úber die Schichtenreihen am 
südöstl. Rande des Rakon. Beckens.“ (Verh. 1879, N. 9.) — „Kopro- 
lithen von Krupá.“ (Sitzb. 1880). — „Zur Geologie und Palaeonto- 
logie des Rak. St. Beck.“ (Verh. 1880, N. 17.) — „O geologických 
poměrech pánve Rakovnické.“ (Sitzb. 1880.) — „Úber das geologische 
Niveau des Steinkohlenflötzes von Lubná bei Rakonitz.“ (Sitzb. der 
k. böhm. Ges. d. W. Vorgelest am 11. November 1881.) 


In allen den genannten Originalmittheilungen und besonders in 
der letztangeführten findet die Genesis der Auffindung und die Be- 
schaftenheit des Brandschiefers, das Verhältniss des Lubnaer Flötzes 
zu den anderen, sowie zu jenem von Nyran, Detailprofile, Pflanzen- 
reste des Brandschiefers, Lubnaer Flora, analoge Flötze bei Rakonitz 
und überhaupt die jahrelang gesammelten neuen Erfahrungen über 
Lubnä eine ziemlich ausführliche Beschreibung. 


Anmerkung der Redaction. Der in der Sitzung anwesende Herr Karl Feist- 
mantel erklärte nach Vorlesung dieser Note, dass es ihm niemals beigefallen sei, 
das Verdienst des Herrn Prof. Kusta über die Auffindung des Nyřaner Horizontes 
bei Lubnä in Abrede stellen zu wollen, wie dies seine Begutachtung der seiner- 
zeit von Herrn Kusta der Gesellschaft zum Drucke übergebenen Abhandlungen 
unzweifelhaft beweise. 


10. 


Über die Einwirkung einiger Basalte im nördlichen 
Böhmen auf die Magnetnadel. i 


Von den Professoren Franz Wurm und Prokop Zimmerhackel an der Realschule in 
böhm. Leipa, vorgelegt von Prof. Dr. Kořistka in der Sitzung am 24. Februar 1882. 


In einer Sitzung der k. böhm. Gesellschaft der Wissenschaften 
zu Prag (am 2. Juli 1880) hat Prof. Dr. Ritter von Kořistka über die 
Entdeckung eines intensiv polar-magnetischen Basaltes berichtet, die 
er bei Gelegenheit der geodätischen Übungen seiner Zuhörer bei Maria- 
schein unweit Teplitz gemacht habe. Eine ähnliche Entdeckung be- 
spricht Franz Wilhelm in der Zeitschrift f. Realschulwesen im Jahre 
1881 pag. 725, die von ihm 1879 am Basalte des Gessinger und 
Miretitzer Berges bei Buchau gemacht, wurde, 


83 


Die genannten Entdeckungen haben die Anregung gegeben, an 
den Basalten der Böhm. Leipaer Umgebung bezüglich ihrer Ein- 
wirkung auf die Magnetnadel Untersuchungen anzustellen, deren 
Resultate im Nachfolgenden gegeben werden. 

Untersucht wurden die Basalte von 36 Bergen. Zur Unter- 
suchung wurde eine an einem Coconfaden aufgehängte, 735 lange 
Magnetnadel von 087" Durchmesser angewendet. 

Sámmtliche Basalte wirkten ablenkend auf die Magnetnadel ein. 
Von 10 Bergen zeigte der Basalt vollständige Polarität, während der 
von den übrigen 26 Bergen keine Spur von Polaritát verrieth ; doch 
findet sich neben dem Basalte mit Polarität auf demselben Berge 
auch solcher ohne Polarität. 

Die polaren Basalte zeigen vollständig das Verhalten eines 
schwachen Magnetes. 

Die Stärke der Einwirkung hängt von der Grösse des Basalt- 
stückes ab. Ein solcher Basalt, an einem Coconfaden aufgehängt, 
stellt sich in den magnetischen Meridian. Eine genäherte Magnet- 
nadel zeigt, dass gleichnamige Pole sich abstossen, ungleichnamige 
sich anziehen. Nähert man einen zweiten polaren Basalt, so zeigen 
beide ganz das Verhalten zweier Magnete. Nähert man ein unmagne- 
tisches Eisenstäbchen, so zieht dasselbe beide Pole an. Hängt man 
ein unmagnetisches Eisenstäbchen frei beweglich auf, so wird es von 
beiden Polen des Basaltes im gleichen Sinne abgelenkt. Umwickelt 
man einen polaren Basalt mit einem mit Seide umsponnenen Kupfer- 
drahte und leitet durch den Draht einen galvanischen Strom, so 
nimmt die Stärke des Magnetismus bedeutend zu. Wird der Strom 
unterbrochen, so erlangt der Basalt sofort seine frühere Stärke. Ver- 
suche den Magnetismus zu verstärken gelangen nicht. Zerbricht man 
einen polaren Basalt, so ist jedes Stück ein vollständiger Magnet. 

Die nicht polaren Basalte wirken anziehend auf beide Pole 
der Magnetnadel; manche Stellen wirken jedoch stärker, andere 
schwächer. Ja manchmal macht sich ein einziger Punkt durch starke 
Anziehung bemerkbar, ohne dass Polarität nachgewiesen werden könnte. 
Frei aufgehängt wird ein nicht polarer Basalt wie ein Eisenstäbchen 
schon durch einen schwachen Magnet aus seiner Lage gebracht; 
nähert man aber demselben ein unmagnetisches Eisenstäbchen, so 
‚erfolgt gar keine Einwirkung. Pulverisiert man einen nicht polaren 
Basalt, so haftet das Basaltpulver gerade so wie Eisenfeilspäne in 
Büscheln an einem Magnete. Füllt man ein Glasröhrchen mit dem 
Basaltpulver und bringt dasselbe zwischen die Pole eines kräftigen 

6* 


84 


Magnetes, so kann man dieselben Beobachtungen wie bei Eisenfeil- 
spänen machen. 

Das Verhalten eines nicht polaren Basaltes ist vollständig das 
des weichen Eisens, wofür man eine weitere Bestätigung erhält, weun 
man um den nicht polaren Basalt einen galvanischen Strom leitet. 
Sofort wird derselbe zum vollständigen Magnete von relativ bedeu- 
tender Stärke; sobald der Strom unterbrochen wird, ist auch der 
Magnetismus ganz verschwunden. 

Im Folgenden werden die Einwirkungen der einzelnen Basalte 
auf die Magnetnadel angegeben und zwar bedeutet E die Entfernung, 
auf welche hin schon eine Einwirkung, A die Entfernung, in welcher 
bereits die Anziehung erfolgte; D bedeutet die Ablenkung, welche 
die Magnetnadel beim Aumähern des gleichnamigen Pols eines polaren 
Basaltes erfuhr. 


Basalte ohne Polarität: 


mm mm 
Basalt von der Horka b. B. Leipa. . . .A= 35— $*) 
» vom Spitzberge b. B. Leipa . .. .A= 45= 75 
N „ Kahlenberge b. B. Leipa ...A— 2-8 
a „ der Kosel b. B. Leipa .. ..A= 6 —105 
„ Herrenhausbge. b. Steinschónau A = 65 
5 Taufberge D.-Brims" 2°. = 
N von M TAONSL NAT ee, 2 am A=6 -104 
„on ’Binaibge. b.' Hirschberg". FAN 
. „ Settinabge. b. Hirschberg.. . . A = 85—13 
i „ Habichsbe. b. Kroh . . .. . ZM je) 
» „ Aspenkamme b. Peschkaben. .A= 55-145 
3 „ grossen Peschkaben ....... A=10 —135 
E „ Polzenberge b. Brenn. .... Az 7 II 
L „ Israölsberge b. Doberne .. .4=11l 


5 „ Kamnitzbge. b. Reichstadt . .A= 85 
„ Böhmischen Bge. b. Langenau . A = 
» „ Weinberge b. Oberliebich. . .A= 8 —10 


» „Steinberge b. Oberliebich ...A= 4 — 8 
4 „ Steinberge b. Mertendorf . . . 4= 105 

5 „ Mühladenberge b. Politz ...A= 65 

5; „ Finkenbergel in Schwojka. ..A= 6 —10 
Y „ Můhlberge b. Straussnitz . . .4=10 


*) An verschiedenen Stellen eine verschieden starke Anziehung. 


85 


mm mm 
Basalt vom Pihlberge b. Pill ......... = 7-10 
5 „ Neubauerbge. b. Mickehan .:4=6 — 9 

A „ Polberge am.Jeschken . .. .4= — 125 

: „ Blissenbse-b. Zeidler .„. s: A— —125 


Einige von diesen nicht polaren Basalten wurden mittels des 
galvanischen Stromes magnetisiert und es wurden dabei folgende 
Beobachtungen gemacht: 

mm mm 

Basalt von der Kosel I.A — 455 D2 32°." E='160 

m vom Llerrenhausbge. ,... A = 32:,D— 18°; E=,120 
5 Br kanmitzbar. „2.4 = 40140. Bi 110 
tym Pranzensti -< ex 4 0D = 27° 


vom Lauiberce . . . „A405 D5 920" 
N IE MOnIDOCH = 2 PA 
5 OLED: 03290" HO 
M A STACISU BO: vn. An DE 


Basalte mit Polaritát: 


Basalt vom Wolfsberge bei Sonneberg: 


mm mm 
le bi 110; A540: D16), 
b). . B E18, m0 Dre 109) 
Basalt vom Kitzberge bei Sonneberg: 
mm mm 
Ma -= 110: A 40: De 16° 
Bere 1100: 43551309) 
Basalt vom Kahlsteine bei Mickenhan: 
mm mm 
a) Gewieht— 41 72: W955; 4-55: D— 27° 
b) V = Deda == 10 5A AW D5 208 
c) =2046E=100:A— 30: 1D — 130 
d) laků aa = 4003. 2,2920: L) — 87 


Basalt vom Kortschnerberge bei Hirschberg: 
Bir 95mm. A 597mm- D= 13° 
Basalt vom Klutschkenberge bei Hermsdorf: 
210": A — 20um5, D80 
 *) Kommt auf die Lage des Ortes an, von welchem der Basalt stammt. 
**) b war ein kleineres Stück als a. 


86 


Basalt vom Meichelsberge b. Mickenhan: 

= 650: Az (894551 
Basalt vom Grohmannsberge b. Haida: 

s Dn Ae ký Věta bo B be 
Basalt vom Rauchberge b. Rumburg: 

F za A588 ei 
Basalt vom Roll b. Niemes: 

Bi An Ama ID OK 
Basalt vom Slavitschek b. Bürgstein: 


mm mm 


a) Stück von der Nordseite: E — 180; A=45; D= 20° 

Din na, AOstseite:; E20. A dc Dee 

O 5 „Südseite: 2 = 11: mich: Polar 

Durch den galvanischen Strom wurden diese polaren Basalte 
bedeutend verstärkt; so wurde beim Basalte a vom Kahlsteine schon 
in einer Entfernung von 50“ D — 20°; beim B. v. Slavitschek 
E — 320; beim B. v. Kortschnerberge D= 80° und beim B. v. 
Wolfsberge D > 90°. 

Dass von der Grösse des Basaltstückes die Stärke der Ein- 
wirkung abhängt, zeigt der Basalt v. Kahlsteine, wo a, d, c und d 
von demselben Stücke genommen wurden. 

Dass auf demselben Berge polarer und nicht polarer Basalt 
vorkommt, zeigt der Basalt v. Slavitschek. 

Dass zwischen den Grössen Z, A und D nicht jene Gesetz- 
mässigkeit herrscht, welche sich bei Magneten findet, hat seinen 
Grund in der Unregelmässigkeit der bei der Untersuchung verwen- 
deten Basaltstücke. 

Von vielen der oben angeführten Basalte wurden Dünnschliffe 
hergestellt, um die Gruppierung des in denselben vorkommenden 
Magnetits zu prüfen. Hiebei ergab sich: 


1. Basalte ohne Polarität. 


Basalt von der Horka enthält Magnetit in nicht zahlreichen 
kleinen Partien, ausserdem Augit, Apatit und Olivin. 

Basalt vom Kahlenberge enthält weniger zahlreich. Magt. in 
gröss. Partien nebst Augit, Plagioklas und Olivin. 

Basalt von Politz enthält zahlreichen Magnetit in mittelgross. 
Part. nebst Augit, Plagiokl. und Olivin. 


87 


Basalt vom Steinberge b. M. enthält nicht zahlreich Magnetit in 
grösseren Part. nebst Aug., Amphibol und Olivin. 

Basalt vom Steinberge b. Ob. enthält nicht zahlr. Mag. in nicht 
gross. Part. nebst Aug., Plag., Olivin. 

Basalt vom Israölsberge enthält wenig Mag. in kleinen Partien 
nebst Aug., Amphib., Biot., Apatit und Olivin. 

Basalt vom Böhmischen Berge enthält wenig Mag. in kleinen 
Part. nebst Aug., Plagioklas und Olivin. 

Basalt vom Settinaberge enthält reichlichen Mag. in gröss. Part. 
nebst Aug., Apat., Hauyn und Olivin. 


9. Basalte mit Polarität. 


Basalt vom Wolfsberge enthält Mag. in zahlreichen kleinen Par- 
tien nebst Aug., Plagiokl. und Olivin. 

Basalt vom Klutschkenberge enthält Mag. in zahlreichen kleinen 
Part. nebst Augit und Olivin. 

Basalt vom Slavitschek enthält Mag. in zahlreichen kleinen Part. 
nebst Augit, Plagioklas und Olivin. 

Basalt vom Kahlsteine enthält Mag. in sehr vielen kleinen Part. 
nebst Aug., Plag. und Olivin. 

Basalt vom Roll enthält Mag. in zahlreichen kleinen und grös- 
seren Partien nebst Augit und Plagioklas; auffallend ist, dass der 
Olivin fehlt. 

Basalt vom Kortschnerberge enthält Mag. in sehr zahlreichen 
kleinen Partien nebst Augit, Amphibol, Biotit und Olivin. Ausge- 
zeichnet ist dieser Basalt durch eigenthümliche Mandeln, mit grünen 
Krystallen im Innern, die wahrscheinlich dem Delessit angehören 
und durch seine Flüssigkeitseinschlüsse mit beweglicher Libelle. 


(Fortsetzung übersendet am 5. Juni 1882.) 


Die fortgesetzten Untersuchungen über das Verhalten der Ba- 
salte gegenüber einer Magnetnadel ergaben zunächst, dass auch noch 
auf fünf Bergen, die unter jenen mit nicht polarem Basalte ange- 
führt wurden, polarer Basalt vorfindlich war. Es sind dies: der 
Kamnitzberg bei Reichstadt, der Mühlberg bei Straussnitz, der Neu- 
. bauerberg, der Settina bei Hirschberg und die Kosel. 


88 


Bisher wurden die Basalte von 80 Fundorten (die frůheren 36 


mit inbegriffen) untersucht; 


und 43 Fundorte*) mit nicht polarem Basalte. 


darunter waren 37 Berge mit polarem 


Die Untersuchungen an den 27 hinzugekommenen polaren Ba- 
salten ergaben folgende Resultate: 


Der Basalt v. 


» » » 


„ n ” 
7 » » 
» n » 
n » n 
» n n 
» » » 


Aschberge bei Falkenau . 
Botzen bei Schluckenau . 
Silberhügel bei Falkenau. 
Dewin 

Draslersteine ve ne 
Emanuelsberge bei Steinschönau 
Ertelsberge bei Neustadtl 

Gr. Hirschberge bei Schwabitz 


x e" „ Hutberge 


» » » 
2 » » 
» » » 


Kamnitzberge = Reichstadt 
Kottowitzer Berge . 
d. Kosel 


» n » Mühlberge bei Straussnit? 


7 » n 


n n » 


» » » 


Neubauerberge bei Mückenhahn 
Nolde bei B.-Kamnitz . 
Rosenberge bei B.-Kamnitz . 


n H „ Scharfensteine 


» n » 


n » » 


k » N 


Schossenberge 

Settina bei Hirschberg 

d. Silberhalle bei Warnsdorf 
Spitzberge bei Hammer . 
Spitzberge bei Sandau 
Staarberge bei Haida . 5 
d. Stederey bei Hirschberg . 
Sustach bei Ullrichsthal . 
d.2Wosttey.a 2. 
Wrchaben bei Tamm ; 


A440 DM 
Ag=15: D4 
VA =45 DEA 
= BA: De» 
+ 45531: De81223 
 Je29 DE? 
: 12390323 
‚4=16.D=74 
A520 Dan 
rl Z Be 
„ A=25.3B=10 
ADD 
. 4157 Dei 
' AE516'BDE= 6 
10423325 
i A 72251, DE 10 
„+ Ar=55 D24 
o A208 D0 
s, AZ 5b. die BA 
A == 145, D6 
s A=38. Di 
Aa EPS 
, A205: 
> AŽ BVS IE 
VA 210 
-A9 
zA==2 | De 


Die Ablenkung, welche eine Magnetnadel auf dem Berge selbst 
durch die Einwirkung des Basaltes erfáhrt, ist bei vielen der ange- 
führten Berge geradezu überraschend. So wird beispielsweise auf 


*) Leider konnten von uns noch nicht alle Fundorte besichtigt werden; es 
dürfte also darunter noch mancher Berg sein, der auch polaren Basalt 


besitzt. 


‚89 


dem Roll*) die Magnetnadel stellenweise um volle 180° gedreht, so 
dass eine Bestimmung der Weltgegend mittelst der Boussole un- 
möglich ist. 

Da auf ein und demselben Berge neben dem polaren stets 
auch nicht polarer Basalt vorfindig ist, so wurden in dieser Richtung 
Forschungen angestellt. Auf dem Kahlsteine, Emanuelsberge, Asch- 
berge u. m. a. zeigte sich der Basalt von allen Seiten polar magne- 
tisch; während der Rosenberg nur auf der Ostseite polaren Basalt 
besitzt, der Ertelsberg nur auf der Nord-Ostseite, der Dewin auf 
der West- und Ostseite, der Mühlberg auf der Nord- und Südseite, 
der Botzenberg auf der Westseite, der Staarberg auf der Ostseite, 
der Spitzberg bei Hammer auf der Nord-West- und Südseite. Hier- 
aus lässt sich folgern, dass die Weltgegend keinen Einfluss hat. 

Die weiteren mikroskopischen Untersuchungen bezüglich der 
Menge und Vertheilung des Magnetits in polaren und nicht polaren 
Basalten ergaben keine Anhaltspunkte; denn man fand in polaren 
Basalten dieselbe Menge und Gruppierung des Magnetits, die auch 
nicht polare Basalte aufweisen. Es gibt nicht polare Basalte mit 
seiner grossen Menge gleichmässig vertheilten Magnetits und polar 
Basalte mit einer verhältnissmässig geringen Menge von Magnetit. 

Die aus Steinbrüchen zur Untersuchung genommenen Basalt- 
stücke erwiesen sich durchwegs als nicht polar; während Basalte, 
die von freistehenden, hervorragenden Stellen herrührten, theils po- 
lar, theils nicht polar gefunden wurden. Die nähere Untersuchung 
dieser freistehenden, hervorragenden Basaltfelsen, sowie, die weiter 
angeführten Versuche lassen die Vermuthung zu, dass jene Basalt- 
felsen polaren Basalt aufweisen dürften, die bei ihrer Eruption von 
sedimentären Gebilden nicht bedeckt blieben und in Folge dessen 
durch Einwirkung der atmosphärischen Luft rascher abgekühlt werden 
konnten, während nicht polare Basalte auf jenen hervorragenden 
Basaltfelsen gefunden werden dürften, die ursprünglich bedeckt 
blieben und erst durch atmosphärische Einflüsse blossgelegt wurden 
und daher weniger rasch zur Abkühlung gelangten. 

Veranlassung zu dieser Auffassungsweise gab folgender Versuch): 
Ein nicht polarer Basalt, dessen Verhalten gegenüber einem Magnete 
das des weichen Eisens ist, lässt sich wohl mittelst des galvanischen 
Stromes vorübergehend magnetisieren, nicht aber durch Streichen 


*) Basaltstücke von der Kuppe des Roll wurden nachträglich untersucht und 
es ergab sich.. A=35.. D= 16%. (S. B. v, 24. Febr. 1882). 


90 


mit einem Magnete. Wird ein solcher Basalt der Weissglühhitze 
ausgesetzt oder gar geschmolzen und dann rasch abgekühlt, so zeigt 
er sich auch noch unmagnetisch; wird aber sofort magnetisch, sobald 
man ihn gerade so wie einen Stahlstab mit einem Magnete streicht. 
Derartige Versuche wurden mit den nicht polaren Basalten von 
mehreren Fundorten angestellt und es ergab sich bei allen dasselbe 
Resultat. 

Da nun ein nicht polarer, sehr stark erhitzter und rasch abge- 
kühlter Basalt unter der Einwirkung eines Magnetes vollkommene 
Polarität erhält, so lässt sich vermuthen, dass die polaren 
Basalte durch die raschere Abkühlung und durch die 
Einwirkung der erdmagnetischen Kraft ihre Polarität 
erlangt haben. 


11. 


Zpráwy o dobytí Náchoda proti Janowi Koldowi 
roku 1456. ! 


Prednäsel prof. W. W. Tomek dne 27. ünora 1882. 


Dobytí Náchoda proti powěstnému Janowi Koldowi Jiřím Podě- 
bradským kladau Staré letopisy české na rok 1457, a udání to přijal 
z nich ještě roku 1857 Palacký do Dějin národa českého (IV. 1. 356). 

Zpráwa Starých letopisů dle wydání Palackého (1829 pag. 166) 
zní takto: 

Léta božieho 1457 po weliké noci pan Jiřík spráwce králowstwie 
českého wytáhl jest polem proti Janowi Koldowi, kterýžto Kolda držal 
zbožie jeho dědičná Náchod, Richemberk, a nechtěl o to ku práwu 
zemskému jsa pohnán státi. Spuosobil to s přátely swými, že wšecky 
tři zámky jeden den obehnali, totiž Náchod, Černiekowice a Richem- 
berk. U Náchoda sám ležal dwě neděle; potom uderili k šturmu, 
a tu jest zbito Čechuow sám milý buoh wí jim počet; a při tom 
Sturmu zabit jest znamenitý rytieř pan Častolor, chtěje rytieřstwie 
swého dokázati; i přiwezen umrlý do Prahy. I dobyli jsü i jiných 
hraduow páně Koldowých a zbořili. 

W Památkách archaeologických díle II. (na str. 335) wydaném 
roku 1857 ukázal ponejprw Rojek, že udání roku 1457 jest mylné. 
Uvweřejnil totiž zápisek sauwěký z nejstarší knihy města Náchoda 
(počínající se rokem 1442), který takto zní: 


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Léta narozenie božieho tisicieho CCCCLVI znamená se, kterak 
wšemohúcí pán buoh zezřel jest na tuto obec a wyswobodil jest ji 
z ukrutnosti a nemilosrdenstwie od pana Jana Koldy, a to skrze 
pana Jiříka z Kunštatu, pána dědice tohoto zbožie, a to ten čtwrtek 
postiece se k sw. Jiřie (22 Dubna), a tito jsü wolenie konšelé panem 
Jiříkem: Waněk Kumpošt, Matys z Harty, Kazek šwec, Farsa, Ondřej 
Kabát, Marek, Kubka krajčí, Jakub Mazánek, Petr Náwara, Wáwra 
řezník, Chochol šwec, Jíra Bumbálek. 

Udání roku 1456 stwrzuje se zápisem ze starých desk zem- 
ských, wytištěným w Palackého Archivě českém (IV. 559 roku 18406), 
kterýž zní: 

Jiřík z Kunštatu a z Poděbrad, gubernator a hofmistr králow- 
stwie českého, slowem králowým a na králowě místě a jiní páni na 
plném saudu rozkäzali jsú tuto pamět dskami znamenati, že jakož 
Jan Kolda z Žampachu swéwolně w mírné zemi zprotiwil se jest 
práwu zemskému, k puohonuom ani práwuom swéwolně stáwati ani 
komu präw býwati nechtěl a wedlé toho páni zemští sáhli jsú na 
takowého práwu protiwného, a zámkuow, kteréž jest držal, na něm 
dobyli, a konečně jsú se páni na tom ustanowili, aby již wice on 
Jan Kolda pro takowú swüwuoli w králowství českém příbytku ne- 
měl a žádný aby ho na swá obydlé nepřijímal, a hraduow, měst, 
twrzí aby jemu w králowstwí českém nižádný neprodáwal ani po- 
stupowal; pakli by se kdo toho dopustil, má naň saženo býti tak 
jakožto na rušitele a zkázce obecného dobrého, a k němu též hledíno 
k hrdlu i k statku jako k nadepsanému Koldowi; než bude-li milosti 
hleděti na Králowě Milosti a spráwcowi, ta mu se nezawírá. Stalo se 
léta 1456 w středu před swatým Bonifaciem (2 Čerwna). 

K tomu mohu dodati ještě zápisek z knihy Starého města Praž- 
ského rowněž z roku 1456, kdež zřízenci z raddy a obce dne 28 
Čerwna činí počet z peněz „pro stipendiariis ad exercitum cum domino 
gubernatore versus Nachod.“ 

Nowého swětla poskytuje rukopis Wratislawský Starých letopisů 
českých, jejž nedáwno k účelu nowého wydání Starých letopisů dal 
pro historický spolek český přepsati professor Emler. W něm wy- 
prawuje se: 

Léta bozieho MCCCCLVII po welicenoci pan Jiří spräwce krá- 
lowstwie českého, sebraw lid, wytáhl polem proti Janowi Koldowi, 
i oblehl Náchod. A leželi jsú dwě neděli, a potom w pondělí den 
sw. Kříže nalezenie (3 Kw.) byl těžký šturm, a zbito tu Čechuow 
s uobü stranú sám milý buoh wi jim počet. 


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Následuje potom zmínka o Častolorowi, potom pak končí se: 

A dobýwali jsú také w ty časy jiných hraduow páně Koldowých, 
Černiekowic a Richemberka, dobyli jsú a zbořili. 

Letopisec tento udáwá tedy také mylně rok 1457, ale patrně 
jen z nedopatření; nebo z wyprawowání jeho samého jest widěti, že 
zpráwa, ze které on čerpal, wztahowala se k roku 1456. Předně 
připadal den nalezení sw. Kříže skutečně roku 1456, ale ne roku 
1457, na pondělí. Zadruhe, kdyby byl Jiří Poděbradský roku 1457 
teprw po weliké noci wytáhl do pole, owšem z Prahy, a byl by dwě 
neděle stráwil w obléhání Náchoda, nebylo by býwalo možno dobytí 
hradu dne 3 Kwětna, ježto welikánoc připadala toho roku na 17 
Dubna. Byl by totiž musil již 19 Dubna býti u Náchoda; což wšak 
nebylo možné, i kdyby byl hned w pondělí welikonoční (18 Dubna) 
wytáhl z Prahy.. Ještě méně dalo by se to srownati s knihau Ná- 
chodskau, totiž s udáním jejím, že byl Náchod wyswobozen z moci 
Koldowy den před sw. Jiřím, totiž 22 Dubna. Jinak bylo wše roku 
1456, we kterém welikonoce připadaly na 28 Března. Roku tohoto 
wíme sice, že se Jiří Poděbradský ještě dne 7 Dubna, tedy owšem 
již po welkonocích, nacházel w Launech, kdež zawřel příměří s Fri- 
drichem kurfirstem saským (Wiz Palackého Urkundliche Beiträge 
zur Geschichte Böhmens 1860 pag. 100). Odtud wšak až do 3 Kwetna, 
byly bez mála čtyry neděle času, mezi kterým mohl do Bay se 
wrátiti a wýprawu proti Koldowi wykonati. 

Nyní naskytuje se zdánliwý odpor mezi zpráwami w rukopise 
Wratislawském, že byl Náchod dobyt útokem dne 3 Kwětna, a zprá- 
wauow knize města Náchoda, že se wyswobození Náchoda od Koldy 
stalo dne 22 Dubna. Kdyby se zpráwy tyto newyhnutedlně wztaho- 
waly k jednomu témuž skutku, musili bychom dáti přednost zpráwě 
rukopisu Wratislawského, protože, když jak ukázáno, Jiří Poděbrad- 
ský, ještě dne 7 Dubna meškal w Launech, nebylo možná, aby byl 
již 22 Dubna Náchoda dobyl po 14dennim obléhání. „Poněwadž se: 
wšak nedá snadno celkem popírati hodnowěrnost saučasného zazna- 
menání w knize Náchodské, nuceni jsme mysliti sobě, že se jím 
nemíní zrowna to, co klade rukopis Wratislawský na 3 Kwětna, totiž 
dobytí hradu Náchodského útokem, nýbrž něco co předcházelo, to: 
jest, jak: za to mám; jen dobytí města Náchoda, kteréž mělo swé 
zwláštní zdi městské s druhých stran kromě proti hradu. Nemluwíť 
nápis we knize městské o dobytí hradu, než jen o wyswobození obce 
Náchodské od panstwí Koldowa a o sazení konšelů panem Jiřím, 
jakožto prawým dědicem Náchodského zboží. To se mohlo obojí 


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dobře státi dne 22 Dubna; dobytí pak hradu teprw 0 11 dní později 
následowalo. Tím také zase nabýwá ještě wětší hodnowěrnosti zpráwa 
Starých letopisů jak wydání Palackého tak w rukopise Wratislaw- 
ském, že obléhal Jiří Poděbradský Náchod dwě neděle čili 14 dní, 
dle čehož byl by asi 19 Dubna přitáhl k Náchodu, třetí den potom 
(22 Dub.) dobyl předně města, a potom pokračowal w dobýwání 
hradu od strany města i od druhých stran. 

Rukopis Wratislawský wyprawuje příběh o rytíři Častolorowi 
něco málo obšírněji než Staré letopisy we wydání Palackého. Prawi 
se w něm totiž: \ 

Tu při tom Sturmu zabit jest znamenitý a statečný rytíř pan 
Častolor. Ten swú smrt čil, když jest měl tam tähnüti, i jel jest 
welmi nerád a to s welikým náboženstwiem a pláčem, w tom učiniw 
spráwu křesťanská w přijiemánie welebné drahé swátosti. A když 
to jinak nemohlo býti, tam jsa u Náchoda, chtěl swé statečnosti do- 
kázati, i tam zabit jest a swuoj žiwot dokonal s mnohými jinými 
dobrými lidmi, a w Praze jest pochowán, jakož staří lidé o tom 
umějí prawiti. 

O rodě a žiwotě rytíře tohoto Častolora nedowidäme se ničeho 
ze zpráw těchto. Nejpodobněji byl to zeman Častolor z Hořowic, 
který se uwodí mezi jinými stawy přítomnými na sněmě o sw. Jiří 
roku 1452 w Praze, na kterém Jiří Poděbradský byl zwolen za 
spráwce zemského (w Palackého Archivě českém II 310) a později 
také w tak zwaných registřích zápisů roku 1454 (tamže 192, 453, 454). 

O wýprawě proti Janowi Koldowi wyprawuje také Petr Eschen- 
loer, ale bez určení roku, kterak totiž Jiří Poděbradský žádal k tomu 
zapůjčení děl a jiných pomocí od Wratislawských, ale neobdržel toho: 

Adversus Nochat munitissimum castrum ducit exercitum, pluri- 
bus diebus id fortiter oppugnans. Wratislawiensium postulat subsi- 
dium; ut ei bombardas, pulveres, lapides aliague instrumenta bellica 
regno in favorem mittant, hortatur. Nichil obtinuit, cum pro propria 
necessitate vix suflicere illa, gua haberent, respondent,... Tandem 
oppugnato castro non regni aut regis nomine, sed hereditaria posses- 
sione locavit. (Historia Wratislawiensis 9). 

Též w německém sepsání (I 23): Er zog mit heere vor den 
Nachod, den besass ein ketzer Kold genant. Girsik anrufte die Schle- 
sier und sonderlich die Bressler, die er umb büchsen und pulver bate; 
sie santen ihm aber nichts. Girsik gewan den Nachot, und einname 
den erblichen und nicht zu des königes henden. Er zog gen Glatz, 
und nam stat und schloss auch in erblichen besitz, und ward ein 


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nochbor in Schlesien. Es kamen zu ihme fůrsten, landschaften und 
stete in Schlesien, und taten ihme grosse erunge, aber die Bresler nichts. 

Jiří Poděbradský byl totiž Kladsko kaupil již roku 1454, ale 
neměl posud chwile, aby se tam byl déle mohl zdržeti, kromě na 
začátku Února roku 1455 na cestě s králem Ladislawem z Wrati- 
slawě do Widne, jeda přes Swidnici a přes Kladsko. 


12. 


Pan Jaroslav Bořita z Martinic a město jeho Munciffaj 
v letech 1600—1612. 


Podal dop. člen Antonin Rybička dne 6. března 1882, 


Jakož vůbec známo, není v příbězích země České po celé první 
čtvrtletí století XVII. vedle Viléma Slawaty z Košumberka muže po- 
věstnějšího nad Jaroslava Bořitu z Martinic, pána na Smečně, © 
Okoři a Malikovicích, dle hlavního zboží a sídla jeho hradu Smečna 
tehdáž zhusta toliko „Smečanský“ jmenovaného a psaného. 

Jak vysoce pán ten času svého s jedné, katolické a jezuitské 
strany býval veleben, oslavován i zbožňován, tak důtklivě býval na- 
opak se strany druhé, evangelické, naříkán, tupen a kaceřován. Kdy- 
koli po celý ten čas na sněmích, sjezdech a vůbec bylo jednáno 
o věcech náboženských, jmenovitě o svobodném provozování nábo- 
ženství evangelického; dočítáme se při tom vždy a všude, kterak 
stavové pod obojí (evangeličtí a bratrští) trpce touží na pány Vilíma 
Slavatu a Jaroslava Smečanského, jakožto úhlavní nepřátely 
všelikého se dohodnutí a smluvení u věci té, ano jakožto nejurput- 
nější odpůrce všelikých sebe skrovnějších koncessí, stranou evange- 
lickou tehdáž vyhledávaných. 

Mezi tužbami a stížnostmi, kteréž stavové evangeličtí ústně 
i písemně do pana Smečanského v příčině té pronášeli, čteme ne- 
jedenkráte i tu, kterak on tajně i zřejmě, společně s tehdejší kama- 
rilou jezuitskou a. katolickou to obmýšlel, aby všickni evangelíci 
v koruně české zase do lůna samospasitelné církve římsko-katolické 
přivedeni a navrácení byli, užívaje k tomu i sebe krutějších pro- 
středků. Jakož to byl prý také tehdáž již podobnou reformaci na 
svých panstvích dědičných a jmenovitě ve svém městě podaném 
Munciffaji k místu přivedl, a to pomocí jezuitů a jiných kněží 


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římsko-katolických, zvláště pak tehdejšího děkana smečanského, po- 
věstného to Ctibora Kotvy z Freisfeldu,*) a užitím při tom všelikých 
obmyslů a násilných prostředků. „Nebot.odnal prý svým akatolickým 
obyvatelům munciffajským právo svobodného kšaftování, zastavil jim 
provozování jich živností a řemesel, odebral jim staré výsady od pře- 
dešlých králů a vrchností jim propůjčené, stíhal, týral a násilně vy- 
povídal z města a panství svého všechny ty, kdož nechtěli přistoupiti 
k víře katolické, a vůbec činil a spůsoboval svým evangelickým pod- 
daným všeliká možná protivenství a neustal prý v tomto svém „ne- 
křesťanském“ a nelidském jednání, až všickni sousedé nadepsaného 
města Munciffaje své dosavadní víry evangelické zřejmě a slavně se 
zřekli, kněžím katolickým se vyzpovídali, svátost oltářní pod jednou 
způsobou přijali a takto do lůna samospasitedlné církve římsko- 
katolické se navrätili a horlivymi papeženci se stali.“ 


Pokud tyto a k nim podobné tužby a nářky na p. Jaroslava 
Bořitu z Martinic času svého se strany evangelické pronášené, jsou 
asi podstatné čili nic, to nechceme a nemůžeme tuto platně rozsu- 
zovati a rozhodovati. Nicméně přinášíme zde u veřejnost obšírný 
a věrný výtah z listu a obdarování, kteréž týž p. Jaroslav z Martinic 
po úplně provedené reformaci v nadepsaném městě Munciffaji oby- 
vatelům jeho na zámku svém Smečně, v neděli den obřezání P. Krista 
t. j. prvního dne m. ledna nového leta 1612 učinil a vydati nařídil; 
a to proto, že list a obdarování toto, pokud toho pomníme, až do- 
saváde nepřišly v širší veřejnost, ačkoliv jsou ke karakteristice pana 
Jaroslava Smečanského i k histori doby tehdejší pomůckou nemálo 
důležitou a alespoň tudíž povšimnutí hodnou, že z nich jednak zřejmě, 
jednak — jak říkáme — alespoň mezi řádky vyrozuměti můžeme, 
pokud tužby a obviňování na pana Smečanského od strany evange- 
lické času svého pronášená, byla asi veskrz lichá, aneb pokud alespoň 
poněkud ku pravdě se podobala? 


V listu a obdarování nadepsaném p. Jaroslav Bořita z Martinic — 
času toho pán na Smecne, Okori a Malikovicích, J. M. C. Rudolfa II. 
císaře římského radda a komorník, též J. M. Matyáše II. uherského 
a českého krále radda, dvoru J. M, C. maršálek a místodržící v král. 
českém — známo činí takto: 


*) O Ctiborovi Kotvovi viz J, Jirečka Rukověť I. str. 399. 


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Jakož jsou předkové p. Jaroslava z Martinic před mnoha lety 
obyvatelům města Munciffaje, lidem poddaným svým, za jich věrné, 
poddané a poslušné služby i sice ve všem poctivé se zachování 
od králů českých jisté privilegie a obdarování objednali a spüsobili, 
a to předně dva majestáty krále Vladislava II. a potom konfirmace 
císaře Rudolfa IL”) — kteréžto však majestätove a privilegie prý 
vždycky jak za předků jeho, pána Jaroslava z Martinic, tak i za jeho 
panování v rukou a mocech vrchnosti zůstávaly — poněvadž pak nade- 
psaní poddaní a obyvatelé města Munciffaje, jakožto k své vrchnosti 
dědičné ve všem náležitě se chovají, obzvláště pak „že jsou se po 
mnohém a častém milostivém napomínání jeho (p. Smečanského) od 
mnohých pořádných kněží katolických, správcův svých duchovních**) 


*) Majestátem, daným na Tátě, v den sv. Trojice r. 1510 král Vladislav II. 
k prosbě Jana Bořity ves jeho u zámku Smečna ležící vysazuje za mě- 
stečko, a dává jemu místo dosavadního jména nové jméno „Munciffaj“; 
nad to propůjčuje obyvatelstvu jeho trh téhodní každý pátek a trh výroční 
ten den po sv. Trojici a propůjčuje jim erb a pečeť a činí tu milost, aby 
všelicí řemeslníci tam se osazovati a živnosti své provozovati mohli. — 
Majestátem, jehož datum na Budíně ve čtvrtek den Mladätek 1, 1515 týž 
král Vladislav II. k žádosti Jindřicha a Wolfa bratří Bořitův z Martinic na 
Smečně, komorníkův J. M. K., povyšuje městečko Munciffaj za město, roz- 
hojňuje předešlý erb jeho, dává tu milost, aby na červeném vosku své po- 
třeby pečetiti, hradbami a branami se opatřiti a vůbec všech práv, kteréž 
m. Slanému přísluší, kromě třetího stavu, užívati mohli. (Polepšený erb 
ten vypsán jest v Pam. Arch. IX. st. 734). — Majestátem, jehož dátum 
na hr. Praž. ve středu po pámátce sv. Eližběty 1. 1591 císař Rudolf II. 
k žádosti Jiřího z Martinic na Smečně, nejv. sudí v kr. č. potvrdil výše 
psané dva majestáty kr. Vladislava II. a obnovil nadání na trh téhodní 
každou středu a dva trhy výroční, první ve středu po sv. Havle a druhý 
ve středu po sv. Trojici. 

Času toho byl na straně katolické zorganisovän již celý a hojný sbor mis- 
sionářský, skládající se z jezuitů a jiných světských kněží katolických pod 
jednou, a mající v čele svém muže, kteří již tehdá horlivě se zasazovali 
o provedení protireformace a to nejprve na panstvích komoře císařské 
a pánům katolickým náležejících, užívajíce ovšem při tom i rozličných 
obmyslů a všelikých jiných tytýž násilných a „vůbec nekřesťanských“ pro- 
středků. Mezi přední vůdce této kohorty missionářské pokládáni byli tehdáž 
Bartoloměj Flaxius z Čenkova, arcipryšt plzenský pak nadepsaný Ctibor 
Kotva z Freifeldu, děkan Smečanský, později kanovník pražský a Jan 
z Vinoře, bratrovec známého Adama z Vinoře a děkan Krumlovský. Tento 
zvláště počínal sobě velmi vyzývavě a bezohledně ano urážlivé naproti „predi- 
kantům lutheranským a bratrským“, naříkaje a plundruje je slovy neváž- 
nými a tytýž vkládaje na ně i násilně rukou svých. Takto Jan z K. za- 
choval se jmenovitě na Krumlovsku, kdež mimo jiné v m. -září l. 1601 


ok 


ho 


97 


v pravé svaté víře dostatečně vyučiti, z omylův a bludův svých ka- 
eirskych (v nichž tak někteří od proklatých svůdcův duší lidských 
-falešně podvedení z nerozumu svého vězeli) chvalitebně napraviti dali, 
předešlé nevěry a sekty slušně opovrhše, již pravé, jednosvorné ovčičky 
a poslušní synové sv. všeobecné římské církve učinění, tu jedinou 
pravou svatou a samospasitedlnou katolickou víru objali a jí se uzi- 
tečně připojivše, společně všickni zkroušeným srdcem z hříchův svých 
upřímně se zpovídali a velebnou svatost oltářní, nejsvětější tělo a krev 
Pána a Spasitele našeho Ježíše Krysta, živého a nerozdílného Boha 
(dle výborného církve ustanovení) pod jednou způsobou uctivě a po- 
božně přijímali a takto v tom předně vůli a rozkaz Pána boha, stvo- 
řitele, vykupitele a světitele svého, potom přikázání choti jeho svaté 
všeobecné římské církve, matky naší a tudy také spolu milostivé 
a otcovské napomenutí a poručení jeho (p. Smečanského) poslušně 
naplnili, ano též vzavše již spasení duší svých lépe na péči všickni 
s manželkami, dětmi a potomky svými v té jediné samé pravé svaté 
katolické římské víře každého času v štěstí i v neštěstí a jakémžkoli 
největším pokušení i v nejtěžším protivenství vždycky stále a pevně 
setrvati i do nejdelších smrtí svých beze vší a všelijaké nejmenší 
proměny nebo vrtkavosti věrně a upřímně zůstávati jsou vysoce slí- 
bili a bezelstně připověděli, nad čímž on (p. Smečanský) že své 
obzvláštní zalíbení z tak šťastného polehčení svědomí svého oprav- 
dově maje, tomu se velice těší, z týchž lidí poddaných svých od 
Pána boha mu k spravování svěřených Jeho sv. Milosti snáze odpo- 
vídati a za to i spolu s nimi věčnou nebeskou odplatu zyskaje oče- 
kávati a bohdá dosáhnouti moci bude;“ — pročež jim obyvatelům 
Munciffajským, jakožto již katolickým lidem motu proprio takové tři 
majestáty a obdarování, kteréž předešle v moci své neměli, v moc 
jich vlastní k pilnému schování a bezpečnému opatření jich dal a ode- 
vzdal a všeliké tyto majestáty, privilegie a výsady v nich obsažené 
potvrdil, schválil a obnovil. 

Nad to výše, aby z téhož spasitedlného na sv. katolickou víru 
se obrácení a svého se polepšení tím větší jeho (pána Smeč.) vděčnost 
a k sobě náchylnou milost poznali a v té pravé víře pobožně živi 
byli: učinil p. Jaroslav z M. všem katolickým obyvatelům m. Muncif- 


Matěje Cyra, kněze bratrského, jdoucího ze zámku od p. Petra Voka 
z Rožmberka, bez všeliké příčiny veřejně zneuctil a spolíčkoval, Pročež 
p. Petr V. z R. strany toho velmi důtklivě sobě stěžoval u samého arci- 
biskupa pražského, kterýž také surového a nekázaného děkana toho ihned 


z m. Krumlova jinam přeložil. 
7 


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faje osedlým i neosedlým obojího pohlaví tuto zvláštní milost, že jim 
všecka odümrti, kteráž po nich, obyvatelích munciffajských, až do- 
saváde na vrchnost smečanskou připadla, od sebe a všech svých bu- 
doucích odpouští a daruje a toho práva odúmrtního se odříká a 
jim plnou moc dává, aby oni, nyní i budoucně své jmění a statky 
všeliké, movité i nemovité, svobodně dáti a odkázati mohli, komu by 
se jim kolivek vidělo, buďto z krevních dolů i nahoru stupujících, 
anebo pobočným a příbuzným nebo i jiným, však toliko v m. Mun- 
ciffaji nebo ve vesnicích na panství smečanském usedlým a k nábo- 
ženství katolickému se přiznávajícím. Taktéž jim Munciffajským po- 
voluje, aby mohli sobě zdělati poručníky statku i nezletilých dětí 
svých, z lidí, kteří by na panství smečanském usedli a náboženství 
katolického byli. — Nad to když by který obyvatel m. Munciffaje 
pohlaví mužského i ženského bez pořádného ksaftu a pořízení smrtí 
ze světa sešel a potomků dolů stupujících po sobě nezanechal, aby 
po něm nápad všeho statku jeho šel na přátely nahoru vstupující 
a kdyby těch nebylo; na přátely poboční i také na příbuzné, jako 
manžela, manželku, tchána, tchýni, Švakra, Švakrovu, otčima a pa- 
storka, avšak vše to lidi katolické a na panství smečanském přebý- 
vající. Kdyby pak některý zemřelý obyvatel m. Munciffaje ani kšaftu 
pořádného ani katolických přátel a příbuzných po sobě nezůstavil, 
tuť aby takový statek nezřízený na tři díly se rozdělil a jeden jeho 
díl k záduší a kostelu smečanskému, druhý díl k seminarium a. Spi- 
tálu smečanskému a třetí obci munciffajské připadnul. 

Naposledy k přímluvě své manželky paní Marie Euzebie z Štern- 
berku p. Jaroslav Sm. obyvatelům m. Munciffaje zdarma. odpustil 
všechny ženné roboty, kteréž tamní osedlí obyvatelé v počtu 64 dní 
a podruzi jednoho dne každého roku zdarma vykonävati povinni byli 
a až dosaváde vykonávali, tak aby oni Munciffajští napotom toliko ty 
roboty, kteréž, posíláním do vesnic pro jiné dělníky obmeškávati 
se nemohou a spěšně napořád konati se musí, vykonávali totiž: velké 
štěpnice smečanské vyklízeti, seno a otavu tam hrabati, v zahradách 
smečanských zelí vysazovati a okopävati, konopě trhati a; namáčeti, 
led do zámecké lednice sekati a dovážeti, chmel v chmelnici tamní 
česati, v lesích blízkých k potřebě domácí latrové dříví i otepky do 
štosu skládati, zajíce a lišky do tenat honiti a při stavení a oprávkách 
i jiných pracích obecních pomáhati, kdykoliv se jim to poručí. 

Taktéž mají Munciffajští k záduší nebo kostelu a děkanství sme- 
čanskému i k špitálu tamnímu vedle a spolu s jinými vesnickými 
lidmi poddanými, k témuž kostelu a děkanství příslušejícími všecko 


99 


dříví latrové i otypky z lesův k potřebě jich snésti, v stěhování pana 
děkana a kaplanů potřebnými fůrami i jinak dílem svým nápomocni 
býti. Nad to mají oni, Munciffajští, jistými pracemi k seminarium sme- 
čanskému *) povinni býti, a to všickni tam osedlí, kteří při statcích 
svých potahy mají, mají k potřebě téhož seminarium všecko obilí 
do mlýnů i zase melivo ze mlýnů, pivo z pivovaru, velké i malé 
dříví z lesů přivézti, též v stěhování mistra chudých i syrých pa- 
cholat a kuchařky jich i k všelikým potřebám a oprávkám seminaria 
toho pomáhati; ti pak, kdož při živnostech svých koní nemají, mají 
všechno dříví k seminarium náležející v lese zporážeti a na latra 
a na otepky zdělati, do štosů složiti a to vše zdarma buďto sami nebo 
některým na vlastní náklad zjednaným člověkem. 

Všechna nadepsaná obdarování a milosti jim, Munciffajskym, udě- 
lená, mají však toliko s těmi vyjímkami platná zůstávati, že oni, 
Munciffajsti, jakožto vysoce slíbili a k tomu se zavázali s manželkami 
a dětmi svými v té jediné pravé a samospasitedlné sv. katolické 
římské víře vždycky i na budoucí časy pevně, upřímně a stále zůstá- 
vati, od ní žádnému svésti se nedati a do svých nejdelších smrtí od 
ní neodstupovati nemají. Taktéž že dokonce žádného člověka buď 
mužského neb ženského pohlaví, který by jiného nežli toho zcela 
a dokonale pravého římsko-katolického náboženství byl, mezi sebe 
za spoluobyvatele, měštěnína a souseda ani do podružství do téhož 
m. Munciffaje dříve a jináče nemají přijímati, až by před svým vstěho- 
váním nejprve k téže pravé katolické víře skutečně a upřímně při- 
stoupil a sv. všeobecné římské církvi věrně se připojil, na jisté pak 
dokázání té pravé své víry hned také v kostele smečanském, založení 
nejsv. Trojice, pořádnému knězi katolickému zkroušeně z hříchův 
svých se vyznal a pokorně zpovídal, též na to velebnou svatost oltářní 
pod jednou spůsobou uctivě přijal, ano že v témž často dotčeném 
pravém kat. římském náboženství stále setrvati a v něm skonati chce, 
zjevně na rathauze především úřadem dostatečně slíbil a připověděl, 

Podobně také který by koliv obyvatel m. Munciffaje, z osedlých 
sousedů i z neosedlých podruhův, buď mužského neb ženského po- 
hlaví, kdykoli a z jakéhožkoli ďábelského podvodu od té samospasi- 
tedlné katol.-římské víry nevážně odpadl a na jinou falešnou a do- 


*) P, Jaroslav z Martinic byl založil času toho zvláštní seminář při zámku 
svém smečanském k vychování mládeže katolické, povolav tam učitele a vy- 
chovatele, kněze i laiky katolické, a nadal ústav ten bohatě, vykázav ne- 
málo stálých ročních platův peněžitých i ospův obilných na poddaných 
svých semináři tomu. 

7* 


100 


mnělou víru neboližto sektu a bludařství přestoupil; nicméně kdyby 
kterýkoliv na dokázání takového svého pravého náboženství i každého 
roku nejméně jednou a to okolo velikonoci v kostele smečanském se 
nezpovídal a velebnou svatost oltářní pod jednou spůsobou nepřijímal, 
tehdy takový každý netoliko že nemá a nemůže tohoto obdarování 
nikdy a v ničem užíti, ale ani také v témž městě Munciffaji dále 
a více se zdržovati aneb zůstávati, a tu jak od vrchnosti tamní tak 
ani od purkmistra, konšelů a vší obce města toho za spoluobyvatele 
a v sousedství, ani za podruha nikoliv trpěn a zanecháván býti, nýbrž 
proto předně vězením skutečně strestán jsa, — nechtěl-li by potom 
se ihned v dvou dnech napraviti, neprodleně třetího dne má z téhož 
města vyhnán a vypověděn býti, statek pak jeho všeliký, movitý 
i nemovitý, pořádně popsán a zinventován budouc, má na tři díly 
rozdělen a z něho díl jeden k ruce pána a držitele téhož panství sme- 
čanského, druhý k obci téhož m. Munciffaje v pokutě vzat a obrácen, 
třetí pak díl témuž vyhnanci přece zanechán a na cestu propuštěn 
býti; neboť privilegium a obdarování to toliko munciffajským kato- 
lickým lidem dané, na žádné jiného náboženství lidi se nevztahuje 
a vztahovati nemůže, než samým toliko katolickým a římským kře- 
stanüm svědčí a jim samým toliko k dobrému sloužiti má a může. 

Při tom p. Jaroslav z Martinic sebe i všechny budoucí držitele 
panství smečanského vysoce zavázal a za sebe i za ně slíbil, pokudž 
by Munciffajští ve víře katolické setrvali a věrně a poslušně k vrch- 
nosti své se zachovali, že on i oni je — Muncifajské — při všech 
těch nadepsaných milostech zůstaviti a chrániti mají, a oni Mun- 
ciffajští při každé proměně své vrchnosti budoucím pánům žádné pod- 
danosti a člověčenství dříve slibovati nemají povinni býti, pokudž by 
jim jich nadepsaná privilegie zouplna nepotvrdili a jim je neode- 
vzdali. Kdyby však oni Muneiffajsti naproti vrchnosti své nějaké ne- 
věry, neposlušnosti a nepoddanosti a snad i bouřlivého pozdvižení se 
dopustili, aneb lidi ne pravého římského katolického, ale jiného blu- 
dařského náboženství do obce své přijali, aneb oni sami od pravého 
římského katolického náboženství odstoupili a jiného kteréhokoliv 
domnělého od sv. církve zavrženého a proklatého sektářství se chytili; 
tedy oni Muncifajští mimo hroznou jak věčnou tak Snad i časnou 
pokutu, také i od vrchnosti své na statku a kůži káráni a souzeni 
býti a hned ipso facto všeliké své privilegie a obdarování skutečně 
potratiti a propadnouti mají.“ 

Jakož takto obyvatelé m. Munciffaje záhy na začátku století XVII. 
k samospasitelné víře římské katolické byli přivedeni a připuzeni a v ní 


101 


nápotom i chtěj nechtěj, také setrvali; nebylo jim ovšem snášeti a pod- 
nikati nesnází, útrap a soužení, s jakými se po bitvě bělohorské, po- 
tkávaly obce a města česká a moravská, kteráž — stojíce před tím 
k víře evangelické — teprv později prostředkem pověstné protirefor- 
mace do lůna církve katolické prostředky násilnými byly vedeny a na- 
vráceny. — Za to však bylo městu Munciffaji i celému okolí ve vzešlých 
později bězích válečných — při vpádu do Čech lidu saského a zvláště 
švédského — v plné míře zakoušeti všelikých strastí a neřestí, jimiž 
vlasť naše času toho byla navštívena a zpustošena, ano takřka na 
rub obrácena. — Jmenovitě bylo m. Munciffaj r. 1639 nepřátelským 
lidem švédským splundrováno a až do gruntu vypáleno, při čemž 
mimo jiné ztráty utrpělo i tu, že všeliké jeho privilegie, nadání a pa- 
mátky písemné, na tamním radním domě chované a uložené na zmar 
přišly. — Když pak bouře válečné konečně se utišily a země česká 
k jakémus řádu zase navrácena byla, a se také vynašlo, že šťastnou 
náhodou alespoň jeden starý, avšak hodnověrný přepis privilegií nade- 
psaných se zachoval, obrátili se purkmistr a konšelé m. Munciffaje 
k tehdejší vrchnosti své panu Jiřímu Adamovi Bořitovi z Martinic, 
s prosbou za obnovení svých privilegií v přepisu onom obsažených- 
Prosbě této vyhověl pak pán Jiří Adam z Martinic a prostředkem 
dvor. kanceláře české vyžádal toho při J. M. Cís. Ferdinandovi III., 
že císař ten — prohlížeje k platným službám, kteréž p. Jiří Adam 
z Martinic i předkové jeho domu císařskému činili, i k tomu, že oni, 
Munciffajští, k své vrchnosti vždy věrně a poslušně se zachovali a ve 
víře katolické stále horlivě setrvali; — majestátem, daným ve Vídni 
dne 2. m. máje 1. 1650, nadepsané privilecie krále Vladislava II. 
a cís. Rudolfa II. ve všem znění a ve všech kusech potvrdil, obnovil 
a v předešlou podstatu vyzdvihl. — Jak se však p. Jiří Adam z Mar- 
tinic a nástupcové jeho, hledíc k listu a obdarování p. Jaroslavem 
z Martinic jim Munciffajským dne 1. ledna I. 1612 vydanému, k těmto 
svým poddaným zachovali; jakož i o tom, jakého účinku a trvání měl 
nadepsaný, p. Jaroslavem z Martinic založený seminář, nemáme širší 
vědomosti, a dalo by se snad nějakých, k tomu se vztahujících zpráv 
vyhledati v bohatém rodinném archivu smečanském ? 


102 


13. 


Beiträge zur Geschichte der neueren dynamoelectrischen 
| Maschinen. 


Von Reg.-Rath Prof. Dr. A. von Waltenhofen vorgetragen am 10. März 1882. 


Die Electrotechnik hat sich nachgerade zum umfangreichsten 
Gebiete der technischen Physik entwickelt und zwar im Laufe eines 
Zeitraumes, der nicht viel mehr als vier Decennien umfasst. Denn 
erst in den Dreissiger Jahren dieses Jahrhunderts sehen wir die 
Electricitát — durch die ersten practisch bewährten Versuche im 
Telegraphenwesen *) und durch die Entdeckung der Galvanoplastik — 
zu einer ausgedehnteren technischen Wichtigkeit gelangen. 

Dabei müssen wir freilich zugestehen, dass die Electrotechnik 
während der drei ersten Decennien ihrer kurzen Entwickelungs- 
geschichte nicht viel mehr als eben die beiden genannten Disci- 
plinen — electrische Telegraphie und Galvanoplastik — welche jeden- 
falls ihren Hauptinhalt ausmachten, aufzuweisen hatte. 

Denn so wenig man auch die Wahrscheinlichkeit verkennen 
mochte, dass der Glanz des electrischen Lichtbogens (H. Davy 
1821)**) und die Kraft der Electromagnete (Sturgeon 1825) der- 
einst eine vortheilhafte technische Verwerthung finden werden, haben 
doch die electrischen Lampen nur eine sehr beschränkte und die 
electromagňetischen Motoren („Kraftmaschinen“) gar keine practische 
Wichtigkeit erlangen können, so lange man bei der Erzeugung grosser 
Hlectricitátsmengen auf die kostspieligen und unbeguemen hydro- 
electrischen Batterien angewiesen war. 

Ganz andere Verháltnisse haben sich eingestellt, seit es ge- 
lungen ist, die magnetoelectrischen Inductionsmaschinen durch eine 
glückliche Combination von zwei höchst sinnreichen und wichtigen 
Erfindungen zur Erzeugung continuirlicher Ströme von grosser In- 
tensität geeignet zu machen. Auf diese Art entstanden die dynamo- 
electrischen Grossmaschinen von Gramme, Siemens & Halske 


*) 1833 verbindet W. Weber das physicalische Cabinet und die Sternwarte 
zu Göttingen durch eine Telegraphenleitung. 1837 stellt Steinheil in 
München eine solche her zwischen dem Academie-Gebäude und der 
Sternwarte in Bogenhausen. 1838 entdeckt Steinheil die sogenannte 
Erdleitung. In demselben Jahre veröffentlicht Jacobi die Entdeckung der 
Galvanoplastik, unabhängig von de la Rive (1836) und Spencer (1838). 

**) Die häufig angegebene Jahreszahl 1813 ist unrichtig. 


103 


u. A.*), welche gegenwärtig in der Hüttenindustrie täglich Tausende 
von Kilogrammen Kupfer galvanisch niederschlagen, welche: ferner 
Hunderttausende von electrischen Lichtern speisen und in neuester 
Zeit auch zur Übertragung mechanischer Arbeit für die Zwecke 
des Transportes von Personen und Lasten, mit Vortheil verwendet 
werden.**) 

Die ersten für den Grossbetrieb in den bezeichneten Richtungen 
geeigneten (zunächst hauptsächlich für die Zwecke der electrischen 
Beleuchtung bestimmten) Maschinen dieser Art hat der Belgier Zé- 
nobe Théophile Gramme zu Stande gebracht und ist seine dies- 
- bezigliche Note: „Sur une machine magnétoeléctrigue pro- 
duisant des couraats continus“ am 10. Juli 1871 durch 
Jamin der Pariser Academie angekündigt und in der nächsten Sit- 
zung (am 17. Juli desselben Jahres) in Verbindung mit der Demon- 
stration der neuen Maschine mitgetheilt worden. ***) 

Die grosse Wirksamkeit und Tauglichkeit der Gramm e’schen 
Maschine für die Electrotechnik, nämlich ihre Eignung zur Hervor- 
bringung von electrischen Strömen, welche nicht nur sehr stark son- 
dern auch continuirlich sind, lässt sich, wie schon angedeutet worden 
ist, auf eine glückliche Vereinigung von zwei vorausgegangenen 
wichtigen und sinnreichen Erfindungen zurückführen. 

Die eine dieser Erfindungen besteht in dem Principe der conti- 
nuirlichen Induction mittelst eines ringförmigen Inductors, welches 
Princip Antonio Pacinotti in den ersten Sechziger Jahren ver- 
wirklichte. Pacinotti hatte nämlich im Jahre 1860 eine electro- 
magnetische Maschine, einen sogenannten electromagnetischen Motor 
construirt, dessen (zugleich die Stelle eines Schwungrades vertre- 


*) Über die Leistungen dieser Maschinen, vornehmlich der Siemens & Hal- 
ske’schen siehe meinen Artikel „Licht, electrisches“ in Karmarsch 
und Heeren’s technischem Lexicon. 3. Auflage, 

**) Vergl. W. Siemens in Wiedemann’s Annalen Bd. 14, 8. 469. 

+*+) Comptes Rendus, Band 73, Seite 144 und 175. — Vergleiche auch 

Schellen, „Die magnet- und dynamoelectrischen Maschinen“ Köln 1882, 

Seite 130; daselbst wird jedoch nicht gesagt, ob diese erste der Pariser 

Academie vorgezeigte Gramme’sche Maschine auch schon eine dynamo- 

electrische war, was aber nach den Comptes Rendus Seite 178 (wo von 

den &lectro-aimants animés par une partie du courant usw. 

die Rede ist) keinem Zweifel unterliegt. Freilich war diese Maschine noch 

keine. Grossmaschine , sondern betrieben au moyen d’ un volant mů 

„A bras d’homme. Die erste Gramme’sche Grossmaschine wurde nach 
Schellen (S. 142) im Jahre 1872 gebaut. 


104 


tender) ringförmiger Anker durch den Strom einer Batterie in eine 
continuirliche Rotation versetzt wurde. Pacinotti hat aber bald 
darauf auch nachgewiesen — und darin besteht eigentlich die Er- 
findung, welche hier in Betracht kommt — dass man, wenn man die 
Batterie ausschaltet und den ringförmigen Anker in entgegengesetzter 
Richtung mit der Hand dreht, einen continuirlichen Inductionsstrom 
erhält, von derselben Richtung, welche der Batteriestrom hatte; *) 
hingegen einen mit dem Batteriestrome entgegengesetzten Inductions- 
strom, wenn die mechanische Drehung des Ringes in demselben Sinne 
geschieht, in welchem der Ring bei eingeschalteter Batterie rotirt. 

Der Pacinotti'sche Ring — so nennen wir den besagten 
ringförmigen Anker — wirkt also bei der beschriebenen Umkehrung 
des im electromagnetischen Motor stattfindenden Vorganges als In- 
ductor. 

Etwas theoretisch Neues war damit nicht gefunden, denn 
schon Jacobi hat den inducirten Gegenstrom gekannt und bei seiner 
Theorie der electromagnetischen Maschinen (1851) in Rechnung ge- 
bracht, welcher beim Gange solcher Maschinen auftritt und dem 
Batteriestrome entgegenwirkt; aber ein neues und höchst wichtiges 
experimentelles Princip war durch den Pacinotti'schen Ring- 
Inductor an die Hand gegeben, námlich ohne Anwendung eines Commu- 
tators gleichgerichtete inducirte Ströme zu erzeugen und vom roti- 
renden Inductor in der Art abzuzweigen, dass sie sich im Schliessungs- 
bogen zu einem continuirlichen Strome zusammensetzen. 

Die zweite der vorhin erwähnten Erfindungen rührt von W. Sie- 
mens her (1867); sie besteht bekanntlich in der Herstellung von 
Inductionsmaschinen mit inducirenden Electromagneten, deren Draht- 
windungen in den Stromkreis des Inductors eingeschaltet sind. Ein 
geringer remanenter Magnetismus, welchen man der Eisenmasse 
des Electromagneten ein für allemal ertheilt hat, genügt, um die 
Wirkung des Apparates mit sehr schwachen Strömen einzuleiten, die 
jedoch, indem sie bei der besagten Anordnung auf den Electromagnet 
verstärkend zurückwirken, alsbald das Auftreten stärkerer Inductions- 
ströme zur Folge haben, die rasch bis zu einem von der Dimensionirung 
des Apparates und der aufgewendeten mechanischen Arbeit abhängigen 
Maximum anwachsen. Eine solche den inducirenden Electromagne- 


*) Dabei diente als fester Magnet entweder ein Stahlmagnet oder ein von den 
Drahtwindungen des Ringes abgesonderter Electromagnet. Siehe Schelleu 
Seite 129. 


105 


tismus selbst erzeugende*) Inductionsmaschine nennt man a 
eine dynamoelectrische.**) 

Die ersten dynamoelectrischen Maschinen waren mit dem Sie- 
mens’schen Doppel-T-Inductor [Siemens armature, 1857]***) 
versehen und gaben zwar mit Hilfe eines Commutators wohl gleichge- 
richtete, aber, wenngleich schnell aufeinanderfolgende, doch merklich 
intermittirende Ströme. Auch stellte sich dabei eine beträchtliche 
Erwärmung des rotirenden Ankers ein, welche theils von den in der 
Eisenmasse inducirten Foucault’schen Strömen, theils von den 
plötzlichen Polwechseln herrührend, mit einem erheblichen Arbeits. 
verluste verbunden war. 


Durch die Behebung dieser wesentlichen Übelstände gelangte 
die dynamoelectrische Maschine erst zu jener grossartigen Leistungs- 
fähigkeit und Bedeutung, welche sie heutzutage aufweiset, und dies 
- geschah erst, indem man das Princip der continuirlichen 
Induction mittelst eines ringförmigen Inductors bei den 
dynamoelectrischen Maschinen zur Anwendung brachte. 


Die Frage: wann und von wem die vereinigte Anwendung dieser 
beiden Principien — also die Erzeugung von continuirlichen dynamo- 
electrischen Strömen — zuerst bewerkstelligt worden ist, bildet den 
eigentlichen Gegenstand dieser Mittheilung. 

Dass Gramme der Erste war, welcher eine dynamoelectrische 
Maschine mit continuirlicher Induction gebaut hat, wobei er — 
unabhängig von Pacinotti — einen dem Pacinotti’schen Ringe 


*) Eine den inducirenden Stahlmagnet durch den inducirten Strom selbst 
verstärkende Inductionsmaschine hat bereits Sinsteden im Jahre 1861 
construirt. Er hat auch den Weg angegeben, wie man durch Kuppelung 
zweier oder mehrerer Inductionsmaschinen hintereinander, von welchen die 
erste einen Stahlmagnet, die anderen aber Electromagnete haben, grosse 
Effecte erzielen kann, wie sie denn auch von Wild in Birmingham that- 
sächlich erreicht worden sind. Sinsteden war also der Erfindung der 
dynamoelectrischen Maschinen schon sehr nahe, ohne jedoch diesen glück- 
lichen Gedanken vollends erfasst zu haben. (Pogg. Annalen Bd. 137, 8. 295). 

**) Ich habe schon bei anderen Gelegenheiten (Karmarsch, techn. Lexicon 
Bd. 5, S. 562) bemerkt, dass diese Bezeichnung, welche den Umsatz von 
mechanischer Arbeit in electrische Stromarbeit andeuten soll, insofern 
nicht glücklich gewählt ist, weil dieser Umsatz überall stattfindet, wo durch 
Bewegung eines Leiters in der Nähe eines Magneten oder eines Stromleiters 
Induction erfolgt. 

®%*) Siehe meinen Artikel: „Licht, electrisches“ in Karmarsch und Heeren’s 
technischem Wörterbuche, 3. Aufl, Bd. 5, S. 561, 


106 


ganz ähnlichen Ring-Inductor zur AP brachte, bleibt eine 
unbestrittene Thatsache. 


Wenn es sich aber um die Frage handelt, wer zuerst continuir- 
liche dynamoelectrische Ströme erzeugt hat, wer also der Erste 
war, der die Principien von Siemens und Pacinotti in ver- 
einigter Anwendung experimentell zur Ausführung 
brachte, so wird man, nach den Aufklärungen, welche ich hierüber 
zu geben in der Lage bin, Professor Pfaundler in Innsbruck die 
Priorität zuerkennen müssen. 


Im Jahre 1867 hatte der Innsbrucker Mechaniker J. Kravogl 
seinen seither auch in weiteren Kreisen bekannt gewordenen electro- 
magnetischen Motor zur Pariser Ausstellung gesendet.*) Aus der 
neuerdings in Müller-Pfaundler’s Lehrbuch der Physik erschie- 
nenen Beschreibung desselben ist ersichtlich, dass der Erfinder bei dem- 
selben das Princip der Spiralanziehung auf einen beweglichen Eisen- 
kern, welches Page in bekannter Weise zur Hervorbringung einer 
hin- und hergehenden Bewegung benutzt hatte, zur Erzeugung einer 
continuirlichen Rotationsbewegung angewendet hat, welche jedoch in 
der Art stattfindet, dass nicht der Eisenkern bei feststehenden Spulen 
sich bewegt, sondern vielmehr die in kreisförmiger Anordnung einen 
hohlen Ring bildenden Spulen um eine horizontale Axe kreisen, 
während ein in der Höhlung dieses Spulenkranzes gleitender Eisen- 
kern (von der Form eines entsprechend gebogenen cylindrischen 
Stabes) in einer bestimmten Gleichgewichtslage verbleibt.**) Die Strom- 


*) Nach meinen damals ausgeführten Untersuchungen übertrifft dieser Motor 
an Wirkungsgrad alle anderen bisher diesfalls untersuchten electromagne- 
tischen Motoren. 

**) Man erhält eine Vorstellung vom Kravogl’schen Ringe, wenn man sich 
aus dem Spulenkranze des Gramme’schen Ringes */„ vom ringfórmigen 
Eisenkern fortgenommen und das übrig bleibende Drittel in der Höhlung 
des Spulenkranzes nicht feststeckend, sondern vielmehr mit möglichst ge- 
ringer Reibung gleitend gemacht denkt. Würde man ferner die inducirenden 
Magnete beseitigen und mittelst der Schleifcontacte einen Batteriestrom 
dem Ringe zuführen, so würde es durch entsprechende Verstellung der 
Schleifcontacte möglich sein, eine Differenzwirkung der beiden durchström- 
ten Ringsegmente auf den gleitenden Eisenkern zu: Stande zu bringen, 
welche eine Rotation des Ringes zur Folge hätte. Denkt man sich endlich 
noch die Stromzuleitung in der Art modificirt, dass überhaupt nur ein 
Ringsegment Strom bekommt, und sonach die Gegenwirkung der übrigen 
Spulen entfällt, so wird der Ring mit viel grösserer Energie als vorhin 
rotiren müssen. 


107 


zuleitung findet nämlich in der Art statt, dass von den sámmtlichen 
den rotirenden Hohlring bildenden Spulen immer nur eine Gruppe 
von Spulen Strom bekommt, nämlich stets diejenigen Spulen, die ge- 
rade eine bestimmte Stellung seitwärts von der durch die Rotationsaxe 
gelegten Verticalebene passiren. Dadurch wird der in der Höhlung 
des Spulenkranzes gleitende Eisenkern aus seiner tiefsten Stellung, 
die er vermöge seines Gewichtes einzunehmen sucht, in die durch- 
strömten Spulen hineingezogen und somit in einer gehobenen Stellung 
schwebend erhalten, wodurch eben die continuirliche Rotation des 
Spulenkranzes bedingt ist. Hierbei bleibt der Batteriestrom ununter- 
brochen gleichgerichtet und — so wie auch der Electromagnetismus 
des Eisenkerns — bei nicht allzulangsamen gleichförmigem Gange 
des Motors nahezu constant. 

Über diesen Motor berichtete mir Herr Professor Pfaundler 
(der eben damals mein Nachfolger an der Innsbrucker Universität 
geworden war) in einem Briefe vom 9. November 1867, dass derselbe 
nicht mehr nach Innsbruck zurückkommen werde, und fügt dann 
folgende Worte bei: „Es ist mir aber leid, dass ich ihn“ (den Motor 
nämlich) „nicht mehr sehe; ich hätte noch gerne den Versuch ge- 
macht, mit demselben umgekehrt aus mechanischer Arbeit electrische 
Ströme resp. auch electrisches Licht zu erzeugen. Ich wollte nämlich 
mit eingeschalteter Batterie das Rad durch stärkere Kraft in ent- 
gegengesetzter Richtung drehen, dann die Batterie mittelst Neben- 
leitung zuerst theilweise und dann ganz ausschalten. Diese Idee, 
von Siemens in Poggendorff’s Annalen auch ausgesprochen, liesse 
sich sicher auch auf Kravogl’s Motor anwenden.“ 

Ungeführ zwei Jahre später (in einem vom 20. December 1869 
datirten Briefe) benachrichtigte mich Pfaundler von der Vollendung 
eines zweiten, grösseren Motors, welchen Kravogl gebaut hatte, und 
nachdem er sich gegen eine Idee ausgesprochen hat, welche Kra- 
vogl dabei ausführen wollte, setzt er hinzu: „Eher scheint mir 
versuchenswerth, nach dem Vorschlage von Siemens die Anwendung 
des Apparates in der Art umzukehren, dass man mittelst desselben 


Auf diese Art lässt sich auch ohne eine Zeichnung das Princip der 
Kravogl’schen Kraftmaschine aus dem Principe der allgemein bekannten 
Gramme’schen Inductionsmaschine ableiten. Hinsichtlich der Details 
(auf die es übrigens hier gar nieht ankommt) citiren wir ausser Müller- 
Pfaundler’s Lehrbuch und den dort angeführten Quellen noch den im 
Innsbrucker Gymnasialprogramm vom Jahre 1870 enthaltenen Aufsatz von 
Fr Kiechl. 


108 


mechanische Arbeit in strömende Electricitát verwandelt, d. h. aus 
dem Apparate einen „Electromotor“ im eigentlichen Sinne d. h. einen 
Stromerzeuger zu machen.“ 

Bald darauf hat Pfaundler das von ihm beabsichtigte Experi- 
ment mit dem Kravogl’schen Motor (an welchem der Erfinder in- 
zwischen noch Verbesserungsversuche machte) auch wirklich aus- 
geführt und mir davon in einem Briefe vom 11. Februar 1870 mit 
folgenden Worten Nachricht gegeben: „Das Siemens’sche Princip 
lässt sich in der That in Anwendung bringen. Man erhält durch 
Treiben mit der Hand ohne Batterie einen Strom in der Stärke wie 
von 1 Bunsen’schen Elemente.“ 

Esistsonach unzweifelhaft constatirt, dass Pfaundler 
schon vor Gramme continuirliche dynamoelectrische 
Ströme erzeugt hat und dass er die Möglichkeit, solche Ströme 
mittelst der Kravogl’schen Ringmaschine zu erzeugen, noch in dem- 
selben Jahre (1867) ausgesprochen hat, in welchem die Siemens’sche 
Erfindung der dynamoelectrischen Maschinen in die Öffentlichkeit ge- 
langt war. 


Anhang. 

In dem vorstehenden Aufsatze ist von meinen mit dem Kra- 
vogl’schen Motor im Jahre 1867 vorgenommenen Untersuchungen die 
Rede gewesen. Es ist seither Mehreres über derartige nach meiner 
Methode ausgeführte Untersuchungen erschienen. Dabei ist jedoch 
der Unterschied zwischen meinem Verfahren und dem von W. Petrie 
u. A. angewendeten, welches mir als Grundlage diente, nicht immer 
erwähnt oder genau angegeben worden. 

Um dieses Verhältniss klar zu stellen, finde ich mich veranlasst, _ 
mit einigen Bemerkungen auf das zurückzukommen, was ich bereits 
in früheren Abhandlungen hierüber gelegentlich mitgetheilt habe, und 
dasselbe mit einigen historischen und theoretischen Ausführungen zu 
ergänzen. 

Während Jacobi (1840) die ersten Grundlagen einer Theorie 
der electromagnetischen Maschinen geliefert hat, sind Grove (1844) 
Joule und Scoresby (1847) und W. Petrie (1851) als die Ersten 
zu nennen, von welchen bestimmte Angaben über den Wirkungsgrad 
von electromagnetischen Motoren gemacht worden sind.*) Dabei sind 


*) Jacobi hat sich damit nicht befasst, er sagt ja selbst hierüber: „Bei 
meinen zahlreichen Versuchen über die electromagnetischen Maschinen 


109 


die genannten Physiker von dem Grundsatze ausgegangen: die zur 
Unterhaltung einer Pferdekraft theoretisch erforderliche Zinkconsum- 
tion mit derjenigen zu vergleichen, welche sich aus den beim unter- 
suchten Motor vorgenommenen experimentellen Bestimmungen der 
Arbeitsleistung und des Zinkverbrauches, per Pferdekraft ergeben 
würde. Von all diesen Angaben können aber nur die von W. Petrie 
als auf verlässlichen Daten beruhend angesehen werden, da unter 
den Angaben der anderen vorgenaunten Physiker so enorm hohe 
Wirkungsgrade vorkommen,*) dass die Unrichtigkeit der dabei zu 
Grunde gelegten Daten, nach den Kenntnissen, die wir heutzutage 
über die Leistungsfähigkeit der besten electromagnetischen Motoren 
besitzen,**) keinem Zweifel unterliegen kann. Auch ist W. Petrie 
der Einzige, in dessen Mittheilungen ganz klar und ausdrücklich ge- 
sagt ist, dass er auf die Abhängigkeit der der Gewichtseinheit Zink 
entsprechenden theoretischen Arbeit von der Beschaffenheit der Kette, 
in welcher die: Zinkconsumtion stattfindet, gehörige Rücksicht ge- 
nommen hat, also der Einzige, der das soeben ausgesprochene Princip 
für die Berechnung der Wirkungsgrade genau präcisirt hat. 
Lediglich aus diesem Grunde habe ich das besagte Princip, 
indem ich es auch als Grundlage meiner Untersuchungen. adoptirt 
habe, nach Petrie benannt; ich hätte es sonst ebensogut das 
Grove’sche oder das Joule & Scoresby’sche nennen können. 
Das angeführte Princip ist es aber auch einzig und allein, 
was meine Methode mit derjenigen von W. Petrie gemein hat, denn 
einerseits habe ich dieses Princip ganz anders formulirt, indem 
ich zeigte, wie sich die von W. Petrie als disponible Arbeit be- 
trachtete Grösse aus dem Joule’schen Gesetze ableiten und mathe- 


bin ich weit davon entfernt gewesen, die Menge von Zink, die aufgelöst 
werden muss, um eine Arbeitseinheit zu erzeugen, genauer oder auch nur 
annähernd bestimmen zu können und auch ernstlich zu wollen.“ Hierauf 
folgt eine Darlegung der Gründe, welche ihn davon abgehalten haben. 
(Krönig’s Journal, Bd. 3, Seite 399). 

*) So wäre z, B. nach den im 105. Bande von Dingler’s Journal Seite 153 
aus den Arbeiten von Joule und Scoresby mitgetheilten Zahlen der 
Wirkungsgrad einer electromagnetischen Maschine im günstigsten Falle 
etwas mehr als */, (nämlich ®°/,,.)., Wir werden aber später sehen, dass 
dies sogar theoretisch unmöglich ist, da die Gesammtarbeit, selbst wenn 
gar kein Arbeitsverlust stattfände, nie mehr als höchstens die Hälfte des 
theoretischen Effectes betragen kann. 

**) Kravogl hat im Maximum den Wirkungsgrad "/, erzielt; '/; dürfte wohl 
‚ungefähr die äusserste erreichbare Grenze sein. 


110 


matisch ausdrücken lässt, worüber damals noch Meinungsver- 
schiedenheiten bestanden, und anderseits war das experimentelle 
Verfahren in beiden Fällen ein ganz verschiedenes*). 

Fůr's Erste sind die in den Angaben der vorgenannten Physiker 
vorkommenden Arbeitsleistungen durch Hebung von Gewichten 
an der Maschine direct in Fusspfunden gemessen worden, während 
ich den Gebrauch des Brems-Dynamometers bei der Unter- 
suchung electromagnetischer Motoren eingeführt habe. 

Zweitens wurde die Zinkconsumtion früher durchwegs direct 
durch Wägung der Zinkplatten vor und nach dem Versuche 
ermittelt, während ich anstatt dieses schwerfälligen und umständlichen 
Verfahrens die Strommessung mittelst der Tangentenbussole zur 
indirecten Ermittelung des Zinkverbrauches einführte. 

Mein Verfahren, die Wirkungsgrade electromagnetischer Motoren 
zu ermitteln, ist also im Principe, d. h. in der zu Grunde gelegten 
Definition des theoretischen Effectes allerdings mit jenem von 
W. Petrie übereinstimmend, in der Formulirung jedoch und in der 
Ausführung von demselben ganz verschieden und als eine den 
neueren experimentellen Hilfsmitteln entsprechende völlige Um- 
gestaltung desselben zu bezeichnen. 

Um die von Petrie und mir angenommene Definition des 
theoretischen Effectes auch mathematisch zn formuliren, mögen hier 
noch folgende Betrachtungen Platz greifen. 

In der nebenstehenden Figur stelle A B ein Stück eines ge- 
schlossenen Stromleiters vor, in welchem ein Batteriestrom von der 
Intensität J in der bezeichneten Richtung cireulirt. Ferner denken 
wir uns ein mit der nördlich magnetischen Quantität u begabtes 
Theilchen in einer kreisförmigen Bahn vom Radius a, deren Ebene 
den Stromleiter senkrecht schneidet, um den Stromleiter herum be- 
weglich. Eine solche Bewegung wird unter der Einwirkung des 
Stromes J (von A aus gesehen rechtsläufig) auch in der That ein- 
treten, wenn die vom Strome J ausgeübte Kraft Ju nn (wobei 


ds, © und r im Sinne des Biot-Savart’schen Gesetzes**) die aus der 


*) Siehe meine erste Abhandlung hierüber (Dingler, Bd. 183) u. die Abhan- 
dlung von R. Handmann über den Egger’schen Motor (München, 1879). 
**) Mit Benutzung desselben hat Holtzmann (Pogg. Ann. Bd. 91) eine ähn- 
liche Entwickelung für die Inductionsarbeit gegeben; wir haben dieselbe 
verallgemeinert und auf das umgekehrte Problem angewendet, indem wir 
zugleich die übersichtlicheren Formeln von Claurius einführten, auf 


111 


Zeichnung ersichtliche Bedeutung haben) hinreicht, um den etwa 
vorhandenen Reibungswiderstand zu überwinden. Sofort bei Eintritt 
dieser Bewegung tritt aber in dem Stromleiter ein inducirter Gegen- 
strom č auf, wesshalb die einmal eingeleitete Bewegung des magne- 
tischen Theilchens weiterhin unter dem Beschleunigungsdrucke 


3 ds sind : 
p=U—duf Pr -= (J— ti) uo 1) 


(wenn wir das Integral kurz mit o bezeichnen) stattfindet. 


U 


A 


Denken wir uns den Stromleiter von solcher Ausdehnung und 
Form, dass der auf u merklich einwirkende Theil geradlinig ist, so 


ds 


wird das Integral o = -/ „ in jedem Puncte der kreisförmigen 


Bahn des Theilchens u denselben Werth haben. 

Wir wollen dies voraussetzen und fernerhin annehmen, dass die 
Bewegung unter dem Einflusse der vorhandenen Widerstandskräfte 
bereits eine gleichförmige geworden sei. 


Die beschriebene Vorrichtung stellt uns eine electromagnetische 
Maschine einfachster Art dar und zwar im sogenannten Beharrungs- 
zustande arbeitend. Die allgemeinen theoretischen Resultate, zu 
welehen wir bei dieser Betrachtung gelangen, können wir dann ohne 
weiteres als für beliebig complicirte electromagnetische Maschinen 
- giltig ansehen. 


dessen klare und elegante Ableitung derselben („Meehan, Wärmetheorie“ 
Bd. 2, S. 151) wir aufmerksam machen. 


112 


Ist « die constante Geschwindigkeit des Theilchens u, so wird 
bei der betrachteten Bewegung in der Zeiteinheit die Arbeit 


L = pu= (J—?) uuo 2) 


verrichtet, die wir als eine von der Stromdifferenz J— v— J ge- 
leistete mechanische Arbeit auffassen. 

Wir wollen deshalb auch die Stromdifferenz J — J—i als den 
„Arbeitsstrom“ bezeichnen, im Gegensatze zu dem beim Still- 
stande des beweglichen Theilchens circulirenden Batteriestrome J, 
. welcher „Ruhestrom“ heissen mag. 

Das in der Formel 2) vorkommende Product uuo kann aber 
auch in der Form 

uuo Z ih 3) 


geschrieben werden,*) wenn 4 den Gesammtwiderstand des Strom- 
kreises bedeutet. Man erhält demnach für die mechanische (Brutto-) 
Arbeit des Stromes 

L=(J—i)ü 4) **) 


Von dieser Arbeit kommt nur ein Theil N als nutzbare Arbeit, 
das ist als „Nutzeffect“ in Betracht, während ein anderer Theil R 
zur Überwindung der Bewegungswiderstände der Maschine (Reibung 
der Maschinentheile, Mittelwiderstand) nutzlos aufgewendet wird. Es 
ist demnach 

N+R= (J—i)ů 5) 

Anderseits verrichtet aber der circulirende Arbeitsstrom J— z 

auch eine calorische Arbeit W im ganzen Stromkreise vom Betrage 


ÚU 6) 
Die mechanische und die calorische Arbeit zusammengenommen; 
das ist die Summe der in 5) und 6) ausgedrůckten Arbeitswerthe 


geben offenbar die Gesammtarbeit oder den sogenannten theore- 
tischen Effect oder die disponible Arbeit D des Stromes, also 


L+W=zN+Rk+-W=D 7 


*) Nach dem Lenz’schen Gesetze muss nämlich die bei der Unterhaltung 
des inducirten Stromes © aufgewendete Inductionsarbeit iuo X u = iuuo der 
dem inducirten Strome entsprechenden Stromarbeit 0*4 gleich sein, woraus 
obige Relation 3) hervorgeht. 


**) Man bemerkt, dass die Arbeit Z ein Maximum wird für 3 wie schon 
Jacobi (auf anderem Wege) nachgewiesen hat. 


2 


113 


Man erhält demnach für D den Werth (J— 1) U4— (J—1)*A 

also 
D=(J—ı)JA 8) 

In diesem Ausdrucke bedeutet JA die den chemischen Processen 
in der Kette per Stromeinheit und Zeiteinheit äquivalente Arbeit, 
folglich bedeutet das (Z — o)fache davon, nämlich D die den che- 
mischen Processen in der Kette nach Massgabe des Arbeitsstromes 
(d. h. nach Massgabe der zur Unterhaliung des Arbeitsstromes er- 
forderlichen Materialconsumtion) per Zeiteinheit äquivalente Arbeit. 

Bezeichnet man nämlich mit Z% die Summe der Wärmetönungen 
für die chemischen Processe, welche in der betreffenden Kette die 
Consumtion eines Äquivalentes Zink begleiten und mit F die Zahl 
der Äquivalente, welche zur Unterhaltung der Stromeinheit in der 
Zeiteinheit erforderlich sind, so ist EF'Z9 (wobei Z das mechanische 
Wármeáguivalent ist) offenbar die den chemischen Processen per 
Stromeinheit und Zeiteinheit äquivalente Arbeit. Bei einer »elemen- 
tigen Batterie erhält diese Arbeit, welche man auch den theoretischen 
Effect per Stromeinheit und Zeiteinheit nennen könnte, den Werth 
nEF2%, welchen wir kurz mit 7 bezeichnen. wollen. 

Wenn man nun nicht die zur Unterhaltung der Stromeinheit, 
sondern die zur Unterhaltung des Arbeitsstromes J — J— č er- 
forderliche Materialconsumtion in's Auge fasst, so erhält man (J — 2) 
nEFZO, was offenbar mit D gleichbedeutend ist. Es ergibt sich 
demnach 


D=(J — dnEF Z 9) 
und zugleich [aus Formel 8)]. 
JA=nEF2® = H 10) *) 


Letztere Grösse bezeichnet man gewöhnlich als die „electro- 
motorische Kraft“ der Batterie, folglich stellt 
H = EFZ9 15) 


*) Direct gelangt man zu dieser Relation auf folgende Art. Aus der allge- 
meinen Formel für die von einem Strome J in der Zeiteinheit geleistete 
Arbeit L=J (V/,—V,) geht hervor, dass der auf der Strombahn stattfin- 
dende Potentialniveau-Verlust V,—V, die von der Stromeinheit in der 
Zeiteinheit verrichtete Arbeit bedeutet, folglich auch die Arbeit, welche 
von der Stromquelle in der Zeiteinheit für jede Stromeinheit bestritten 
werden muss, nämlich, wie wir gesehen haben, nEFZ9. Es besteht also 
die Gleichung 1, —V, =nEF2Z%, folglich L= JnEFZY. — Diese Strom- 
arbeit‘: Z. kann aber nach dem Joule’schen Gesetze auch in der Form 
L=J?4 ausgedrückt werden; es ergibt sich demnach JAz JnEFZ, 
somit A—=nEFZY — H. 

8 


114 


die electromotorische Kraft eines Elementes vor. ;Um diese aus den 
Äquivalentwärmen zu berechnen, benutze ich für Jacobi-Sie- 
mens’sche Einheiten die Formel 


H, = 0,00046 2$*) 14) 


Die Formel 9) oder D = (J—) H dient mir dann zur Be- 
rechnung der theoretischen Effecte. 

Bei meinem Verfahren wird J — č mittelst der Tangentenbussole 
gemessen, und anderseits N mittelst des Bremsdynamometers er- 
mittelt. Hieraus ergibt sich dann ohne Weiteres der Wirkungsgrad 


N 


oder das Hundertfache davon als „Nutzeffect in Procenten“. 


Die disponible Arbeit D hängt, wie die Formel 9) lehrt, sobald 
die Stromeinheit gewählt, also 7 bestimmt und auch die Zahl » der 
Batterieelemente gegeben ist, ausser von der Intensität J — J—c 
des thatsächlich vorhandenen Arbeitsstromes nur noch von der alge- 
braischen Summe der Wärmetönungen Z% ab, welche den die Con- 
sumtion eines Zink-Äquivalentes begleitenden chemischen Processen 
in der Kette entsprechen. 

Wir haben schon in der Note zu Formel 4) erwähnt, dass die 
Gesammtarbeit L = (J— ?) iA einer electromagnetischen Maschine für 
= ein Maximum wird, wie man durch Differentiation nach č 50- 
fort findet. Da nun aus den Formeln 4) und 8) folgt 


L ď 
so sehen wir, dass die Gesammtarbeit L = N-—- R nie mehr als die 
Hálfte der disponiblen Arbeit betragen kann, dass also der Nutz- 
effect selbst im günstigsten Falle immer noch weit unter 50%, des 
theoretischen Effectes zurůckbleiben muss. : 

Wollte man bei der Ermittelung des Wirkungsgrades die Arbeit 
N+R (Formel 5), welche der sogenannten indicirten Arbeit 
einer Dampfmaschine analog ist, als disponible Arbeit zu Grunde 


*) Näheres hierüber findet man in meinem „Grundriss der mechanischen 
Physik“ Seite 349 und in meinem Artikel „Electricitát“ in Karmarsch 
und Heeren’s technischem Wörterbuche Bd. 3, Seite 193. 


115 


NH als Wirkungsgrad betrachten, so hätte 
dies zwar immerhin auch eine gewisse Berechtigung, würde sich 
jedoch zur practischen Ausführung viel weniger eignen als mein Ver- 
fahren. Bei letzterem kommt es nämlich zur Bestimmung von 
D=EJ—-)A=zıJ 0) H 17) 

nur darauf an, die electromotorische Kraft I der Batterie zu kennen 
und den Arbeitsstrom (J—:) mittelst der Tangentenbussole zu messen, 
während man zur Ermittelung von N—- R= (J— 9% nebst der 
Messung des Arbeitsstromes (Z —?) auch noch eine solche von J 
vorzunehmen hätte, um hieraus die nicht direct messbare Intensität 
č des inducirten Gegenstromes zu finden, und überdies noch eine 
Messung des Widerstandes A im Stromkreise, von welchen Messungen 
die beiden letzten, insbesondere die letzte, das ganze Verfahren sehr 
unsicher machen würden, aus Gründen, die jedem in solchen Arbeiten 
erfahrenen Physiker wohl bekannt sind, und die ich gelegentlich auch 
schon näher erörtert habe. 

In formeller Hinsicht sei endlich noch folgendes bemerkt. Schreibt 
man die Gleichungen 8) und 5) in der Form D= (JA — iA) J und 
N+R=(JA—ü)i, so erhält man durch Einführung der Be- 
zeichnungen H= JA und Az, 

D=J(H—h) 18) 
N--R=zi(H—h) 19) 
wobei die Potentialdifferenzen 7 und ž die electromotorischen Kräfte 
der Batterie und des Motors bedeuten. 

In dieser Form: D = J(H— A) ist der Ausdruck für die dispo- 
nible Arbeit auf den Typus des allgemeinen Ausdruckes fůr eine 
Stromarbeit*) L=J(V, — V,) (wobei V; und V, Werthe der Poten- 
tialfunction bedeuten) zurückgeführt, welcher Ausdruck selbst wieder 
dem Ausdrucke für die Arbeit eines Carnot’schen Kreisprocesses 
L=G(T,—T,) analog ist, wenn man unter G Zeuner’s „Wärmege- 
wicht“ versteht **) (entsprechend der Briot’schen Bezeichnung von J 
als „Electricitátsgewicht“) während T, und 7, die (als „Wärme- 
potentiale“ aufzufassenden) absoluten Temperaturen bedeuten. 


legen und demnach 


*) Clausius, „Die mechanische Wärmetheorie“ Bd. 2., S. 143. 
EQ, __ BO, 
OVA 
den Temperaturen 7, und 7, beziehungsweise zu und abgeleiteten Wärme- 
mengen vorstellen. Siehe Zeuner’s Wärmetheorie 2. Aufl. S. 68. 


**) Zeuners „Wármegewicht“ ist G= „ wenn Q, und Q, die bei 


gr 


116 


14. 


Über die Entstehung der australischen Flora. 
Vorgetragen von Dr. Johann Palacky am 10. März 1882. 


Der Vortragende besprach kritisch die Ansichten Ettingshausens 
und Englers über die Entstehung der australischen Flora. Eittings- 
hausen hatte fünf Florenelemente angenommen, von denen jetzt nur 
drei anerkannt werden — das endemische, das indomalaysche (tro- 
pische) und das antarktisch-amerikanische. Das europäische Floren- 
element ist in Australien gar nicht oder nur durch kosmopolitische 
oder antarktische Pflanzen vertreten, bezüglich deren andinen Ur- 
sprungs der Vortragende von Engler unterstützt wird, so bei La- 
biaten, Gräsern, Geum, Galium, Veronica etc. Das afrikanische Ele- 
ment beschränkt sich auf einige Wüstenformen und ist an Zahl zu 
unbedeutend, als dass es, selbstständig aufgeführt werden könne. 
Aus 2 Gattungen lässt sich verlässlich auf kein Element schliessen 
-— wie es  Ettingshausen mit Japan, gethan, oder man führt die 
Sache ad absurdum. 

Engler hat den grossen Endemismus der australischen Flora, 
der bei Westaustralien auf 80%, der Arten steigt, bei Victoria unter 
9°), fällt, (S. 42) richtig geschildert und eine dankenswerthe Ver- 
breitungstafel veröffentlicht. Entia propter necessitatem non multi- 
plicanda. _ Der Vortragende begründet, dass Wanderungen stets als 
eine Ausnahme anzusehen seien und in Australien können hier nur 
die 140—150 antarktischen Pflanzen des südöstlichen Hochgebirges 
in Betracht kommen, welche mit dem antarktischen Eise in der 
australischen Pliozenzeit von den Anden gekommen sein können. 
Queensland ist aber geologisch so alt und hatte in der Kohlenzeit 
bereits eine so reiche Flora, dass man den Ursprung auch der tropi- 
schen Flora Australiens nirgends sonst suchen muss. © 

Richtig bemerkt Engler, dass die Westküste fast ausschliesslich 
eine Wüstenflora besitzt (daher die Anklänge an Afrika — Adansonia 
gregori) — dass feuchteliebende, tropische Pflanzen schon des 
Klimas halber nicht fortkommen. Dagegen kann Vortragende mit 
Engler bezüglich des Alters der westaustralischen Flora nicht, über- 
einstimmen. Bei dem gänzlichen Mangel an paleontologischen Daten 
aus Westaustralien ist es schwer, definitiv den Zeitpunkt der Besie- 
delung Westaustraliens anzugeben, doch scheint ihm der Vegeta- 
tionscharakter ein geologisch älterer und Westaustralien eine alte 


Ježek: Über Sckloren. 


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Woo 65m n Sn 


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9 JA > 


117 


Colonie — wenn es nicht ein selbstständiges Stammland ist. Bei einer 
neuen Besiedelung wáren mehr der tropischen Elemente Nord- und 
Ostaustraliens mitgezogen *) und hätten sich wenigstens an der 
feuchten Nordwestküste erhalten. Auch der starke Endemismus der 
Reptilien — z. B. die endemischen Arten auf Hautmans Abrolhos 
zeigen von einem höheren Alter. Weiter ist das zweifellos moderne 
Innere Australiens, welches von einer ähnlichen Vegetation bekleidet 
ist, sehr pflanzenarm — und hat kaum ein Drittel der Pflanzenarten 
Westaustraliens — nach Engler selbst ganz Südaustralien 1244 — 
Westaustralien 3289 sp. — ein Beweis, dass zu der starken Varia- 
tion der endemischen Gattungen in Westaustralien, die auch Engler 
bestätigt (S. 49), eine geologisch längere Zeit nöthig. Engler selbst 
ist über die Frage, ob Westaustralien ein altes Stammland sei, im 
Zweifel (daselbst S. 49). Die Entscheidung läge in der Auffindung 
geologisch älterer Schichten in Westaustralien, die bisher nicht ge- 
schehen, während in Ostaustralien die hier wichtigste Epoche, die 
Kreide (wegen der Dicotyledonen), bereits nachgewiesen ist. Dass 
Westaustralien keine Eiszeit gehabt (wie Viktoria und Europa), ist 
wohl die Ursache der besseren Erhaltung der endemischen Formen. 
Nach unserer gegenwärtigen orografischen und geologischen Kennt- 
niss müsste‘ jede Verbindung zwischen Ost- und Westaustralien im 
Norden gewesen sein, wo jetzt die grösste Pflanzenarmuth herrscht, 
während der Südwesten den grössten Reichthum (besonders von 
endemischen Formen) besitzt. Auffallend ist, dass Ostaustralien mehr 
indomaiayische Pflanzen hat als Nordaustralien, und es zeigt sich, 
dass geologische Einflüsse vor:den klimatischen dominiren. Die Zahl 
der Pflanzen, die auch in Neuseeland vorkommt, bleibt 151 — der 
Kosmopoliten 54 (Victoria, 52 Ostaustralien), der oceanischen 94 
(Ostaustralien), der Neucaledonischen 46 (dto.) — während West- 
australien 3 oceanische und 10 neucaledonische Pflanzen besitzt. 


15. 


Über Sektorien. 
Von Otokar Jezek, stud. techn., vorgelegt von Prof. Ed. Weyr am 10. März 1882. 
(Mit 1 Tafel.) 


Im Folgenden will ich eine. Art von Curven behandeln, die 
wegen ihrer interessanten Eigenschaften verdienen erwähnt zu werden. 


_*) Jetzt hat Westaustralien nach Engler 15 tropische Pflanzen, Nordaustralien 
223, Ostaustralien 387, Victoria noch 38! — 


118 


Ich nannte diese Curven mit Rücksicht auf ihr Bildungsgesetz Sek- 
torien. Man erhält zu zwei gegebenen ebenen Curven Om vom Grade 
m und Cn vom Grade n für einen bestimmten Punkt o die zugehörige 
Sektorie, wenn man durch diesen Punkt ein Strahlenbüschel legt und 
dann vom Scheitel o aus auf jedem Strahle alle Strecken, die auf 
ihm die Schnittpunkte der Curven Cm und On bestimmen, auftrágt. 
Ist also die Strecke s,s, = ot, (Fig. 1.), so ist t, ein Punkt der Sek- 
torie. Im Ganzen erhalten wir auf jedem Strahle mn solcher Punkte, 
weil jeder Schnittpunkt der Curve Cm und eines beliebigen Strahls, 
mit den n Schnittpunkten der Curve Cn und desselben Strahls, 
n Punkte der Sektorie gibt, daher die m Schnittpunkte der Curve 
Cm, mn Punkte der gesuchten Curve geben. Bemerken wir weiter, 
dass die beiden Curven Cm und Cr sich in mn Punkten durch- 
schneiden und für jeden durch einen dieser Schnittpunkte gehenden 
Strahl die Strecke s,s, gleich Null ist, so ist klar, dass durch den 
Punkt o die Sektorie mnmal hindurchgehen wird, d. h. der Punkt o 
ist ein mnfacher Punkt der Sektorie. Jeder durch den mnfachen Punkt 
gelegte Strahl gibt also mit der Sektorie die mn in denselben fal- 
lenden Schnittpunkte und mn weiter Punkte, also im Ganzen 2mn 
Schnittpunkte, woraus folgt, dass die Sektorie vom Grade 2mn ist. 

Die mn Geraden, welche den Punkt o mit den Schnittpunkten 
der Curven Cm und Ún verbinden, sind Tangenten der Sektorie im 
mnfachen Punkte. Vor Allem ist klar, dass die Sektorie im Punkte o 
nicht von einer Seite der Geraden T (Fig. 1.) auf die andere über- 
gehen kann, weil die Strecken sgs, und s,’s,’ entgegengesetzter Rich- 
tung sind, also auch auf die entsprechenden Strahlen entgegengesetzt 
aufgetragen werden müssen. Ferner ist aus der Konstruktion zu er- 
sehen, dass nur der Punkt o der Geraden 7 und der Sektorie 
gemeinschaftlich ist, diese also in der That eine Tangente ist. 

Betrachten wir nun, welchen Einfluss ein Doppelpunkt einer 
der beiden Curven, z. B. Cm, auf die Sektorie hat. Ist d der Doppel- 
punkt der Curve Cm, so kann man denselben in Bezug auf den 
durch ihn gelegten Strahl als zwei zusammenfallende Punkte d;, 0, 
betrachten. In Folge dessen werden auch die », in Bezug auf den Punkt 
0, bestimmten Punkte der Sektorie, mit den » bezüglich d, bestimmten 
Punkten zusammenfallen, woraus folgt, dass die Sektorie durch diese 
Punkte zweimal hindurchgehen wird, also » mit dem Punkte o in 
einer Geraden liegende Doppelpunkte hat. 

Hat die Curve Cm einen rfachen Punkt, so ist klar, dass alle 
im vorigen Abschnitte durchgeführten Schlüsse hier wiederholt werden 


RI 


können, wenn man nur bemerkt, dass jetzt, statt der zwei Punkte 
0, 05, r Punkte d,, 0,...d, einzuführen sind. Jeder rfache Punkt 
der Curve Cm bestimmt » rfache Punkte der Sektorie, die mit dem 
Punkte o in einer Geraden liegen. 

Wird der beliebig durch den Punkt o gezogene Strahl zur Tan- 
gente an eine der Curven, z. B. Cm, so kann man den Berührungs- 
punkt s als zwei unendlich nahe liegende Punkte 6,, o, auffassen; 
führen wir dieselben Schlüsse durch wie früher, so ist klar, dass jede 
der m (m—1) Tangenten, die man vom Punkte o an die Curve Om 
führen kann, nmal von der Sektorie berührt wird. 

Hat die gegebene Curve Cm einen unendlich fernen Punkt, so 
erhalten wir den durch diesen Punkt gehenden Strahl, wenn wir zur 
Assymptote der Curve Cm eine Parallele ziehen; die Strecken dann, die 
zwischen den » Durchschnittspunkten dieses Strahles mit der Curve 
Cn, und dem unendlich fernen Punkte der Cm liegen, sind alle un- 
endlich gross, d. h. alle » in der Richtung der Assymptote liegenden 
Punkte fallen zusammen und liegen im Unendlichen. 

Fassen wir nun alle hier erwähnten Resultate zusammen, er- 
halten wir folgende Sätze: 

1. „Die Sektorie zweier Curven Cm vom Grade m und Cn vom 
Grade » in Bezug auf einen bestimmten Punkt, ist vom Grade 2mn.“ 

2. „Der Punkt o ist ein mnfacher Punkt der Sektorie, und die 
ihn mit den mn Schnittpunkten beider Curven Cm und Cr verbin- 
denden Geraden sind Tangenten der mn durch den Punkt o gehenden 
Äste der Sektorie.“ 

3. „Jeder Doppelpunkt der Curven Cm(Cn) bestimmt n (m) 
Doppelpunkte der Sektorie, die mit dem Punkte o in einer Geraden 
liegen.“ 

4. „Jeder rfache Punkt der Curve Cm (Cn) bestimmt » (m) rfache 
Punkte der Sektorie, die mit dem Punkte o in einer Geraden liegen.“ 

5. „Jede der m (m—1), [n (na—1)] Tangenten, die von dem Punkte 
o an die Curve Om (Cn) gezogen werden können, wird von der Sek- 
torie in n (m) Punkten berührt.“ 

6. „Jeder unendlich ferne Punkt der Curve Cm (Cr) ist zugleich 
ein n (m)facher unendlich ferner Punkt der Sektorie; da nun die 
Curve Cm m, die Curve On » unendlich ferne Punkte hat, so hat 
die Sektorie im Ganzen » mfache und m nfache unendlich ferne 
Punkte, durchschneidet also die unendlich ferne Gerade in 2mn 
Punkten, wie ja sein muss.“ 


120 


7. „Jeder unendlich ferne rfache Punkt der Curve Cm (On) ist 
zugleich ein nr (mr)facher Punkt der Sektorie.“ 

8. „Geht durch die beiden imaginären Kreispunkte die Curve 
Cm (Cn) rmal hindurch, so sind dieselben rn (rm)fache Punkte der 
Sektorie.“ l 

Wir wollen nun einige besondere Fälle betrachten. 

Vor: Allem nehmen wir an, der Punkt o befinde sich auf einer 
der beiden Curven, z. B. Cm. In diesem Falle bestimmt die Curve 
Cm auf den einzelnen Strahlen, des durch den Punkt o gelegten 
Strahlenbüschels, nur (m—1) Punkte, die in Bezug auf die » Schnitt- 
punkte der Curve Cn, n (m—1) Punkte der Sektorie bestimmen. Der 
Punkto wird wieder mnfach sein, weil sich die beiden Curven in 
mn Punkten scheiden, und wir erhalten daher den Grad der Sektorie 
mn + n (m—1) = 2mn— n. 

9. „Liegt der Punkt o auf der Curve Cm (Cn), so ist die Sekterie 
vom Grade 2mn — n, (2mn — m).“ 

Liegt weiter der Punkt o im Schnittpunkte beider Curven, so 
erhalten wir ausser dem Punkte o, der als Scheitel allen Strahlen 
gemeinschaftlich ist, auf diesen noch (m—1), beziehungsweise (n—-1) 
Schnittpunkte, also (m—1) (1—1) Punkte der Sektorie. Ferner ist 
in diesem Falle der Punkt o nur (mn—1)fach, weil einer der Schnitt- 
punkte der Curven Cm und Cr mit ihm zusammenfällt. Der Grad 
der Sektorie ist also mn —1 + (m—1) (n—1) = 2mn — m— n. 

10. „Liegt der Punkt o im Schnittpunkte beider Curven Cm 
und On, ist der Grad der Sektorie 2mn — m— n; diese hat dann 
im Punkte o nur einen (mn—1)fachen Punkt.“ 

Fällt der Punkt mit einem Doppelpunkte der Curve Om zu- 
sammen, $0 erhalten wir für jeden durch den Punkt o gelegten Strahl 
nur (m—2) Schnittpunkte und wird daher der Grad der Sektorie 
sein mn — n (m—2) = 2mn — 2n. 

Allgemein für einen rfachen Punkt der Curve Cm: mn + n (m—r) 
— 2mn — mn. 

11. „Fällt der Punkt o in den Doppelpunkt der Curve Cm (Cn), 
so ist der Grad der Sektorie 2mn — 2n (2mn—2m).“ 

12. „Fällt der Punkt o in den rfachen Punkt der Curve Cm (Cn), 
so ist der Grad der Sektorie 2mn — rn (Amn—rm).* 

Schliesslich wollen wir den Fall betrachten, dass der Punkt o 
mit einem derartigen Schnittpunkte beider Curven  zusammenfállt, 
der für die Curve Cm ein rfacher, für die Curve On ein sfacher 
Punkt ist. Wir erhalten offenbar (m—r) (n—s) Punkte der Sektorie 


121 


und da der Punkt o rs Schnittpunkte repräsentirt, nur mn — rs wei- 
tere Schnittpunkte. 

Der Grad der Sektorie ist also 

mn — rs Z (m—r) (n—s) = 2mn — rn — ms. 

13. „Befindet sich der Punkt o in einem derartigen Schnitt- 
punkte beider Curven Cm und Cr, der für die Curve Cm ein rfacher, 
für die Curve Cr aber ein sfacher Punkt ist, dann ist die Sektorie 
vom Grade 2mn —rn — ms, und hat im Punkte o einen (mn—rs)fa- 
chen Punkt.“ 

Lassen wir nun den beliebig durch den Punkt o gelegten Strahl, 
wieder parallel zu einer Assymptote der Curve Cm werden, so er- 
halten wir in diesem Falle nur (n—s) unendlich grosse Abschnitte, 
daher auch nur einen (n—s)fachen unendlich fernen Punkt, so wir 
den Satz aussprechen können: 

14. „Die Sektorie zweier Curven Cm und Cn in Bezug auf 
einen Punkt o, der ein rfacher Punkt der Curve Cm, und ein sfacher 
Punkt der Curve Cn ist, hat m(n—s)fache und » (m—r)fache un- 
endlich ferne Punkte, durchschneidet daher die unendlich ferne Gerade 
in 2mn — nr — ms Punkten, wie ja sein muss. Ebenso ist klar, dass 
wenn die Curve Om (On) die unendlich ferne Gerade pfach osculirt, 
die Sektorie sie (n—s) p[(m—r)p fach: osculiren wird.“ 

Betrachten wir nun die Sektorien 

a) zweier Geraden, 

b) einer Geraden und eines Kegelschnittes. 

ada) Die Sektorie zweier Geraden in Bezug auf einen bestimmten 
Punkt ist ein Kegelschnitt (Satz 1) und zwar eine Hyperbel, weil 
derselbe zwei reelle unendlich weite Punkte hat (Satz 6), die in der 
Richtung der beiden Geraden liegen. Die den gegebenen Punkt mit 
dem Durchschnittspunkte beider Geraden verbindende Gerade ist 
eine Tangente in dem gegebenen Punkte (Satz 2).“ 

Den Punkt r, in welchem die Hyperbel eine der beiden Ge- 
raden, in unserem Falle Q, durchschneidet, erhalten wir leicht und 
ohne Konstruktion der Hyperbel, wenn wir für die beiden Geraden P 
und © und einen Punkt o die Gerade S so bestimmen, dass die von 
den Schnittpunkten der Geraden P, © auf 8, und dem Punkte o 
begrenzten Strecken einander gleich sind. Es genügt durch den Punkt 
o die Gerade om || P (om’ || ©) zu führen (Fig. 2), und durch den Punkt 
m (m’) ‘eine Parallele zu op; die Verbindungslinie des Punktes o mit 
dem Punkte n (n) gibt die gesuchte.Gerade S. ‚Aus der Konstruktion 
ist: ersichtlich, dass der verlangten Aufgabe zwei Punkte entsprechen, 


122 


daher auch zwei Hyperbeln, welche offenbar den Punkt o, die Tan- 
gente op in demselben und die unendlich fernen Punkte gemein- 
schaftlich haben, als Sektorien erhalten werden. 

ad b) «) „Die Sektorie einer Geraden und eines Kegelschnittes 
ist in Bezug auf einen bestimmten Punkt 0, eine Curve vierter 
Ordnung (Satz 1). Der Punkt o ist ein Doppelpunkt, und die Ver- 
bindungslinien der Schnittpunkte der gegebenen Geraden und des 
Kegelschnittes mit dem Punkte o sind die Doppelpunktstangenten 
(Satz 2). Ausserdem hat die Curve noch einen unendlich fernen 
Doppelpunkt (Satz 6). 

Mit Rücksicht auf die Lage der gegebenen Geraden zum Kegel- 
schnitte und der Gestalt des Letzteren erhalten wir verschiedene 
Formen der Curve vierter Ordnung. Jenachdem die gegebene Ge- 
rade den Kegelschnitt schneidet, tangirt oder nicht schneidet, ist auch 
der Punkt o entweder ein Knotenpunkt, oder ein Rückkehrpunkt, 
oder endlich ein isolirter Punkt. Ist aber der Kegelschnitt eine 
Ellipse, hat die Curve vierter Ordnung 2 imaginäre unendlich ferne 
Punkte, ist er eine Hyperbel zwei reelle unendlich ferne Punkte, ist 
er eine Parabel, so hat auch die Curve vierter Ordnung einen a 
bolischen vte 

6) Der Punkt o liege nun auf dem Kegelschnitte. 

„Die Sektorie ist eine rationale Curve dritter Ordnung; der 
Punkt o ist entweder ein Knotenpunkt, oder ein Rückkehrpunkt, oder 
endlich ein isolirter Punkt, jenachdem die gegebene Gerade den Ke- 
gelschnitt schneidet, berührt, oder gar nicht schneidet (Satz 9).* 

Ein weiterer sehr interessanter Fall ist der, dass die beiden 
Curven rational, und zwar die Curve Cm vom Grade m mit (m—1)fa- 
chen Punkte, die Curve Cn vom Grade » mit (n—1)fachen Punkte, die 
beiden singulären Punkte fallen zusammen und man sucht in Bezug 
auf dieselben die Sektorie; diese ist vom Grade 2mn — m (n—1) — 
n(m—1) =m-+.n; der (m—1)fache der Curve Cm beziehungsweise 
(na—1)fache Punkt der Curve On ist ein mn — (n—1) (m—1) = 
(m —- n—1)facher Punkt der Sektorie. Wir erhalten also den Satz: 

„Die Sektorie zweier rationalen Curven Cm und Cr mit zu- 
sammenfallenden (m—1)fachen und (ra—1)fachen Punkten, ist in Bezug 
auf diesen Punkt vom Grade mn, mit (m +n—1)fachen Punkte, 
also wieder rational. Die Verbindungslinien der (m + n—1) Schnitt- 
punkte beider Curven Cm und Cn mit dem (m +-n—1)fachen Punkte 
der Sektorie stellen die Tangenten der Curve in diesem Punkte dar, 
und sind r derselben reell verschieden, č imaginár und s reell zu- 


123 
sammenfallend, wenn sich die beiden Curven in r reellen, ť imagi- 
nären Punkten durchschneiden und ferner sfach osculiren, wobei 
natůrlich m —n—1 =r +s-+t* 

Ist die eine der beiden gegebenen Curven eine Gerade, so er- 
halten wir offenbar folgenden Satz: 

„Die Sektorie einer rationalen Curve mten Grades Cm mit 
(m—1)fachen Punkte o und einer Geraden, ist in Bezug auf den 
Punkt o vom Grade m +1 und hat den Punkt o zum mfachen 
Punkte.“ 

Aus diesem Satze folgt mit Berücksichtigung des Bildungs- 
gesetzes der Sektorien weiter folgender Satz: 

„Wählen wir zwei Gerade R, R, und einen Punkt o (Fi- 
gur 3). Auf jedem, durch diesen Punkt st gezogenen S Strahle S, ma- 
chen wir die Strecken 771 Z 072, rır, = 073, T973 Z Oryx Tr, Zr, 


T971 Z 071. Dann bilden die Punkte r,r,...r„ aller ein, s 
in ihrer Gesammtheit die rationalen Curven ČC, C,...C, mit ein- 
fachem, zwei-, beziehungsweise (n—1)fachem Punkte im Punkte o.“ 


16. 
Dodatky ku květeně české. 


Podal prof. dr. Antonín Hansgirg dne 24. března 1882. 


I. O některých nových formách českých jestřábníků (Hieracium). 


Za pobytu svého v Hradci Králové věnoval jsem během po- 
sledních dvou let zvláštní pozornost některým jestřábníkům z pořadí 
Pilosella, hlavně druhům Hieracium pilosella L. a H. stoloniflorum 
W. et Kit. 

Jak známo, jsou rozdíly, jež mezi jednotlivými druhy tohoto 
památného rodu se jeví, poměrně menší nežli u jiných, tak že mnohé 
druhy jestřábníků, Z „nichž některé mimo to i v dosti četných od- 
plemen nežli druhů BEN i 

Hieracium pilosella bylo z Cech dosud toliko ve dvou 
význačných odrůdách (plemenech) známo, a sice v odrůdě a) vulgare, 
jež po celých Čechách obecně rozšířena jest a v odrůdě 5) tricho- 
cephalum Čel., jež dosud toliko u Prahy a Písku na několika místech 


124 


pozorována byla. K těmto dvěma plemenům druží:se nyní ještě třetí:c) 
nigrescens Fr., jehož lodyhy jsou buď jedno- neb dvouúborné, 
listy zelenavé vezpod řídčeji hvězdovitými chloupky porostlé, úbory 
větší, porostlé dosti hustě delšími černavými žláznatými chlupy. 

Plemeno to, jež dříve již v sousedním Slezsku Pruském, pozoro- 
váno bylo, nalezl jsem v okolí Hradce Králové na několika místech 
v hojnosti, zvláště na vlhkých lukách a mezích pod Novým Hradcem, 
kolem Březhradu a Sosten. Ačkoliv tato rostlina na vlhčích místech 
sobě libuje, bývá sem tam přece též pospolu s typickou formou, H. 
pilosella, jež místům takovým spíše se vyhybá, tu pak lze obě formy, 
přihlédneme-li blíže, dle výše uvedených znaků dosti snadno rozezna: ti 

Zda, plemeno to jako H. stolonifiorum, s nímž v okolí, kralo- 
hradeckém pospolu roste, toliko v a části Čech jest roz- 
šířeno, třeba ještě zjistiti, než zdá se pravděpodobnějším, že i jinde 
v Čechách ještě nalezeno bude, poněvadž rozšířeno jest i jinde 
v zemích, v nichž východní H. stoloniflorum schází. 

Hieracium stoloniflorum jest omezeným rozšířením svým 
v Čechách, podobně zajímavo jako Galium aristatum L. a Melam- 
pyrum fallax Čel., kteréžto obě pamětihodné rostliny též v lesích 
kolem Hradce Králové rozšířeny jsou. Ačkoli v severovýchodní části 
Čech na dosti četných, v Prodromu dra. L. Čelakovského uvedených, 
stanoviskách se vyskytuje, byla tato rostlina dosud toliko v typické 
odrůdě a) genuinum pozorována a sbírána.*) K této druží se nyní 
ještě druhá forma b) minus seu tenellum Üch. (microcephalum 
Čel.?), jež od původní a) gentinum nejvíce nápadně malými úbory 
svými se liší, úbory její bývají totiž o "/„—"/; menší nežli u a). 

Tato maloúborná odrůda H. stoloniflorum roste, jak se zdá, toliko 
na sušších půdách lučních, vyhybajíc se nápadně vlhčím, na nichž 
forma a) opět sobě libuje. 

V sousedním Slezsku byla tato rostlina toliko na suchých lukách 
pozorována, na nichž místy ani velkoúborná odrůda se nevyskytovala. 
Poněvadž na jiných místech však obě formy pospolu rostou, ač všady 
z pravidla jedna nad druhou převládá, nelze tvrditi, že by rozdílný 
habitus a nestejná velikost jejich výhradně rozdílnou povahou půdy 
podmíněna byla, možno však, že maloúborná odrůda kdysi na suchých 


*) Dva v Thielově herbáři uložené maloúborné: exempláře, H. stoloniflorum 
pocházejí dle náhledu dra, Čelakovského spíše ze Slezska než z Čech, (viz 
Prodromu Květeny České str, 189) lišíce se od podobných hradeckých exem- 
plářů nejen větší robustností svou, nébrž i hustší narezavělou huninou, již 
zvláště na šlahounech dobře pozorovati lze. 


125 


půdách, na nichž dosud nejraději se zdržuje, Vzniknuvši, později se 
ustálila, tak že na vlhčích stanoviskäch rostouc, v původní tvar vice 
se nevrací. | 

Jelikož jsem oba druhy jestřábníků H. pilosella i H. stoloni- 
forum na několika místech v okolí Hradce Králové pospolu rüsti 
viděl, všímal jsem si zvláště na místech, kde oba v takové hojnosti 
pospolu rostly, že šlahouny svými navzájem se propletajíce, dosti 
veliké koberce tvořily, tak zvaných přechodních tvarův t. j. tvarův, 
na nichž znaky jednoho i druhého druhu více nebo méně se pro- 
zrazují a jež od pravých míšenců (bastardů), jichž pravý původ 
v přírodé z pravidla jen nepřímo zjistiti lze, těžko možno rozeznati, 
doufaje, že mezi nimi též skutečné míšence obou výše uvedených 
jestřábníků postihnu. 

Z dopisů slovutného botanika slezského, výtečného znalce hier- 
acií,; Rud. z Úchtritzů zvěděl jsem, že podobné přechodní formy již 
dříve ve Slezsku Pruském, kde H. stoloniflorum i H. pilosella hojně 
jest rozšířeno, pozorovány a za pravé míšence považovány byly. Jedna 
z nich, již slezský botanik Fick nalezl a o níž v pojednáních hoře- 
lické-přírodovědecké společnosti pode jménem H. stoloniflorum X pilo- 
sella se zmiňuje, byla sběratelem samým později ku H. stoloniflorum 
přiřaděna, jiné pak byly Úchtritzem, jemuž ku posouzení zaslány 
byly, z části ku H. stoloniflorum, z části ku H. pilosella přiděleny. 

Mezi přechodními tvary z okolí kralohradeckého byl po po- 
drobném ohledání toliko jeden exemplář uznán pravým míšencem, 
druhý pak, jenž nejspíše také jest pravým míšencem, jest dle soudu 
Úchtritze ještě poněkud pochybným. Jakkoliv jest známo, že na 
míšencích znaky obou rodičů se jeví, což i o kralohradeckém H. 
stoloniflorum X pilosella platí, připomínám přece, poněvadž 
míšenci často ve dvou formách se vyskytují, z nichž jedna více otci, 
druhá pak matečné rostlině více se podobá, že tvarem, velikostí 
i barvou svrchní strany listů tento smisenec H. stoloniflorum 5) minus 
více se podobá; spodní strana listů jest však trochu hustěji hvězdo- 
vitými chloupky porostlá nežli u H. stoloniflorum, netvoříc však ještě 
šedého hustého povlaku jako na listech H. pilosella, jemuž. náš 
smisenec jednoúborným stvolem, nad jehož prostředkem za malým 
listencem druhý nevyvinutý kpotet se skrývá i tvarem, velikostí 
a ústrojem konečného úboru zcela se podobá. 

Zajímavo jest, že smíšenec tento nikde dosud u větším počtu 
pozorován nebyl, ač, jak již připomenuto, oba rodičové jeho Lv Öe- 
chäch i v Německu velmi často v hojnosti pospolu rostou. 


126 


Tato neobyčejná vzácnost míšenců dvou příbuzných, pospolu 
rostoucích, druhů jestřábníků není však zcela novým zjevem pří- 
rodním. Jest totiž právě o tomto rodě známo, že některé druhy, 
sobě velmi blízké, nerady se křižují. Tak na př. mísí se H. auricula 
s H. pilosella i s jinými příbuznými druhy poměrně dosti zřídka 
a míšenec jeho s H. pilosella byl v Čechách dosti dlouho hledán 
marně, ač oba druhy mezi nejrozšířenější pospolu rostoucí jestřáb- 
níky patří.*) 

Na konec zmíním se zde několika slovy ještě o dvou v morfo- 
logickém a fyllogenetickém ohledu zajímavých exemplárech H. stoloni- 
florum, jichž úbory abnormně vyvinuty byly. Na jednom z těchto 
jestřábníků byly totiž úbory skorem úplně ve dva rozděleny, na 
druhém rozpadly se dokonce ve tři malé úborky asi tak malé jako 
úbory u H. auricula. Rostliny tyto jinak zcela normálně vyvinuté, 
nalezl jsem pospolu s velkoúbornými exempláry jestřábníku šlahouno- 
květého na louce blíže Šosten u Hradce Králové. 


II. Dodatek ku Květeně okolí Hradce Králové. 


Ačkoli květena králohradecká poměrně chudší a jednotvárnější 
jest, nežli květena okolí pražského, chová přece nejen mnohé vzácné 
druhy rostlinné, nébrž jest i zvláštním rázem svým velezajímava. 
Ležíc již na rozhraní zvláštní květeny polabské, jež z nížiny polabské 
přes Pardubice ještě dosti daleko za Hradec Králové na sever vý- 
běžky své vysílá, dotýká se na východě podhorské květeny, jež z lesů, 
pod Horami Orlickými ležících, skorem až ku samému Labi zabíhá. 

Ježto ve květeně okolí kralohradeckého zástupcové dvou různých 
botanických krajů zastoupeni jsou a poněvadž i kraj kralohradecký 
jakýsi přechod z Polabí do Sudetské hornatiny české prostředkuje, 
lze květenu kralohradeckou nazvati květenou přechodní. 

Mimo četné polabské rostliny, jež v okolí kralohradeckém hlavně 
ua sušších lukách a v lupenatých lesích a hájích podél Labe i na 
blízkých suchých lukách podél Orlice rozšířeny jsou i mimo méně 
četné, vzácnější lesní a podhorní rostliny, jež ve vlhkých jehličnatých 
lesích, od Hradce Králové ku Třebechovicům, Týništi a Chvojnu se 
táhnoucích, se vyskytují, zasluhují ještě na tomto místě zvláštní 


DALNÁ 


zmínky některé omezeným zeměpisným rozšířením svým velmi paměti- 


*) Zdá se, že příčinou sporého rozšíření těchto a podobných míšenců jest 
neplodnosť, nastavší následkem skřížení se dvou sobě velmi blízce pří- 
buzných druhů. : 


127 


hodné rostliny. Míním zde ony rostliny, jež v Čechách toliko ve vý- 
chodní části podél Sudet a podél moravské pohraničné vysočiny, mimo 
Čechy však opět v sousedních zemích, zvláště v Slezsku pruském 
rozšířeny jsou a z části i na Moravě pozorovány byly. Mimo jinde 
již připomenuté východočeské rostliny Melampyrum fallax Čel., Galium 
aristatum L. a Hieracium stoloniflorumn W. K. vyskytují se v okolí 
kralohradeckém z tohoto skupení rostlin ještě Cirsium rivulare Link, 
Cirsium praemorsum Michl, Cirsium subalpinum Gaud., Salix sericans 
Tausch, Glyceria nemoralis Ü. et K. Anthemis ruthenica M. B. 

Jelikož jsem výsledky svého několikaletého botanisování v okolí 
Hradce Králové již jinde podrobněji vylicil,*) dovolím si v následu- 
ících řádcích toliko o těch rostlinách se zmíniti, jež jsem v minulém 
roce na výletech svých pozoroval a jež V níže uvedené Květeně okolí 
Hradce Králové dosud uvedeny nejsou. Spolu s některými, mnou 
dříve v okolí kralohradeckém nespatřenými, druhy a nemnohými 
pamětihodnějšími odrůdami jsou v tomto „Dodatku“ uvedeny ještě 
některé v ohledu fytogeografickém zajímavé rostliny, jež jsem loni 
kolem Hradce Králové na nových stanoviskách pozoroval. 


I. Cévnaté tajnosnubné rostliny. 


Polypodium vulgare L. Na hradbách hradeckých v ne- 
mnohých trsech. 

Aspidium cristatum Sw. Jednotlivě též na botanicky velmi 
zajímavém rašelinisku „Na bahně“ u Vel. Bělče. 

Aspidium thelypteris Sv. Hojné na bařinaté olšině „Na 
bahně“ u Vel. Bělče, i v bařinatých lesích kolem Týniště. 

Lycopodium complanatum L. V lesích nad Statinou 
a u Sendražic blíže Smiřic. 


I. Nahosemenné rostliny. 


Pinus laricio Poir. Nalézá se dle zprávy, mně ústně sdě- 
lené, spolu s P. montana v lesích novohradeckých,kamž nejspíše se 
semeny jiných jehličnatých rostlin toliko zavlečena byla. 


Il. Jednoděložné rostliny. 
Calla palustris L. V bařinaté olšině „Na bahně“ u Vel. 
Bělče velmi hojná. 


*) Z části ve spise „Květena Hradce Králové“ r. 1881 a z části v „Öster. 
Botanische Zeitung“ r. 1880—81. 


128 


Sparganium simplex Huds. ß) fluitans V tuních a zá- 
tokách orlických blíže slezského předměstí u Hradce Králové ne- 
květoucí. 

Milium effusum L. V lesích blíže Vel. Bělče. 

Phalaris canarsensis L. Česky u lidu též „kanafas“ zvaná, 
byla polozdivočelá nalezena též u Hradce Kr. 

Holcus mollis L. V lese blíže olšiny „Na bahně“ u Vel- 
kého Bělče. 

Avena pubescens Huds. Též na lukách u Věkoše a j. 
kolem Hradce Kr. 

Bromus mollis L ß) leiostachys. Jednotlivě na lukách 
u Šosten. 

Carex paradoxa Willd. Ve vodních příkopech podél železné 
dráhy severozápadní blíže Šosten. 

Carex echinata Murr. „Na bahně“ u Vel. Bělče. 

Carex elongata L. Na bařinné louce u Šosten i v lesích 
kolem Velkého Bělče. 

Carex remota L. V bařinatých olšinách kolem Vel. Bělče. 

Carex Buekii Wim. Též na bařinné louce blíže Šosten 
u Hradce Kr. 

Carex ampullacea Good. Na bařinné louce „Na bahně“ 
u Vel. Bělče. 

Lilium martagon L. V lese blíže olšiny „Na bahně“ u Vel- 
kého Bělče, kde též na blízkých lukách Allium acutangulum 
a) pratense se vyskytuje. 

Salix pentandra L. Na rašelinné louce „Na bahně“ u Vel- 
kého Bělče, kde s ní pospolu hojněji též Betula pubescens Ehr. jest 
rozšířena. 

Hieracium bifurcum M. Bieb. (H. praealtum & pilosella) 
a) pseudobrachiatum. Pospolu s rodiči na hradbách hradeckých, 
jediný větší trs. 

Hieracium pratense Tsch. Hojně na hradbách hradeckých 
i na lukách kolem Šosten, Březhradu a j. 

Tragopogon pratensis b) orientalis. Na suchých lukách 
kolem Hradce Kr. hojně. 

Senecio nemorensis L. a) Jacguinianus. V lesích kolem 
Vel. Bělče nehojně. 

Silybum marianum Gárt. Pěstuje se sem tam v zahradách 
kolem Hradce Kr., z nichž též někdy zdivočuje, tak na př. blíže 
Šosten a 1: 


129 


Galium aristatum L. ' Lesy novohradecké. 


Menyanthes trifoliata L. Na bařinné louce u Šosten 
blíže Hradce Kr. i na louce „Na bahně“ blíže Vel. Belce. 

Cuscuta major D. C. Na chmelu na břehu Orlice za Slez- 
skou branou u Hradce Kr. 

Pedicularis palustris L. Na bařinách kolem Velkého 
Bělče a j. hojná. 

Lamium maculatum L. 5) hirsutum. Ve vlhkém lese blíže 
bařiny „Na bahně“ u Vel. Bělče. 

Oxycoccus palustris Pers. Na rašelinné louce „Na bahně“ 
u Vel. Bělče. 

Ranunculus aguatilis L. var, terrestris. Na břehu malého 
rybníku u Střebše blíže Hradce Kr. 

Ranunculus paucistamineus Tsch. y) terrestris. Ve vy- 
schlých vodních příkopech na louce za plovárnou kralohradeckou. 


Roripa barbaraeoides Čel. «) pinnatipartita i 6) pinnati- 
fida. Na lukách kolem Hradce Kr. dosti hojně. 

Nymphaea alba L. V tůních lučních podél Orlice blíže 
Třebechovic. 

Drosera rotundifolia L, Na rašelinné louce „Na bahně“ 
u Vel. Bělče spolu s Viola palustris L. v hojnosti. 


Melandryum silvestre Röhl. a) villosum. Ve vlhkém háji 
blíže olšiny „Na bahně“ u Vel. Bělče. 

Malva alcea L. V suchém lesíku za Velkým Bělčem blíže 
Krňovic. 

Oenothera biennis L. Dosti hojně na poříčí Labe v tak 
"zvané kolonii blíže Střebše, v menším množství též u náhonu na 
Hrázce blíže Malšovic. 

Myriophyllum spicatum L. Nejen v tůních podél Orlice, 
nébrž i ve vodních příkopech podél dráhy, v jezírku u Farářství a j. 
hojný; v okolí kralohradeckém vůbec mnohem více nežli M. verti- 
cullatum L. rozšířený. 

Hydrocotyle vulgaris L. V bařinné olšině „Na rybníčkách“ 
u Vel. Bělče, spolu s Peucedanum palustre Mönch v hojnosti. 

Alchemilla arvensis Scop. Na polích kolem Vel. Bělče. 


Comarum palustre L. Na rašelinné louce u Vel. Bělče 
velmi hojně spolu s Epipactis palustris Or. a j. vzácnými rašelinnými 
rostlinami. 

Rubus suberectus Andr. Ve vlhčích lesích kolem V, Bělče, 

9 


130 


Cytisus capitatus Jacg. V lesích kolem Web Bělče spolu 
s Trifolium alpestre L. dosti zhusta. 

Lotus uliginosus Schk. Na bařinné louce za rašeliniskem 
„Na bahně“ u Vel. Bělče. 


17. 


Úber den Feldspathbasalt des Pihler- und des Kahlen- 
berges bei Böhmisch-Leipa. 


Von Prof. F. Wurm, vorgelegt am 24. März 1882. 


Prof. Dr. Bořický hat bekanntlich jene Feldspathbasalte, 
deren Grundmasse mehr als zur Hälfte aus triklinem Feldspath 
besteht, wodurch sich dieselben den Melaphyren nähern, Mela- 
phyrbasalte genannt und in seinem Werke „Studien an den 
Basaltgesteinen Böhmens“ acht Fundorte ‚dieser, Art der 
Feldspathbasalte angeführt. Es sind dies die Basalte vom 
Tolzberge bei Gabel, von Pöschwitz, vom Brandkiefer- 
busche bei Günthersdorf, vom grossen Hirschkamm und 
vom Weinberge bei Wartenberg, von St. Ivan bei Beraun, 
von Veliš bei Podhrad (Jičin) und von Ivina bei Sichrov. 

Diesen Melaphyrbasalten, gehört auch der Basalt des 
Kahlenberges an. Der Kahlenberg ist eine, an der nach 
Tetschen führenden Bahnstrecke unweit der. Stadt: Böhmisch- 
Leipa gelegene, schöne, regelmässig. kegelförmige Kuppe, die heute 
bloss berast, ehemals aber bis auf den südlichen Abhang bewachsen 
war und am Gipfel Reste eines kleinen Kirchleins trägt. Der nörd- 
liche Fuss der Kuppe ist durch einen kleinen, Steinbruch aufge- 
schlossen, sonst aber nirgends anstehender Basalt anzutreffen. Der 
Basalt, der zum Theil schon concentrisch-schalig ist, zeigt an den 
frischen Bruchstellen eine grauschwarze Farbe und enthält kleine 
Körner von gelblichgrünem und ‚grössere Stücke von dunkelgrünem 
Olivin. In den Hohlräumen des Basaltes werden Natrolith und 
Chabasit und in den Spalten Nester von Steinmark gefunden*). 
Bei der mikroskopischen Untersuchung erweist sich dieser Basalt 


*) Siehe Beschreibung der Mineralien der Umgebung von Böhmisch-Leipa von 
Dr. C. Watzel. 


131 


als ein Gemenge aus langen, farblosen Leisten des Feldspaths, 
die oft‘ zu Gruppen vereinigt sind und sehr schöne Fluctuationen 
zeigen, mit graubraunen Augitschnitten; die Letzteren sind 
sowohl in kleineren als in grösseren Stücken vorhanden, bisweilen 
in Zwillingen. Das Magneteisen ist weniger zahlreich und bildet 
- grössere Partien. Sehr. zahlreiche, meist rundliche oder eckige, mit- 
unter radialfaserige Partien von lichtgrüner oft ins Gelblichgrüne 
übergehender Farbe gehören dem Olivin an. 


Dem Melaphyrbasalte des Kahlenberges nahe ver- 
wandt ist der Andesitbasalt des Pihlerberges. 


Knapp: hinter den zur Brauerei von Pihl (einem Dorfe bei 
B.-Leipa) gehörenden Localitäten erhebt sich aus dem beckenför- 
migen Terrain eine steile Kuppe, die ganz kahl und nur an der 
Nordwestlehne mit Obstbäumen bepflanzt ist. An der vorbeigehenden 
Strasse ist der Basalt aufgeschlossen; er ist von einer schwärzlich- 
grauen Farbe, von feinem Korne und schliesst zahlreiche, schwarz- 
glänzende, kleine Amphibolkryställchen ein. An den Sprüngen 
und Klüften des massigen Basaltes finden sich zahlreiche und schön 
entwickelte Chabasitkrystalle und in den Blasenräumen häufig 
Natrolith und Comptonit. Auch am Gipfel, wo zur Zeit ein 
Kreuz steht, ist der Basalt anstehend, doch ist es hier sehr schönes 
Basalteonglomerat, das sich besonders an der dem von Süden 
heraufkommenden Besucher entgegenstehenden Wand zeigt. In den 
Rissen und Sprüngen des Basaltes wurden auch zahlreiche Caleit- 
krystalle gefunden, die durch ihre Combination ausgezeichnet sind; 
sie zeigen die Combination des —'/„R mit —11R*). In dem am 
südöstlichen Fusse blossgelegten Baculitenthone, der im ver- 
flossenen Jahre zur Befestigung des im ehemaligen Thiergarten an 
der Haida-Bürgsteiner Strasse sich befindenden Teichdammes 
verwendet wurde, ist durch Dr. F. Hantschel eine neue Fund- 
stelle des Gypses entdeckt worden, so. dass mit den Gypskry- 
stallen im Baculitenthon bei Aschendorf**), den kleinen 
Gypskrystallen im Töpferthone bei Robitz und dem Fasergypse im 
Kalkbruche bei Daubitz die Fundorte dieses Minerals in der Um- 
gebung sich auf vier vermehrt haben. Die Gypskrystalle kommen 
am Pihlerberge in grosser Anzahl vor, erreichen eine Länge von 


*) Nach der Bestimmung des Herrn Universitätsprofessors Ritter von Ze- 
pharovich. 
**) Entdeckt vom Director Dr. C. Watzel, 
9* 


132 


5—6em., sind nach o P verlängert und viele von ihnen sehr schön 
entwickelt. Sie zeigen die gewöhnliche Combination o P. o P m.— F. 

Untersucht man den am westlichen Fusse vorkommenden Basalt 
mikroskopisch, so erscheint das Bild zur Hálíte aus kleinen, weiss- 
lichgrauen Angitschnitten, zur Hälfte aus‘ farblosen, polysyn- 
thetischen Plagioklasleisten bestehend, unter denen grössere 
Augitkrystalle von graulich weisser Farbe, mit einem Stich ins 
Grünliche und ziemlich grosse Amphibolkrystalle von brauner 
Farbe liegen. Hin und wieder sieht man grelle Leisten des Apatits, 
die auch im Augit und Amphibol als Einschlüsse anzutreffen sind. 
Der Olivin ist in unregelmässigen, theils runden, theils eckigen 
Formen von lichtgrünlicher Farbe und der Magnetit in mittel- 
grossen Körnern gleichmässig vertheilt. 


18. 
Některé dedukce z věty Carnotovy. 


Podal Matyáš Lerch a předložil prof. F. Studnička dne 24. března 1882. 


1. Libovolný bod z přímky dané stanovme poměrem =- — (abx) 


algebraicky pojatých vzdáleností jeho ode dvou pevných bodů a, 5 
přímky té, a nazývejme hodnotu poměru tohoto parametrem bodu & 
na základě bodů a, b utvorenym. 

Úkol. Dány jsou dva body w, «, na přímce ab a má se sta- 
noviti bod x, jehož parametr (aber) rovná se součinu (abx,) . (abx;) 
parametrů bodův daných. 

Řešení. Nekonečně vzdálený bod přímky u má parametr (abu) = 1. 

Následovně bude 

(abx,) . (abx,) = (abe) . (abu) 


(abx,) __ (abu) 
(abx)  (ab«,) 
Každá strana této rovnice značí dvojpoměr čtyř bodův, a tudíž 
jí můžeme dáti tvar 
(aby, e) = (abux,) — (bax,u) 
Z toho plyne, že body ab, &,%,, ua tvoří involuci, t. j. že v invo- 
luci stanovené družinami ab, 2,«, odpovídá úběžnému bodu « bod 
hledaný x, jenž se, jak známo, zove středem této involuce. 


aneb 


133 


Je-li nám dáno n bodů 7,%,2,...xa; a máme-li sestrojiti bod « 
stanovený podmínkou 
(abx) — (abxy) . (abx,).(abx,)... abx,), 
stanovme nejprvé body 49, £34 -.. určené rovnicemi 
(abxy,) = (aby) . (abx,) 
(abx;,) — (abx;) . (abx,) 


a obdržíme 
(abx) — (abx,,) (abx;,) ..., 


kdež možno podobně pokračovati. 

Bod x nazývejme součinovým bodem daných bodů 7«,...% 
na základě bodů ab, a to i tehdy, splývají-li tyto v jediný. V tomto 
případě bude dlužno považovati bod, v němž splývají, za samo- 
družný prvek naší involuce. 

2. Carnot vyslovil větu, jejíž speciálný případ není než počtář- 
ským vyjádřením věty Pascalovy, která zní: 

„Protínají-li strany libovolného trojúhelníka abc libovolnou kuželo- 
sečku v bodech &,%, 4142, 21%, Jest vždycky vyplněna relace 

(1) (abz,). (ab2,) . (bex,) . (bex,) . (cay,) (cay,) = 1 

Z této věty učiňme následující dedukci: 

Stanovme body ©, 3; 2; na stranách trojúhelníka bc, ca, ab vy- 
hovující podmínkám 
| (abz,) . (bex,) . (cay,) = — 1 

(©) (bex,) . (cay,) . (abz,) = — 1 

(čay;) . (abz,) . (bex,) = — 1 

Násobíme-li tyto rovnice a přihlížíme-li k (1), obdržíme podmínku 

(8) (abz,) . (ber) . (cay;) = — 1 

Podle theorému de Cévy (viz Dr. Em. a Ed. Weyr, Základové 
vyšší geom., str. 25) následuje z rovnice («), že přímky cz,, aw, by3, 
dále ax,, by,, cz, a posléz by,, cz, ax, procházejí jediným bodem 
2, 3, 1 (viz obraz), kdežto z (B) plyne, že přímky ax,, by;, cz, pro- 
cházejí týmž bodem s. 

Následovně: 

- yNáležejí-li body =,%,, 1/9) 22, téže kuželosečce a protínají-li 
se přímky 31%; 2122; 2122, TT X0, YY, V bodech a, d, c, pro- 
cházejí přímky al al, 52, c3 spojující body tyto s prüseky přímek by, 
C2) 3 021, AX, ax,, by, týmž bodem (s).“ 

3. Bestrojíme-li body součinové průseků %%2, V144 212, Na zá- 
kladě vrcholů trojúhelníka nd obdržíme pro tyto body ©, y, 2; 
vyhovující podmínkám 


134 


(abz) = (abz) (ab2,) 
(bez) — (bex,) (bez,) 
(cay) = (cay,) (cay,) 
podle (1) relaci: 
(abz) , (bez) . (cay) = 1, 
kteráž dle věty Menelaovy udává, že body x,y, z náležejí téže přímce. 
Podle 1. odstavce obdržíme tudíž větu: 


„Středy involuc stanovených vrcholy libovolného, trojúhelníka 
na stranách jeho a průseky těchto stran s libovolnou kuželosečkou 
náležejí téže přímce.“ 

Odtud plyne lineárné řešení následující úlohy: 

Jest dána kuželosečka dvěma dvojinama imaginarních a jedním 
realným bodem; má se stanoviti druhý průsek libovolné přímky 
vedené tímto an s kuželosečkou. 

Řeš. Dané iné dvojiny buďtež 392, 21%, daný bod 1, hledang Ďyj 
přímky 3442, 22, jsou vždy „realné a protínají se v bodě a, kdežto 
s přírakou, 44x mají body c, b společné, 

Sestrojme střed y involuce ca, 4,4, a střed z involuce ab, z,2, 
a vyšetřme průsek « přímky yz se stranou 4%. 

Involuce be, xx, stanovena je nyní párem dc a svým středem z; 
sestrojíme-li pak bod =, tvořící v ní druzinu.s Z,, řešili jsme úkol. 

4. Všeobecný případ věty Carnotovy zní: 

Protínají-li strany ab, bc, ca libovolného trojúhelníka abc kterou- 
koliv křivku rovinnou stupně n-t&ho v bodech resp. 2,2, <.. 8m; 
Vy 2. Any YıYya + +4Ym vyhovují tyto podmínce (viz Cremona-Weyr, 
Úvod. I. str. 43.). 


135 


(2) 110 (abzy) (abzz) .. „(abzn). (bee) (bez). «. (bean) X 
s(cayy) (cay2) .-. (cayn) Z 1 
Na každé straně utvořme si z průsečných bodů r (< ») skupin 
a sestrojme jejich body: součinové na základě vrcholů trojúhelníka 
bola BBR eee By Vl Byly YY Ye‘ 
i patrno, že. tyto kari podmínce 
sh (abz,’) (abz,’). .. (abz,!).. (bex,’) (Bex,"). .. (bex,’) 
«(eay,")(cay). »..(cayı) = 1 
ná 1 hadi © náležejí křivce stupně r. 

Kdybýchom. byli na př. vozdělili průseky každé strany s křivkou 
ve dvě skupiny, byli bychom obdrželi sestrojením součinových bodů 
na základě vrcholů trojúhelníka šest bodů téže kuželosečky. 

„Sestrojime-li součinové body všech průseků každé strany troj- 
úhelníka s křivkou, obdržíme tři body téže přímky.“ 

Imaginarné průseky přímek, s realnými křivkami vyskytují se 
po dvou; a tu nevyhnutelně třeba zvlášť tyto „sdružené“ body spo- 
“ jovati v součinové, má-li konstrukce býti realnou. 

Jakožto zvláštní případ uvedených vět obdržíme pro 13. 

Sestrojíme-li součinové body x, y,2 průseků &,%,, 414, 212, Stran 
libovolného trojúhelníka s křivkou stupně třetího na základě vrcholů 
tohoto, nalezají se tyto body součinové se zbývajícími průseky stran 
©, Ya, 23 S křivkou na téže kuželosečce. 

Na základě této poznámky pm dosti jednoduché řešení 
následující úlohy: 

Pro křivku stupně třetího známe dvakráte tři průsečíky její 

s dvěma přímkama Z, M, další dva body (realné neb pomyslné) 
n,n, a realny bod devátý s;, určiti průseky libovolné přímky vedené 
bodem s s křivkou onou. 
s, Řeš. „Přímky dané LM tvoří s přímkou N určenou body n,n, 
(patrně vždy realnou) trojúhelník; buďtež Z;ď;, mym, průseky těchto 
přímek s křivkou ať již realné neb pomyslně sdružené, dále l,, m, 
třetí body průsečné vždy patrně realné. 

Určíme-li si součinové body čmn bodů č l,, mm,, nn, na zá- 
kladě vrcholů trojúhelníka LMN, obdržíme pět bodů kuželosečky 
Imni,m;, jež protíná přímku N v dalším bodě »;, který lze různými 
způsoby sestrojiti. 

Libovolný paprsek vedený bodem s nazveme X a hledané jeho 
průseky s křivkou &,®,, kdežto průsečíky téhož s přímkami Z, M, N, 
po řadě. a, b, c znamenati chceme. — V trojúhelníku LMX usta- 
novme součinové body 7, m’ průsečíků 2,l,, m,m,; kuželosečka stano- 


136 


vená body U,Um,m's protneé přímku X v bodě z, jenž je součinovým 
bodem hledaných bodů 7,«, na základě bodů ab. 

Podobně sestrojíme za pomoci trojúhelníka MNX  součinový 
bod x” hledaných bodů na základě dvojiny be. 

Tímto způsobem zjednali jsme si dvé involuc, v nichž hledané 
body tvoří družinu; involuce ty stanoveny jsou družinou 'ab (bc) 
a středem w (w""). Společná jim družina 7x, řeší úkol. 

Odtud patrno, jak si máme počínati „při řešení úloh druhého 
stupně, 

5. Splynou-li vrcholy trojúhelníka Carnotova abe v jediný bod o, 
nezmění se tím naše úvahy v ničem, toliko třeba při konstrukci bodů 
součinových bod o považovati za samodružný prvek příslušné involuce. 

Tvoří-li body proměnné x,%, involuci, vyhovují, jak známo, 
rovnici tvaru 

a. 02 .0% +- B (08, —07,) -Fy =o. 
Má-li o býti bodem dvojným, musí rovnici této vyhověti substituce 
| 0% Z 07,470, 
a tedy musí 
1— 0 

Stane-li se x, bodem úběžným (0x, == ©), obdržíme pro střed z 

souřadnic 


VE 


O 
což do hořejší rovnice vloženo podává 
LEN + 0%, 
B 0% . 0%, 
a tudíž 
el 1 
0x 0% 0%, 


Takto pokračujíce shledäme, že součinový bod daných bodů 
VX... Ca UTČEN je rovnicí 
1 1 1 1 

7 — 00% + OR, -+ o... -+ 0% 

„Vedeme-li kterýmkoli bodem roviny (pólem) o paprsky, a ustano- 
víme-li jich průseků s danou křivkou stupně »-tého body součinové 
na základě v pólu splývající družiny, obdržíme jakožto geometrické 
místo těchto bodů přímku rovnoběžnou s přímou polárou daného bodu 
vzhledem ku křivce, jejíž vzdálenost od pólu jest -tý díl vzdálenosti 
jeho od poláry.“ 

Je patrno, že jednoduchým způsobem dají se tyto výsledky ze- 
všeobecniti, tak sice, že nahradíme přímku v nekonečnu libovolnou 


137 


přímkou v konečnu; pak bude střed involuce nahražen bodem, 
jenž tvoří družinu s bodem («), který je stanoven osou involuce 
(místem) na oné přímce. 
Je-li x, onen bod, jenž nahražuje úběžný bod přímky X vedené 
pólem o, vyhoví konstruovaný bod podmínce 
CE __ MT | Lob 
0x. — 0%, + 00%, + .o. + 
čili dle známého označení 
(259%) — (£0%) — (2907) +... —+ (%0%n). 
Otáčí-li se X kol 0, probíhá © přímku. 
Zvláštní případ nastane, je-li pól o v nekonečnu; pak bude 


— = 1 a tedy přejde poslední rovnice v následující 
0 


aa 
OXn 


BL Z By Ra T- -< | Ron 
6. Buďtež x% ... gm Y1Y4 +++ Yzmy 2122 -++ Zon průseky stran 
trojúhelníka abe s křivkou stupně 2n-tého; přímky 


Ryman Fan ha +++ Inlanı Cyan +12 Day a +++ Tnfany 
o YiBn +17 Yan +2 ++ + Jnéon 
protínejtež zbývající strany trojúhelníka v bodech y,’, %,’...yn 
By, 22.. ab em.. 
Povážíme-li, že tu na př. 
(abz,) (beam +1) (cay,") = 1, atd. 
obdržíme z rovnice (2) následující: 
(abz,’).. (abz,’). ... (abz’„) . (bex,’) (bex,’) .. . (bca,’) 
. (cay,’) (cay;')... (cayn) =1, 
z čehož patrno, Ze se body 7, y/ 2X. 
nalezají na křivce stupně n. 

Stanou-li se vrcholy trojúhelníka n-násobnými body křivky stupně 
2n-teho, přejdou konstruované přímky v tečny křivky té v bodech 
n-násobných. 

Následovně: 

„Má-li krivka stupně 2n-tého tři n-násobné body, protínají tečny 
křivky v těchto bodech sestrojené přímky vedené zbývajícíma dvěma 
body n-näsobnyma v 3» bodech náležejících křivce stupně n-tého.“ 

7. Buďtež abc libovolné tři body křivky stupně třetího; přímky 
ab, bc, ca protínejtež pak tuto v dalších bodech c, a’, d'. 

V bodě a splývají dva body křivky y,, 24, jichž přímka spojivá 
jest tečnou křivky v bodě a, je-li « průsek její s protější stranou 
trojúhelníka, bude dle věty Menelaovy 


138 


(abz;) . (bee). (cayá1,) = 
následovně: | 
(abzy) .(cay,) = u: 

Provedeme-li podobné úsudky pro body ß, 7, v nichž tečny 
v bodech db, c protínají protější strany trojúhelníka, obdržíme z věty 
Carnotovy rovnici 

(bca’) (cab") (abe) 
(bce) ' (caB) ' (aby) 
Sestrojme nyní bod « vyhovující podmínce 
(Bea) _ 
č © (bc) 
Je-li u bod úběžný přímky be, bude (beu) =1, a proto 
(bca/) © (bee) 
(bez) —* (bcu)" 
aneb píšeme-li ve tvaru dvojpoměru, 
(bca’x) — (bcau). 

Považujeme-li pak b, c za samodruzn& body -dvou promětných 
rad soumístných, jichž další družinu tvoří body a'e, bude u cen- 
trálným bodem (jenž odpovídá bodu úběžnému) řady a. 

Podobně sestrojíme body y, z vyhovující podmínkám- . 


a4; 


(cab’) _ 
E (cay) | 
= = (abz) atd. 


Posléz dospějeme k výsledku : 

„Centrálné body promětných řad. na stranách trojúhelníka ve- 
psaného křivce stupně třetího, jejichž samodružné prvky jsou vrcholy 
trojúhelníka toho, a jejichž další družinu tvoří průsek strany s křivkou 
a.s tečnou o protějším vrcholu, náležejí po třech dvěma přímkám.“ 

8. Jednoduchým obratem vyvoditi můžeme z věty Carnotovy 
obdobnou větu pro geometrii v prostoru. 

JSOU- 00... Cara Vallo s ur Uns az la aaa VD oh MJETAL SE, 
libovolné plochy stupně n-tého se stranami ab, bc, cd, da sborceného 
(prostorového) čtyřúhelníka abcd, platí relace 

(abx,) (abx,) <. (abam) . (bey, ) (bey,)... . (beyn) 
. (edz,) (cd2,) ... (cdzm) . (dav,) (dav,)... davy) —1. 

Sestrojime-li na každé straně (hraně) čtyřúhelníka součinový bod 
daných průseků na základě vrcholů, onoho, obdržíme čtvero bodů 
téže roviny. 


139 


Pro plochu stupně třetího zní poslední rovnice 
(abz,) (ubx,) (abx,) (dcy) (beyz) (beyz) (cdz,) (cdz,) (edaz) X 
. (davy) (dav,) (dav;) = 1 
Budtez x,y,2,v, body vyhovující podmínkám 
(abx,).(bey,) (cdz,) .(dav,) —1 
(bcy,) . (cdz,) .(dav,) (abx,) — 1 
(cde,) . (dav,) . (abx,) . (bey,) — 1 
(davy). (abx,) . (bcy;) . (cdz,) — 1 
Násobivše tyto rovnice vespolek, obdržíme, majíce zároveň zřetel 
k hořejší rovnici, následující výsledek 
(abx,) . (bey,).. (cdz,) (dav,) — 1 
Podle hořejších rovnic jsou body &,, %4, 24, 44 průseky rovin 
V103) 20T). VUMYz) A142 Se zbývajícími stranami čtyřúhelníka, 
a dle rovnice poslední náležejí body ty jediné rovině. — Výsledky 
reciproké netřeba tu uváděti. 


19. 


Zpráva o českém rukopise ve svěřenské knihovně císař- 
ské rodiny ve Vídni. 


Četl ministr Jos. Jireček dne 3. dubna 1882. 


Málo komu známo jest, že císařská rodina naše má založenou 
císařem Františkem I. fideikomisní bibliotheku, která nyní z milosti 
Jeho Veličenstva přestala býti uzavřenou, anobrž ku pracem vědeckým 
učiněna přístupnou. Dvorní rada A. M. Becker, nynější správce 
její, s pečlivostí všelikého vděku hodnou pracuje o to, aby poklady 
ty nabyly i přehlednosti a tudíž snadné užitelnosti. Knihovna obsa- 
huje vzácná díla ze všech oborů ve stkvostných exemplářích, které 
dílem pro mocnáře rakouské schvalně byly upraveny. Zejména zastou- 
pena tu klassická filologie, přírodní nauky, dějepis a národopis; ale 
hlavní ozdobou její jsou obrazy krajin a měst, přede vším pak podo- 
bizny osob, jež za posledních století vynikaly. Země rakouské skoro 
úplně jsou tu zastoupeny. Podobizen počítá se přes 70.000. Mimo 
to jsou tu některé převzácné rukopisy, pravé divy miniatur, jako 
ku př. breviář Karla Burgundského, modlitební kniha císaře Karla V, 
a drahně jiných. 


140 


V pokladech těchto vyskytl se i malý, ale ne nezajímavý rukopis 
český, za druhé polovice 15. věku psaný, o němž tuto krátká zpráva 
budiž podána. Signatura, kterou jest opatřen, zní XXXIV. B. 29. 
Vázán je v deskách dřevěných, potažených koží, s přimočárnými, rů- 
žovitými a květovanými vtlačenými ozdobami. © Spona je z mosaze. 
Nyní rukopis čítá 59 pergamenových, listů, 95 cm. zvýší a 75 cm. 
zšíří majících; prvotně byl asi o 10 listů silnější. Slohy dílem jsou 
8mi-, dílem 6ti- a Alistove.. Ruka jest dvojí, jedna jde od počátku 
do I 22, druhá od 23 do 58. Strana 22° a list 59 byly prázdny; 
později popsány přípisky ledabylymi”*). Na samém. konci. čte „se 
podpis jména: „Mylicz“. 

Obsah rukopisu jest tento: 

L. 1—8 kalendář, kde vytržením pěti listů scházejí měsíce 
březen, duben, máj a červen, pak srpen. Cisiojanu tu není. 

Leden klade tyto svátky: 1. Božího obřezání, 2. ochtav sv. Štěpána, 
3. ochtav sv. Jana, 4. ochtav mladätek, 5. vigilji neb puost, 6. Svicek, 7. Lu- 
ciana knížete, 8. Erharda bisk., 10. Paula püstevnika, 13. ochtav božího křtění, 
15. Mautha (t. Maura) opata, 16. Marcellina papeže, 17. Antonie opata, 18. Pry- 
šky panny, 20. Fabiana a Sebestiana, 21. Anežky panny, 22. Vincencia mučedl- 
níka, 24. Thimothea apoštola, 25. Pavla na víru obrácení, 27. Jana Zlato- 
ústého, 28. ochtav sv. Anežky, 30. Virgilia biskupa. 

Únor: 1. Brigidy panny, 2. hromnic, 3. Blažeje bisk., ‚5. Háty, 6. sv. 
panny Doroty, 9. Appolony panny, 10. Školastyky panny, 12. Eufrazí panny, 
14, Valentina biskupa, 16. Juliany p., 18. Donata bisk., 20. Concordy (t. Korony) 
panny, 22. Petra stolování, 23. Podletí se počíná, 24. Matěje apoštola, 
25. Alexandra papeže, 28. přenesení sv. Augustina. 

Jménem červen se zde značí červenec. V září znamenati: 4. Mojžíše 
sluhy boží. V říjnu 18. sv. Lukáše evangelista. V listopadu 12. pěti bratrů 
českých, 15. Lipolta knížete. V prosinci 29. Tomana bisk. 


Na 1. 8* čte se poučení o liteře nedělní, na 1. 8" a 9* ukazadlo 
znamení nebeských, na l. 9? až 20 položen výklad dvanáctera znamení 
nebeských, jenž se tuto celkem otiskuje spolu co ukázka pravopisu **). 


*) Modlydba Pane gane. Doftal (em tuhle (sic) modlydby (22b). Bez bolefti 
aby mne racžyla obradowati... Item pro zimnici aby natrhal vlčích jablek, 
aby je sušil a to jediva (sic) by vypil, rozetra na prach. Zkušeno. Item 
s páleným vínem a s olejem také dobré. Item pro zimnici, aby z vajce 
bílek vypustil a páleného vína aby vlél za peníz a zapálil, a potom aby to 
to snědl.  Urozenému panu Janovi etc. (59). 

„**) 0 jiných podobných výkladech viz Dobrovský, Reise nach R elem str. 67, 
Geschichte der böhm. Spr. und Lit. 1818, str. 285, Jungmann, Historie lit. 
české 1849, str. 76 (III. 228), Dudík, Forschungen in Schweden 1852 str. 
178, Hanuš, Dodavky a Doplňky II. 1871, str. 37 č. 228. Rukopis fideikom. 
bibliotheky zavírá v sobě text nejstručnější; porovnání s textem rukopisův 


141 


Dobree. 


(95) Skopecz: Gelt znamenie prwni, na wychod fluncze, horke, 
fuche, ohniwe, muzíke. Mars ta planeta [wuog duom wniem ma 
A fluneze [we vtieffeni, zie ta dwa dny rado ialno bywa. A panuge 
nad hlawu. „Kdy mielycz bud(e) w tom znamenie, geft dobre krwe 
pufftieni z ramenu krom hlawnich zil, dobre do laznie giti, dobre 
na czeltu gitj, gelt-li (10) blizko czo by gle mohl wtiech dwu 
dnech wratitj, A zwlalítie proti wychodu fluneze Take get dielo 
dobre czo by miel ohnié dielati, A wíleezko dielo pocziti, chczelíli 
aby brzo vdielal, a aby dluho trwalo. Dobre gelt diela a zwony 
flewati, dobre s novem (sic) ruchem [fe obirati A s mocznymi lidmi 
mluwiti, A kupowati mied, zelezo, Zle zapiluo na diedieztwi czi- 
niti, a wdiedicztwi gle [tiehowati. piti mnoho neprzigimay. zle wieznie 
wyprawovati, take gfe nezen. zahrady winnicze dobre dielati. hlawy 
nikoli nelecz. 


Byk zlee, 


Byk Gelt druhe znamenie zle ftudene a fuche, zem(ke, pole- 
dnie. A panuge nad [figi a hledi hrdla. Venus ta planeta ma [wuog 
duom w niem A Mielicz [we vtie(11)íleni, Wtom znamení dobre 
gelt Sitiepowati, zahrady, winnicze dielati, nebo brzo 'ruolti budu 
a dluho trwagi. Take geft dobrze twrze, hrady [tawieti, krumfelíty 
zakladati, orati, leti y wlfeczky wieczy, které glu s zemie, dielati, 
a to czoz ma dluho trwati, a zenu fobie pogiti a (mluwati gle. ale 
zle gt wnie krew pulltieti, Sfigi a hrdlo lecziti, poczinati boczinati 
(sic) bogowati, Na czeltu wygiti A wlleczko gelt zle pocziti czo by 
chtiel brzo dokonati. Dobre geft milofti profiti, a ta miloft dluho 
trwa, konie woly dobytek wlleliyaky kupowati dobre. A zle wnie gle 
wnowe rucho obleczi, Zle y wlaly ftrziezi. 


Zlee. 


Blizenczij Gelt Trzeti znamenie na zapad [luncze, zle, wlhke 
a horke, powietrne, na obie stranie hybawe. Merkurius ta planeta 
(12) [wuog duom wniem ma, a panuge nad pleczoma a nad pazema. 
w tom znameni dobre gelt przatelítwo (gednawati, zeniti gle, Také 


pražských nemohl sem vykonati, ale měl sem za to, že výskumu dostatečně 
posloužím, polože sem všecken text vídenský ; od toho, který v tisku 1501 
(Rozbor stě. lit. 1842 str. 191—193) se naskýtá, se vídenský značně rozlišuje. 


142 


[wary mierziti, do boge giti, lekarzitwi przigimati, thowarziltwi cziniti, 
dieti dobre k rzemeflom nebo (do ffkoly) dawati. Ale zle gelt wniem 
krew pulítieti z pleczi, a ge lecziti. Ktoz pak krew puffti, rada ho 
vchazi a dwogi gfe nemoc. pakli gfe roznemuz wtom znamenie, po 
malych ezafech vmrze. Pakly czo profyfs od koho, tehdy wzdy bude 
odpowied toho. Zle czeltu pocziti. pakli kto vtecze z wiezeni, bude 
zas polapen. zle do laznie giti. 


Proftrzedni. 


Rak Gelt cztwrte znamenie [trzednie, ftudene, wlhke a wodnate, 
puolnocznie. Miefycz ma (wuog duom wniem, a gelt wodokrewne, 
a panuge nad prlemi a nad pleczemi a nad flezinu a nad zalaudkem 
(13.) Wtom znameni dobre gelt giti na puol noci wtu ftranu a ku- 
powati, k bogi giti, wlfeczky wieczi ktere gfu swodami, dielati gelt 
dobre, Rybníky, Mlyny, wodu wefti, lekarzítwi przigimati, neb gelt 
Mielycz wfwem domu. Dobre gelt s nowym ruchem gfe obierati, 
do lazaie giti. Zle geft wniem prfy lecziti, do noweho do(mu) gle . 
ftiehowati, nebo do diedicztwi, nebt netrwa. dobre oley zabigeti, luog 
przepulltieti. 


Zlee. 


Lew Gelt pate znameni, zle, horke a fuche, ohniwe, k wychodu 
(luncze, a Sluncze ma [we panltwi wniem. A panuge nad frdezem 
nad koftmi A nad boky. Wtom znameni dobre gelt s krali mlů- 
weni A s welikymi pany. dobre hrady ftawieti a wnie le vwazati, 
[trziebro mieniti s zlattem gle obirati a s drahym kamenim y (fe 
wffemi (14) gynymi drahymi klenoty, Sukno zeleny (sic) barwy dielati. 
A czoz ma ohniem dielano byti, a to czoz nema dokonati toho dne. 
Ale zle gelt wniem czeltu, kteraz by byla dluha, poczinati, zle hodo- 
kwaffenie, ftrach honby neb Smrti. wnowe (faty gle neoblaczey, nebot 
bude vkradeno anebo ranien wniem budels a fam ho nefchodils. zle 
kupcziti, zle ele s lidmi (warziti, zle w£leczko, czozby mielo s wodu 
Dielano byti, pocziti, zle lekarz(twie przigimati. zamutku gle waruog 
pro boleft, (rdcze, iater, zaludka nelecz. 


Proftrzedni. 


Panna Gelt Slelte znamenie dwogitedlne, stranů poledne, [tu- 
dene, suche, zemíke a wietrne. Merkurius ta planeta ma [we panítwi 
wniem A panuge nad brzichem. Wtom znameni dobre gelt leti roli, 


143 


zpuofobowati k przedliwemu femeni, pocziti knihy (15) plati a wllecky 
wieczi, kterez gfu z zemie, dielati, zdi, kamna a ktemuz podobne, 
dobre ((tiepowati zahrady, winnicze, dobre w nowe rucho gle obleczi 
a thovarziltwi cziniti, zapisy cziniti, kupcziti a s lifty flati. Ale gelt 
zle wniem pannu za manzelku pogiti, nebotby byla neplodna, a nebo 
by malo dieti miwala, Ale wdowu muozels pogiti. zle do laznie giti, 
zlé krwe pulftienie, dobre dieti k rzemesluom dati a do Sfkoly. 
tehoz Brzicha, strzew nikoly nelecz. 


Dobree. 


Waha Gelt Sedme znamenie, hnute, neuftawiczne, k zapadu 
fluneze, horke a wlhke, dobre, krewne. Venus a Saturnus [we pan- 
Ítwi wniem magi. A panuge nad hrzbetem. wtom znameni dobre 
gelt czeltu cziniti na zapad fluncze, a krew puřítieti, dobre gse wnowe 
rucho obleczi, do laznie giti, lekarzltwi przigiti, nemocz(16)neho le- 
eziti, ale zle bedra lecziti. nepoczinay zadne“ dila,-kterez hlinu ma 
dielano byti, neczin thowarziltwie. dobre gfe s platnem, s kmentem 
a s bileim ruchem a fuknem obirati. 


Zee. 


Sftir Gelt zname’ Olme zle, Sylne, víítawiczne, puolnocznie, 
ftudene, wodnate, zemíke. Mars ta planeta ma (we panítwi wniem. 
Wtom znameni gest dobre lekarzstwie przigimati, z dluhu napominati, 
zle wniem krwe pulltieni, aniz poczinay wniem czo welikeho dielati, 
Czoby mielo dluho trwati, iako domy stawieti, krumfelfty zakladati; 
na czestu giti nepoczinay, neb newelel zale przidels a Itrach ([kody 
na czestie na ziwotie y na statku. Aniz ginych wieczi ktomu po- 
dobnych poczinay cziniti. Také s mocznymi a wylokymi lidmi nemieg 
niez cziniti, (17) neb odnich vílyffan nebudels. Waruog gle (milftwa 
wty trzi dni, narokuow a ledwi nikoli nelecz. 


Dobree. 


Strzelecz Gelt dewate znameni, wyborne, odwychodu [luncze 
horke, ohniwe, fuche. Juppiter [wuog duom wniem ma a panftwi 
a panuge nad Stehny. wtom znamenie dobre gle zeniti, przatele 
[mluwati a krew pulítietj. Take ten den dobre [mluwati k manzelítwi, 
ale nelkladati gle, nebo (by) byla ialowa od Synuow. Dobre do laznie 


144 


giti, nailepffij krwe paulltieti z zil y bankami kromie stehen, saukna 
kupowati, ftiehowati gfe, rucho krageti a wnie gse obleczi, s mocz- 
nymi lidmi mluwitj, s kralj a s kniezaty, dobre na kupecztwie wy- 
giti k wychodu fluncze A czo gfe ma ohniem dielati. dobre gelt 
kupowati (18) Mied, oczel y gine wieczi ktomu podobne, flewati 
puffky, zwony, dobre wffeczko dielati, czoz k duchowenftwi fluffij, 
ale zle geft wniem fftiepowati, [eti, ftehna lecziti a wfleczko zle die- 
lati, czoz gelt woda. 


Proftrzedni. 


Kozorozecz Gelt delate znamenie, zle, krute, neůúltawiczne, 
ftudene, fuche, zemfke. Saturnus a Mars magi [we panítwi wniem. 
A panuge nad kolenami. Wtom znameni dobre gelt winicze, za- 
hrady oprawowati, dobytek chowati kupozitku, nalow giti, Staweni, 
iako domy y gine wieczi dielati, polly flati. Ale zle gelt wniem zenu 
pogiti, ani (mluw aby neczinil; boge nepoczinay. Zle geft na puol 
noczi giti, zle gelt lekarzítwi przigimati y krew pulítieti, zle wlaly 
ftrziczy a kolena lecziti. na daleku czeltu giti nepoczinai (19), ftrach 
ffkody y zamutku y wiezeni. 


Dobree, 


Wodnarz Gelt znameni gedenaczte, dobre, teple A wlhke 
a wietrne, vstawiczne na zapad [lücze, krewneho przirozeni. Saturnus 
[we panftwi wniem ma a panuge nad nohami 0z (sic) kolenu az do 
lytek. Wtom znamenie dobre geft zenu pogiti, dobro krew pulitieti, 
na wodach gfe plawiti, [tiehowati gfe, wieznie z wiezeni wyprawowati, 
w lazni gfe myti, studnicze, laznie a czoz zwody ma dielano byti, ale 
zle gelt wniem na daleku czeltu giti, zle hnaty lecziti a lytky tehoz. 


Proftrzednie. 


Rybby Geft dwanaczte znameni wtu [tranu ku puol noczy, 
ftrzednie, wlhke a wodnate, ftudene a neczialne. Juppiter ma wniem 
[we panítwi. Wtom znamenie dobre gelt (pogowati przately (20) 
A mieny wpeniezych cziniti. Take dobre zenu pogiti, Šítiepowati, 
w nowe rucho obleczy, wodne wieczi dielati, lekarzltwi przigimati, 
na paut giti, krwe pulftieni, nez zwlafltie z panen[kych zil nepulítieg, 
Ani krwe znoh pulftieg, w czeftu proti neprzateluom nechod. Dobre 


145 


do laznie giti, dobre na daleku czeltu giti, dobre zlatto ftrzibro ku- 
powati y prodawati y gine bile wieczy, gako platno kment, bile 
faukno,; zle gelt nohy lecziti (20°). 


Na 1. 20* je poučení o suchých dnech, na 1. 21 počátek evan- 
gelia sv. Jana: „Napoczatku byl(e flowo a flowo bylfe v buoha a buoh 
byffe flowo“ atd. Konec schází, jelikož list jeden vytržen. Na l. 
22° je ukazník liter nedělních a zlatého počtu. 

Od 1. 23—58 jsou modlitby: Poczinagi gfe Modlitby 
piekne A Nayprwe kdyz fe Tielo buozij pozdwiha: 
„Zdrawo bud prawe tielefenftwie ziweho buoha Jeziffe ranieneho 
ftworzitele. Bud mie hrziffnemu miloftiwo A fmilug gle nademnu 
gednorozeny [ynu čzifte panny Marie“ atd. 

List 23? Modlitba, kdyz kniez krew Buozi pozdwiha. 
L. 24* Modlitba o Buozim vmuczenij. 24" Poczina ele 
(edm zalmuow kagiczych. I. „Hofpodine w[femohuczy w nahlofti 
twe netrefczy mne, ani whniewie twem kaz mne“ atd. Za kazdym 
žalmem modlitba. Po 1. 33 vytržen list, na němž byl počátek kají- 
cího žalmu 5ho. 

Na 1. 42° Modlitba po przigimani tiela buozieho, 
z níž vidno, Ze modlici ta knížka sloužila katolikovi pod jednou. 

Na 1. 43? Modlitba o fedmi [lowech, kterez pan Kri- 
ftus, pnie na krzizij, raczil powiedieti. 

L. 45° Modlitba s? Bernarta o przelladkym gmenu Ježils. 

L. 48* Modlitba piekna s“ Anzhelma ku panu Buobu. 

L. 52* Modleni a wychwalowani panny Marie. Po 
1. 50 opět vytržen list. i 

Na 1. 58 přetržen text po slovech: „kdyzs fweho mileho Syna 
porodila, gimzs poczala bez mulke pomoczi, porodilas“ .... 


Modlitby patrně přepsány jsou ze staršího textu, jakož svědčí 
zhusta vyskýtající se archaismy, jako v kaj. ž. 5tem: „Celý den ne- 
přejíchu mi nepřátelé moji, a kteříž chválíchu mne, proti mne při- 
saháchu.“ Totéž platí o kalendáři, kde zvláštnější staromluvy už 
svrchu vytčený, jakož i o výkladu znamení nebeských. 


10 


146 


20. 


Über den täglichen Gang des Luftdruckes und der 
Lufttemperatur-in Prag. 


Vorgetragen von Prof. Dr. Franz Augustin am 14. April 1882. - 
(Mit 1 Tafel.) - 


In meiner letzten What Über den täglichen Gar des 
Regenfalles zu Prag“ Sitzungsber. der kön. böhm. Gesellschaft der 
Wiss. 1881 habe ich die ungleiche Vertheilung des Regens. auf den 
Tag aus der tägl. Periode der Lufttemperatur zu erklären gesucht 
und bin zu dem Resultate gelangt, dass die Extreme sowohl im tägl. 
Gange der Regenquantität als dem der Regenhäufigkeit von den 
Temperaturextremen und den grössten Temperaturzunahmen und -Ab- 
nahmen während des Tages abhängig erscheinen. Dabei wurde ich 
auf die Bedeutung der, stündlichen Temperaturänderungen (stůndl. 
Temperaturdifferenzen), die ich schon bei einer frůheren Gelegenheit 
aus dem tägl. Temperaturgang zu Prag abgeleitet haite*), nicht nur 
für die Erklärung der tägl. Regenperiode, sondern auch der nicht 
minder komplicirten tägl. Periode des Luftdruckes, aufmerksam ge- 
macht. 
| Wie die tägl. Extreme des Regenfalles scheinen auch die tägl. 
Oscillationen des Barometers mit den stůndl. Temperaturänderungen 
in einem sehr engen Zusammenhange zu stehen. Die bisherigen Ver- 
suche diese Oscillationen auf den täglichen Temperaturgang zurück- 
zuführen konnten deshalb zu keinem: ganz befriedigenden Ergebnisse 
führen, weil man dabei neben den Extremen der Temperatur im 
tägl. Gange nicht zugleich auch die Temperaturänderungen von 
Stunde zu Stunde in Betracht gezogen hatte. Da die beiden tägl. 
Temperaturextreme zur Erklärung der doppelten Extreme in der 
täglichen Periode des Luftdruckes nicht hinreichten, so suchte man 
auch nach anderen Ursachen für dieselben und stellte verschiedene 
Hypothesen auf, die jedoch gleichfalls keine vollständige Aufklärung 
dieser Erscheinung geben konnten. 

Die Aufgabe der vorliegenden Abhandlung jet; Beziebongen 
zwischen der tägl. Periode des Luftdruckes und der Lufttemperatur 


*) „Über den tägl. Gang der Lufttemperatur in Prag.“ Sitzungsb. d. k. böhm. 
Gesellschaft der Wiss. 1879 und 1880. 


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des Luftdruckes 


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Ur.M A Witek, Prag Bergstein 327-1, 


147 


Perioden oder auf die Abhängigkeit der einen von der anderen 
schliessen liesse. Die Untersuchung wird zunächst auf Grund der 
stündlichen Aufzeichnungen des Luftdruckes und der Temperatur zu 
Prag ausgeführt. Die gleiche Arbeit auch für andere Orte zu unter- 
nehmen, sowie die verschiedenen Hypothesen über die täglichen 
Oscillationen des Barometers anzugeben, bleibt einer späteren Zeit 
vorbehalten. 

Zur Berechnung und Darstellung der tägl. Periode des Luft- 
druckes zu Prag wurden aus den „Meteorologischen Beobachtungen * 
der k. k. Sternwarte die verlässlichsten stündlichen Mittelwerthe 
(erhalten nach einem Kreil’schen Autographen) für die Periode 1842 
bis 1861 genommen und in der Tabelle I. zusammengestellt. 

Tabelle II. enthält die wesentlichsten Elemente im tägl. Gange 
des Luftdruckes, welche aus den Daten der Tabelle I. für die ein- 
zelnen Monate und für das ganze Jahr graphisch abgeleitet worden sind. 

Der tägliche Gang der Lufttemperatur zu Prag ist von mir 
bereits in zwei Abhandlungen „Sitzungsber. der k. böhm. Gesellschaft 
der Wiss. 1879 und 1880“ ausführlicher behandelt worden. Ich werde 
hier desshalb keine Darstellung desselben geben, sondern werde das 
Wichtigste darüber diesen Abhandlungen entnehmen. 

In der Tabelle III. sind die stündlichen Temperaturdifferenzen 
aus dem täglichen Temperaturgang nach 18jährigen Beobachtungen 
(1844—1861) für die einzelnen Monate und für das ganze Jahr ab- 
geleitet und zusammengestellt. Diese Differenzen zeigen, um wieviel 
die Temperatur in ihrer täglichen Periode von Stunde zu Stunde 
steigt oder sinkt. Die stündl. Zunahmen der Temperatur sind in 
der Tabelle mit +, die Abnahmen mit — bezeichnet. Es wird hier 
für diese Differenzen auch der Ausdruck „stündliche Temperatur- 
änderungen“ gebraucht. 

In der Tabelle IV werden die stündlichen Mittelwerthe des 
Luftdruckes und der Lufttemperatur für die einzelnen Jahreszeiten 
und für das ganze Jahr gegeben. 

Tabelle V enthält Zusammenstellungen über den täglichen Gang 
des Luftdruckes und der Lufttemperatur nach den Jahreszeiten und 
im Mittel des ganzen Jahres. Der Gang des Luftdruckes wird durch 
Abweichungen der einzelnen Stundenmittel vom Gesammtmittel, der 
Gang der Temperatur durch Stundendifferenzen dargestellt. 

0 "Die Daten dieser Tabelle sind zur Zeichnung von Curven be- 

nützt worden, welche den tägl. Gang des Luftdruckes und der Tem- 

peraturänderungen besser zur Anschauung bringen als die blossen 
10* 


148 


TABEL- 

Täglicher Gang 

in Mm 

1842 | E 

bis B | dh | 2h | 3h | 4h | 5h | 6h | 7h | Sh | 9h | 10h | 1ih 
1861 | 5 


Jámer. . |45°22| 45'21| 45'20| 45°19] 45:10, 45'03| 45'01| 45'10| 45:27) 45°39] 4547| 45-43 
Februar „|| 48'15| 43'12| 43°04| 42:93| 4283| 42:82] 4280| 42:89| 43'12| 43°14| 43:18| 43-23 


März. . .|43'19| 43°17| 43*14|43:04| 42-96, 4295| 43'00| 43°20) 43'24| 43'32| 43-38| 43-34 
April . „|| 41:88| 41'82| 41'80| 4173| 41:72] 41:74) 44°88| 42-02| 42-08| 42-11| 42-10| 42-01 
Mai . . „| 42'34| 4232, 42:28) 4223] 42'22| 42:33, 42:46| 42°58| 42:60| 42:60| 42-54| 42:47 
Jani. . „|| 43:08] 43:07] 43:04| 42°99| 4301| 43:11] 43-22| 43°35| 43-38| 43:36| 43:29| 43:20 
Juli.. .|| 43:27) 4326| 43°21| 43°14| 43°15| 43'23| 43'36| 43:47] 43:53| 43-47) 43:42, 43:34 


August . . || 43°55| 45'52| 43°50] 43°46| 43'45| 43:53, 43:66 
September || 4472| 44:69] 44'65| 4461] 44°57| 4457] 44:66] 4481| 45'00| 44-99| 44-97] 44-87 
October „|| 43:66] 4364| 43°61| 43'52| 43'48| 43°49| 4352| 4372] 43°91) 44:00] 44:03] 43:97 
November | 4401| 43:92, 43'89| 4381| 4372| 43:70, 43:69| 4378| 43°98] 14-05| 4416| 4410 
December || 45'66| 45'59| 45°59| 45°57| 45:49| 45°42| 45-43) 45°53| 45°64| 45°88| 45-92 45-95 


43:80| 43°85| 43:86] 43'84| 4374 


Jahr. . . || 43°64| 4361| 43°58| 43'52| 43°48| 43°49| 43'56| 43-69] 43°80| 43'84| 4386| 43:80 
| 


aufzufinden, aus denen sich auf die gleichen Grundursachen für beide 
Zahlen. Beim Luftdruck sind die Curven im Maasstabe 10 Mm. auf 
0:1 Mm. und 50 Mm. auf 1 h., bei den Temperaturánderungen 
10 Mm. auf 0:39 C. und 5 Mm. auf 1 h. ausgeführt. Die Nulllinie 
hat hier eine doppelte Bedeutung. Für den Luftdruck ist sie als 
die Linie der mittleren, für die Temperaturänderungen aber als die 
Linie der kleinsten Werthe anzusehen. | 


Táglicher Gang des Luftdruckes. -Die tägl. Periode des 
Luftdruckes zeigt eine doppelte Wendung, die erste während des 
Tages, die zweite während der Nacht. Nach Tab. II. sind im Laufe 
des Jahres die Grenzen für die Eintrittszeiten ‘des 1. oder des Ta- 
gesmaximums 8 h. im Juli uud 10 h. 50" a. m. im Februar und für 
die des 1. Minimums 2 h. 40" im December und 5 h. 35“ p. m. im 
Juli. Bei den Nachtextremen schwankt. die Eintrittszeit des Maxi- 
mums zwischen 10 h. im Februar und 11 h. 20" p. m. im Juni, die 
des Minimums zwischen 3 h. 30’ im Juni:und 6 h. 10" a. m. im Jänner. 


149 


LE I. 


des Luftdruckes, 
=.700 + 


\an i 
=,| ın | 2h | sn | Ah | 5h | 6h | 7h | 8h | 9h | 10h | 11h | Mittel 
= 


45:18j 44'92| 44-76| 44-74| 44'76 
43:12, 42'91| 42:72| 42°67| 42:69 
43:24|.43:04| 42-86) 4271| 42:62 
41:81| 41:66) 41:45| 41:27, 41:15 
42:25 42°10| 41.90|41*73| 41:64 
43:06, 42:87, 4265| 42:52| 42:37 
43:19, 43'01| 4283, 42:72] 42:61 
43:56| 43'39| 43°14| 43 01| 4291 
44-70| 4450| 44°28| 4411| 4403 
43"74| 43:48, 43:29, 43'19| 43:12 
43 85| 43'70| 4354| 43'52| 4356 
45:70| 45°49| 45°37| 45°36| 45°43 


4277| 42:95) 43:08| 43:15) 4322| 43:27| 43:26] 43:00 
42:62| 42°78] 4293| 43°08| 4315| 45°17| 43:17) 43°05 
41:14) 41:19) 41'37| 41°53| 41774181) 41°88| 41:70 
41:57) 41162| 4174| 41'92| 42:14] 4227| 42:36, 42.18 
4229| 4229) 42°38| 4252| 4275| 42:89| 4299| 42:90 
42:52] 42:52] 42:60| 42 77) A3°02| 43:16) 43:35| 43:09 
42:83| 42-84 42:96, 4322| 4339| 4351| 4358] 43°42 
44:02] 44:08) 4421| 44'41| 4454| 44°65| 44:67) 4455 
43:18| 43:33| 4344| 43°53| 43'66| 4374| 4373, 43:58 
4363| 4375| 43'84| 4488| 43'96| 44'00| 4400) 4384 
45:47] 4552| 45:60| 45:67) 45'75| 45:81] 45'85| 45'61 


44:81] 44:89] 4496| 45°04| 45:08] 45:12| 45'12| 45:08 


43:62] 43:42] 43-22| 43°13| 43°05| 43°07| 43'15| 43:26, 43°38| 43'54| 43°62| 43'65| 43:50 


ne EE L = en ne En Lu L L L me en — I 


Die Amplituden der täglichen Oscillation des Luftdruckes sind 
grösser. bei Tag als bei Nacht. Den grössten Werth hat die Tages- 
amplitude im Juni mit 1:06 Mm., den kleinsten im Februar mit 
0:58 Mm.; die Nachtamplitude ist umgekehrt im Juni am kleinsten 
0:10 Mm. und im Februar am grössten 0:42 Mm. 

Die Amplituden: der täglichen Oscillation des Barometers bei 
Tag zeigen in ihrer Grösse einen mit den Amplituden bei Nacht 
entgegengesetzten Jahresgang. Es wachsen erstere vom Winter zum 
Sommer; letztere werden dagegen vom Winter zum Sommer kleiner. 
Den gleichen jährlichen Gang mit der Grösse der Amplituden haben 
auch die Differenzen in den Eintrittszeiten der Extreme. Im Winter 
liegt zwischen dem Tagesmaximum und Minimum ein Zeitintervall 
von 4 h. 20’ und im Sommer von 9 h. 20’; die Nachtextreme liegen 
dagegen im Winter 7 h. 10" und im Sommer nur 4 h. 26’ auseinander, 

Nach den Daten der Tab. V wurde hier folgende Übersicht der 
Extreme des Luftdruckes und ihrer Eintrittszeit im n Gange fůr 
die Jahreszeiten und das Jahr gegeben. 


Grösse. 
1. Max. 1. Min. Ampl. 2. Max. 2. Min. Ampl. 
mm mm mm mm mm mm 
Winter 0:32 —0:31 0:63 -+018 —0'15 033 
Frühling —0'37 — 054 0:91 0:16 —001 0:17 
Sommer © 0:45 —059 104 +017 +006 0:11 
Herbst © —040 —0:42 0:82 +014 —007 021 
Jahr 40338 —047 08 +016 -004 020 
Eintrittszeit. 

1. Max. 1. Min. Differ. 2. Max. 2. Min. Differ. 

h. 'a. hpv ar h. 'p. h.' tg, n+9é 

Winter <4:110.2407918.000|19 4020: (11105148, 157557458 ze 
Frühling 9 4 47 7 30 11 0 4 3 8 
Sommer 8 23 525 9 20 213 | 3053 4 26 
Herbst 9 47 4 0 6 13 10 47 4 53 6 6 
Jahr 932 4 18 6 51 10 54 4 36 5 41 


Táglicher Gang der Temperaturánderungen. Die Wárme- 
änderungen von Stunde zu Stunde nehmen einen regelmässigen Ver- 
lauf. Am kleinsten sind sie um die Zeit der täglichen Extreme, 
wo sich die Temperatur wenig oder gar nicht verändert und am 
grössten einige Zeit nach dem Erscheinen der Extreme, die Wärme- 
zunahmen 3—4 Stunden nach dem täglichen Minimum, die Wärme- 
abnahmen 4—5 Stunden nach dem Maximum. 

Die stündlichen Wärmezunahmen (pos. Wärmeänderungen, Ta- 
belle III und V) wachsen vom tägl. Minimum nach Sonnenaufgang 
sehr schnell und erlangen im Sommer schon um 7—8 h., im Früh- 
ling, Herbst und im Mittel des Jahres um 9—10 h., im Winter um 
10—11 h. a. m. ihren höchsten Werth; es erscheint um diese Zeiten 
die Insolation am wirksamsten und die Temperatur in ihrem tägli- 
chen Gang steigt am raschesten. Von da an bis zum Maximum, 
welches die Temperatur 2—3 Stunden nach dem höchsten Sonnen- 
stande erreicht, werden die stündlichen Zunahmen stets kleiner, der 
Temperaturgang nimmt immer mehr an Raschheit ab. 

Denselben Gang wie die stündlichen Wärmezunahmen zeigen 
auch die Wärmeabnahmen (negat. Änderungen Tab. III und V). Sie 
werden vom tägl. Maximum an immer grósser und erreichen etwa 
nach Sonnenuntergang in der kälteren Jahreshälfte um 5—6 h., in 
der wärmeren um 7—8 h. p. m. ihren höchsten Werth; das Thermo- 
meter fällt zu diesen Zeiten des Tages am raschesten. Während der 


151 


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97-04 | 66.0 
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| TABEL- 
Stündliche Tempe- 
abgeleitet aus 18jáhr. 


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0 o 
Jänner |—0+11|—0:18|—0:07|—0:12|—0:08|—0:07| 0:00| --0:05|--0:18| 40-43] +-052|1-055 
Februar | —0:12|—0:13|—0:14|—0:10|—0:13|—0:06|--0:03| --0-16|--0:41| -056|--0'74| -0:65 
März .|—0:19|—0:18|—0:19|—0:21|—0-18|—0-18|-4-0:09| +0°53|4-0:82|-10°97| L0-86| +0:78 


April. |—0:38|—0:83|—0-3 1|—0:30|—0:30 —0°14| 1 0:55| +1:21|--1-27|--129| --0-98| 40:79 
Mai ... |—0:36|— 0:39|—0:29|—0:34|—0:26|+0:08|-1-0-94|+1°41|+ 1:21] 41-15] 40:91] 40:73 
Imi . |—0:41|-0:35—0:36|—0:35|—0°16/40:28|41-0511.1-36|-41-24| 41:09] 4085| 10:72 
li 0'461 0:35|-0 34, 0:39|— 07141 4-0:1814-0:95)41.43 41:27] 41:20, 40:88] 40:70 


August | —0+42|—0 36|—034|—0-31—0:34| 0:00|4-0:70|-1-131|-+-1:30| 41-28) 40:98] -0:90 
Septem.| —0:31|—0-29|—0:30|—0-28|—0:31|— 0-21/+0:38| +0-88| 4127) 4141| 41.15) 40:83 
October —0-24| - 0:21] — 0:21\— 0:22] 0:25 —0°12]40:10) --0:47, +0-83|41:11| 41:07| 40:94 
Novemb. —0:08|—0+11|—0:08|—0 10|—0'06|—0:08|-+-0:06| +0:14| 40-3514. 0°62| 40-50) 40:55 
Decemb.—0:05| —0:07| —0:09|—0:09|—0:09| —0:09|—0:01| +0:041+0°21) 40:40! 10-481 1051 


Jahr „| —0:26|—0:24|—0:22|— 0'24|—0-19|—0'03|4-0:41| --0'75|--0:86|--0'96| 40:83] 40:72 
| | | | 


Nacht sinkt dann die Temperatur bis zum Minimum am Morgen gleich- 
mässiger und langsamer, besonders nach Mitternacht, in welcher Zeit die 
Wärmeabnahmen für jede Stunde nahezu gleich sind. 


Im Ganzen geht das Steigen der Temperatur vom Minimum zum 
Maximum, da es eine kürzere Zeit dauert, viel rascher vor sich als das 
Fallen vom Maximum zum Minimum. Es steigt die Temperatur während 
des Tages im Winter durch 8, im Frühling und Herbst durch 9, im 
Sommer durch 10 Stunden und fällt dagegen im Winter durch 16, Früh- 
ling und Herbst durch 15 und im Sommer durch 14 Stunden. Die mitt- 
lere stündliche Wärmezunahme beträgt im Winter 0'34°, im Frühling 
0:71, Sommer 0'79°, Herbst 0:59, für das Jahr 0609 C. und ist im 
Winter um 0'18°, in den übrigen Jahreszeiten und im ganzen Jahr um 
025° C. grösser als die mittlere stůndliche Wärmeabnahme. 


Die nachfolgende Zusammenstellung gibt eine Übersicht der mitt- 
leren und der grössten stündlichen Temperaturänderungen, der Eintritts- 


153 


LE III. 


raturánderungen : 
Mitteln (1844—1861). 


1—2h 
2—3h 
3—4h 
4—5h 
5—6h 
6—7h 
T—8h 
8—9h 
9—10h 


Mittel 


Mittag—1h 
10—11h 
11—12h 


o 
o 


+040|--0-24|—0:01| - 0:24 
-+0:47|--0:35|4-0:03|—0:20| —0:42|—0:45| —0:40| —0:36|—0:28|—0:25|—0-19|—017|4-028 
-.0:59|4-0:4414-.0:12)— 0:18) — 045 —0°72| —0'70| —0:60|— 0'45|—041|—0-34|—027|-+043 
+0:57)+40:35]4+0:18|— 0:15] — 043) —0:70|—0-98| —0'96|—0°73| — 0:67 — 0:51 —0°30|F0°60 
+0:50|4-034|--0:10|—0:22| —0:38| —0:56| —0:88|—1:16|—0:91|—0:77|—0:58|—0-46|--062 
—+-0:5240:28|40:10 —0:14| —025) —0'62| —0:87) —1:19| —0'951--0:88|— 0:53; — 0°43|4-0°62 
—+-0:55/+0:34] 40:11 — 0:14] —017| —0'56| —0:90|—1:23|—1:01,—0:89|—0-56|—047|4063 
-+0:60|--0'41|3-0:16,—0:20| — 037) —0-71| —100|—1:03|—0:87|—0:77|—0:50|—042|-+0'64 
—+-0:69|-+0:37|+40:19 —0:24| —0 49| — 0:89] 0:98] —0:81|—068|—0:61|—0:41|—086|--060 
—0:6414-0:39|40:02)— 0:27) —0'66|—0'76| — 0:63] —0°57/—0'46)— 0:37) —0:32|—0'28|+0°46 
-+0:34|--0-20|— 0:09 —0'28) —0.36| —0:35| —0'24| —0'25|—0.22|— 0:16|—0°19|—0°11/+0°23] 
—+0:36140:19)— 0:10 — 025) —0 26) —0:23| — 0:21) —0-20|—0:14|—0:11|—010|—010|--0'18 


ee is en —0:58 ká —0-71 a I -+045 


zeiten des tägl. Minimums und Maximums, der Eintrittszeiten der grössten 
Anderungen für die Jahreszeiten und das ganze Jahr. 


Mittlere Grösste 
stündliche Temperaturänderungen 
Winter. .. +023 —+0'34 — 016 +058 — 034 
Frůhling. . +055 071 —0'45 —+1:13 —091 
Sommer . . +0'63 -+079 — 054 +137 — 115 
Herbst‘. <. #043 0:59 —0'34 +105 —067 
nr 5 14-046 +061 —0'37 --0'96 — 071 
Grösste stündl. Tägliches 
Zunahme Abnahme Minim. Maxim. _ Differ. 


Winter 10—11h.a. 5—6h.p. 6h.43'a. 2h.26p. 7h.43 
Frühling 9—10 „ 1—8 „ DAD ni 22 456 5.00 Jak al 
Sommer 7— 8, 8 , o oP a ar, 
Herbst 9—10 , 5—6 „ 6-18: 1824 30:4% 82 
Jahr 9—10 „ 1—8 , 5,5421 48 8 8448 


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67.8 
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19:6 
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88.07 
97.11 
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| 87:8 84.41 67.2 
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91.6 98.81 99.8 
59.6 08:61 98-6 
9T.0T 96.08 LT.OT 
82.01 18.13 00-TL 
97.TI 09.20 99-TL 
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12-21 36-33 dra 
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6G,IT- | 06-13 TG.TT 
39-07 61.15 97.01 
19.6 33.03 29.6 
29.8- | 80:61 68.8 
61.4 92.21 88.2 
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38-1 98-91 71:9 
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38:2 93-97 £9:9 
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x10.0+ | X70.0+ | X8T.0— | xXer.0+ (X20.0— |8£ —G 28.0— 88.0— 68.0— T7.0— |X08.0— g 
36.0,- | 28.0% | F780+ | 88.0— | 904 |@ —TL 12-0— | 62-0— | 218.0— | 72.0— | 8%.0— G 
29.04- | 99.0- | 904 | 900 | 17.07 |T —9em 80.0— | 01.0— |. 900— | 70.0— | 31.0— T 
21.04 | 21.04 | 2204 | 24.04 | 28.04 | 81T—11 31.04 | IT.O+ | £L0T | zr0+ | 11.04 || Sem 
£8.0— | 16.0% | 06.04 26:04 | 89.0— |TI—Or 08:0+ 38.0+ | 62.04 | 080+ | TE0+ II 
96.0+ | 80T- | 61T- | €T-.TF | 97.07 |0I—6 98.0 | 0P-0+ | 88.0 | 980Ť | 080 or 
98.0+ | 280+ | 2814 | OLTIT- | 2304 |6 —8 78.0+ 98.0+ 27.04 | 28-04 | F720+ 6 
SL.0+ | 0904 | ZEI+ | 9014 | 80.0+|8 —ı 08.0-+ 18.0+ | e7.0+ | £80+ | 2104 8 
19.0- | 810 | 06.04 | 89.0 |xXTo.0+ |2 —9 6T.0+ TT.0—+ | 0r.0+ | 620+ | 20.0— L 
X80.0— | X6T.0— |XST.0+ | X90.0— 20.0— |9 —9 90.0% £0.0— 13.04 71-0+ | XGT.0— 9 
61.0— | 0%0— | 120— | 9%0— | 0r.0— |8 —F T0.0— |x20.0— | 8T.0+ | 80.0+ | ?L0— g 
72.0— | .0%.0— | 98.0— | 94.0— | 010— |F —€ X30.0— | X20.0— |X90.0—+ | XT0:0— | 60.0— Ť 
28.0— | 0%2.0— | G8.0— | 820— ! 01.0— |€ —@ 20.04 T0.0— 'X90.0+ | 200+ 00.0+ € 
72.0— | 0%0— | 980—| 080— | 0T.0— |a —T | 80.0- | 90.04 | 1ro+ | 010 | 900+| G 
98.0— | I80— , £70— 18; 0— Oho— T um 11-04 60: 10T ři. + er-0o+ | 80.0+ I 
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Igef | 48419 | rommog \auransa | TOJUTAA ayef Bi 18g19H | rommos | auanze | J9J0TM 
(nozna19T) TP Ten UB (PIA M04 aaSungoromgy) uapunyB 
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.INMIPIOKUTOJIIJN"I IOP PUN SOHONAXPIIJN'I SOP Sue XIOYUODTISEL 
A TTIAA4VL 


156 


Übereinstimmung zwischen dem täglichen Gang des 
Luftdruekes und der Temperaturänderungen. Der tägliche 
Gang des Luftdruckes und der Temperaturänderungen zeigt 2 Maxima 
und 2 Minima, deren Eintrittszeiten nahe zusammenfailen. Die Ma- 
xima -des.Luftdruckes entsprechen den grössten: positiven und nega- 
tiven, die Minima den kleinsten Temperaturänderungen zur Zeit der 
Extreme. Nach den Zusammenstellungen in den Tabellen erhält man 
im Mittel der Jahreszeiten und des Jahres für die Eintrittszeiten 
der täglichen Extreme beider Erscheinungen folgende Resultate. 

Das Maximum des Luftdruckes bei Tag und die grössten Tem- 
peraturzunahmen in der tägl. Periode erscheinen das ganze Jahr 
hindurch gleichzeitig; am frühesten im Sommer um 8 h. und -am 
spätesten im Winter gegen 11 h. a. m. 

Das Minimum des Luftdruckes bei Tag tritt im Ganzen um 
4'h. p. m. ein, im Winter 1 St. früher, im Sommer 1 St. später und 
fällt nahezu it den kleinsten Änderungen der Temperatur zusam- 
men, ‚welche um die Zeit des Maximums zwischen 2 und 5 h. p. m. 
(im Winter etwas früher als im Sommer) beobachtet werden. | 

Das 2. Maximum in der tägl. Periode des Luftdruckes erscheint 
zwischen 10 und 11 h. p. m. (im Winter wenig früher als im Som- 
mer). Die grössten Temperaturabnahmen während des Tages finden 
statt im Winter und im Herbst zwischen 5 und 6 h., im Frühling 
und im Sommer zwischen 7 und 8 h. p. m. Die Übereinstimmung 
in der Eintrittszeit des 2. Luftdrackmaximums und der grössten 
negativen Temperaturänderungen ist keine so genaue als beim 1. Ma- 
ximum und der grössten positiven Änderung, das Maximum des Luft- 
druckes bei Nacht verspätet sich bedeutend 3—4 Stunden nach den 
grössten. stündlichen Abnahmen der Lufttemperatur. Dieses Maximum 
fällt vielmehr in die Mitte der Stundenreihe mit negativen Tempe- 
raturänderungen. 

Das 2. Minimum in der täglichen Periode des Euftäruekds tritt 
im Ganzen um 4%/, h. a. m. (im Sommer 1 Stunde früher, im Winter 
1 Stunde später) ein und fällt nahe mit den kleinsten Änderungen 
der Temperatur um die Zeit des Minimums zusammen, welches zwar 
1 Stunde später erscheint als das Luftdruckminimum, sich aber gleich- 
falls wie dieses vom Winter zum Sommer 1 -um etwa 2 BA der 
Mitternacht nähert. | 

Vergleicht man die Extreme- im tägl. Gange des Luftdruckes 
und der Temperaturänderungen hinsichtlich ihrer Grösse, so findet 
man auch darin eine Air ABM Übereinstimmung. | £ 


157 


Den grösseren positiven Änderungen der Temperatur entspre- 
chen die Hauptextreme, den kleineren negativen Änderungen die se- 
cundáren Extreme im tägl. Gang des Luftdruckes. 

Neben der Grösse der stündl. Temperaturzunahmen und Ab- 
nahmen während des Tages scheint auch ihre Zeitdauer in einem 
engen Zusammenhang mit den tägl. Schwankungen des Barometers 
zu stehen. 

Die Amplitude der Schwankungen des Luftdruckes bei Tag 
und die Zahl der Stunden mit positiven Änderungen der "Temperatur 
wächst vom Winter zum Sommer, die Ampitude bei Nacht und die 
Anzahl der negativen Temperaturänderungen nimmt umgekehrt vom 
Winter zum Sommer ab. 

Die Differenz zwischen den Eintrittszeiten der Toiřesákiréme 
wáchst, die zwischen den der Nachtextreme nimmt vom Winter zum 
Sommer ab fast um eben so viele Stunden als die Differenz zwischen 
der Eintrittszeit der grössten positiven Änderung und der des Tem- 
peraturmaximums grösser, die zwischen der Eintrittszeit der gröss- 
ten negativen Änderung und der des Temperaturminimums kleiner 
wird. Mit zunehmender Tageslänge entfernen sich auch die Tages- 
extreme vom Mittag, die Nachtextreme dagegen nähern sich der 
Mitternacht, wie sich während dieser Zeit die grössten Temperatur- 
zunahmen und das Temperaturmaximum vom Mittag entfernen und 
die grössten Wärmeabnahmen und das Wärmeminimum der Mitter- 
nacht näher rücken. ; 

Aus den bisherigen Zusammenstellungen über den täglichen 
Gang des Luftdruckes und der Temperaturánderungen ist ersichtlich, 
dass im Ganzen der Luftdruck steigt, wenn die Tempe- 
raturänderungen grösser, und fällt, wenn die Tempe- 
raturänderungen kleiner werden. Die täglichen Minima 
des Luftdruckes ‘treffen ein nahe zur Zeit der kleinsten, die Maxima 
zur Zeit der grössten Temperaturänderungen oder etwas darnach. 

Die Übereinstimmung zwischen Luftdruck und Temperatur ist 
hier eine derartige, dass der tägliche Gang des Luftdruckes 
hauptsächlich von dem Gange: der Temperaturänderungen d. h. von 
dem Gange der Erwärmung der ‘Atmosphäre in Folge 
der Insolation und der Abkühlung derselben durch 
Strahlung abhängig erscheint, so dass Insolation und Wär- 
meausstrahlung als die Hauptfaktoren sowohl beim täglichen Tem- 
peraturgang als bei den täglichen Schwankungen des pao 
zu betrachten sind, 


158 


Die Erwármung der Atmospháre im Laufe des Tages erscheint 
von gleicher Wirkung auf den Luftdruck begleitet, wie die Abküh- 
lung derselben. Sowohl die zunehmende Erwärmung der unteren 
Luftschichten als die zunehmende Abkühlung derselben bringt das 
Barometer zum Steigen, die abnehmende Erwärmung und Abkühlung 
dagegen zum Fallen. Das Barometer steigt desto höher 
und fällt desto tiefer, je rascher der Gang der Erwär- 
mung oder Abkühlung wird und je länger er dauert. 

Die Amplitude der Schwankungen des Barometers bei Tag 
wächst mit der Tageslänge, die der Nachtschwankungen mit der 
Dauer der Nacht. Es sind aber die Oscillationen des Barometers 
bei Tag in allen Jahreszeiten grösser als die Oscillationen bei Nacht, 
weil die Temperatur das ganze Jahr hindurch vom Minimum zum 
Maximum viel rascher steigt, als sie fällt vom Maximum zum Mini- 
mum, die Insolation bei Tag also wirksamer ist, als die Ausstrahlung 
bei Nacht. In Folge dessen erscheint auch der nächtliche Gang des 
Barometers nicht so regelmässig und mit dem der Temperaturände- 
rungen nicht so genau übereinstimmend als der Gang während der 
Tageszeit. 


21. 


Über rationale Raumeurven. 


Vom auswärt. Mitgl. Prof. Dr. Emil Weyr in Wien, vorgelegt von Prof. Dr. Fr. 
Studnicka am 28. April 1882. 


1. „Hat eine rationale Raumcurve n-ter Ordnung C, eine (n—2)- 
punktige Sekante S,_>, und entsprechen die auf 9,- liegenden Punkte 
p von C, projektivisch denselben auf C, liegenden Punkten p von 
S„-2 (also jeder Punkt sich selbst), so besitzt die C, auch noch eine 
(1—1)-punktige Sekante &,-ı.* 

Wir wollen die Punkte, welche C, mit S,—» gemeinschaftlich 
hat, als Punkte von C, mit p, Pz -- . Pn—2 und dieselben Punkte als 
Punkte von S,_2 mit p', p... p'=—2 bezeichnen, so ist nach Vor- 
aussetzung PıPz - +- Pna 7 PıP'z <- P'n-e; es ist hiedurch die Ge- 
rade S,- projektivisch auf die Curve C, bezogen, so dass irgend 
einem Punkte « von C, ein ganz bestimmter Punkt © von S, pro- 
jektivisch entsprechen wird. „Die Geraden xx’ erfüllen eine Regel- 
fläche dritten Grades F,, welche $,_> zur einfachen Leitlinie hat.“ 


159 


Um den Grad der Regelfläche, welche von &x’ gebildet wird, zu finden, 
lassen wir um eine beliebige Gerade A eine Ebene č rotiren, welche 
8,25 in.einem Punkte y und ČC, in n Punkten z, ... x, schneidet, 
denen auf S,- projektivisch die Punkte w',a", ...w, entsprechen; 
wenn % mit einem der Punkte x’; zusammenfällt, so wird 7; eine 
Erzeugende von F, welche A schneidet. Nun entspricht offenbar 
jedem y ein System von » Punkten #,#, ... x’, dagegen irgend 
einem &’, nur ein «, somit eine Ebene $ und nur ein y. Es werden 
somit im Ganzen n —- 1 Coincidenzen von y mit x, vorkommen, von 
denen die (n--2) Punkte p’,p’, . . . P’n_2 wegzunehmen sind, da jeder 
auch eine Coincidenz vorstellt. Es bleiben somit (n +- 1) — (1—2) =3 
Coincidenzen, welche Schnittpunkte von A mit F liefern, somit ist 
in der That F eine Regelfläche dritter Ordnung F,. Man sieht auch 
sofort, dass S,_2 die einfache Leitlinie von F, ist, da durch einen 
Punkt & von S,—2 nur eine Erzeugende «x von F; hindurchgeht. 
Nun hat aber F; noch eine Doppelgerade D, welche nothwendig 
eine («—1)-punktige Sekante S,_ı sein muss. Denn jede Erzeugende 
der F, enthält nur einen Punkt der C, und da sie mit D in: einer 
Ebene liegt, so muss D(n—1) Punkte von C, enthalten, d. h. D ist 
eine (n —1)-punktige Sekante S,- von €,. 

-2 Jede C,, welche zwei (n — 1)-punktige Sekanten 9,1, S11 
besitzt, liegt auf einem Hyperboloide F,, da die Punkte von C, mit 
S41 und &„-ı verbunden zwei: projektivische Ebenenbüschel liefern, 
deren Erzeugniss ein durch 9-1, S41 und C, hindurchgehendes 
Hyperboloid ist; die mit S, 1, S,- zu demselben Systeme gehörigen 
Erzeugenden von F; sind selbstverstándlich auch (n — 1)-punktige 
Erzeugende von C4. : : 

3. „Wenn eine Raumcurve n-ter Ordnung ČC, eine (1— 1)- 
punktige Sekante S,—r und wenn die auf S, liegenden (n — 1) 
Punkte 9,P, <. Pn—r von C; projektivisch denselben auf C, liegenden 
(1— 1) Punkten p’,p’, . - - p'a— von S, entsprechen, so liegt C, und 
S11 auf einem Hyperboloide F, und hat somit C, alle mit S, zu 
demselben Systeme von F, gehörige Erzeugende zu (n—1)-punktigen 
Sekanten.“ 
Denn wenn P,P3 <. -Pa X Pp, -. Pa, So hat man wieder 
auf C, und S,_, die Projektivitát © x x und die Gerade xx erfüllt 
eine durch C, und $„-ı gehende Regelfláche F, deren Grad man 
erhält, wenn man: von der Gesammtzahl der Coincidenzen (n -+ 1) 
die Zahl der: Coincidenzen p'yp'z <. pax d. h. (n—1) abzieht; so 
bleibt r +1) — (n—1)=2d.h F ist von der zweiten Ordnung. 


160 


4. Durch jede C, kann man wie bekannt (nach Art. 2) unend- 
lich viele Hyperboloide legen. 

Ist eine C; gegeben, so liefern irgend zwei Punkte p,p, ver- 
bunden eine S, und da man hier immer p,p, = p',p', annehmen 
kann, und zwar auf unendlich viele Arten (da man zur. Bestimmung 
der Projektivität auf C; und 8, noch ein drittes Paar. entsprechender 
Punkte beliebig wählen kann), so folgt nach Artikel 1 die unendliche 
Anzahl von $,, welche das einzige durch C, gehende Hyperboloid 
F, erfüllen (Art. 2). 

Wenn S, irgend eine dreipunktige Sekante einer C, ist, so 
wird durch p,P,P3 7 p’p',p’; eine Projektivität festgesetzt, deren 
Erzeugniss nach Artikel 1 eine F; ist; die Doppelgerade von F; ist 
nach Artikel 1.eine S, der (C,, wodurch der von Bertini*) herrüh- 
rende Satz von der Existenz mindestens einer Quadrisekante einer 
rationalen Raumeurve fünfter Ordnung von Neuem bewiesen erscheint. 
Nach Artikel 1 entspricht jeder Trisecante S; der Curve C eine 
durch 8, und C, einfach hindurchgehende Regelfláche F,; alle diese 
Regelflächen haben ausser C, noch eine Gerade, nämlich die S, als 
Doppellinie gemeinschaftlich. 

5. Es sei S, eine r-punktige Sekante der rationalen Raum- 
curve n-ter Ordnung C,, und von den + Punkten 9,9,P3 -- - Pr (resp. 
Pap'oP'3 -+ Pr), welche C, und S, gemeinschaftlich sind, seien k 
in projektivischer Beziehung also 9,93 -++ Pr T P/1P'z : - . P’z, so dass 
hiedurch auf C, und S, zwei projektivische Punktreihen z = x’ ge- 
geben erscheinen. Um den Grad der von den Geraden xx’ gebil- 
deten Regelfläche 7 zu finden, lassen wir um die beliebige Gerade 
A wieder die Ebene č rotiren und erhalten so wie im Artikel 1 die 
Zahl (n1—- 1) — k für die. Coincidenzen, welche Schnittpunkten von 
A mit F entsprechen. Es ist somit F eine Fläche (n — k+1)-ter 
Ordnung FA —x+1. Durch jeden Punkt von S, geht nur eine einzige 
Erzeugende von F,_x--1, ebenso durch jeden Punkt von (, nur 
eine; dagegen liegen in jeder durch S, gehenden Ebene (r — 7) 
solche Erzeugende. 


*) Eugenio Bertini: Sulle curve gobbe razionali del 5° ordine. , (Inserito nel 
volume pubblicato in commemorazione di Domenico Chelini), Die ratio- 
nalen Curven fünfter Ordnung zerfallen in zwei Gattungen: jene der ersten 
Gattung besitzen nur eine Quadrisekante und sind Schnitte zweier cubi- 
schen Regelfláchen mit gemeinsamer Doppelgeraden, und die Curven 
zweiter Gattung haben © viele Quadrisekanten, welche das einzige die 
Curve enthaltende Hyperboloid erfüllen. 


Rn 
we 
2. 
E 
r) 


161 


_ Wenn 7=n—1 und k=n—2 ist, so wird Fx +1 eine 


-© Regelfláche F, mit in 9,1 zusammenfallenden Leitlinien also eine 


Cayley'sche Regelfläche dritter Ordnung*); denn in diesem Falle 


geht durch jeden Punkt von &,—, eine Erzeugende und in jeder 
durch 8,_, gehenden Ebene liegt offenbar auch nur eine Erzeugende 
der #,. Hieraus folgt, dass man durch eine rationale Raumcurve 
* fůnfter Ordnung und erster Gattung vier Cayley’sche Regelflächen 


dritter Ordnung hindurchlegen kann. Denn sind p,9,93P, die Schnitte 
von C, mit $,, so liefert die Projektivität 9,959, = p’p',p’, eine 
durch C, gehende Cayley’sche Regelfläche, und ebenso kann man 
noch drei weitere Projektivitäten in ähnlicher Art herstellen. Dass 
S, die Doppellinie dieser und aller durch die C, gehenden Regel- 
flächen dritter Ordnung ist, ist selbstverstándlich. Denn betrachten 
wir umgekehrt die auf einer Regelfläche F; gelegenen Curven n-ter 
Ordnung Cz; die Doppellinie D von F, sei eine «-fache, und die 
einfache Leitlinie Ž von F, sei eine A-fache Sekante von C, Da 
mit D nur eine Erzeugende von F, in einer Ebene liegt, so muss 
jede Erzeugende »— x Punkte von C, enthalten und da mit L je 
ein Erzeugendenpaar in einer Ebene liegt und dieses Paar daher 
n— A Punkte von C, enthalten muss, so haben wir n—A=%n — x) 
oder 2#—A=n, welche Gleichung nach « und A in ganzen Zahlen 
(«<n) zu lösen ist. Jeder Lösung entspricht eine Gattung von Č, 
auf F,. Für n=5 hat man nur die zwei Lösungen: a) x =4 
ı=z35b)»=3,A=1. Die Gattung a) ist rational, dagegen die 
Gattung b) vom Geschlechte 1. Die Erzeugenden von F, sind im 
Falle a) einpunktige Sekanten von C,, dagegen im Falle 5) zwei- 
punktige Sekanten, woraus folgt, dass der der Curve (, in 5) aus 
einem beliebigen Punkte von D umschriebene Kegel fünften Grades 
eine dreifache und zwei Doppelkanten hat, somit vom Geschlechte 
1 ist. 

Die sämmtlichen Lösungen von 2#—A=n erhält man, wenn 


„man in « — n1— 0, A — n— 20 die Werthe o —1, 2,3,... 5 bei 
: geradem n und 0 =1, 2,... B bei ungeradem » einsetzt. Es 
o di 


i gibt somit auf einer Regelfláche dritter Ordnung = Gattungen von 
R) Raumcurven n-ter Ordnung, wenn » gerade und Gattungen, 


I 
00 
t 


ARE 


a *) Cremona: Superficie gobbe del terz' ordine. 


11 


ei 2 
162 | 


wenn n ungerade ist. Das Geschlecht der Curvengattung, welche 
einem Werthe © entspricht, ist: 
n—1) (n—2 n— n— o— 1 

wovon man sich leicht überzeugt, wenn man den der Curve aus 
einem Punkte der Doppellinie umschriebenen Kegel auf sein Ge- 
schlecht prüft; er hat eine «-fache Kante (die Doppellinie) und zwei 
o-fache Kanten, die durch seinen Scheitel gehenden Erzeugenden 
der Fläche 7%. 


So gibt es nur eine Gattung von Curven zweiter und eine 
Gattung von Raumcurven dritter Ordnung auf F,; zwei Gattungen 
von Raumcurven vierter Ordnung, jedoch beide vom Geschlechte 
Null; der Unterschied besteht darin, dass für eine Gattung die Dop- 
pellinie D dreipunktige Sekante ist, dagegen für die andere Gattung 
zweipunktige. Es gibt zwei Gattungen von (, auf F,; eine vom 
Geschlechte Null mit D als vierpunktiger Sekante und eine vom 
Geschlechte Eins mit D als dreipunktiger Sekante. Es gibt drei 
Gattungen von ČC auf F,: eine vom Geschlechte Null mit D als 
fünfpunktige Sekante, eine vom Geschlechte Zwei mit D als vier- 
punktige Sekante, und eine vom Geschlechte Eins mit D als drei- 
punktige Sekante usw. 


Für eine auf F, liegende C, ist D höchstens (1 — I) punktige 


Sekante und mindestens — resp. 2 


9 = ner Sekante; die ein- 
fache Leitlinie ist für eine auf F, liegende C, höchstens (n — 2)- 
punktige Sekante. Das maximale Geschlecht y erhält man, wenn 
für e der dritte Theil der durch drei theilbaren der Zahl (n — 1) 
zunächstliegenden Zahl gesetzt wird. 


6. Jede dreipunktige Sekante S; einer rationalen Raumcurve 
C, erscheint mit der Curve in projektivischer Beziehung; bezeichnet 
man die den Örtern C, S, gemeinsamen drei Punkte als zu (, ge- 
hörig mit p,92,p, und dieselben Punkte als zu 8; gehörig mit p’,P’sP's, 
so kann man den Punkten p,9,p, von C, die Punkte p’,p’,p’; von 
S, projektivisch entsprechen lassen (Artikel 1), so dass dann einem 
Punkte & von C, ein ganz bestimmter Punkt x’ von 9; entsprechen 
wird. Die Fläche der Verbindungslinien aa" ist von der Ordnung 
(n-— 2) mit S, als einfachen Leitlinie. Für n=4 erhält man das 
durch C, gehende Hyperboloid, für n=5 die den einzelnen S; ent- 
sprechenden durch C; gehenden F,, welche auch die S, enthalten. 


163 


- Hier ist überhaupt das Punktsystem auf S, und jenes projektivische 
- auf C. perspektivisch mit dem Ebenenbüschel, dessen Axe S, ist. 
M Je zwei S, einer rationalen C, sind ebenfalls projektivisch 
do auf einander bezogen, da sie beide mit C, in projektivischer Bezie- 
hung sind; bei der C; werden diese Projektivitáten auf zwei 9, ver- 
-© mittelt durch das Bůschel mit der Axe 9,. 

Für n=6 erhält man für jede S, eine Regelfláche F, vierter 
Ordnung mit S, als einfachen Leitlinie; durch jeden Punkt x’ von 
S, geht eine Erzeugende «’x von F, und in jeder durch 8, gehenden 

Ebene liegen drei Erzeugende von F,, deren Schnittpunkte der 
Doppelcurve von 7, angehören, welche offenbar eine Raumcurve 
dritter Ordnung C, ist, da nie ein solcher Schnittpunkt auf S, fallen 
kann. Man erhält dieselbe F,, wenn man eine zweipunktige Sekante 
einer räumlichen C, längs einer Geraden S hingleiten lässt (Involu- 
tionsfläche einer cubischen Punktinvolution erster Stufe auf einer 
cubischen Raumcurve). 

7. Durch eine rationale Raumcurve sechster Ordnung C, kann 
man immer eine einzige Fläche dritter Ordnung hindurchlegen *). 
Denn die durch irgend 19 Punkte auf C; bestimmte F; wird C; ganz 
enthalten; und wenn ausser dieser F; noch eine zweite F’, durch C - 
ginge, so müssten 7, und F’, noch eine C, gemeinschaftlich haben. 
Nun sind aber die Curven C,, welche auf einer F; durch andere 7, 
bestimmt werden, die durch eine auf F, liegende C, hindurchgehen, 
nur entweder vom 18., 16., 14. oder 12. Range**); unsere (ist 
jedoch rational und daher vom Range 2(6—1)=10. Es ist folg- 
lich durch unsere C, nur eine F, und vollkommen bestimmt. 

Die Fläche der Trisekanten der (Z ist eine Fläche 20. Grades 

Fx; denn durch jeden Punkt von C, gehen sechs Trisekanten, so 
-dass die Trisekanten auf C ein symmetrisches Punktsystem zwölften 
Grades bestimmen, welches mit der durch ein Ebenenbüschel auf (C, 
bestimmten Involution 12.(6— 1) = 60 gemeinschaftliche Punkte- 
- paare besitzt, welche von Trisekanten herrühren, welche die Bü- 
schelaxe schneiden; da nun jede solche Trisekante drei von jenen 
Paaren absorbirt, so wird die Büschelaxe von 60:3 = 20 Trisekanten 
geschnitten, d. h. die Fläche derselben ist vom zwanzigsten Grade. 
Die C; ist selbstverstándlich sechsfach für F,,. In dem Gesammt- 


ee FT 
= i „S sako \ 


Ri *) Cremona, Preliminari di una teoria geometrica delle superficie, Bologna. 
N Deutsche Ausgabe von Curtze Nro. 242. 
_ *#*) Rudolf Sturm: Synthetische Untersuchungen über Flächen dritter Ordnung 


pap. 222. 


Li 


164 


schnitte von F; mit F,,, welcher vom 60ten Grade ist, tritt somit 
C; als von der 6X 6 d. i. 36-ten Ordnung auf; es bleibt somit noch 
ein Theil der-24-ten Ordnung, welcher aber in gerade Linien zer- 
fallen muss, denn die durch einen Punkt dieses Bestandtheils 24-ter 
Ordnung hindurchgehende Trisekante von C hat mit F, vier Punkte 
gemeinschaftlich, gehört ihr also an und bildet somit einen Theil 
des Schnittes 24-ter Ordnung. Nun ist umgekehrt klar, dass die 
Quadrisekanten von C, der F, angehören müssen und da sie für 
die F,, vierfach sind, so stellen sie einen Bestandtheil vierten Grades 
im Schnitte 24-ter Ordnung dar. Hieraus folgt: „Eine rationale 
Raumeurve sechster Ordnung hat sechs Quadrisekanten.“ 

Die sechs Quadrisekanten einer rationalen C, bilden offenbar 
ein Sextupel der einzigen durch ©, gehenden Fläche dritter Ordnung 
F,; denn keine zwei können sich schneiden, weil sonst ihre Ebene 
sieben oder acht Punkte von C enthalten würde, was unmöglich ist. 
Es seien (@=1...6) die sechs Quadrisekanten und , @=1...6.) 


die sechs Geraden von F,, welche mit den sechs g; ein Doppelsechs _ 


bilden, so dass also jede p. alle g; ausser der einzigen g, Schneidet; 
und 7% seien die übrigen fünfzehn Geraden von F,, so dass 7% die 
Schnittlinie der Ebene (g px) mit der Ebene (z p;) ist. Jede Ge- 
rade g; liegt mit jeder p. in einer Ebene, welche auch noch die 
Gerade r;, enthält; da nun diese Ebene von ÚZ in sechs Punkten 
getroffen wird, von denen vier auf 9, liegen, so müssen sich die 
beiden übrigen auf px und r;. vertheilen, so dass entweder jede 
dieser Geraden einpunktige oder eine zweipunktige Sekante sein 
müsste. Nun gelangt man aber durch folgende Betrachtung direkt 
zu fünfzehn zweipunktigen Sekanten von (,, welche auch der F; 
angehören: die beiden Ebenenbüschel, deren Axen g; und 9% sind, 
bestimmen auf C, zwei quadratische Involutionen, welche ein Punkte- 
paar gemeinschaftlich haben, dessen Verbindungslinie der F; ange- 
hören muss, da sie mit F, vier Punkte gemeinschaftlich hat, zwei 
auf C und je einen auf g; und g.. So sehen wir, dass also die 
fünfzehn Geraden 7+ zweipunktige Sekanten C. sind und somit die 
Geraden p, die Curve nicht schneiden. 

Die sechs Quadrisekanten *) g; bestimmen auf (G sechs Punkt- 


*) Wir bemerken, dass eine rationale Raumcurve n-ter Ordnung 
4 (n — 3) (n— 4) (n — 5) 
3 


dreifache Tangentialebenen hat (also C; hat acht) und wahrscheinlich © 


(rn —2) (n— 3)? (nr — 4) 
3.4 Quadrisekanten haben dürfte. 


165 


a auf Č G; bestimmen, deren drop) in Ebenen durch 7; liegen; 
je e fünf von den auf g; liegenden Quadrupeln gehören einer und der- 
se ben Punktinvolution sechsten Grades an, deren Gruppen in Ebe- 


a bestimmen die sechs Ebenenbüschel, deren Achsen die 
Quadrisekanten sind, auf C, sechs quadratische Involutionen, deren 
gemeinschaftliche Punktepaare auf den r-Geraden liegen. Aus der 
Bemerkung, dass die sechs Quadrisekanten nothwendigerweise einer 
durch C; gehenden F, angehören müssen, folgt auch direkt, dass 
durch C, nur eine einzige F, hindurchgeht. 
z 3 8. Ebenen, welche durch die Geraden p; hindurchgehen, werden 
-G offenbar in en Gruppen schneiden, welche auf Kegel- 
: E čhnitten liegen, nämlich auf jenen, in welchen diese Ebenen die F, 
schneiden. Die Enveloppe Ď solcher Ebenen, deren sechs ‚Sehnitt- 


Be oraden Pi ena enthalten; aber ebenso achören die sechs Geraden 
-z dieser Fläche © an, da jede durch eine g-Gerade gehende Ebene 
C; auch in sechs auf einem (degenerirten) Kegelschnitte liegenden 
© Punkten schneidet. Wir wollen nun zeigen, dass die Ebenen der 
3 -die rationale Curve C, in sechs Punkten schneidenden Kegelschnitte 
‚jene Fläche dritter er ©, berühren, welche mit der cubischen 
E cisco F, das Doppelsechs (p;g;) gemeinschaftlich hat und durch 
dasselbe vollkommen bestimmt erscheint. Um zunächst die Classen- 
© zahl der Fläche © zu bestimmen, beantworten wir die Frage: „Wie 
viele von den dreipunktigen Sekanten der C, schneiden irgend eine 
-unter ihnen?“ Es sei S, eine dreipunktige Sekante von C;; die um 
S, rotirende Ebene bestimmt auf C eine cubische Punktinvolution, 
_ welche mit dem erwähnten symmetrischen Punktsysteme zwölften 


‚gehören die fünfzehn Punktepaare, welche von den 15 Trisekanten 
nerrůhren, welche durch die drei Schnittpunkte von 8, mit C, noch 
© hindurchgehen. Es bleiben somit 24 — 15 9 Punktepaare, welche 
B „von Trisekanten herrühren, welche die 9, in der Curve C; nicht 


dei der Punktepaare absorbirt, so „gibt es drei Trisekanten, eich 
En | beliebige S, ausserhalb der Curve C; schneiden.“ 

Nun müssen aber die durch eine Trisekante gehenden Ebenen, 
iM che sechspunktige Kegelschnitte enthalten sollen, offenbar eine 


e Trisekante enthalten; es gehen somit durch jede Trisekante 


166 


S, drei Ebenen, welche C, in sechs auf einem (hier degenerirten) 
Kegelschnitte liegenden Punkten schneiden und somit ist die Enve- 
loppe der Ebenen, welche die C sechsmal schneidende Kegelschnitte 
enthalten, eine Fläche dritter Classe und zwar offenbar jene Fläche 
®,, welche als Fläche dritter Classe durch das Doppelsechs (p; g;) 
vollkommen bestimmt erscheint. Dieselbe enthält auch die fünfzehn 
Geraden @;., welche den Schnittpunkt (g; p) mit dem Schnittpunkt 
(gx p:) verbinden. Die Developpable, deren Ebenen degenerirte sechs- 
punktige Kegelschnitte enthalten, besteht offenbar aus den sechs 
Ebenenbüscheln 9; und der Developpablen 60-ter Classe, welche der 
Fläche ©, und der Fläche der Trisekanten F,, gleichzeitig umschrie- 
ben ist. 

9. Eine Abbildung der allgemeinen rationalen Raumcurve C 
auf einen Kegelschnitt X, erhält man, wenn man in der Ebene von 
K, sechs beliebige Punkte 0; @=1...6) wählt und durch die- 


EN 
Da 
k PPA 


selben Curven dritter Ordnung O, hindurchlegt; jede solche schneidet © 


K, in sechs Punkten, welche eine ebene Punktgruppe der C ab- 
bilden. Die sechs Kegelschnitte, welche man durch je fünf der 
Punkte 0; legen kann, schneiden X, in den Bildern der auf den g; 
liegenden Punktquadrupeln; die fünfzehn Geraden 0; 0; schneiden 
K, in den Bildern der auf den 7 liegenden Punktepaare von G. 
Es ist selbstverständlich, dass man sich im Gebiete der Abbildung 
der F, auf eine Ebene befindet (vergleiche Cremona L c.). Aus 
dem Satze, dass unsere C, acht dreifache Tangentialebenen besitzt, 
folgt, dass man durch sechs Punkte 0; acht Curven dritter Ordnung 


legen kann, welche einen gegebenen Kegelschnitt X, dreifach be- 


rühren. Den 12 stationären Schmiegungsebenen der C entspricht 
der Satz, dass es 12 Curven O, gibt, welche durch die sechs o; 
gehen und K; in vier unendlich nahen Punkten schneiden. Ebenso 
liefert die Fläche der Trisekanten gewisse Sätze in der Ebene. 
Wenn die sechs o; die Ecken eines vollständigen Vierseits sind, 
so erhält man auf X, die Abbildung einer C; mit vier eigentlichen 


Doppelpunkten, was die höchste Zahl der Doppelpunkte einer C - 


ist. Die FZ wird hier vier Knotenpunkte in den Doppelpunkten 
von C, haben. 

10. Man erhält offenbar auch die allgemeine Abbildung der C 
auf einen X,, wenn man K; mit den Curven eines linearen Curven- 
systems 3. Stufe und dritter Ordnung schneidet; denn durch irgend 
drei Punkte von K, geht eine einzige Curve, welche K; in den 
weiteren Punkten schneidet. Auch hier wird es also acht X, drei- 


; 
A 
No 

k 
2 
4 
N. 

x v 


167 


yoh berührende Curven geben und zwölf Curven, welche X, in vier 

unendlich nahen Punkten schneiden. Die auf X, liegenden Punkte- 

Ei tripel, welche als Scheitel von, im Systeme le Stufe enthaltenen 

© Bůscheln von Curven dritter Ordnung auftreten, bilden das symmetri- 

sehe Punktsystem zwölften Grades; jeder Punkt von K, kommt in 
sechs solchen Trippeln vor usw. 

a Ebenso bestimmt ein dreistufiges (lineares) Flächensystem zweiten 
Grades auf einer festen Raumcurve dritter Ordnung C; die Abbildung 
einer rationalen C,; es gibt acht C, dreifach berührende Flächen im 
System und 12 Flächen, welche C, in vier unendlich nahen Punkten 

schneiden. Es gibt im System unendlich viele Raumcurven vierten 

Grades erster Gattung (welche als Schnitte der Flächen des Systemes 

auftreten), welche mit C, Punktetripel gemeinsam haben; alle diese 

 Tripel bilden ein symmetrisches System zwölften Grades auf C4. 

* Unter den Raumcurven vierten Grades gibt es sechs, welche mit 
C, vier gemeinschaftliche Punkte haben, und wenn es zwei unter 

ihnen gibt, welche C, in je fünf Punkten schneiden, so gibt es deren 

- unendlich viele und die durch sie auf C, bestimmten Quintupel 

bilden eine Punktinvolution fünften Grades; C, ist im letzten Falle 
auf einer F, gelegen und hat « viele fünfpunktige Sekanten. 

Die durch zwei windschiefe Geraden A, B gehenden Hyperbo- 
loide schneiden C, in Punktgruppen, welche die ebenen Punktgruppen 
einer mit vier Doppelpunkten versehenen C; abbilden; die vier Dop- 
pelpunkte von (C, entsprechen den vier Bisekanten von C,, welche 
A und B gleichzeitig schneiden. Wenn sich A und B schneiden 
und man legt durch AB quadratische Kegel, so wird auf C, eine ČZ 
mit einem dreifachen und einem Doppelpunkte abgebildet. 


P — === 


22. 


s Traktat Jana z Jenštejna proti Vojtěchovi Rankovu 
5 o odůmrtech. 


Četl prof. dr. Jos. Kalousek dne 22. května 1882. 


-© Ve XIV. století některé vrchnosti v Čechách počaly užívati 
„nového práva naproti svým poddaným; neměl-li totiž sedlák vlastních 
ětí, které by po něm dědily, nechtívaly vrchnosti dopouštěti, aby 


168 


takový statek jakožto odúmrť. Jan z Jenšteina když se stal arci- 
biskupem Pražským (1579), zastihl na statcích arcibiskupských také 
takový obyčej, že statky poddaných, bez dětí zemřelých, obracovány 
bývaly ku komoře arcibiskupské. Tomuto však arcibiskupovi takové 
braní odümrti se protivilo jakožto věc nespravedlivá; pročež se svo- 
lením kapituly Pražské vydal nařízení svým úředníkům, aby na 
statcích arcibiskupských selské odümrti brány nebyly, nýbrž aby pod- 
daným arcibiskupovým bylo dovoleno činiti pořízení o svých statcích 
za živa nebo při smrti, a když by který zemřel bez dětí a bez po- 
slední vůle, aby jeho majetek připadl příbuzným jeho.*) 

V kapitule Pražské jeden člen odporoval arcibiskupovým úmy- 
slüm; byl to Vojtěch Rankův, Adalbertus Ranconis de Ericinio, mistr 
theologie a svobodných umění učení Pařížského, toho času schola- 
stikus Pražský. Vojtěch Rankův odůvodnil svoje mínění, že vrchnosti 
mohou bráti selské odúmrti, také psaným traktatem, jejž vydal zá- 


roveň s jinými dvěma traktaty, a sice o očistci a o svátku Navštívení 


Panny Marie, jenž tehdáž byl v Čechách od arcibiskupa nově nařízen. 
Souhrn těchto tří traktatů, vesměs polemických proti arcibiskupovi 
Janovi z Jenšteina, nazývá se Apologia Adalberti Ranconis.**) 
Arcibiskup nezůstal scholastikovi Vojtěchovi odpověď dlužen, 
i napsal proti němu traktaty o všech třech sporných kusech, totiž 
o očistci, o svátku Navštívení P. M. i o odúmrtech.***) Také gene- 


*) Toto nařízení, avšak bez datum, tištěno jest v Höflerovych Geschichtschreiber 
der Husitischen Bewegung II. str. 48. — O záležitosti selských odümrti 
psal Palacký již r. 1830, ale to pojednání vyšlo teprva 1874 v Gedenkblátter 
str. 93. Dále Vocel v Pojednáních kr. č. Společnosti nauk 1861: O staro- 


českém dědickém právu str. 49. Nové příspěvky k objasnění toho právního 


obyčeje najdou se od Kalouska v Pam. arch. X. str. 358, a od Tadry 
v Časopise čes. Musea 1879 str. 564. 

**) Výtahy z Vojtěchovy Apologie uveřejnil prof. Loserth v Archiv für österr. 
Geschichte 57. Bd. str. 248—264. — O životopis Vojtěchův poprvé pokusil 
se dr. H. Jireček. v Časopise čes. Musea 1872 str. 133. Potom Loserth se- 
stavil zprávy 0 životě Vojtěchově při publikaci své již dotčené, a brzo je 
sám doplnil v Mittheilungen des Vereins fůr Geschichte der Deutschen in 
Böhmen 1879 str. 198; úsudky jeho o záležitosti odümrti jsou však jednak 
předčasné, jednak předpojaté.  Nejúplnější a velmi svědomitý životopis 


podal Tadra v Čas. čes. M. 1879, 537, s dodavky tamže 1880, 361 a 558; © 


pobyt Vojtěchův v Paříži však dosud jest potřeben objasnění. 


***)  Loserth v Arch. f. österr. Geschichte 57, str. 265—274 nveřejnil výtaby — 


z traktatův arcibiskupových o očistci a o svátku Marianském dle rukopisu 
Vratislavského; traktat arcibiskupův o odümrtech nenachází se v rukopise 


Vratislavském ani v rukopisech Pražských, jež byly Loserthovi na snadě. 


T TPE VO V ne ie oe 


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169 


chově repliku, avšak toliko ve příčině odämrti.*) 
-© Dle poznámek pod čárou uvedených všecky dotčené polemické 
- spisy jsou již tiskem uveřejněny, aspoň u výtahu, jenž k účelům 
- historickým větším dílem dostačí. Toliko traktat arcibiskupův o od- 
- úmrtech dosud nevešel v obecnou známost nežli tím, co o něm 
oznámil Palacký ve své Italské Cestě.**) V rukopisném kodexu bibli- 
otheky Vatikánské 1122, jejž Palacký popsal, nacházejí se sebrané 
spisy arcibiskupa Jana z Jenstejna, a mezi nimi hned na prvním 
místě trojdílná polemika proti Vojtěchovi Rankovu o všech třech 
sporných kusích svrchu dotčených. Traktat arcibiskupův o odümrtech 
-dosud nikde jinde se neobjevil, nežli v tomto Vatikánském rukopise, 
-© jenž dle mínění Palackého vznikl hned za živobytí Jana z Jenšteina 
P a snad pod jeho dozorem. Když letos p. prof. Ant. Gindely za svým 
badáním zdržoval se v Římě, poprosil jsem ho, aby tento dosud ne- 
známý traktat o odůmrtech dal opsati; což učinil se vzácnou laska- 
vostí, za kterou mu tuto buďtež vysloveny povinné díky. Opis byl 
Římským písařem způsoben teprva po odjezdu p. Gindelyově ze Říma, 
- a za ním do Prahy zaslán; zdá se, že nebyl konferován. Některá 
slova, jež do kontextu se nehodí, hleděl jsem dle domyslu opraviti, 
což poznamenal jsem větším dílem v závorkách; některá místa přece 
ještě zůstávají nesrozumitelná. Předkládám zde celý opis, beze všech 
zkratkův i výpustkův, tak jak jsem jej obdržel; ke snadnějšímu pře- 
hledu rozdělil jsem jej ve dvacet sedm paragrafů. 
3 Nový výtěžek, jejž historie může z tohoto traktatu vážiti, jest 
i několikerý. První týká se chronologie; müZemet nyní s velkou 
8 pravděpodobností určiti, kdy vznikly spory mezi arcibiskupem a Voj- 
(© těchem Rankovým, kdy polemické spisy o nich byly sepsány, i také, 
-© kdy arcibiskup svým poddaným odámrti odpustil. Použijeme-li tra- 
-© ktatu zde uveřejněného, i ostatních spisů již dříve oznámených, do- 
vtípíme se, že věci vyvíjely se následujícím postupem. 
Od počátku sporův mezi arcibiskupem a mistrem Vojtěchem až 
do velké písemné polemiky jejich uplynula asi dvě leta.***) Arcibiskup 


*) Výtahy z traktatu Kunšova uveřejnili Palacký v Gedenkblätter str. 96 
a Höfler 1. c. II. 48. Mám před rukama také plnější výtah z rukopisu cís. 
dv. bibliotheky Vídeňské 4916. 

**) Palacký, Literarische Reise nach Italien im J, 1837, str. 57. 
+++) Arcibiskup praví o Vojtěchově Apologii: Sane tua scripta fere biennio per 
te conquisita et collecta, tarde nobis sunt tradita. Arch. f. österr. Gesch. 

57, 266. 


170 


také vysvětluje, kterak jeden spor po druhém vznikal; nejprve na- 
stala rozepře 0 očistec, když arcibiskup byl návštěvou u krále na 
Křivoklátě. Potom (tandem) arcibiskup nařídil v Čechách svátek 
Navštívení P. Marie, proti kterémuž nařízení mistr Vojtěch mluvil. 
Potom arcibiskup dožadoval se svolení u kapituly, aby mohl se od- 
říci selských odúmrtí.*) V traktatě nyní na světlo vydávaném vy- 
pravuje arcibiskup ($. 2. a 3.), že sám nejprve osobně přišel do ka- 
pituly, aby obdržel svolení ke svému předsevzetí; kapitula tenkráte 
svolila jednohlasně. Potom teprva dal arcibiskup zhotoviti koncept 
listiny, kterou svým poddaným odpouštěl odümrti, a s tímto konce- 
ptem, vyhotoveným od generálního vikáře Kunše, poslal do kapituly 
téhož svého vikáře, aby kanovníci tu listinu uvážili a ji zpečetili na 
znamení svého svolení; tu pak strhla se hádka mezi scholastikem 
Vojtěchem a vikářem Kunšem. Později arcibiskup poslal M. Vojtě- 
chovi ceduli, na které mu vytýkal dotčené tři články jakožto bludné, 
chtěje jej přiměti, aby své výroky buď odvolal anebo napravil. 

Tyto počátky sporův a spolu nařízení arcibiskupovo o nebrání 
odümrti dle vší pravděpodobnosti připadají do roku 1586. Roku 
předešlého 1385 měl M. Vojtěch řeč při synodě kněžské ,**) což 
je patrným důkazem, že byla ještě dobrá vůle mezi ním a arcibi- 
skupem. Svátek Navštívení P. Marie nařízen byl arcibiskupem 
Pražským na synodě konané 15. července 1386.***) Spor o očistec 


*) Tamže str. 268. 
**) Tadra v Čas. čes. M. 1879, 557. 

***) Höfler, Concilia Pragensia str. 33. Datum té synody 15. července 1386 ne- 
nachází se sice v rukopise bibliotheky university Pražské 6. B. 21. fol. 29., 
ze kterého Höfler tu synodu vydal, ale nejeden kus v nařízeních daných 
v té synodě nasvědčuje tomu, že datum Höflerem připojené jest správno. 
Že svátek Navštívení P. M. nařízen byl od arcibiskupa r. 1386, lze dovo- 
diti také z jiných pramenů. Codex epistolaris Johannis de Jenzenstein, 
vydaný Loserthem v Arch. f. österr. Gesch. 55. Bd., obsahuje také obšírný 
nedatovaný list, ve kterém jmenovaný arcibiskup dožaduje se u papeže 
Urbana VI., aby i on potvrdil a nařídil týž Marianský svátek; arcibiskup 
vypočítává také dobrodiní, jež Bůh na přímluvu své matky Urbanovi VI. 
prokázal, a mezi nimi uvádí se nedávná smrť Leopolda, vojvody Rakou- 
ského, jenž od r. 1379 přidržoval se vzdoropapeže Klimenta VII.; praví se 
tam o něm: Novissimegue Leupoldum Austrie ducem bello prostratum mi- 
serabiliter necaverit, str. 346. Vojvoda Leopold II. zahynul v bitvě u Sem- 
pacha 9. července 1386; tedy arcibiskup psal tento list nedlouho po této 
události. V témž listě arcibiskup oznamuje papeži, že on ve své diecesi 
již nařídil svátek Navštívení P. M.: Tue Sanctitati innotescat, me mea in 
diocesi festum novum, ymmo vetus ad memoriam reduxisse novam, str. 


171 


vznikl již před tím, snad v první polovici r. 1386, kdež král Václav 


-© zdržoval se na Křivoklátě ve měsíci lednu a zase v červnu. Privi- 


leginm poddaným arcibiskupovým o odümrtech bylo vydáno nejspíš 

-© v druhé polovici r. 1386. 

Yu Toto určení času potvrzuje se udajem, že arcibiskup obdržel 
Apologii Vojtěchovu téměř dvě léta po vzniku těch různic, tak že je 
zatím pokládal již za uspalé. Arcibiskup několikrát se zmiňuje, že 
Vojtěchovi odpovídá hned a na rychlo, teda v krátkosti po obdržení 

-jeho Apologie.*) Ze přítomného pak traktatu arcibiskupova najisto 
vysvítá, že byl psán mezi 2. dubnem 1388, kdy M. Vojtěch testa- 
mentem zřídil nadání pro české študenty v učení Pařížském a Ox- 
fordském **), a mezi 15. srpnem 1388, kdy Vojtěch Rankův zemřel ; 
neboť arcibiskup ve přítomném traktatě ($ 17. a 27.) vytýká jemu, 
že vynutil na nějaké vdově 70 kop, které odkázal na zřízení beneficia 
v universitě Pařížské, čímž sotva může se rozuměti něco jiného nežli 
ono studentské stipendium. Krom toho arcibiskup opětovně mluví 
o M. Vojtěchovi jakožto o člověku již věkem sešlém, jenž každo- 
denně očekává smrti své.***) Polemika arcibiskupova proti Vojtěchu 
Rankovu byla tedy psána asi uprostřed léta 1388, a počátek těch 
sporův, jakožto o dvě leta starší, připadá teda do r. 1386, jak jsme 
vyšetřili taká již jiným způsobem. 

Traktat Kunšův ze Třebovle proti M. Vojtěchovi o odümrtech 
byl vydán nikoli před traktatem arcibiskupovým, nýbrž o něco po- 
zději; neboť arcibiskup praví v čase budoucím, že vikář Vojtechovi 


348. To srovnává se zcela s výčitkou Vojtěchovou, jenž odporoval tomu 
svátku výslovně jen proto, že arcibiskup nařídil jej na synodě o své újmě, 
nemaje k tomu předchozího papežského svolení ani přivolení kapituly 
Pražské, Arch. f. österr. Gesch. 57, 252—255. — V též synodě Pražské, 
o jejíž datum se jedná, nařízeno slaviti posvěcení kostela Pražského na den 
sv. Remigia, t. j. 1 října; takové nařízení bylo sice také již dáno na synodě 
r. 1377, ale že 1. října 1385 nový chor kostela Svatovítského byl posvěcen, 
hodilo se roku následujícího, aby to nařízení bylo obnoveno. Také v naší 
synodě kardinál Pileus byl vyhlášen za kacíře, poněvadž přestoupil ke 
vzdoropapeži; že r. 1386 z této příčiny byly rozbroje některé v Čechách, 
vědomo jest i z jiných pramenů; viz Tomkův Dějepis Pražský III. 335. 
*) Archiv f. österr. Gesch. 57, str. 265, 274. 

**) M. Vojtěch odkázal knihy své klášteru Břevnovskému dne 4. března 1388, 
list na to tištěn v Arch. f. österr. Gesch. 57, 275. Testament o ostatním 
majetku jeho, daný dne 2. dubna 1388, čte se v Mittheilungen des Vereins 
f. Gesch. d. Deutschen in Böhmen 1879, str. 210. 

***) Viz přítomný traktat $. 19 a 27; pene decrepite tue senectutis grandevitas, 
Arch. f. österr. Gesch. 57, 265. 


V 


172 


důkladněji odpoví ($ 1. explanabit, declarabit). Podobá se však, že 
i M. Kuneš dokončil svůj traktat ještě za živobytí Vojtěchova, teda 
před 15. srpnem 1388; neboť nikde v tom traktaté nemluví o M. Voj- 
těchovi jako o člověku již umrlém, nýbrž mluvívá o něm v čase pří- 
tomném, ku př. v kap. II.: est ergo ipse potius impius Christianus. 

Co se týká vlastní sporné věci, totiž odümrti poddanských, v té 
stránce traktat arcibiskupův, tak jako Kunšův i Vojtěchův, zaměst- 
nává se nejvíce důkazy vedenými z bible, z práva kanonického 
a z učitelů církevních ; zpráv a výroků takových, ze kterých by se 
souditi dalo, jaký byl skutečný stav věcí v Čechách a jak stará byla 
zde zvyklost bráti odümrti poddanské, jest ve všech těch traktatech 
poměrně málo. V traktatě arcibiskupově, co se týče skutečného stavu 
věcí, největší váhu má $ 14., kdež Jan z Jenšteina proti M. Vojtechovi 
prostě popírá, žeby braní odümrti bylo starým zvykem, a ujišťuje, 
že větší a lepší čásť pánův a jiných vrchností v Čechách nebrali od- 
úmrtí, a pakliže která přece brala, že se to dálo více skutkem nežli 
právem. Z Apologie Vojtěchovy i z odpovědi arcibiskupovy také 
určitě vysvítá, že Jan z Jenšteina toliko na statcích arcibiskupských 
odpouštěl odümrti poddaným, a toliko k tomu žádal za svolení kapi- 
tuly, jakož jsou i jiné případy na snadě, kde biskup potřeboval svolení 
kapituly své, chtěl-li na svých statcích učiniti nějaké takové opatření, 
ze kterého by mu vzešla ujma důchodův. Že by arcibiskup také se 
toho domáhal, aby rovněž kapitula na svých statcích odáúmrti od- 
pustila, jakž Palacký mínil, toho ve všech třech polemických trakta- 
tech není žádná skutečná stopa. *) 

Zajímavé jsou zprávy v $2. a 3. o tom, kterak arcibiskup Jan 
z Jenšteina počínal sobě při uskutečňování svého úmyslu, aby braní 
odúmrtí na statcích arcibiskupských bylo zamezeno. Ze by privi- 
legium na to vydané pocházelo od arcibiskupa Jana Očka z Vlašimě, 
jak se domníval H. Jireček, o tom nyní již nemůže býti řeči. 

Traktat Janův z Jenšteina nemálo také přičiňuje k osvětlení 
nepřátelského poměru mezi ním a M. Vojtěchem, jakož i k charakte- 
ristice jich obou. Možno říci, že osoby tyto obě vzájemnou nenávistí 
zatemnily si zrak, takže v polemice své ani jeden ani druhý nedovedl 


*) Dedukce Vojtěchova v Arch. f. österr. Gesch. 57, 263, jest vedena zcela 
všeobecně, jakž naznačují hned počátečná slova: Posito per casum; teda 
netýká se skutečného případu, jenž dal sporu vznik. Rovněž tak všeobecně 
akademicky zní odpověď arcibiskupova S. 23 a 24; avšak ku konci $. 24 
arcibiskup přichází ku předmětu skutečného sporu, a libuje si, že kapitula 
přivolila k tomu, zač byla žádána. 


173 


- vystříci se nespravedlnosti ku protivníku svému. Povaha obou byla 
-© smíšeninou vlastností pěkných i nechvalných. Jan z Jenšteina, jako 
-© Kuneš ze Třebovle, líbí se nám ve šlechetném horlení svém za lidská 
5 č práva lidu poddaného. Avšak M. Vojtěch při tvrdosti své k lidu 
-© poddanému sotva byl tak necitným mamonářem, za jakého jej líčí 
-Jan z Jenšteina. Vytykät mu, že na ubohé vdově vydřel 70 kop, 
patrně prostředkem odúmrtí (S. 17.), též že M. Vojtěch z pouhé lásky 
ku penězům nabizival prý své knihy na prodej, a že hledí jen na- 
hromaditi bohatství na způsob králův Midy a Kroesa ($ 26.) Čtenář 
by dle toho mínil, že M. Vojtěchovi jako pravému lakomci toliko 
hromadění peněz bylo jediným a posledním účelem. Avšak z právních 
listin víme, že M. Vojtěch odkázal knihy své darem klášteru Brev- 
novskému, začež klášter zavázal se opatriti mu pohřeb v kostele 
svém a slaviti jeho úmrtní den. Ostatního majetku, jenž zbyl po 
M. Vojtěchovi, učteno bylo po jeho smrti 270 kop, což není právě 
bohatství Kroesovské; a všechen ten majetek byl odkázán na stipendia 
pro české studenty, kteří by chtěli v Paříži nebo v Oxfordě studovati 
theologii nebo svobodná umění. Kdo takovýmto způsobem umírá, 

ten neplatívá za pouhého lakomce. 

Jest podivno, kterak Jan z Jenšteina a Vojtěch Rankův mohli 
druh na druha tak velice zanevříti; měliť oba toho času, jak se zdá 
mysl obrácenou více k životu posmrtnému nežli k vezdejšímu. O Janovi 
z Jenšteina jest odjinud s dostatek známo, jaký samotářský a přísný 
život od r. 1382 vedl. A Vojtěch Rankův asi současně vydal na 
světlo svou Apologii, když ve březnu a v dubnu 1388 činil pořízení 
o svém majetku na případ smrti; arcibiskup sám o něm vysvědčuje 

-© (8 27.), že u nohou lože svého měl připravenou rakev i rubáš, aby 
1 vstávaje lehaje byl pamatován na smrť. A mužové toho rázu přece 
nenáviděli se zarytě, ba mladý arcibiskup starému mistrovi neod- 
x pustil ani po smrti jeho. Tuším, strnulé doktrinářství zavinilo ty 
a takové Frutosti u mužův jinak šlechetných. 
7 Zde následuje již traktat arcibiskupův v plném znění: 
7 Vatie. lat. Cod. 1122. 
1. [Fol. 26. Col. 2°]. Descriptis aliqualiter duobus articulis 

- precedentibus expedit repetere calamum ad terciam guestionem. Que 

licet, ut prout (sic) perspicacius colligitur, nullius in se mende ma- 
- eulam, nullius ambiguitatis incertum aut scrupulum consciencie remor- 
-  dentem contineat, et presens ipsa mentibus non claudicans sit, sed 
- directa; ne tamen, utpote stibio fucata alieno, falsa mendaxque 
s appareat, in veram ymaginem veritatis exprimenda est pilo, excuci- 


174 


enda tribula, excribranda cribro. Hanc tamen plane fatemur nolle 
extendere, sed compendiosius ut possumus sub breviloguio coartare, 
presertim guia verso stilo eam in vicarium nostrum, custodem Pra- 
gensem et in decretis doctorem, vertisti; ut revera eam nobis pocius 
expediret silencio preterire, si non esset alia impellens causa, gue 
stimulat: videlicet quia et inter duos declaratos precedentes arti- 
culos hune tercium ad te misimus, cum quo eciam ad Pragense capi- 
tulum prelatum nostrum vicarium destinavimus. Scimus denique, 
quod ille tibi eum explanabit nitidius, declarabit extensius, penitus 
tuis dissipatis tendiculis, presertim cum hec magis iuridica sit quam 
theologica; quocirca more iuristarum ipse meum supplebit imper- 
fectum. Nos vero, ut non omnino sileamus, aliqualiter eum elucu- 
brare nitimur, quodammodo theologiam imitantes, parum aliquid iu- 
ridieum intermiscentes. 

2. Ut autem facti series non lateat, que plerunque adiuvat in 
enodandis facilius guibuscungue dubiis: Quapropter sciendum quoque 
est, quod cum vice una iusticie zelo, compassionis moti vinculo, 
spolta (lege: spolia) pauperum devitantes, propria in persona ad 
capitulum Pragense venissemus, sollieite, instituimus (lege: institi- 
mus) postulantes, ut suum ad hec preberent assensum, quatenus bona 
hominum censitorum et episcopatus nostri subditorum, ab intestato 
vel [fol. 26. v°. Col. 1?] alias sine liberis decedencium, non ad episco- 
pum, sed in proximos amicos et propinquos per successionem devol- 
vantur, cum id ipsum consonum et legi divine ac canonicis non 
obiret institutis. Qui nostre contemplacionis intuitu id ipsum capitu- 
lariter congregati unanimiter consenserunt. 

3. Tempore igitur succedente et forma littere desuper confecta, 
prefatum vicarium ad capitolum (sic) misimus, ut si in aliguo forma 
littere displicet, in formam meliorem redigerent, et prout antea suum 
assensum dederant, modo capitulari sigillo ad perpetuam rei memo- 
„riam communirent. Et guia idem vicarius, factum promovens memo- 
ratum, preceptum illud nummorum,*) guod ad propositum aligualiter 
erat, de filiabus Salphaat hereditatem patris sibi postulantibus alle- 
gavit, ubi dicitur, quod iustam rem postulant filie Salphaat. Quare 
inter cetera tibi singulariter contradicenti et obsistenti subintulit, 
guod qui contra illum textum aliquid opponeret, non esset bonus 


*) Čti: Numerorum. Příběh a předpis, jehož se dovolával generální vikář 
Kuneš z Třebovle, stojí ve 4. knize Mojžíšově, kap. 27, verš 1—11. Ve 
Vatikánském rukopise jest při následujících řádcích na okraji poznámka: 
Numeri XXVII. de filiabus Salphaat: vide: 


175 


 Christianus; te in contrarium obiurgante, quod qui crederet se pre- 


dictum (lege: per dictum) textum obligari ad illud preceptum veteris 
legis iudiciale, nisi guatenus de novo per aliguem principem esset 


observari mandatum, esset pessimus Judeus. 


4. Ast si rite perpendimus et sacrorum instituta canonum de- 
bite contrectaverimus, profecto hunc eundem nostrum constat dixisse 
vicarium, quapropter Judeus esse non poterat, utpote sacro fonte 
baptismatis regeneratus, sacris similiter promotus ordinibus, catho- 
lice allegando. Haut bonus Christianus esse poteras secus persua- 
dendo et sacris resistendo scripturis, ut in posterum luculencius 
ostendatur. 

5. Namgue et ibidem in capitulo, quod modo subtices, subiun- 
xisse te constat, non minus (fortasse rectius: non plus) ad hoc iudi- 
ciale preceptum teneri, quam ad illud, ubi precipitur, ne caro come- 
datur cum sanguine; cerimonialia precepta equando pre[fol. 26. v°. 
Col. 2*|ceptis iudicialibus, ubi ipse tibi appares contrarius; presertim 
idcirco, cum non modicam differenciam inter cerimonialia et precepta 
iudicialia ponas, beatum Thomam allegando. 

6. Ceterum extat demonstrandum, quod predictus doctor pre- 
fatum textum non errando, sed pertinenter allegando protulerit. 
Dicis namque: „Allegare scripturam veteris legis, et specialiter 
quantum ad cerimonialia et iudicialia, tamquam scripturarum (lege: 
scripturam) nove legis continentem precepta moralia, non est conser- 
vare summam,*) sed infirmare, sub hoc tempore gracie et ewangelii.“ 
Pro tua intencione beatum Thomam de Aguino deducis, 1. 2. quest. 
104., articulo 3. in responsione ad questionem, guam querit: Utrum 
precepta iudicialia veteris legis habuerunt perpetuam obligacionem ? 
„Ad illam conelusionem respondens sic“, dicis, „inquit dicendum: 
quod iudicialia precepta non habuerunt perpetuam obligacionem, sed 
sunt evacuata per adventum Christi.“ Aliter tamen qua cerimoni- 
alia. Nam cerimonialia a Deo sunt evacuata, ut non solum sint 
mortua, sed eciam mortifera ab observantibus ea, post adventum 


Christi et maxime post ewangelium divulgatum. Precepta autem 


iudicialia sunt quidem mortua, quia non habent vim obligandi, non 
tamen sunt mortifera, quia si quis princeps ordinaret in regno suo 
illa iudicialia observari, non peccaret. Addis et plurima, que videre 
nostro, sicut in posterum apparebit, eciam ad propositum nil vel 


*) Čti: sentenciam, což se hodí ke smyslu. Tento výrok Vojtěcha Rankova 
stojí v jeho Apologii, tištěné v Arch. f. Österr. Gesch. 57, str. 257. 


176 


exiliter facere videntur. Ac si rite dicta beati Thome perpendis et 
rationabiliter intelligere cupis, quantum de filiabus Salphaat, de 
guibus sermo currit, impertinenter et non ad propositum te logui 
conperies et ponens obligue beatum te Thomam allegasse nuncies, 
alias in' se veritatem continentem. Nam revera in hoc claudicat 
ratio tua, ubi dicis: scripturam veteris legis allegare, quantum ad 
cerimonialia et iudicalia, tamquam scripturam nove legis continentem 
precepta moralia, sub hoc tempore gratie et ewangelii est pocius 
infirmare quam conservare [fol. 27.] summam (lege: sentenciam). 
Quod sit generaliter dietum, declinari per te quoad certa specialia, 
ut videbis. Et presertim de filiabus Salphaat, quod deducitur et 
probatur per veteris et nove legis precepta. > 

7. Nam in Genesi legitur, quod creavit Deus hominem ad yma- 
ginem et similitudinem suam; et subdit: „Masculum et feminam 
creavit eos.“ Condicionem utriusque equalem faciens quoad eternam 
adipiscendam gloriam, guibus et legem equam indixit, vetans, ne de 
lingno vite, quod est in medio paradisi, ne moriantur, gustarent. 
Denique multiplicato. demum humano genere, erant eis omnia com- 
munia, ita ut nec inde exciperentur filie, utpote iure tunc naturali 
suffulte. Rursum guogue, cum per repromissionem ad littere tantum 
intellectum pollicitus esset Dominus dare Abrahe terram, sibi et se- 
mini eius: in hac generalitate non creditur filias excepisse. Hinc 
quoque lege iam per Moysen fundata, dubio ventilante de filiabus 
Salphaat, cum filii deessent, per Moysen Dominus consultus, quid 
fieri expediret, respondit — ut non iam hec inguirentis Moysi(s) lex 
esset, ymmo verius precipientis Dei — inquit: „Justam rem postu- 
lant filie Salphaat“, ut videlicet paterne hereditati succedant et ce- 
tera. Ceterum terra repromissionis promissa cum per Josue in funi- 
culo distribucionis dividitur, neguaguam summa (lege: sentencia) de 
filiabus immutatur, quinymo ex postfacto Axa a Caleph dari sibi 
obtinuit terram irriguam et arentem. Hinc et legitur, quod Bo0z 
eciam iure empcionis agrum Elimelech, guo enim iure propinguitatis 
emit, et in hereditatem eciam mulieri collateraliter et non per 
directam lineam successit. Quanto ergo magis et forcius si femina 
viro non per tansversam, sed directam lineam succedat, sicut hoc de 
filiabus Salphaat at(?) simile est; presertim quia crudele nimis esset 
et absurdum, et tam divino guam naturali iuri contrarium, ut mascu- 
lina prole deficiente, paterna hereditas ad dominos vel alienos re- 
verteretur, et non pocius ad filias, cum in hereditatem paternam iure 
nature liberi succedant [fol. 27. Col. 2°] prout habetur, j. d. c. Jus 


177 


I naturale: Liberorum autem nomine filii et filie intelligantur. Insti- 


tuta de heredum qualitate et differencia, $. sui autem et $. sequenti. 
8. Porro pro saniori guogue comprobacione et confirmacione 


solidiori lex nova advenit, non ut precedencia tolleret, ast verius 


adimpleret et perficeret. Nempe enim lex, que veteri decalogo data 
est, et novo testamento convenit et precipitur. Duo namque precepta 
principalia, in guibus omnis lex et prophete consistunt, eciam lege 
nostra precepta sunt, videlicet diligere dominum Deum ex toto 
corde et ex omnibus viribus suis et ex tota mente sua, et proximum 
sicut seipsum. Sic dicens utique ordinatam caritatem intellexit, ut 
videlicet prius diligeretur Deus, postea proximus; a se primo inci- 
piat, et deinceps uxorem et liberos et proximos, et ut ait apostolus, 
maxime demesticos fidei, et sic ceteros intelligat, sicut scriptum est: 
Ordinavit in me caritatem. Que autem hec ordinata caritas esset, 
si filiam, gue alias ex liberorum successione, ut dictum est, intelli- 
gitur, et maxime in favorabilibus, contra divini et naturalis iuris 
precepta pertransiret. Aut quanto decalogi precepta, quam (guae?) 
et nova lege teneri precepta sunt, servarentur, quibus precipitur 
patrem et matrem diligere. Ob cuius transgressionem Dominus in- 
erepat phariseos: Nam Deus, inguit, dixit: honora patrem tuum et 
matrem tuam; et qui maledixerit patri vel matri, morte moriatur. 
In contrarium scribis et phariseis dicentibus videlicet: guicungue 
dixerit patri vel matri, Munus guodcungue est ex me, tibi proderit, 
et non honorificaverit patrem suum ac matrem suam, et fecerit irritum 
mandatum Dei propter tradicionem suam.*) Caue ne forte et tu 
tradiciones hominum custodiens, ad indebitam avaricie ingluviem 
explendam inardescens, videlicet hereditates, quas per devolucionem 
vacare dicis, tibi tuoque peculio iure cedere contendas. 

9. Insuper postremo [fol. 27. v°. Col. 1.], prout prelibatum est, 
sicut ex indulgencia a iure divino simul et feminarum successio 
precipitur, sic similiter prout (propter?) virorum excessus in asci- 
scenda possessione femine puniuntur. Sicut hoc Actuum**) legitur, 


— quando videlicet Annania et Zaphira in vendicione et precii agri de- 


; 
ře 


. 


fraudacione consimili pena mulctabantur. Meminis (meminimus?) deni- 


que apostolum dicere, quod non debeant filii thesaurizare parentibus, 


sed parentes filiis: filiis inguam, sic affio, (?) ut masculinum vide- 
licet genus femininum conprehendat, prout aligualiter pretulimus, 


-*) Jsou slova Mat. 15, 5—6, ale poněkud jinačí nežli ve Vulgatě. 
**) Actus apostolorum 5, 1—11. 
12 


VÁ 


178 


quod verum est maxime in favorabilibus, ut freguenter sacra scrip- 
tura hunc recipit intellectum. 


10. Nec illud quidem te adiuvat, quod ex legislatoris Moysi. 


dieto predictam legem dictantis constare dicis, quod illa lex de fili- 
abus Balphaat non fuit data populo Christiano, sed dumtaxat Isra- 
helitico; guod inde coniecturari videris, guia idem Moyses post 
plurima finaliter dicit: erit hoc filiis Israel, et non aliis. Sed si 
perpendis, probabiliter supprimis extitit declaratum, non legem con- 
sulentis fuisse Moysi, sed ymmo precipientis Dei; et ideo non tantum 
Israelitico traditam populo, ymmo verius Christiano, gui Israel no- 
mine mistice et vere et singulariter designatur, non temporaliter, 
sed perpetue; et idcirco subiungere: Erit hoc filiis Israel sanctum 
lege perpetua,*) Ex premissis igitur seguitur, quod quidquid de 
cerimonialibus et iudicialibus loqueris, non ad propositum te loqui; 
presertim de iudicialibus illis, gue iuris guodammodo naturaliter divini 
vim sorciuntur, utpote subnixe et precepte teneri testamento utrius- 
que legis. Quas magister Wilhelmus Parisiensis episcopus, in quodam 
tractatu de divino cultu edito, de diversis legibus tractans, Lex Ve- 
ritas vel Lex Veritatis appellat, atque in duabus partibus dicit guod 
consistat, naturali videlicet et gratuita; eas guogue dicit simul esse 
unitás. Et post dis[fol. 27. v°. Col. 2*.|gressum alicuius interme- 
die materie, in sola caritate seu dilectione dicit eas consistere, 
secundum dictum apostoli ad Romanos dicentis: Qui diligit proxi- 
mum, lesem implevit; et iterum: Plenitudo legis est dileceio. Sie 
ergo prout summarie et conclusive colligere potuimus de successione 
filiarum Salphaat. Similiter ista intelligitur distinceio, que utique in 
dileccione et ordinata caritate, ut dictum est, consistit et utrague lege 
precipitur. Et imo non ita intelligere beatum Thomam in pretaxata 
videlicet materia de Salphaat filiabus, guasi inter cerimonialia tantum 
vel iudicialia hoc preceptum sit; presertim cum hoc iudiciale et ve- 
teris legis preceptum lege nova et ewangelica confirmatum sit, et ex 
quadam traduccione sortitur vim divini iuris naturalis; quia secun- 
dum prefatum Wilhelmum Parisiensem episcopum iudiciale preceptum 
ex naturali et gratuita legibus subsistit. Vnde et Veritas dicit: non 
rem (lege: veni) soluere legem, sed adimplere.**) Ex quo dieto eciam 
constare videtur, quod lex vetus non est mutata ın novam, ut postea 
dieis, ymmo pocius impleta, consumata et confirmata per novam. 


*) Num. 27, 11. 
25) Mato: 17, 


179 


Hoc etiam idem Wilhelmus subdit dicens: Quia evangelica perfeceio 

© naturalem non evacuavit, sed gratuitam addidit, eam enim servare 

voluit et mandavit; ewangelica igitur honestas utramque continet, 

| naturalem scilicet, que est veteris legis moralitas, et gratuitam, que 

- _ propria est ewangelica superadicio et complementum. Potuisti igitur 
Thomam adhuc subdistinguere in iudicialibus videlicet preceptis, 
quantum ad ea, que veteri lege et nova exprimuntur et intelliguntur 
precepta. 

11. Insuper et (lege: ut) forcius intencionem tuam fundare 
possis, in consimili materia pro te adducis exemplum. Dieis enim, 

-  quod „per Clementem papam sextum cribrata fuit ista auctoritas 

- veteris testamenti, per quam volebant Anglici (adde: per) filiam suam 

resnum Francie obtinere; sed per prefatum papam dicta auctoritas 

- fuit declarata tamquam illa auctoritas veteris legis.“ Quod [fol. 28. 
Col. 1°.] exemplum ea facilitate contempnitur, qua sic inacte (inaccu- 
rate?) astruitur: utpote cum huius declaraccionis neque decretalem 
neque extravagantem habeamus. Et nunc recens exempium est tibi- 
que ut puto contrarium de filiabus felicis olim memorie regis Unga- 
rie; quarum una senior hereditarie in regnum successit Ungarie 
iuniore in regno Polonie succedente. 

12. Hiis igitur sic festinanter taliter qualiter introductis, pluri- 
misque superfluis derelictis, similiterque illis, ubi philosophum inducis 
volens ostendere, quid sit iustum naturale et iustum legale, penitus 
resecatis et spretis, quibus utpote gentilibus figmentis et institutis 
non inmerito penthateucum Moysi, prophetas, apostolica et ewangelica 
scripta preterimus (lege: preferimus). Quocirca ultimam ipse, si 

 placet, ex premissis forma solucionem, et prefatum doctorem non 
-© errasse conclude in allegaccione textus de filiabus Salphaat, ymo in 
hereditatis successione pertinenter non tantum filios, verum eciam 
filias succedere demonstrasse. — 


M 

F 

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k: 13. Deinc vero ad repellendas omnimode et anulladas (sic) ra- 
-© čiones tuas divina nobis sufiragante gracia progrediamur, atgue an 
 ecclesie Pragensis censitorum seu subditorum bona mobilia vel immo- 


bilia ab intestato vel alias sine liberis decedencium ad prelatos vel 
- proximos amicos devolvi debeant inguiramus. Quod autem non ad 
-  propinquos et pauperes, sed magis ad ecelesie Pragensis prelatos et 
canonicos hee devolucciones pertineant, pluribus extense racionibus 
© probas, questiones similiter plurimas interserendo, que tamen aut 
ar 12* 


180 


nichil aut modicum quantum ad materiam subiacentem facere videntur. 
Igitur circa principale propositum permanentes, nou ad omnia tua 
nitimur scripta rescribere, ac tantundem que ad propositam questio- 
nem faciunt, et ad certa alia, ubi te oxorbitare credimus, sub gene- 
rali quodam [fol. 28. Col. 2°.) sermone locuturi tuas principales in- 
troducciones elidere nitimur et nostre intencionis fundare propositum, 
quidne in eadem opinione tenendum sit declarando. 


14. Sane quia astruis, in regno Boemie episcopis, prelatis et 
canonicis ex antigua et prescripta consuetudine devolucciones licere 
recipere, quia omnino hanc frivolam assercionem negamus. Profecto 
quippe quod hoc rerum non sit, liquet hoc ex gestis pestilencie pre- 
cedentis,*) non hanc usitatam fuisse consuetudinem, non antiguatam, 
non prescriptam. Nam probábiliter constat, saniorem et maiorem 
parte(m) regni Boemie baronum, laycorum, prelatorum et clericorum 
non aliquas devolucciones recepisse, magisque de facto quam de iure, 
si per quos recepte sunt, fuisse sublatas. 


15. Ac quantum putas esse perniciosum et ineptum, siid, quod 
a laicis spernitur, impie eciam immisericorditer a sacerdotibus exi- 
gatur, qui non tantum miserabilis descendentis de Jericho hominis 
incidentis in latrones vulnera alligarent, quin eciam latronibus si- 
miles, submotis visceribus pietatis, residuam substanciam tollerent. 
Quocirca efflagito, ut limpidioribus, si tamen non adeo obtusis et 
obscuris, a te elucider documentis, cur ab eo, quod laici abstinent, 
non exhorreant clerici consecrati? Ast quid extunc dicturi sumus, si 
aliorum avariciam detestati fuerimus, et fervenciori estu cupidinis 
ipsi exuramur! En si non protinus condempnabit vos (lege: nos) 08 
proprium, obiciatur, quam quod dicit apostolus.**) Si autem tu ma- 
gister congnominaris, qui et reguiescis in lege et gloriaris in Deo 
et nosti voluntatem eius et probas utiliora instancius per legem, 
confidis te ipsum ducem esse cecorum, lumen eorum, qui in tenebris 
sunt, eruditorem insipiencium, magistrum infancium, habentem formam 
sciencie et veritatis; in lege. Qui ergo alium doces, te ipsum non 
doces; qui predicas non furandum, furaris; qui dicis [fol. 28. ve. 
Col. 1*.] non mechandum, mecharis; qui abhominaris ydola, sacrile- 
gium facis; qui in lege gloriaris et per prevaricacionem legis Deum 
inhonoras; nonne nomen Dei, cum sic agitur, blasphematur inter 


*) Posledně před tím byl mor v Čechách roku 1380; viz o něm Tomkův 
Dějepis Pražský III. 324. Staří Letopisové Čeští str. 3. 
**) Věta pomatená, vztahuje se nejspíš k 1 Cor. 6, 10. 


Z 
fr > 


181 


gentes? Ecce apollogiam aptt. (apostolorum) predicancium et non 
faciencium vides. 

16. Hec autem pretacta ex alia similiter racione probantur. 
Nam iuxta canonicas sanxiones vere episcopi et prelati ecclesiasti- 
corum bonorum sunt procuratores et non domini, bonaque ecelesia- 
rum sunt bona pauperum, quam antiqua consuetudo, prescripcio seu 
usucapio non potest abolere, utpote guia videretur sic divinam miseri- 
cordiam velle prescribere et usucapere, qua tenemur egenos et pau- 
peres adiri (adjuvare?) pientibus (?). Et sic preseripeioni obtende, 
ut videlicet non tantum non miseremur inopi, verum eciam et reli- 


_ quum id, quod habet, auferimus ab eo. 


17. Nec forte exinde prescriptam eam consuetudinem asseveres 
et antiquam pro eo, quod nuper, ut a fidedignis audivimus, a relicta 
quadam et inopi muliere Ixx sexagenas usque ad eiusdem internici- 
onem receperis. De guibus denuo testamentum magis in interitum 
et anime tue detrimentum confecisti, suspectum te omnino de scis- 
mate et fautoria antipape reddens, cum presertim quia in Pragensi 
capitolo coram palamque (?) noviter in studio Parisiensi perpetue, in 
collegio ut reputo Sorbone, unam de mammona iniquitatis instituisti 
prebendam, in vacuum reputans, quod per Urbanum Sextum, summum 
nostrum pontificem, ob scismatis causam studium id Parisiense ani- 
chilatum sit et omnino ariopagus iam esse desierit. 

18. Quando vero nec consuetudo, que pocius corruptela dicitur, 
nec prescripcio sive usucapio, quam tu allegas, in devolucionibus 
valeant eciam quantumcunque longo tenta tempore, et presertim per 
directam lineam descenden[fol. 28. v°. Col. 2°.Jeium, patet hoc ex 
Christo, qui directe secundum carnem ex semine David processit; 
a qua stipite usque ad Christi incarnacionem puto IXC et plures 
profluxere anni. Qui et revera verus rex Israel per successionem fuit 
eciam secundum carnem. Nec hec longingua proscripcio (lege: pre- 
scripcio) Herodis et aliorum de facto resnum Israel tenencium fuit, 
ut exinde reges Israel hereditarii esse mererentur. Quamquam igitur 
consanguineitas quarto fuerit gradu limitata, quo non licet matrimo- 
nium contrahere, hic tamen secus in hereditatis et bonorum videtur 
successione et ideirco devolucionibus locum in talibus non habere. 

19. Finaliter tamen in materia devolucionum volo propensius 


-ut attendas pectorigue tuo intensius recondas, propter scrupulum 
_ consciencie remordentem , grandevus cum sis et ultima fere etate 
- decrepitus, cottidiegue resolucionis tue diem expectans: nosse te 


cupio, ymmo verius te eadem facere et explere exopto, ut omne de- 


182 


volucionum genus summopere pertimescas, si nervum neroni (?) estu- 
antis avaricie gliscis effugere, et vindices lacrimas penetrantes celos 
egenorum in anime tue perdicionem attribunali (sic) districti iudicis 
removere. Presertim enim cum tempus congregandi transierit, modo 
vero dispergendi restet, ut psalmodie valeat decantari versiculus: 
Dispersit, dedit pauperibus, iusticia eius manet in seculum seculi. 
20. Sato (lege: scito) ergo et ea in pectore tuo quasi in libro 
scribe, quod guatuor sunt largicionum genera, que deus remunerat; 
videlicet quando quis de propria substancia, qua habundat, pacien- 
tibus necessitatem errogat (sic); nam secus facientem beatus Ambro- 
sius redarguendo dicit super illud dictum ewangelii: Hominis cuiusdam 
agri*) attulit uberes fructus etc. non magis est terminos habenti 
tollere, quantum possis et habundas, indigentibus denegare. Esurien- 
cium panis est, quem [fol. 29. Col. 1°.] tu detines. Nudorum vesti- 
mentum est, quod tu recludis. Miserorum redencio et absolucio est 
pecunia, quam tu in terram defodis. Tantorum ergo te scias inva- 
dere bona, quantis possis prestare, quod nolis. Et transsumptive 
habetur in Canone XIVy. d. c. sicut Im. Est et alia, quanto (1. 
quando) quis, qui didicit aliena rapere, iam didicit propria elargiri. 
De quo Veritas dieit: Facite vobis amicos demmamona (sic) iniqui- 
tatis. Tercio quando quis pauperi debitum remittit, quia et ipse, 
qui remittit, donare videtur; quod idipsum probatur in parabola, quam 
a Spinone (?) leproso dominus 'requisivit de debitoribus duobus, quo- 
rum unus dabat centum et alius quinquaginta non habentibus ea, 


unde solverent, remisit utriusque (utrique?), id est dedit. Postremo 


vero si id eciam fuerit indebitum vel dubium: si fuerit debitum (2) 
est promittendum (lege: permittendum) heredibus egenis et proximis 
ut tollerent, ut modo patuit supra de devolucionibus, si que dubie 
ita essent. Quare in hiis sermonem nunc nostrum duximus ampu- 
tandum, — 


21. Quod vero subsequenter dicis ad propositum esse tractan- 
dum de translacione divinorum (lege: dominiorum); quia sine trans- 
lacione divini**) ab una, ut ais, persona in aliam non potest sciri, 


*) Čti: ager, jakž stojí Luc. 12, 16. Ve výkladech sv. Ambrože na tento text 
nebylo možno najíti následující věty: non magis . . . denegare, kteráž tu 
jest pokažena. 

**) Čti: sine noticia translacionis dominii, jakž psáno v Apologii Vojtěchově 
Arch. f. österr. Gesch. 57, str. 259. 


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vé gualiter ecclesia aligua successit in bonis principi alicui, gui dictam 

ecelesiam fundavit et bona sua largiens eius ecclesie liberaliter appli- 

po © cavit domino (lege: dominio), et ecclesia longa prescripcione, guoad 

— inmobilia, et debita usucapione, guoad mobilia, suffulta predicta bona 

— sibi liberaliter largita acceptavit. Et sic, ut ais tu et credis, trans- 

_ lJacio dominii a sancto Wenceslao principe Boemie in ecclesiam Pra- 
gensem pleno iure donandi (lege: dominandi) possidendi et utendi 
transiuit et transmigravit etc. Sed hoc revera de gloriosissimo nostro 
principe et patrono sancto Wenceslao, guoad fundacionem sive dota- 
cionem, non constat, se[fol. 29. Col. 2".Jcundum quod legenda sive 
cronica Boemie testatur; verumptamen eam ampliavit in clero, et 
quantum ad structure edificium fundavit; sicut adhuc prioris (lege: 
pars) antique structure demonstrat. 

22. At tamen hoc posito et concesso, quod certis eam ampliaverit 
bonis; parum tamen aut nil faciet ad propositum nostrum in materia 
devolucionum. Translacio divinorum (lege: dominiorum) nam ab eo, 
qui donare potuit, in ecclesiam, que rem donatam suscipere potuit, 
vera sit translacio dominii, prophanaque res et temporalis data ec- 
clesie prophana esse desiit et sacra esse incepit et sic ecclesiastico 
iure censeri debet de iure pa. c. unico libro sexto, bonaque eadem 
immunitate mox gaudent ecclesiastice libertatis. Nec hec quidem 
usucapione vel prescripcione aliqua egent, cum iam res sit ecelesie 
expresse sine omni interpretacione, cum donacio sit favorabilis et 
in dona communibus (in donationibus?) plenissima fit (sit?) inter- 
pretacio facienda, ut de do. cum dilcus; et per tradicionem res desiit 
esse donantis et incepit esse donatarii iusti: de rerum divi S. per 
tradicionem, In traducionem (introductionem?) autem et donacionem 

-© omnia videantur translata et donata, que de iure debentur etc. Secus 
(lege: Sequitur) ergo, quia licet pleno iure donandi (lege: dominandi), 
-© possidendi, fruendi, utendi translacio dominii in ecelesiam transmi- 
sravit, non tamen principem donare potuisse exacciones iniustas, 
talias, rapinas et devoluciones, et similiter ecelesiam fuisse habilem, 

indebite donata recipere potuisse, gue humaniter compassive et miseri- 
- corditer pre ceteris se erga pauperes gerere debet. Sicut est simile, 
- si gueritur. Quis puerum mox natum et ante baptismum dampnatum 
a faucibus dyaboli eripuit? Respondetur: baptismus, que est ianua 

© sacramentorum. Quis vero denuo a potestate imperatoris, cum laycus 


nocen. de sen. exco. noverint. Namque maior est immunitas perso- 
narum vel saltem similis in ali(fol. 29 v°. Col. 1*.)guo, quia res, 


183- 


natus fuerit, absolverit? Respondetur: ordo clericalis, ut notat In- 


184 


que propter personas date sunt, et tamquam digniores personas imi- 
tantur. Non ergo presentis laboris nostri existit, de prolixa ad pre- 


sens dominorum translacionem*) guidpiam velle disserere et de pre- 


scripcionibus et vsucapionibus longo sermone vagari, que exiliter ad 
devolucionum videntur materiam facere; et ad questiones, eciam 
rusiones (lege: responsiones) et argumenta tua pro et contra simi- 
liter silere intendimus. 


23. Solum ad ultimum dictum, quod ad propositum questionis 
adiacentis videtur responsivum, ubi tu, guasi ex premissis inferendo, 
concludendo dieis: quod ubi aliguis*“) bona mobilia et immobilia 
prescripsit vel usucepit, si capitolum in illis bonis habet fidem bonam 
et illesam conscienciam, episcopus autem habet fidem lesam et con- 
scienciam titubantem, dicis quod stante lesa consciencia, si eam 
cum consilio sui capituli non potest deponere, non recipiat illas 
devoluciones ad eum pertinentes: Capitulum autem, cum credat do- 
natorem suum fuisse bone fidei in tradendo, et nunguam postea suc- 
cessit (lege: accessit) capitulo postea mala fides, potest illas devolu- 
ciones tenere et eas in iudicio defendere et petere etc. Idipsum 
dicis Ostiensem dicere in summa tercii tituli de prescripcionibus. 
Ex quibus infers conducendo (lege: concludendo), quod tua delibe- 
racio, quam fecisti in capitulo Pragense, de qua prius fecisti men- 
cionem, quod non sit erronea, ut tui emuli dicebant, sed magis 
doctoribus consona. 


24. Sed quod Ostiensem non ad propositum adducas, summe 
pensandum est. Nam si ex verbis verba, sensum ex sensu elicis, 
Hostiensem non de devolucionibus loqui invenies, cum sit hoc sin- 
gulare, et ideirco conclusio non sequitur. Nam quidquid dicas, in 
foro anime aliud iudicium est; quia si dubium est, an maior et sanior 
pars capituli habet conscienciam illesam aut non, si dubium est, 
auderem dicere, quod episcopus accedens ad unam parcium maiorem 
videretur partem (fol. 29 v°. Col. 2°.) efficere, maxime in foro con- 
sciencie: x. g. 1. guicungue et XII. g. 1. precipimus XVL a. VII. 
nullus; quia ad eum spectat eciam aliorum consciencias discutere, 
et hoc sive episcopus sit de capitulo sive non. Si autam episcopus 
non sit de capitulo, et maior sanior pars capituli non habet con- 
scienciam lesam, videtur in foro consciencie episcopus pocius consu- 


*) Snad se má čísti: prolixe ad praesens de dominiorum translatione. 
**) V Apologii Vojtěchově stojí psáno srozumitelněji: aliqua ecclesia. Arch, 
f, österr. Gesch. 57, str. 263. 


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185 


lendus, ad guem pertinet de consciencia iudicare. Nam secus esset 


in aliis rebus prophanis et aliis conscienciam non tangentibus. Item 
si capitulum ut totum aut ut maior pars illesam habent conscienciam, 


aut eam habent ut capitulum aut ut singuli de capitulo. Nam si eam 
habent ut capitulum, salva meliori racione, informacione, maxime in 


foro consciencie non satisfacere videtur, cum capitulum non habeat 
animam: ex. de sen. exco. si civitas c. romana $. in universitatem 
vel collesium et c. libro vi’. Ubi ergo non est anima, non est con- 
sciencia; nam guandogue contingit, quod eciam contra conscienciam 
alii faciunt tantum, ut communitati placeant. Si autem non ut capi- 
tulum conscienciam habent, sed ut singuli, tunc omnino videtur, quod 
non debet segui, nisi in quantum racionabilis esset et satisfaceret 
conscienciam pacienti. Jura spero conveniencia et dicta doctorum 
applicari, si tempus esset libros revolvendi. Hec tamen cuiuslibet 
correccioni subicio me melius sencienti. Actum de devolucionibus 
in materia adiacenti, sicut pretulimus, ut non reciperentur, et capi- 
tulum ut singuli de capitulo unanimiter, ut diximus, consenserunt, 
et maxime cum fuerit pium et favorabile, quod petebatur. Videtur 
ergo ex premissis nunguam prescribere vel usucapere voluisse ; pre- 
sertim cum nullam conscienciam lesam in hoc habuerint, ymmo con- 
sensum suum ad hoc dederunt. Quare sequitur, quod cardinalem 
Ostiensem contra te allegas. 

25. Unde pro finali conelusione tibi pro cardinali papam Inno- 
ceneium, qui maioris auctoritatis est, persolvam; qui dicit, guod 
generaliter consuetudo non prescribitur contra ius naturale, et hoc 
notat ipse de (fol. 50. Col. 1°.) consue. sr. Neca. et all. «. Flagicia 
XXXIL q. VII. nec eciam consuetudo contra bonos mores preseribitur 
XII. di. illa de con ad mam. Ymmo et Ostiensis in summa de 
nat. exlib. ven $ ti. videtur tenere, quoad clericos talem consuetudinem 
non valere. 

26. Satis tibi oculato, si vis perpendere, ut pauperes magis 
solito diligeres, persuasum est. Quippe enim preterite paupertatis 
tue memor esse debueras, gymnasiis cum Parisiensis studii degebas, 
et ideirco compati licencius (libentius ?) eodem morbo laborantibus, 
didicissegue miseris misereri, non Mide et Cresi copulare divicias, 
non sinere dormitare scripturas et novas avaricie vigilare leceiones, 
diligere ymaginem cesaris et voltum (sic) Domini non agnoscere. 
Nönne te aliguantisper prima commorante (?) ob dileccionem dena- 


© morum forme libros sepius tuos, nobis contradicentibus, te obtulisse 


venales? Quibus demum pellectus cottidie nectar a primordiis tue 


186 


iuventutis guod hauseras in sacre codicibus theologie, in delicias 
vertisse te constitit mammone. Ut iam tibi decor sciencie, facundie 
lepor, salusque anime cure esset! sed loculorum numerus, auri et 
argenti pondus! Dives esse gliscis iacturis, locuples calamitatibus 
alienis, immortalis aliorum funeribus, gui pauperes non diligis. Ast 
magis bestias nutris: Corvos propter improbitatem paseis, canes 
rabidos de micis mense tue reficis. Epularis cottidie splendide, nec 
est pauper ad ianuam minimis contentus. Magna emolimenta ab 
ecclesia summis, et tamen nescit dextera tua sive sinistra obulum, 
quem interdum saltem egeno tribuas. 

27. Auid rogo prodest, guod ad lecti tui pedes capsam, in gua 
condiaris, et sudarium sive saccum, in quo tuum involveretur cadaver, 
surgens decumbensgue cernas cottidie, ut semper pre oculis mortis 
renovetur memoria, et compassionis erga pauperes nolis habere cle- 
menciam, cum legeris mendicum recumbere in sinu Abrahe, divitemque 
in inferno se(fol. 30. Col. 2*.)pultum. Aut quid valet sic testamenta 
condere, de guibus videntur pauperes plorare? Šincere ergo persua- 
sionis affectu tuam in domino caritatem admonemus, quatenus non 
in fermento malicie et nequicie, ymmo verius in azimis sinceritatis 
et veritatis tua velis testamenta condere, ut non velud camelus per 
foramen acus, sed verius gibbo deposito liber et solutus ad celestia 
feliciter valeas regna transmeare. Que nobis prestare dignetur qui 
in trinitate perfecta vivit et regnat Deus in secula seculorum Amen. 


23. 


Über die Flora von Neu-Caledonien. 


Vorgetragen von Dr. Johann Palacký am 28. April 1882. 


Der Vortragende besprach die Familienzahlen der Pflanzen Neu- 
Caledoniens, wie sie Brongniart nach der Pariser Sammlung im 
85. Theile der Comptes rendus veröffentlicht. 

Sie zeigen eine starke Ähnlichkeit mit der Tertiärflora. Die 
stärksten Familien sind Farren 289, Rubiaceen 219, Myrtaceen 160, 
Euphorbiaceen 121 (durch das polymorphe gen. Phyllanthus (47) Bail- 
lon), 96 Leguminosen (davon 17 Caesalpinien, 22 Mimosen), 86 
Cyperaceen, 76 Orchideen (Ähnlichkeit mit der Fl. Ind. batav.), nur 
60 Gräser (die doch von Balansa bereits beschrieben), 58 Saxi- 


a 


187 


- frageen (Cunoniaceen, bis auf 10 Escalloniaceen), 54 Apocyneen, 52 
| Araliaceen, 47 Sapotaceen, 41 Myrsineen, 39 Urticeen (davon 28 
Artocarpeen (24 Ficus), 34 Proteaceen, nur 33 Compositen, wie 
Rutaceen und Tiliaceen, 29 Liliaceen, 28 Laurineen, 27 Verbenaceen, 
25 Sapiedaceen, 23 Convolvulaceen, Oleaceen (sensulat.), 22 Coni- 
feren (8 Abietineen, 5 Podocarpus, 5 Tax., 4 Cupress.), Epacrideen, 
21 Meliaceen, 20 Asclepiadeen ete. Von den übrigen Familien nennen 
wir 19 Palmen, 18 Pandaneen, 5 Monimiaceen, 15 Loganiaceen, 
1 Serofularinee, Nepenthes, Chloranthrac., 5 Cyrtandaceen, Gooden. 
13 Umbelliferae, 3 Gentianeen, 6 Magnoliaceen, 7 Dilleniaceen, 
1 Drosera, 2 Caryophylleen, 18 Pittosporeen, 2 Connaraceen, 8 Rhi- 
zophoreen, 1 Melastomaceae, 1 Rubus — als die karakteristischesten. 

Vor allem zeigt der Mangel an Compositen (die von Bentham 
im Herbar verglichen wurden und wenig besonderes enthalten) ein 
neues Faktum — da diese Familie fast überall zahlreich ist — 
und noch z. B. in Australien über !/,, der Fanerogamen ausmacht 
(hier von 2026 Fan., nur etwas über "/;,. Wenn auch im Ganzen 
die Flora an Australien mahnt (mit dem sie die Familie der Ba- 
lanopseen gemeinschaftlich hat), so sind doch zahlreiche gen. ver- 
schieden und hier endemisch. Das max. der Rubiaceen dürfte auf 
der Welt isolirt stehen. 

Die Myrtaceen sind in Australien und Brasilien ebenfalls stark, 
aber dass die Proteaceen hier zahlreicher sind als die Compositen, ist 
weder in Australien noch am Cap, und zeigt, dass dieselben hier ihr 
relatives max. haben. Womit z. B. die Armuth der Scrofularineen 
erklären — etwa mit der Dürre des Landes — aber warum ist das 
dürrere Australien und Cap reicher? Die zahlreichen Araliaceen und 
Cunoniaceen entsprechen einem gleichen Verhältniss der Tertiärzeit. 
Eigenthümlich ist der Reichthum an Myrsineen und Sapotaceen, 
aber die Rutaceen, Epacrideen und Pittosporeen mahnen an antark- 
tische Gegenden wie Australien und das Cap. An Malaisien mahnt 
der Reichthum an Laurineen, Palmen (fast lauter Kentia), Orchideen. 


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Da wir gar keine palaeontologische Nachrichten von Neu-Cale- 
donien besitzen, ist es schwer, eine Vermuthung über das Alter der 
s dortigen Vegetation zu sagen; umsomehr als die Tertiärpflanzen 


Java’s, Sumatra’s, Borneo's keine grosse Verschiedenheit mit der 
jetzigen Flora zeigen. Die Ettingshausenische Ansicht über die Coe- 
- xistenz aller Florenelemente in der älteren Flora ist diesen Thatsachen 
_ nicht widersprechend — auffällig ist nur, dass die wenigen fossilen 
antarktischen Pflanzen, die wir kennen, bereits jetzt nicht mehr dort 


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188 


vorhandene nordische Formen zeigen (Salisburia sp. Sap. in Australien, 
Sequoia in Chile, Cinnamomum in Viktoria). Nur die Hypothese der 
Gleichheit der alten Floren passt zu manchen dieser Erscheinungen, 
deren uns leider noch zu wenig bekannt sind. 


24. 
Příspěvky ku poznání českých sladkovodních řas. 


Přednesl prof. dr. Antonín Hansgirg dne 9. června 1882. 


I. O některých řasách sladkovodních z okolí Prahy a Krá- 
lové Hradce. 

Sladkovodní řasy české, nejnižší to u nás žijící bezcévné tajno- 
snubné rostliny, nebyly v Čechách dosud nikým podrobně zkoumány 
ani soustavně popsány. Ač někteří starší botanikové čeští zejmena 
Corda, Opic, Veselský, Karl, Hrabal spolu s některými přespolními 
německými botaniky jako Kůtzingem, Lorinserem, Flotovem a Coh- 
nem a j. těmto jednoduchým tajnosnubcům pozornost svou věnovali, 
víme o nich t. j. o rozšíření jejich po Čechách, celkem méně nežli 
a meších českých. 

Obíraje se v posledních dvou letech za pobytu svého v Praze 
a Hradci Králové i studováním nejnižších bezcévných kryptogamů, 
přihlížel jsem zvláště ku českým řasám sladkovodním, předem ovšem 
jen ku nejpřístupnějším řasám vláknitým z pořadí Confervoideae po- 
zději však i ku jiným dokonalejším řasám zeleným (Chlorophyceae) 
a namodralým či siným (Cyanophyceae). Ježto se mi však některých 
novějších spisů vědeckých, těchto řas se týkajících, nedostávalo, ne- 
bylo mi dosud možno mnohé jednodušší řasy z pořadí Protococco- 
ideae, Desmidiaceae a p. jakož i některé velikým počtem druhů nad 
jiné vynikající rody řas vláknitých na př. Oedogonium, Spirogyra 
a p. náležitě určiti, i byl jsem nucen omeziti se hlavně na studium 
rodů snažších a méně druhů čítajících. V následujícím seznamu, ma- 
lém to příspěvku ku poznání českých sladkovodních řas, jsou uve- 
deny jen ony druhy řas v okolí Prahy a Hradce Králové mnou v po- 
sledních dvou letech pozorovaných a sbíraných, jež mi po tu dobu 
bylo možno určiti a jež jsem prozatím dle dra. L. Rabenhorsta la- 
tinského rozsáhlého díla „O řasách evropských“ *) seřadil, udávaje 


*) Flora europaea algarum aguae dulcis ei submarinae. 


189 
© v závorce též některá novější synonyma jejich, uvedená v drem. O. 
„Kirchnerem vydaném spise „O slezských řasách“,*) pokud se mi 
-z ohledů systematických důležitými býti vidí. 


I. Phycochromophyceae Rbh. (Schizosporeae Kirch.) 


Chroococcus turgidus Nág. Ve vodních příkopech podél dráhy 
železné u Hradce Králové mezi jinými řasami. 

Hypheothrix aeruginea Rbh. (Leptothrix aeruginea Ktz. et 
Krch.) Ve stojaté vodě v příkopech nádražních u Hradce Krá- 
lové, mezi Vancherií a jinými vláknitými řasami. 

Oscillaria leptotricha Ktz. Mezi jinými drkalkami (Oscillaria 
Frólichii, O. nigra) v tůních podél Vltavy za Zlíchovem. 
Oscillaria aerugineo-coerulea. Ktz. (Oscillaria tenuis 5) aeru- 
gineo-coerulea Krch.) V příkopech vodních na lukách podél 
Botiče v Nuslích na vlhké zemi, v strouhách u cest blíže Slez- 
ského předměstí u Hradce Králové, ve vodních kádích a ná- 
držích četných zahrad pražských i králohradeckých hojně roz- 

šířena. 

Oscillaria nigra Vauch. Na vodních žlabech u vsi Daleje za 
Hlubočepy. 

Oscillaria Frölichii Ktz. V podobě modrozelených povlaků na 
bažinné půdě a jiných předmětech ve Vltavě zvláště na bře- 
zích blíže stok i jinde ve stojatých vodách, vodních kádích a 
nádržích dosti hojná. 

Oscillaria anguina Bory. (0. anguina 5) dulcis Krch.) Mezi 
Spirogyrami i jinými vláknitými řasami v Libušině lázni u Prahy. 

Lyngbya ochracea Thur. (Leptothrix ochracea Ktz.) Ve vodních 
strouhách, železitou vodu obsahujících, u Malšovic blíže Hradce 
Králové a jinde. 

Nostoc lichenoides Vauch. Ve vodních příkopech na mechu 
i jiných rostlinách vodních u Farářství blíže Hradce Králové, 
též na vlhkém kamení a mechu v rokli skalní na vrchu Ho- 

mole u Vranného blíže Prahy. 

Anabaena flos aguae Ktz. Ve strouhách hradebních u Hradce 
Kr. i u Prahy. 

Gylindrospermum macrospermum Ktz. Na listech Phragni- 
ar tes a jiných rostlin vodních v příkopech nádražních u Hradce 
"Aš Králové 


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©) Kryptogamen Flora von Schlesien, Algen bearbeitet von Dr, O. Kirchner. 


190 


Sphaerozyga polysperma Rbh. Mezi Vaucherií v tůních Orlice 
u Hradce Králové. 

Gloiotrichia Boryana Rbh. (Gloiotrichia natans a) typica Krch.) 
V mládí v podobě nevelikých kuliček na Chara foetida narostlá 
později též na vodě plovouc, tak v rašeliništi u Březhradu blíže 
Hradce Kr. 

Mastigonema caespitosum Ktz. Na listech Potamogeton na- 
tans, Sparganium, Lemna trisulca a na jiných vodních rostlinách 
v tůních Orlických u Hradce Kr. 

Mastigothrix aeruginea Ktz. (Mastigonema aerugineum Krch.) 
Spolu s Gloiotrichia Boryana a jinými řasami u Březhradu blíže 
Hradce Kr. 

Seytonema natans Breb. V tůních Orlických u Hradce Králové 
spolu se Zygnema a jinými zelenými vláknitými řasami dosti 
hojně rozšířena. 

Tolypothrix aegagropila Ktz. «) typica. Na mechu vodním 


i volně na vodě v podobě špinavě modravých povlaků vzplýva- - 


jíc v příkopech u Slezského předměstí i v tůních Orlických 
u Hradce Kr. 

Schizosiphon rupestris Rbh. Na vlhkém kamení skalním spolu 
s Nostoc lichenoides v rokli na vrchu Homole u Vranného. 


II. Chlorophyllophyceae Rbh. 
1. Coccophyceae Rbh. (Protococcoideae Krch.) 


Pleurococcus vulgaris Menegh. Na kůře stromů, zvláště na 
straně odkud nejvíce deštivých větrů vane, po celý rok v Praze, 
v Hradci Kr., Chuchli a j. 

Pleurococcus angulosus Menegh. (Pl. angulosus a) palustris 
Krch.) Na listech vodních rostlin, na kůře větviček do vody 
spadlých a pod. ve vodních strouhách podél Botiče v Nuslích, 
na vlhkém kamení mnohých pump a kašen v Praze, též ve vod- 
ních tůních a strouhách u Střebše a jinde kolem Hradce Kr. 


Tetraspora gelatinosa Desv. c) micrococca. Mezi Spirogyrami, © 


Cladophorou a jinými řasami ve vodních strouhách u Botiče 
v Nuslích. 

Rhaphidium polymorphum Fresen. V rybníku u pražského před- 
městí a jinde u Hradce Kr. 


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191 


Protoeoceus viridis Ag. Na kmenech stromů, vlhkých zdech, 
plotech i jinde po celý rok skorem v okolí ské a ala- 
hradeckém hojně rozšířený. 

> Hydrodictyon utriculatum Roth. V mírně tekoucí vodě v Ná- 
honě blíže Malšovic, v stojaté vodě ve vodních příkopech u Břez- 
: hradu blíže Hradce Kr. a j. 
| Chlamydomonas pulvisculus Ehrb. Ve vodě hradebních příkopů 
k a jinde ve stojatých vodách kolem Prahy a Hradce Král. dosti 
k hojně rozšířena. 

Volvox globator Ehrb. Ve stojatých vodách kolem Prahy a Hradci 
Kr. dosti hojně rozšířen. 

Volvox minor Stein. Jako předešlý, ale méně hojný. 

Pandorina morum Bory. V rybníčku u pražského předměstí « a 
jinde ve stojatých vodách u Hradce Kr. i kolem Prahy. 

Gonium pectorale Müller. V tůních podél Vltavy za Smichovem 
mezi jinými řasami. 

Gonium tetras A. Br. Spolu s předešlým, však méně hojně. 


2. Zygophyceae Rbh. (Zygosporeae Krch.) 


-© Closterium lunula Ehrb. Ve vodě příkopů hradebních kolem 

3 Prahy a Hradce Kr. hojné. 

-  _ Pleurotaenium trabecula Nág. Ve stojaté vodě kolem Prahy 
i v příkopech nádražních kolem Hradce Kr. 

Desmidium Svartzii Ag. Ve vodních příkopech podél dráhy i 
u cest mezi jinými řasami, zvláště u Slezského předměstí 
u Hradce Kr. 

Cosmarium margaritiferum Menegh. Ve stojaté vodě v příko- 
pech nádražních u Hradce Kr. spolu s předešlými. © 

Spirogyra Weberi Ktz. S vyvinutými výtrusy spolu se 8. dubia 
a jinými podobnými řasami v hradebních příkopech pražských. 

Spirogyra quinina Ktz. Ve stojatých vodách kolem Prahy i u Kr. 

k- Hradce spolu s jinými druhy Spirogyr obecně rozšířena. 

-—- Spirogyra dubia Ktz. S vyvinutými výtrusy mezi jinými Spirogy- 

fe rami ve vodách pod hradbami pražskými. 

- BSpirogyra nitida Link. V příkopech i nádržích vodních kolem 

2 Prahy a Hradce Kr. hojná. 

- Spirogyra crassa Ktz. S vyvinutými výtrusy spolu s Bulbochaete 

-© setigera a j. řasami v rašelinných vodách u Brezhradu blíže 

Hradce Kr. 


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Zygnema stellinum Ag. Ve vodních příkopech podél Botiče i jinde 
kolem Prahy a Hradce Kr. 

Pleurocarpus mirabilis A. Braun. (Mesocarpus pleurocarpus D. 
By. Mougestia genuflexa Ag.) Ve vodních příkopech a tůních 
spolu s Zygnema, Spirogyra a p. rasami podél Botiče, v Libu- 
šině lázní a j. u Prahy; kolem Hradce Kr. zvláště v tůních 
Orlickýčh velmi hojný. 


3. Nematophyceae Rbh. (Confervoideae Krch.) 


Microspora fugacissima Rbh. Ve vodních příkopech podél dráhy 
u Hradce Kr. i podél Botiče a j. u Prahy. 

Microspora vulgaris Rbh. Ve stojatých vodách příkopů nádražních 
u Hradce Kr. i v tak zvaném Jelením příkopě na Hradčanech. 

Microspora amoena Rbh. V tůních lučních podél Orlice u Hradce 
Králové. 

Conferva fontinalis 5) globulifera Rbh. V příkopech hradeb- 


ních a j. ve vodních strouhách v okolí Hradce Kr. i u Prahy“ 


dosti hojně rozšířená; hojně na př. v Libušině lázni u Prahy 
spolu s Pleurocarpus mirabilis a jinými vláknitými řasami ze- 
lenými. 

Cladophora fracta 5) patens «&) gossypina Rbh. (Cl. fracta 
a) genuina Kirch.) V příkopech nádražních u Hradce Králové 
i jinde ve stojatých vodách kolem Hradce Kr. i Prahy obecně 
rozšířena v okolí pražském na př. v Nuselském údolí, na Ci- 
sařské louce, v Libušině lázni, v Chuchli, u Vranného a j. 

Cladophora fracta a) normalis var. horrida Rbh. (Cl. fracta 
c) horrida Krch.) Dosud jen v rašelinných vodách u Březhradu 
blíže Hradce Kr. 

Cladophora glomerata Kg. Na kmenech a trámech ponořených 
ve vodě Vltavy u Prahy i v Orlici u Hradce Kr. velmi hojná. 

Cladophora glomerata c) glomerata var. simplicior Rbh. Na 
pramenitou vodou zavlažovaném kamení narostlá v t. zv. Jele- 
ním příkopě na Hradčanech. 

Bulbochaete setigera Ag. Ve vodních příkopech a nádržkách na 
rašelinných lukách u Březhradu blíže Hradce Kr. spolu se Spi- 
rogyra crassa, Gloiotrichia Boryana a j. 

Ulothrix variabilis Ktz. Ve vodních příkopech podél dráhy 
severozápadní u Hradce Kr. 

Ulothrix flaccida Ktz. Na vlhkém dřevu na pumpách v Praze 
dosti hojná. 


ba? 


REN E BET ; 


193 


© Ulothrix parietina Ktz. Na kůře stromů, na vlhkém kamení 

hradeb, zdí, i na vlhké zemi v okolí Prahy i Hradce Kr. velmi 

Br hojné rozšířena. 

Schizogonium murale Ktz. Na vlhkém kamení, zdech, starších 
kmenech i j. dosti hojně rozšířena, na kůře stromů často spolu 

s Pleurococcus vulgaris. 

Stigeoclonium setigerum Ktz. Na vodních rostlinách i koře- 
nech jejich ve vodě Vltavy na břehu blíže Zlichova, 

-© Draparnaldia plumosa Ag. Spolu s předešlou na břehu Vltavy 

| blize Zlichova. 

Draparnaldia glomerata Ag. Na povrchu hladiny vodni i na 
vodních rostlinách v příkopech vodních u Slezského předměstí 
blíže Hradce Kr. 

Chaetophora elegans Ag. Na různých vodních rostlinách zvláště 
na Hottonia palustris, Phragmites a pod. v příkopech nádraž- 
ních u Slezského předměstí blíže Hradce Kr. 

Coleochaete orbicularis Prings. Na listech vodních rostlin 

(Numphar, Potamogeton) v tůních u Hradce Kr. 


II. Nová pozorování o pohybech drkalek. 
(Oseillariae.) 


Pohyby Oscillarii byly jiz v minulem stoleti pozoroväny. *) 
V novější době pozorovali je zvláště Nägeli, Siebold, Cohn, Famintzin, 
Engelmann a j. Přes to vše zůstaly však pohyby těchto paměti- 
hodných namodralých č. siných řas ještě dosti širokým polem nového 
pozorování, zvláště co se závislosti pohybů jejich na účincích světla 
a tepla, jakož i co se týče vzniku jejich. Z té příčiny věnoval jsem 
pohybům těchto i u nás v Čechách hojně rozšířených řas svou po- 
zornost a činil jsem na nich četná pozorování, z nichž zde jen o těch 
se zmíním, jež, pokud vím, dosud nikým uveřejněna nebyla. 

Abych poznal, v jaké míře pohyby Oscillarií na světle závisejí, 
opakoval jsem nejprvé pokusy, jež Famintzin na Oscillaria insignis 
Fr. byl činil**) a shledal jsem, že i Oscillaria Frölichii Ktz. 1 Oscil- 
laria aerugineo-coerulea Ktz. a Oscillaria nigra Vauch. jako mnohé 
-jiné řasy světlo ne příliš intensivné vyhledávají, světla oslňujícího 

-1 tmy však že se straní. 


+) Již Adansonem r. 1767. 
- +) Die Wirkung des Lichtes auf Algen von Dr. A. Famintzin. Jahrb. f. wis. 
Botanik. 1867. 
13 


194 


Co se způsobu či methody pozorování týče, podotýkám, že jsem 
choval Oscillarie v nádobkách skleněných říčnou vodou pokud třeba 
bylo naplněných. Nädobky tyto postavil jsem pak jednak na světlo 
slunečné přímo napadající, jednak na světlo odražené (diffusní), jed- 
nak i do úplné tmy. 

Oscillarie v úplné tmě chované jevily sice slabší pohyby nežli 
Oscillarie mírně osvětlované, rozlezly se však záhy po dně nádobky, 
do níž v podobě nevelikého chomáče vloženy byly. Vlákna Oscillaria 
Frólichii rozlezla se hned první den v úplné tmě v značném množ- 
ství po dně misky své na všechny strany v podobě kruhu asi 3 cm. 
širokého, na druhý den pak byla vlákna její, opustivše šmahem svůj 
společný sliznatý obal, po dně celé nádobky skoro 8 cm. široké roz- 
šířena a jevila ještě dosti značné pohyby plíživé a krouživé. Ještě 
čtvrtý a pátý den bylo na nich slabé pohyby možno pozorovati, te- 
prvé sedmý a osmý den zanikly tyto pohyby úplně a řasy setrvaly 
strnulé i na druhý den, když ze tmy opět na světlo odražené posta- 
veny byly. *) Citlivejsi vlákna Oscillaria aerugineocoerulea, jež též 
v úplné tmě chována přes noc se byla rozlezla a druhého dne ještě 
dosti patrné pohyby jevila (za teploty 20° C. pohybovala se ještě na 
světle odraženém průměrnou rychlostí 50—60 u. za 1 m., při čemž 
ještě dosti patrně předním koncem svým sem tam kývala), pozbyla 
však rychleji pohyblivosti své; již třetího dne nebylo na některých 
vláknech této Oscillarie znáti pohybů, jiná vlákna pohybovala se 
však velmi zvolna ještě čtvrtého a pátého dne (4. dne s průměrnou 
rychlostí 40 u. za 1 min., 5. dne pak již jen s rychlostí 1—2 u. za 
1 m.), šestého dne pak strnula. 

Oscillarie na pozorovacím sklíčku pod drobnohledem přímým svět- 
lem slunečným osvětlované, jevily pohyb intensivnější, nežli když byly 
pozorovány ve světle odraženém, třeba tu ovšem zřetel míti i na spolu 
účinkující teplo paprsků slunečných; oslňujícím světlem slunečným, 
paprsky přímo na zrcádko drobnohledné napadajícími a od něho na 
Oscillarie odraženými, ochabovaly pohyby jejich a zanikaly někdy 
dosti záhy. Tak na př. pozoroval jsem 885 mikromillimetrů dlouhé 
vlákno Oscillaria aerugineocoerulea od 2 hod. odpoledne až 6 hod. 
na večer i shledal jsem, že za teploty 15—22° C. s průměrnou 
rychlostí 20—25 u. za minutu nejprvé vždy v před po chvíli ale 


*) Připomínám však, že intensita plíživých pohybů Oscillarií i trvání jejich ve 
tmě závisí u veliké míře nejen na osobní pohyblivosti jejich, nébrž i na 
svěžesti jejich a poněkud snad i na lučebných vlastnostech vody. 


195 


- opět na zad se šinulo (plížilo); po delší dobu asi 25 minut paprsky 
-slunečnými přímo napadajícími i od zrcádka drobnohledu odraženými 
-© silněji osvětlováno pohybovalo se však již pomaleji i stalo se, když 
-© oslňující světlo slunečné na ně vrženo bylo, během 6—8 minut ne- 
-© hybným, aniž by jako některá jiná, tímto světlem méně zasažená, 
vlákna později opět dále se bylo pohybovalo.*) Jinak chovalo se v té 
příčině 870 u. dlouhé vlákno Oscillaria nigra, jež jsem od 2 h. 20 
min. odpoledne až do 4 hod. odp. nepřetržitě pozoroval. Za teploty 
25—269 C. ve vodě ještě o něco teplejší (299 C.) pohybovalo se toto 
vlákno na světle slunečném nejprvé průměrnou rychlostí 100-110 u. 
za 1 min.; později, když na ně oslňující světlo, od zrcádka drobno- 
hledného odražené, vrženo bylo, počalo se však volněji pohybovati, 
tak že během 1 hod. 15 min. na tomto světle průměrně již jen 30 
až 10 u. za 1 m. urazilo s nemnohými přestávkami, během kterých 
z příčin mi neznámých pohyb jeho opět značněji se zrychlil. Po- 
dobně zrychlil se pohyb tohoto vlákna, když po 4. hodině opět na 
slabší světlo denní dáno bylo, i měřil pak již po '/, hod. průměrně 
50—60 u. za 1 minutu. 

Z jiných pozorování vysvitá, že Oscillarie mírně osvětlované 
jeví kladné pohyby fototaktické, to jest, že se shromažďují vždy na 
straně světlejší, jsouce silněji osvětlené stávají se však záporně foto- 
taktickými t. j. uchylují se ku straně méně intensivně osvětlené. Cho- 
máče vláken Oscillaria Frólichii, chované v nádobce skleněné (zkou- 
mavce), jež toliko dole tedy jednostranně osvětlena byla a jejíž ostatní 
čásť uzavřena byla v zcela neprůsvitné pouzdro lepenkové, vysílají, 
| volně na vodě v temnu vzplyvajice, ku světlu četné dosti dlouhé ště- 
-© tičkovité výběžky, jež, když nádobka skleněná opět na světlo denní 
-© postavena byla, zmizela; pozoruhodno však, že se vlákna této Oscil- 
-© arie po tmavých stěnách jen dole osvětlené nádobky nerozlezala a že 
se neshromáždila, ačkoliv pohyby jejich to umožňovaly, na osvětle- 
nem konci nádobky. Poněkud jinak však celkem souhlasně chovala 
se v té příčině vlákna Oscillaria nigra. Ve zkoumavce, do níž na dno 
hlínou obtížený chomáček této Oscillarie dán byl a jež toliko upro- 
střed na proužku asi 4 mm. širokém osvětlena byla, ostatně v úplně 
-© tmavém obalu uzavřena jsouc, rozlezla se vlákna po stěnách nádobky, 
-© směřujíce ku místu osvětlenému, než až ku světlu samému, dokud 


*) Vlákno to zůstalo i na druhý den na svém místě nepohnutě strnulé a ne- 
jevilo ani, když voda, v níž chováno bylo, zahřata byla, ani když po delší 

dobu jednak na světle slabším, jednak opět na světle slunečném chováno 

bylo, žádných pohybů více. 

13* 


196 


toto dosti silné bylo, se nepřiblížila. Podobně chovala se vlákna této 
Oscillarie též, byla-li uzavřena ve zkoumavce, jejíž dolejší konec to- 
liko osvětlen byl. 

Abych zjistil, že podivuhodné rozvětvení výše zmíněné Oscilla- 
ria aerugineo-coerulea i O. nigra toliko následkem jednostranného 
osvětlení jest, odkryl jsem opět zkoumavky, v nichž tyto Oscillarie 
v úplné tmě chovány byly na místě, kde tyto Oscillarie na vodě 
vzplývaly, i shledal jsem, že štětičkovité výběžky vláken, ku světlu 
čelící, v krátké době opět zmizely a že Oscillarie po svém obyčeji 
na světle denním hlavně na hladině vodní v podobě širokého povlaku 
se dále šířily, dolů žádných delších výběžků více nevysílajíce. 

Poněvadž, jak z výše uvedených i jiných pokusů vysvítá, Oscil- 
lariím, jako mnohým jiným řasám toliko slabší světlo prospívá, příliš 
intensivné světlo však škodí, mohou se tyto útlé organismy škodným 
účinkům světla vyhnouti, pohybujíce se z míst příliš silně osvětle- 
ných na místa méně silně osvětlená. Ačkoli o tom pochybovati nelze, 
že všeliké pohyby Oscillarii za jistým účelem se dějí, těžko předce 
vyložiti, proč tyto řasy i na světle jim zcela příznivém dosti čile se 
pohybují a proč za jistých okolností jednotlivá vlákna z většího cho- 
máče, v němž pospolitě žijí, po dně celé misky, v níž chovány byly, 
se rozlézají, kdežto jindy zase po dně nádobky rozlezlá vlákna, jak 
častěji jsem pozoroval, ve větší vždy shluky se slézají, až konečně 
všechna v jeden veliký chomáč se spojí. 


Abych závislost pohybů Oscillarií na teple zjistil, pozoroval 
a měřil jsem pohyby jednoho a téhož vlákna za různé teploty denní, 
ve světle odraženém i v direktním světle slunečném i shledal jsem, 
což i 0 jiných řasách známo, že ve vodě teplejší vlákna Oscillarií se 
rychleji pohybují nežli ve vodě chladnější; tak na př. urazilo 0'885 
mm. dlouhé vlákno drkalky modrozelené (Oscillaria aerugineo-coe- 
rulea), slabě předním koncem sem tam kývající, za teploty 9° C. ve 
stínu během 1 hod. (od 9 h. 50 m. do 10 h. 50 min. z rána), prů- 
měrně za 1 minutu 5—8 u., za teploty 2290. na světle slunečném 
během 10 min. (od 2 h. 28 m. do 2 h. 38 m. odp.) pohybovalo se 
však totéž vlákno průměrnou rychlostí 25 u. Jiné vlákno, 091 mm 
dlouhé, proběhlo však za teploty 109 C. (voda, v níž Oscillarie cho- 
vány byly, byla 9° C. teplá), za 1 m. průměrně 15—20 u., za tepla 
22—25°, za normalných okolností však až 30 u. Třeba zde však po- 
dotknouti, že některé druhy Oscillarií i v teplé vodě žijí; tak na př 
žije v Karlových Varech Oscillaria vivida Ag. ve vodě 40°, O, am- 


b 
hy: 


KA r TÁ 20 Do 


197 


- phibia Ag. dokonce ve vodě 50° C.;*) optimum t. j. teplota, při 
- Které Oscillarie nejrychleji se pohybují, jest zajisté u těchto druhů 
-mnohem větší, nežli u jiných druhů, ve vodě studené žijících. Mimo 
-to pohybují se různá vlákna Oscillarií různou rychlostí, zävisit rych- 


lost pohybů jejich nejen na účincích tepla a světla, nébrž také na 


© osobní pohyblivosti jednotlivých vláken, jež hlavně se stářím (vývo- 


jem) jejich souvisí, závisí dále také na povaze vody, do níž Oscilla- 
rie byly dány; ve vodě studničné pohybují se na př. jinak, nežli ve 
vodě říčné a v této opět jinak, nežli ve vodě stojaté, **) v níž byly 
vyrostly atd. 

Co se vzniku pohybů Oscillarií týče, připomínám především, že 
tu třeba přihlížeti zvláště ku kývavým, krouživým 1 plíživým pohy- 
bům jejich. Jak známo, vznikají kývavé a krouživé pohyby, na růz- 
ných rostlinách patrné, z pravidla následkem nestejně rychlého vzrůstu 


různých stran a částí pohyblivého ústroje rostlinného. Kdyby tyto 


pohyby Oscillarií následkem vzrůstu se dály, musela by vlákna jejich, 
zvláště když sebou kývají, dosti rychle růsti, shledal jsem však, že 
se takováto vlákna v pravo, v levo, někdy až S-ovitě se prohýbající 
a v před se plazící, někdy ani během "/„ hod. 0 1 u. neprodloužila, 
ačkoli pohyby jejich po celou tu dobu trvaly a více méné živé byly. 
Nezávisí tedy kývavé pohyby Oscillarií na vzrůstu jejich u větší 
míře, nébrž dějí se zajisté jako mnohé jiné pohyby rostlin hlavně 
následkem osmotických změn, jež vznikají v obsahu buniček, z nichž 
vlákna drkalek se skládají. 

Při té příležitosti podotýkám, že jsem prvé, nežli jsem se do- 
četl o Cohnových pokusech a pozorováních na Oscillariích konaných 
(Archiv für mikros. Anatomie III. 1867), podobnými pokusy jako on 
toho přesvědčení nabyl, že vlákna Oscill. zcela volně vodou z místa 
na místo jako vířivé výtrusy (zoospory) mnohých řas plovati nemo- 


hou, nébrž, že vždy buď po jakési podložce, nebo, nemají-li jiné, tedy 


alespoň jedno po druhém se plíží. | 
Jak vznikají však plíživé pohyby Oscillarií? Jak známo, podo- 


“ bají se tyto pohyby, jež zvláště na volných vláknech Oscillarií dobře 


pozorovati lze, v mnohém ohledu plíživým pohybům rozsivek (Diato- 


- maceae). Dle náhledu Ehrenberga dějí se plíživé pohyby těchto pa- 


*) Viz: Almanach de Carlsbad par le Ch. de Carro. 
**) Cinil jsem v té příčině četná pozorování na různě dlouhých vláknech O. 
Frólichii, O. nigra a j., jež za různých okolností po celé dny jsem pozo- 
roval, aniž bych však jiné zákonnitosti byl vyšetřil, leč té, jež výše vy- 
tknuta. 


198 


mětihodných drobnohledných organismů pomocí zvláštní plasmatické 
nožky i dle M. Schultze, Steina a j. třeba za to míti, že z buniček 
Diatomaceí hyalinní protoplasma vyniká, jíž pak plíživé pohyby je- 
jich se prostředkují. Dle náhledu jiných (Siebolda, Nägeliho, Pfeffra 
a j.) vznikají však pohyby jejich, jako přečetné jiné pohyby na rost- 
linách patrné, výhradně následkem diosmotických změn, dějících se 
uvnitř buniček, nadurivost (turgescenci) svou měnících. 

Poněvadž pak u Oscillarií (ani u Diatomaceí) nic plasmatické 
nožce podobného ani nejlepšími drobnohledy dosud přímo pozoro- 
váno nebylo, dlužno nám za to míti, že plíživé pohyby jejich vzni- 
kají následkem výše uvedených změn, jež, jak snadno dokázati lze, 
se dějí výhradně v protoplasmovém obsahu buniček, z nichž vlákna 
Oscillarií se skládají. Již M. Schultze *) a Siebold **) dokázali, Ze 
na povrchu Oscillarií podobně jako u Diatomaceí se nalézá lepkavá 
vrstva, jež, jak sám jsem na vláknech, v suchu i ve vodě po sklíčku 
pozorovacím pod drobnohledem se pohybujících, častěji pozoroval 
snadno na předmětech, jichž vlákna Oscillarií se dotýkají, nebo po 
nichž se smýkají, ulpí a od vláken samých sejako jiná sliz rostlinná 
přeměnou blánky buněčné vzniklá, snadno oddělují. Jako u Diato- 
maceí tak lze i na povrchu vláken Oscillarií, již Sieboldem objevené 
pošinování se drobných tělísek na př. jemných zrneček indiga nebo 
karminu, pozorovati. Toto pošinování se drobných tělísek na povrchu 
Diatomaceí bylo hlavní příčinou toho, že M. Schultze plíživé pohyby 
jejich pomocí hypothetických zcela hyalinních výběžků plasmatických 
vykládal. U Oscillarií nelze však nic podobného předpokládati, jeli- 
kož protoplasmový obsah buniček nejen tenkou blanou buněčnou, 
nébrž i sliznatou pochvou obalen jest, jež, jak snadno očehným re- 
akcemi dokázati lze, protoplasmou není. ***) 

Tato tenká vrstva slizi, již jsem u všech, mnou dosud v Če- 
chách nalezených Oscillarií, pozoroval, a jež velmi často v podobě 
tenounké zcela průhledné rourky někdy na obou, někdy jen na jed- 


*) Viz M. Schultze, Archiv fůr mikros. Anat. 1865. 
+*) Zeitschrift f. wis. Zoologie 1849. 

***) Brvité, malým tykadélkům podobné výrůstky, jež na koncích vláken někte- 
rých Oscillarii se vyskytují a zde někdy i malou kštici tvoří (u Oscillaria 
aerugineo-coerulea a O. nigra na př. bývá jich někdy až 6—8 i více, někdy 
však též jen 1 až 2, někdy pak žádné), pohybují se sice též, však pokud 
jsem pozoroval, více jen passivně a nejsou zajisté sídlem síly hybné, jak 
již i lučebné složení jejich tomu nasvědčuje. (Jódem lze dokázati, že tyto 
brvy Ogcillarií nejsou výběžky pouhé protoplasmy, ač obyčejně vždy též 
ještě něco této obsahují.) 


4 
Ta 3 


199 


© "nom konci delších vláken patrnou se stává a tinkturou jódovou nic, 

-nebo jen slabě žlutě se barví, kdežto protoplasmový obsah vláken 

účinkem této tinktury tmavohnědé barvy nabývá, byla Engelman- 

-© nem *) na základě některých pokusů jeho mylně za onu, dosud marně 
u Oscillarií a Diatomaceí hledanou vrstvu hyalinní protoplasmy po- 
važována. 

Že pak tato lepkavá sliznatá vrstva Oscillarií, nikoliv aktivně, 
jak výše uvedený Engelmann se domnívá (pravě: „Keineswegs un- 
möglich scheint mir ferner, dass die Bewegungen der Oscillarienfáden, 
speciell die höchst auffälligen wurmförmigen, zuweil peristaltischen 
Bewegungen, auf Contractionen, und zwar natürlich partiellen, bez. 
peristaltisch fortschreitenden Contractionen der äusseren Protoplas- 
maschicht beruhen), nébrž toliko passivně při pošinování se vláken 
z místa na místo zúčastněna jest, vysvitá z různých pozorování mých. 

- Nejen že jsem velmi často za plížícími se vlákny Oscillarií část této 
sliznaté vrstvy na podložce, po níž se smýkají, v podobě úzké rourky, 
nebo tenké, od vlákna samého, znenáhla se odtrhující proužky po- 
zoroval, nébrž přesvědčil jsem se častým pozorováním, zvláště na 
vláknech, na jichž povrchu jemné části indiga se byly zachytily, že 
toliko uvnitř tohoto slizkého obalu uzavřené Oscillarie z místa na místo 
se pohybují, kdežto slizký obal sám na svém místě trvá.**) I nezbývá, 
než za to míti, že i hybná síla, jež někdy i 2—3 i více cm. dlouhá 
vlákna Oscillarií s dosti značnou rychlostí v před pohání, zajisté 
sídlí jen uvnitř buniček a sice výhradně v protoplasmě, jíž ostatně 
buničky Oscillarií skorem zcela vyplněny jsou, i že výše podotčené 
pošinování se tělísek, na povrchu Oscillarií zachycených, jest jen 
následkem osmotických změn, jimiž pohyby jejich u veliké míře pod- 
míněny jsou. 

Jest zjištěno, že protoplasma v buničkách rostlinných podobně 
se pohybuje jako sarkoda v tak zvaných panožkách kořenonožců a j. 
i jiné pohyby na př. pohyby výtrusů, mihavými brvami porostlých, 
dějí se v rostlinstvu i v živočišstvu zcela stejně, i možno tvrditi, že 
i plíživé pohyby Oscillarií podobně vznikají jako plíživé pohyby ně- 
kterých prvoků, žádných plasmatických panožkovitých výběžků nema- 

jících. Značná, někdy poněkud samovolná pohyblivost těchto vláken, 

i -jež mimo to, jak z pozorování mých i jiných vysvitá, i pro jakékoli 


*) Viz: Botanische Zeitung 1879, str. 54. a 55. 

**) Několikráte pozoroval jsem též v prázdných dlouhých obalových rourkäch 
= Oscillarií z několika buniček se skládající kousky vnitřního vlákna volně 
5 z místa na místo uvnitř svého obalu se pohybovati. 


200 


mechanické i jiné otřesení dosti jsou jemnocitna, není však přímo. 
podmíněna značnou aktivní stažitelností (kontraktilností) protoplasmy 
i tenounké blány buněčné, nelze totiž u Oscillarií jako u mnohých 
jiných pohyblivých rostlin stahování se (kontrakci) buniček během 
pohybu přímo zjistiti i dlužno v té příčině mechaniku plíživých po- 
hybů Osecillarii bez značné kontrakce následkem dosti samovolně 
v prvopočátkách či t. zv. micellech protoplasmatického obsahu buněč- 
ného se dějících, nám pohříchu dosud nedosti známých, změn (hlavně 
však změn osmotických) vykládati. 


25. 


Sur une propriété des cubigues planes. 


Par le Dr. C. le Paige, 
Professeur de Géométrie Supérieure a 1’ Université de Liege. 


Předložil prof, Dr, Fr, Studnička, dne 9, června 1882. 


On connait la belle propriété des cubigues planes, relative au 
rapport anharmonigue des guatre tangentes, issues d'un point de la 
courbe. Ce théoréme, dů, comme I on sait, a M. Salmon, a été dé- 
montré de bien des manieres. 

Nous nous proposons de faire connaitre une autre propriété 
des tangentes aux cubigues, propriété qui n’a peut-étre pas encore 
été signalée. *) 

Mais, pour y parvenir, il sera nécessaire de reprendre les choses 
d'un peu loin et d’etablir guelgues théorémes sur le systeme de 
deux formes trilinéaires. 

Soient 

aa, Byby 09" Z, D— 0.0, — BoD 
deux pareilles formes. 

Chacune d’elle, égalée A zero, définit ce que nous avons appelé 
une homographie du troisieme ordre et du second rang, et I’ ensemble 
des deux éguations, une homographie du premier rang. 

Les deux formes f, g donnent naissance A six covariants qua- 
dratigues importants: 


*) Tout au moins, pourra-t-on voir, dans le travail'actuel, une application intéres- 
sante des méthodes que nous avons employées pour V étude des cubiques. 


201 


>= 2 (a’b’ ) (a’’b’’) ed % — (a’e’) (a’’a’”) Ass 6 — (0'B") Ca) UB; 
5, = (4"") (ab) a,/by; S, = (a"a") (ac) a/u; 0, = (a"B") (aß) a/By/; 
r = — (ab) (ab) M 12 ee — (aw) (a'« 2 aa 26, — = (aß) (e'B") & Zi ” 
Ces covariants, zomhinés deux á deux, donnent naissance a d’ au- 
tres covariants guadratigues gue nous représenterons par 
(s, 9), (8%, G), (6, S). 
De plus, nous pourrons considérer les trois invariants 
1= (6, oo); L=(a, 6), L= (8, 0). 
Posons maintenant 
As = [(593 Go) ]" + 4 (8) %) (Co, 9%: 
by“ = [la , Hl +4, 9) (0, S), 
vý = [(8, Rh +4 (5, 9) (6x, 82). 
L'homographie définie par les éguations 
f=0, 930, 
a trois groupes de guatre points de ramification représentés par 
2 (96 — 9) = 0, 
my =2 (464 — IN), 
n = 2 (546, — 9,?) = 0. 
Theoreme 1. — Les trois formes biguadratigues I,*, my*, n,* ont les 
mémes invariants. 
L' homographie possede, en outre, six groupes de points doubles 
gui sont représentés par les éguations sujvantes: 
2 — ls b— LI) - A0; A = Lt — IL) A =0 
B,y* = m* (I— I) —- uw? = B = m*(E— I) -w'=0; 
CA = n*(L— T)— += C#=n?(,—L)—-vt=0. 
Théorěme II. Ces anne se divisent em trois groupes de deu 
| formes qui ont les mémes invariants. 
m De plus, si I on représente par A(l,?) le hessien de /,*, par 
exemple, en a les identités suivantes: 
dh ( 2) — 2 [(59, Oo) — (So, So)z| 1o* — 64,* 
3h (my") = 2[(54, 9) — (9 5 9), m — 6w*; 
s: 3h (n,“) —2[(s2, 63), — (82, 9)] 14 — 6w,"; 


: Théorěme III. Les groupes de points doubles sont donc, en general, 
représentés par une éguation de la forme. 
8 f-kEh=0. 


a Nous allons appliquer ces differents résultats aux cubigues. Nous 
= avons fait voir, ailleurs, *) que si Von prend arbitrairement trois 


k *) V. notre Note insérée aux C. R. t. XCIIT. p. 509. et. plus specialement, la 
2de. partie de notre Mémovre sur les Courbes du 3me ordre publié en commun 
avec M. Folie. 


202 


points A, B, C sur une cubigue, on peut toujours regarder la courbe 
comme engendrée par les intersections de trois faisceaux homogra- 
phigues du premier rang, ayant leurs centres en ces points. 

Nous supposonns du’ aux points A, B, C soient les centres des 
faisceaux, ©, 4, 2. | 

Alors les tangentes, issues de A, représentent les points de 
ramification de la série des «, et les rayons menés par A aux points 
de contact des tangentes issues de B et de C, les rayons doubles de 
cette méme série. 

Le théorěme I. exprime la propriété due & M. Salmon. 

Le thöoreme II. fait voir que les rayons menés par A aux 
points de contact des tangentes issues de B, ont méme rapport anhar- 
monigue gue les rayons menés, de B, aux points de contact des 
tangentes issues de A. 

Enfin le th&oreme III., traduit géométriguement, exprime que 
„les faisceaux de rayons menés d’un point de la cubi- 
que, aux points de contact des tangentes issues desau- 
tres points de la courbe, appartiennent a une involu- 
tion biquadratique du premier rang. De plus, les 
tangentes, issues du point donné, constituentungroupe 
de cette involution.“ 

Mais cette involution est définie par V éguation 

f+ kh=0. 

Il résulte, de la forme méme de Véguation, que parmi les grou- 
pes de quatre points, il y en a trois oů les quatre rayous se réduisent 
a deux rayons doubles. 

Nous allons ainsi obtenir quelques th&oremes connus, ce qui 
justifiera davantage le theoreme general. 

Soit A le point donné et p son point tangentiel. © 

Toute droite passant par A rencontre la cubique en des points 
B, y dont les points tangentiels g, r sont en ligne droite avec p. Tan- 
dis que pgr tourne autour de p, la droite By passe par A. Si gr coin- 
cident, la droite pgr est une tangente issue de p. 

Or, il existe trois tangentes, différentes de pA, menées par 
le point p. 

Soient done A,, A,, 4;, les points qui ont méme point tan- 
gentiel que A. 

Si par A,, par exemple, nous merons les tangentes A, C, A, 
D; A, E, A, F, le théorěme III. fait voir que les droites CD, EF 
se couperont au point A. 


a 


203 


On en peut conclure, pour la méme raison, que CF, DE se 


© conperont en A, et CE, DF en A,. 


Les tangentes menées par A,, A,, A, donnent lieu, par suite, 
a six rayons menés par A, representant le covariant 7’ de la forme 
qui est elle-méme représentée par les tangentes issues de A. 

On en déduit ce théorěme: 

Les couples de rayons gui joignent deux a deux les 
points de contact des tangentes issues de A,, 4,, 4A,, au 
point A, sont les rayons doubles des trois involutions 
quadratiques formées par les quatre tangentes menées 
par 4.*) 


26. 


O všeobecné inversi. 


Napsal J. S. Vaněček a předložil prof. dr. Fr. Studnička dne 9. června 1882. 


1. 


Než přikročím k inversi všeobecné, budiž mi dovoleno podati 


© stručný nástin vývinu této theorie. 


Jest dána jakákoliv křivá čára a mimo ni bod, ze kterého vy- 
cházejí paprsky či provodiče k bodům dané křivé čáry. Sestroji-li 
se úměrné úseky inversním hodnotám těchto provodičů, obdrží se nová 
křivá čára, ve kterou byla daná přetvořena. Toto transformování 
děje se pomocí zvratných provodičů (par rayons vecteurs réciprogues). 

Do tohoto druhu transformace spadá též stereografické promí- 
tání. Neboť nalezá-li se oko na ploše kulové v bodu 0, a je-li 
průmět bodu a plochy kulové v bodu a,, který leží na rovině diame- 
trálné, kolmé k poloměru procházejícím bodem 0, jest patrno, že 
součin 0G.0a, jest stálým. Z toho následuje, Ze se plocha kulová 
transformuje v rovinu kolmou k poloměru procházejícím středem 
promítání o. 

Úhel, v jakém se protínají dvě plochy v některém bodu, zůstává 
týž i při plochách transformací obdržených v příslušném bodu jejich 
průsečnice. 


*) Cf. R. Sturm, Ueber die ebenen Curven dritter Ordnung, Journ. 
de Borchardt, t. XC., p. 87. et 89. 


204 


Patrně možno odvoditi transformaci pomocí reciprokých provo- 
dičů ze stereografického promítání. 

Belgický učenec Quetelet užil v roce 1827 v Nouveaux Mé- 
moires de V Académie royale de Bruxelles této transformace při zá- 
palnicích. Brzy po něm r. 1834 pojednal o této transformaci Plůcker, 
který užívá kruhové čáry jakožto základnice přetvořování. 

Roku 1836 psal o zmíněné transformaci v Annali scienze del 
regno Lombardo-Veneto slovutný učenec italský Bellavitis. Povstalou 
křivou čáru nazývá inversní dané křivé čáry. Podává několik 
vlastností inversních čar daných kuželoseček a praví, že se chodu 
toho dá užiti i pro prostorové obrazce. 

Angličan Stubbs užívá r. 1843 téže transformace v Philosophical 
Magazine, kdež pomocí Dupinových pouček dovozuje, že čáry křivosti 
dané plochy se transformují opět v čáry křivosti nové plochy. Jiný 
Angličan, Thomson, užil téže methody transformační při svých vý- 
zkumech o elektřině v článku uveřejněném v časopise Liouvilleově 
r. 1847. — 

Ač byla odvozená křivá čára posud stále nazývána inversní 
dané křivé čáry, přece pojmenoval Liouville tento způsob pretvoro- 
vání transformací pomocí reciprokých provodičů, kteréž jméno se 
posud u Francouzů udrželo. 

Rok na to uveřejnil taktéž v Journal de Mathématigues Roberts 
nový způsob transformace křivých čar rovinných a sférických, při 
kteréž transformaci úhly se nemění, a methoda reciprokých provo- 
dičů jest jejím zvláštním případem. 

Salmon popsal ve svém díle o vyšších křivých čarách rovinných 
1852 způsob transformace pomocí reciprokých provodičů a uvedl při 
tom, že křivá čára čtvrtého řádu, mající své dva dvojné body v kru- 
hových bodech v nekonečnu, připouští čtyry body, které když se 
zvolí za počátek transformace, daná křivá čára přetvoří se v samu 
sebe. O této vlastnosti pojednali později Mannheim a Moutard. 

Téhož roku shledal Hart, že má odvozená křivá čára tři mnoho- 
násobné body řádu «-ho, z nichž jeden je pólem transformace a druhé 
dva jsou dotyčné body tečen, jež se z onoho pólu vedou ke kružnici 
mající svůj střed v témž pólu; jsou to totiž kruhové body v ne- 
konečnu. — 

Bonnet a oba Serretové užili téhož způsobu transformace při 
čarách křivosti ploch. Avšak rozhodný krok ku předu učinil r. 1865. 
Archer Hirst ve své práci On the guadric inversion of plane Curves, 
nahradil totiž kruhovou čáru všeobecnou kuželosečkou. Z pevného 


PN 


205 


-bodu o, který nazval počátkem transformace, vede se ke kaž- 
"dému bodu a daného obrazce provodič, jenž protíná kuželosečku zá- 
„kladní v bodech m, n. Sdružený bod a, bodu a vzhledem k bodům 
m, m jest bod, který náleží odvozenému obrazci. Křivé čáře m-ho 
řádu odpovídá čára 2m-ho řádu, která má tři m-násobné body; jeden 
z nich je počátek transformace a druhé dva jsou dotýčné body tečen 
vedených z tohoto počátku ke kuželosečce. Kdežto dříve byly tyto 
-© tečny a dotyčné body vždy pomyslnými, mohou býti nyní při Hirstově 
| transformaci též reálnými. 

V následující stati dovolím si vyložiti transformaci spočívající 

-ma témž principu jako Hirstova, avšak mnohem všeobecnější. 


II. 


1. Jest dána kuželosečka X a přímá čára P, jež se má trans- 
formovati, a jiná přímá čára R v téže rovině. F protíná kuželosečku 
K v bodech m, » a R v bodech 4, u. 

Kterýkoliv bod a přímé P má vzhledem ke kuželosečce X po- 
láru A, jež protíná přímou R v bodu a,. Stanovime-li poláru A, 
tohoto bodu, pak protíná tato poláru A v bodu a,, který je bodem 
hledaným. Pravíme bod «a se transformoval v bod a,. Místem bodu 
a, jest kuželosečka (a), která prochází body m, n, t, u a póly p, 
přímých čar P, R. 

Kuželosečku K nazveme základnicí a přímou čáru R řídící 
čarou transformace. Poněvadž jsou body a a a, sdruženými póly 
vzhledem k základnici X, tedy obdržíme vždy tutéž kuželosečku (a;), 
nechť transformujeme přímou čáru P vzhledem k základnici K a ří- 
dící čáře R, aneb transformujeme-li tuto vzhledem ku kuželosečce 

-Ka čáře P jakožto řídící. Za tou příčinou nazveme povstalou ku- 
-© želosečku (a,) inversní čarou přímé P neb přímé R. 

* 2. Transformujme úběžnou přímou čáru Z roviny, V níž se na- 
-© lézá základnice K. Obdržíme kuželosečku (%,), která prochází body 
#, u, póly 7, s a úběžnými body promyslnými m, », ve kterých pro- 
tina přímá I kuželosečku X. Z toho jde, že kuželosečka (%,) jest 
ší -podobná a podobně položená kuželosečce K, jakož i že prochází 
-© středem této poslední. 

„M Jakákoliv kuželosečka P protíná kuželosečku (%,) ve čtyrech 
- bodech, které se transformují v úběžné body, jež leží na jediné 
-| přímé. Z toho vidíme, že se kuželosečka transformuje v křivou čáru 
 4-ho řádu vzhledem ku přímé čáře AR, aneb že se přímá čára R. 


206 


vzhledem k řídící kuželosečce P přetvoří v křivou čáru čtvrtého 
řádu (2). 

Zvolíme-li místo čáry P jakoukoliv křivou čáru p-ho řádu a čáru 
R jakožto řádu r-ho, pak obdržíme všeobecně křivou čáru 2pr-ho řádu. 

3. Známe-li kuželosečku (72), pak můžeme určiti druh inversní 
čáry (p,) dané přímé P z její polohy ku čáře (7). Protinä-li totiž 
přímá čára P kuželosečku (%,) ve dvou reálných, neb pomyslných 
aneb soumezných bodech, pak jest kuželosečka (p,) případně buď 
hyperbola, nebo ellipsa aneb parabola. 

Všeobecně pak má inversní čára dané křivé čáry P tolik úběž- 
ných bodů, kolik má P společných bodů s kuželosečkou (%,). 

Je-li čára P přímou, pak nemusíme sestrojovati kuželosečku 
(7). Sestrojime kuželosečku X, podobnou a podobně položenou ku- 
želosečce základní K. Čára K, prochází středem s základnice K, 
pólem p přímé P a má přímou čáru ps za průměr. Reálné průsečné 
body kuželosečky X, a řídící čáry R určují úběžné body inversní 
čáry (P2). 

4. Nazveme průsečné body čáry P a R se základnicí X body 
základními a určeme vyskytující se mnohonásobné body křivé 
čáry inversní. 

Polára základního bodu a křivé čáry P prochází tímto bodem 
a protíná čáru řídící R, jež jest r-ho řádu, vůbec v r bodech. Po- 
láry těchto bodů procházejí vesměs bodem a, který je tudíž bodem 
mnohonásobným řádu r-ho křivé čáry inversní. Poněvadž čára F 
protíná základnici ve 2p bodech, tedy obdržíme 2p bodů r-näsobnych. 
Právě tak jsou 2r základní body křivé čáry R body p-násobnými. 

Základní bod čáry P, který je p,-näsobny, transformuje se 
v mnohonásobný bod řádu p,r-ho čáry inversní (a,). Totéž platí 
0 7,-násobném bodu čáry R, který je pak pr,-násobný. 

Mají-li obě křivé čáry P, R společný základní bod a, pak 
se tento bod transformuje v (p—-7— 2)násobný bod čáry (2,) 
a v tečnu základnice v tomto bodu, jež jest pak částí inversní čáry. 

Je-li základní bod a mnohonásobným bodem řádu p,-ho čáry 
P a r,-näsobnym čáry R, tedy se tento bod transformuje v mnoho- 
násobný bod řádu 

(* — r) P T (P— Pr 
čáry inversní a pak v tečnu A k základnici v tomto bodu. Tato 
tečna A jest částí inversní čáry (a,) a jest (py + r,)-näsobnä. 


207 


Když p,-näsobny bod a čáry P není základním bodem, tedy mu 
odpovídá na čáře inversní 7 bodu p, násobných, které leží na poláře 
A bodu a. 
N Jestliže je tento bod a zároveň r,-násobným bodem čáry R, 
dá pak se transformuje v p — p, bodů r,-násobných a v 7—7, bodů 
-© Pynásobných, jež vesměs leží na poláře A bodu a. 
j Dejme tomu, že p, bodů a, b, c,... křivé čáry P nalézá se 
na přímé čáře, na které leží též souhlasné body a,, By, ©x,.. . čáry 
R. Jelikož všecky tyto body a, bd, ©,... i a,, By, ©,.-. leží na 
jediné přímé, tedy jejich poláry procházejí pólem této přímé. Z toho 
-© následuje, že tento pól jest p,-násobným bodem křivé čáry inversní. 
- Přejde-li čára P v přímou, pak se ona přímá s ní sjednocuje a ob- 
držíme bod, který odpovídá počátku Hirstovu. 
5. Přihlédneme-li k bodům a, a,, a,, shledáme, že tvoří polární 
tříroh vzhledem k základnici K. Jeho vrchol a, popisuje čáru (a) 
a tomuto protilehlá strana A, obaluje čáru (4,). 
Na základě předešlých výsledků můžeme vysloviti následující 


© poučky: 

„M Probíhá-li vrchol a polárního třírohu aa,a, vzhle- 
-© dem ku všeobecné kuželosečce K křivou čáru Přádu 
-© p-ho a druhý vrchol čáru R řádu r-ho, pak probíhá třetí 
-© vrchol křivou čáru (a,) řádu 2pr-ho, která má 2p bodů 7- 


násobných a 2r bodů p-násobných, jež jsou průsečné 
body křivých čar P, Rs kuželosečkou K. 

Duálná věta pak jest: 

Obaluje-li strana A polárního třístranu AA, A, 
vzhledem ke všeobecné kuželosečce K křivou čáru P 
třídy p-té a druhá strana A, čáru R třídy r-té, pak oba- 
luje třetí jeho strana A, křivou čáru (A,) třídy 2pr-té, 
která má 2p tečen r-násobných a 2r tečen p-násobných, 
jež jsou společnými tečnami křivých čar F, Rs kuželo- 
sečkou X. 

Bi Křivé čáry (a,) a (A,) jsou reciproce polárními vzhledem ke 
-© kuželosečce K. 
6. Při dosavádní transformaci odpovídal bodu zase bod. Avšak 
můžeme transformovati bod též v přímou čáru a naopak, čímž ob- 
- držíme, že křivé čáře jakožto místu bodů odpovídá jiná křivá čára, 
-© která jest obalovou přímých. 

x K tomu cíli užijeme přímé čáry A,, kterou jsme již dříve ob- 
drželi. Bodu a křivé čáry P odpovídá totiž polára A, která protíná 


by be 


z dd SS 
RE x * : 


>> 
sb 


nr 


208 


čáru R vr bodech a,. Spojíme-li bod a postupně s těmito body a,, 
obdržíme přímé A,, ve které se bod a transformoval. Probihä-li 
a čáru F, pak obaluje A, křivou čáru, o které víme, že je 2pr-té 
třídy. — 

Jestliže však toto vše obrátíme, t. j. bod a, necháme probíhati 
. R jakožto útvar daný, který se má transformovati, a průseky jeho 
příslušné poláry A, s čarou F spojíme vždy postupně s a,, pak ob- 
držíme tutéž obalovou čáru (A,). 

Z toho následují poučky: 

Probíhá-li bod a křivou čáru P řádu p-ho, pak 
přímá A;, která jej spojuje vždy s průseky jeho poláry 
a jiné křivé čáry R řádu v-tého, obaluje křivou čáru 
2pr-té třídy. 

Dále: 

Obaluje-li přímá čára A čáru z třídy p-té, pak bod 
a,, který je průsekem této přímky s tečnami, jež z je- 
jího pólu můžeme vésti k čáře o třídy 7-té, probíhá čáru 
Zpr-ho řádu. 

7. Předpokládejme, že inversní čára (a,) dané křivé čáry P 
vzhledem k jiné křivé čáře řídící R je vyrýsována. Inversni čára 
(«,) dané čáry (a,) vzhledem k P jakožto řídící se zvrhne v křivou 
čáru R a jinou křivou čáru, jejíž řád jest dle dříve vytknutého pra- 
vidla určen. Jinák též inversní čára dané čáry (a,) vzhledem k ří- 
dící čáře R rozpadává se v čáru P a jinou křivou čáru, jejíž řád 
jest znám. 

8. Tečnu v některém bodu inversní čáry (a,) určíme následovně. 

Budiž A' tečna ku křivé čáře Pv bodu a. Tato tečna protíná 
základnici v bodech £, u. Polára A bodu a protíná čáru řídící 
Rvrbodech b. Tečna B’ v kterémkoliv z těchto bodů 5 sestrojená 
protíná základnici ve dvou bodech z, y a polára B tohoto bodu 
b protíná přímou A v bodu a,, který je bodem inversní čáry (a). 

Považujme dotýčný bod a jakožto dva soumezné body a taktéž 
při bodu d. Těmto soumezným bodům odpovídají též soumezné body 
na čáře inversní. Inversní čára E jedné z obou tečen vzhledem ke 
druhé jakožto řídící jest kuželosečka, která má s čarou (a,) dva sou- 
mezné body společné. Obě křivé čáry mají tudíž společnou tečnu v az. 

Kuželosečka E jest více než určena body £, u, ©, ya az. Jsou-li 
body £, u neb z, y pomyslné, pak jsou nahraženy tečnou a jejím do- 
tyčným bodem, aneb dvěma tečnama a jich dotýčnými body jakož 
i bodem a,. 


vv 


NE Když jest bod a, na křivé čáře inversní (a,) dán, tedy určíme 
"eba poláru vzhledem k základnici X a hledáme bod a na P a bod 
-bona R, jež odpovídají bodu a,. Kuželosečka B jest pak určena 
a následovně i tečna v bodu a, k čáře (a,). 


21. 


Zur Kenntniss des Nyraner Horizontes bei Rakonitz. 
Von Prof. J. Kušta in Rakonitz. 
Vorgelest von Prof. Dr. A. Frič am 9. Juni 1882. 


Zu meinem in der Sitzung der löblichen k. b. Ges. d. Wiss. 
am 11. November 1881 vorgelegten Aufsatze „Über das geologische 
Niveau des Steinkohlenflötzes von Lubnä bei Rakonitz“, in welchem 
die zwischen dem Kohlenflötze von Lubná mit jenem von Nyran 
bestehende Analogie constatirt und nachgewiesen wurde, erlaube ich 
mir einige Beiträge noch beizufügen, welche für die geologische 
Ähnlichkeit ja sogar Identität dieser so weit von einander entfernten 
Kohlenablagerungen weitere Nachweise liefern sollen. 

Namentlich habe ich von dem Vorkommen einer Lage echter 
Cannelkohle ober dem Lubnaer Brandschiefer zu berichten, die mit 
jener von Nýřan und Třemošná zum Verwechseln ähnlich ist und 
an einer Stelle des Lubnaer Grubenfeldes sammt dem unterlagerten 
Brandschiefer eine sogar 36 cm. starke Schichte bildet. Ich habe 
dieselbe in einem zufällig aus dem Lubnaer Schachte ausgeführten 
Materiale erkannt. 

Mein Versuch, ob sich die Lubnaer Cannelkohle auch zu ge- 
drechselten Gegenständen, wie Knöpfen, Dosen u. dg. verarbeiten 
liesse, ist vollkommen gelungen. 

Auch die anderen Nyraner Gaskohlenlager oder die Reprásen- 
tanten derselben habe ich in Lubnä nachgewiesen, nachdem durch 
einen im Liegenden der Kohle vor Kurzem durchgeführten neuen 

- Querschlag nähere Unterscheidung der einzelnen Schichten ermög- 
licht worden war. 

Aus folgender Tabelle ergibt sich die auffallende Ähnlichkeit 

-der Flötzschichtung an beiden Localitäten: Lubná und Nýřan. 
E Die Angaben über das Kohlenflötz von Nýřan reproduciere ich 
aus dem grossen Werke des Dr. Frič: „Fauna der Gaskohle“, H. I. 
. 8. Auch hatte ich Gelegenheit, die geologischen Verhältnisse des 
14 


209 


210 


Nyřaner Kohlenflötzes im Pilsner Becken, sowohl in Nýřan als in 
Třemošná, kennen zu lernen. 
Meine Berichte über die geologischen Verhältnisse von Lubná 
sind Resultate sehr zahlreicher, durch mehrere Jahre nach Lubnä 
gemachten Excursionen, wo die Bergbeamten Dietrich und Frič das 
Materiale, wann sich Gelegenheit traf, für meine Untersuchungen 
freundlich herausschaffen liessen. 


Die Reihenfolge von oben abwärts: 


Lubná. u Nyran, Made 
Erweinschacht 5 '” | Humboldtschacht MER) 
. cm. 
1.| Schwarzkohle, meist dun- Schwarzkohle, | 
kelbraun, etw. schiefrig, schim- wůrfligspaltend, 30 
mernd. Der Aualitát nach wer- 
den 3 Lagen unterschieden. 49—121 
9. | Schwarzgrauer Letten, Schwarzer, mas- 
massiv, schwer, mit sehr weni- siver, schwerer 
gen Pflanzenreslen, in der un- Schieferthon mit 
teren Lage mit Sphaerosiderit- wenig deutlichen 
knollen. 3—40 Pflanzenresten. 3—20 
3., Schwarzkohle (Schramm- Schwarzkohle 
kohle), glänzend, würflig. 6—30 wůrfligspaltend. 30 
4.| Cannelkohle, mehr oder we- Cannelkohle com- 
niger compakt, mit lachmusch- pakt, glánzend, mit 
lisem oder fast ebenem Bru- muschligsem Bruche. 
che, schimmernd. Enthält oft Enthält zahlreiche 
Stigmaria ficoides und selten Stämme von Stigma- 
Farne, Stigmarienwurzelchen ria ficoides, sparsame 
sind mit grauem Letten ausge- Farnreste und sehr 
füllt, ebenso die hirsen- und selten einzelne Kno- 
hanfkorngrossen Körnchen, die chen von kleinen Sau- 
sich auf der Spaltfläche zeigen. riern u. auf der Spalt- 
Lässt sich zu Knöpfen, Dosen fläche runde o. ovale 
u. a. Utensilien verarbeiten und hanfkorngrosse 
ist politurfähig. 0—20 | Körner, in deren In- 
nern man zuweilen 
Bleiglanz bemerkt. 
Lässt sich zu ver- 
schiedenen gedrech- 
selten Gegenständen 
verarbeiten, wie Brief- 
beschwerer, Weinfla- 
schen, Kugeln etc. 30 


ic jů 285 
R" 


Lubná, u Nýřan, x 
a D ký 
| Erweinschacht a Humboldtschacht ní A 
o. 
„| Bituminöser Brandschie- | | Dannschietrige a 
fer, dünnschiefrig mit Pflan- | Platten, führen Br 
zenresten, meistens Farnen thierische u. pflanz- a 
(bis jetzt 24 Arten). 0—16 | liche Reste, meist T 
Farne in ihrer ganzen Rn 
Mächtigkeit. (Nach 0 
Dr. O. Feistmantel 3 
48 Arten.) 25—30 i 
.| Weissgrauer Letten ziem- Grauer, z. Th. fe- A 
lich fest, in den oberen Lagen ster Schieferthon.| 2—5 
sandig, mit einer důnnen Sphae- ý 
rosideritlage. 117—160 čs 
„| Bituminöser Brandschie- Plattelkohle mit : 
fer, sehr dünnschiefrig. Führt weissen, thonigen Strei- au 
Farnreste. 10 fen und z. Theil mit | "4 
i důnnen Lagen v. Thon- ® 
5 eisenstein. Hauptfund- 3 
er, ort der Saurier. 30 č 
-© | 8.| Grauer Schieferthon, zu- Grůne Platten. 
Be weilen v. Habitus eines Schleif- Blättrige Kohle mit 
"A steinschiefers, mit mehreren zahlreichen in grůn- : 
kaum einige mm. dicken lichgelben Schwefel- : 
Brandschieferstreifen u. kies verwandelten Ca- x 
einer Sphaerosideritlage. Ent- lamiten. Hier begin- o 
hált zahlreiche Calamiten, nen schon die Sau- dr 
die hie und da einen grün- rierreste. 8 
lichgelben Eisenkiesüberzug 


haben. 75—224 


Weiter folgen in Lubnä graue, auch röthliche Porphyr- 


inlich auch aus den Schleifsteinschiefern bestehend, beträgt in 
bná 125 m. In Nýřan bilden auch die grauen Arkosen das Liegende. 
ae. 14* | 


W 


Das Hangende des Lubnaer Kohlenflötzes besteht aus einem 
bläulichen, zuweilen grauen auch hellen, pflanzenführenden Letten. 
Dasselbe Firstgestein bedeckt auch das Kohlenflötz in Nýřan (Hum- 
boldtschacht) und schliesst da im Ganzen eine ähnliche Flora ein, 
wie in Lubnä. Manche Nyraner Arten, wie Asterophyllites equiseti- 
formis, Neuropteris gigantea, N. flexuosa, Hawlea pulcherrima, Cy- 
atheites dentatus, Lepidodendron larieinum (im Lazarusschacht), Sa- 
genaria rimosa, Cordaites u. a. erscheinen ihrer Form und Erhal- 
tungsweise nach denen von Lubnä ganz ähnlich. 

Dieser Hangendschiefer enthält an beiden Localitäten Kohlen- 
schmitze. In Lubná jedoch wird er noch von einem röthlichen, 
ebenfalls pflanzenführenden Schieferthone überlagert. 

Da Thierreste in Lubná noch nicht sichergestellt wurden, so 
soll den hiesigen Pflanzenarten nähere Aufmerksamkeit zugewendet 
werden. In dem Lubnaer Niveau bei Rakonitz wurden von mir 


bisher 71 Pflanzenarten gefunden. Zu den in meinen früheren 


Mittheilungen angeführten treten noch folgende zu: 


Cyclocladia major L. & H., Calamites cf. ramosus Art., Neu- 


ropteris gigantea St., Neuropteris auriculata Bgt., Oligocarpia Stern- 
bergii Ett. sp. (?) aus dem Brandschiefer, Schizopteris Gutbieriana Pr., 
Sigillaria cf. microstigma Bgt., Carpolithes umbonatus St. (den von 
Dr. Feistmantel aus Nyran angeführten Guilelmites umbonatus Gein. 
hatte ich nicht Gelegenheit mit der Lubnaer Form näher zu ver- 
gleichen), Cardiocarpum cf. marginatum St. 


Folgende Arten habe ich in Lubnä am häufigsten beobachtet: 


Calamites Suckowi Bgt., Asterophyllites equisetiformis Best., 
Sphenophyllum saxifragaefolium St., Stachannularia (tuberculata ?) 
Weiss, Diplothmema acutilobum St. sp. (sehr häufig), Ale- 
thopteris Serlii Bgt., Alethopteris Pluckenetii Bgt. sp.*) 
(sehr häufig), Oligocarpia dentata' Göp. sp. (sehr häufis), 
Hawlea pulcherrima C. (sehr häufig), Dietyopteris Brongniarti 
Gtb., Neuropteris gigantea St., Lepidodendron laricinum St. 
(sehr häufig), Sagenaria rimosa St., Lepidophyllum horridum 
O. F. (sehr häufig), Lepidostrobus variabilis L. & H., Stigmaria 
ficoides Bgt. (sehr häufig), Carpolithes coniformis Göp. 
(sehr häufig), Cordaites borassifolia St. sp. 

Die Flora der Lubnaer Schieferthone und ebenso die der Gas- 


kohle stimmt mit jener von Nýřan ziemlich überein, namentlich wenn © 


*) Nach Stur’s Untersuchungen richtiger Odontopteris bifurcata St. sp. 


ER bp 4 FR 77 o o VP PEE (Šákaně mj, V, dá“ plkoě dal JP "I pb s LAM "Pk 6 
NR LA A do Ro EEE bo Jo ee RR RS 


PDS EN PA 


213 


man von den in der „Fauna der Gaskohle“ von Dr. Frič p. 10 aus 
dem Nyřaner Gasschiefer angeführten permischen Pflanzen (Eguise- 
tites contractus, Neuropteris imbrieatus, Odontopteris Schlottheimi, 
Asterocarpus Geinitzi und Schützia ae) absieht, die ja schon 
-im J. 1873 Dr. O. Feistmantel in der Zeitschr. der deut. geol. Ges. 
aufgegeben hat. (Vergl. Verh. der k. k. g. R. A. 1874, N. 14). 

Einige Bemerkungen noch zu den in obiger Tabelle angeführten 
Lubná-Nýřaner Schichten. 

Der Lubnaer Brandschiefer (unter N. 7) entspricht der Nyraner 
- gestreiften Plattelkohle blos durch seinen Bitumengehalt, 
nicht aber (bisher) durch die animalischen Einschlüsse und nicht 

durch seinen Gesammthabitus überhaupt. 

Auch die Nyraner grünen Platten sind in Lubnä bedeutend 

- modificiert. Und dennoch lässt sich der Lubnaer Repraesentant der- 
selben an seinen häufigen, zum Theil grünlichen Calamiten leicht 
erkennen. 

Die Gaskohlenlagen N. 7. u. 8. von Nýřan und Třemošná be- 2 
sitzen mit der Kounower Schwarte ein ähnliches Aussehen. 

Bekanntlich fehlt auch bei Nýřan und Třemošná an manchen 
Orten die Gaskohle; ebenso in Lubná. 

Erwähnenswerth ist auch der gleiche Habitus der Kohle in beiden 
Localitáten (Nýřan-Třemošná und Lubná) und ebenso der Umstand, 
dass die Kohle der Unterbank im ganzen Nyran-Lubnaer 
Niveau von einer minder guten Qualität ist, als die mächtigere (in 
Lubnä) Oberbank, welche überhaupt eine sehr gute Kohle liefert. 

Eine merkwürdige Erscheinung im Bereiche der Rakonitzer 
Steinkohlenablagerungen oder noch bestimmter des Lubnaer Stein- 

3 kohlenflötzes sind die grauen und rothen Porphyrtuffe, deren 
- Bildung vor und theilweise während der Ablagerungszeit des Lubnaer 
 Steinkohlenflötzes Statt gefunden hat. Ausser den Fundorten Hosto- 
-  krej, woher sie von Prof. Krejčí in seiner Geologie zuerst angeführt 
werden, Krčelák, Lubná und Moravia, wo ich sie gefunden und die 
- Lagerung derselben ermittelt habe, ist noch Petrovic zu nennen, 
k wo ich eine ca. 1 m. máchtige Schichte ziegelrothen Porphyrtuffes 
in den im Walde gegen Zavidov zu verlassenen Schächten, nahe 
- unter dem Rothliegenden, jedoch aber oberhalb des Radnitzer, den 
Baccilarites führenden Kohlenflötzchen gelagert, heuer beobachtet habe. a 
je Die rothen Rakonitzer Porphyrtuffe sind denen aus dem Roth- 
liegenden von Zwickau in Sachsen, woher ich sie aus einer Samm- 
- lung kennen gelernt habe, ganz ähnlich, 


Je 
= 
a 
a 
bs 
3 
3 
on 


a 


Er 
= 
Er 
3 7 
: 


£ bo 


214 


Das Hangendflötz von Krčelák, Hostokrej und Moravia habe 
ich, meist aus stratigraphischen Grůnden, bereits in meinen frůheren 
Berichten zu dem Lubnaer Niveau hingestellt. 


In letzter Zeit glaube ich den Ausbiss des Moravia-Hangend- 
flötzchens unmittelbar über den grauen Carbonsandsteinen des Stein- 
bruches Hvozdnä entdeckt zu haben. Derselbe besteht aus Schiefer- 
thonen, die reich an Pflanzenresten zu sein scheinen, einen Kohlen- 
schmitz und Sphaerosiderite einschliessen. In dem verwitterten Mate- 
riale konnte ich daselbst bisher nur einige Pflanzenreste erkennen, wie 
Trümmer von Farnen und Calamiten, eine Odontopteris, Cordaites 
palmaeformis, Stigmarien und Cardiocarpum cf. marginatum. Von 
weiteren Nachgrabungen verspreche ich mir eine reichlichere Ausbeute. 


Auf einer Halde der Moravia, wohin vor etwa 10 Jahren das 
Materiale aus dem Hangendflötzchen ausgeführt wurde, liessen sich 
in einem blättrigen Schieferthon ausser Stigmarien u. Carpolithes 
coniformis mehrere Exemplare der Sigillaria cf. microstigma Bst. 
unterscheiden. 


Das Lubnaer Kohlenflötz wurde bisher als in das Niveau des 
Liegend- oder Moravia-Flötzes gehörig betrachtet und später zu den 
Radnitzer Schichten und zwar nicht nur aus stratigraphischen, sondern 
auch aus palaeontologischen Gründen — nemlich wegen der ver- 
meintlichen Uibereinstimmung der Lubnaer Flora mit jener von 
Moravia und namentlich wegen des angeblichen Vorkommens der 
Noeggerathia foliosa in dem Lubnaer Kohlenflötze — von allen Au- 
toren, welche die geologischen Verhältnisse des hiesigen Kohlenflötzes 
behandelt oder erwähnt haben, ausdrücklich hingestellt. 


Vergl. Reuss: „Uiber die geogn. Verhält. des Rakon. Beckens“ 
1858. — Lipold: „Das Steinkohlengebiet im nordwest. Theile des 
Prag. Kr.“ 1862. — Stur: Zur Kenntniss der Steinkohlenflora von 
Rakonitz“ 1860. — „Uiber das geol. Niveau der in der Umgeb. von 
Rakon. abgebauten Flötze“ 1874. — Geinitz: „Steinkohlen Deutsch- 
lands“ etc. 1865. — O. Feistmantel: „Steinkohlen- und Perm-Abla- 
gerungen im N. W. v. Prag“ 1874. — „Versteinerungen der böhm. 
Kohlenabl.“ 1874. — Krejčí: Živa 1853, Čas. Mus. 1865. Geologie 
1878. — Frič: „Fauna des Gaskohle“ etc. 1879. 


Mit der Feststellung des Nyřaner Horizontes bei Rakonitz und 


ie mit dem Nachweise mehrerer Leitschichten desselben an so weit von 
_ einander entgegengesetzten Punkten der mittelböhm. Steinkohlen- 


ablagerungen ist wieder ein neues Beispiel zu der merkwürdigen 


Erscheinung geliefert, dass die mittelböhm. Steinkohlen- u. Perm- 


formation ein überall ähnlich zusammengesetztes Ganze bilde, in 


welchem nicht nur die Repraesentanten aller vier Kohlen- 


horizonte, sondern auch die dieselben begleitenden, selbst min- 
dermächtigen Schichten in dem ganzen Ausdehnungsgebiete 
vertreten sind und dass einmal die Zeit kommt, wo diese Süsswasser- 
formationen in ihrer ganzen Mächtigkeit eine so detailirte Gliederung 
erfahren werden, wie sie in der Kreide- und der Silurformation — 
welche wegen des häufigeren und allgemeineren Vorkommens der 
consistenten Thierskelete in den Meeresablagerungen überhaupt wich- 
tige Anhaltspunkte zur Unterscheidung ihrer einzelnen Glieder in 
reichem Masse besitzen — bereits längst durchgeführt wurde. 


Eine nähere Gliederung der carbonpermischen Ablagerungen, 
wie sie schon für einige Becken von unseren Forschern unternommen 
wurde, wird sich hoffentlich mit der Zeit noch detailirter gestalten 
und auf die ganze Formation ausdehnen, namentlich wenn man auch 
die petrographische Beschaffenheit der Schichten näher berücksich- 
tigen wird. 


In nachstehender Tabelle versuche ich es, die Reihen- 
folge aller charakteristischen Schichten des Rakonitzer Beckens über- 
sichtlich aufzustellen und die grösstentheils von mir daselbst nach- 
gewiesenen einzelnen Glieder der hiesigen Ablagerungen mit denen 
der anderen, geologisch verwandten Gegenden Mittelböhmens, wie 
sie da von den einheimischen Geologen (in dem Pilsner Becken na- 
mentlich von Dr. Frič), unterschieden werden und wie ich dieselben 
auch selbst an allen instructiven Stellen der mittelböhmischen Stein- 
kohlenablagerungen zu beobachten die Gelegenheit hatte, in einer 
sedrängten Uibersicht zu parallelisieren. 


Aus derselben wird auch das Verhältniss des Lubnaer Stein- 
kohlenflötzes zu den übrigen carbonpermischen Schichten ersichtlich. 


216 


Charakteristische Schichten des Rako- 


nitzer Steinkohlenbeckens. 
(Reihenfolge von oben abwärts.) 


Die Mächtigkeit ist namentlich bei den stärkeren 
Schichten durch approximative Durchschnitts- 


zahlen angegeben. 


Gegen die Mitte des Beckens zu erreichen die 
Sandsteine und Letten eine grössere Máchtigkeit. 


Identisches oder analoges 

Vorkommen in den anderen 

carbonpermischen Gegenden 
Mittelböhmens. 


Kounower Schichten. 


I. 


1 m. (gewöhnlich schwächer). 


5 m. Rothe Sandsteine und Letten 
mit Kalkeinlagerungen. Kalk von 
Kroschau, dessen röthliche oder grünliche 
Platten Palaeoniscus-Schuppen enthalten und 
jenen von Braunau ähnlich sind. 


10m. Graue kaolinische Sandsteine. 


Im Steinbruche bei Herrndorf und im Ei- 
senbahneinschnitt bei Krupá. 


01 m. Schwarte mit Thierresten. 


Am Fusse des Zbänberges und bei Herrn- 
dorf. 


05 m. Grauer Letten, zuweilen mit 


Coprolithen und Fischschuppen. Überall 
unter der Schwarte. 
005 m. Dunkelbrauner blättriger 


Kohlenschiefer. Überall wo die Schwarte 
vorkommt, ausserdem auch bei Veclov und 
Svojetín. 


Kounower 
Kohlenflötz. Miteinem Zwischenmittel. Mit 
einer Flora wie Sigillaria Brardii etc. Am Fusse 


des Zbänes. Bei Herrndorf, Veclov u. Svojetín. 


05 m. Dunkler Letten mit schwar- 

zen anstehenden Araucariten, im Stein- 

bruche na Háji bei Povlčín. Auch in Hředl, 
Mutějovic und Kounová. 


3 m. Bráunlicher Letten mit Jorda- 


nia moravica Helm., Dictyopteris Bron- 

gniarti Gtb., Cyclopteris trichomanoides Gtb. 

etc. in Gutwirt’s Stollen bei Mutějovic. 
Auch na Háji bei Povlčín, 


Bei Klobuk und Zlonic im 
Schlaner Becken. 


Arkosen - Sandsteine im 
Pilsner Becken, mit anste- 
henden Araucaritenstámmen. 

Ebenso bei Klobuk. 


Im Schlaner Becken bei Zá- 
boř ete.; bei Studňoves be- 
deutend. modificiert. 

Im Pilsner Becken bei Lo- 
chotín, Kottiken, Malesic 
(nach Stur). 


Im Schlaner Becken (Krou- 
čov, Studňoves). 


Im Schlaner Becken. 


-© Hangendflotz. 
Schlaner Flótz. 
Liehner FI. 
Rossitzer Fl. 


Schlaner Becken (Studüoves 
ete.). Schlucht bei Kottiken 
im Pilsner B. 


Schelles bei Plas. 


II. Lubnaer Schichten. 


I. Kounower Schichten. 


: M Charakteristische Schichten des Rako- 


nitzer Steinkohlenbeckens. 
(Reihenfolge von oben abwárts.) 


Die Máchtigkeit ist namentlich bei den stärkeren 
Schichten durch approximative Durchschnitts- 


zahlen angegeben, 


Gegen die Mitte des Beckens zu erreichen die 
Sandsteine und Letten eine grössere Mächtigkeit. 


917 


Identisches oder analoges 

Vorkommen in den anderen 

carbonpermischen Gegenden 
Mittelböhmens. 


3 m. Grauer Sandstein. Im Stein- 


bruche na Häji. 


ferthon mit festeren Sandsteineinla- 
gerungen u. leibgrossen Sphaeroside- 
ritknollen. Führt Pflanzentrümmer. Oft 
kalkig. Eisenbahneinschnitt zwischen Lu- 
žná und Kounová. Vilenz bei Jechnitz (in 
einem Steinbruche an d. Karlsbader Strasse). 


mit Coprolithenconcretionen. (Diese auch 
faustgross). Braune Sphaerosideritplatten 
mit Acanthodes-Stacheln. 
; Im Eisenbahneinschnitt zwischen Lužná, Kru- 
pá u. Kounová. Coprolithen von Hředl, Svo- 
jetín (auf den Feldern) und Jechnitz (gegen 
Steben zu, in einem bráunlichen Letten). 
Ausser Hiedl sind alle drei Fundorte neu. 


5 m. Grauer auch röthlicher, meist 


kalkartiger Sandstein. Zwischen Lužná 
und Kounová. Auch Mutějovic, Hředl etc. 


| Ca. 100 m. Graue und rothe Sand- 
steine mit rothen Letten wechsellagernd, 
Eisendeckel u. Araucaritenstámme 
enthaltend. 
Umgebung von Lubná, Hostokrej, Rakonitz, 
Lužná. 


der Schieferthon. 
Erweinschacht in Lubná, kleine Schächte 
v Brantu. 


1 m. bláulich grauer, auch heller 


Schieferthon,pflanzenführend. Ent- 
hält Sphaerosiderite mit Pflanzenresten, 
Fundort wie oben. 


6 m. Bräunlicher, sandiger Schie- 


4 m. Dunkler, auch brauner Letten 


Röthlicher pflanzenführen- 


Nyran 


Auch im Pilsner Becken bei 
Kottiken. 


Bei Třebichovic und Knobiz 


im Schlaner B. Bei Kotti- 
ken etc. im Pilsner B. 
Bei Třebichovic und in der 
Schlucht von Kottiken habe 
ich auch kalkige Lager ge- 
funden. 


Dieselben bei Kottiken etc. 


Frič's Žilower Knollen- 
Ahnliche Sphaerosideritplat- 
ten fand ich auch bei Tře- 
bichovic, doch ohne Thier- 

reste. 


Kanafassandsteine im Pils- 
ner B. 


und Třemošná im 
Pilsner B. 


215 


ze o en 


Charakteristische Schichten des Rako- 


nitzer Steinkohlenbeckens. 
(Reihenfolge von oben abwärts.) 


Die Mächtigkeit ist namentlich bei den stärkeren 
Schichten durch approximative Durchschnitts- 


zahlen angegeben. 


Gegen die Mitte des Beckens zu erreichen die 
Sandsteine und Letten eine grössere Mächtigkeit. 


Identisches oder analoges 
Vorkommen in den anderen 
carbonpermischen Gegenden 

Mittelböhmens. 


Schichten. 


Lubnaer 


II. 


15 m. (maximum). Lubnaer Kohlen- 
flötz, mit einem schwarzen Zwischenmittel, 
das auch Sphaerosiderite enthält. 

Bei Lubnä. Untergeordnet in Hostokrej und 
Moravia. Modificiert (mit mehreren Zwischen- 
mitteln) in Krčelák. 


01m. Cannelkohle in Lubná. 


0:1 m. Bituminöser Brandschiefer, 


Lubná. 


1. m. Weissgrauer Letten, dto. 
01 m. Bitum. Brandschiefer, dto. 


1 m. Grauer Letten mit Brandschiefer- 


streifen und theilweise grünlichen Ca- 
lamiten dto. 


1m, Porphyrtuff, grau, roth. 


In Petrovic, Hostokrej (v Brantu), Lubná 
und Krčelák. Wahrscheinlich auch in Mo- 
ravia. 


2 m. Kohlenschiefer mit einem tuffähn- 


lichen, weisslichen Zwischenmittel in Lubná. 
Auch Krčelák. 


Nyřaner Kohlenflötz im 
Pilsner B. 
Zeměcher Kohlenflötz im 
Schlaner B. 


Nýřan, Třemošná. 
dto. 


Gestr. Gaskohlenplatten dto. 


Grůne Gaskohlenplatten mit 
Calamiten dto. 


II. a. Obere Radnitzer Schichten. 


ca. 80 m. Aufgelöster moltyrähnlicher 
Sandstein auf Moravia. Grauer fester 
Carbonsandstein in Hvozdná, Přílep 
(im Kunz’schen Steinbruche in einer oberen 
Schichte mit Walchia piniformis). Auch im 
Liegenden des Lubnaer Steinkohlenflötzes. 


3 m. (maximum). Das obere Rádnitzer 


Kohlenflötz mit mehreren constanten 
Baccillarites-Zwischenmitteln und mit der 
„grossen Opuka“. 

Führt eine reiche Flora, wie Noeggerathia 
foliosa, intermedia, Antholithes ete. 


Stein-Žehrovic bei Kladno. 
Moltýř-Sandstein bei Radnitz. 
Ähnliche Arkosen in dem- 
selben Horizonte in allen 
mittelböhm. Becken. Auch 
im Liegenden des Nyřaner 
Kohlenflötzes. 


In allen mittelböhmischen 
Steinkohlenbecken. 


3 


= 
219 
Charakteristische Schichten des Rako- 
(Reihenfolge von oben abwärts.) Vork 1 
Die Mächtigkeit ist namentlich bei den stärkeren | YOrkommen in den anderen 
W Schichten durch approximative Durchschnitts- | carbonpermischen Gegenden 
Br zahlen angegeben. Mittelböh 
8 Gegen die Mitte des Beckens zu erreichen die : ATEIDIIERS. 
3 Sandsteine und Letten eine grössere Mächtigkeit. 
(S Moravia und Petrovic, auf letzterem Fund- 
Be orte bedeutend reduciert, dennoch aber mit 
: Baccillarites. Wahrscheinlich auch in Hosto- 
jé krej vertreten.*) 
= = 3 m. Schleifsteinschiefer mit einer | Derselbe in allen mittel- 
= =, reichen Flora, wie: Noeggerathia intermedia, | böhm. Becken, jedoch bisher 
2.2 foliosa und die Fruchtähren beider Arten, | ohne Noeggerathia interme- 
k 3 N. speciosa etc. dia und bloss einmal bei 
ský Moravia, Krčelák, Chladná Stráň, Belšanka, | Radnitz mit Noeg. foliosa. 
i s S Spravedlnost, Huřviny. Wahrscheinlich auch 
" m Hostokrej. 
ir u M 
VA = 
*) Auch die Detailgliederung des oberen Radnitzer Kohlenflötzes von Moravia 
(Abraum) entspricht jener des Kladnoer Flótzes: 
Abraum der Moravia, Kladno. 
| Kohlenkranz 0:10 m. 6. Kohlenbank. 
É Graues Zwischenmittel 0:31 m. Graues Zwischenmittel. | 
| „I. Kohlenflötz“ 1'58 m. 5. Kohlenbank. 
já Graues Zwischenmittel 0'15 m. Gr. Zwischenmittel. 
| Kohle 031 m. 4. Kohlenbank. 
k Gr. Zwischenm. 0-15 m. Graues Zwischenmittel. 
i Kohle 0:31 m. 3. Kohlenbank. 
3. FE PLES MIR Una ir nn Da || EIZ P P E nn Er a on { 
4 Graues Zwischenm. 0:30 m. Gr. Zwischenmittel. | 
: Í Kohle 0'95 m. 2. Kohlenbank. 
: S APE p 
Kohlen./ Helles Zwischenmittel mit einer Dasselbe helle Zwischenmittel 
Witz“ bläulichen Unterlage 0'20 cm. „velká Opuka“. 
AR Kohle 1'20 m. 1. Kohlenbank. 
(S. oben.) 


220 


Charakteristische Schichten des Rako- 
nitzer Steinkohlenbeckens. Identisches oder analoges 
(Reihenfolge von oben abwärts.) 
Die Mächtigkeit ist namentlich bei den stärkeren 
Schichten durch approximative Durchschnitts- | earbonpermischen Gegenden 


Vorkommen in den anderen 


zahlen angegeben. 
Gegen die Mitte des Beckens zu erreichen die 
Sandsteine und Letten eine grössere Mächtigkeit. 


Mittelböhmens. 


| 


1 m. Gelber lettiger Sandstein, (an Radnitz, Stradonitz. 
der Luft manchmal rosenroth werdend), mit 
Noegg. intermedia ete. 

Namentlich in Chladná Stráň, Belšanka, Krčelák. 


2 m. Das untere Radnitzer Kohlen- In allen Becken. 

flötz, oft verschiefert, zuweilen, auf Mo- | Mit Ausnahme des Jemnik- 
ravia, mit Baccillarites problematicus. Schachtes bisher ohne Bau- 

Moravia (hier das 3. Flötz genannt), Krče- cillarites. 


lák, Chladná Stráň, Hostokrej. 


5 m. Auf Moravia ein gelblicher, lettiger Sand- | In der kohlenflötzleeren 

stein, ein grauer, zuweilen verkieselter Letten | Gruppe bei Radnitz auch 

und ein Conglomerat mit Granaten. | ein granatführendes Con- 
glomerat. 


I. b. Untere Radnitzer Schichten. 


Erwähnenswerth sind endlich die grauweissen Töpferthone, 
die sich auf der nördl. Seite von Rakonitz über Bendovka bis in 
den Herrndorfer Wald hinziehen. Wenn dieselben nicht eines jün- 
geren Ursprunges sind, etwa ein cretaceisches Gebilde, dessen Reste 
im ganzen Rakonitzer, und ich glaube auch im Pilsner Becken, sich 
zerstreut vorfinden; so müssten sie die höchste Stelle der Lubnaer 
Schichten im obigen Profil einnehmen. Im Pilsner Becken, bei Kot- 
tiken und Třemošná schliessen die Kaoline und die feuerfesten Thone 
die Schichtenreihe der Steinkohlenablagerungen ab. 

Leider findet der Rakonitzer Thon bisher keine bergmännische 
Gewinnung und mehrseitige Benützung wie die Thone und Kao- 
line von Pilsen und wird bei Rakonitz lediglich zu gewöhnlichen 
Töpferarbeiten und dazu noch auf eine primitive Weise gewonnen. 

Derselbe Vorwurf aber muss da auch wegen der Nichtverwerthung 
der Gaskohle aus dem bereits Decennien lang bestehenden Bergbau 
von Lubnä mit einem noch grösseren Nachdrucke erhoben werden. 


D21 


23) 
Über die Fauna von Madagaskar. 
k DEE Vorgetragen von Dr. Johann Palacky am 23. Juni 1882, 
= Das Böttgersche Reptilienverzeichniss aus Madagaskar zählt 


160 sp. auf nach Ausscheidung der 2 zweifelhaften Psammoplis sibi- 
lans L. u. Tropidonotus schistosus Dum. Bdbr. Der Reichthum dieses 
Verzeichnisses zeigt sich, wenn man es mit den 65 Sáugethieren 
und 220 sp. Vögeln (Hartlaub) vergleicht. Von diesen sind 129 
endemisch (63 spec. Säugethiere, 104 Vögel spec.) — 19 in Afrika, 
12 in Mauritius, 11 in Bourbon, 7 in Indien, 4 auf den Canaren, 
3 in Australien, 2 in Südamerika. Es gibt 28 Schlangen, 12 Schild- 
kröten, 36 Kröten, der Rest sind Eidechsen. Von den Schlangen 
sind 4 Typhlops, 4 Dipsas, 2 Pythoniden, der Rest Colubriden (6), 
Dendrophyden, Dryophiden — interessant nur Liophis (quinquelinea- 
tus) aus einem amerikanischen Geschlecht. Die Eidechsen sind Zo- 
nuriden (incl. Tracheloptychus) 17 — Sepsiden 13, Gekoniden (25), 
k 7 Iguaniden (die sonst amerikanisch), vor Allem 21 Chameleoniden 
(10 endemisch, deren Heimath hier zu sein scheint). Das Crocodil 
ist wohl das indische. Die Schildkröten sind mehr afrikanisch. Unter 
den Kröten dominiren die Hyliden (23) und Raniden — die Bufo- 
niden sind nur durch das end. gen. Rhombofryne repräsentirt. 
hi Im Ganzen ist das Resultat nicht der alten Lemuria-Theorie 
(Selater) günstig. Die Verwandtschaft mit Afrika ist grösser als mit 
Indien, mehrfach ist Ähnlichkeit mit Südamerika (Iguaniden, Pyt- 
honiden). Auffällig ist das Fehlen von Trionyx. Einzelne Eidechsen 
sind weit verbreitet, so Ablefarus boutoni, Hemidactylus mabuja, 
mutilatus, Platydactylus nepediacus, vor Allem Chameleo bifidus. 


NESS Pře Eee A pe 


a TE a 5 


IS 


29, 


Úber das krystallisirte Kieselfluormangan. 


Vorgetragen von Prof. Fr. Štolba an 23. Juni 1882. 


Diese Verbindung, welcher die chemische Formel Mn Fl,, Si Fl, — 
=- 6 HO zukommt, wird am besten durch Behandlung von kohlen- 
saurem Mangan mit Kieselflusssäure dargestellt, kann aber auch aus 


222 


schwefelsaurem Mangan mittelst Kieselfluorbarium erhalten werden. 
In beiden Fällen müssen reine Materialien verwendet werden. 

Geht man von der Kieselflusssäure aus, so trägt man in die- 
selbe bei gewöhnlicher Temperatur etwas weniger als die berechnete 
Menge von kohlensaurem Mangan in kleinen Antheilen ein, wobei 
fleissig gerührt werden muss und verdampft die Lösung am besten in 
Platingefässen im Wasserbade. Hiebei scheidet sick zu einer gewissen 
Zeit ein gelatinöser Niederschlag aus, von dem die Lösung durch 
Filtration geschieden wird. Als Filter verwendet man hiebei zweck- 
mässig extrahirte Leinwand oder Baumwollstoff, da selbe sehr rasch 
filtriren und eine wiederholte Verwendung zulassen. Die bis zum 
Salzhäutchen verdampfte Lösung wird durch rasches Abkühlen und 
Umrühren daran gehindert grössere Krystalle abzusetzen. Der er- 
haltene Krystallanschuss wird von der Mutterlauge durch Absaugen 
getrennt, in der genügenden Menge kalten Wassers gelöst, die fil- 
trirte gesättigte Lösung verdampft, rasch abgekühlt u. s. w. In der- 
selben Weise wird die verdampfte Mutterlauge behandelt. 

Lässt man grössere Mengen der siedend heiss gesättigten Lö- 
sungen des reinen Salzes langsam abkühlen, oder auch die kalt ge- 
sättigten Lösungen freiwillig verdunsten, so erhält man grössere 
Krystalle, welche jedoch mitunter so viel Mutterlauge eingeschlossen 
enthalten, dass sie auch nach bestem äusserlichen Abtrocknen zer- 
rieben einen nassen Brei liefern können, welcher Umstand betreffs 
der Reindarstellung der Verbindung nicht zu übersehen ist. 


I. Die Eigenschaften der Verbindung. 


Das Salz krystallisirt bei freiwilliger Verdunstung der kalt ge- 
sättigten Lösung in mitunter sehr grossen rosenrothen Krystallen, 
welche dem hexagonalen Krystallsysteme angehören. Es sind nämlich 
sechsseitige von einem Rhomboeder geschlossene Säulen, wo jedoch 
die Spitzen fast immer sehr unvollkommen ausgebildet erscheinen. 
Dasselbe gilt auch bezüglich der aus heisser Lösung abgeschiedenen 
Krystalle. Zum Behufe der Analyse müssen die Krystalle, da sie 
immer mehr oder weniger Mutterlauge einschliessen, fein zerrieben 
und in bekannter Art durch Pressen zwischen Filtrirpapier getrocknet 
werden. Das erhaltene Salzpulver ist weiss, luftbeständig, und seine 
Zusammensetzung entspricht der eben angeführten Formel. 

Die Dichte der reinen feinzerriebenen Verbindung wurde in 
zwei Versuchen zu 


223 


A oe 
ji v 


© 18941—19136 bei 171,9 C also im Mittel zu 19038 (172/9 0) 


befunden. 
Bei derselben Temperatur lóst sich ein Theil des Salzes in 
- 0714 Theilen Wasser”) zu einer Salzlösung auf, deren Dichte = 
= 144825 gefunden wurde, In heissem Wasser ist das Salz viel 
leichter löslich, so dass eine heisse gesättigte Lösung beim Erkalten 
eine reichliche Krystallisation ausscheidet. 

Wird das Salz in der genügenden Menge concentrirter Salz- 
säure gelöst und die Lösung in Platingefässen verdampft, so wird 
das Salz vollkommen zersetzt und liefert die berechnete Menge von 
-  Chlormangan; so erhielt ich bei wiederholten Versuchen durch Ver- 

dampfen im Wasserbade einen Rückstand, welcher 23:47%/, Chlor 
statt den berechneten 23°28°%, enthielt. 

Ebenso leicht wird die Verbindung durch concentrirte Salpeter- 
säure zerlegt, auch hier ergab dle Lösung des Salzes in Salpeter- 
säure beim Verdampfen einen Rückstand, welcher ganz frei war von 
Kieselfluor-Mangan. 

4 Wird das Salz bei langsam steigender Temperatur vor- 
sichtig bei Luftzutritt erhitzt, so entweicht das Wasser und der 
Fluorkiesel und der Rückstand bestehet schliesslich aus Mangan- 
-© oxyduloxyd, dessen Menge der Rechnung sehr nahe entspricht, da 
-© die darin enthaltene Menge von Mangan so gefunden wurde, wie es 
i Zusammensetzung des Salzes verlangt. Man muss sich jedoch hiebei 
= hüten die Temperatur alzu rasch zu steigern, da sonst der Rück- 
stand schmilzt und alsdann der Oxydation hartnäckig widerstehet. 
: Wird das Salz anhaltend bei 1009 C getrocknet, so verliert es 
Wasser und Fluorkiesel und zwar zum gróssten Theile, allein ein 
Theil desselben haftet dem verbleibenden Fluormangan so hartnäckig 
an, dass er selbst bei 40stündigem Trocknen nicht vollständig aus- 
getrieben wurde. 

© So ergab eine Probe bei 40stündigem Trocknen bei 100° C 
-einen Rückstand von 32.66°/,, während dem Fluormangan ein solcher 
von 30539, entsprochen hätte, 

4 Wird das Salz langsam steigend bis auf 2009 C erhitzt, so hinter- 
lässt es 31609, Fluormangan, welchem noch kleine Mengen Kiesel- 
- fluormetall beigemengt sind. 


3 %) Es enthielten nämlich nach wiederholten Bestimmungen 100 Theile der ge- 
sättigten Lösung 58'33 Theile Salz. 


224 


Versetzt man die Lösung des Salzes mit feingeriebenem neu- 
tralen Kalium oder Natriumsalzen, so lange sich das hinzugefügte 
Salz auflösen will, so scheidet sich das entsprechende Alkalisiliko- 
fluorid aus und zwar vollständig, nachdem die Kieselfluorverbindungen 
des Kaliums und Natriums in den Lösungen der neütralen Alkali- 
salze fast ganz unlöslich sind. 

Dieses Verhalten bietet ein bequemes Mittel zur Analyse be- 
züglich der Bestimmung des Fluorkiesels dar. 

In Weingeist ist das Salz um so weniger löslich, ja grösser 
der Alcoholgehalt desselben ist. 


II. Die Zusammensetzung und Analyse des Salzes. 


Zum Behufe der chemischen Analyse des Salzes wurden die 
Bestandtheile wie folgt bestimmt. Das Mangan als Manganoxydul- 
oxyd in einer vorsichtig gerösteten Probe des Salzes. 

Das Silicium aus der entsprechenden Menge des Kieselfluor- 
kaliums. 

Der gesammte Gehalt an Fluor nach demselben Wege. 

Die Analyse ergab Zahlen, die mit den berechneten verglichen 
werden mögen, wobei Mn = 55:14. 


Theorie gefunden 
U ee re ll, 
Ve a en, 
B ee I UB 
GO ee 


III. Anwendungen des Salzes. 


Diese sind vor der Hand nur wissenschaftliche, da das Kiesel- 
fluormangan geeignet ist zur zweckmässigen Darstellung einiger Man- 
ganverbindungen mittest der entsprechenden Alkalisalze, namentlich 
der Kaliumsalze. Von technischen Anwendungen kann vorläufig noch 
keine Rede sein, obwohl sich in der Folge einige derselben in der 
Färberei und dem Zeugdruck ergeben dürften. 


IV. Schlussbemerkungen. 


Nachdem das Kieselfluormangan isomorph ist mit den analogen 
Verbindungen des Eisens, Cobalts, Nikels, Zinks, für welche sich mir 


in, 


Pleo E vou o Ao n S B a od ve 


A 


© die Formeln R Fl, Si FI,- 6'/, HO, ergaben, so habe ich in Folge 

dieser Arbeit die Frage des Wassergehaltes jener Verbindungen durch 
neue Bestimmungen zu erledigen gesucht, und werde seiner Zeit 
über das Ergebniss dieser neuen Arbeiten berichten. 


30. 


Über die Flora von Oregon. 


Vorgetragen von Dr. Johann Palacky am 7. Juli 1882. 


Der Vortragende verglich die Howellsche Flora von Oregon 
(mit Washington und Idaho) mit der tertiären Flora des Nord- 
-© westens der Us von Lesquereux. Die Oregonflora ist heute eine 
-  Südwestgränze für viele arktische Pflanzen — geringer, aber inter- 
-© essanter ist die Nordgränze mancher tropischen Pflanzen — Loasa- 
ceen, Lobeliaceen, Elatine, Cleome, Celtis und vor allem Fatsia 
Brasenia peltata. Ein grosser Theil der gen. der heutigen Vegetation 
war schon zur Tertiärzeit vorhanden — Selaginella, Pteris, Equise- 
tum, Phragmites (öningensis damals, jetzt communis) Cyperus, Carex, 
Lemna, Pinus, Quercus, Corylus, Alnus, Betula, Populus, Salix, Vi- 
burnum, Cornus, Vitis, Acer etc. 

Das Fehlen der südlicheren Sequoia und Taxodium, sowie einer 
ganzen Reihe von atlantischen (und miocenen Formen) gibt zur 
Vermuthung Anlass, dass die Eiszeit im Westen von Nordamerika 
tiefer herabreichte und verheerenderer wirkte, als im Osten. 


N al da 


31, 


Zur quantitativen Bestimmung des Fluortitankaliums 
durch Acidimetrie. 


Vorgetragen von Prof, Fr. Štolba am 7. Juli 1882. 


Das Nachstehende umfasst eine grössere Anzahl von Versuchen, 
welche in der Absicht angestellt wurden, darüber Aufklärung zu er- 
langen, ob sich das Fluortitankalium ähnlich wie des analog zusam- 
- mengesetzte Kieselfluorkalium acidimetrisch bestimmen liesse, da 


15 


226 


dieser Verbindung eine stark saure Reaktion zukommt und dieselbe 
in wässeriger Lösung durch Alkalien entsprechend der Formel 
2 KFl, TiFl, +- 4 KOH = 6 KFI-+-Ti(OH), 

zersetzt wird. Á 

Setzt man T% — 48, so würden nach dieser Gleichung einem 
Cubiccentimeter Normallauge nach Mohr 0'06002 gm. Fluortitan- 
kalium entsprechen. Die Versuche wurden mit einem eigens dar- 
gestellten reinen Pr&parate angestellt und dasselbe fein zerrieben 
und im entwässerten Zustande verwendet. Dasselbe wurde nach dem 
Abwägen in überschüssigem heissem Wasser gelöst und die kochend- 
heisse Lösung mit dem betreffenden Indicator versetzt und die titrirte 
Lauge bis zum bleibenden Eintritt der alkalischen Reaktion zugefügt. 


1. Die Versuche unter Anwendung von Lakmustinktur. 


Hiebei wurde beobachtet, dass die Titansäure nur bei sehr 
schwachen und äusserst verdünnten Flüssigkeiten in Lösung verblieb, 
während sie sonst fleckig und durch den Lakmusfarbstoff gefärbt 
niederfiel. Der Eintritt der alkalischen Reaktion musste an der 
Flüssigkeit oberhalb des Niederschlages beobachtet werden und er- 
forderte Übung und Geduld. 

Eine Versuchsreihe ergab dieses. 


Fluortitankalium 


genommen berechnet 
0:0215 Gramme. . ..... 0:0219 Gramme 
0:0565 RER a ee 00583 5 
0:0878 FE ER 0:0896 E 
0:1291 n er er n 
0'163 ER re ee 01653 5 
0.3283 ST Re 0.3422 5 
03813 E EN HR 0.3854 ž 
0:5076 BE PRA Zk ki AS 4 05117 A 


Wie aus dieser Reihe folgt, wurden hier durchwegs höhere 
Zahlen erhalten, wobei sich zumeist eine Annäherung an die richtige 
Zahl ergiebt. 

Die Ursache dieses Befundes liegt darin, dass die gefällte 
Titansäure stets etwas Alkali mitreisst, wodurch ein Mehrverbrauch 
an Lauge bewirkt wird und scheint die Menge des durch die Titan- 
säure gebundenen Alkalis je nach den Umständen zu wechseln. 


ob v 


zu diesen Bestimmungen besser eignet als der Lakmusfarbstoff, indem 
der Eintritt der alkalischen Reaktion sehr scharf zu beobachten ist 
und schliesslich eine rosenrothe Flüssigkeit über dem Bodensatze 
der weissen Titansäure stehet, so stellte ich auch diessfalls Versuche 
an, und zwar mit diesem Ergebnisse, wobei eine Zehntelnormallauge 
(Mohr) Verwendung fand: 


Fluortitankalium 


genommen berechnet 
1. 00228 Gramme. . . . 0'02441 Gramme 
2. 0:0228 ER Ra I OL 5 une 
5 3. 0:0228 ee m ÚNUZLE ů : ei: 
ey. 4. 00228 N aa AI BEN! 5 ad 
5. 00456 EN AOA 5 A 
6. 00456 ae OZ i “ 
T. 00456 UVA ý 5 
8. 00912 ya 1050004665 4 
I. 00912 re UOSOTE 3 : 
E 10. 00912 S ak a re UNS 5 ; 
JŠ 11. 0228 Ars 09k, 5 
Bi. 12. 0'228 ee OLE 5 A 
13. 0228 a 02400, iR 
14. 0'456 ee er ULASH x ® 
M 005901064- < 0203 s n: 


Auch hier wurde demnach aus denselben Grůnden stets eine 
srössere Menge Fluortitankaliums berechnet als genommen worden 
war, und ergab sich demnach auch hier durch diese Art der Be- 
rechnung eine unbefriedigende Annäherung. 

k Es lag nun nahe für einen oder mehrere stimmende Versuche 
3 den Titer der Lauge auf das reine Fluortitankalium zu 


Fluortitankalium 
genommen berechnet 
1. 00228 Gramme . ... . 002252 Gramme 
2. 00228 » aber en ED u 
15* 


BO 
BO 
00 


genommen berechnet 
3. 00228 Gramme. . . . 002252 Gramme 
4. 00228 » Da ADAVZ DJ) ” 
5. 00456 B ar UDAL 5 
6. 00456 3; RER EEE) £ 
7. 00456 3 A ADA % 
8. 00912 A SITZ É 
9. 00912 5 1222, 2,520:09058 a; 
10. 00912 5 ren 003) Ola) 5 
11. 02280 „ A 20200985 3 
12. 0'456 5 ur. A000 u 
13. 02536 5 02520 


In diesen Fällen, wobei, wie ans stets unter ähnlichen Um- 
ständen gearbeitet wurde, ergab sich demnach eine ziemliche Überein- 
stimmung der Seana und ist diese Methode fůr angenáherte 
quantitative Bestimmungen des Fluortitankaliums bei Anwendung von 
Phenolphtalein als Indicator anzuwenden. Auf diesem Wege wurde 
z. B. unter Anderem gefunden, dass die gesättigte Lösung von Fluor- 
titankalium im Wasser bei einer Dichte = 10097 (21° C.) 125 
Theile Salz enthielt, was zu den Angaben Marignais gut stimmt, und 
einer Löslichkeit in 78'6 Theilen Wasser entspricht. Auf dieselbe 
Art wurde weiter ermittelt, dass das Fluortitankalium in den Lösungen 
vieler Alkalisalze schwieriger löslich ist als in Wasser. 

So löst sich z. B. ein Theil Fluortitankalium bei 22° Cels. auf 
in 520 Theilen Salpeterlösung von. . ...... 8°/, Salzgehalt 
in 563 DEN VOL ANO ER IE 2195 
oder bezüglich des schwetel&suren Kaliums löst sich 

bei 23° Gels. 1 Theil Fluortitankalium auf 
in 370. Theilen der Salzlösung von... -22 . 5%, Salzgehalt 
in 562 i 5 5 Me el LE o c 32% - 


» 


Zur quantitativen Bestimmung der Oxalate der Ceryt- 
metalle durch Maasanalyse. 


Im Jahre 1879 machte ich in diesen Sitzungsberichten darüber 
Mittheilung, dass nach meinen Erfahrungen das Cer als oxalsaures 
Cer durch Maasanalyse völlig genau bestimmt werden könne, und 
dass die Resultate zahlreicher Versuche mit der Bührigischen Zahl 
Ce = 14127 sehr gut stimmen. 


S u 3 yo K 
c a 


229 


Ich habe seither nicht nur mit dem Ceroxalate, sondern auch 


-mit den reinen Oxalaten von Lanthan und Didym gearbeitet und 


lege hiemit das Ergebniss dieser Arbeiten vor. 


a) Zur Bestimmung des Cers. 


Diese wird, wie ich früher angegeben, ausgeführt, indem das 
Ceroxalat in heisser verdünnter Schwefelsäure gelöst und die titrirte 
Chamaeleonlösung vorsichtig hinzugefügt wird, bis die rothe Färbung 
stehen bleibt. 

Man kann hiebei nach vollendeter Lösung des Ceroxalates in 
der heissen verdünnten Schwefelsäure mit der Titrirung beginnen, und 
diess ist, wo es angeht, das Beste oder man kann auch so vorgehen, 
dass man die über dem noch ungelöst gebliebenen Ceroxalate ste- 
hende Auflösung bis zum Eintritte der rothen Farbe titrirt, abwartet, 
bis sich wiederum ein Theil gelöst hat, nun wieder Chamaeleon 
hinzufůgt u. s. w. bis zur vollendeten Lösung allen Čeroxalates. 

Da man jedoch alles Ceroxalat auflösen muss, um es titriren 
zu können, so ist es am besten die Auflösung des Ceroxalates in 
der verdünnten Schwefelsäure durch Erwärmen auf etwa 60—70° C. 
unter Umrühren oder Umschwenken im Kolben zu bewirken und 
hierauf zu titriren. 

Hiebei muss ich auf einen von mir früher nicht hervorgeho- 
benen Umstand aufmerksam machen, der die Erkennung der End- 
reaktion beim Titriren des Ceroxalats sehr unterstützt. 

Während man sich bei der Bestimmung anderer Oxalate durch 
Chamaeleon an den Punkt halten muss, wo eben die rothe Färbung 
eintritt und verbleibt, hat man hier beim Cer ein zweites werth- 
volles Kennzeichen, dass alle Oxalsäure höher oxydirt worden ist. 
Während nämlich die Oxalsäure in heisser sauren Lösung neben 
Cersuperoxydsalzen nicht existiren kann, und demnach die Bildung 
eines solchen ausgeschlossen ist, so lange noch die kleinste Menge 
Oxalsäure vorhanden ist, findet sofort nach der Zersetzung der Oxal- 
säure in der sauren heissen Lösung die Bildung eines Cersuper- 
oxydsalzes statt, die sich daran zu erkennen gibt, dass die Flüssigkeit 
deutlich gelb gefärbt erscheint und zwar um so intensiver, je mehr 
Cersuperoxydalsalz gebildet wird. 

In Folge dieses Umstandes verschwindet nach eben vollendeter 
Oxydation des Ceroxalat’s, respektive der freigewordenen Oxalsäure 
die eben eingetretene rothe Farbe nicht spurlos, sondern, wenn sie 


230 


verschwindet, tritt an ihre Stelle eine verbleibende deutlich gelbe 
Fárbung auf, so dass man hierin ein zweites Kennzeichen der voll- 
endeten Titrirung hat, und diess ist jedenfalls ein recht vortheilhafter 
Umstand für diese Bestimmung, den das Cer vor anderen in ähnli- 
cher Art bestimmbaren Oxalaten voraus hat. 

Nach diesen Bemerkungen will ich einige Zahlenbelege hier 
anführen. 

Zu den Versuchen diente zunächst ein reines lufttrockenes 
Cer, welches nach dem Glühen 45'01°/, Cersuperoxyd entsprechend 
44'90°/, Ceroxyd hinterliess. 

Dieses Präparat wurde, wie beschrieben, durch Titriren bestimmt 
und fand hiebei eine auf oxalsaures Blei gestellte Chamaeleonlösung 
ihre Verwendung, welche (Ce = 14127) für einen Cubikcentimeter 
4884 Milligrammen Ceroxyd entsprechen sollte. 

Hiebei ergab sich dieses. 


Genommen Verbraucht CC. Berechnet %, 
CČeroxalat Chamaeleon Ceroxyd 
1. 0005 grm: - 045 C. C.. „439655 
22.0.0005, 2 es S WOW PE 45:08 „ 
ZO E a oo a ana 44-62, 
22008153 „turen. 75 rer 4494, 
DIR 48 82 S E Beet 4489 „ 
E30 109: a die « DO200 5 Os eee 4494, 
100689. 302... . BLHO o 4494, 
8.181308: 1 S 104 p ASE 4491, 


Wie sich aus diesen Zahlen ergiebt, ist die Übereinstimmung 
der Resultate recht befriedigend. 

Zu einer zweiten Versuchsreihe diente dasselbe Präparat, aber 
eine andere Chamaeleonlösung, deren Titer per 1 Cubikcentimeter 
3'685 milligram. Ceroxyd entsprach. 


Er 


Genommen 
Ceroxalat 


01281., 
0254., 
0.0588 , 
01251. 
0:6028 , 
12909. , 


NOWAPNr 


Verbraucht CC. 


Berechnete °/, 


0032 vorm 352 


Chamaeleon Ceroxyd 
399:0:005 03/83 CE 44-919, 
10300755 see SSH 4488 „ 
JOD 4497, 
las nat 4481, 
193055 45:06 „ 
1350-2, „4493 
153740: 57 . 4491, 


231 


Dasselbe Práparat ergab nach dem Trocknen bei 1009 Cels. 


Sdurch maasanalytische Bestimmung... 2... 4 ©. 46'920], 
Er uahtend die Formel (e&,(5,0,), FIH,0. . 2.2.2... 4661 „ 
L A eroxydal verlangt. 
E | b) Zur Bestimmung des Lanthans. 


Das reine Lanthanoxalat wurde genau wie das Ceroxalat be- 
handelt, wobei die vollendete Oxydation durch den Eintritt der 
rothen Färbung bezeichnet wurde. Zu den Versuchen diente luft- 
trockenes Lanthanoxalat , welches bei wiederholter Bestimmung 
44:70°/, Lanthanoxyd lieferte. 


Setzt man La=138'9, so sollte eine vorräthige Chamaeleon- 


lösung per 1 C. C. 3'639 Milligrammen Lanthanoxyd entsprechen. 
Ich fand dieses: 


Genommen Verbraucht CC. Berechnete °/, 
Lanthanoxalat Chamaeleon Lanthanoxyd 
É O Om... 2. I. 0 a mn. 4472 
: REO A UN DDR dak . 4414, 
: VER AE py PPR VAV MO 4910, 2 ae. 44:78 „ 


: In einer bei 100° C. getrockneten Probe von Lanthanoxalat 
j wurde auf dieselbe Art der Gehalt an Lanthanoxyd zu 46559, ge- 
funden, während die Formel 46°29°/, Lanthanoxyd verlangt. 
Bei dieser Gelegenheit muss ich bemerken, dass ich auch Ver- 
suche angestellt habe das Lanthanoxyd alkalimetrisch zu bestimmen 
und dass mir die Versuche gute Resultate ergaben. 


Ich werde übrigens auf diesen Gegenstand noch in einer eigenen 
Arbeit zurückkommen. 


FAT, X jé 


b) Zur Bestimmung des Didyms. 


Zu den nachfolgenden Versuchen diente ein sehr reines Prá- 
© parat, welches bei 120° Cel. getrocknet worden war, und nach wie- 
derholter gewichtsanalytischer Bestimmung genau 50°, Didymoxyd 
enthielt. 


Ě: Setzt man Di = 1465, so entsprachen einer vorráthigen Cha- 
-© maeleonlosung per 1 C. C. 38076 Milligramme Didymoxyd. 


Die Versuche ergaben dieses; 


ky Sn SE l ET KT 
0 Me č 


232 


Genommen Verbraucht CC. Berechnete °/, 
Didymoxalat Chamaeleon Didymoxyd 
112562 grme' er 28 16595566 „5022 
20 O DA c ee 230078020 talek 50:20 „ 

3. 02546 „ 33:00 ee 5028 „ 
4..0:0252 DDD IH Re 50:29 
DOZ Moda aa 328.0, . 5029, 
622000 Eee, 616x: VSA 50:26 „ 
10:00 10 6:6 RI Z L SE 50:26 „ 
81000" 13208 3; .50'26 , 
OV NINE REISE TR 5025 „ 
KOS OZ o rar, 5025 
B0500: u de 20 000005 . 5025 


Hier ergab sich constant ein etwas höherer Gehalt "an Didym- 
oxyd gegen die gewichtsanalytische Bestimmung, wobei jedoch zu 
bemerken ist, dass die Zahl Di= 1465 wahrscheinlich etwas zu 
hoch ist. 


Schlussbemerkung. 


Nachdem die Cerytmetalle bei Einhaltung gewisser Vorsichts- 
massregeln in Form reiner Oxalate und diess vollstándig aus ihren 
entsprechenden Lösungen gefällt werden können, bietet das hier 
Angeführte ein Mittel zu deren quantitativen Bestimmung auf dem 
Wege der Maasanalyse. 


32. 


Über den Zusammenhang der geologischen Verhält- 
nisse und der Wasserführung, namentlich in Bezug 
auf die Lösung der Trinkwasser-Frage. 


Vorgetragen von Prof. J. Krejčí am 7. Juli 1882. 


In Folge einer eingehenderen Untersuchung der sanitären Ver- 
hältnisse wurde in neuerer Zeit in einigen Städten von Böhmen die 
Beschaffung von besserem Trink- und Nutzwasser angeregt, und zu 
diesem Zwecke Prof. J. Krejčí als geologischer Experte eingeladen. 


NER: Ai ch 


o r bo p Zák US 5 


233 
Gewöhnlich wird nach dem Beispiele von Wien ‚und anderen 


Städten eine einheitliche Wasserleitung angestrebt, die zu- 
gleich den Bedarf an Trink- und Nutzwasser zu decken im Stande wäre. 


Dies ist aber bei uns nur in gebirgigen Gegenden möglich, wo 
die Quellbäche noch rein sind und ein solches Gefälle haben, dass 
eine Gravitationswasserleitung möglich ist; in den meisten Fällen 
aber stellen sich einer einheitlichen Wasserleitung theils wegen der 
ungenügenden Quantität und Qualität des vorhandenen Wassers, theils 
wegen den unerschwinglichen Kosten unüberwindliche Hindernisse 
entgegen und die Wasserversorgungs-Frage kann dann nur durch 
Theilung der Aufgabe entsprechend gelöst werden, indem die 
Beschaffung des Trinkwassers von der Beschaffung des Nutzwassers 
getrennt, und ersteres nach Möglichkeit den naheliegenden Quellen, 
das andere aber den nächsten Flüssen entnommen. wird. 


Unsere älteren Städte liegen grösstentheils auf einem im Laufe 
von vielen Jahrhunderten verunreinigten und namentlich von Fäca- 
lien imprágnirten Boden, die Stadtbrunnen enthalten in Folge davon 
dann ein so schlechtes Wasser, dass es zu nichts weniger geeignet 
ist, als zum Trinken. Glücklicherweise befinden sich aber in der 
Nähe gewöhnlich reichliche Quellen mit dem besten und reinsten 
Wasser, das aber aus Unkenntniss unbenützt abfliesst. 


In einem solchen Verhältnisse befindet sich namentlich die Stadt 
Kaaden. Den tiefsten Untergrund bildet daselbst ein schöner fla- 
sriger Gneus, in welchen der die Stadt bogenförmig umfliessende 
Egerfluss eingeschnitten ist. Auf dem Gneus liegt unmittelbar oligo- 
cäner Sandstein, und über diesem, Schichten von Basalttuff und festem 
Basalt, aus welchem namentlich der nahe grosse Purberg jenseits 
des Egerflusses terassenförmig aufgebaut ist. Auf den Basalten ruht 
endlich die Braunkohlenformation der Umgebung als eine jüngere 
miocäne Bildung. 


Die Stadt wird durch eine alte Wasserleitung aus dem Gebiete 
der Braunkohlenformation mit Trinkwasser versehen, das in einem 
offenen Reservoir angesammelt wird. Die Qualität dieses Wassers 
erwies sich bei der chemischen und mikroskopischen Untersuchung 
als ganz schlecht und ebenso ist in den städtischen Brunnen sämmt- 
liches Wasser sehr verunreinigt. Das Nutzwasser wird durch ein 
Wasserwerk im Egerfluss geschöpft und kann durch Reconstruirung 
und durch eine Anlage von Filtrirkästen leicht in einen solchen 


Zustand gebracht werden, dass es jeglichen Anforderungen entspricht, 


234 


indem das Flusswasser der Eger oberhalb der Stadt ausser bei Hoch- 
wasser rein und namentlich sehr weich ist. 

Schwieriger erscheint die Beschaffung des Trinkwassers, weil 
alle Quellen und Brunnen in der unmittelbaren Nähe der Stadt ein 
mehr oder weniger verunreinigtes Wasser führen. 

Bei einer Begehung des Terrains in einer etwas grösseren Ent- 
fernung von der Stadt findet man aber jenseits der Eger am Fusse 
der steilen Gehänge des grossen Purberges im Gebiete der Basalt- 
tuffe in Wiesengründen eine Menge reichlicher Quellen, welche ein 
ausgezeichnetes reines und erfrischendes Wasser enthalten. Der 
Niveauunterschied dieser Quellen gegen den Stadtboden ist so be- 
deutend und dabei die Distanz (etwa eine halbe Stunde Weges) so 
klein, dass mit geringen Kosten eine Zuleitung des Wassers mittelst 
Röhren bis in die Stadt ausgeführt werden kann. 

Durch die Benützung dieser Quellen kann also die Stadt Kaaden 
ihre bisherige Trinkwassercalamität für alle Zeiten beseitigen. 

Die Stadt Budweis liegt inmitten einer weiten mit miocänen 
Tertiärschichten ausgefüllten Thalniederung, die ehemals grössten- 
theils versumpft war. Der Untergrund der Tertiärschichten bildet 
Gneus, und aus demselben bestehen auch alle die Thalniederung 
umliegenden Hügel und Berge. Der Moldaufluss fliess mitten durch 
die Niederung und an seiner Vereinigung mit dem Maltschfluss liegt 
die Stadt. 

Beide Flüsse enthalten ein vorzügliches Nutzwasser; nur muss 
es ober der Stadt geschöpft werden, bevor es durch die städtischen 
Abzugskanäle verunreinigt ist; auch ist eine Filtrirvorrichtung für 
die Zeit des Hochwassers nothwendig. 

Das Trinkwasser, das in den zahlreichen und sehr reichlichen 
Stadtbrunnen bisher geschöpft wurde, ist durchgehends ungemein 
verunreinigt; auch das in der Umgebung innerhalb der Stadt in 
Versuchsbrunnen im Gebiete der tertiären Schichten aufgeschlossene 
Wasser hat sich als sehr unrein erwiesen, woran die mit organischen 
sich zersetzenden Stoffen angefüllten oberen Tertiärschichten Schuld 
sein mögen. Es war daher ein glücklicher Fund, den der H. Ober- 
ingenieur Passini machte, als er zum Behufe eines Wasserversorgungs- 
projektes die Umgebung von Budweis untersuchte, dass er die Quellen 
in den Wiesengründen bei Nedobyle aufschloss. Diese Quellen ent- 
springen in einem isolirten kleinen Tertiärbecken, das aus Sand und 
plastischem Thon bedeckt und ringsum von Gneushügeln umgeben 
ist. Die Qualität des Wassers wurde bei der chem. Analyse als vor- 


235 


 züglich befunden und die ziemlich hohe Lage gestattet eine Gravitations- 


leitung zu der etwa 1'/, Stunden entfernten Stadt. Man hatte anfangs 
die Absicht, von diesen Quellen aus eine einheitliche Wasserversor- 
sung von Budweis einzurichten, ging aber davon nach dem Resultate 
der von Prof. Krejčí unternommenen Untersuchungen ab, indem es 


sich zeigte, dnss die Quellen für den Trinkgebrauch wohl hinrei- 


chendes Wasser liefern (etwa 400 K. M. täglich), aber für den Haus- 
gebrauch doch zu gering sind. Die Stadtvertretung liess dem zu 
Folge auf den Rath des Prof. Krejčí durch Herrn Passini (Bauunter- 
nehmung des Baron Schwarz in Wien) eine doppelte Wasserleitung 
für Trinkwasser aus den Quellen von Nedobyle, und eine aus dem 
Moldauflusse mittelst eines Druckwerkes Die Lösung der Aufgabe 
ist so vorzüglich ausgefallen, dass sich Budweis mit dem besten 
und schönsten Wasserwerke in Böhmen rühmen kann. — 

Die Stadt Jaroměř liegt im Gebiete der grauen Plänermergel 
(Teplitzer Stufe der böhm. Kreideformation), deren tiefere Unterlage, 
nämlich die Weissenberger Pläner und die cenomanen Quadersand- 
steine erst in weiterer Entfernung an den ansteigenden Rändern der 
Kreideformation nördlich und nordwestlich zu Tage treten. Die Pläner- 
mergel sind theilweise von einem mächtigen Ziegellehm, theilweise 
auch von mächtigen Gerölle- und Schotterablagerungen bedeckt, deren 
Material aus dem nahen Riesen- und Adlergebirge stammt. 

Der Elbefluss schneidet sich in scharfen Windungen in die 
Plänermergel ein und auf einer durch diese Windungen gebildeten 
engen Halbinsel liegt die Stadt Jaroměř, während ihre Vorstädte 
theils den Thalgrund, theils den Plateaurand des Plänergebietes ein- 
nehmen. Die Brunnen in der Stadt und den Vorstädten sind ent- 
weder in der Schotterdecke des Plänermergels, oder in diesem selbst, 
oder im Thalalluvium angelegt, und ergaben bei der chem. Unter- 
suchung ein durchgehends ungemein verunreinigtes Wasser. 

Erst ausserhalb dem Weichbilde der Stadt erweisen sich die 
unter der Schotterdecke (zwischen Jaroměř und Josefsstadt) entsprin- 
genden Quellen als ganz rein und auch ziemlich reich (300 K. M. 
im Tage). 

Diese Quellen wurden also der Stadt als zur Versorgung mit 
Trinkwasser geeignet, vorgeschlagen, indem von denselben aus durch 


eine Röhrenleitung der tiefere Theil der Stadt mit Trinkwasser un- 


mittelbar und von da aus mittelst eines kleinen Dampfdruckwerkes 


auch der höhere Stadttheil versehen werden kann. Das Quellwasser, 


durch natürliche Filtrirung in den Schotterablagerungen gereinigt, 


236 


ist viel besser als das in den Plánerschichten erschlossene, da letzteres 
wegen der háufigen Pyriteinsprengungen im Pláner, an Sulphaten, na- 
mentlich an Gyps, sehr reich ist. 


Das Nutzwasser muss auch fernerhin aus der Elbe geschöpft 
werden. Eine Filtrirvorrichtung ist aber unumgánglich nothwendig, 
indem das Elbewasser im gróssten Theile des Jahres trůbe ist, da 
es oberhalb der Stadt Jaroměř durch das Gebiet der permischen 
Formation fliesst, und nach jedem Regen von den rothen Sandsteinen 
dieser Formation gefärbt wird. Überhaupt ist das Elbewasser auch 
bei Jaroměř bei weitem nicht so rein als das Moldauwasser bei Prag, 
da dieses oberhalb Prag durchgehends durch das Gebiet des Ur- 
gebirges und der silurischen Schiefer fliesst. — 


Was endlich die neuen Versuchsbrunnen bei Radotin unweit 
Prag anbelangt, so werden dieselben nach dem Rath des Prof. Krejčí 
vom Prager Stadtrath angelegt, und zwar auf Grund derselben geolo- 
gischen Verhältnisse, wie früher schon auf der sogenannten Juden- 
insel bei Smichov. Eine einheitliche Wasserversorgung von Prag, 
entweder aus dem Gebiete der Isersandsteine bei Vrutic, oder aus 
den Grundwássern des Elbethales zwischen Brandeis und Čelakovic, 
oder von Neratovic, wäre den gegebenen geologischen und orogra- 
phischen Verhältnissen gegenüber, ein ganz verfehltes, unnütz theueres 
und technisch ungemein schwieriges Project, und zwar unnütz haupt- 
sachlich schon desswegen, weil in der unmittelbaren Nähe von Prag 
Wasser von eben derselben Qualität wie bei Vrutic und im Elbe- 
thale und in jeder beliebigen Quantität erschlossen werden kann. 


Der Versuchsbrunnen auf der Judeninsel bei Smichov lieferte 
ein tägliches Quantum von 3000 K. M. Wasser, das in seiner Qua- 
lität viel besser war, als das meiste bisher verwendete Trinkwasser 
von Prag. Da aber wegen der Nähe von Smichov eine künftige 
Verunreinigung desselben befürchtet wurde, so beantragte Prof. Krejčí, 
einen ähnlichen Versuchsbrunnen oberhalb Prag und ganz ausser dem 
Bereiche der menschlichen Ansiedlungen, und zwar auf derselben 
Thalspalte der Moldau und auf einem ähnlich gelegenen Punkte, wie 
bei Smichov, wo sie nämlich von einer anderen Thalspalte durch- 
schnitten wird. Als ein solcher Punct wurde eine Stelle in den Fel- 
dern zwischen Gross-Kuchel und Radotin bezeichnet, wo sich die 
beiden Thallinien des Beraunflusses und des Moldauflusses schneiden. 
Die Thalsohle ist hier ziemlich breit und mit mächtigem Alluvialsand 
und Schutt ausgefüllt, der die geologischen Gebirgsspalten verdeckt 


231 


-© und wo sich also reichliches Gebirgsspaltenwasser und Grundwasser 
mischen muss. 

: -© Der dort angelegte Versuchsbrunnen ergab in der That ein 
nicht blos reichliches Wasser (5000 K. M. täglich), sondern ein auch 
qualitativ sehr reines und gutes, freie Kohlensäure führendes Wasser 
vom Härtegrad 11, das sich als Trinkwasser vorzüglich eignet. 


Das Moldauwasser wird nebstdem, nachdem es durch Filtrir- 
vorrichtungen gereinigt ist, allen Bedarf an Nutzwasser durch die 
bisherigen und die noch anzulegenden Wasserwerke (bei Podol) lie- 
fern können. 


Durch die Realisirung des Projectes einer doppelten Wasser- 
leitung, wie sie von Prof. Krejčí gegen alle diejenigen Gutachten 
standhaft vertreten wird, die auf die geol. Verhältnisse der Umge- 
bungen von Prag keine Rücksicht nehmen, und die auf der that- 
sächlichen Erkenntniss des Gebirgsbaues der Umgebungen von Prag 
beruht, wird wohl endlich die so peinliche Wasserfrage unserer Haupt- 
stadt eine allseits befriedigende Lösung finden. 


39. 


Neue Fundorte von Steinkohlenpflanzen in Böhmen. 


Vorgetragen von Dir. Karl Feistmantel, am 7. Juli 1882. 


I. Die Ablagerungparthie von Wranova bei Mies. 


; Bekanntlich werden die grösseren Complexe der mittelböhmischen 
3 Steinkohlengebilde von einer Anzahl abgetrennter, isolirter, ver- 
- schieden grosser Ablagerungsparthieen begleitet, die sich vorwaltend 
in südlicher und südöstlicher Richtung von jenen gruppirt und ver- 
 theilt befinden. 


Eine solche isolirte Ablagerungsparthie liegt auch bei den 
- Dörfern Wranowa, Swina und Wuttau, ungefähr eine halbe Stunde 
5 Weg’s östlich von Mies. Diese Parthie ist sonach in westlicher 
Richtung von der Pilsner Steinkohlenablagerung ; von dem südlichsten 
Theile derselben gegen Nordwest hinausgeschoben, wodurch sie eine 
Ausnahme von den meisten übrigen isolirten kleineren Ablagerungen 
des Steinkohlengebirges bildet, 


238 


Dieser kleinen Steinkohlengebirgsparthie ist bisher wenig Auf- 
merksamkeit geschenkt worden. In den verschiedenen Abhandlungen 
und Berichten früherer Beobachter über die Vorkömmnisse und Ver- 
hältnisse im Bereiche der mittelböhmischen Steinkohlenablagerung 
findet man kaum eine Erwähnung der Localität Wranowa bei Mies. 

Nur Ferd. v. Lidl zeigt in seiner Abhandlung: „Beiträge zur 
geognostischen Kenntniss der Steinkohlenformation im Pilsner Kreise 
in Böhmen“. (Jahrbuch der k. k. geologischen Reichsanstalt, VII. 
Jahrgang, 1856) das Vorkommen vom Steinkohlengebirge bei Mies an, 

Indem er schon darauf hinweist, dass ausser dem eigentlichen 
Pilsner Becken noch kleinere Ablagerungsparthieen in der Nähe des- 
selben bestehen, so dass das Becken ursprünglich ausgedehnter ge- 
wesen sein muss, erwähnt er betrefis der Mieser Parthie: „Die 
bedeutend westlich des Pilsner Beckens liegenden, der Steinkohlen- 
formation angehörigen Ablagerungen bei Mies, am Galgenberge, Maus- 
berge, zwischen Wuttau und Klein-Chotěschau scheinen ehemals eine 
selbstständige Mulde gebildet zu haben, später aber theilweise zer- 
stört worden zu sein., Eine nähere Schilderung der bestehenden 
Verhältnisse wird nicht geliefert. 

In der That aber befindet sich in dieser Parthie ein Kohlenflötz 
abgelagert, das noch heut Gegenstand eines freilich nur primitiv be- 
triebenen unbedeutenden Bergbaues ist. — Unmittelbar beim Dorfe 
Wranowa trifft man eine Anzahl Schächte an, die über ein wenig 
ausgedehntes Terrain vertheilt, grösstentheils verlassen sind. Nur 
in einzelnen wenigen wird noch Kohle gewonnen, die theils beim 
Hausbedarfe, theils zur Kesselbeheizung bei einzelnen Bleierzzechen 
in der Umgebung von Mies Verwendung hat. 

Das abgelagerte Kohlenflötz, über die durch die Schächte be- 
zeichneten Gränzen nur wenig verbreitet, nimmt einen bedeutend 
kleineren Flächenraum ein, als die durch an der Oberfläche er- 
scheinende Sandsteinschichten angedeutete Ablagerung selbst. 

Man findet diese schon bei dem näher gegen Mies zu gelegenen 
Orte Swina beginnen, und sich von hier nach Wranowa hinab ziehen 
und theils gegen Klein-Chotěschau, theils bei Muldau verbreiten. 

Namentlich in der Umgebung von Swina werden einzelne Par- 
thieen roth gefärbter Sande an der Oberfläche beobachtet. Die Auf- 
lagerung der sandigen Schichten ist hier eine wenig mächtige und 
theilweise unterbrochene, so dass noch stellenweise von Swina gegen 
Wranow zu der die Unterlage der ganzen Ablagerung bildende azoische 
Thonschiefer zu Tage tritt. 


Auch das Kohlenflötz bei Wranowa selbst liegt in nur geringer 
Tiefe, und wird mit 10, 12 bis 18 Metern Tiefe erreicht. Dabei 
werden vom Tage aus aber graue oder gelblich gefärbte Sandsteine 
durchsunken, unter denen, 2 bis 4 Meter mächtig graue Schieferthone 
folgen, welche das unmittelbare Hangende des Kohlenflötzes bilden. 

Das Kohlenflötz erreicht ebenfalls 2 bis 4 Meter Máchtigkeit, 
wovon erstere die regelrechte ist. Es ist in dieser Máchtigkeit von 

drei nahe über einander liegenden Zwischenmitteln, aus grauem 
Schieferthone bestehend, durchsetzt, also in mehrere einzelne Lagen 
oder Bänke getrennt. Diese einzelnen Kohlenlagen wechseln in 
ihrer Stärke wohl etwas, aber nicht so bedeutend, wie diess bei den 
Zwischenmitteln der Fall ist, so dass die Zunahme der Flötzmächtig- 
keit von 2 bis zu 4 Metern auf Rechnung eines Anwachsens der 
Zwischenmittel, nicht aber der Kohlenlagen erfolgt. 

Die unterste Kohlenlage ist gewöhnlich etwas über 0:3 Meter 
mächtig; die zunächst über ihr folgende Schieferthonzwischenschichte 
wechselt aber von 03 bis 15 Meter. Die übrigen Kohlenlagen sind 
dann 0:15 bis 03 Meter wechselnd stark, und auch die weiteren, 
sie trennenden Zwischenmittel sind unbeständig mächtig. 

Eine, seiner Zeit durchgeführte Bohrung unter das Kohlenflötz 
soll, nachdem noch etwas Schieferthon und zumeist Sandsteine an- 
gefahren wurden, bei gegen 60 Meter Tiefe den azoischen Thonschiefer 
ohne eine weitere Spur eines Kohlenflötzes, erreicht haben. 

Die Beschaffenheit der Kohle ist die der in den Flötzen der 
mittelböhmischen Steinkohlenablagerung im Allgemeinen vorkom- 
menden sogenannten Schieferkohle, von theilweise nur mittlerer Qua- 
lität. Besonders ist die unterste Bank häufig und stark verschiefert 
und treten in ihr auch Brandschieferschichten auf. 

Bei dem Umstande, dass neue Schächte nicht abgeteuft, die 

- Hangendschiefer sonach nicht gefördert werden, die von früheren 

- Schachtabteufungen gewonnenen Halden aber grösstentheils durch 

Witterungseinfluss zerstört und verwittert, theilweise auch ausgebrannt 

sind, war es ınir nur mit Mühe und längerem Zeitaufwande möglich, 

eine etwas grössere Anzahl von in den Schichten dieser Ablagerung 
vorkommenden Pflanzenresten kennen zu lernen. 

3 Selbst die bei dem jetzigen Abbaue des Kohlenflötzes nothwendig 

mit zu gewinnenden Schieferthone aus den Zwischenmitteln gelangen 

-nur theilweise auf die Halden, da der grössere Theil derselben, um 

- Zimmerung zu ersparen, und abgebaute Strecken vor Einbruch zu 

_ schůtzen, zum Versatze verwendet wird. 


240 


So bildet die Anzahl der auf den Halden aufgefundenen Arten 
von Pflanzenresten gewiss nur einen Bruchtheil jener, die unter 
günstigeren Verhältnissen in den Schieferschichten der Ablagerung 
eingeschlossen gefunden werden würde. 

Sie ist aber genügend, einen Schluss auf das Alter des Kohlen- 
flötzes und auf den Horizont, dem es angehören dürfte, ziehen zu 
können. — 

Aufgefunden wurden folgende Arten: 

Calamites Suckowi, Brongn. ; in einzelnen ziemlich breiten Stamm- 
bruchstücken. 

Calamites approximatus, Schloth.; nur in wenigen kleinen 
Bruchstücken. 

Asterophyllites grandis, Sternb.; ein Stengelstück mit wenigen 
Wirteln und Abzweigungen. 

Asterophyllites equisetiformis, Schloth.; ein einziges kleines 
Bruchstück eines Asterophylliten, das nach der Beschaffenheit 
der Blattwirtel am wahrscheinlichsten dieser Art zugehörig er- 
kannt werden musste. 

Annularia longifolia, Brongn.; in noch gut erhaltenen, zahlreiche 
Wirtelblätter an den Knoten aufweisenden Exemplaren. 

Bruckmannia tuberculata, Stbg. (Stachannularia tuberculata 
Weiss); ein Abdruck mit einem Wirtel der vorhergehenden Art 
gemeinsam auf einem in Auflösung begriffenen Schieferstücke, 
aber dennoch deutlich kennbar und die zwischen den Blatt- 
wirteln stehenden, nach abgefallenen Sporangienträgern erübrigten 
Narben zeigend. 

Sphenophyllum emarginatum, Brongn.; meist nur einzelne 
Blattwirtel oder kurze Stengelstücke. 

Neuropteris flexuosa, Gutb.; einzelne lose Blättchen und kleine 
Fiederbruchstücke. 

Hymenophyllites furcatus, Boni sp.; ein einziges gut erkenn- 
bares Fragment. 

Cyatheites oreopteridis, Göpp. sp.; nur selten vorgekommen. 

Cyatheitesarborescens, Schloth. zahlreich, in verschieden grossen 
Wedelbruchstücken, theils gut erhalten, hie und da fructificirende 
Fiederbláttchen. An allen Schächten vorgekommen. 

Lycopodites selaginoides, Stbg. Endspitze in einem einzigen 
Abdrucke. 

Lepidophloyoslaricinum, Sternb.; theils in ziemlich grossen und 
breiten Rindenstücken und auf mehreren Halden beobachtet. 


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o V DR, LAM SS Sa z N IR £ ý 


241 


Sigillaria Cortei, Brongn.; nur ein Exemplar, bei dem die etwas 
unvollkommen an den Rippen erhaltenen Narben die Anwesen- 
heit dieser Art anzunehmen gestatten. 

Sigillaria sp.; häufige Rindenreste mit gerippter Oberfläche, aber 
nicht oder nur unvollkommen angezeigten, eine sichere Bestim- 
mung der Art nich zulassenden Narbenspuren, von vorhergehender 
Art aber doch verschieden scheinend. 


Stigmaria ficoides, Brongn.; häufiges Vorkommen an allen 
Schächten in oft ziemlich grossen und breit gedrückten Exem- 
plaren. — 


Cordaites borassifolius, Sternb.; einzeln zerstreute Blattreste, 


Carpolithes Bockschianus, Göpp. Berg. in einem ziemlich gut 
‘erhaltenen Abdrucke. 


Carpolithes Parkinsoni, Brongn.; mehrere Früchte dieser Art in 
einem einzigen Schieferstücke. 


Die Gesammtzahl der bei Wranowa beobachteten Arten von 
Pflanzenresten beträgt sonach 19. — Sie sind sämmtlich in auf den 
Halden abgelagerten Schieferthonen von zumeist grauer Farbe ein- 
geschlossen vorgekommen, 

Ausserdem wurden aber gerippte Sigillarien-Rinden in der Kohle 
selbst und einzelne Calamitenstücke, der Art nach näher nicht 
bestimmbar, zumeist in Faserkohle umgewandelt gefunden. 

Die am häufigsten vertretenen Arten waren Sigillarien, Cyatheites 
arborescens und Stigmaria ficoides. 

Letztere Art hat sich vornehmlich in aus den Zwischenmitteln 
zu Tag geförderten Schieferthonen eingeschlossen gezeigt. 

Der Character der Flora mit häufigen Resten gerippter Sigilla- 
rien, und mit überwiegend vertretener Stigmaria zwischen den übrigen 
angeführten Arten lässt nur auf die Zugehörigkeit des Kohlenvor- 
kommens bei Wranowa zu den Liegendflötzen der mittelböhmischen 
Steinkohlenablagerung, zu den sogenannten Radnitzer Schichten, 
schliessen. — 

Die Gliederung des Kohlenflötzes, das Vorkommen mehrerer 
kurz über einander folgender Zwischenmittel von grauem Schiefer- 
thone, in denen häufige Abdrücke der Stigmaria erscheinen, zeigt 
alle Verwandtschaft mit der Unterbank, oder der Sohlendeckenbank 
des Radnitzer Oberflötzes, mit dessen, in den südlicheren Parthieen 
der Pilsner Ablagerung bestehender Eigenheit, dass die einzelnen 
- Zwischenmittel (die Sohlendecken) einen steten, oft auffälligen Wechsel 

16 


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242 


in ihrer Mächtigkeit erleiden, auch das Kohlenflötz von Wranowa gut 
übereinstimmt. 


Ein der Unterbank des Radnitzer Kohlenflötzes entsprechendes 
Kohlenlager ist auch das obere der beiden, in der Umgebung von 
Nůrschan, Steinaujezd ete. abgelagerten Liegendflótze. Die Entfer- 
nung der Localitát Wranowa von der Umgebung genannter Orte ist 
keineswegs sehr bedeutend, und sollen zwischen beiden Orten allent- 
halben Sandstein und Schotterparthieen sich hinziehen. 


Es liegt sonach der Schluss nahe, das Kohlenvorkommen bei 
Wranowa als eine durch erfolgte Zerstörung der verbindenden Zwischen- 
schichten ausser Zusammenhang gebrachte Fortsetzung der Liegend- 
Nlötzablagerung am nordwestlichen Rande des südlichen Theils der 
Pilsner Kohlengebirgsparthie zu betrachten, und die ursprüngliche 
Verbreitung dieser lezteren bis in die Gegend von Mies zu erkennen. 


In der Umgebung Nürschan-Steinaujezd etc. liegt unter dem, 
der Unterbank des Radnitzer Oberflötzes entsprechenden, noch ein 
zweites, dem Radnitzer Unterflötze analoges, von ersterem durch 
Schleifsteinschiefer getrenntes Kohlenlager. 


Unter den auf den alten Halden bei Wranowa befindlichen 
Schieferstücken kommen nun theilweise auch hie und da solche vor, die 
durch hellere gelbliche Färbung und grössere Härte sich von den 
bei weitem vorherrschenden mehr thonigen und grauen Schieferthonen 
unterscheiden, aber an denen ich den echten typischen Character der 
Schleifsteinschiefer nicht beobachten konnte. 


Es ist indessen nicht unmöglich, dass diese etwas abweichend 
beschaffenen Schiefer ein Repräsentant des das Oberflötz unter- 
lagernden Schleifsteinschiefercomplexes sein können, und dass der 
Bestand der Unterflötzgruppe durch dieselben in einiger Modification 
bis nach Wranowa hinaus angezeigt erscheint. 


Möglicher Weise sind auch die einzelnen in der Umgebung von 
Swina vorkommenden rothen Sandparthieen als Überreste einer früher 
bestandenen, aus der Umgebung von Chotěschau-Sekrschan bis hieher 
erstreckt gewesenen Verbreitung der dort noch heut befindlichen 
rothen Sandsteinschichten des Hangendzuges zu betrachten. 


Das Kohlenflötz bei Wranowa wird auch nicht selten durch 
Verwerfungsklüfte unterbrochen, die in der Richtung von Süd gegen 
Nord streichen und meist östlich verflächen, dabei das Flötz selbst 
bis 5 Meter tiefer legen. 


243 


II. Umgebung von Manetin. 


x In weit grösserer Ausdehnung wird das Terrain in der Umge- 
3 bung von Manetin mit Sandsteingebilden und eingelagerten Schiefer- 
-© thonen, zwischen welchen hie und da Kohlenflötze erschürft wurden, 
bedeckt. 

Die hier abgelagerten Gebilde zeigen sich aber schon in ihrer 
petrographischen Beschaffenheit abweichend von jenen. Besonders 
westlich und nördlich von Manetin trifft man vorwaltend roth ge- 
färbte Schichten, Sandsteine und Sandsteinschiefer an der Oberfläche 
auftreten und den Böden auf weite Strecken eine braunrothe Farbe 
ertheilen. 

Am östlichen Rande und in der südlicheren Verbreitung der 
Ablagerung fehlen die rothen Schichten zumeist; es werden vorwal- 
tend graue und gelbliche Sandsteine, auffallend grobe Conglomerate 
oder Schotterböden angetroffen, wie bei Littau, die wahrscheinlich 
einer Verwitterung der Conglomerat-Bänke entstammen. 


In früher angefertigten geognostischen Karten der Umgebung 
von Merklin sind diese östlich und südlich gelegenen Strecken der 
Ablagerung als carbonische Formation, die westlich und nördlich ver- 
breiteten als Permformation eingezeichnet. 


Untersuchungen auf das Vorkommen von Steinkohlen sind im 
Gebiete dieser Ablagerung mehrfach vorgenommen worden, waren aber 
nur zumeist in der Nähe des östlichen Randes derselben von einigem 
Erfolge begleitet, in so fern, als in der That Kohlenflötze erschürf 
wurden, wie bei Spankowa, Rading, Ladmeřitz, etwas südöstlich bei 
Zwoln, östich von Modschidl, am sogenannten Sauberge. 


Von allen diesen Localitäten besteht nur noch am Sauberge ein 
schwacher Kohlenbergbau, der für den Hausbedarf der Umgebung ein 
geringes Quantum Steinkohle liefert. Überall sonst war das Kohlen- 
- vorkommen von geringer Mächtigkeit und auch ungenügender Beschaf- 
fenheit, dass sich eine Fortsetzung des Betriebes nicht lohnend erwies, 


In Folge dessen ist auch nur wenig über die näheren Verhält- 
nisse der Kohlenflötzablagerung ermittelt worden. Vorwaltend wird 
eine angetroffene Mächtigkeit von 0°6 bis 1'0 Meter angegeben. 
| Eben so liefern die Halden bei den einzelnen bestandenen 
-  Sehächten, die nun fast gänzlich zerfallen oder ausgebrannt sind, i. 
-fast kein Materiale mehr, um nähere Einsicht in die Beschaffenheit = 
- der durchsetzten Schichten gewinnen zu können. a 

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244 


Es war sonach auch die Ausbeute an organischen Überresten 
eine nur spärliche und gewiss mangelhafte. 

Zumeist scheinen es Schieferthone und Brandschiefer gewesen 
zu sein, die vor Erreichung der Kohlenflötze durchsunken werden 
mussten ; wenigstens werden Überreste von Sandsteinen anf den 
alten Halden nur untergeordnet beobachtet. Dagegen fehlen Bruch- 
stücke von Sphärosideriten nicht. 

In den Überresten von Schiefern war es nur bei Zwoln, am 
Sauberge möglich, eine Anzahl erkennbarer Pflanzenreste aufzufinden. 

Dieselben gehören nachfolgenden Arten an: 

Calamites Suckowi, Brongn. scheint nur selten gewesen zu sein. 

Annularia longifolia, Brongn. ein gut erhaltener Abdruck. 

Bruckmannia tuberculata, Sternbg. nur ein kleines Bruchstück 
beobachtet. 

Cyatheites dentatus, Brongn. sp.; mit für die Bestimmung der 
Art genügend erhalten gewesener Nervatur. 

Cyatheites arborescens, Schloth. sp. in mehreren Exemplaren, 
theilweise mit angedeuteten Fructificationsorganen. 

Cyatheites Miltoni, Göpp. ein einziges Bruchstůck, das in der 
äussern Form der Fiederblättchen auf diese Art bezogen werden 
musste, 

Cyatheites Bredovii? Germ, ein einzelnes Fiederchen, das nach 
Form und Nervatur den Fiederblättchen dieser Art sich am 
wahrscheinlichsten anreiht. 

Alethopteris Serlii, Brongn., mehrere, theils noch in grösseren 
Bruchstücken erhalten gewesene Abdrücke. 


- Hymenophyllitesfurcatus, Brongn. sp. ein unbedeutendes schlecht 


erhaltenes Bruchstück, dessen Bestimmung sonach nicht voll- 
kommen sicher ist. 
Cordaites borassifolius, Sternbg. in mehreren Bruchstücken. 
Araucaroxylon Schrollianum, Göpp. Auf den Halden bei Zwoln 
unter zersetzten Schiefern sind einzelne Stücke dieser Art in 
Folge ihres verkieselten Zustandes der Verwitterung wider- 
stehend, aufgefunden worden, mit Kohle imprägnirt, als soge- 
nannte schwarze Araucariten, ganz in derselben Weise, wie sie 
sonst überall als Begleiter des Hangendflötzes der mittelböhmi- 
schen Steinkohlenablagerung, also mit den Kounowa’er Schichten 
angetroffen werden. 
Die Zahl der im Ganzen aufgefundenen Pflanzenreste ist sonach 
bloss auf 11 Arten vertheilt; eine geringe Ausbeute, die sich durch 
den Mangel geeigneten Material’s erklärt. 


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245 


Von diesen eilf Arten erlauben die meisten keinen definitiven 
Schluss auf den Horizont, dem die Kohlenflötze angehören. Cyatheites 
Bredowii, eine Art, die in der böhmischen Steinkohlenablagerung 
bisher nicht beobachtet wurde, ist leider nicht genügend gut erhalten 
vorgekommen, um über die Bestimmung vollkommen sicher zu sein. 

Dagegen ist Araucarites Schrollianus, Göpp. eine Art, die nach 
allen so vielseitigen Erfahrungen im Gebiete unserer Kohlenablage- 
rungen stets nur als Begleiter der Schichten, und als schwarzer 
Araucarit in Gesellschaft des Hangendkohlenflötzes, oder der soge- 
nannten Kounowa’er Schichten angetroffen wird, und das Vorkommen 
derselben auch bei Zwoln, wo es aus den Schächten zu Tage geför- 
dert wurde, zeigt, dass wir es in den mit diesen Schächten eröffneten 
Kohlenflötzen nur mit solchen zu thun haben, die dem Hangendzuge 
unserer Ablagerung angehören. 

Ein weiterer Anhaltspunkt für diese Ansicht, und nach den 
bestehenden Verhältnissen ein zuverlässiges Beweismittel ist das 
Vorkommen von Schwarte und Brandschieferstücken mit eingeschlos- 
senen Fischschuppen, die ich auf den Halden und besonders auf 
jener eines verlassenen Schurfschachtes bei Spankowa, südlich von 
Manetin, ebenfalls nahe am östlichen Rande der Ablagerung und 
ausserhalb des Bereiches der rothgefärbten Schichten sammeln konnte. 


Der Schurf erreichte nach Durchsinkung von gelblichen Sand- 
steinen, und darunter von etwas Schieferthonen mit der Schwarte 
das Kohlenflötz in geringer Tiefe. Es besass dasselbe bei einem 
Streichen von Nord gegen Süd ein westliches Verflächen, und sind 
Spuren desselben auch bei einer Grundgrabung für Keller bei der 
Spankauer Mühle angetroffen worden. 

Auch in den übrigen Localitäten verflacht die Kohle vorwaltend 
westlich. Vorgenommene Untersuchungen haben aber überall das 
baldige Verschwinden derselben in dieser Richtung ihres Verflächens 
nachgewiesen. 

So wurde etwas westlich vom Bergbaue am Sauberge ein Schacht 
vorgeschlagen, der bei beiläufig 40 Metern Tiefe Grundgebirge er- 
reichte, ohne das Kohlenflötz anzutreffen. 


Westlich vom Ladmeřizer Kohlenbaue wurde zur Untersuchung 
der Formation eine Bohrung veranlasst, mit welcher in 137 Meter 
Tiefe das Grundgebirge erreicht wurde, ohne auf das Kohlenflötz zu 
stossen, obwohl Spuren desselben, nämlich Letten und etwas Moore 
als Vertreter desselben beobachtet wurden. 


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246 


Es bestehen sonach gerade am östlichen Rande und in der 
südlichen Strecke der Manetiner Ablagerung, wo die rothgefärbten 
Schichten nicht angetroffen werden, Kohlenflötze, die sich dem Han- 
sendzuge zugehörig zeigen, in Folge dessen auch die sie begleitenden 
und überlagernden Schichten dieselbe Stellung erhalten müssen. Die 
Gesammtablagerung in der Umgebung von Manetin ist) diesemnach 
eine blosse Fortsetzung des weiter östlich über die Pilsner Ablage- 
rung verbreiteten Hangendzuges, oder unterpermisches Gebilde. 

Es sondert sich dieses hier besonders deutlich in zwei, schon 
in der Umgebung von Pilsen und selbst Schlan-Rakonitz angedeutete, 
Schichtengruppen, von denen die untere vorwaltend graue und gelb- 
liche Gesteine, die höhere vorwaltend rothgefärbte Schichten enthält. 

Mit der ersteren trifft man besonders in der Umgebung von 
Manetin grobe Conglomerate, wie es scheint den tiefsten Sandstein- 
lagen angehörig an. Oft ist die Gegend von zahlreichen grossen 
Blöcken dieser Conglomerate bedeckt, und sie scheinen dann Über- 
reste einst weiter verbreiteter, der Zerstörung anheimgefallener 
Schichten zu sein. Sie kommen auch einzeln in der Umgebung von 
Nürschan vor, zerstreut in den Feldern, wo die Hangendflötzgruppe 
nicht mehr besteht, und wo sie das ehemalige Vorhandensein der- 
selben andeuten dürften; werden auch häufig in der Nähe und am 
Rande der sich aus der Ablagerung erhebenden Basaltkuppen ge- 
troffen, wie beim Chlumberge bei Manetin, bei Přischow, wo sie 
möglicher Weise durch Hebung mehr an die Oberfläche gedrängt 
worden sein können. 

Im Bereiche der rothen Schichten treten hie und da ziemlich 
mächtig hellgraue lettige Schichten auf. Westlich von Manetin bei 
Aujezdl wurde in einer solchen Schieferparthie ein Schurf auf Stein- 
kohle angelegt. Ich hatte Gelegenheit, das in ziemlich grosser Menge 
seförderte, oft dicht von dunkleren und helleren Lagen bandartig 
gestreifte Materiale zu untersuchen. Die Arbeit war nur von ge- 
ringem Erfolge gelohnt; äusserst wenige Spuren von Pflanzenresten 
kamen vor. Es gelang mir nur zwei unbedeutende Bruchstücke von 
Walchia piniformis Schloth. und ein verkieseltes Stammstück 
von Araucoroxylon Schrollianum Göpp. aufzufinden, welche 
beide Arten indessen auf den permischen Character der einschlies- 
senden Schichten hinweisen. | 

Verkieselte Araucoroxylon-Stücke werden ausserdem allenthalben 
im Bereiche der Ablagerung vorgefunden, bei Modschidl, Breitenstein, 


ober Spankowa etc. und wird des Vorkommens derselben in dieser 


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247 


| Gegend schon von Prof. Joh. Krejčí in seiner Geologie 1877—1879, 


-und in einer Notiz „Über die Verbreitung und geologische Stellung 


„der verkieselten Araucariten-Stämme in Böhmen,“ Sitzungsbericht der 
k. b. Gesellsch. der Wissensch. 1873, von meinem Sohne Dr. O. 
Feistmantel gedacht, und von letzterem die Vermuthung der Zuge- © 
hörigkeit wenn nicht der ganzen Ablagerung bei Manetin, so doch 
des grössten Theils zur Permformation ausgesprochen. 


III. Schlaner Bergbau. 


Eine ziemlich ansehnliche Menge von Pflanzenresten aus dem 
Hangendschieferthone des in der Baron Riese’ schen Grube im Ab- 
baue stehenden Kohlenflötzes bei Schlan, das dem Hangendflötzzuge, 
oder den Kaunowa’er Schichten angehört, wurde im Verlaufe des 
letzten Winters durch die Sorgfalt des betreffenden Bergverwalters 
Herrn Hochmann zusammengebracht, und mir freundlichst, wofür ich 
dankbar bin, mitgetheilt. 

Obwohl unter den derart gewonnenen Arten nur wenige neu 
sind, und in früheren Verzeichnissen der beim Schlaner Bergbaue 
oder wenigstens auf Schichten des Hangendzuges beobachteten Pflan- 
zenreste zumeist schon aufgeführt erscheinen, ist es doch nicht un- 
wichtig, die in dieser neuen Sammlung enthalten gewesenen Arten 
zur Kenntniss zu bringen, weil sich daraus namentlich erweist, dass 
Arten, die früher nur vereinzelt bekannt und Seltenheiten waren, bei 
eifrigerem Nachforschen sich häufiger einstellen, gewöhnlichere Er- 
scheinungen werden, und hie und da noch früher nicht gekannte zum 
Vorschein kommen. 

Folgende Arten konnte ich in der erwähnten Aufsammlung be- 
stimmen: 

Calamites Suckowi, Brongn., in vielen theils grossen, auch mit 

Astansätzen versehenen Exemplaren. 

Cyclocladia major. L. & H. ein deutlich erhaltenes Rindenstück. 

Asterophyllites equisetiformis, Brongn. zahlreiche gute Ab- 
drücke, mit vielfach beiderseitiger Verzweigung. 

Annularia longifolia, Brongn. mehrere theils grössere Exem- 
plare. — 

Annularia sphenophylloides, Zenk. zumeist blosse Blattwirtel. 

Sphenophyllum emarginatum, Brongn. häufig; sehr oft nur 
einzelne isolirte Wirtelblättchen im Gesteine verstreut. 

Sphenopteris irregularis, Stbg. selten, aber in einem etwas 
grösseren Fiederbruchstücke, als bisher beobachtet wurde. 


248 


Odontopteris obtusiloba, Naum. ein Wedelbruchstůck. 

Cyatheites arborescens, Gópp. sp. zahlreiche, theils grosse 
Exemplare. 

Alethopteris Serlii, Brongn. wie immer ist auch diessmal diese 
Art háufig vertreten, theils in Sphárosideriten eingeschlossen. 

Alethopteris pteroides, Brongn. háufig, nicht selten an Alethopt. 
Bucklandi Germ. mahnend. 

Alethopteris aguilina, Brongn. selten und ungenůgende Bruch- 
stůcke. — 

Callipteris conferta, Gópp. in zwei Abdrůcken, davon der eine 
ein ziemlich grosses Wedelbruchstůck darstellend. 

Täniopteris c. f. coriacea, Gópp. ein bloss 0:02 M. lang deutlich 
erhaltenes, 0:01 M. breites Blattfragment, das bei gleicher Breite, 
bandförmig gestaltet, mit ebenen deutlich ausgedrückten Rändern, 
einem starken Mittelnerven und feinen, senkrecht oder fast sen- 
krecht von demselben dicht ausgehenden, theils einfachen, theils 
sich einmal gabelnden Seitennerven, trotz seiner nur bruchstück- 
weisen Erhaltung nur der Gattung Täniopteris sich zuweisen 
liess und dabei am nächsten der von Göppert in seiner foss. 
Flora der Permformation beschriebenen und dasselbst Taf. VII. 
Fig. 4. abgebildeten, von Ottendorf bei Braunau abstammenden 
Art Coriacea sich anreiht. 

Caulopteris peltigera, Brongn. sp.; zwei ziemlich grosse Rin- 
denstůcke, von denen besonders das eine mit grossen 0:11 Mtr. 
langen, 0:07 Mtr. breiten, 0:04 Mtr. Zwischenraum zwischen 
sich belassenden Narben besetzt ist, in deren mittlerer 0075 
Mtr. langer und 0'035 Mtr. breiter ovaler Scheibe 0'025 Mtr. 
von dem schmäleren Ende entfernt eine etwas bogenförmige, 
quergestellte Furche (Gefässbündeldurchgang) deutlich erhalten 
ist. Die zwischen den Narben befindlichen Parthieen der Rin- 
denoberfläche mannigfach quer gerunzelt und knollig. 

Lepidostrobus variabilis, L. & H. zwei Abdrücke. 

Sigillaria Cortei, Brongn. ein nicht ganz deutlich erhaltenes 
Exemplar. 

Sigillaria alternans, L. & H. in gewöhnlicher Erscheinung. 

Sigillaria Brardii, Brongn. mehrere Abdrücke. 

Sigillaria denudata, Göpp. mehrere grosse Rindenstücke, mit be- 
deutend weiter von einander entfernten Narben, als es in der 
von Göppert für diese Art gegebenen Abbildung (Foss. Flora 
der Permformation (Taf. XXXIV. Fig. 1.) der Fall ist; jedoch 


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249 


mit übereinstimmender Narbenbildung. Die Rindenoberfläche 

zwischen den Narben vielfach, derb und in verschiedener theils 

sich kreuzender Richtung gerunzelt. 

Stigmaria ficoides, Brongn. nicht häufig. 

Cordaites borassifolius, Stbg. ebenfalls nicht häufig in einzelnen 
Blattfragmenten. 

Araucarites spiciformis Germ. ein zwar nicht sehr vollkomme- 
nes aber mit jenen von Kounowa und Studniowes bekannt ge- 
wordenen übereinstimmendes Bruchstück. \ 

Carpolithes insignis. K. F. ein Exemplar in dunklem Hangend- 
schiefer eingeschlossen. 

Die Aufsammlung hat sonach eine Anzahl von 24 bestimmbaren 
Arten geliefert. 

Darunter ist nur eine Art enthalten, die nicht schon früher 
wenigstens von andern Localitäten auf Schichten des Hangendzuges 
bekannt geworden ist. 

Für die Localität Schlan indessen sind 10 Arten neu, nämlich 
Sphenophyllum emarginatum, Cyclocladia major, Alethopteris aguilina, 
Caulopteris peltigera, Sigillaria Cortei, alternans und denudata, Cor- 
daites borassifolius, Araucarites spiciformis und Carpolithes insignis. 
Ferner ist Callipteris conferta neuerdings beobachtet worden. 

Ausserdem war ein Abdruck vorhanden, leider in ungenügendem 
Zustande, der einestheils ein geripptes Rindenstück darzustellen 
schien, anderntheils mit einer Art lánglich rhombischer, eng an ein- 
ander geschlossener, etwas wellig conturirter, spiralig angeordneter 
Schuppen bedeckt war, die viel Ähnlichkeit mit manchen verzerrten 
Blattpolstern von Lepidodendron im Aspidiarien-Zustande besitzen, 
und selbst eine punktförmige Narbe in der Mitte hie und da ange- 
deutet hatten. Die unvollkommene Erhaltung liess eine verlässliche 
Entscheidung nicht zu, ob eine Lepidodendron-Rinde in der That 
vorliege, wodurch ein Erweis für den, wenn auch gewiss seltenen 
Bestand dieser Gattung im Bereiche des Hangendflötzzuges, vorläge. 

Endlich ist eines interessanten Wedelbruchstückes zu erwähnen, 
das leider ebenfalls mangelhaft erhalten eine endgiltige Entscheidung 
vorläufig nicht gestattet, aber jedenfalls einem Wedel von namhafter 
Grösse und einer Art angehört, von welcher Überreste auf Schichten 
der mittelböhmischen Steinkohlenablagerung bisher nicht bemerkt 
wurden. 

Der Abdruck scheint zumeist dem oberen Ende des Wedels 
angehört zu haben, und einem Wedel, der viellappig getheilt war, 


250 


Die einzelnen Lappen sind buchtig ausgerandet, die Ausschnitte ab- 
gerundet, scheinen öfter wieder eingeschnitten oder buchtig zu sein 
nnd am unteren Ende der Lappen sich zu verlieren, so dass der- 
selbe hier verschmálert an die Blattspindel anschliesst. 


Breite Mittelnerven durchziehen jeden Lappen; Seitennerven 
sind selten und undeutlich erhalten, nur an den äussersten Rändern 
einzelner Ausschnitte scheinen hie und da einmal verzweigte, etwas 
entfernte Seitennerven auszulaufen. 


Im allgemeinen Habitus nähert sich der Abdruck etwas der 
von Göppert in „Gattungen fossiler Pflanzen L. 5. 6. Taf. VII Fig. 2“ 
abgebildeten Odontopteris stipitata; eben so auch besteht einige 
Ähnlichkeit mit der in desselben Autors fossiler Flora der Permfor- 
mation Taf. XII Fig. 2, 3 gegebenen Abbildung des als Odonto- 
pteris Permiensis Brongn. beschriebenen Farrenwendels, na- 
mentlich mit dessen in Fig. 3 dargestellten oberem Theile, obwohl 
unser Abdruck einem bei weitem grösseren Blatte angehört haben 
musste. 

Beide Arten sind nach Göppert permisch und der erwähnte 
Abdruck, wenn auch nicht ident, doch denselben sicher verwandt, 
und mit ihnen einer Gruppe angehörig, wodurch ein weiterer Beitrag 
zur Vermehrung permischer Arten in den Kounowa’er Schichten ge- 
liefert wird. 

Sämmtliche Abdrücke sind den Hangendschiefern des Kohlen- 
flötzes entnommen und zwar, bis auf Carpolith. insignis, der der 
Brandschieferschichte angehört, aus den grauen lettigen Schiefer- 
thonen, die oft einer besseren Erhaltung der Pflanzenreste nicht 
günstig sind. 

Durch die Schieferschichten senkrecht durchgehend und auf 
dem Kohlenlager aufsitzend wurde auch ein bei 0'6 Meter im Durch- 
messer starkes, mit Schieferthon ausgefülltes Stammstück gefunden, 
jedoch mit gänzlich zerstörter, durchaus unkenntlicher Rindenober- 
fläche, so dass eine Bestimmung der Art nicht möglich war. 


IV. Unterschiedliche Localitäten. 


Bei Mühlhausen unter Kralup an der Moldau geht ein 
schwaches Kohlenflötz stellenweise im Berggehänge zu Tag aus, das 
dem Mittelflötzzuge der Steinkohlenablagerung, dem Nürschaner 
Flötzhorizonte zugehörig ist. 


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251 


Eine schwache Lage von Schieferthonen deckt das Flötz un- 
mittelbar, die in ihrer in's Röthliche geneigten Färbung uud übrigen 
petrographischen Beschaffenheit mit den über dem Lubna’er Kohlen- 
flötze befindlichen Schieferthonen übereinstimmen. 

Diese Schieferthone enthalten Pflanzenreste, sind aber schlecht 
zugängig und grösstentheils durch Feuchtigkeit zersetzt, würden also 
günstigeres und brauchbareres Materiale nur aus grösseren Tiefen 
liefern. Mir war es möglich nachfolgende Arten aus denselben zu 
gewinnen: 

Calamites Suckowi, Brongn. kurze Stengelstücke. 
Sphenophyllum Schlotheimi, Brongn. theils bloss einzelne 

Wirtelblättchen, theils etwas bewirtelte Stengelstücke. 
Volkmannia polystachia, Sternbg. ein unbedeutender Abdruck 

einer sich am meisten der von Sternberg in Vers. I. Taf. LI. 

Fig. 1 gegebenen Abbildung anschliessenden Ähre. 
Cyatheites Miltoni, Göpp. einzelne Fiederbruchstücke. 
Lepidodendron elegans, L. & H. gut erhaltene, mehrfach vor- 

sekommene Rindenbruchstücke. 

Lepidodendron dichotomum, Sternbg. ein kleines Rindenstück. 
Lepidostrobus variabilis, L. « H. 
Carpolithes sp. ein kleiner nicht näher bestimmbarer Same. 

Das Kohlenflötz, in seinen oberen Lagen mehr glänzende, würflig 
prechende Kohle, an der Basis mehr Brandschiefer ähnliche Schichten 
enthaltend, lieferte auf letzteren: 

Sphenophyllum Schlotheimi, Brongn. in einem Abdrucke. 
Calamites Suckowi, Brongn. mehrere Abdrücke mit grünlich tho- 
nigem Úberzuge. 

Endlich das Liegende des Kohlenflötzes, ein sandig thoniger, 
theils gelblicher, theils grau gefleckter Schiefer enthielt: 
Stigmaria ficoides Brongn., in häufigen unterschiedlich erhaltenen 

Exemplaren. 

Sämmtliche beobachteten Arten sind früher schon in den Han- 
gendschiefern des Kohlenflötzes bei Lubná, und des Nürschaner 
sogenannten Plattelkohlenflötzes mehrfach aufgefunden, bei Mühl- 
hausen aber bisher nicht gesammelt worden. 

Bei Ledec, einem Dorfe nordwestlich von Pilsen, am Aus- 
gange der von Prof. Dr. Ant. Fritsch in „Fauna der Gaskohle ete.“ 
näher beschriebenen, westlich vom Dorfe gelegenen Schlucht v pro- 
pastech befindet sich ein verlassener Kohlenschacht, 


252 


Auf der bei demselben abgelagerten alten Halde, die freilich 
gegenwártig fast gánzlich zerfallenes Materiale enthált, konnte ich 
nur noch das Vorkommen weniger Pflanzenarten constatiren. Es 
waren nachfolgende: 

Calamites Suckowi, Brongn. 

Sphenophyllum Schlotheimi, Brongn. ein kurzes Stengelstůck, 
mit nur unvollkommen erhaltenem Blattwirtel. 

Cyatheites arborescens, Göpp. mehrfache Bruchstücke. 

Alethopteris Serlii, Brongn. ebenfalls mehrfach beobachtet. 

Alethopteris pteroides, Brongn. ein einziges ‚kleines Bruchstück, 
das auf diese Art bezogen werden konnte. 

Carpolithes insignis, K. F. ein nicht ganz deutliches, aber in 
ganzer Grösse befindliches Exemplar. 

Araucaroxylon Schrollianum, Göpp. Verkieselte, mit Kohle 
imprägnirte Stammbruchstůcke, als schwarze Araucariten. 

Sämmtliche beobachteten Arten auf Bruchstücken von dunklen, 
fast schwarzen, theilweise schwartenáhnlichen Brandschiefer, der 
seiner grösseren Zähigkeit wegen noch nicht ganz den Witterungs- 
einflüssen unterlag, während die übrigen Schieferthone gänzlich zer- 
fallen sind. Ausserdem fanden sich mehrfach Stücke plattenförmiger 
Sphärosiderite vor, sämmtlich mit eingeschlossenen, aber undeutli- 
chen Pflanzenresten. 

Die Vorkömmnisse characterisiren gut das den Kounowäer 
Schichten zugehörige Kohlenflötz. 

Vor Wieskau, im Gehänge zwischen dem so benannten Hofe, 
und der oberhalb Ober-Břiz befindlichen verlassenen Oleumhütte, 
nahe unter dem ehemals daselbst angelegten Kohlenschurfschachte 
ist durch einen ziemlich der Neuzeit angehörigen Wasserriss ein 
Lager hellgrauer, weicher Schieferthonschichten entblösst, in welchen 
zahlreiche plattgedrückte Sphärosiderite eingebettet liegen. 

Eine vorläufige Untersuchung dieser Schiefer zeigte, dass die- 
selben Pflanzenreste eingeschlossen enthalten, und kamen folgende 
wenige Arten zum Vorschein: 

Calamites Suckowi, Brongn. 

Asterophyllites equisetiformis Brongn. in gut erhaltenen Sten- 
gelstücken. 

Annularia longifolia, Brongn. deutliche ganze Wirtel. 

Alethopteris Serlii, Brongn. gut kenntliche Fiederbruchstücke. 

Callipteris conferta, Göpp. nur ein kurzes Mittelbruchstück einer 
Fieder, deren Blättchen jedoch nur auf diese Art zu deuten waren. 


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Walchia piniformis, Schloth. ein kleines wenig gut erhaltenes 
Fragment. 

Eben so enthalten die Sphärosiderite Pflanzenreste und fand 
ich in solchen Calamites Suckowi, Asterophyllites equisetiformis, 
Blättchen von Alethopteris Serlii, jedoch keine Thierreste. 

Ohne Zweifel befindet sich die Localität, ähnlich wie bei Le- 
dec, Zilow ete. im Liegenden des Hangendflötzes, auf dem der in 
der Nähe liegende Wieskau’er Kohlenschurf angelegt war und gehört 
das ganze Gebilde in das Bereich der Kounowa’er Schichten, so dass 
bei eingehenderer Untersuchung, wie an andern Orten, das Vorkom- 
men thierischer Reste auch an dieser Localität erhofft werden kann. 

Schliesslich will ich noch einiger Fundorte von Araucar- 
oxylon-Bruchstücken Erwähnung thun, die bei früheren Angaben 
und Mittheilungen nicht berücksichtiget sind. 

Nach den bestehenden Verhältnissen bietet das Vorkommen 
derselben an Ort und Stelle, in der mittelböhmischen Ablagerung 
ein zuverlässiges Merkzeichen für die Anwesenheit von zum Han- 
gendzuge gehörigen Schichten, und mit Kohle imprägnirt, für die 
Erkennung des diesem Zuge eingelagerten Kohlenflötzes mit der- 
selben Beständigkeit, wie diess in Bezug auf das Vorkommen der 
Schwarte giltig ist. 

Ausser an den bereits genannten Orten habe ich solche schwarze 
Araucariten noch gefunden bei dem verlassenen Bergbaue bei Liehn; 
dann in einzelnen Stücken auf der Halde des ehemaligen Kohlen- 
schurfes bei Lochotin, hier in Gemeinschaft mit einzelnen noch 
die Spuren von Fischschuppen enthaltenden Schwartenstücken; auf 
den unter Lipowitz bei Wscherau liegenden Halden und an den 
verschiedenen Schächten in der Nähe von Kottikow, aus dessen 
Schlucht solche schon von Prof. Fritsch (1. c.) angeführt werden. 

Bloss verkieselte Araucaroxylonstücke habe ich ferner beobachtet 
bei Ober-Briz, theilweise bei einer Grundgrabung mit dem gewon- 
nenen Sandsteine zu Tag gefördert, auf der Anhöhe zwischen Ledec 
und Zilow, bei Wieskau, in der Umgebung von Tschemin, 
3 in Wasserrissen bei Guscht, auf den Feldern zwischen Lochotin 
- und der Strasse nach Kottiken, auf der Anhöhe zwischen W ei- 
-© pernitz und Liehn, zwischen Auherzen und Oettowitz, in 
. vorzůglicher Menge und Grósse aber, ganz jenem, schon von ander- 
wárts bekannten Vorkommen bei Kottiken entsprechend, bei Roth- 
aujezd, wo sie namentlich durch einen auf Caolinsand eingeleiteten 
Abbau häufig und in Dimensionen bis 0'8 Meter Durchmesser und 


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254 


bis fast 5 Meter Lánge vorkommen, und wo ich auch Stámme mit 
Astansátzen beobachten konnte. 

Vorgenommene Untersuchungen haben fast fůr alle Fundorte 
nur die Art Araucaroxylon Schrollianum, Gópp. erkennen lassen; ein 
Stück von Lochotin allein weisst eine Zellenbeschaffenheit auf, die 
auf die zweite Art Arauc. Brandlingi, Göpp. sp. hinzudeuten scheint. 


34. 


O některých posud v Čechách nepozorovanych míšen- 
cích rostlinných. 


Přednášel assistent J. Velenovský, dne 13. října 1882. 


(S 1 tabutkou.) 


Orchis Timbalii m. (laxifloro X coriophora Timbal-Lagrave). 


Ačkoliv roste v Čechách dvanáct druhů rodu Orchis, přece 
až posud nebyl žádný míšenec mezi nimi pozorován. Nejen že vůbec 
že většina z nich náleží u nás k vzácným úkazům, takže zřídka kdy 
více druhů pohromadě nalézáme. 

V červenci tohoto roku přinesl jsem z výletu v okolí Všetat- 
Přívor mezi Orchis coriophora L. a 0. laxiflora Lamk. rostlinu, 
která již na první pohled nápadně svůj smíšený původ prozrazovala. 
Při bližším ohledání dalo se pak na dobro zjistiti, že skutečně po- 
vstala křížením z obou jmenovaných vstavačů, kteří na lukách vedle 
dráhy v směru jihovýchodním velmi jsou rozšířeny. 

Specielni diagnosa zajímavého tohoto míšence byla by asi tato: 

Koruna prostřední velikosti květů obou rodičů, narudle čer- 
vené barvy. Pysk temně červeně skvrnitý a žíhaný, dosti 
hluboko trojlaločný, střední lalok přiokrouhlý až zašpi- 
čatěný, nikdy nevykrojený, okraj jemně stejnoměrně zubaty; 
postranní laloky jsou jen slabě skloněny, nebo v stejné 
výši se středním lalokem, od něhož jsou jen záhybem odděleny. 
Hořejší zevní okvětní lístky skloněny v lebku, mírně při- 
špičatěné; ostruha poloviční délky semeníka, u kořene 
mnohem silnější než na konci, rovná, dolů sehnutä. Li- 
steny sotva tak dlouhé jako květy (po většině kratší avšak 


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I VAENOUSkÝ (A nekterych mesencich rostlinnjch. 


Zprauy hr 6. snol.nauk. 


1. Orchzs laxıflora Imb. 

2,3. O. wnophora L. 

4-6. 0. Timbali Bel. 

7, 8,76. Bidens radiatus Ihutll. 
11, 12,70. B irnartıtus L. 

3,70, 14 B Polaki Tel. 


I Vlenoosky del. P TIERE 


vždy delší než semeník), nejvíce trojžilné. Klas řídkokvětý, 
prodloužený. Listy úzké, čárkovité, zvolna přišpičatělé, více méně 
k lodyze přitisklé, objímavé. 

K vůli porovnání buďtež zde připojeny ještě dotýčné znaky 
Orchis laxiflora i O. coriophora. 

Orchis laxiflora. Květy velké, purpurové až růžově zbar- 
vené. Hořejší zevní okvětní lístky vždy nazpět odkloněné, tupé. 
Pysk slabě trojlaločný, střední lalok menší a v prostřed vykrojeny. 
Pysk na okraji jen slabě, nezřetelně zubatý, nejvíce celokrajný; po- 
stranní laloky jeho vždy dolů skloněny, skoro ploše k sobě přitisklé ; 
pysk jen u kořene skvrnitý. Ostruha něco málo kratší než semeník. 
Květy v řídkém, prodlouženém klasu. Nějaký zápach po štěnicích 
nikdy nelze pozorovati. 

Orchis coriophora. Květy malé, v krátký, hustý klas směst- 
nané, špinavě načervenalé až žlutavé neb světle nahnědlé. Pysk ne- 
zřetelně skvrnitý. Zevní hořejší okvětní lístky vždy skloněny v lebku 
a v jemnou, ostrou špičku vybíhající. Pysk trojlaločný, na okraji 
zubaty, střední lalok nevykrojený, spíše přišpičatěný. Ostruha polo- 
viční délky semeníka, kuželovitá, něco málo ohnutá, dolů sehnutá. 
Listeny tak dlouhé jako semeník, jednožilné. Květy páchnou silně 
po štěnicích. 

Popsaný míšenec rostl na výše jmenovaném stanovisku ve více 
exemplarech. I habitem i velikostí stojí blíže k O. laxiflora než 
k O. coriophora; od prvé liší se však nápadnou barvou, velikostí 
květů a zvláště tím, že lze u ní význačný pronikavý zápach po ště- 
nicích vždy dobře pozorovati. Ve všech vytknutých znacích zachovává 
dobře střed mezi oběma rodiči, a poněvadž hořejší okvětní lístky 
jsou skloněny v lebku, musíme tento druh v systematice postaviti 
v nejbližší příbuzenstvo O. coriophora. A právě i tímto jest ještě 
míšenec náš zajímavým, že povstal ze dvou druhů, které náleží dvěma 
docela různým skupinám v témže rodu. 

Roku 1854 popsal francouz Ed. Timbal-Lagrave v Toulouse *) 
více míšenců orchideí, a mezi těmito potkáváme se také s naší rost- 
linou.**) Spisovatel tento rozeznává zde: dva způsoby křížení mezi 
O. laxiflora a coriophora. První jest O. laxifloro X coriophora, 
která má více habitus O. coriophora, také jako tato menší květy 


*) Mémoires de l’Academie impériale de Sciences de Toulouse, 5. série, tom. 
IV, pag. 59. 

-© +) Kerner ve svých zápiskách o míšencích orchideích o tomto míšenci se 

nezmiňuje. 


JM 
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256 


asi 12—14 dle počtu. A s touto shoduje se rostlina naše zcela 
dobře. Sbarvení rovněž jako tvar pysku, tlouštku a délku ostruhy 
popisuje Timbal-Lagrave podobně. O zevních hořejších lístkách okvět- 
ních činí však poznámku, že nesklání se v lebku, nýbrž že odkloňují 
se nazpět na způsob O. laxiflora; v témž smyslu vykresleny jsou také 
na přiložené tabulce. Na našich květech jsou ale lístky tyto vesměs 
v lebku skloněny, jen na některých jest odstávání jich dosti dobře 
patrné; v tomto ohledu byla by rostlina naše ještě více podobna 
O. coriophora než Timbal-Lagrave-ova. Délka a tvar listenů se 
shodují. 

Druhý míšenec, který Timbal-Lagrave popisuje a vyobrazuje, 
jest O. coriophoro X laxiflora. Tento má podobný habitus jako 
0. laxiflora; květy jsou větší a v počtu jen 6—8. Zevní dva lístky 
okvětní stojí více vzpřímeny, pysk má tuže podobu jako O. corio- 
phora, ostruha jest mnohem kratší než semeník. Od této tedy liší 
se náš míšenec značně. 

Timbal-Lagrave přičítá druhému míšenci za matku O. laxiflora. 
Prvý byl nalezen v krajině Agen-ské na lukách mezi velkým počtem 
O. laxiflora i O. coriophora a druhý pozorován s rodiči v okolí Castres. 

Na naší tabulce jest podán obraz celé rostliny a jednotlivých 
květů její i původních rodičů. 


Bidens Polakt m. (tripartitus X radiatus). 


Lodyha přímá, často od dolejška větevnatá, prodloužená, nahoře 
s větvemi úboronosnými skoro vrcholičnatě sestavenými; stopky 
úborů vždy prodloužené, vícekráte delší úborů, bezlisté 
neb s malými lístky. Úbory tak dlouhé jako široké, vnějších 
lupenovitých lístků 8—13; tyto jsou čárkovitě podlouhlé neb 
v předu nejširší. Nažka prostřední velikosti mezi B. tripartitus 
a B. radiatus, nejčastěji bez třetího zubu, s plévami čárko- - 
vitě kopinatými polovici zubů dosahujícími, trojžilnými. 
Listy 3—5dílné se zuby mírně dovnitř zahnutými. Lo- 
dyha jakož i nervy listů přičervenalé do žluta. 

Rostlina drží pěkně střed mezi oběma rodiči, takže o smíšeném 
její původu nelze pochybovati. Žlutavou barvou úborů a listů při- 
ponímá nám B. radiatus Thuill, avšak lodyha jest vždy přičer- 
venalá, čímž opět prozrazuje temně rudou nať B. tripartitus L. 
Zvláštní jest, že míšenec tento velikostí svou přesahuje vesměs své 
rodiče, tak zvláště B. tripartitus; úkaz ten pozorován ostatně také 


251 


-u jiných míšenců, jmenovitě u r. Hieracium. Rozvětvením na 


konci lodyhy ihned se B. Polaki od B. tripartitus dá rozeznati. 
Tento má větve vždy silně rozestálé, na mnoze lodyhu hned od 
dolejška větevnatou, konečný úbor jeho převyšuje vždy ostatní, kdežto 
u naší rostliny děje se to podobně jako u B. radiatus; zde totiž roz- 
větvuje se lodyha až na konci, větve a úbory ční přímo a tvoří do- 
hromady více méně dokonalý vrcholík, takže první konečný úbor 
stojí na rovni s ostatními. Toto vrcholičnaté rozvětvení jest typické 
pro B. radiatus. Jest však také jedna forma, která má větve a stopky 
úborů velmi krátké, takže se jeví celá rostlina velmi stěsnanou a tu 
ovšem vrcholičnatý ráz stává se méně zřetelným. Pozoroval jsem na 
stanovisku našeho míšence, kde obou původních rostin na tisíce rostlo 
pohromadě, že vrcholičnatý B. radiatus byl vesměs již odkvětlý se 
zralými semeny, když posléze jmenovaná stažená forma jeho do květu 
teprv přicházela. Mám tudíž za to, že jest to asi slabý míšenec 
našemu obdobný, jenž se již více vrací k původní rostlině. Má také 
z pravidla červenavě naběhlou lodyhu, vždy více, jak trojené listy 


a menší počet zelených zákrovních lístků. Jinak však v podobě 


úborů a povaze květů se neliší od obyčejného B. radiatus. 

V listech liší se B. Polaki znamenitě od B. radiatus. "Tento 
totiž má pravidlem trojčetné listy, jen poslední úkrojek bývá ještě 
jednou zřídka dvakrát rozeklán, kdežto B. tripartitus po pravidlu má 
3—5četné listy (na některých kusech bývají ovšem také tříčetné 
ano i jednoduché listy, ale to jest jen výminkou na odchylných 
exemplarech). A míšenec náš má listy takové jako B. tripartitus, 
i zuby na okraji jsou podobné, ač tu a tam slabě do vnitř se za- 
býbají. — 

V úborech liší se od obou druhů ihned a přechod k oběma 
jest tu nejlépe patrným. Kdežto úbory B. tripartitus jsou vždy pro- 
táhlé, vždy delší než široké, s 3—6 zelenými lístky zákrovními, a B. 
radiatus s velikými, mnohem širšími jak vysokými, na průřezu polo- 
kulovitými, s velmi četnými zelenými lístky zákrovními, tož má mí- 
šenec náš úbory široké jak vysoké, s 8—13 zákrovními lístky, pak 
jsou tyto vždy barvy světleji zelené, nikdy tak černavé jako u B. 
tripartitus. 

Znamenitý jest tvar nažek. B. tripartitus má nažky dvakrát 


- tak velké jak B. radiatus a plevy široce kopinatě čárkovité, zdélí 
-- mažky, s více černými žilkami, a B. radiatus plevy úzce čárkovité, 
-na mnoze s jednou černou žilkou neb ještě s dvěma ale velmi sla- 
- bounkými a těsně k prvé přiléhajícími, zdélí konců zubů nažky, 


17 


258 


A B. Polaki má nažky nejen střední velikosti nažek obou rodičů, 
nýbrž i pleva jest přechodní podoby; jest totiž šířeji čárkovitá (vždy 
mnohem širší jak u B. radiatus, přec ale nikdy tak široká jako u B. 
tripartitus) a dosahuje poloviny zubů své nažky. Nažky B. tripar- 
titus jsou sploštěle tříboké, buď všechny neb po pravidlu všechny 
krajní s třetím kratším zubem na tupé hraně. Nažky B. radiatus 
jsou silně sploštělé, nikdy tříboké a vždy bez třetího zubu. A nažky 
B. Polaki jsou konečně slabounce smačkle tříboké buď bezzubé, buď 
(a to jen zřídka) se slabým krátkým zubem na tupé hraně. 

Z krátce vylíčených poměrů jest již dosti zřetelný původ naší 
rostliny; také obrazy hleděl jsem věc učiniti názornější. Nejlépe po- 
známe rostlinu tu již dle habitu na první pohled, takže náleží k mí- 
šencům, kteří v tváři své nikdy ani otce ani matku zapříti nedovedou. 

Rostlina ta rostla v srpnu 1882 ve velkém počtu na březích 
rybníka Pilského blíž Čekanic (okr. Blatná) mezi B. radiatus a B. 
tripartitus, které tu hustě pokrývaly veškeré břehy v tisíci a tisíci 
kusech. — 

Dovoluji si nového míšence tohoto jmenovati po botanikovi ve- 
lice zasloužilém o českou květenu p. Karlu Polákovi. 


Carduus polyanthemos Doll. (crispus X nutans). 


Pěkný míšenec tento nalezen na hrázi u rybníka Nového pode 
Lnáři (okres Blatenský). Rostl zde s oběma rodiči, jichž znaky více 
méně v něm současně se spojují. 

Není pochybnosti, že Döllem a Kochem popsaný bastard s naší 
rostlinou jest totožný, neboť všechny znaky vytknuté velmi dobře 
s ní se shodují. Dle Dölla má však býti rostlina značně vysoká 
a statná, čímž více se připodobňuje C. crispus, kdežto naše habitem 
i velikostí více C. nutans připomínají. 


35. 


Notiz über den Fund eines Arachnidenrestes im Carbon 
bei Petrovic. 
Vorgelegt von Prof. J. Kusta am 13. October 1882. 


Zu den minder bekannten Fundorten des Rakonitzer Steinkohlen- 
beckens gehört Petrovic, anderthalb Stunden südwestlich von Rakonitz 


259 


entfernt, wo die Steinkohlenformation eine von den azoischen Thou- 
schiefern und dem Urgebirge an der südlichen Seite umgränzte Bucht 
bildet. Diese Localitát, wo noch das Radnitzer Kohlenflötz in einem 
schwachen Ausgehenden vertreten ist, hat mir bereits mehrere be- 
merkenswerthe Fossilien geliefert, wie: eine Antholithesblůthe — 
sehr wahrscheinlich eine neue, zu den Monocotyledonen gehórende 
Species, mit einem schón entwickelten sechsbláttrigen Perigon, — 
ausserdem ein Megaphytum, die Noeggerathia speciosa, Baccillarites 
problematicus u. A., hauptsächlich einen deutlichen, obwol nicht ganz 
vollständig erhaltenen, einem Spinnenthier angehörenden Abdruck. 
Der Thierrest von Petrovic ist bisher der einzige im Rakonitzer 
Becken gefundene fossile Luftathmer, Es dürfte daher nicht ohne 


Interesse sein, wenn ich Einiges über die Auffindung und die Lager- 


stätte eines der seltensten thierischen Reste und eine wenn auch nur 
flüchtige Beschreibung desselben hier in Kürze gebe. 

Den werthvollen Abdruck verdanke ich dem Petrovicer Ober- 
lehrer Herrn A. Svoboda, der denselben von dem Besitzer einer dor- 
tigen Kohlengrube erhielt. Bei einem Besuche dieser Localität habe 
ich nemlich meinen gewesenen Schüler, den dortigen Lehrer Herrn 
Trejbal zum Aufsuchen von Petrefacten an den dortigen, heuer ab- 
geteuften Schächten animiert, was auch bald gute Früchte getragen 
hat; denn bald darauf, am 29. Juni 1. J., erhielt ich von demselben 
die Nachricht, man habe dort eine versteinerte Spinne gefunden. Ich 
eilte denselben Tag nach Petrovic, wo mir auch der Abdruck bereit- 
willig geschenkt wurde. 

Auf den ersten Anblick erscheint das Fossil als eine Spinne 
mit den characteristischen Hauptsegmenten: einem mit Füssen ver- 
sehenen Cephalothorax und einem einigemal grösseren, fast sackartigen 
am Hinterrande abgestutzten Abdomen, welches keine symmetrische, 
sondern gegen eine Seite eine etwas gekrümmte Lage hat. Die Länge 
des Thierkörpers beträgt ohne die Extremitäten 2 cm. Der Cephalo- 
thorax und das Abdomen sind der ganzen Breite nach mit einander 
verbunden, doch ist dieses breiter als jenes. Die grösste Breite 
-des Bauches beträgt 12 mm. und an der Verbindungsstelle 7 mm. 
- Der Abdruck ist schwarz und das Gestein selbst lichtgrau, auf der 
- Oberfläche jedoch rostgelb. 

4 Das Thier scheint die Bauchseite zu zeigen. An der linken 

© (eigentlich rechten) Seite des Cephalothorax sind drei deutlich ge- 

 gliederte Füsse, von denen namentlich der hinterste schön ausgebildet 

ist, und an der anderen Seite bloss zwei erhalten und ausserdem 
17* 


260 


noch die ersten Glieder des ersten Fusses angedeutet. Am Vorder- 
rande des Cephalothorax nimmt man noch andere, zweien (?) Extremi- 
täten (Füssen oder Tastern ?) angehörende, undeutliche Reste wahr; 
ausserdem sind noch 1 cm. vor dem Vorderrande des Körpers un- 
ansehnliche Trümmer, wol von den Extremitäten herrührend, be- 
merkbar. 

Von der Gliederung des Abdomens ist nichts zu bemerken, 
ausser wenn man den Abdruck schief gegen das Licht hält, so be- 
merkt man auf der Oberfläche desselben mehrere schwache, bogen- 
förmige Falten, die durch Zusammendrückung entstanden sein dürften. 

Von dem Hinterrande des Bauches gehen drei bis vier kleine 
Anhängsel aus, welche von der zerfetzten Körperhaut zu stammen 
scheinen. Darauf folgt eine 1 cm. lange undeutliche Masse, die ent- 
weder den Rest eines zerstörten Postabdomens oder den hervorge- 
quollenen Inhalt des Hinterleibes andeutet. Das Erstere ist wahr- 
scheinlicher. 

Dieser Umstand und ebenso die Praevalenz des Hinterleibes 
vor dem Cephalothorax und die Art der Verwachsung beider sprechen 
für die Scorpionnatur des Petrovicer Spinnenthieres. Wir hätten somit 
ein verstůmmeltes Scorpionexemplar vor uns, analog oder ähnlich 
jenem von Chomle, nemlich dem Microlabis Sternbergii L., dessen 
Zugehörigkeit zu Cyclophthalmus senior C. von Dr. Frič in „Fauna 
der Steinkohlenformation“ nachgewiesen wurde. 

Die Länge des Abdruckes beträgt somit ohne die Extremitäten 
sammt dem angedeuteten, vielleicht zusammengerollten Schwanze 3 em. 
Hoffentlich werden sich einige kleine Theile von Gliedmassen noch 
herauspraeparieren lassen. 

Eine nähere Vergleichung des Petrovicer Exemplares mit den 
übrigen böhm. fossilen Arachniden wird wol über die systematische 
Stellung desselben entscheiden. 

Es soll noch erwähnt werden, dass unser Fossil keine braune 
Färbung besitzt, wie es bei ähnlichen Exemplaren der Fall ist, son- 
dern dass dasselbe dort, wo sich die kohlige Versteinerungsmasse 
desselben erhalten hat, ganz schwarz ist. Bloss einige kleine roth- 
braun gefärbte Stellen sind auf der Oberfläche mit der Lupe be- 
ınerkbar. Sonst hat sich leider die braune Chitinschichte und zum 
Theil auch die kohlige Versteinerungssubstanz von dem Abdrucke 
abgelöst, bevor das Object in meine Hände gekommen war. 


Übrigens zeigt das Abdomen und die Füsse, namentlich zwei 3 


derselben, ziemlich scharfe Contouren, auch dort, wo die kohlige 


a 00 


« 


261 


Substanz zerstört wurde, weil theilweise -auch das Relief des Ab- 
druckes erhalten blieb. Minder deutlich sind die Umrisse des Ce- 
phalothorax. 

Das Gestein mit dem Petrefacte musste eine lángere Zeit auf 
der Halde gelegen sein, da das aus der Grube geschöpfte, eisen- 
hältige Wasser auf dem Steine einen rostbraunen Überzug hinterliess. 
Dazu war die Umgebung des Abdruckes und in einem Punkte auch 
der Abdruck selbst mit Kalk bespritzt. Die weissen Kalkflecken habe 
ich sorgfältig mit Salzsäure beseitigt und den Abdruck selbst mit 
verdünnter Gummilösung benässt. 

Noch ein Wort über die Lagerung der Schichte, aus welcher 
jenes Fossil herrührt. Die Grube, an der dasselbe gefunden wurde 


(Koutecký und Pastor gehörend), ist kaum 8 m. tief. Die Petrovicer 


bis 20 m. tiefen Haspelschächte zeigen von oben hinab folgende wich- 
tigere Schichten: Rothen Letten, ziegelrothe Porphyrtuffe, besonders 
im Walde gegen Zavidov zu entwickelt, grauen Letten mit Baccilla- 
rites problematicus und mit schwachen Kohlenstreifen, darunter einen 
weissgrauen Schieferthon, welcher der Kladnoer grossen Opuka, die 
auch in Moravia vorkommt, völlig entspricht. Aus der letztgenannten 
Schichte stammt das Petrovicer Spinnenthier (Scorpion). Dann folgt 
ein bläulicher Letten, ein gestreifter grauer Letten wieder mit Baccil- 
larites probl. und darunter ein circa '/, m. mächtiges Kohlenflötz, 
welches sammt den oberen Kohlenschmitzen das obere Radnitzer 
Kohlenflötz repraesentiert. Die Grundlage desselben bildet ein heller 
Schleifsteinschiefer und darunter der Angabe nach noch ein Kohlen- 
flötzchen: Repraesentant des unteren Radnitzer Flótzes. 

Der Petrovicer Scorpion stammt demnach aus dem Zwischen- 
mittel des oberen Radnitzer Kohlenflötzes. 


36. 
Über das Gleichgewicht einer gravitirenden, ursprüng- 
lich homogenen festen Kugel. 
Vorgetragen von Prof. Dr. A. Seydler am 19. October 1882. 


I. 


E Zu den einfachsten Anwendungen der Grundformeln der Ela- 
- sticitátstheorie gehört die Bestimmung des endlichen Gleichgewichts, 


W 


- der Compression, der Dichtigkeitsverhältnisse u. s. w. einer ursprüng- 


un, 
+ 


202 


lich homogenen, also gleichfórmig dichten Kugel, deren einzelne 
Massentheilchen nur der gegenseitigen Gravitation unterworfen sind. 
Trotzdem habe ich eine eingehende Untersuchung dieses Problems 
nirgends finden können,*) und glaube daher, dass die nachfolgende 
kurze Behandlung desselben nicht ohne Interesse sein dürfte. Eine 
direkte Anwendung auf wichtige kosmische Fragen, vorzüglich auf 
den Gleichgewichtszustand der Erde, lässt sich allerdings nicht er- 
warten; es sind diese Fragen zu complicirter Natur, um auf ver- 
hältnissmässig so einfachen Wegen gelöst werden zu können. Früher 
pflegte man zu voreilig Resultate, welche durch Betrachtung irdischer 
Verhältnisse gewonnen waren, unmittelbar auf kosmische Verhältnisse 
zu übertragen, und noch heutzutage verfällt man gar nicht selten 
in diesen Fehler. Der richtige Weg jedoch ist, möglichst reine Resul- 
tate auf Grund besonderer idealer Voraussetzungen zu gewinnen, 
dieselben mit der Wirklichkeit zu vergleichen, und je nach dem 
Grade der Übereinstimmung die Hypothese mehr oder weniger zu 
modificiren, bis sie sich der Wirklichkeit am besten anpasst. Dies 
ist z. B. der Weg, den man in der Mechanik einschlägt, wenn man 


*) Lamé gibt in seinem Mémoire sur Véguilibre d’elasticite des enveloppes 
sphérigues (Zčowville, Journ. de Math. t. XIX 1854) die Lösung des Gleich- 
gewichtsproblems für Kugelschalen für den allgemeinsten Fall beliebiger 
auf das Innere und auf die Oberflächen wirkenden Kräfte. Doch beschäftigt 
er sich hauptsächlich mit den Fällen, wo von den auf die Substanz wir- 
kenden Kräften abstrahirt und nur die auf die Oberfläche wirkenden Zug- 
und Druckkräfte berücksichtigt werden. Dasselbe gilt von den in der 
XVI. Vorlesung seiner Lecons sur la theorie mathématigue de 1? élasticité 
des corps solides, 1866 enthaltenen Untersuchungen. Hier wird unter anderm 
(in grosser Kürze) das Gleichgewicht einer dünnen sphärischen Schale unter 
dem Einfluss der Gravitation untersucht und das Resultat auf die Erdkugel 
angewendet. Die Untersuchung des in der vorliegenden Abhandlung be- 
handelten Problems wird vermuthlich deswegen nicht durchgeführt, weil 
Lamé an der Hypothese eines flüssigen Erdinnern festhält. Gegen diese 
Hypothese haben Thomson und Tait in ihrem Handbuche der theoretischen 
Physik gewichtige Einwände erhoben, indem sie es sehr wahrscheinlich 
machten, dass die Starrheit der Erde grösser ist als die einer festen Glas- 
kugel ($. 843; vergl. $. 832, 848). Ihre Untersuchungen über das elastische 
Gleichgewicht sphärischer Körper beziehen sich auch theils auf den Fall von 
Oberflächenkräften ($. 735—738), theils auf den Fall solcher Kräfte, die 
nicht blosse Functionen des Abstandes von dem Centrum sind ($. 834, wo 


besonders der Einfluss der Rotation — Centrifugalkraft — berücksichtigt © 


wird). In Clebsch's Theorie der Elasticitát fester Körper (1862) und in 
Kirchhoff’s Vorlesungen über mathematische Physik (1877) wird das obige 
Problem gar nicht berührt, 


náv SON odk ke BB 


263 


die Bewegungen absolut starrer, dann ideal fester Körper und idealer 
Flüssigkeiten untersucht, obwohl diese Gebilde in der Natur nirgends 
vorkommen. In den so verwickelten Fragen der Geophysik ist ein 
solches Verfahren noch nothwendiger und einer direkten Untersuchung 
irgend eines Problems wird stets die Behandlung einfacherer idealer, 
d. h. in der Wirklichkeit nirgends realisirter Probleme vorangehen 
müssen. Es ist dies eine Art höherer regula falsi, wodurch 
man die für uns eigentlich wichtige Lösung in immer engere Grenzen 
einschliesst. 

Mit Rücksicht auf die früher erwähnte, von Thomson nachge- 
wiesene Möglichkeit, dass die Erde, soweit man überhaupt unter ganz 
abnormen Druck- und Temperaturverhältnissen bestehende Zustände 
mit den uns bekannten vergleichen kann, eher als ein in seinem 
Innern starrer, denn als ein flüssiger Körper aufgefasst werden müsse, 
gewinnt die vorliegende Untersuchung ein erhöhtes Interesse und 
namentlich scheint mir die Beantwortung der Frage, ob ein ursprüng- 
lich homogener Körper durch den blossen Einfluss seiner eigenen 
Gravitation in seinen Dichtigkeitsverhältnissen so geändert werde, 
um betreffs der Zunahme der Dichtigkeit von der Oberfläche nach 
dem Innern mit unserer Erde verglichen werden zu können, von 
Wichtigkeit. Allerdings ist die gegebene Lösung dieser Frage nur 
als erste rohe Näherung zu betrachten, da sich einer genauen Lösung 
fast unübersteigliche Schwierigkeiten entgegenstellen. Aber selbst eine 
derartige erste Näherung kann uns werthvolle Aufschlüsse über ver- 
schiedene Fragen geben. 


II. 


Bei der Untersuchung des uns vorliegenden Problems ist fol- 
gender Umstand hervorzuheben. Durch die Gravitation der Massen- 
theile einer homogenen starren Kugel werden die einzelnen Raum- 
elemente derselben nach einem bestimmten, zu suchenden Gesetze 
zusammengedrückt; dadurch hört aber die Kugel auf, homogen zu 
sein, und die Vertheilung der Kräfte im Innern wird eine andere, 
wodurch auch die Compression geändert wird. Da jedoch die ursprüng- 
liche Compression als eine kleine Grösse erster Ordnung betrachtet 
wire, so afficirt sie die ursprüngliche Gravitation in einem dem ent- 
sprechenden Grade, die neue Änderuug der Compression wird folg- 
lich eine Grösse zweiter Ordnung u. s. w. Auf Grund dieser Be- 


a trachtung könnte man sich Schritt für Schritt der strengen Lösung | 


264 


des Problems nähern, natürlich vorausgesetzt, dass man stets inner- 
halb jener Grenzen bleibt, welche durch die Anwendbarkeit der unter 
gewissen beschränkenden Voraussetzungen abgeleiteten Grundglei- 
chungen der Elasticitätstheorie gegeben sind. Im Nachfolgendem gebe 
ich zunächst die einfachere Lösung des Problems unter Vernachlässigung 
der erwähnten Dichtigkeitsänderung, und werde dann zu der allge- 
meinern, diese Änderung berücksichtigenden Lösung übergehen. 

Im Anschlusse an die in Clebsch’s Werke gebräuchliche Be- 
zeichnungsweise schreiben wir die Gleichungen des elastischen Gleich- 
gewichts: 


E ; 29 
cn —2u ej +3 
= 289 
aa 19“ + oj Ü) 


a 2 1 04 
en NeT T324 rt? 

Hier bedeuten «, v, w die Verschiebungen des Punktes («, y, z); 
X, Y, Z sind die auf die Einheit des Volumens in (z, y, z) wir- 
kenden Kräfte; Z und u sind zwei von der Natur des Körpers ab- 
hängige constante Coefficienten, und zwar ist E der Elasticitäts- 
modul, während u das Verhältniss der Quercontraction zur Lángen- 
dilatation bedeutet; © ist die Ausdehnung der Volumeneinheit, also 
gleich 


dy 
und das Operationszeichen s steht an Stelle von 
02 02 02 
oh 
Die Anziehung der tac Vollkugel, deren Dichte wir mit 
h bezeichnen wollen, auf die im Punkte «, y, z befindliche, vom 
Centrum um die Länge r entfernte Volumeinheit ist: 


4 zeh*r 
3 
und folglich : 
2 4neh*e 4 zeh*y — 4nehčz 
X =— 500 Img Ze 306) 


Hier bedeutet « die Anziehung zweier Masseneinheiten in der 
Einheit der Entfernung. 

Im vorliegenden Falle sieht man, dass jeder Punkt nur auf dem 
ihm angehörigen Radius verschoben wird; man kann also setzen 


k © 
A veř 


€ 4 
Ná k Mě 


265 


w— 40, V490; W709, 
wo © die Verlängerung der Längeneinheit bedeutet. Diese Grösse 


ist nur von r abhängig und jede der Gleichungen (1) führt schliesslich, 
nach Weglassung des Factors «, y oder z, zu folgender Gleichung.*) 
o E(l— u) = 4 | 4 eh? 
Tea=Wütnla!'r al a G) 


oder einfacher 5 
do eg, ey: (4) 
Das Integral dieser a ist: 
C 
eo— A+B? — v5' 

Die Constante C ist gleich Null, weil sonst die Ausdehnung im 
Mittelpunkte unendlich gross wäre. Die Constante A wird durch die 
Bedingung bestimmt, dass an der Oberfläche der Kugel keine Kraft 
wirken soll. Allgemein ist der Ausdruck für eine solche an der 
Oberfläche der Kugel wirkende Kraft*): 


E d 
= dene 20 [a+we+a-wr |] (6) 


worin durch den Index angedeutet wird, dass man statt + den Radius 
a der Kugeloberfläche substituiren soll. Es ist daher: 


ae o 


A=— u Ba, (7) 


also schliesslich: 


=— B = ee | 
Ge Da (8) 
worin die Constante B den Gleichungen (3) und (4) zufolge durch 


2xe h*(1—2w(1— u) 
2 Bu (9) 


bestimmt ist. 

Die beiden numerisch kleinsten und grössten Werthe, welche 
o annehmen kann, gelten für die Oberfläche und für das Centrum, 
nämlich 


== 2—2u až, a 3— U 2 
IE l a 
Da u den Werth ?/, nicht übersteigen darf, so sieht man, dass 
© immer negativ ist, also die Deformation immer — wie ja auch nicht 


*) Siehe Clebsch, 1. c. p. 51. 


266 


anders zu erwarten ist — in einer Verkůrzung in der Richtung des 
Radius besteht. 

Die kubische Ausdehnung — in diesem Falle ebenfalls negativ 
und daher als Compression zu deuten — ist für den betrachteten 
Fall allgemein durch: 


a do 
und folglich hier durch: 
REM 3—3u , Re) | 
+ — | ir a or (10) 
gegeben. Der kleinste und der Et Werth ist: 
4—8u 9—3u, 
W — Bo = 9%, = — B 
P 1+ u 


Es verdient hervorgehoben zu werden, dass nicht ©, sondern 
ro die Verschiebung des Punktes (x, y, z) bedeutet, wogegen % das 
Maass für die wahre Ausdehnung der Volumeinheit ist. Für die 
Gesammtänderung des Volumens der Kugel vom Centrum bis zum 
Radius r darf man wohl setzen: 


ne 3 en. 
1a fr dr = —4nB| 5a ?r?—r’ | =4ur®e; 
dagegen wäre es falsch, den analogen Ausdruck 
Sodr 


als Gesammtausdehnung des Radius r zu betrachten; vielmehr ist 
dieselbe: 


3 
n=-2lır. ar] (11) 
und das Maass der wahren Ausdehnung im Punkte (z, %, z) (nicht 
bis zu diesem Punkte) ist: 


= dere) = SER i| 
0—% =— B PE 37 |. (12) 
Dies ist ein sehr bemerkenswerthes Resultat, so lange námlich: 
3— u 
PB (0) 3-38 


hat o einen positiven Werth, es findet also eine Längenausdehnung 
statt; die an der Kugelfläche 

3—M 

5-+3u 

befindlichen Massentheilchen erleiden keine radiale Deformation, 


EEE 


u 6 né 


267 


sondern nur eine seitliche Zusammendrückung, und für noch kleinere 
Werthe von 7 wird 6 negativ, d. h. findet radiale Compression statt. 
Das erste Resultat hätte man a priori kaum erwartet; zur besseren 
Veranschaulichung diene folgendes. Man denke sich einen hohlen 
Kegel, dessen Spitze sich im Centrum der Kugel befindet, und dessen 
Wände absolut starr sind. In den Kegel denke man sich durch 
äussere Kräfte einen von zwei concentrischen Kugelflächen begrenzten 
massiven Theil eines congruenten Kegels hinabgezogen; auf die sphä- 
rischen Oberflächentheile dieses Theiles mögen vorderhand keine 
Druck- oder Zugkräfte wirken. Hier sieht man augenblicklich, wie 
dieser Körper, seitlich zusammengepresst, sich radial ausdehnen wird; 
wenn nun auf ihn ausserdem an den sphärischen Flächen Druck- 
kräfte wirken, welche ihn an und für sich comprimiren würden, so 
sieht man dennoch, dass bis zu einer gewissen Grenze die Ausdeh- 
nung überwiegen kann. Nun kann man sich im vorliegenden Falle 
in der That ein ähnlisches Körpertheilchen aus der Kugelmasse 
herausgeschnitten denken, welches seitlich nicht ausweichen kann 
und sich daher gerade so verhält, als wäre es in einem Kegel mit 
absolut starrer Mantelfläche eingeschlossen. 

Für den radialen Druck ergibt sich aus der Formel (6) (welche 
mit Weglassung des Index a für jedes r gilt): 

(3— w EB Zi 08 

God 1 


oder mit Rücksicht auf die Bedeutung von B: 


tı = — 


MN 2ER ie 
u ee u) (an) (14) 
Ebenso ist der Seitendruck gegeben durch 
BUN 2 neh? ARE DE 2 
5- ee in, 


Es ist bemerkenswerth, dass die Spannungen in diesem Falle 
von dem Elasticitátsmodul unabhängig sind: im Centrum haben sie 
durchaus gleiche Werthe, während überall sonst die seitlichen Haupt- 
spannungen über die radiale, welche an der Oberfläche gleich Null 
ist, überwiegen. 

Endlich wäre noch die Dichtigkeitsänderung zu bestimmen. 
Unter der Voraussetzung, dass © und © kleine Grössen erster Ord- 
nung sind, erhält man bis auf Grössen erster Ordnung genau als 
Werth der geänderten Dichtigkeit im Abstande r vom Centrum; 

h(1—9), 
folglich als Dichtigkeitsänderung: 


268 


9— 3 
Ak=—ho=B| a 572]. (16) 


IM: 


Bevor ich weiter gehe, wird es nicht überflüssig sein, in einem 
concreten Fall die numerischen Werthe der einzelnen hier befindli- 
chen Grössen zu bestimmen. Mit Zugrundelegung des Centimeter- 
Gramm - Secunden- Systems bedeutet e die Kraft, mit welcher sich 
zwei Gramme in der Entfernung eines Centimeters vermöge ihrer 
Gravitation anziehen. Ist & der Radius der als kugelförmig voraus- 
gesetzten Erde, 4 ihre mittlere Dichte und G die Beschleunigung 
des freien Falles, so haben wir: 

4 neh? Ae 3G 
č Aeon —" 4zHR 
Setzen wir: 
G=:980:cm:7 H=5,59 
(letzteres mach den neuesten Messungen von Cornu und Baille, 
Comptes rendus, B. LXXXVI), so ergibt sich: 
e=66.10-°, (17) 

ausgedrůckt in der dem obigen System entsprechenden Krafteinheit 
(Gewicht von 1:930 Gramm oder etwa 1,02 Milligram). Eine grössere 
Genauigkeit in dem Werthe von e ist wegen ungenügender Kenntniss 
der mittleren Dichtigkeit der Erde nicht möglich, und aus demselben 
Grunde wäre es auch überflüssig, die ellipsoidische Gestalt der Erde 
zu berücksichtigen und anstatt der bei Ableitung von (17) benützten 
Durchschnittswerthe von R und G besondere, durch eine gründlichere 
Behandlung der irdischen Gravitation sich ergebende Werthe zu be- 
nůtzen, sowie auch den durch die Centrifugalkraft aufgehobenen Theil 
der Gravitation hinzuzufůgen. 

Der Coefficient des von der besondern Beschaffenheit der unter- 
suchten Kugel abhángigen Ausdruckes 


„At d—2R) 


(1) (18) 
in dem Ausdrucke (9) von B ist: 
2 
5- = 27,6.10-2 


Wir wollen nun annehmen, die Kugel sei von Stahl. Der Elastici- 
tätsmodul desselben wird zu 2.10“ in Kilogrammen auf einen Quadrat- 


centimeter Querschnitt angenommen; in unseren Krafteinheiten ist 


folglich: 


2 
ik 
N. wir 


© Sleich 7,8. Nach Einsetzung dieser Zahlen erhält der Ausdruck (18) 
den Werth: 


Be E=2.10° X 98.10% = 196.10. 
Für u hat Kirchhoff*) beim Stahle 0,294 gefunden und 2 ist 


23,6. 10-12 
und daher B den Werth: 
B=651. 107% 
Für eine Stahlkugel von der Grösse unserer Erde ergibt sich 
somit: 


2 
E 10—s| 2.09 — | 


z C 
6 = — 264.10 200 — (19) 


2 
2 
$—— 264. 10—5 | 6.27 — | 


Der Radius der Kugel würde sich im Ganzen um die Länge 
von 186000 Centim. oder etwas weniger als 2 Kilom. verkürzen, was 
immerhin eine nicht unbeträchtliche Grösse ist. 

Für den radialen Druck erhalten wir den Ausdruck: 


2 
2608 .10° (1 -5), 
für den seitlichen Druck: 
r? 
2608. 10" ( 1 — 0,695 =) 


Im Centrum beträgt also der Druck von allen Seiten ungefähr 
2660 Kilogramm oder 2575 Atmosphären. 

Für andere Stoffe würden sich natürlich auch andere Resultate 
ergeben, und zwar würden, mit Rücksicht auf den ungemein grossen 
Elasticitátsmodul des Stahles, wahrscheinlich immer grössere Werthe 
von 0, G, % zum Vorschein kommen. So viel scheint jedoch gewiss, 
dass sie mit Ausnahme solcher Stoffe, wie etwa Gummi, stets inner- 
halb jener Grenzen bleiben würden, welche die Elasticitátstheorie 
für ihre Anwendbarkeit verlangt, d. h. dass sie als kleine Grössen 
erster Ordnung betrachtet werden dürften. 

Da folglich der Zuwachs an Dichte von der Oberfläche zum 
Centrum in allen Fällen höchst unbedeutend ist, so scheint es, als 
ob jede Anwendung auf die Untersuchung des Gleichgewichts der 


Erde von vorne herein ausgeschlossen wäre. Dies braucht jedoch 


*) Ges. Abhandlungen p. 338. 


210 


nicht der Fall zu sein. Die áussere Umhůllung der Erde ist (bis zu 
einer unbekannten Tiefe) oxydirt, ist ausserdem auch anderen chemi- 
mischen Einwirkungen unterworfen gewesen, welche die Dichte der 
oberflächlichen Schicht gewiss in den meisten Fällen erniedrigt haben; 
unterhalb dieser Schicht mag nun die Dichte plötzlich einen viel grös- 
seren Werth annehmen, um dann bis zum Centrum langsam nach dem 
eben entwickelten Gesetze zuzunehmen. Eine Entscheidung zu Gunsten 
oder Ungunsten dieser Annahme (die hier jedoch nur als Möglich- 
keit hingestellt ist), liesse sich nur von sehr feinen astronomischen 
oder geodaetischen Untersuchungen (namentlich von einer eingehenden 
Discussion von Pendelversuchen) erwarten. 


IV. 


Die Lösung, welche in II. von unserem Problem gegeben wurde, 
ist insoferne ungenau, als sie die durch die Änderung der Dichte 
herbeigeführte Änderung der Gravitationswirkung nicht berücksichtigt. 
Zwar ist die Änderung der Dichte eine kleine Grösse erster Ordnung, 
und eine grössere Genauigkeit als bis auf Grössen dieser Ordnung 
kann vorderhand nicht angestrebt werden, da die ganze Theorie der 
Elasticität nur bis zu dieser Grenze der Genauigkeit reicht. Aber die 
Änderung der Dichte geht durch die ganze Masse, und von vorn- 
herein ist nicht abzusehen, ob dies das Resultat nur bis zu Grössen 
zweiter Ordnung affıciren würde. Die nachfolgende Untersuchung soll 
sich mit dieser Frage beschäftigen. Allerdings wird dabei an einer An- 
nahme festgehalten, die erfahrungsmmässig nicht erwiesen, und von 
der man a priori eher das Gegentheil erwarten würde: nämlich dass 
die Coefficienten EZ und u, wenigstens innerhalb der angenommenen 
Grenzen, von der Dichte unabhängig sind. Die nachfolgende Unter- 
suchung hat daher hauptsächlich den Werth: zu entscheiden, bis zu 
welcher Grenze man sich mit der ersten annähernden Lösung wird 
begnügen können (was aus der Übereinstimmung derselben mit der 
folgenden Lösung ersichtlich sein wird); ferner zu zeigen, in welcher 
Richtung die Abweichungen zu suchen sein werden, wenn man diese 
Grenzen überschritten hat, denn jedenfalls wird diese zweite Lösung, 
weil sie wenigstens einen Theil der modificirten Umstände in Betracht 
zieht, der Wirklichkeit näher sein als die erste. 

Für die Dichtigkeit hat unsere Untersuchung einen Ausdruck 
ergeben, welcher aus einem constanten, und aus einem dem Quadrate 
von r proportinalen Gliede besteht; berechnet man darnach die Gra- 


č GOO o o a dí r ono 


971 


© vitation der Masse und führt den Ausdruck in (1) ein, so findet man 
‚leicht, dass jetzt die Ausdrücke für o, o, ©, h aus drei Gliedern be- 
stehen werden, indem ein der 4. Potenz von r proportionales Glied 
hinzutritt. 
Schreitet man in dieser Weise fort, so überzeugt man sich, dass “ 
die Ausdrücke für die obigen Grössen ©, o, ©, h sich als Reihen k 
darstellen lassen, welche nach den geraden Potenzen von r fort- 
schreiten. Wir könnten von der Annahme: 
e=4,+Ar’+4Ar’-+... & 
ausgehen und die Coefficienten A,, so bestimmen, dass sie allen aus č 
der Aufgabe fliessenden Bedingungen genügen. 
Folgender Weg führt jedoch noch direkter zum Ziele. Die Cor- 
rection des früher erhaltenen angenäherten Resultates besteht darin, 
dass statt der Gravitation einer homogenen die Gravitation einer 
solchen Kugel zu bestimmen ist, in welcher sich die Dichtigkeit nach 
einem freilich noch unbekannten Gesetze ändert, Wir haben nämlich Ň 
statt des constanten A zu setzen un 


k- Ak=h(i—9)=4(1—36—r 9), (20) 


so dass der verbesserte Ausdruck fůr R lautet: 


2 a do = 
= —3r’e—3r? | dr x 
Sue fe dr (21) : 

_ dm er Mg: £ 
Es ist daher: 


ya An | x 
= =7 = T--3 (29) : 


2 ; 
Substituirt man die Ausdrücke für X, Y, Zin die Gleichungen 0 
- (V, so erhält man eine Gleichung wie (3), nur dass das letzte Glied A 
L mit (1— 30) Be erscheint, folglich statt (4): 2 
: = le) 3 
a s) 
E: Die Gleichung a die Form: 
dy |, Andy 
: = da "x de eh 


deren Integral bekannt ist. Man findet nämlich: *) 


*) J. A. Serret, Cours de Calcul différentiel et intégral, II. vol. Chap. x. 


272 


I (g-ne- Zum) + C — ná 


dn— 
y= 0er" EEE (an ns), (24) 


= n—1 
Im vorliegenden Falle hat man zu setzen: 
W 2 m=iVDB=-, y=e-—- (25) 


und es ergibt sich schliesslich mit Rücksicht auf den imaginären 
on von m: 


P=— : + >= cos Z — sin I) + (Zin 2+ ws —). (26) 


Soll dieser Ausdruck für r=0 nicht unendlich werden, so 

muss man 
GV 

setzen, und es bleibt bloss noch die Constante C zu bestimmen. 

Diese ergibt sich aus der Oberflächenbedingung (6). Nach einigen 
einfachen Umformungen ergibt sich für C die Gleichung: 
1 31—2 a, a 
oa cos — — sin + es in | en 

Hat man C mittelst dieser Gleichung berechnet, so werden die 
uns interessirenden Grössen ©, 6, + durch folgende Ausdrücke be- 
stimmt: 


1 CT r T RS 
tele] > 
C BE 
= 27 eo 2 — (2— 2) sin 1 (29) 
2 
=1- la] = 


Man ersieht aus diesen Formeln, dass die Constante c, welche 
statt der früheren Constante B eingeführt worden ist und welche als 
eine Länge aufgefasst werden kann, eine wesentliche Rolle spielt. 
So lange man das Verhältniss der Dimensionen des Körpers zu dieser 
Constante als eine kleine Grösse erster Ordnung betrachten darf, 
wird man mit Weglassung von Gliedern höherer Ordnungen auf die 
gleich eingangs entwickelten Formeln zurückgeführt. Man findet 


nämlich: 
3—u a? 
(+9 mare = 


r r ee, 1 r? pš 
— es — — sm — = 


c c C -ph 


also innerhalb der angegebenen Genauigkeitsgrenze wie oben (8): 


er 3—H4 2 ] 
a nel ik 
Dies ist z. B. der Fall bei der oben (III) untersuchten Stahl- 
kugel; man findet nämlich: 


105 

6 
also klein genug, um höhere Potenzen vernachlässigen zu können. 
Der Werth von > gibt demnach ein gutes Kriterion dafür ab, ob 


man sich mit der in II. behandelten Untersuchung begnügen kann, oder 
ein genaueres Resultat mittelst der Formeln (28)—(30) anstreben soll. 


31. 
Exkreční apparát Planarií. 


Přednášel Dr. Fr. Vejdovský dne 27. října 1882. 
(S tabulkou.) 


Pěkná skoumání Fraipontova*) a Pintnerova**) o vodních 
kanálech četných plathelminthů, hlavně Cestodů a Trematodů, zavdaly 
podnět Francottovi***) k dalšímu sledování téhož apparátu u Rhab- 
docoelů a Dendrocoelů. U těchto posledních, jak známo, byly ústroje 
exkreční již od starších badatelů pozorovány, ovšem že jen z Části 
a nedokonale. Naproti Dugés, Leydigovi, Mertensovi, Ken- 
nelovi atd. popíral však Hallez vůbec přítomnost vodních kanálků 
u Planarií. K vyvrácení tohoto výkladu a pro dokonalejší poznání 
řečených ústrojí sledoval tudíž Francotte hlavně Polycelis mi- 
gra, o jejíž apparátu exkreéním praví ve výše zmíněné práci: 


3 *) Jul. Fraipont: Recherches sur Vappareil excréteur des Trématodes et 

= des Cestodes. Archives de Biologie, publ. p. Ed. Van Beneden et Ch. Van 
Bambeke. Tome I. 1880. pag. 415. Pl. XVIII. et XIX. — Deuxieme partie. 
Ibidem Tome II. p. 1. Pl. I. et II. 

_ — —  **) Th. Pintner: Untersuchungen über den Bau des Bandwurmkörpers mit 

® Berůcksicht, der Tetrabothrien und Tetrarhynchen m. 5 Taf. — Arb. zool, 

Hr, Inst. Wien: III. 1880. pag. 10—44. 

+) P, Francotte: Sur l’appareil excréteur des Turbellariés Rhabdocoeles et 

— Dendrocoeles. Archiv de Biologie. Tom II. pag. 145. Pl. X. 

P. Francotte: Sur Vappareil excréteur des Turbellariés Rhabdocoeles et 

Dendrocoeles. Ibidem pag. 636. Pl. XXXIII. 


18 


274 


„L’appareil exeréteur chez ces Dendrocoeles se compose: 1. De 
canaux principaux formant un reseau unique; 2. D’entonnoires vibrati- 
les; 3. De canaux secondaires fins réunissant les entonnoire aux canaux. 
Les canalicules secondaires ne paraissent pas exister.“ Dále jde 
z popisu a vyobrazení na jevo, že u Polycelis hlavní kanály ústí 
mezi sebou, tvoříce síť po celém těle, a bezpochyby prý ústí na 
venek. Po celém jich průběhu lze znamenati vlnitou čáru vířící. 
Tyto kanály jsou uloženy v parenchymu tělním dle dvou plánů; na 
hřbetní straně, kde pokračuje vibrace od zadu ku předu a na břišní 
straně, ve směru opačném. Tyto hlavní kanály prodlužují se v trubičky 
úzounké, zakončené vířivou nálevkou. 

Pozorování, jež jsem učinil na vodních kanálech tří planarií, 
z nichž 2 nade vše příznivé jsou k sledování řečených ústrojí, liší 
se velmi podstatně od udání Francottových, dle čehož mám za to, 
že system vodních rour u rozličných rodů Dendrocoelů značně se 
liší. Rozhodně tak možno tyrditi především o úplně bílém a průsvit- 
ném rodu, jejž stotožňuji s Dugés-ovou*) Planaria coeca a Stim- 
psonovou**) Anocelis coeca. (Zda tento druh souhlasí s Ehren- 
bergovou Zyphloplana coeca, nemohu rozhodnouti.) 

Anocelis coeca shledal jsem v 9 exemplářích pod kameny v ústí 
říčky Ploučnice do Labe u Děčína. Dugés nalezl pouze jediný 
exemplář ve Francii a dle jeho skizzovitého vyobrazení jakož i podle 
krátkého popisu souhlasí druh z Ploučnice úplně s Planaria coeca. 
Také Fries uvádí slepý jeden druh Planaria cavatica***), jež 
však co do velikosti, přítomnosti laloků na přídě těla, jakož i co do 
ostatního habitu těla rovná se Dendrocoelum lacteum Örst. Anocelis 
coeca však nemá nic společného s posledně jmenovaným druhem. 

Exempláře, jež jsem nalezl v Ploučnici v měsíci září 1882 byly 
vesměs nepohlavní, v poměrech pak soustavy nervové, zažívací a ex- 
kreční veskrze souhlasné. Anocelis coeca v tomto stavu jest 7—9 mm. 
dlouhá, úplně sněhobílá, sploštělá, postrádajíc na přídě úplně laloků, 
jakýmiž vyznačují se Dendrocoelum, Planaria a Polycelis. Na zad 
zužuje se tělo pozvolna (Fig. 1). Přída těla jest slabě vyhloubena, 
představujíc známou „jamku příssavnou“ jiných dendrocoelů, která 


*) A. Dugés: Apercu d. guelgues Observations nouvelles sur les Planaires 
ete. Ann. sc. nat. T. XXI. 1830, pag. 83. 
**) Stimpson: Prodrom. descript. anim. evertebrat. ete. (Proceedings Acad. 
Nat. Scienc. Philadelphia 1857. I. pag. 19—31.). 
***) 9, Fries: Mittheilungen aus dem Gebiete der Dunkel-Fauna. — Zoolog. 
Anzeiger 1879, pag. 151, 


De SRM k RE vr PEN ZZ Pana C 


275. 


se může vychlípiti (Fig. 2.). Laloky zažívací roury jsou tupé, spoře 
rozvětvené, větve střevní na zad spojují se v jednu. Brvy na povrchu 
těla jsou velmi malé, tyčinky v parenchymu tělním nejvíce po obou 
stranách uložené vynikají svou velikostí nad podobné elementy všech 
známých mi druhů. Jsou jasné, vřeténkovité, oblé, světlo málo 
lámající. 

Velmi snadno, pro průsvitnost těla, lze sledovati soustavu ner- 
vovou. Skládá se ze dvou symetrických zauzlin, slabou komissurou 2 
v středu spojených. Celkový tvar však mění se velmi dle pohybů, | 
protažení a stahování se těla. Fig. 1. g, Fig. 2. a 3. naznačují asi 
všeobecné tvary zauzliny mozkové. Obé poloviny mozkové vybíhají 
v před i v zad ve větve nervové. Zadní jsou velmi dlouhé, sahající 
daleko za větve zažívací roury a pokud jsem mohl je na celém průběhu 
sledovati, nesouvisejí nikterak komissurami příčnými, aniž vysílají 
větví postranních. Větve nervové vybíhající ku přídě těla, jsou kratší 
a velmi četné, rozbíhajíce se paprskovitě k oběma cípům předního 
těla až k epidermis. Celkový tvar mozkový a i poněkud rozdělení 
zmíněných větví nervových lze sledovati snadno, avšak pro parenchym 
tělní nelze nabýti jakéhosi názoru o histologické struktuře nervové 
soustavy. 

Exkreční apparát u Anocelis coeca, jemuž nejbedlivější pozor- 
nost jsem věnoval, jevil se v stejném vývoji u všech 9 pozoro- 
vaných exemplářů a až na nepatrné odchylky, jež níže zvláště vytknu, 
vyznačuje se následujícími poměry: 

Bezpečně sledoval jsem vodní roury ve veškeré přídě těla až za 
druhý pár laloků střevních (Fig. 4.); v ostatním těle na zad, ač jest 
toto zrovna tak průsvitné jako přída, Te jsem ani stopy ja- 
kýchsi kanálkův exkrecnich. 

Na obr. 4., který jest kreslen dle pady, při zvětšení Zeiss 
oc. 2 obj. £, shledávám následující části exkrečního apparätu: 

1. Pár hlavních podélných kanálků (d), jež táhnou se podél 
větví nervových od přídy těla na zad, kdež tvoříce četné záhyby : 
a kličky, obracejí se před počátkem zažívací roury zase ku předu (c), = 
stávají se poněkud širšími až konečně naduřují v konečný, kulovitý N 
vak (b), a malým, jasným otvürkem v pokožce na hřbetní straně, ne- 
daleko před zažívací rourou na venek ústí (a). 

Tyto 2 hlavní kanály, vinoucí se nedaleko v pravo a v levo 
od střední podélné čáry tělní, jsou u menších, a tudíž mladších 
exemplářů úplně oddělené t. j. nesouvisejí předním obloukem spolu. 


Větve těchto kanálků na vyobr. 1., jak vidno, jsou zcela od sebe 
18* 


o šk o SU 


276 


oddělené. U větších zvířat shledal jsem v přídě těla příčný kanál, 
jímž souvisely oba podélné hlavní kanálky. To však neodporuje nikterak 
faktu, že hlávní kanálky jsou párovité a sice v jediném 
páru přítomné, a že jediným párem stažitelnýchváčků 
na venek ústí. 

Na celém svém průběhu jsou hlavní kanálky připevněné k pa- 
renchymu tělnímu zvláštními, kratičkými, dutými výhonky (Fig. 5. m). 
Histologickou stavbu trubic těch neskoumal jsem dosti podrobně, 
vnitro jich však úplně postrádá brv a jest naplněno jasnou vodnatou 
tekutinou. Konečný váček s pravidla se stahuje a roztahuje. 

2. Z hlavních kanálů odvětvují se trubice postranní v určitém 
počtu, jež v symetrickém uspořádání vycházejí ku stranám těla. Takž 
lze na zadu sledovati pár postranních kanálkův (7), jež záhy se štěpí 
v kanálek m, béžící podél stěny tělní ku předu, kdežto kanálek g na 
zad se obrací, četné kličky tvoří a pak v před se beře. Tenounkými 
konečky ztrácí se oba ty kanálky v parenchymu tělním. — V přídě 
těla dělí se hlavní kanálky párovitě; vnitřní větve (f) u mladších 
exemplářův nesouvisejí s kanálkem opáčné strany, nýbrž větví se 
opět v slabé větévky, kdežto u starších srůstají tyto v spojený 
kanálek. Zevnejsi větévky (e) ubírají se ku kraji stěny tělní a opět 
se větví v teničké kanálky. — Konečně vychází asi ze středu hlavních 
kanálů kanálek 7, odpovídající oněm dvěma v přídě a na zad. 

Tyto tři páry kanálků druhotných neodchylují se v ničem od 
hlavních kanálků, jsouce téže stavby a týmž obsahem naplněny, jako 
předešlé. Jsou pouze tenčí, a zakončují v parenchymu tělním, pone- 
náhla se zužujíce. 

3. Ze středního druhotného kanálku (Fig. 5. ©) vybíhá zvláštní 
větev (k) šikmo ku střední čáře tělní, nepatrné pouze tvoříc záhyby. 
Tímto směrem mine až hlavní kanál, načež rozvětvuje se ve velmi 
hustou síť kanálků jemných, četných a nezřetelných (£). Kanálek A 
se svým rozvětvením % liší se značně od předešlých kanálků druhot- 
ných a hlavních. Naznačím jej jakožto kanálek vířivý. 

Sběrný apparát skládá se tudíž z dvou částí: 

a) Z velmi husté sítě jemných, tenkostěnných kanálků (Fig. 5. £), 
jež pozoroval jsem v největším množství mezi oběma hlavními kanály. 
Z jednotlivých kanálků společné síti vycházejí zvláštní jemné výhonky, 
duté, ponenählu ke konci naduřujíce (2), buďto jako nezřetelná ná- 
levka, anebo jako dutinka jasná, kulatá neb vejčitá, přilehajíc svou 
stěnou v parenchym tělní (Fig. 7.). Jest to zajisté prostůrek dutiny 
lymfatické, odpovídající známým vířivým nálevkám, jež Francotte 


277 


u Dendrocoelů a Rhabdocoelů, a Fraipont u ostatních plathelminthü 
shledali. Zvláště pak Arnold Lang*) nade vše důkladné zprávy 
podal o těchto ústrojcích u Gunda segmentata. . 

Jakkoli nepochybuji, že konečné tyto dutinky u Anocelis jsou 
skutečně homologické s vířivými nálevkami řečených skupin hlistů 
plochých, předce musím zvláště vytknouti, že se mi na žádný 
způsob nepodařilo nalézti onu míhavou brvu v ústí lakunek a na 
konci sběrných kanálků, ač jsem co nejbedlivěji pátral při zvětšení 
Zeiss oc. 4. Imm. I. A předce jest Anocelis coeca předmět pro sledo- 
vání exkrečního apparátu nade vše příznivý. V mnohých případech 
byla lakunka naplněna jemnozrnou hmotou, vybíhající v jiných větév- 
kách do parenchymu tělního (Fig. 5. n). 

5b) Druhou část sběrného apparátu tvoří širší kanálek, zmíněná 
již větev z druhotného kanálku vybíhající k střední čáře tělní (Fig. 
5. A). Do tohoto kanálku ústí veškerá síť konečných kanálků a jím 
odvádí se výměšná hmota do kanálku druhotného (?) a pak hlavního 
(d), odkudž vyměšuje se stahováním se váčku (b). Že kanálek 2 sku- 
tečně odvádí tekutiny z těla, naznačuje živé víření v jeho dutině. 
On jediný ze všech kanálků v každé polovici těla jest vylozen brvami 
vířivými (Fig. 6.), kteréž vždy jen ve směru od síti konečných lakunek 
k druhotnému kanálku 7 víří. Proud víření také usnadňuje sledování 
tohoto tenkostěnného kanálku, na jehož stěnách upevněny jsou dosti 
dlouhé, jemné brvy. 

U mladších exemplářů: vyvinut bývá. pouze tento jediný vířivý 
kanálek, kdežto u větších a tudíž bezpochyby starších, rozvětvují se 
z něho ještě jiné postranní, více méně dlouhé, vinoucí se rovněž 
v parenchymu tělním. Na obr. 5. naznačeny jsou dle přírody dva 
takové odbočující se vířivé kanálky (p), rozvětvující se v sit lakunek 
naplněných zrnitou hmotou (0). 

Jakým způsobem zakončují v parenchymu ostatní větévky ex- 
krečního apparätu, nepodařilo se mi vyšetřiti. Z vylíčených poměrů 
jde však na jevo, že zmíněné ústrojí značně se liší od onoho, jež 
líčí Francotte u Polyeelis. Za to však zřejmo, že Anocelis má 
úplně týž apparát exkreční, jako Gunda segmentata dle vypsání 
Arnolda Langa. I zde jsou podélné 2 hlavní kanály, ústící 
ovšem četnými otvůrky na hřbetní straně na venek. Lang také po- 
zoroval u Planaria torva zvláštní otvůrky na povrchu těla, jimiž 


-občas vylučují se tekutiny z vodních rour na venek. 


*) Arnold Lang: Mittheilungen 2. d. Zoolog. Station in Neapel. Bd. II. 
Heft 1. 1882. 


218 


Kdežto u Anocelis coeca zdá se býti apparát exkreční ob- 
mezen pouze na přídu těla, jako u jiné planárie, již zovu Pla- 
naria Vruticiana n. sp. (Fig. 9, 10.), malého, hnědavého neb čer- 
ného to druhu, jenž ukazuje v přídě těla párovité rozdělení větví 
vodních rour, z nichž některé víří (Fig. 9. a) — podařilo se mi 
sledovati jiný zvláštní druh, jehož exkreční apparát v povšechném 
rozdělení po celém těle, nakreslil jsem již před třemi roky (Fig. 8.). 
Druh ten nemohu stotožnit se žádným z dosud popsaných a označují 
jej jakožto Planaria albissima m. sp. Shledal jsem jej v něko- 
lika, vesměs nepohlavních exemplářích ve velkém prameništi v Kro- 
páčově Vrutici r. 1879. Od těch dob nepodařilo se mi jej jinde na- 
lézti. Pěkný ten druh dosahuje délky asi 10 mm., jest buď úplně 
bělostný, řídčeji na některých místech tělních šedavý. Na přídě těla 
z těžka lze konstatovati přítomnost laloků postranních, za to známá 
příssavní jáma jest mohutně vytvořená, a zvíře za Živa čile ji Vy- 
chlípuje a opět zatahuje. Dvě velké oči s černým pigmentem jsou 
značně od střední čáry tělní vzdálené a jich čočky světlo lámající, 
nenalezají se, jako u ostatních planárií, ponořené v parenchymu 
tělním, nýbrž klenou se nad pokožkou tělní (0), Nervovou soustavu 
nepodařilo se mi dokonale zjistiti. Hlavní větve zažívací roury jsou 
velmi štíhlé, jako u žádného z domácích našich druhů, zadní pár 
střevních hlavních větví (s) nesouvisí spolu. Postranní laloky střevní jsou 
rovněž velmi štíhlé a rozvětvují se na koncích ve 2—3 tenké větve (5). 

Zvláště u mladších exemplářů lze pohodlně sledovati rozvětvení 
vodních kanálků. Hlavní kanály, jež jediné jsem naznačil a bedlivě 
sledoval, jak vykresleny jsou na Fig. 8., uloženy jsou nad zaží- 
vací rourou, tudíž rovněž, jako u Anocelis v hřbetní straně těla, 
táhnou se pak po celé délce tělní. Souvisejí spolu příční větví na 
přídě těla, mezi očima. Obě ty hlavní větve jsou po celé své délce 
rozvětvené. A sice především tu pár větévek po stranách příssavní 
jamky (d). Dále na zad odvětvuje se z každé větve po páru delších 
cév vodních (c); v střední části těla po obou stranách jícnu vycházejí 
2 větve (f), ponenáhlu zakončené. 

Veškeré tyto větve jsou upevněny v parenchymu tělním kra- 
tičkými výhonky jako u Anocelis. Ústí vodních kanálků na venek 
nepodařilo se mi objeviti. 

Morfologický význam vodních trubic planárií a prvoledvin pija- 
vek vyložím na jiném místě. 


a T 


ční apparat Planarii. 


FVejdovsky Exkre 


- 


2 E 
mL 
LL A LY LL a 


IN 


DI 


Vejdovský ad nat.del 


| 
= 


Ci dran Hogr Aka + Praxe 


FVejdovsky Exkreční apparal Planarıl 


-| Veplorsey dana 


DENE NZ 
5 rn M 


Vysvětlení tabulky. 


- Anocelis coeca Stimps. "slabě zvětšená s apparátem zaží- u 
„vacím a nervovou soustavou (9). 
2. Přída těla vychlípená s nervovou soustavou. 
; 3. Mozková zauzlina se svými větvemi nervovými při stažení 
-© se zvířete. Mírné zvětšení. 
A4. Přída těla Anocelis coeca při zvětšení Zeiss. oc. 2. obj. E., 
dle přírody. Znázorňuje rozvětvení vodních kanálů. 
2 zažívací roura, 
k síť konečných kanálků sběrných, 
h vířivý kanálek, 
a e, f, 9, 1, kanálky druhotné, 
| : d kanálek hlavní, 
B c vývodní část hlavního kanálku, s naduřelým váčkem 4, 
k: a zevnější otvürek. 
Fig. 5. Část exkrečního apparátu silně zvětšená (Zeiss oc. 3. Im. I), © 
n a zevnější otvůrek v pokožce tělní, P 
b naduřelý váček, s 
fr c rozšířený kanálek vývodní, 
| d hlavní větev vodního systemu, 


z m postranní výhonky hlavních kanálků, 
Ei: % druhotný kanálek, 
o, h kanálek vířivý, ústící do kanálku druhotného 7, 


P postranní vířivé kanálky, 

k síť sběrných kanálků, 

Z konečné kanálky s lakunkami (n), 

o lakunky rozvětvené a naplněné zrnitou hmotou. 
6 Silně zvětšená část vířivého kanálku. ; 
7. Konečný kanálek s lakunkou a k ní přilehající buňkou pa- 
© renchymu tělního. BEN 
8. Planaria albissima m. sp. z prameniště ve Vrutici Kropf © 

čově, mírně zvětšená, a ukazující rozlohu hlavních kanálů Ae ak 

- vodních po celém těle, | 
0 oči, 
03 jicen, 
(A s hlavní větve střevní, 
s vedlejší větve střevní, 
- a hlavní kanálky vodní, 


280 


b větve vnitřní, 
c zevnější, 
d přední větve, 
f zadní větve. 
Fig. 9. Planaria Vruticiana, z téhož naleziště, jako předešlá, 
o 0, 
a vnitřní hlavní větev vodního systemu, 
b zevnější větev. 
Fig. 10. Přída těla téhož druhu silně protažená. 


38. 


Beiträge zur Kenntniss der Flora von Böhmen. 


Vorgetragen von Prof. Dr. Anton Hansgirg am 27. October 1882. 


I. Phytogeografische Notizen. 


Mit wenigen Worten will ich hier über einige Resultate meiner 
im letzten Sommer in Böhmen unternommenen botanischen Excur- 
sionen referiren. 

Um die Flora des botanisch noch wenig durchforschten Adler- 
gebirges (sog. Böhm. Kammes) näher kennen zu lernen, unternahm 
ich Mitte August I. J. einen längeren Ausflug in das Grenzgebiet 
von Ost-Böhmen. Indem ich zuerst die nähere und weitere Umgegend 
von Geiersberg, Wichstadtl und Lichtenau durchforschte, gewann ich 
einen genügenden Überblick über die Flora der südwestlichen Vor- 
gebirge dieses etwa 2000—3600“ hohen Kammes. Von Lichtenau 
sing es dann über Langenau (in Glatz) nach Bärnwald und von hier 
an der wilden Adler entlang nach Kronstadt und Friedrichswalde. 
Wie bei Wichstadtl den Hohen Stein und Adamsberg, so bestieg ich 
auch bei Bärnwald den St. Annaberg und bei Kronstadt die Desch- 
nayer Koppe, zwei der höchsten Punkte des ganzen oben angeführten 
Gebietes. 

Was die Flora dieses vom Fusse bis auf den höchsten Kamm, 
vorherrschend mit Nadelholz, bewaldeten Adlergebirges betrifft, so 
will ich hier vor allem die wenigen in der höchsten Region des Ge- 
birges vorkommenden Pflanzenarten anführen. Es sind: Luzula su- 
detica Presl, Mulgedium alpinum, Athyrium alpestre, Solidago al- 
pestris, zu welchen stellenweise noch Ranunculus aconitifolius, Ve- 


981 


ratrum album, Epilobium nutans Tausch, Štreptopus amplexifolius, 
Erioforum alpinum (Adamsberg), Homogyne alpina, Salix silesiaca 


u.ä. nur in den oberen Regionen des Gebietes häufiger vorkommende 
Hochgebirgspflanzen sich gesellen. Ranunculus aconitifolius und Ve- 
ratrum album kommt an der wilden Adler auch noch bei Bärnwald 
mit Carduus personata vor und Veratrum album noch tiefer (etwa 
1600“) bei Pastvín und Klösterle, wohin es jedenfalls von den höheren 
Lagen durch das Wasser angeschwemmt wurde. 

Im Ganzen findet man reine alpine Pflanzen auf der von mir 
besuchten südöstlichen Seite des Adlergebirges ebenso spärlich wie 
auf der von Dr. L. Celakovsky, J. Freyn und anderen Botanikern 
besuchten und durchforschten nordwestlichen Seite. In den hoch 
liegenden Wäldern am südöstlichen Abhange des Adlergebirges findet 
man von selteneren Gebirgspflanzen der höheren Region häufiger 
folgende: Polygonatum verticillatum, Lonicera nigra, Calamagrostis 
Halleriana DC., Rubus hirtus W. Kit., Blechnum spicant, Trientalis 
europaea, Gnaphalium fuscatum Wahl., Lycopodium annotinum, Carex 
canescens, Hieracium rigidum Fries, Erioforum vaginatum, Rumex 
arifolius, Juncus sguarosus, Festuca silvatica (Hoher Stein). Nebst; 
diesen namentlich in den Wäldern oberhalb Bärnwald, Kronstadt 
und Friedrichswalde so wie auch oberhalb Wichstadtl und Lichtenau 
zahlreicher verbreiteten Pflanzenarten sind aus den daselbst und aus 


den noch tiefer liegenden Wäldern des ganzen Gebietes auch noch 


folgende Pflanzen bemerkenswerth: Rosa alpina, Chaerophyllum hir- 
sutum, Petasites albus, Valeriana sambucifolia, Arnica montana 
(spärlich), Centaurea phrygia, Geum rivale u. a. 

Ebenso findet man bei Pastvin und Klösterle an der wilden 
Adler so wie in Wäldern an der stillen Adler bei Wichstadtl und 
Lichtenau neben einigen oben angeführten Berg- und Waldpflanzen 
auch noch folgende: Circaea alpina, Geranium silvaticum, Monesis 
grandiflora, Lysimachia nemorum, Melampyrum silvaticum, Montia 
rivularis, Thalictrum aquilegiaefolium, Rubus Schleicheri Weihe, 
Chaerophyllum aromaticum, Rosa tomentosa, mollis Presl, Senecio 
Jacquinianus Rchb., Stellaria nemorum,. Rubus nemorosus, Spiraea 
aruncus, Triticum caninum, Pirola rotundifolia, Luzula pallescens 
Bess., Melandryum silvestre a) villosum, Prenanthes purpurea, Digi- 
talis ambigua, Euphorbia dulcis, Daphne mezereum, Holcus mollis, 
Phyteuma spicatum, Sambucus racemosa, Paris guadrifolia, Actaea 
spicata, Carlina acaulis u. m. a. Pflanzen, die zum grossen Theile 
von den Vorbergen auch in die Wälder der mittelwarmen Bergregion 


a 
ra, 


282 


herabsteigen. Von selteneren Wiesen-, Sumpf- und Wasserpflanzen 
wurden in dem von mir besuchten Gebiete vorgefunden: Cirsium 
rivulare nebst einigen häufig vorkommenden Cirsienbastarden u. z. 
C. subalpinum (palustre X rivulare), praemorsum (olerac. X rivulare) 
und hybridum (oler. X palnstre), Drosera rotundifolia, Viola palustris, 
Menyanthes trifoliata (Pastvín), Pedicularis palustris, Juncus supinus 
(Neudorf b. Bärnwald), filiformis, Epilobium obseurum Schreb., Carex 


echinata, Cardamine amara, Hypericum tetrapterum, Achillea ptar-. 


mica, Centaurea pratensis Thuil., Rumex aguaticus etc. 


Im Ganzen hat also die Flora des böhm. Adlergebirges den 
Charakter einer Waldflora der höheren Bergregion in die nur hie 
und da einige alpine Pflanzen eingesprenst sind. Das vereinzelte 
Vorkommen von reinen Hochgebirgspflanzen auch in den höchsten 
Lagen des Gebirges ist meiner Meinung nach hauptsächlich die 
Folge der immerwährenden Ausrodung der ältesten Waldbestánde 
sowie deren allmäligen Entwässerung; dass in dieser Beziehung 
namentlich in der neueren Zeit Vieles geschehen und dass eben 
durch die Wald- und Agricultur die ursprüngliche Flora selbst der 
hoch am Kamme liegenden Wälder viel gelitten hat, wird bald jeder 
aufmerksame Botaniker bemerken. Ähnliches gilt auch von der Torf- 
flora, die im Adlergebirge spärlich und nur an kleinen Flecken ent- 
wickelt ist. Da hier im Gebirge auch die höchst liegenden Moorwiesen 


allmälig entwässert werden und stellenweise auch schon versucht. 


wurde sie urbar zu machen, verliert sich nach und nach auch ihre 
eigenthümliche Vegetation oder sie wird verdrängt durch eine minder 


interessante; so z. B. wurde. in diesem Sommer die am Gipfel des 


Adamsberges bei Wichstadtl dicht an der böhmisch-preussischen 
Grenze liegende Torfwiese (mit Erioforum alpinum, vaginatum, Ho- 
mogyne alpina u. ä.) theilweise entwässert theilweise sogar schon 
eingeackert. 


Eigentliche Moorfilze, wie sie in den hohen Sudeten gar nicht 
selten sind, fehlen in dem von mir besuchten Adlergebirge gänzlich 


und sind meist durch sog. „Sauere Wiesen“ vertreten, an welchen 
neben den meist in Sphagnum wachsenden Sumpfpflanzen (Erioforum © 


vaginatum, angustifolium, Drosera rotundifolia, Viola palustris, Juncus 
filiformis, squarosus, Luzula, Carex u. ä.) auch Calamagrostis Halle- 
riana, Deschampsia flexuosa u. ä. den ganzen nicht sehr ergiebigen 
Graswuchs bilden. Erst hinter der böhmischen Grenze, etwa zwei 
Stunden von Trčkadorf entfernt, sind grössere Moorfilze sog. Seefelder 


283 


© anzutreffen, an welchen auch Pinus montana (wohl P, uncinata Ram.) 
-in grösserer Menge sich vorfinden soll. 
Die von mir im vorigen Jahre in der Könisgrätzer Umgebung 
entdeckten, für Böhmen neuen Hieracienformen,*) nämlich Hieracium 
pilosella var. nigrescens Fr. und H. stoloniflorum var. minus Uech. 
habe ich auf der ganzen Tour durch das nordöstliche Böhmen ver- 
gebens gesucht; doch fand ich die typische Form von H. stoloni- 
florum noch bei Schwarzwasser zwischen Bärnwald und Kronstadt 
mit H. pratense, welches in einigen Exemplaren auch noch am 
höchsten Kamme oberhalb Friedrichswalde nicht weit von dem hier 
sehr vereinzelt vorkommenden Mulgedium alpinum, üppig und stark 
verzweigt angetroffen wurde. 
Nebstdem sind auch einige vorzüglich in der Nähe der Ort- 
schaften verwilderte Pflanzen für die Vegetation des ganzen oben 
eitirten Gebietes nicht ganz ohne Bedeutung; es sind: Imperatoria 
ostruthium, Levisticum officinale, Inula helenium, Sambucus ebulus, 
Geranium phaeum, Pyrethram parthenium u. m. a. Auf den Feldern 
kommen namentlich in höheren Lagen häufiger Lolium remotum, 
Rhinanthus hirsutus Al., Viola tricolor Murr., Silene gallica (bei 
Bärnwald) u. ä. vor. 
In zweiter Reihe will ich an dieser Stelle noch über die Flora 
einiger von böhmischen Botanikern bisher wenig oder gar nicht be- 
suchten Punkte von Mittelböhmen, die zum Theile noch innerhalb, 
zum Theile auch schon ausserhalb des sog. Prager Umkreises liegen, 
kurz referiren. In den folgenden Zeilen werden der Kürze halber aus 
den Umgegenden von Unhoscht, Smecno (Bad Sternberg), Wran an 
der Moldau, Alt-Bunzlau uad Bad Houška und Sadska an der Elbe, 
Kouřim und Zasmuk nur einige in Böhmen überhaupt nicht sehr 
verbreitete, die verschiedenen Vegetationsbilder Mittelböhmens einiger- 
massen charakterisirende Pflanzenarten angeführt, 
Eine reiche, viele der warmliebenden Bergpflanzen enhaltende 
Flora ist entwickelt am Lodenicer Bache nächst Unhoscht in Wäldern 
und auf den zum grossen Theile auch bewaldeten aus Grauwacke 
- bestehenden Felsabhängen (nur stellenweise treten hier auch eruptive 

Gesteine, meist Diabase in grösserer Masse hervor). Von den in dieser 
Gegend von mir beobachteten selteneren Pflanzenarten sind anzu- 
- führen: Rosa gallica, trachyphylla, rubiginosa, Achillea nobilis 8) 
 ochroleuca, Seseli glaucum, Pulsatilla pratensis, Trifolium rubens, 


E 


#) Sitzungsberichte der böhm, Gesellsch, der Wissensch. 1882 d, d. 24. März. 


284 


alpestre, Allium petraeum DC., Sempervivum soboliferum, Centaurea 
axillaris, Veronica teucrium, spicata, Anthemis tinctoria (auch var. 
ochroleuca und alba), Picris hieracioides «) laevigata, Viola collina, 
Arabis brassicaeformis, contracta a) hirsuta, Asperula galioides, Cle- 
matis recta, Polygonatum multiflorum, Kohlrauschia prolifera, Phleum 
Böhmeri, Bupleurum falcatum, longifolium, Vicia pisiformis, dume- 
torum, cassubica, silvatica, tetrasperma, Senecio Jacguinianus, Stachys 
recta, Digitalis ambigua, Brachypodium pinnatum, Geranium colum- 
binum, Luzula pallescens, Festuca heterophylla, Dianthus armeria; 
Galeopsis versicolor, Neottia nidus avis, Cardamine bulbifera, im- 
patiens, Spiraea aruncus, Milium effusum, Carex remota, Rubus sub- 
erectus, Elymus europaeus, Prenanthes purpurea, Stellaria nemorum, 
Astrantia major, Lathyrus silvaticus «) angustifolius, niger, Euphorbia 
duleis, Koeleria cristata; Cicuta virosa, Rumex hydrolapathum, Ra- 
nunculus paucistamineus «) trichophyllus, Myriophyllum verticillatum, 
Lemna trisulca, Epilobium grandiflorum u. v. a. 

Eine ähnliche Flora, welche eine noch grössere Anzahl seltener 
warmliebenden Pflanzen umfasst, herrscht auch auf den die Moldau 
oberkalb Wran von beiden Seiten einengenden steilen Felsabhängen, 
welche auch meistentheils aus Grauwacken (hie und da auch aus 
Porphyren) bestehen. Von den neu in dieser Gegend beobachteten 
Pflanzen sind besonders folgende hervorzuheben: Rubus tomentosus, 
Prunus cerasus, Achillea dentifera DC. (auch var. discoidea), Viola 
collina, tricolor a) montana, Lactuca quercina, saligna, Teucrium 
botrys, Potentilla canescens, Orobanche caryophyllea, Malva alcea, 
Pirus torminalis, aria, Clematis recta, Ventenata avenacea, Aira 
caryophyllea, Asplenium germanicum, Carex humilis, Euphorbia an- 
gulata, Festuca heterophylla, Symphytum tuberosum, Draba muralis, 
Cerastium brachypetalum, Ribes alpinum, Pirus malus ©). glabra, 
Vicia lathyroides, Myosotis sparsiflora, Inula hirta, Erysimum durum 
Presl, Anthyllis vulneraria, Anthemis tinctoria, Holcus mollis etc. 
Bemerkenswerth ist hier auch das Vorkommen folgender theils an 
den Ufern theils auf Uferwiesen verbreiteten Pflanzenarten: Lindernia 
pyxidaria, Elatine triandra, Limosella aquatica, Seirpus radicans, 
maritimus, Salix velutina (cinerea X viminalis), rubra (vimin. X pur- 
purea), Rumex aquaticus, maritimus, Juncus filiformis, Oxalis stricta, 
Potentilla supina, Linaria minor, arvensis, Peucedanum oreoselinum, 
Oenothera biennis, Epilobium obscurum u. m. a. Auch das in grosser 
Menge auf den Uferlehnen gegenüber Wran gänzlich verwildert vor- 
kommende Chrysanthemum parthenium, die in der nächsten Umgebung 


-von Wran sich rasch verbreitende Galinsoga parviflora, Artemisia 
scoparia, Solanum villosum Lamk., Xanthium spinosum, strumarium, 
-— Schizotheca rosea, Chenopodium urbicum u. á. dürften für die mit 
-© der Prager Flora ein wenig bekannten Botaniker nicht ganz ohne 
Interesse sein. 

Von selteneren Pflanzenarten, welche ich an der Grenze der 
Prager Flora an den Plänerkalkabhängen oberhalb Libusin und Swi- 
narow nächst Smečno und an dem nahen Winaricer Basaltberge 
beobachtet und gesammelt habe, sind zu erwähnen: Cirsium panno- 
nicum, Freyerianum (panon. X acaule), erioforum, Epipactis atro- 
rubens, Coronilla vaginata, Prunella grandiflora, Pirus aria, Coto- 
neaster vulgaris, Asperula tinctoria, galioides, Sesleria coerulea, Fe- 
stuca glauca, Orobanche Kochii, Hedera helix, Rubus tomentosus, 
saxatilis, Stachys germanica, recta, Rosa gallica, rubiginosa, Anthe- 
ricum ramosum, Peucedanum cervaria, Thlaspi perfoliatum, Triticum 
glaucum Desf., Campanula glomerata, Valeriana officinalis B) angusti- 
folia, Teucrium chamedrys, Inula conyza, Aquilegia vulgaris, Gentiana 
ciliata, germanica, Viola mirabilis, Crepis rhoeadifolia M. Bieb., Ni- 
gella arvensis u. v. a. In feuchten Waldthálern und auf sumpfigen 
Waldwiesen wurden hier beobachtet: Eguisetum maximum, Scrophu- 
aria Ehrhardtii Stev., Listera ovata, Rosa alpina, Sanicula europaea, 
Eupatorium cannabinum, Geranium palustre u. d. m. 

In der náchsten Náhe von Alt-Bunzlau, am Bade Houška be, 
Brandeis an der Elbe und bei Sadska finden sich folgende in Böhmen 
meist nur im Elbethale verbreitete Pflanzen: Schoenus ferrugineus 
Juncus obtusiflorus, fuscoater, Scirpus holoschoenus, uniglumis, Carex 
squarosa, distans, Buxbaumii, Cirsium silesiacum (palustre X canum), 
tataricum (canum X oleraceum), Rhinanthus angustifolius, Epipactis 
palustris, Gymnadenia conopea, Lathyrus palustris, Euphorbia lucida, 
Senecio paludosus, Sagina nodosa, Salix repens, Polygala austriaca 
Crantz, comosa Schkuhr, Dianthus superbus, Gentiana pneumonanthe, 
Aconitum variegatum, Veronica longifolia, Laserpitium pruthenicum; 
Utricularia minor, Teucrium scordium, Lemna polyrrhiza, trisulca, 
-  Hottonia palustris, Polygonum minus Huds., Potamogeton acutifolius, 
- perfoliatus, Ranunculus divaricatus, Myriophyllum verticillatum, Ču- 
-© eubalus baccifer, Allium pratense, vineale, Seseli libanotis, coloratum, 
-© Silaus pratensis, Erythraea linariaefolia, ramosissima, Galega offici- 
— nalis, Rumex sanguineus u. ä.; Verbascum blattaria, phoeniceum, 
-© Jurinea cyanoides, Festuca psammophila, Koeleria glauca, gracilis, 
Alyssum montanum, Scabiosa suaveolens, Melampyrum cristatum; 


286 


Thymus angustifolius Pers., Helichrysum arenarium, Chondrilla juncea 
Corynephorus canescens etc. 

Nur wenige von den eben erwähnten Pflanzen des Elbthales 
nebst einigen anderen aus dem wärmeren Moldauthale stammenden 
haben sich verirrt bis in die Gegend von Kouřim und Zasmuk, 
welche Städte schon an den nördlichen Ausläufern des mächtig 
entwickelten Urgebirges von Südböhmen liegen. Ich führe hier nur 
Melica ciliata, Seseli glaucum, Silene otites, Avena pratensis, Festuca 
glauca u. ä. beispielsweise an. In den Wäldern nächst Kourim und 
Zasmuk ist die Flora im Ganzen viel ärmer als in dem Elb- oder 
Moldauthale und es verlieren sich von Peček gegen Zasmuk hin die 
warmliebenden Pflanzen immer mehr und mehr. Von den diese 
Gegend einigermassen charakterisirenden Pflanzenarten sind anzu- 
führen: Milium effusum, Galeopsis versicolor, Astrantia major, Poly- 
gonum dumetorum, Carduus crispus, Gnaphalium luteoalbum, Trollius 
eurpaeus, Potamogeton pectinatus, Rosa dumetorum Thuill., Rubus 
vulgaris Weihe, Andropogon ischaemum, Hypericum montanum, Di- 
gitalis ambigua, Bromus asper u. ä. 


II. Ein neuer Beitrag zur Kenntniss der böhmischen Algen‘). 


Im nachstehenden Verzeichnisse sind einige in Böhmen früher 
nicht beobachtete oder doch an den von mir weiter unten angegebenen 
Standorten nicht vorgefundene Algen angeführt, welche ich im ver- 
wichenen Sommer in der näheren und weiteren Umgebung von Prag, 
im Elbethale bei Brandeis und Sadska, im östlichen Böhmen bei 
Geiersberg, Wichstadtl, Lichtenau, an der wilden Adler bei Pastvin, 
Bärnwald und Kronstadt sowie in der Umgebung von ZS eh 
Kourim gesammelt habe. 

Die Reihenfolge der Species entspricht derjenigen im Dr. L. 
Rabenhorst’s Werke „Flora europaea algarum“, von neueren Synonymen 
wurden nur einige nach Kirchner’s „Algen“ **) aus systematischen 
Růcksichten aufgenommen. 


1. Phycochromophyceae Rbh. 


Chrococcus turgidus Näg. In Elbetůmpeln bei Houška 
nächst Brandeis unter anderen Algen. 


*) Siehe Sitzungsberichte der böhm. Gesellsch. der Wissensch. d. 9. Juni 1882. 
#*) Kryptogamenflora von ‚Schlesien. II. Band. 


287 


Chrococcus macrococcus Rbh. An der wilden Adler bei 
Pastvin nächst Wichstadtl und bei Lichtenau. 

Merismopoedia convoluta Breb. In stehenden Gewässern 
an der Moldau bei Prag unter anderen Algen. 

Oscillaria aerugineo-coerulea Ktz. In stehendem Wasser 
von Gräben und Pfützen, auf nassem, sumpfigem Boden bei Houska 
nächst Brandeis, Geiersberg, Wichstadtl, daselbst auch auf alten höl- 
zernen Wasserleitungsrinnen häufig. 

Oscillaria nigra Vauch. An feuchten Mauern und in langsam 
fliessendem Wasser in der Särka nächst Prag mit Oscil. anguina Bory. 

Oscillaria Frölichii Ktz. In Wassergráben bei Houška 
náchst Brandeis an der Elbe und bei Lichtenau an der Adler. 

Oscillaria princeps Vanch. In einem Wassergraben bei 
Skochovie nächst Wran an der Moldau. 

Lyngbya ochracea Thur (Leptothrix ochracea Ktz.). In 
eisenhältigen Gewässern in der sog. Jeneralka und bei Königsaal 
nächst Prag, bei Sternberg nächst Smečno, Alt-Bunzlau, Houška und 
Sadska an der Elbe, bei Pastvin, Wichstadtl und Kronstadt. 

Anabaena rufescens Krch. (Nostoc rufescens Ag.). Ver- 
breitet in Elbetümpeln bei Houška nächst Brandeis. 

Nostoc muscorum Ag. An Felsen oberhalb Skochovic nächst 
Wran und bei Pastvin an der wilden Adler. 

Spermosira turicensis Cram. An einer alten Weide (im 
ausgeflossenen Baumsafte) bei Westec nächst Brandeis an der Elbe. 

Cylindrospermum macrospermum Ktz. Häufig in Tüm- 
peln nächst Houška und Brandeis an Myriofyllum und anderen 
Wasserpflanzen. 

Sphaerozyga polysperma Rbh. Am Kamme des Adler- 
gebirges oberhalb Friedrichswalde. 

Sphaerozyga flos aquae Rbh. (Aphanizomenon flos 


- aguae Allman). In einem Teiche bei Zäsmuk in grosser Menge. 


Gloiotrichia pisum Thur. c) durissima Krch. (Rivula- 
ria durissima et R. parvula Ktz.). Sehr verbreitet in Tümpeln 
bei Houška, Brandeis, Lissa und Sadska an der Elbe an verschie- 
denen Wasserpflanzen (Myriofyllum, Lemna, Ranunculus etc.) ange- 
wachsen. 

Mastigothrix fusca Ktz. (Mastigonema aerugineum 


k 5b) fuscum Krch.) Kommt häufig im schleimigen Lager der Schi- 
Ě- zochlamys gelatinosa in Tümpeln der alten Elbe bei Houška 
und Brandeis. 


288 


2. Chlorophyllophyceae Rbh. 


Pleurococcus vulgaris Menegh. Sehr verbreitet an der 
Rinde älterer Baumstämme in der Umgebung von Brandeis an der 
Elbe, Geiersberg, Wichstadtl, Lichtenau und Pastvin u. a., auch an 
alten, feuchten Brettern, Mauern, auf feuchter Erde in Wäldern u. ä. 
Localitäten. 

Pleurococcus angulosus Menegh. (Pleurococcus angu- 
losus a) palustris Kırch.). Bei Wran an der Moldau, Pastvin, 
Wichstadtl und Lichtenau mehrfach. 

Schizochlamys gelatinosa A. Br. In Tümpeln bei Houska 
nächst Brandeis stellenweise in Menge. 

Stichococcus bacillaris Näg. Auf alten Weidenstämmen, 
feuchten Mauern in Wran mit Pleurococcus vulg.; an feuchten 
Brettern in Wichstadtl. 

Scenedesmus acutus Meyen. Unter anderen Algen in Was- 
sergräben bei Prag stellenweise in grosser Menge. 

Pediastrum Boryanum Menegh. In stagnirenden Gewässern 
-in der Umgebung von Prag und Königgrätz unter anderen Algen. 

Characium minutum A. Br. Auf Oedogonienfäden von 
Dvorce nächst Prag. 

Pleurotaenium trabecula Näg. Unter anderen Algen bei 
Lissa. 

Spirotaenia condensata Breb. In der Umgegend von Wich- 
stadtl und Lichtenau unter anderen Algen nicht selten. 

Micrasterias furcata Ag. In Wiesengräben unter Sphagnum 
bei Lichtenau. 

Spirogyra crassa Ktz. In Tümpeln bei Brandeis und Houska 
fructificirend stellenweise in grosser Menge. 

Mesocarpus pleurocarpus D. By. Verbreitet um Alt-Bunzlau, 
am Bade Houška, bei Sadska (auch in Waldgráben) und náchst 
Wichstadtl. 

Hydrogastrum granulatum Desv. (Botrydium granu- 
latum Grev.). Am Moldauufer bei Wran auf feuchter Erde und 
am Rande eines Teiches bei Zasmuk herdenweise. 

Conferva bombycina Ag. Bei Prag: Wassergráben in der 
Jeneralka náchst Podbaba und bei Zwol náchst Wran an der Moldau. 
In der Umgebung von Wichstadtl, Lichtenau, Bárnwald und Kron- 
stadt sehr verbreitet. 


EV- 


| 
k 


289 


Cladophora fracta Ktz. In Tůmpeln bei Brandeis an der 
Elbe, Lissa und Sadska häufig; in der Umgegend von Wichstadtl 
und höher im Adlergebirge habe ich sie nicht mehr beobachtet. 

Oedogonium fonticola A, Br.? Dieses bei Dvorce nächst 
Prag gefundene Oedogonium, dessen sterile Zellen 20—30 u dick, 
1 seltener 2mal so lang sind und welches zahlreiche fast kugelige ca. 
40 u dicke Oogonien trägt, steht dem oben angeführten am nächsten. 
Obwohl ich dieses Oedogonium volle sechs Monate im Zimmer cul- 
tivirte, konnte ich bei vielfach wiederholter Untersuchung an den 
Oogonien tragenden Fäden weder Androsporen noch Antheridien auf- 
finden. Da in Folge der mangelnden Befruchtung keine Oosporen 
gebildet wurden, zersetzte sich nach und nach deren Inhalt ohne 
parthenogenetisch gebildete Sporen zu entwickeln.*) 

Ulothrix flaccida Ktz. Auf feuchten Steinen, alten Bäumen, 
feuchten Brettern und auf nassem Erdboden in Wäldern bei Wich- 
stadtl und Lichtenau mit Pleurococcus vulg. 

Ulothrix parietina Ktz. An feuchten Mauern und Steinen in 
Wichstadtl. 

Schizogonium murale Ktz. An feuchten Steinen, Wasser- 
behältern u. ä. Gegenständen in Pastvin, Wichstadtl und Lichtenau 
sehr verbreitet. 

Chroolepus aureum Ktz. An verwitterten Steinen oberhalb 
Lichtenau gegen den Hohen Stein recht zahlreich. 

Chroolepus abietinum Flot. An der Rinde und am Grunde 
von Baumstämmen (meist Nadelhölzern) in Wäldern in Wichstadtl, 
Lichtenau und Bärnwald. 

Chroolepus jolithus Ag. Auf Steinen am St. Annaberg bei 
Bärnwald nicht häufig. 

Gongrosira sclerococcus Ktz. Auf Steinen im Bache in 
der wilden Särka nächst Prag in grosser Menge. 


3. Rhodophyceae Rbh. 


Chantransia pygmaea Ktz. Auf Steinen in schnell fliessen- 
den Báchen in Wichstadtl und bei Kronstadt nicht selten. 


*) Parthenogenetisch gebildete Sporen wurden beobachtet bei Oedosonium 
und Bulbochaete von Pringsheim (Jahrbücher für wissensch. Botanik 1858 
p. 58.) und Juranyi, bei Spirogyra von Zukal (Oster. botan. Zeitschrift 
1880—1881. 


19 


290 


39. 


Die Psaronien der böhmischen Steinkohlenformation. 


Vorgetragen von Direktor Karl Feistmantel am 27. Oktober 1882. 


In den Beiträgen zur Flora der Vorwelt von Corda werden 
mehrere Arten der von Cotta 1832 gegründeten Baumfarrngattung 
Psaronius beschrieben. 

Sämmtlich stammen sie aus der böhmischen Carbonformation in 
der Umgebung von Radnitz, vorwaltend von Chomle, zum Theil von 
Swina, aus Schichten, die der unteren Kohlenflötzgruppe angehören, 
und zu den ältesten in der Reihenfolge der den Bestand der mittel- 
böhmischen Steinkohlenablagerung zusammensetzenden Gebilde zählen; 
sind in ihrem ganzen Umfange erhaltene, mit feinkörnig sandigem 
Materiale ausgefüllte Stammbruchstücke, auf deren Querschnitten 
die Holzgefässbündel, eingeschlossen von der nach Zerstörung des 
Markgewebes eingedrungenen Ausfüllungsmasse, in kohlige Substanz 
verwandelt sich darstellen. 

Die Anordnung und Gruppirung, in welcher sich die Holzgefäss- 
bündel befinden, ist vorwaltend zur Unterscheidung der einzelnen 
Arten benützt worden, deren Corda fünf aufstellt, u. z.: Psaronius 
musäformis — carbonifer — radnicensis — pulcher — und arenaceus. 

Fast sämmtlich sind sie durch Gefässbündel von bandförmiger 
Gestalt, mehr oder weniger deutlich zweizeilig gelagert, wenig zahl- 
reich entwickelt, theils unregelmässig verworfen charakterisirt, und 
entsprechen der zweiten Form, die Corda in Skizzen zur vergleichenden 
Phytotomie vor- und jetztweltlicher Pflanzenstämme XXXVII, aufstellt, 
bei der das Fehlen eines fórmlich schliessenden Holzkreises hervor- 
gehoben wird, und die ausschliesslich den Baumfarrn der Vorwelt 
eigen ist. 

Seit Corda’s Mittheilung sind Arten der Gattung Psaronius aus 
Schichten der böhmischen Steinkohlenformation nicht mehr zum Vor- 
schein gekommen; trotz der zahlreichen, an unterschiedlichen Fund- 
stellen in den letzten Jahren wiederholt veranstalteten Aufsammlungen 
wird weder von einem Wiederfunde der von Corda bestimmten, noch 
von der Entdeckung neuer Arten irgendwo berichtet. 

Alle späteren Forscher führen in ihren Verzeichnissen böhmischer 
Steinkohlenpflanzen nur jene von Corda beschriebenen Arten auf. 

Die Gattung Psaronius fehlt sonach bisher in allen über der 
untern Flötzgruppe folgenden jüngeren Schichten der Steinkohlen- 


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291 


formation ; erst in den dieselben überlagernden permischen Schichten 
ist sie wieder in mehreren Arten bekannt, die aber zumeist eine an- 
dere Anordnung der Holzgefässbündel besitzen. 


Diese Lücke durch eine so lange andauernde Zeitperiode ist 
eine auffallende Erscheinung, um so mehr, als durch die ganze 
Steinkohlenformation bis zur permischen Ablagerung Farne in vor- 
waltender Menge und Mannigfaltigkeit, sowohl mit ihren Blattorganen 
als in Stamm- und Rindenabdrücken, die als Megaphytum und Caulo- 
pteris beschrieben werden, bekannt sind. 


In neuerer Zeit erst bin ich in den Besitz von Stammbruch- 
stücken gelangt, die wie jene von Corda, im Querbruche in der 
feinkörnig sandigen Stammausfüllung Holzgefässbündel, in kohlige 
Substanz umgewandelt, aufweisen, und sich darnach zur Gattung 
Psaronius einreihen lassen. 


Ich habe das eine dieser Stammbruchstücke bei Chomle unweit 
Radnitz, also an derselben Localität gefunden, von welcher mehrere 
von Corda beschriebene abstammen; ein zweites aber bei Hiskow 
(Liseker Ablagerung) in Schichten unter dem Kohlenflótze, so dass 
beide diese Funde ebenfalls nur aus Schichten der unteren Kohlen- 
flötzgruppe herrühren. 


Beide Stücke weisen nun einige bemerkenswerthe Eigenschaften 
auf. Das erste derselben, von Chonle, ist ein etwas platt gedrücktes 
Stammstück von 0,105 Meter Länge, so dass dessen Querschnitt ein 
nicht ganz regelmässiges Oval bildet. Die beiden’ Enden desselben 
wurden zur Erzielung ebener Flächen parallel angeschliffen und von 
den beiden derart hergestellten Querschnitten besitzt der eine im 
längeren Durchmesser 0,07, im kürzeren 0,045 Meter, während der 
am entgegengesetzten Ende befindliche bei einem längeren Durch- 
messer von 0,08, einen kürzeren von nur 0,04 M. aufweist, 


Die durch die Quetschung erfolgte Deformation des Stammes 
hat sonach schon in der kurzen Entfernung von 0,105 M. einen Ein- 
fluss auf die Verschiedenheit des Querschnittes geübt. 


Auf dem breiteren Querschnitte zeigen sich die Holzgefässbündel 
in regelmässig concentrischer Anordnung, von der Mitte gegen die 
Peripherie an Länge zunehmend, an ihren Enden von aussen gegen 
innen umgebogen, zweizeilig einander gegenüber gestellt, so dass in 
dieser Anordnung eine unverkennbare Uebereinstimmung mit den 
beiden Arten Psaronius musäformis und carbonifer Corda, die schon 
von früheren Forschern in eine Art vereinigt wurden, besteht. 

19* 


292 


Auch das bei Corda hervorgehobene mittlere, winkelfórmig ge- 
staltete Gefässbündel ist in unserem Querschnitte angedeutet und die 
Tendenz zur Vereinigung zweier gegenüberstehender Bänder in eines 
da wie dort vorhanden. 

Die befundene Uebereinstimmung verschwindet aber grössten- 
theils in dem am entgegengesetzten Ende erzeugten Querschnitte. 


Die Verschiedenheit der Eıscheinungen in beiden Querschnitten 
ist in der beigegebenen Abbildung derselben in paralleler und corre- 
spondirender Stellung Fig. 1 a und 5 sogleich ersichtlich. 


Auch in diesem zweiten Querschnitte (5) sind die Holzgefäss- 
bündel in kohliger Substanz erhalten. Ihre Anordnung aber, obwohl 
sie vorwaltend noch einander gegenüber gestellt angedeutet sind, ist 
durchaus nicht mehr jene regelmässige, wie im ersteren Querschnitte; 
im Gegentheile zeigen sie sich mehr zerstreut, in kleinere Stücke 
aufgelöst, ungleichförmig gegen einander eingelagert. 


Eine, die Einreihung in die beiden Arten Corda’s, wie sie durch 
den ersten Querschnitt angezeigt war, rechtfertigende Aehnlichkeit 
tritt nicht mehr hervor, und dasselbe Stammstück könnte lediglich 
von dieser Seite betrachtet, einer anderen Art zugewiesen werden. 

Offenbar ist der an den beiden, so wenig von einander ent- 
fernten Querschnitten bestehende Unterschied in einer während der 
Ausfüllung der durch die Zerstörung des Markgewebes im Stamme 
entstandenen Lücken mit Gesteinsmasse erfolgten ungleichförmigen 
Verschiebung der mehr oder weniger locker gewordenen Gefässbänder 
begründet, die zu einer mannigfaltigen Gruppirung derselben an ver- 
schiedenen Stellen desselben Stammstückes Veranlassung gab. 

Für die Unbeständigkeit der Gefässbündelstellung in einem und 
demselben petrificirten Stammstücke liefert auch das von Hiskow ab- 
stammende Exemplar einen Beleg. 

Dasselbe wurde ebenfalls an beiden Enden angeschliffen; die 
beiden damit erzielten ebenen Querschnitte sind bloss 0,07 Meter 
von einander entfernt und ist die auf jedem derselben zum Vorschein 
gekommene Anordnung der Holzgefässbänder in der beigegebenen 
Abbildung Fig. 2 A und B dargestellt, die die beiden Querschnitte 
parallel und correspondirend gelegt zeigt. 

Der Querschnitt A bildet ein etwas unregelmässiges Oval, dessen 
längerer Durchmesser 0,075, der kürzere 0,06 Meter beträgt und es 
weist die Gruppirung der Gefässbänder auf demselben wieder eine 
unverkennbare Verwandtschaft mit den beiden schon früher erwähnten 


293 


Arten Corda’s auf. Aber auch eine solche mit dem Querschnitte a 
des von Chomle gewonnenen Stammstückes ist nicht zu verkennen. 

Auch hier wird ein winkelförmiges mittleres Holzgefässbündel, 
die zweireihige Stellung der übrigen und die Andeutung zur Ver- 
einigung zweier gegenüberstehenden in eines nicht vermisst und tritt 
namentlich die Uebereinstimmung mit dem von Corda abgebildeten 
Querschnitte von Psar. carbonifer in Beiträgen zur Flora der Vorwelt 
Taf. XXVIII Fig. 1, 2 hervor. 

Der Gegenquerschnitt 5 ist aber anders beschaffen. Dieser 
nähert sich mehr einem Rechtecke mit abgerundeten Ecken von 
nahezu gleicher, bei 0,06 Meter betragender Breite und Höhe. 

Auch ist die Anordnung der Gefässbänder eine abweichende 
geworden. Die parallele Lage derselben zu jener im ersten Auer- 
schnitte A besteht nicht mehr, die Entfernung der einzelnen Gefäss- 
bänder von einander und von der Stammes-Peripherie ist eine andere 
wie dort und die früher bestandene Regelmässigkeit ihrer Vertheilung 
ist verwischt. Auch schwellen die Gefässbänder theilweise zu be- 
deutend grösserer Stärke an. 

Es lässt sich vermuthen, dass die in den so wenig von ein- 
ander entfernten Querschnitten schon merklich veränderte Gruppirung 
der Gefässbänder an weiter von einander gelegenen Stellen eine noch 
weit auffälligere wird und so die nach dem einen Querschnitte mög- 
liche Anreihung des Stammstückes an eine Art durch die Erschei- 
nungen an dem anderen sich als unannehmbar erweisen kann. 

Die beiden neuerdings aufgefundenen Stammbruchstücke wieder- 
holen sonach das von Corda zuerst beschriebene, seitdem nicht wieder 
beobachtete Vorkommen und weisen dasselbe auch auf einer ausser- 
halb der Umgebung von Radnitz gelegenen Localität nach, die aber 
eben so wie jene von Chomle dem untern Kohlenflötzhorizonte an- 
gehört, also auch nicht eine Verbreitung der Gattung Psaronius in 
höhere Horizonte anzeigt. — Die beiden Stücke besitzen ausserdem 
analoge Erscheinungen in Bezug auf die Unbeständigkeit der Gefäss- 
bündelanordnung in verschiedenen Querschnitten, wodurch die in der 
Beschaffenheit des einen gerechtfertigte Einreihung des Fossil’s zu 
der Art Ps. musäformis — carbonifer Corda bei Zugrundelegung des 
andern eine zweifelhafte wird und die Benützung der Gefässbündel- 
anordnung allein zur Begründung verschiedener Arten als eine nicht 
entsprechend zuverlässige erscheint. 

Beide Stammbruchstücke erweisen sich ferner noch durch eine 
andere Eigenheit bemerkenswerth. Sie sind nämlich an ihrem äusseren 


294 


Umfange mit in zwei entgegengesetzten Lángsreihen wechselständig 
gestellten grósseren Narben versehen, die ihnen den Charakter der 
fossilen Baumfarrngattung Megaphytum ertheilen, fůr welche der Be- 
gründer derselben, Artis, die Diagnose aufstellt: „Trunci arborei, 
cylindrici, decorticati, cicatricibus minoribus punctiformibus spiraliter 
dispositis, majoribus orbiculatis distichis instructi.“ 

Schon bei spáteren Autoren, Sternberg, Geinitz, wird die Dia- 
gnose dahin erweitert, dass die grossen, zweizeilig gestellten Narben 
nicht nur kreisrund, sondern auch oval und elliptisch geformt er- 
scheinen. 

Bei dem ersten, von Chomle stammenden Stücke stehen die 
Narben beiderseitig nahe an einander, elliptisch geformt, und sind 
so weit erhalten, dass sich deutlich ein äusserer wulstförmiger Rand 
und eine innere Scheibe erkennen lassen, so dass die meiste Aehnlich- 
keit mit der Art Meg. Goldenbergi Weiss sich zeigt. 

Die Narbenreihen befinden sich an den beiden Enden der län- 
geren Axe des ovalen Stammdurchschnittes und mit ihren Längsaxen 
in einer gegen jene des ganzen Stammes, aber beiderseits in der- 
selben Richtung geneigten Stellung, die als ein Ergebniss der in 
gleicher Richtung erfolgten Quetschung des Stammes betrachtet 
werden darf. 

Die übrige Stammoberfläche ist nur undeutlich mit kleineren 
Tuberkeln besetzt, ist aber deutlich der Länge nach unregelmässig 
wulstig, mit rinnenartigen Vertiefungen versehen, die als Eindrücke 
. vorhanden gewesener Luftwurzeln gedeutet werden können. 

Die einzelnen Narben erreichen eine Länge bis 4, bei einer 
Breite von 1,5 Centimeter und es stehen in der angegebenen Länge 
des Stammstückes jederseits vier Narben über einander. 

Weniger günstig erhalten sind die Narben an dem bei Hiskow 
gefundenen Stücke. Sie sind hier bloss durch rundliche, deutlich 
abgegränzte Vorsprünge der wahrscheinlich bei der Ausfüllung des 
Stammesinnern durch die Narben herausgedrungenen Gesteinsmasse 
vertreten, die eine genauere Unterscheidung von äusserem Wulst und 
innerer Scheibe nicht mehr gestatten, aber die Anordnung in zwei 
gegenüberstehenden Längsreihen und die Wechselständigkeit der- 
selben vollkommen zeigen. — Die übrige Oberfläche des Stammes 
weist wie jene am ersteren Stücke unvollkommene kleine Tuberkeln 
und eine runzlige Beschaffenheit auf, die ebenfalls auf Luftwurzeln 
zurückgeführt werden kann, hier aber eine genügende Bestätigung 
durch den Umstand erhält, dass der Stamm stellenweise von einer 


295 


stärkeren, durch kohlige Substanz dunkel gefärbten Rinde umhůllt 
wird, in welcher sich einzelne kreisrunde Querschnitte von derlei 
Luftwurzeln zu erkennen geben. 

Auch an diesem Stücke stehen die beiderseitigen Narben ziem- 
lich nahe an einander; ihre mehr runde Form dürfte der weniger 
geguetschten Beschaffenheit des Stammes zuzurechnen sein und kann 
ebenfalls, wenngleich mit wenig Sicherheit, auf die Art Ps. Goldenbergi 
bezogen werden. 

Die Anwesenheit der Narben wird übrigens in beiden Stücken 
durch die auf den Querschnitten in dieselben übertretenden, besonders 
bei Fig. 2 ersichtlichen, an den, in der Peripherie durch das Hervor- 
treten der Narben bewirkten, einander gegenüberstehenden Hervor- 
ragungen sich anlehnenden Gefässbündel angezeigt, die besonders 
bei A und B an der untern Seite gut entwickelt sind und trotz der 
abweichenden Stellung der übrigen Gefässbänder in beiden Quer- 
schnitten sich in gleicher Lage befinden. 

Beide beschriebenen Stammstücke weisen sonach Charaktere 
auf, durch welche sie einerseits unter die Gattung Psaronius, andrer- 
seits unter die Gattung Megaphytum mit allem Rechte eingereiht 
werden dürfen; ersteres in Folge ihrer inneren Structur, letzteres 
durch ihre Oberflächenbeschaffenheit. 

Nirgends in den Schilderungen der böhmischen Carbon-Psaronien 
wird von früheren Autoren einer ähnlichen Oberflächenbeschaffenheit 
derselben Erwähnung gethan und wird dieselbe von Psar. carbonifer 
oder musäformis meist kahl angegeben, was wohl in einem minder 
günstigen Erhaltungszustande des der ersten Beschreibung zu Grunde 
gelegenen Exemplar’s begründet sein mag. 

Die Beschaffenheit der beiden neuen Funde ist nun auch ge- 
eignet, die von neueren Forschern, wie Geinitz, Schimper, Golden- 
berg, Weiss etc. der Gattung Megaphytum angewiesene Stellung 
unter die Filices, entgegen der früher bestandenen Uebung, dieselbe 
unter die Lycopodiaceen einzureihen, zu erhärten, da die Innen- 
structur des Stammes eine nur jenen zukommende ist. 


Das Vorkommen der die Gattung Megaphytum bezeichnenden 
Charaktere in Gemeinschaft mit jenen der Gattung Psaronius zu- 


_ kommenden bietet durchaus nichts Ueberraschendes, nachdem an- 


erkannter Weise beide von Farrnstämmen entlehnt sind und es liess 
sich im Vorhinein erwarten, dass Megaphytum eben nur eine den 
 Farnen entsprechende Innenstructur erkennen lassen müsste, wenn 


296 


dieselbe nicht bei den zumeist nur in blossen Abdrůcken bekannt 
gewordenen Arten verloren gegangen wáre. 

Die Erscheinung von zweierlei Gattungscharakteren in einem 
und demselben Stammstücke ist übrigens schon an einem der von 
Corda beschriebenen Exemplare kenntlich entwickelt. Es ist diess 
jenes, das er Psar. arenaceus benennt, dessen Oberfläche mit meh- 
reren Reihen spiralig angeordneter länglicher Narben versehen ge- 
schildert und gezeichnet wird. 

Stämme, deren Oberfläche mit grösseren, elliptischen oder ovalen 
Narben besetzt ist, die im Quincux, in Spirallinien angeordnet sind, 
bilden die Baumfarngattung Caulopteris L. und H. Es ist sonach 
von Caulopteris eben so wie von Megaphytum zu erwarten, dass sich 
unter günstigem Erhaltungszustande die den Farnstämmen eigene 
Innenstructur bei demselben vorfinde. 

Der Querschnitt des von Corda beschriebenen Exemplars zeigt 
unregelmässig zerstreute bandförmig gestaltete Holzgefässbündel, die 
wohl nur durch den Ausfüllungsprocess aus der ihnen ursprünglich 
eigenen Anordnung gebracht erscheinen. 

Psarenius arenaceus stellt sich sonach ziemlich ungezwungen 
als eine mit erhaltener Innenstructur versehene Art von Caulo- 
pteris dar. 

Es dürfte nun nicht ganz ungerechtfertigt erscheinen, auch in 
der Art Ps. pulcher die Beziehung zu einer oder der anderen Art 
der beiden Gattungen Megaphytum oder Caulopteris zu vermuthen. 

Die bei dieser Art abweichend von den früheren gestaltete 
Gruppirung der Holzgefässbündel scheint nicht zu schwer in’s Ge- 
wicht zu fallen, wenn die auf verschiedenen Querschnitten anderer 
Stammstücke wechselnde Anordnung derselben und der eine solche 
wohl bewirkt habende Grund, die Vorgänge bei der Petrificirung, in 
Berücksichtigung gezogen werden. 

Es liest mir enlich noch ein Stammstück vor, das aber bloss 
eine Höhe von kaum 3 Centimetern besitzt, sichtlich ebenfalls mit 
in zwei gegenüberstehenden Längsreihen befindlichen grossen Narben 
versehen ist, die Narben aber, eben wegen der geringen Höhe nicht 
in ihrer Gänze erhalten zeigt. Dennoch lassen sich dieselben den 
bei der jetzt bereits unter Megaphytum einbezogenen Art Zippea 
distycha vorkommenden ähnlich erkennen. 

Dieses Stück wurde in sandigen Schieferthonschichten aus dem 
Hangenden des oberen Kohlenflötzes bei Radnitz, also auf einem 
höheren Horizonte gefunden. 


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297 


Im Querschnitte dieses Stückes befindet sich eine die Mitte 
desselben einnehmende grössere, unregelmässig ovale, mehrfach an 
ihrer Peripherie verzweigte und einzelne schwache, nicht weit rei- 
chende Ausläufer entsendende kohlige Masse als Kern, die in etwas 
an den von Corda dargestellten Querschnitt seiner Art Psaronius 
radnicensis erinnert. Nur sind Gefässbündel, bandförmig, in einwärts 
gebogenen Segmenten um diesen Kern eine einfache Einfassung bil- 
dend vorhanden, die bei dem Exemplare von Corda nicht angezeigt 
erscheinen. 


Immerhin ist die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass beide 
nur durch den Erhaltungszustand sich etwas abweichend darstellende 
Bruchstücke einer und derselben Art vertreten und ebenfalls mit der 
Gattung Megaphytum in Beziehung gebracht werden dürfen. 


Im Allgemeinen erscheint es nun wohl nicht weiter zweifelhaft, 
dass Megaphytum und Caulopteris unter geeigneten Verhältnissen 
sich in einem Zustande erhalten vorfinden, der ihre Einreihung 
unter die Gattung Psaronius gestattet; oder vielmehr dass die 
bisher in der böhmischen Steinkohlenformation bekannt gewordenen 
Psaronien als die mit Innenstructur erhaltenen zu Megaphytum und 
Caulopteris gehörigen Stammstücke zu betrachten sind. 


An der Verschiedenheit des Erhaltungszustandes scheint zum 
grossen Theile die Beschaffenheit des einschliessenden Gesteinsmate- 
rials, theils die Stellung des Stammstückes bei erfolgter Umhüllung 
wesentlichen Antheil zu haben. 


Die parallel den Schichten liegenden Stücke, namentlich in dem 
mehr platischen thonigen Materiale, konnten vollkommenere Abdrücke 
der Rindenoberfläche liefern, wogegen zufolge der gänzlich erfolgten 
Zusammenpressung jede Spur der inneren Structur verwischt wurde; 
während diese bei aufrechtstehenden Ueberresten mehr Gelegenheit 
fand erhalten zu bleiben, die weniger dem seitlichen Drucke ausge- 
setzte Oberfläche aber keine so vollkommene Erhaltung ihrer Be- 
schaffenheit zu liefern vermochte. Insbesondere war das sandige 
Materiale ein in dieser Beziehung viel weniger geeignetes Umhül- 
lungsmittel. 

So sind in der That die aus unserer Steinkohlenformation be- 
kannt gewordenen Megaphytum- und Caulopteris-Arten vorwaltend 
in Schieferthonschichten, jene als Psaronius bestimmten Stammreste 
zumeist in sandigen Schichten aufgefunden worden, die bei der ihnen 
im Bereiche der unteren Flötzgruppe vorwaltend zukommenden fein- 


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298 


körnigen und dichten Beschaffenheit noch immer zur Erhaltung orga- 
nischer Ueberreste geeignet waren. 

Die Ueberzeugung von dem nur verschiedenen Erhaltungs- 
zustande, in welchem sich Farnstämme entweder als Psaronius oder 
als Megaphytum und Caulopteris darstellen, behebt auch die Lücke, 
die zwischen der ersten Erscheinung von Psaronius auf den tiefsten 
Carbon-Schichten und ihrem Wiederauftreten erst in der permischen 
Formation sich herausstellte, da Megaphytum eben so wie Caulo- 
pteris dann in den höheren Schichten der Kohlenformation bis zur 
permischen Ablagerung mehrfach und in mehreren Arten bekannt sind. 

Erst in permischen Schichten erscheint dann die auf die Innen- 
structur begründete Gattung Psaronius wieder zahlreich und in meh- 
reren Arten, die sich wie bekannt fast sämmtlich in verkieseltem 
Zustande befinden, so dass auch hier die vorwaltend quarzige Be- 
schaffenheit ihren Antheil an der Erhaltung der Zellenstructur zu 
bewähren scheint. 

Die den permischen Schichten angehörigen Psaronius-Arten 
erweisen sich aber von jenen in unseren Carbonschichten vorge- 
kommenen mehrfach abweichend beschaffen. Sie besitzen ein weit 
intensiver entwickeltes, dichteres und voluminöseres Luftwurzel- 
system; die Gefässbänder erscheinen in weit grösserer Anzahl und 
von grösserer Stärke; und die Anordnung derselben ist zumeist eine 
andere, mehr gedrängte und gleichmässiger über den Querschnitt 
vertheilte, so wie ihre Gestalt oft mannigfach gekrümmt, woraus 
Veranlassung genommen wurde, derart verkieselte Stammstücke Ma- 
densteine, solche mit vorwaltendem Luftwurzelgewebe Staarsteine zu 
benennen, welche Bezeichnungen auf keine der aus der Carbonforma- 
tion bisher bekannten Arten in Anwendung gebracht werden kann. 

Psaronius so wie Megaphytum und Caulopteris sind Farn- 
stämme; die Gruppen, denen sie einzureihen wären, sind nicht be- 
stimmt, und wenn auch Göppert für ihre Zugehörigkeit zu den 
Polypodiaceen Gründe aufstellt und es für gerechtfertigt hielte, die 
Familie der Psaronien gänzlich aufzugeben und Psaronius geradezu 
unter die Polypodiaceen zu stellen oder sie wenigstens als eine Unter- 
abtheilung derselben zu betrachten (Göppert’s foss. Flora der Perm- 
formation), so scheint es doch, dass die aus dem Carbon abstammenden 
sich zu andern Gruppen zugehörig herausstellen könnten, als jene im 
Perm erscheinenden, wenn man die verschiedene Beschaffenheit der- 
selben, namentlich in Bezug auf die Entwickelung der Nebenwurzeln 
in Betracht nimmt. 


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299 


(Es wäre diesem nach auch nicht ungerechtfertigt, die bisher in 


-den böhmischen Carbonschichten bekannten Psaronius-Arten je nach 
ihrer erkannten Oberflächen- oder Rindenbeschaffenheit als Arten von 


Megaphytum und Caulopteris zu behandeln. 


40. 


Mikuláše písaře Znojemského píseň o porážce Čechův 
u. Bejdova. 


« Bepsal Frt. Mareš a předložil prof. J. Goll dne 30. října 1882. 


O nemalé porážce Čechů u Bejdova (Waidhofen) n. D. dne 
14. října 1431 zachovalo se nám dosti hojně zpráv: tak píše 0 ní 
zejména na straně rakouské: Jak. Reichwein, písař Albrechta V. vé- 
vody Rakouského, (Link, Annales Austro.-Clara Vallenses 2, 104 vyd. 
Melchior.); Jan Staindel, kněz Pasovský, (Oefele, Rer. Boic. script. 
1, 533); dvě kroniky medlické, tištěné u Peze 1, 164 a 256, krátká 
německá kronika Vídeňská od r. 1402—1463 (Pez 2, 550) a Tomáš 
Ebendorfer (Pez 2, 853); — na straně pak české Bartošek (Dobner, 
Mon. 1, 170) a Staří letopisové čeští p. 80 (chybně k roku 1430). 
Zprávy tyto, co se jich hodnověrnosti a rozdílných údajů dotýče, 
mezi sebou porovnal a odvážil Kurz, Albrecht II. 2, 179—182 a nej- 
nověji mnohem kritičtěji V. V. Tomek ve svém Dějepise Prahy 4, 501. 
K těmto pramenům o předdotčené porážce připojuji já píseň písaře 
Znojemského Mikuláše, která, třeba že naše historické vědomosti 
jenom nepatrně rozmnožuje a velmi strannická jest, přec již způsobem 
svého vypravování (psána jsouc veršem elegickým) a původcem svým 
zasluhuje, aby se jí mezi dějepisci doby husitské patřičné místo vy- 
kázalo. Bohužel, že se nám nepoštěstilo, dobrati se bližších zpráv 
o písaři Mikuláši. vyjma, co z jeho vlastních skládání vybrati se dá; 
mämet za to, soudíce podle jeho historického spisování, že on jakožto 
muž nevšedního vzdělání i v dějinách politických musil míti nemalého 
účastenství. Z toho pak jde na jevo, že Mikuláš byl rodilý Čech, 
horlivý však stoupenec vévody rakouského Albrechta, tehda též mar- 


- kraběte moravského, a rozhodný nepřítel hnutí husitského, a tudíž 


i přívrženců jeho, Poláků. Bylt tedy i časem a jako písař Znojemský 
i místem srážce u Bejdova dosti blízkým. Své verše psal, jak se 
domýšlím, hned brzy po události samé, aspoň dříve než vévoda 


300 


Albrecht stal se králem českým (1437); tomu tuším neodporuje, že 
oslovuje Albrechta: te rex, dux atd., chtěje tím bezpochyby nároky 
jeho na korunu označiti. S tímto politickým smýšlením souhlasí 
úplně tendence dvou krátkých veršovaných úryvků našeho Mikuláše, 
které K. Höfler ve svých Geschichtschreiber der husit. Bewegung 
1, 564 z kodexu metrop. D. 126 uveřejnil: v prvním praví, že bůh 
králi neb knížeti, jenž se mu protiví, církve neposlouchá etc., jeho 
dni ukrátí, království mu vezme a dědice mu nedá; v druhém úryvku 
nadepsaném: Idem Nicolaus Bohemus de Polonis obrací se proti 
Polákům, jimž všechny možné chyby a zločiny: krádež, žhářství, 
vraždu, sektářství a p. vytýká, arci proto, že husitism podporují, 
a končí svou mravokárnou báseň s naučením: 
Ergo Bohemia, si bona vis, de gente Polona 
Non habeas reges... 

patrně s ohledem na svého patrona, vévodu Albrechta. — Veršované 
popsání naše nachází se v rukopisu Třeboňském A 16 fol. 151 b, 
jak za to mám, ve formě dosti porouchané. Otisk náš jest věrný. 


Hussite pugnauerunt contra Australes. 


Nunc iterum repetis tua furta Bohemia ffalax, 
Australes iustos expoliare cupis; 

Fraudis, sectarum, heresis feruens imitatrix 
Desine, guandogue dat deus arma suis. 

Sed dum progreditur illac Sockol *), simul ibant 
Plures nempe sue neguicie socii; 

Vt magis offendant, acies cum curribus armant 
Et cum pixidibus: sic sua tela gerunt. 


Australium pars, 


Nobilis aduersum vir transit nomine Kreyer**) 
Et Lavn, Znoyme gui capitaneus est,***) 
Eycinger bini fratres cum Streyny) simul isti, 

Qui spolium tale vi prohibere volunt. 


*) Mikuláš Sokol. Bartošek de Drahynic (Dobner, Mon. 1, 170). 

+*) Leopold Krajíř. J. Staindelius u Öefele, Rer. Boic. script. 1, 533. 

+++) Jiří Laun, hejtman Znojemský. Kurz, Österreich unter Albrecht II. 2, 341. 
T) Original má Streym. 


301 


Locus congresstonis et belli. 


Congressi campo prope Waihofen*) situato, 
Nam vix ad leucam Teya iacebat eis. 

Exit gens ceca de castris Thaboritarum, 
Cursu festinans obvia Theotonicis: 

Constantes hastas hy contravertere curant, 
Expectant ipsos proprius intrepidi; 

Parte tubis omnibus clangebant agmina, clamor 
Perstrepuit magnus vocibus ex populi. 

Captas Altenburk de claustro dant moniales 
Absgue cibo, potu tres retinere dies 

Carceris; exymo sponse rogitant crucifixi, 
Hostes ut sponsus deleat omnipotens. 

Hinc plures mala multa sibi ventura prophetant 
Hussite propter talia facta pati 

Aiunt: Auis nostrum poterit sine morte reuerti 
Felix ad propria, guin luet hec scelera. 

Prospicit ex mente paupercula rustica stragem, 
Extensis manibus et positis genibus 

Orat: Jam domine deus ense tuo maledictos 
Hussitas istos percute Christe Jesu, 

Pellibus ut soluant propriis et sangwine vaccas 
Ac mustum, nobis gue rapuere piis, 

Cum guibus et nostros nutrimus paupere natos; 
De victu superest nam labor acgue dolor. 


Equestres. 


Irruit in bellum turbatim wlgus equestre: 
Ffortes ex sellis tunc cecidere viri, 

Cum rigida multi trans scutum cuspide tacti, 
Sessio Theutonica firma subegit eos; 

Tune fragor hastarum transverberat ačra multus, 
Ac resonant ictus, auribus echo tonat. 

Thabri succendunt; saxum de pixide quatuor 
Tardius eiectum contutit inde suos; 

Ex duris volitant balistis ere sagitte 
Partibus in multis, nam quam grando pluunt. 


*) Tak píše též Bartosek L. c. 


302 


Rustici pedestres. 


Rusticitas tandem concurrit Theotonicorum 
Et, guos arripuit, morte necat subita; 

Nullum captiuans, sed cunctos perdere guerit: 
Ve Thabris, guibus hec vis durata fuit. 


Contencio. 


Contendunt pariter: eguites cupiunt misereri 
Captiuis, sed gens rustica pacta necat. 

Mitigat indomitos rurales ius spoliandi, 
Dum proclamatur: Auisguis potest rapere 

Et retinere sibi dona singula Thaboritarum ; 
Hoc placent, partem sic pedites habeant. 


Preda et casus. 


Tune se queritant, predas guisguis capescat; 
Tune viui capti taliter inde manent; 
Villanum fortis collisit rusticus alter, 
Et contus contum conterit arte sua. 
Australes tollunt de cesis armaque vestes, 
Exponunt prede; nam bona multa nımis 
Accipiunt, currus et equos, ac omnia tandem 
Corvis in campis corpora nuda dabant. 
Iste cadendo dolens grosse per terga pependit, 
Sed moriens alius gramina dente secat; 
Evomuit pultes credo(?) cum sangwine pisa 
Atque iacendo solum verberat ille pede. 
Tribula nec lata profuit Thabris spata longa, 
Australis simplex vindicat omne malum. 
Gaudent Theotonici, deflent sua funera Tabri, 
Et merito quia mors altera sorpsit eos. 


Capti. 
Capti ducuntur scilicet plures vsque Viennam, 
Tune guam quingenti forte videre volunt, 
Sic vbi sunt in Danubio sua porro sepulcra, 
Tum quia latrones sic sepelire decet. 
Aspicient facie mortis depicta colore 
Danubium timidi, dum venient in ibi, 
Et si non omnes subient, tamen hinc rudiores 
Carcerum obscura cetera turba calet. 


SEO REED Ren 


se 


Commendacio domini ducis. 


Ecce.. precelse... venacio tanta,*) 
Princeps Alberte, gloria vestra ducum: 
Silvestres vrsos cepisti siue leones, 
Nec non detenti sunt aper atque lupi, 
Per quos vastatur sanctissima vinea Christi. 
Hussicole, fures hoc pereunt veteres. 
Felices populi, quibus et tu dominaris, 
Felix est clerus teque tuente tuus, 
Ac pro te vitam Morauia quas tenet vrbes 
Ponit, tu quorum marchio semper eris, 
Venturis speculum; te rex, dux marchio, princeps 
Quilibet aspiciat, si bonus esse cupit. 


Commendacio diet. 


Austria iam sancti celebrabis festa Calixti, 
Christum laudando tempore perpetuo, 
Cuius et ipse dies solis fuit; omnia, que tunc 
Fecisti nobis, continuit ecclesia, 
Oua deus Hussitas et plus guam mille Bohemos 
Tradidit in gladio fortiter ecce tuo. 
Hec merito poterant Hussite verba fateri, 
Dum mors ad manes duxit eos subita: 
Omnia, que fecisti nobis, rex pie, vero 
Fecisti propter crimina in dieo; 
Nam s(umus)**) heretici, predones ac homicide, 
Quibus oso(r)***) nostrum latroque sacrilegus 
Et falsarius incendarius ecclesiarum, 
Claustrorum ruptor et sacra calta terens. 
k O guam sancta dies ac omni laude perhennis, 
Austria gue magnam te facit ex minimis! 
Hance ter glorificus bene duxit papa Calixtus E 
Atque suo sancti martirio socii. 3 


- *) Orig. má: Ecce spcelse dad venacio tanta se skratkou nad p za pre, což 
vyložiti neumím. 


24) Zalito inkoustem. 


304 


Mundus renenses deridet et imperiales 
Ac velud abiectos pro nichilo reputat; 
Sed te christicole commendant Austria valde, 
Quorum tu clipeus es modo magnanimus; 
Non electores tu plures carpis honores: 
Hy fugiunt, hostes guogue tui perimunt, 
Terga dabant timidi cum centum millibus isti, 
Tu vix cum mille fortia colla premis. 


Graciarum accio et conclusio per oracionem. 


Laus eterna deo patergenito simul uno 
Et trino sancto spiritus domino! 

Wlneribus centum tales his addico plagas 
Ac nos cum pace vivere Christe iube. 


Anno Domin. 


Mille redemptoris guadringentos dans annis 
Vnum triginta posterius numera, 

Cum scripta Deus per paucos est operatus, 
Qui constantes non deserit orbe suos. 


Hos versus caris cecini Nicolaus amicus 
Znoymensis, primo sum notulator ego. Amen. 


41. 


Pohřební řeč nad arcib. Janem z Jenštejna. 


Vypsal F. Menčík, a předložil prof. dr. J. Goll dne 30. října. 


Incipit sermo ad clerum factus per venerabilem M. Ysneri, sacra 
theologie professorem, de obitu regina Cracoviae. Curam illius habe 
Luc. 10. et transsumpte in currentis Dominice officio. Quamvis 
verba ista fuerunt Samaritani, commendantis vulneratum stabulario, 
sicut dicit sciptura, ubi thema, tamen cum adverto motivum, ex quo 
et propter quod illum vulneratum tam diligenter commendavit stabu- 
lario, nam mors illi ultra non dominabitur (ad Roman. 6.) Quamquam 
vas electionis et doctor gentium, beatissimus apostolus Paulus, ad 


905 


literam verba proposita de Christo protulerit, tamen reverendissimo 
in Christo ac domino, domino Johanni, olim archiepiscopo Pragensi 
et nunc ultimo patriarche Alexandrino felicis memori&, cujus de 
pr&senti exsequias peragimus, non inconvenienter possunt applicari 
et de eo dici: mors illi ultra non dominabitur. Cogitanti michi de 
illius regine Polonia *) morte et obitu temporali, magis libet flere, 
quam aliud dicere, eo quod recessit pastor bonus vite laudabilis, 
pralatus ecclesia precipuus, quia patriarcha sanctitatis imitabilis, 
speculum et exemplar in ore fidei et constantia spectabilis et imita- 
bilis. Et ideo plangendus est nobis, ideo plangam et ululabo et 
nudus faciam planetum (Michea primo); plorans plorabo et deducet 
oculus meus lacrimas (Isaie |145®]; Jerem. 13); in hac namque 
die vocavit nos dominus ad fletum et ad planctum et calvitium 
(Isaix 22... Quare, karissimi, assument aures vestrae sermonem 
meum et docete lamentum (Jerem. 20.); ululate ergo pastores et 
clamate, aspergite vos cinere (Jerem. 25.) quia nunc de capite nostro 
descendit corona gloriae; (Jerem. 12.) plangite etiam vos sacerdotes 
et ululate ministri altaris, quia interit de domo domini sacrificium 
et libatio. (Johel 5.) Et tu filia populi mei scilicet civitas Praga accin- 
gere cilicio et conspergere cinere et luctum unigeniti fac tibi, planctum 
amarum (Jerem. 6.), in omnibus namque plateis erit planctus et in 
cunctis, guae foris sunt dicetur: ve ve; et in omnibus viis tuis erit 
planctus (Amos 5.), nam reges, sacerdotes, prophetae et doctores 
plangent etc. (Ach. 12.). Ut ergo autem aliqualiter deplangendum 
mortem hujus reginae Po.**) valeam et possim vos incitare, gratiam 
spiritus sancti imploremus, pro qua obtinenda virginem Mariam de- 
vote salutemus salutatione angelica dicentes: Ave Maria. 

Mors illi ultra non dominabitur, ut supra. Nota, mors est guod- 
dam debitum et tributum, guod omnes solvere debemus et tenemur, 
a guo nullius principis excipitur persona, nullius praesulis vel prae- 
lati dignitas imperiosa, nullius docti scientia vel structiva famosa, 
nulla nobilitas nec prosapia, nullius hominis cautela et prudencia, 
sed omnes morimur (Rom. 14.); Moritur namque doctus, perit et 
indoctus (Eccles. 2.); probus et improbus simul insipiens et stultus 
peribunt (Psalm. 48.). In hac enim parte non est distinctio Judaei 
et Graeci (Romanorum 10.), guia mors nulli parcit, sed omnia tollit 
et annichilat, quod dignitatem despicit (et) coronam et potestatem dei, 


*) Má státi Reverendissimi Patris. 
**) Rever. Patris. 
20 


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306 


ac pecuniam et scientiam perimpendit. Et ideo hanc Reginam Po *) 
in magna dignitate constitutam de medio nostri abstulit, quamvis 
tamen in morte mansurus non sit, sed a morte resurrecturus: Scio 
enim, quia resurget in resurrectione (Job. 21.): ideo mors illi ultra 
non dominabitur. Est enim mors humano generi pro peccato inflicta, 
sed det communiter et est multiplex; quia aliqua mors est naturae 
qua corporaliter, est alia culpae, qua omnes moriuntur spiritualiter, 
est tercia mors iehenne, qua homines moriuntur aeternaliter, est 
quarta mors gratiae, qua homines moriuntur mundo sive mundialiter. 
Prima est humana, secunda est diabolica, tercia mortifera, et in- 
fectura, quarta autem in conspectu domini preciosa. Prima est com- 
munis omnibus bonis et malis, secunda tantum malis, tercia tantum 
dampnatis et reprobis, quarta tantum electis et beatis; prima est 
terribilis, secunda terribilior, tercia terribilissima, quia omnium terri- 
bilium terribilissimum est mors (4 Ethic.); quarta vero est nobilis 
et preciosa. De prima dicitur: Omnes moriuntur et quasi aquae 
dilabuntur in terra (2 Reg. 14.); nichil enim cercius morte et nihil 
incercius, nisi hora mortis, sicud dicit beatus Bernhardus. De secun- 
da dieitur: deus mortem non fecit. (Sapienciae primo); de tercia 
[144°] dieitur: Stipendium peccati mors est; (Ad Rom. 6). et iterum: 
tu es domine, qui vitae et mortis habes potestatem; de quarta di- 
eitur: si commortui sumus cum Christo et conuivemus (2. ad Timoth. 
5.) Prima est omnium peccancium, secunda peccancium, tercia damp- 
natorum, quarta salvandorum; prima est amara, secunda est pericu- 
losa, tercia est lagueata, quarta preciosa. Et quia ille reginae pater**) 
secundam mortem hic in mundo vivens declinavit et omnia mortalia 
fugit, ideo divina ipsum protegente misericordia ad terciam mortem 
non appropinguavit, et licet pro conditione humanae carnis mortem 
subiit temporalem, tamen vexibus hujus mortis detineri non poterit 
et per conseguens illa mors sibi dominari non valebit: ergo mors 
ili ultra non dominabitur. 

Dixi primo, guod est aligua mors naturae, gua homines mori- 
untur carnaliter et hanc vitare non possumus, guia generalis sententia 
contra omnes filios Adae lata dicit cuilibet nostrum: Morieris tu et 
non vives (Isaiae 38.). Haec autem mors nichil aliud est, nisi privatio 
vitae et procedit ex separatione corporis et animae, sicut dicit beatus 
Bernhardus sermone 75: Haec enim mors habet se ad hominem, 


*) hunc Rev. Patrem, constitutum. 
**) Rev. Pater. 


| 
+ 
. 
4 


307 


sicud praedo vel spoliator, quia spoliat hominem proprio corpore 
carnali possessione et carnali cognatione. Primum Sic patet, quia 
corpus proprium dividit ab anima, tradens corpus vermibus et animam 
beati celestis curiae sedibus, animam autem peccatricem aeternis cru- 
ciatibus. Secundum sic patet; nam sicut in domo magni principis 
communiter comeditur et bibitur de vasibus argenteis sed janitor 
portam custodiens non permittit aliud extra domum deportari, sic 
mundus iste permittit, guod servi sui mundiales aurum et argentum 
possideant, sed de mundo exeuntes inveniunt janitorem id est, ipsam 
mortem, quae non permittit eos aliguid secum deferre. Et ideo cor- 
pore nudi exeunt, nichil secum praeter peccata deportantes (Job 27.); 
distinctione scripta dives cum dormierit nichil secum aufert, aperiet 
oculos et nichil inveniet; et etiam iterum nichil invenerunt omnes 
viri divitiarum (Psalm. 75.). Unde amatores hujus mundi temporalia 
veras divicias reputantes habent se admodum sompniancium,' quibus 
videtur in sompno, quod lapides preciosos et thesaurum tractant, 
sed quia vigilant et oculos suos aperiunt nichil inveniunt, et ita etiam 
erit, quod quando tempore mortis ab illo sompno excitabuntur, tunc 
ineipient aperire oculos et plene experientur, quod omnia, quae 
possidebant et amabant hic in mundo quasi fugitiva et quaedam 
fantasmata erant. Quod vertens Regina Po.*) felicis recordationis 
caduca et transitoria hujus mundi minime curavit, sed sprevit ea 
tamquam stercora, ut Christum lucri faceret, quod evidenter patet in 
archiepiscopatus Pragensis resignatione, ubi gloriam, divicias et honores 
reliquit et se ad locum desertum et quasi heremiticum in castrum 
Helfinburg se transtulit, ut soli Deo vacare posset, et in totalis vitae 
suae decursu quia ex nobilibus et divitibus parentibus etc. tandem 
patriae natalis dulcedinem omnino [144%] derelinguens ad partes 
Ytalie et ad Romam, in qua et nunc finem suum clausit extremum, 
quasi ad exilium se dedit. Et sic patet, quomodo primo spoliavit 
se possessionibus, deinde cognatione sua, quibus etiam ipsum omnino 
privavit mors naturalis, quia divina volente misericordia bene mortuus 
est, quia in loco sancto, quia in Roma, tempore congruo, quia in 
anno centesimo, qui jubileus erat, feliciter, quia in statu optimo, 
quia in statu praelationis, qui est status perfectionis, et quia in illa 
morte permansurus non est: ideo haec mors naturalis sibi non domi- 
nabitur. Et tantum de morte naturae, quo ad primum. Dixi secundo, 
guod est alia mors culpae, qua homines moriuntur spiritualiter, et 


*) Rev. Pater. 
20* 


308 


haec mors est separatio hominis a Deo; gui taliter moriuntur, sepe- 
liuntur sepultura Asima*) cum divite epulone, gui mortuus est hac 
morte et sepultus est in inferno (Lucae 16.), ubi vermis eorum non 
morietur et ignis eorum non extinguetur (Ysaiae ultimo). Tali nam- 
que morte incurrit homo per peccatum mortale, per guod anima 
privatur vita spirituali; nam peccatum mortale privat hominem gratia, 
per guam Deo conjungitur et guae est vita animae. Et hac spirituali 
morte moriuntur et mortui sunt omnes peccatores mortales, justi 
vero e contrario vivunt vita spirituali, guamvis moriuntur morte 
carnali juxta illud scripturae: Justus si morte praeoccupatus fuerit, 
in inferno erit (Sapientiae 4.). Est ergo mors justorum bona propter 
reguiem, melior propter loci nobilitatem, optima propter loci securi- 
tatem; e contrario mors peccatorum est pessima, mala guidem in 
mundi ammissione, pejor in separatione corporis et animae, pessima 
in vermis et ignis duplici contricione, sicud dicit b. Bernhardus in 
quadam epistola. Illa morte non est mortuus ille Reginae Po.**), 
sed morte justorum, nam de eo dictum est: moriatur morte ju- 
storum (Num. 23.) Nam ipse talem vitam duxit, dum adhunc in 
humanis ageret, quod sperandum est, ipsum omnia peccata gravia 
cum summa diligentia devitasse, quod patet ex suo modo vivendi. 
Nam adhunc existens archiepiscopus Pragensis, quamvis in omnibus 
bonis temporalibus habundaret, tamen illis vix pro necessitate 
utebatur, quia carnibus raro utebatur, secundam, quartam, sextam et 
sabbati ferias continue retinebat, et noctis tempore aliis dormien- 
tibus suis clientibus et clericis ipse vacabat pauco contentus sompno, 
et ubi alii mollibus lectis et kussinis utantur, ipse sepe inventus est 
jacens in scampno lapide capiti supposito, ut a suis familiaribus 
veraciter dediti (sic) in hoc imitando sanctum patriarcham Jacob, qui 
lapidem capiti suo supposuit et meruit visionem angelorum videre 
(Gen. 28.) Et sic patet, quomodo mortem spiritualiter evitavit et ea 
morte non est nec ea ulterius mori poterit: et ita spiritualis mors 
ili ultra non dominabitur quoad secundum. 

Dixi tercio, quod est mors tercia Jehennae, qua homines mori- 
untur eternaliter, et illa est dampnatorum. Haec mors privat homi- 
nem visione beatifica, quae est vita beata, et reponit hominem in 
aeterna(m) poena(m). Nam dampnati domini mortui propter tria: 
Primo propter dolorem penalem, quae eis infligitur; de hoc habetur 


*) 4 Reg. 17. 
**) Rev. Pater. 


309 


-Job 20: Omnis dolor irruet super eum. Secundo propter timorem 
horribilem gui semper eis [145°] incutitur, nam de dampnatis dicitur: 
terrebunt eum formidines (Job 18), guod verbum tractans S. Gregorius 
libro Moralium 14. sic dicit: Cum poena hic intelligitur timor gui- 
escit, sed apud inferos poenarum afflictio est timoris augmentum; et 
rationem assignat b. Bernhardus sic dicens: Quia ibi est dolor intol- 
lerabilis, foetor intollerabilis et timor horribilis, et mors corporis et 
animae sine spe veniae et misericordiae, sic enim moriuntur, ut semper 
vivant, et sic vivunt, ut semper moriantur. Quis ista non timet, 
guis ista perhorrescat? Tercio propter vigorem naturalem, gui in 
dampnatis totaliter perditur. Nichil enim boni possunt operari vivo, 
quod plus est, nec aliguid boni cogitare, quia habent voluntatem 
obstinatam in malo. Unde beatus Bernhardus dicit: Quis putas tunc 
erit moeror, guis luctus, quae tristicia, cum separabuntur impii a con- 
sortio beatorum et a visione deifica. Nam privari deifica est major 
poena, quae cogitari potest, sicut dieit b. Augustinus, concordat Criso- 
stomus super 25 capitulum Micheae; sie dieit: Si mille gehennas 
duxeris, nichil tantae amaritudinis, quam privari divina visione, in 
qua perficitur totum gaudium angelorum et beatorum. Hac etiam 
morte non est mortuus Re(verendissimus) Pa(ter), sed morte bona, 
quia operibus bonis et dierum bonorum, et ergo per Dei gratiam 
consecutus est seu cito consequetur vitam aeternam seu premium, qua 
propter illa yehennalis mors illi non dominabitur. Ergo mors illi 
ultra non dominabitur, quod fuit thema, in quibus verbis unum in- 
nuitur; sed hujus Reverendissimi patris beatificus status vel beatitu- 
dine plenus et securus, cum dieitur: mors illi ultra non dominabitur, 
nec dominabitur. Evidenter patet ipsum esse in vita, sed quia non est 
in vita praesenti mortali et naturae, ergo est in vita graciae et oloriae, 
quam nobis eciam concedat Jesus Christus, Mariae filius, amen. 


K rukopisüm, které se nám zachovaly po knězi Václavovi Ro- 
sovi, náleží rukopis dvorské knihovny č. 4206, psaný asi r. 1410. 
Stojíť tam na listě 204" napsáno: Rossius Pressorovinus hos sermones 
perlexit praecipue librum de duplici milicia. Obsahuje, jak tištěný 
seznam udává, sermones dosud málo známého Konrada ze Štěkné. 
Jméno jeho ovšem napsáno jest, ale rukou Rosovou (XVI. stol.) na 
prvním listu: z Sztiekne, tak že nevíme, právem-li se mu kázání 
tato připsati mohou. Mezi udanými řečmi stojí na I. 143*—145* sermo 
ad clerum factus per venerabilem M. Ysneri, s. th. prof. de obitu 


310 


Reginae Cracoviae. Mistr Jan Isnerüv (Ysneri, Eisner) přichází ča- 
stěji v matrice university pražské spolu s krajanem svým snad 0 něco 
starším M. Matoušem z Krakova a sice od r. 1378—1393, kdy posledně 
zvolen byl do jakési kommisse (Tomek, Děje univ. 126.) Zdrzoval 
se v Praze až do r. 1400, možná že poněkud déle, a potom se odebral 
do Krakova, kde jsa na universitě odkázal knihovně tamní některé 
ze svých rukopisů. Sám byl též literárně činným ; alespoň zachovala 
se jeho řeč: sermo de conscientia bona et mala ve krakovské 
knihovně. 


Chceme připomenouti několik slov o oné pohřební řeči, která 


však netýká se královny polské, nýbrž pražského arcibiskupa Jana 
z Jenšteina. Opisovač rukopisu četl špatně R. P. a místo reveren- 
dissimus pater, napsal vesměs regina Poloniae, ačkoliv při poněkud 
pozorném čtení na onu chybu byl by přišel, ku př. est mortuus ille 
Regina Poloniae etc. Řeč sama nepodává ničeho nového ze života 
arcibiskupova a zvyklým způsobem středověkým zvěčňuje paměť arci- 
biskupa, který v dalekém Římě, kam odebral se vzdav se prvé arci- 
biskupství a stav se ještě patriarchou Alexandrinským, zemřel dne 
17. června, 1400. 


42. 


O menších spisech Petra z Mladenovic. 


Napsal Fr. Procházka a předložil prof. J. Goll dne 30. října 1882. 


Petr z Mladenovic, jak známo, vedle svého obšírnějšího vypra- 
_ vování o osudech M. Jana Husi v Kostnici (Relatio de Mag. Joannis 
Hus causa etc.) sepsal ještě jedno vypsání o jeho odsouzení a utr- 
pení toliko, které tiskem vyšlo ponejprv r. 1533 v Praze u P. Seve- 
rina. Nejnovější vydání tohoto kratšího spisku Petrova spořízeno 
jest dle jednoho rukopisu Víd. dvorní knihovny (Duch Jana Husi. 
V Praze 1870). Mimo to setkáváme se s kratším vypsáním, tolikéž 
jen o Husově odsouzení a smrti, pod titulem „Narratio historica de 
condemnatione et supplicio Joannis Hus“ ete. v obojím vydání (z r. 
1558 i z r. 1715) spisů Husových (Historia et monumenta Joannis 
Hus atque Hieronymi Pragensis ete.). 

Podrobnějším srovnáním vychází na jevo, že vypravování české 
není než výtah z poslední části obšírnějšího spisu Petra z Mladenovic, 


ni. EN 


811 


-učiněný od něho samého; „Narratio historica“ pak jest překlad vý- 
tahu toho, jenž povstal mnohem později, nepochybně teprve v XVI. 
stol. (sr. Palacký III. I. str. 229). 

K sepsání výtahu českého viděl se Petr pohnuta tím, že se 
prý šířily rozličné mylné zprávy o smrti slavné paměti mistra Jana 
Husi. „I zdálo mi se,“ dí hned v úvodu, „užitečné z náramného 
nabádání mnohých milovníkov pravdy, celý běh na památku budücim 
toliko o smrti jeho, což se je tu znamenitějšího dálo, položiti, 
aby jeho nepřítelé, jenž ještě po smrti zle o něm mluví, ústa svá 
stulili“ atd. Český výtah tento vedle předlohy své není bez ceny. 
Petr totiž přidal zde některé dosti zajímavé podrobnosti, jako že, 
když Hus se dovolával glejtu „král se velmi zapýři a zardě“. Mimo 
to dovídáme se z českého vypravování, že Sigmund, odevzdávaje 
Husa falckrabovi, učinil to slovy po německu promluvenými a že 
Hus sám po německu rozloučil se delší řečí se žalářníky svými. 

České vypravování Petra z Mladenovic vešlo v Čechách v obecnou 
známost. Byloť totiž v kostelích na den památce Jana Husi zasvě- 
cený lidu čítáno (v. Pal. Doc. p. VIII). 

„Narratio historica“ jest, jak již řečeno, překlad českého vy- 
pravování Petra z Mladenovic, který dle humanistické latiny, oplý- 
vající klassickými frásemi, jako „me hercle“ atd., dlužno položiti do 
doby mnohem pozdější, nejspíše do století XVI. 

Podobně jako o Husovi, máme též o mistru Jeronymovi Praž- 
ském jod příchodu jeho do Kostnice až do upálení dne 30. května 
r. 1416 troje vypsání: dvoje latinské a jedno české. Všechna po- 
cházejí od autorů nejmenovaných. Obě vypsání latinská nalézají se 
ve velké sbírce Normberské pod tituly „Narratio de magistro Hiero- 
nymo Pragensi pro Christi nomine Constantiae exusto“ a „Alia de 
eodem narratio“. Třetí, české, vydal prof. Dr. Goll z rukopisu 
z 15. století (Vypsání o mistru Jeronymovi z Prahy. V Praze r. 1878). 

Srovnáním vychází na jevo týž poměr, jaký shledán byl při 
spisech napřed dotčených. Máme totiž: 

1. latinské vypravování původní (Narratio etc.*). 


*) Vavřinec z Březové znal spis tento rovněž jako relaci Petra z Mladenovic 
o Husovi, neboť o obou zmiňuje se ku konci svých stručných zpráv: O Hu- 
sovi: „de cujus captivitatis, condempnationisgue ac mortis serie alibi ple- 
nius est contextum et scriptotenus exaratum“ (ap. Hófler p. 333). O Jero- 
nymovi: De cujus captivitate mortisgue modo alibi latius ac plenius est 
digestum (ap. Höfler p. 338). Prof Goll vztahoval ve vydání svém poslední 
zmínku Vavřince z Březové k vydané jím zprávě české, avšak vypravování 
Vavřince z Březové pramenem byla „Narratio de M, H. Prag“. 


312 


2. český výtah z téhož vypravování. (Vypsání atd.) | 

3. latinský překlad tohoto výtahu (Altera de eodem narratio). 

V úvodě původního latinského vypravování o Jeronymovi pisatel, 
věda, že vášněmi lidskými pravý průběh udalostí bývá budoucnosti 
zakalován, klade si za úkol zachovati pravdivě příběhy výtečného 
muže Jeronyma paměti potomstva. I dodává, že chce „acta ipsius 
magistri Hieronymi ... tum ex visis per me inibi, tum et auditis, 
tum etiam ex his, quae, mihi et aliis de Constantia veraciter et 
a veredicis, gui ea viderunt et audierunt, sunt intimata, scriptotenus 
stylo, quamquam inculto, in unum redigere“. Ku konci vypravování 
pak dotýká se ještě jednou pramene svých zpráv, řka: „Is tamen 
homo veredicus, gui nobis acta circa condemnationem et sententiam 
ipsius magistri Hieronymi scriptotenus intimavit et Pragam destinavit, 
sic concludit: Ista omnia sic fieri vidi et audivi et si quis contra- 
rium vobis dixerit, nulli fidem adhibeatis. Ea vero,“ praví dále 
autor „guae circa adventum Mag. Hieronymi, versus et ad Constan- 
tiam primum venientis libere et post vinculati (ut praefertur) ad- 
ducti, ego ipse vidi et singula tunc acta plene conspexi ac pro futura 
vivaci memoria hic consignavi non mentiens“ ete. První část vypra- 
vování tohoto byla tedy sepsána z vlastní zkušenosti, kdežto 0 po- 
sledních příbězích Jeronymových byla mu podána zpráva písemní 
z Kostnice do Prahy. Okolnost tato spolu s jinými známkami vede 
nás k přesvědčení, že pisatelem tohoto vypravování byl Petr z Mla- 
denovic. Svědčí o tom zvláště následující podrobnosti: 


1. Autor původního latinského vypravování o Jeronymovi nalézal 
se v Kostnici v první době uvěznění Jeronymova, kdežto v čase od- 
souzení a usmrcení řečeného mistra byl vzdálen, bezpochyby v Praze, 
kamž mu aspoň písemní zprávy o oněch příbězích z Kostnice byly 
podány. To vše dobře se hodí na Petra z Mladenovic, který bez- 
pochyby hned po upálení Husově z Kostnice odešel. 


2. Narratio vypravuje o některých věcech, které nikdo lépe 
nemohl znáti, než Petr z Mladenovic. Tak líčí se v ní marný pokus 
o rozmluvu s Jeronymem, jejž učinil jakýsi Vít z čeledi pána z Chlumu 
(pána též Petrova). Dále dovídáme se 0 „Petrovi“ z průvodu Husova 
(unus de familia Mag. Hus), že povzbuzoval rozmluvou mistra Jero- 
nyma k vytrvání při pravdě a staral se o něho pečlivě v žaláři, za- 
opatruje mu pokrmy. Tímto Petrem jest patrně Petr z Mladenovic sám. 

3. O mistru Jeronymovi se praví, že z Úberlink u Kostnice — 
„seripsit per me litteras suas regi Hungariae, baronibus et concilio 


313 


destinatas“. Tim se zjevně Petr z Mladenovic sám jakožto autor 
ohlašuje. 

| 4. Konečně svědčí společnému původci obou latinských původ- 
ních vypravování o Husovi a Jeronymovi týž sloh. 

Česká zpráva o Jeronymovi jest kratší. Jednak neuvádějí se 
v ní listiny v plném znění jako onde, jednak i mnohé podrobnosti 
jsou opominuty, avšak ne z neznalosti, nýbrž, jak v úvodě samém 
se dí: „Při tom pak, ačkoliv dobrým úmyslem bylo prve o jeho pří- 
hodách a odsúzení na smrt sepsáno, ale, že to dobře obšírně bylo 
položeno, ježto čísti to všechno nebo slyšeti tesklivo bývá, protož, 
aby tím ochotněji mohlo přijato býti i snáze pamatováno, což se 
o témž mistru jistotně shledává, ale tiem kratčeji, buď známo toto“ 
atd. Někde však jest české vypravování bohatší, zvláště v druhé 
části. Hádka o eucharistii (dne 26. máje 1416), která se jen v če- 
ském vypsání čte, vzata jest z listu Poggiova. 

Tendencí svou i formou podobá se české vypravování 0 Jero- 
nymovi české zprávě o Husovi; jen že jest u porovnání s předlohou 
poměrně kratší, ale při tom volnější. Autorem jeho jest bezpochyby 
také Petr z Mladenovic. 

Latinský překlad českého vypsání o Jeronymovi má týž ráz, 
jako latinský překlad českého vypravování o Husovi a maje téhož 
původce, povstal nejspíše také teprv v XVL. století. 


43. 
Příspěvek ke vpádu Passovských do Prahy r. 1611. 


Sdělil dr. Ant. Rezek, dne 30. října 1882. 


Ve státním archivu Vratislavském nachází se rukopis (D41°), 
krásně psaný a vázaný, který zavírá v sobě stručné dějiny františkán- 
ského řádu (Minoritů) a jeho klášterů v provincii české s titulem: 
Chronica de origine et constitutione provinciae Bohemiae ordinis 
fratrum Minorum s. Francisci reformatorum eiusdemgue conventuum 
auctore fratre Bernardo Sannig, ss. theologiae lectore jubilato, 
prefatae provinciae Minorum provinciale et totius ordinis diffinitore 
generale, ab anno 1224 usgue ad annum 1678. V jednotlivých odstav- 
cích vypravují se zkrátka příběhy řádu františkánského od jeho do 
Čech příchodu v r. 1224 a založení prvního kláštera u sv. Jakuba 


314 


v Praze 1233 až k roku 1678. Vyčítá se rozšíření řádu, rozdělení 
klášterů, visitace, dobrodinci jednotlivých konventů a pak seznamy 
představených ovšem teprv od druhé polovice XV. století. V od- 
stavci druhém jsou: viri illustres provinciae Bohemiae. Tu vypra- 
vuje se o mučednících, kteří r. 1611, 15. února, když rozlícený 
lid pražský po dobytí Malé Strany od Passovských vybijel kláštery 
a kostely, byli od vášnivé chátry usmrceni. A sice následovně: Mar- 
tyrio čelebres sunt gloriosi illi guatuordecim agonotetae Pragenses, 
qui anno 1611 die 15. Februarii ab haereticis crudeli mortis genere 
sunt interempti Pragae in conventu nostro b. Mariae virginis ad 
Nives; guorum nomina haec sunt: P. Fridericus loci vicarius et 
concionator, natione Germanus; P. Joannes Martinez, sacerdos, 
natione Hispanus; P. Simon sacerdos, natione Gallus; P. Bartho- 
lomaeus sacerdos, natione Italus; Fr. Hieronymus diaconus, 
Italus; Fr. Casparus subdiaconus, Italus; Fr. Christophorus 
laicus professus, natione Germanus; Fr. Joannes Didacus laicus 
professus, Germanus; Fr. Joannes laicus professus, Italus; Fr. 
Joannes laicus professus, Germanus; Fr. Jacobus clericus novi- 
tius, Germanus; Fr. Clemens, clericus novitius, Germanus; Fr. 
Antonius clericus novitius, Germanus; Fr. Joannes clericus 
novicius, Germanus. — Na konec vypravování dokládá spisovatel 
o osudu provincialního archivu františkánského: Hae sunt memoriae 
authenticae almae nostrae provinciae Bohemiae, guas anno 1678 in 
variis fidelibus monumentis antiguis ac novis provinciae conventuum 
gue ex auctoribus sacris et profanis nostrarum partium ac registris 
civitatum diversarum accurate, fideliter collegi ego Fr. Bernardus 
Sannig, minister provinciae pro tempore. Plura magnifica de ista 
vasta et famosa semper provincia posteritatis notitiae consignassem, 
ni archivium provinciae anno 1483 ab Hussitis Pragae fuisset in- 
fausto casu dissipatum et iterum anno 1619 Neodomi (v Jindři- 
chově Hradci) a rebellionis bočmicae assectis haereticis maiori ex 
parte flammis traditum atgue a duobus ferme saeculis tota provincia 
gravissimis bellis lacessita. | 

V témže státním archivu Vratislavském jest ještě jeden 
rukopis (D161") řádu františkánského provincie české: Catalogus 
continens in primis seriem vicariorum et ministrorum provincialium 
almae et magnae provinciae nostrae Bohemiae, deinde nomina pa- 
trum et fratrum atque conventuum, in quo guis ex hac vita decessit, 
descriptus pro refectorio Glacensi sub quardianatu rev. patris 
Samuelis Heinrich. Zde na fol. 46 a násl. popisují se také, ale 


315 


mnohem obšírněji, osudy mnichů františkánských u Panny Marie 


Bněžné dne 15. února 1611. Vypravování toto shoduje se částečně 
s Gindelym (Rudolf II. und seine Zeit. II. 204), který užil jistého 
mně na ten čas nepřístupného rukopisu u Panny Marie Sněžné 
dosud chovaného. V celku pak zpráva rukopisu Vratislavského 
v některých podrobnostech doplňuje děsný obraz, jaký o řádění 
chátry v kostelích pražských učinil ve spisu svém Gindely, a po- 
tvrzuje zcela authentický jeho doklad, že mniši u Panny Marie Sněžné 
byli tehdáž vesměs cizinci. Zníť pak zpráva ta následovně: 1611, 15. Fe- 
bruari. Pragae. Celebris habetur memoria guatuordecim venerabi- 
lium fratrum nostrorum Pragae in conventu B. V. M. ad Nives nuncu- 
pato a numerosa colluvie haereticorum ex variis natienibus et sectis 
coagulata diversis armis interfectorum, ut seguitur: 1. P. Fridericus 
Bachstein, natione Pomeranus, vicarius et concionator germanicus 
ac eximius controversista, framea lateri ac cordi immissa peremptus 
fuit; 2. P. Joannes Martinetz, Hispanus, sacrista, confessarius ac 
doctus controversista, cui ciborium cum consecratis hostiis ad locum 
lutum portanti brachium amputatum fuit et deinde caput in duas 
partes sectum; 3. P. Simon de Francia, nationis Gallicae, con- 
fessor, controversista ac praedicator, fuste capiti impacto et ense 
corpori infixo ex hac vita migravit; 4. P. Bartholomaeus de 
Bergamo, Italicae nationis, confessarius, controversista, fustibus 
taureis et flagellis tamdiu caesus donec emiteret spiritum; 5. Fr. 
Hieronymus de Mediolano, Italus, clericus diaconus, ante 
imaginem B. V. M, in ambitu orans longo gladio corpori infixo per- 
foratus occubuit; 6. Fr. Casparus de Varesia, Italus, clericus 
subdiaconus; 7. Fr. Jacobus de Augusta, Svevus Germanus, 
elericus; S. Fr. Didacus laicus Germanus; hi tres largis fustium 
verberibus supra tectum et in turrim fugati, similiter avibus tecto 
insidentibus globo ex sclopeto emisso trajecti sunt; 9. Fr. Cle- 
mens, Germanus Svevus, ciericus, minorista, acuta ascia caput in 
duas partes secante necatus est; 10. Fr. Christophorus aetate 
grandaevus, laicus, Germanus, cocus, oblonga ascia capite laesus et 
clavis muricatis in tergo et capite compunctus animam deo reddidit; 
11. Fr. Emanuel laicus, Germanus, cocus; 12. Fr. Joannes de 
Monte Piano, laicus, Italus, hortulanus; 13. Fr. Joannes cle- 
ricus, noyitius, Germanus; 14. Fr. Antonius laicus novitius, Ger- 
manus; hi quatuor partim per enses et gladios, partim per claves 
murricatos et hastas ex hac vita migrarunt, cum caeteris palmam 
martyrii sunt assecuti. — His additur rel. Fr. Joannes, laicus 


/ 


316 


circator, gui accepto gravi vulnere in pede, per fenestram sub tecto 
monasterii in contiguam domum se dimisit, in gna per biduum deli- 
tuit et nocte ad conventum s. Jacobi, fratrum Minorum conventua- 
lium, confugit, ubi ultra tres menses varios corporis languores per- 
pessus vitam cum morte commutavit. 


44. 


Dodatky a opravy k Bartošově kronice o bouři Pražské. 
Sdělil dr. Ant. Rezek dne 30. října 1882. 


Erbenovo vydání BartoSovy kroniky o bouři Pražské zpořízeno 
jest dle dvou rukopisů c. k. universitní knihovny zdejší, ale vyda- 
vatel připomíná ještě třetí rukopis v knihovně Strahovské 
chovaný, jehož, jak doznává, při vydání svém užiti nemohl. Příčin 
toho neudáno, ale nepoužit zůstal nepochybně proto, že tehdáž nemohl 
býti nalezen. Teprv za nynější výtečné správy Strahovské knihovny, 
když přistoupeno také ku pořádání pozůstalosti Dlabačovy, nalezen 
byl Strahovský rukopis Bartoše Písaře a laskavostí velezasloužiléhe 
bibliotekáře P. Čermáka mně propůjčen k nahlédnutí. Kvartovy 
rukopis tento má signaturu BN. 31 (pozůstalost Dlabačova), a psán 
jest v 16. století, písmem dosti nedbalým, a chybami oplývajícím. 
Co do recense podobnější jest rukopisu od Erbena B nazvanému, ale 
přitom má jisté zvláštnosti, kterých v obou rukopisích universitních 
a tudíž i v Erbenově vydání postrádáme. Nemá totiž nadpisů při 
jednotlivých kapitolách, ale za to dosti četné noty marginalní, 
a pak v textu samém některé věci, jimiž smysl mnohých vět pod- 


Mix, 


statně se pozměnuje. Důležitější a podstatnější ze změn těchto jsou 


následující: 
Vydání Erbenovo: Rukopis Strahovský : 
Strana 12, řádek 2 shora: 
v tom čase o nešpořích čti: v tom městě časem ne- 


Spornim. 
Strana 14, rädek 3 shora: 
lidí českých i přespolních čti: lidí cizích i přespolních. 
Strana 17, řádek 12 shora: 
hned někteří z berně lidé čti: hned někteří sběrní lidé. 
Strana 19, řádek 15 shora: 
Ale již jest jim byla ta cesta čti: „ale již jest jim byla ta cesta 
zavřína, že pod takovou jednotou zavřína, kteréž jsou neradi 


Vydání Erbenovo: 


Strana 47, řádek 10 shora: 
Tehdy jeden z farářův jme- 
nem Bohuslav Zralý, od náměti 
obyčejem vzteklého 


Strana 51, artikul šestý 


Strana 69, řádek 2 shora: 
Kněze mnicha zákona sv. 
Augustina 


Strana 87, řádek 23 shora: 


on pak choval ho na faře 


©- tejně 
Strana 92, řádek 7 shora: 


Wi jest 


za slova: Ze to tak v pravde 


317 


Rukopis Strahovský : 


ztratili, avšak nad naději 
lidskou Pražanůmta cesta 
byla otevřena, že pod ta- 
kovou jednotou atd. 


čti: tehdy jeden z farářův jmenem 
Bohuslav Zralý od Náměti, 
obyčejem vzteklého. : 


čti: Co se posvěcování těla a krve 
velebné pána Krista dotýče, to 
aby se od kněze tak dálo a či- 
nilo, jakž prve bylo, ne aby 
se to tejně dálo jazykem 
nerozumnym, ale aby se kněz 
od oltáře obrátě na hlas posvě- 
coval a to jazykem českým. 
Také že jest to prve bývalo 
a ještě býti můž, kdež před 
oltářem obrátě se k lidu, napo- 
menuti a exhortací aby učinil, 
aby se lid při tý věci vážně 
a nábožně měl a dobrodiní Páně 
připomínal, a to ještě zachováno 
býti má. Pozdvihování pak 
z příčin jistých zachováno 
býti nemá. 


čti: Kněze Michala, mnicha zá- 
kona sv. Augustina. 


čti: na faře v Tejně. 


dodej: Jest div veliký, že pro 
tuto svou velikou lež a hloupou 
nebál se toho, aby se mu ústa 
jeho krví nezalily. 


318 


Vydání Erbenovo: 


Strana 94, artikul 10: 


Strana 95, řádek 20 shora: 
ke slovům: a světlo po do- 
mích na znamení aby měli, opa- 
třivše, 


Strana 96, řádek 13—15 shora: 
Ke slovům: Nebo ve vazbě 
naší jednoho toho máme, kterýž 
se v to dal, že sám posvěcoval atd. 
Strana 99, řádek 17—19 shora: 
Ke slovům: Než chceteli pro- 
siti — rádi učiníme 
Stránka 100, řádek 3 a 4 shora: 
Ke slovům: kníže na to od- 
pověděl, že již čas jest, chtíli co 
mluviti aby mluvili 
Stránka 104, řádek 12 shora: 
Ke slovům: že při svaté víře 
žádných rozdílův není mezi kněž- 
stvem 


Rukopis Strahovský: 


čti: Když mluveno bylo 0 vysta- 
vování těla Kristova v mon- 
stranči, tu v některých osa- 
dách od některých osob 
bylo mluveno, že bych já 
jim nechal jich Boha státi, 
až by upadl, nechť by po 
něm šlapali. A když bylo 
zastaveno vystavování 
těla s monstrancí, tu po- 
směšně bylo mluveno atd. 


dodáno in margine: To jsou sami 
činili, že jsou se v rozličná 
místa scházeli a zvláště do apa- 
teky k sv. Michalu a k PaSkovi 
někdy ve dne a někdy v noci 
radíce se. 

dodáno in margine: Tuto jest 

o Janovi Kalencovi nožíři. 


dodáno in margine: Tuto kníže 
ukazoval dětem jabko. 


dodáno in margine: Nesměl Pra- 
žanóm ublížiti, nebo jest čekal 
od nich dopomozeni. ”) 


dodáno in margine: a potom toho 
jako pes jedovatý skutky svými 
zapíral, zle o nich mluvě. 


*) Naráží se tu na podplatnost knížete Karla, kterouž ještě rozhodněji vyslo- 
vuje Jiří Písecký: Princeps tamen Karolus praefectus, volens hanc com- 
motionem guietam reddere, nihil profecit, guia utrigue sectae lucri 
cupiditate favere nisus est. O auri sacra fames! Cf. Palacký V. 2. 473. 


- Vydání Erbenovo: 


Stránka 105, řádek 4 shora: 

-© vyzdvižení uslyšali jsme 

Stránka 111, řádek 2 zdola: 
Když opět obzvláštně mluvili 


Stránka 128, řádek 11 zdola: 
tým řádem na překážku 
Stránka 146, řádek 2 shora: 
v středu před smrtelnou 
nedělí 
Stránka 148, řádek 9 shora: 
Ke slovům: jich učením za- 
vedeni 


Strana 165, řádek 10 shora: 
že jich pět otrávili 


Strana 186, řádek 5 zdola: 
zuřivě k králi mluvíce 
Strana 188, řádek 4 zdola: 

Ke slovům: když jsou přijeli 
do Říma 


Strana 193, řádek 22 shora: 
skrz znamenitý úplatek doma 
zůstal 
Strana 203, řádek 8—10 shora: 
Ke slovům: kníže pak,... 


**) Ale nenachází se to tam. 


319 


Rukopis Strahovský: 


čti: my u vězení uslyšeli jsme. 


čti: když opět ti vězňové do- 
konali, tehdy každý z nich 
opět obzvláštně mluvili. 


čti: týmž řádem na přeskáčku. 


čti: v středu po smrtelné neděli.*) 


dodáno in margine: Tuto jest zna- 
menitě a zřetedlně lhal a sám 
proti sobě mluvil jako lotr ne- 
stydatý, neb jest o knězi Mar- 
tinovi 1 0 jiných prve na rat- 
houze vyhlásil zjevně, že žád- 
ných bludův nevedou. 


čti: že jich pět na rathauze 
otrávili. 


čti: kárali mluvíce. 


dodáno in margine: To najdeš 
v zvláštním spisu těchto knih 
doleji **) 


čti: skrz znamenitý úplatek (po- 
tuit dare) doma zůstal. 


ří *) Souhlasí to také lépe s udáním dalším: na zejtří po sv. Ambroži, 


320 


Vydání Erbenovo: Rukopis Strahovský: 


aby jich v ničemž neuhnětl, pro 
jakous naději k dopomožení 
žádostivé vůle jeho dodáno in margine: Toho čekal, 
že syn jeho jeden měl býti 
arcibiskupem v Čechách) 
Strana 275, řádek 13 zdola: 
na den sv. Petra a Pavla čti: na den sv. Jana a Pavla.**) 
Strana 286, řádek 16 zdola: 
dne památného štastného  čti:dnepamátnéhosv.Štastného. 
Strana 298, řádek 7 zdola: 
k soudu přijíti musila čti: k soudu před J. M. Kskou 
přijíti musila. 
Strana 303, řádek 12 zdola: 
Za slova: kterýžto glejt když 
byl přinesen dodej: od krále a dán Pražanům 
s konečnou vólí jeho a nadto 
ilist od něho jiný byl při- 
nesen od krále a dán Praža- 
nům, v kterýmž vyzdvihl atd. 
Strana 304, řádek 1 zdola: 
z berní lidé čti: sběrní lidé. 
Strana 308, řádek 18 zdola: 
za slova: kterýž odtudopětšel dodej: na zboží pod panování 
knížete Jiřího markrabie odtud 
na dvě míle atd. 


Mimo to podotknouti sluší, že slov Bartoš Písař a já Bar- 
toš Písař, která se čtou v Erbenově vydání na str. VI a 196 
v rukopise Strahovském není. Vedle toho jest týž rukopis i o něco 
delší než oba rukopisy knihovny universitní; má totiž po knize 
čtvrté ještě knihu zvláštní o pěti kapitolách zvanou epilogem. 


*) Poznámka tato není právě pravdě nepodobná, povážíme-li, že kníže Karel 
měl 15 dělí a majetku pro ně poskrovnu; syn jeho Joachim pak vskutku 
byl později kanovníkem ve Vratislavi, proboštem v Hlohově, převorem 
Maltanského řádu v Čechách a konečně biskupem Braniborským. — Gro- 
lefend Stammtafeln XIV. — Cf. Bartoš, str. 34. 

**) Shoduje se také lépe s druhým udáním: v pátek třetí den po sv. Janu 
Křtiteli. 


321 


-Obsahem epilogu jsou úvahy o bouři pražské a parallela mezi bouří 


-© r. 1524 a 1483, při kteréžto příležitosti dovídáme se některých po- 


drobností o událostech r. 1483, ač poznamenati nutno, že Bartoš 
neměl o udalostech pražských r. 1483 pravého ponětí; dále jest 
-v epilogu polemika proti nějakému blíže neznámému spisu mistra 
Tomáše Vlašimského, kollegiáta u Všech Svatých, který o bouři 
pražské patrně ve smyslu strany Paškovy latinský spis napsal, Bartoš 
posmívá se mu, že nevyckav ani, jak bouře skončí, psal 0 ní. 
Konečně v epilogu čísti lze i některé dodatky o osobách zúčastněných 
při tehdejších událostech. Pro velkou důležitost, kterou má sepsání 
Bartošovo pro dějepis Pražský a počátky reformace v Čechách, po- 
dáváme tuto celý posud neznámý epilogus Bartošův v úplném znění. 


vuvu 


v těchto knihách věcí, na kapitoly rozdělené, 


Tuto se pokládá epilogus aneb annotaci, co se v jistých 
městech dálo. 


Kapitola první. 


Po dokonání těchto knih líbí mi se, abych ještě některé anno- 
tací přičinil s opáčením některých předpověděných věcí. Nebo nevím, 
jak jest mi psaní přibývalo, když jsem počal pořádně běh těch ne- 
snází psáti, že sem mnohokrát na stranu musil vykročiti, zastaviv 
se při některé věci mimo začatý aumysl. Ale poněvadž mne i k tomu 
protřeba nutila, musil sem k tomu povoliti z hodné příčiny, otvíraje 
pravdu pod rozličnau falší přikrytau, aby potomně lidé po svrchní kůře 
nesaudili toho bezpráví, kteréž jsau jedni druhým činili, jako by to 
šlo po spravedlnosti, ale aby pod tím něčeho jiného pohledali a hle- 
dajíce nalezli hady, štíry a červy jedovaté, kteříž sau se tam v pravdě 
tajili. O, jak jest mnoho bylo těch všech časův nesnadných od lidí, 
nebožátek bez víny vytištěných, těžkého vzdychání a volání ku pánu 
bohu, aby vzhlédnauti ráčil na jich přílišné bezpraví! Jak mnoho 
žalostivého naříkání, hořkého a srdnatého lkání, velikých a těžkých 
teskností i zármutkův, pro kteréž některým věrně se stejskalo živu 
býti a jiného mnoho k tomu podobného, že majíce svá obydlé ne- 
směli v nich přebývati, přinuceni jsauce, aby netoliko od statkův ale 
od manželek, od dětí i ode všech přátel svých odlauceni byli a tak 
nade vším se zapomněli, ale pohostinu s místa na místo se trmáceti 

21 


322 


a nevole rozličné trpěti musili, tak že jest div byl, že bůh v náhle 
nepohřížil té Prahy za živa do propasti země. Neb i skrze to ně- 
kteří z těch vytištěných k zaufalství a k zlým věcem přišli: někdo 
pro nedostatek a chudobu, kteráž naň z toho přišla, utrativ s cizími 
ženami což měl, byl jinde pohostinu a dal se v domnění zlých věcí; 
a potom byl jat i umořen v vězení v Praze skrze přílišné trápení na 
mukách; a potom pustili o něm hlas posměšný, že jest se sám oběsil, 
jsa po mučení vsazen do vazby kozel řečené, v kteréž sám sebau 
nemohl vládnauti, a naň nic shledáno nebylo žádného hodného za- 
vinění. 

Někdo podle vůle a rozkázání královského všel do svého domu 
v Praze a hned vzat byl do vězení a tam umořen. Někomu žena jeho, 
zmrhavši se cizoložstvem, utratila a pobrala statek muži svému a preč 
se vybrala po své zlé žádosti. Někteří utrativše statky přinuceni 
byli pomoci od lidí žádati. Někomu pak žena jeho doma jsaucí za- 
pomněla se na věrnost manželskau pro nezdrželivost svau. Někteří 
také muži jich, jsauce vzdálení od svých žen, též pro nezdrželivost 
po žádosti tělesné šli. Někdo smyslem se pominul z přílišné tesk- 
nosti a starosti. Někteří opět příliš zastaravše se, života sobě ukrátili 
a z světa dříve času sešli. Některé pak jich manželky pokušení jmí- 
valy od zlých lidí a zvláště od lotrovského vtipu kněžského, kteříž 
ponaukali a napomínali jich, aby se s mužmi svými rozvedly a statek 
jim poberauce k nim se s tím přibraly. 

A tak jiní jináč rozličné protivenství veliká i škodu znamenitau 
skrze to nesli na statku, na těle i na duši; z nauze jsauce přinu- 
ceni k marným věcem tělu i také duši nebezpečným, jsauce přinuceni 
mdlobau tělesnau proti svému svědomí z božího dopuštění, od kte- 
rýchž jsau se prve vždycky téměř vzdalovali. Kdo jest pak takových 
věcí zlých jim byl příčina, bůh, saudce spravedlivý, mstitel jest tako- 
vých všech věcí; budiž jemu čest a chvála ze všeho. 


Kapitola druhá. 


Věděno býti má, ač prve dosti obšírně o tom jest dotýkáno, 
však neškodí ještě toho opáčiti pro příčinu lepšího tomu srozumění, 
že ve všech těch nesnázech pražských grunt a základ jest tento: že 
zlost jedněch proti druhým a nelibost k tomu ke všemu zlému je 
pozdvihla, a k čemuž prve přístupu slušného právem ani saudem 
k sobě neměli, potom tu tajnau zlost tím obyčejem již popsaným 
proti sobě vylívali, zmocnivše se jedni druhých pod přikrytím víry 


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falešným a nepravým. Důvod toho jest mnohý a zvláště tento, že 
mistr Pašek obdržav pole v městech pražských a obrátiv k sobě 
očima tu obec chytrostí velikau i štěstím jakýms divným, říkával 
k některým sobě nelibým osobám, že já, prý, nemohu tak dokonalý 
býti křesťan, abych svému nepříteli mohl odpustiti, co proti mne 
učiní. Havel Cahera z kněžstva také jemu toho, v konsistoři k ně- 
kterým mluvě, potvrzoval při počtích z víry těmito slovy: „byšte 
pak všecko učinili, což bychom vám rozkázali, ještě vám za nic ne- 
slibujem, abyšte mohli od pánův, totiž Pražanův, přijati bejti za 
měšťany.“ Již z toho každý můž' porozuměti, že ne pro víru, do 
kteréž jim nic nebylo, ani pro bludy, ale pro tejnau zlost a při- 
krytau nenávist a nejvejš pro nabytí statku tak jsau ukrutně s lidmi 
nevinnými nakládali. A však proto ještě mistru Paškovi mnozí jemu 
podobní (poněvadž se rovné rovnému od přirození raduje) chválu 
dávali nejvýš a pravili, kdyby on té překážky byl v Praze neučinil 
a té bauřce povolil, že by pikhartství se po vší České zemi bylo 
rozmohlo, kteréhož by těžko bylo potom zastaviti, přičítajíce někte- 
rým vypověděným, kteříž jsau v konšelství též jako on bývali, jakoby 
oni toho dopauštěli. Takový obvinušt (sic) někteří znamenití a vysocí 
lidé i legat papežův na zprávu a na domnění těch lidí stranných 
jsau to králi předkládali, přimlauvajíce zaň, již také vypověděného, 
za milost. Ale král (rozuměj: Ferdinand), jakožto pán spravedlivý, 
nic se na to neobrátil, poznav co jest v tom pravého a co faleš- 
ného, ale přitužil jemu, jakož jest toho dotčeno. A což se pikhart- 
ství dotýče, máš o tom psáno napřed v prvních knihách v kapitole 
desáté, jací jsau lidé tehdáž dvojí nastali v Praze, pro kteréž vinu 
jedni druhým dávali. A k tomu, že on mistr Pašek před samau tau 
bauřkau vyznal byl zjevně slovem všech jiných správcův na rathauze 
při přítomnosti biskupa Moravského a jiných poslův královských, že 
v městech pražských o žádném pikhartství nic nevědí ani o žádném 
bludném člověku a že již o všecko mezi sebau pokoj a místo mají. 
A protož dosti máš zprávy o tom prve, budešli chtíti spravedlivě 
sauditi a zkusíšli pravě duchův (sic), nenajdeš nic jiného než velmi 
veliké pokrytství, v kterýmž se zdálo mnohým k pravdě podobné. 
A jaký se koli hurt stal, že jsau jednostejnosti a rovnosti bez osob 
přijímání žádné nezachovali, ale v nich jako v hnilicech se přebírali, 
chtíce je připraviti o jich nejméň statky; a dokudž jsau Paškovi 
auplatku nedali, dotud jsau byli pikharti, a když jsau dali tehdy za 
dobré zůstali krestany. A kteříž jsau nic dáti nechtěli anebo pro 
nedostatek co dáti neměli, tehdy ti ven z města jíti ode všeho mu- 
21* 


324 


sili a za pikharty zůstali. A to vše šlo skrze židy, jakož jest v dru- 
hých knihách v kapitole XXVII. o nich mluveno. Ano, některým 
administrator listy dával, pod pečetí vší konsistoře, vysvédčuje dobře 
o jich křestanství, aby mohli doma zůstati, jako Jiříkovi Tatkovi, 
krejčímu, a Havlovi Rüzovi i jiným, však jim to nic nepomohlo, ale 
byli s jinými vypovedini a za pikharty jmíni, protože jsau nic dáti 
auplatku nechtěli. A tak se to Caherovo mluvení nadepsané plnilo, 
„byšte pak všecko učinili“ atd. A toho jsau svědkové mnozí měštané, 
kteříž jsau potom pohnäni jsauce (sic) před krále, aby dali svědomí 
pod přísahami velikými, kdo jsau co a komu uplacovali. A tak, když 
lež od pravdy odmísíš, tu poznáš, co bílého jest a co černého a musíš 
vyznati, že ta chvála jest marná, ošemetná, povětrná a falešná, ne- 
mající v sobě gruntu pravého ani stálého. A snad se tuto rozpo- 
meneš na onu bauřku předešlau také pražskau, kteráž se stala 
v středu před sv. Vácslavem 1. b. MCCCCLXXXII, že též zmoc- 
nivše se jedni druhých z podpalu víc zlostného, nežli z příčiny spra- 
vědlivé, vzali za příčinu někteří sobě proti též některým spoluspráv- 
cům svým, pravíce také, že jsau chtěli mordovati aukladně všecky 
napořád lidi v Praze, kteréžby v hacech podle hesla (tak jakž ti 
všickni zlého původové o nich pravili) vyměřeného nalezli a světla 
v domích by v noci neviděli; — neb jsau sobě tato slova byli vy- 
myslili podle pověsti: „pán bůh s námi, světlo mezi námi, naši věrní 
bez hac,“ a že jsau od víry utiskali atd., kteréž dali stinati a jiné 
některé zmordovati, nic na krále pána svého nevznesše a vyčítajíce 


jim jich zavinění (toť máš, prej, mých pět kop, a jiný, toť máš mých- 


osm kop, kterých jsi mne odsaudil) vraubili jim do hlav sekeru nebo 
tesák. Jakau jsau z toho chválu i poctivost u krále i u jiných mno- 
hych, rozumných lidí potom měli, to ti hodnověrní těchto let ještě 
vyznávali, kteříž jsau byli tehdáž toho času v rozumných již letech 
zastali a zvláště, kteříž jsau tu přítomni byli brzo po tom pozdvi- 
žení u Hory, když král Vladislav, jsa tu tehdáž, velmi toho litoval, 
co se jest v Praze zběhlo, že přijeli k němu Pražané, vyslaní jsauce 
a padše na svá kolena před ním prosili a kořili se co mohli nejvejš, 
aby jim to prominuto bylo, že jim o celau kůži běžalo, proto že ne- 
podobnou lest také na ně vymyslili, pravíce, že jsau měli některý 
počet katův, aby všecky stínali v hacech nalezené. A tak několik 
osob mělo několik tisícův lidí zmordovati, též jako tito, o nichž jest 
mnoho mluveno. Ačkoli tehdáž někteří před tau samau bauřkau 
z Římanův a výtržných lidí pražských aufajíce již v svá nevěrná 
spiknutí, dali byli k té bauřce příčinu, dobejvajíce se do kostela 


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sv. Jiljí mocí při posvícení zvyklém a tam kněži sobě své nakvasy 
uvodili a slavnost posvícenskau vedli zpíváním kostelním a žádný 
jim nesměl odepříti, proto že se s rathauzem srovnali a kněži té 
fary musili se tomu dívati; a také zpráva byla, že by konšelé kšafty 
falšovali atd.: však i to mohlo rozumným opatřením od správcův časně 
bez takových povykův napraveno býti, ale rozpustili uzdu všetečností 
mnohých a tudy tu bauřku obmyslili. 

Potom po roce, když král do Prahy do svého dvoru králov- 
ského z cesty přijel a k němu přimísili se byli v zlém domnění od 
Pražanův pro jich nevěrné spiknutí a z města byli ušli pro nebez- 
pečenství života, o nichž tuším na zejtří obec zvěděvše, že jsau 
v svých domích, nový jakýs cval a povyk učinili a po nich se až ke 
dvoru královskému honili zbrojně, a král toho se byl se vším dvorem 
svým zděsil a od té chvíle on ani jeho potom náměstkové, králové 
čeští, žádný do dnešního dne dvoru svého tu nejmívali, ale na hrad 
pražský jej převedli. A tehdáž před tím pohnutím to bylo nastalo, 
že jedni druhé u krále sočili potutedlně z nepřízně a z nenávisti pro 
svá zalíbení a oněch zkázu, žalujíce na ně falešně a k nesnázem veli- 
kým, k vydávání v ruce katům, k vypovídání ven z města i k jiným 
obtiznostem je připravovali, jakož se to stalo Janovi Sosnovcovi, Ja- 
novi Žížovi, Šerlinkovi, Martinovi od půl kola, Lukšovi z Železné ulice 
a jiným měštanům pražským znamenitým i některým farářům, že jsau 
bývali u krále soceni a tejně obžalováni bez viny, od konšelův tehdáž 
přítomných i od jich tovaryšův, nemohauce k nim přístupu slušného 
míti k zjevným žalobám, ač by co zavinili; to jsau již lstivě, aukladně 
a nevěrně činili, prodávajíce je jako na mastné krámy, neb se byli 
příliš bezpečili a důvěřili nějaké zvláštní milosti královské nejisté 
a nestálé, někteří pro naději auřadův a jiní pro jiné pochlebenství 
a tudy nadepsané měštany s kněžími ke všemu zlému přivedli, kte- 
řížto z takového sočení vězením träpeni, katem zmučeni a naposledy 
vypovidäni za tři léta byli, nesmějíce do statkův svých se navrátiti, 
až do té bauřky potom vzniklé, A naposledy šlechetného muže, 
kněze Michala řečeného, kazatele slavného v vězení na zámku Karl- 
šteinu k umoření přivedli. Ti pak konšelé velmi pilní toho byli 
tehdáž, aby vůli králově ve všem dosti činili i obec k témuž držali. 
Jakož pak král pro dobrý řád a opatření chudých obecních měštanův 
rozličné přikázání jim činil, zvláště aby obec opatrovali v tom, aby 
-v řemeslích a v živnostech svých jedni k druhým spravedlivě se 
- chovali, totiž v ceně chleba, piva, masa i jiných věcí pod uvarová- 
ním hněvu a nemilosti jeho. Takové rozkázání královské bylo spra- 


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vedlivé i pobožné, však v obci pražské ti, kteří jsau měli napravovati, 
těžce to snášeli dotud, až když se přimísilo jedno k druhému, totiž 
sočení k tomuto poslednímu; ti konšelé zlým toho požili a na svá 
hrdla uvalili v té bauřce, chtíce k tomu přivésti, což král míti chtěl. 

Z toho ze všeho můž' vzato býti za vejstrahu budaucí, že ne 
vždycky jest bezpečné na rozkázání královské naprosto spolehnauti, 
leč s nějakými prostředky a s okolky slušnými, aby mohly kozy celé 
zůstati a vlk syt býti; nebo jinak hotové bývá krve vylití, když sau- 
žení lidu obecního nastává, jakož se to těm konšelům přihodilo: neb 
již tehdáž vnitřní litost s zaufalau přivažlivostí k tomu jich ponukla; 
protož z těch a takových počátkův ta bauřka se byla strhla. Potom 
když sobě toho všeho jedni na druhých dovedli, domnívali se ti kon- 
šelé, že již všecko jich jest na sucho vyvezeno, povstali pyšně na 
nohy vysoko, jako by bůh na věky měl toho zapomenauti. A protož 
podle přísloví „dobré se dlauho a zlé ještě déle zpomíná“ bůh po- 
slal potom z vysosti zlé na zlé, že jest dopustil na ně tu bauřku 
nadepsanů vší obce. A tak přišlo k tomu podle řeči mravného Ka- 
thona: Tu quoque fac simile, sic ars deluditur arte. Onino u krále 
osočeni, poněvadž jsau ke všemu zlému z falešného sočení přišli, 
tito také zase pro tu lest hodně lstí jiných pro svou bujnost tre- 
stáni byli na hrdlech, avšak i o těch naděje byla, kteří jsau příčina 
jich bezhrdlí byli, že i oni pomstu od boha časnau bráti budau; ale 
že král Vladislav, za něhož se ty věci dály, pán byl dobrotivý, pře- 
možen jsa dobrotivostí, dal bez pomsty tomu projíti na dobré pří- 
mluvy znamenitých, urozených lidí. A též nezbedné tehdáž a nepo- 
kojné kněžstvo někdy římští proti kališníkům, a ti zase proti římským 
volali, křičali, haněli, kaceřovali a plundrovali jedni druhé, vkládajíce 
v to víru boží a pravíce, že jsau lid obecný Římané z víry svozovali 
a utiskali. A dotud toho bylo, že tak mnoho dymali a vojnu traubili, - 
až ji vždy straubili. Neb se již tu přimísilo mnoho také jiného, totiž 
světští lidé k těm obapolním kněžím a každý své zastával a mezi tím 
zlost, nenávist a rozličná nelibost jedněch k druhým tajná pod pří- 
činau víry též jako i těchto časův se připojili; neb tehdáž to bylo 
nastalo, že jakož nyní v klatbě a v pohoršení byli ti, kdož jsau 
chodili do kostelüv k těm kněžím odtud vyšlým a vypověděným, 
tak také onoho času, kdož jsau v klášteřích bývali, že jim to potom 
zle zpomínáno bylo. A to se bylo skutečně v jednu chvíli přihodilo, 
že jsau někteří šibalové s jedním chudým člověkem na ulici, frej- 


marku řečené, shledali se byli na potkání a vyčítali jemu jeho za- © 
vinění, že jest býval často v klášteřích a svíčky po oltářích přile- © 


327 


? poval, zasvěcoval i hasil a kropáčem se kropil; a v tom jej hned 
také nelitostivě suchými ranami bili; kdyby se k tomu lidé přespolní 
hostinští netrefili, že by jej tu mezi sebau hned byli zamordovali. 
A od toho času každého roku den památný a slavný triumph sobě 
po vší Praze uložili dní těch před sv. Vácslavem a slavné process 
strojili děkujíce pánu bohu, že je vysvobodil, že nejsau aukladně 
zmordováni od nepřátel svých a toho jsau potvrzovali za několik 
let zpíváním latinským takto: Gratias nunc omnes reddamus domino 
deo, gui sua benignitate nos liberavit ab haereticorum pravitate, 
jinak ab inimicorum potestate. Tu vlci hltaví chválili pána boha, že 
jest je od ovcí vysvobodil, aby jich nezdávili. Avšak všecko zlé i nej- 
horší obyčej mají podnes kněží pražští zacpati a zastrčiti processimi; 
a nadto nade všecko Pražané udělali a postavili čtyři slaupy na rynku 
v Starém Městě, do kterýchž postavili čtyři praporce malované ka- 
ždého dne na znamení triumphu, na kterémž (sic) jsem já, když 
jsem byl pacholíkem hubeným, často se díval, a to stálo tuším za 
dvě léta anebo více. Avšak tu slavnost s velikým strachem vedli, 
neb za několik let. u veliké mrazy časem zimním prosekávali led 
uprostřed Vltavy dosti široce za několik honův zdélí, bojíce se na- 
dutého měchýře, a potom když zase v noci pomrzla, tehdy nazejtří 
prolamovali zasé lodími velikými sem i tam na noc. Tak také v této 
příhodě času tohoto lstivě někteří jednali u krále jedni o druhých 
výprosy některé, o kterýchž jest dosti napřed povědíno, aby svau 
vůli s nimi provodili proti všemu dobrému řádu po mnohém trau- 
bení kněžském, o kterémž dosti napřed jest mluveno. Pán bůh pak, 
kterýž nic bez pomsty nenechá, časem svým patří na bídu utrápe- 
ných a k napravení přivozuje. A což král Ludvík v té závadě ob- 
meškal napraviti skrze nenadálé své zahynutí, to potom král Ferdi- 
nandus s pomocí boží nahražoval rozličnými prostředky podle světlé 


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spravedlnosti. A z té příčiny sem tyto knihy sebral i sepsal pro 


správu a vejstrahu budaucí lidem potomním, aby aspoň o tom vě- 


douce nechvalitebném běhu příhody jedné i druhé pražské a k tomu 
víc jiných, kterýchž sem pro širokost tuto nepsal, jináč se v tom 
uměli rozumem zpravovati a boha prositi, aby jim dal pána tako- 
vého v této zemi, aby takové všecky bezprávníky, kteříž -by opomítali 
bázeň boží, stud i vážnost krále pána svého, skutečně trestal a tako- 
vých věcí nedopúštěl na své poddané budaucími časy. 


328 


Kapitola. třetí. 


V předmluvě napřed jsem pověděl, že v těch ve všech nesnázech 
nynějších vymienuji obec pražskau a toliko čtyři osoby hlavnější v to 
pojímám, jichžto jmena, ač sem prve nezatajil, však nyní poněvadž 
k břehu mám aumysl brzo se připlaviti a práci začatau dokonati 
a zavříti, není neslušné, abych netoliko podruhé ale i po třetí a tak 
dále to, což jest podstatnějšího a nejvyšší paměti hodnějšího, ob- 
novil i opáčil k připomínání jich k budaucím časům. A jsau tito: 
mistr Jan Pašek, Ziga řezník Waníčkůw, Jan Karbau konvář a Tomáš 
Zachlubil kovář, tak řečení, z kněžstva také mistr Havel Cahera, v ty 
časy administrator, mistr Matěj Corambus, kněz Jakub, farář od sv. Ště- 
pana, původ zahubení krve nevinné Mikuláše a Kláry, a jiní podle toho 
někteří s ukrutnými kly bobrovými tehdáž také přítomni byli, kteříž 
sobě všickni toho tance pomáhali, jichžto všech tuto nejmenují, protože 
jsau byt svůj často jako svině z pastvy na pastvu proměňovali a z města 
Prahy na fary se vybrali a jiní na jich místa vstupovali, jako titulem 
kněz Jan Noznička, farář tehdáž u sv. Havla a potom v Týně, kněz 
Jan z N., farář u sv. Jiljí a potom v Berauně s jinými, k tomu lidi 
napomínajíce, aby krve své ucedili těch časův, ke cti a chvále boží 
což nejhoršího obracujíce. Toť jsau ti nejvyšší světští i duchovní pů- 
vodové a jako nějací rotmajstři, kteříž jsau jiné po sobě nižší své 
táhli ke všemu zlému, přílišného pokrytství v tom užívajíce. Ale co 
můž' býti nadto pravějšího, že jakož člověku dobrému a šlechetnému 
jest proti jeho svědomí vnitřnímu zle učiniti, tak také člověku zlost- 
nému a zlé krve plnému jest též proti jeho svědomí dobře učiniti 
1 mysliti. Avšak nechť povím nejprv o světských, Ze jest nebylo na 
tom dosti, že jsau svá udidla doma v Praze rozpustili, ale nadto 
pozdvihali jiných cizích, kudyž mohli ve všech okolních městech 
královských, aby jim téhož pomáhali a tak že summa summarum té 
vší vzteklosti a povykův jich byla podle onoho povědění, že tak chci 
míti a tak rozkazuji, budiž mi za vejmluvu má svá vůle! A to potom 
ozdobně mordem a pikharstvím přiťermižovali, tak ze se mnohým zdálo 
lidem, že u nich v Praze jest všecko zlatem, co se jest blýštělo. Neb 
toho byli svého ličidla pečetí mestskau potyrzovali a u těch vypo- 
věděných, že všecko smrduté bylo, i ten nejušlechtilejší balsam 
v smrdutá lejna se jim obrátil, dotud až potom ten jich pražský 
fermiž pomalu počal mizeti a faleš pod sebau čím dále víc a víc 
ukazovati i odkrývati. I považiž toho bedlivě, co jest z dvojího 
zlého snesitedlnějšího, zdali to, když na cestách lidé majíce péči 


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čekají na sebe příhody zlé budaucí, vědauce o svém nebezpečenství 


a již toliko v štěstí naději mají a přijdeli co na ně, tehdy lehčejší 
-jich bolest bude, poněvadž jsau to na péči měli podle oné řeči 


sagitta praevisa minus laedit; čili to, což na odpor tomu všemu se 
stalo od těch rotmajstrův, jenž jsau takové věci ve své zprávě měli, 
majíce jiným bezpraví a násilí brániti, sami se toho dopustili a na 
lidi pokojné pod tím práva a řádu bezpečenstvím autoky činili a lidé 
ti žádné péče na to neměli: vydej o tom spravedlivý saud kdo chce, 
já přitom toho nechávám. Mohl by mi někdo tuto říci, proč mistru 
Paškovi a jiným osobám vejš jmenovaným čtyřem všudy připisuješ 
a tak mnoho na ně hromazdíš, jakoby oni sami měli té bauřky 
i všeho jiného původové a příčina býti, poněvadž té obce nebyli 
jsau páni dědiční ale auředníci toliko, a k čemu koli obec vůli dala, 
že sau se oni musili tam obrátiti a tak zachovati, bojíce se náhlosti 
jich oc. Nato se odpovídá, že taková i jiná vejmluva jest ovšem 
ošemetná, a nic pravdy v ní není. Důvod toho jest z počátku napřed 
psaného, kterýž se stal jímáním konšelův i jiných měšťanův od Zígy 
řezníka a do vězení dáním s pokřikem, kterýž jsau ti čtyři předkem 
učinili o nich psaním toho potvrzujíce, že by měli mordovati takoví 
nešlechetní, bludní pikharti a kacíři! Obec pak o ničemž nic nevě- 
děvše, než až se stalo, i ujímali to v té náhlé horkosti za pravdu 
a věřili tomu víc nežli čtení svatému, zděšení a ustrašení náramně 
tím jsauce. A tak tudy počátkem tím obec po sobě obrátili pustivše 
strach na všecky a tudy pole mocně obdrželi a opanovali tím ohro- 
mením. A potom jiní bojíce se síly takové přistupovali k nim beze 
všech odporův až k závazkům a zápisům společným přišli. Jiný 
důvod takové falešné a křivé vejmluvy i zástěry jest tento. Když 
chtěl předkem a nejvejš on Pašek a podle něho jiní jeho tří neb 
čtyří od boku, jeho nejbližší pomocníci, přetrhnauti toho času sobě 
nětco nelibého a nepříjemného, tehdy toho velmi snadně dovedli 
beze vší nesnáze a odporu obce, jakož se to stalo při počátku nejprv 
vzteklosti a zapálení myslí lidu obecního z popuzení těch čtyř rot- 
majstrův, když jsau chtěli domy vybíjeti jmenovitě nařčeným pik- 
hartům a statky jim bráti a bezpochyby i mordovati, že jsau jim 
oni to zastavili a mocně zabránili, že se nic toho nestalo. Druhé, 
když Jana Erazima mrtvého pochovali přátelé jeho ma krehove 
u kláštera Slovanského a potom brzo Podskalští sausedé vztekše se 
znova chtěli ho zase vykopati, to jest jim také od nich zastaveno. 


> Třetí, když o zahynutí krále Ludvíka pověst vzešla, tehdy brzo potom 


chtěli mnozí z obce na židy udeřiti a jim statky bräti. Pašek s svými 


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k nim s pilností na rynku řeč činil, krotě jich zuřivost vzteklau. 
V jiných příhodách tolikéž se stalo. A tak oč se koli tehdáž pokusil 
všeho dovedl vejše nežli král. A protož kdež se koli obcí zastíral 
vědomá věc jest, že jest to neupřímně činil, sám na sebe křivdu 
pekelnau uvodiv a nikterakž se z viny té nemohl slušně vyměřiti. 
Neb sem i to slyšel od jednoho znamenitého spoluměštěnína, kterýž 
s ním tehdáž konšelem byl, že jest to za obyčej mel prijda na 
rathauz nějakau klevetu přinésti, mluvě, že jest toto a toto slyšel 
od jedné šlechetné osoby, a to neustupně za jistau pravdu beze 
všeho důvodu ujímal a jiné na témž stavěl, potom pak na starší 
obecní i někdy na obec bez odtahu vznášel a tudy je na nohy po- 
stavil i přílišné ke zlému podpaloval a strach na: ně uvodil. Jistě 
není se čemu diviti, poněvadž písmy zákona božího můž' dovedeno 
býti, že všeliké zlé věci pán bůh na lidi dopauští, ale však všeho 
toho zlého nenávidí a jest tejný saud jeho proč to činí, aby jedni 
druhým křivdu a násilí činili. A jakož sem prve pověděl, že ačkoli 
obec pražská musili svým vyšším správcům k takovým neřádům po- 
volní byti a jim toho pomáhati (neb lid obecní s větší strany jest 
té povahy, že sebau dá hejbati a vésti jako volek a osel nebo jiný 
životčich mnohý na každau stranu zprávcóm svým s celau důvěrnosti, 
že zavedeni nebudou a mají jako za bohy je, smejšlejíce o nich, že 
nikda nezblaudí, všemu po nich říkají Amen), však ted naposledy 
to se skutečně poznávalo, že z božího vnuknutí napořád téměř tak 
dobře ti zlostnější jako jiní v té obci sami u sebe pokání z toho na 
svém svědomí činili a věrně litovali toho, což jsau proti svým spolu- 
měšťanům vypověděným křivého pomáhali, zlořečíce své správce 
a mluvíce zjevně víc a víc, že sme my, prej, se domnívali, že jest 
pravda, co jsau nám o nich vyznávali, neb pod přikrytím víry a pik- 
hartství nabývali statkův a tak své dobré toliko obmejšleli a nám 
obci nastrkali, abychom jim k tomu dopomáhali, tomu teprv rozumíme. 
A tak lež a faleš na ně vysvědčovali podle řeči Cicerona v knihách 
Officiorum, že žádná věc falešná a pokrytá nemůž dlauho trvanlivá 
býti. Tu již znamenej, že žádné svědectví není k pravdě bližší jako 
to, kteréž vydává sám proti sobě i proti jiným jeho nákvasy, odporné 
sobě straně ten, kdož jest byl nepřítelem té strany. 


Kapitola čtvrtá. 


A poněvadž nejvíc knězstvo některé již jmenované, opovrhše 
bázeň boží a stud, světské správce z veliké strany v tom převyšovali 


-a majíce býti lidu obecnímu za světlo i za lucernu v dobrém příkladu 
© z povinnosti auřadu svého příliš vystupovali, rozsívajíce různice, sváry, 
- zlost, nenávist, nelásku i jiné zlé věci v srdce lidská z číhokoli na- 
bádání, protož slušná jest věc, aby k nim obzvláštně víc nežli k svět- 
- ským přistaupeno bylo, ač jsau pak i společně v jedněch kárách 
> táhli. I pravím tak, že jakýmkoli aumyslem mistr Jan Hus v knihách 
vejkladův svých na desatero boží přikázání, na víru obecní a na 
Otčenáš knězstvo netoliko na líce i na ruby v rozličných místech 
zobracoval a jich mrzkosti na světlo vykýdal a zvláště při vejkladu 
na Otčenáš v kapitole o mnohém hnutí v modlení takto píše, že za 
jeho času v Týnským kostele v Praze popadli kněze jednoho s man- 
želkau člověka jednoho o polodni v skutku cizoložném a Ze pro tu 
mrzkost musili znovu kostel světiti. To ten, kterýž byl tovaryšem 
jich v pleši a v auřadu, ale životem dobrým rozdílný. A opět Petr 
Chelčický v svejch knihách i jiní mnozí dobří a šlechetní lidé tolikéž 
učinili, že já tejmž aumyslem a nejiným činím a žádné křivdy jim 
nečiním, aby nadto ještě víc při nich nebylo. 

Dále ačkoli Pašek s svými pomocníky těm všem vypověděnejm 
netoliko aby slunce na ně mělo svítiti nepřál, ale že těžko mu bylo 
o jich jménu a zdraví slyšeti, bolest z toho maje velikau na své 
mysli, však poněvadž jej i jiné světské lidi ti kněži a mistři v svých 
zlostech nesmírných převyšovali větší na sobě ukazujíce pohoršení, 
že takoví hodně jsau zaslaužili většího domlauvání a u vinách po- 
stíhání i kárání než jiní lidé podle řeči Kristovy, že služebník znaje 

-vůli pána svého a ji nečiní mnohými ranami bit bude. A protož že 
jsau byli muži krve a nestyděli se svědectví vydávati křivého a faleš- 
ného na kázání svých proti svým blížním pikhartujíce, kacefujice, 
zradau dotejkajíce a jináč rozličně hanějíce zvláště ty osoby konšelské 
vězně, mluvíce o nich i 0 jiných arcilživé a falešné řeči zjevně, že 
sau měli mordovati napořád a tráviti ponocné své oc, jakož o tom 
dosti jest již mluveno. A k tomu tímto toho potvrzovali těch let, že 
znamenitý triumf ke cti a chvále, jakož oni za to držali, a processí 
sebě byli také založili, každého roku na den sv. Vavřince slavnost 
vedli znamenitau ze všech far chválíce pána boha a děkujíce jemu, 
že je ráčil od nebezpečenství zachovati, že nejsau od pikhartův téhož 
dne při počátku té bauřky zmordoväni. A ten jest rozum vešken 

-© byl, že sau chválili z toho pána boha nedvědové, Ze sau jich ovce ne- 

-© zdávili též jako oněch před XLI léty a že jest ráčil dáti jim tu nepravost 

- nekřesťanskau a nelidskau provoditi. A to ti kněží též po kostelích 

oznamovali lidu, berauce naučení z listův, kteréž Pražané po zemi 


js 


332 


byli rozpisovali a kteréhož nikdá pravého ami oni ani tito neučinili, 
že sau měli všickni starci, mladí i děti té noci zmordoväni býti. 
Pohlediž, k čemu sau čest a chválu boží, byla-li jest tu, obracovali 
premujíce svau nejzřetedlnější lež vědomě úmyslem zlým beze vší 
vážnosti a studu. A ty a takové processí trvaly pořád za 4 léta, potom 
jim zmizely, jakož o tom psáno v čtvrtých knihách v XXX. kapitole. 


ALA 


O těch toliko všudy mluvím, kteříž jsau v hrsti své pokoj i ne- 
pokoj, svornost i nesvornost měli, jiné po sobě vedauce a bezdeky 
táhnauce. I kterakž tehdá nemělo o nich to i jiné pravé svědectví 
býti vydáno, poněvadž sau takoví byli kněžstvo a po nich i světští. 
Považiž tehdá toho kdo chce, jestli slušné jich takovau zlost a nepravost 
zamlčeti, neb takoví vSickni jsau mordéři duší svých i lidských byli, 
byť se pak premovali čím by chtěli, chlubíce se klíči sv. Petra, kterých 
s těmi povahami neměli. © výborní pastýřové ovcí a učitelé, jenž 
lidé aužitky a ovotce červivé a jedovaté od vás berau z vašeho učení 
a příkladův! A vidauce lidé obecní na vás takové skutky, velebí 
boha, kterýž v nebesích jest, různicemi, sváry, nenávistí, zlostí i všeli- 
jakau nepravostí, tak jako by nikdá bůh nad vámi i nad nimi toho 
mstíti neměl. Tot jsau ti aužitkové z semena vašeho, kteréž ste jim 
v srdce jich vsili. Nesluselo by se jistě synóm otce Noe a hanbě 
jeho případné ani náměstkóm jeho posmívati, kdyby ti náměstkové 
byli tak jako on spravedliví. A tak k tomu zase se navrátím, že 
v těch nesnázech pražských, kdež se koli pokoj a láska počali v kterém 
kautě ukazovati, že oni po farách mnohokrát jako hromem bili a takový 
pokoj trhali a rozsápali, aby vždy místa neměl v žádném kautě; usta- 
vičně k rozbroji, k krve vylití i k jinému zlému lidi ponaukali a pod- 
palovali. 


A jest-li se který v tom někdy obmeškal, tehdy Havel Cahera 
(byl-li jest člověk) nutil a napomínal všech přísně z auřadu svého, 
aby nikoli od toho nepřestávali, ale aby jako ránu sečnau, kteráž by 
se hojiti počala, různo roztrhali, nedadauce hlavy dobrému pozdvih- 
nauti po vše časy. Anobrž často říkával na kázání pobízeje k baur- 
kám lidí, nechtí-li sami obecní a měšťané, aby aspoň kratečníci vinařští 
sebau hejbali a mstili křivdy skutečné. 


Item léta MDXXVII blíže k času památky sv. Väcslava, když 
král při odjezdu svém z Čech poručil byl některým pánům zname- 
nitým, aby se vložili a přátelsky smluvili s Pražany vejpověděnými, 
tehdy nazejtří ráno titulem kněz Jan, Noznička řečený, někdy nožíř 
v ty časy farář u sv, Havla, následujíce šlápějí správce svého nade- 


Dé V 


© psaného, zavíral své kázání a mluvil k lidu těmito slovy: Milý lide! 
slyšeti jest, že by vás dnes na hradě smlauvati měli někteří páni 
-Z poručení královského s vypověděnými: i jät vás k tomu napomí- 
nám, abyšte na své zápisy a na sliby, kteréž ste sobě učinili pama- 
tovali a nedali se z nich vyvoditi. Ale přidržte se pánův svých 
a düverte se jim, nebť oni vás nezavedau. Pane bože nebeský, dejž 
to za dar, ať ti jednatelé v nic trefiti nemohau a ať se to jednání 
rozejde. — Potom léta 1530. na den sv. Vavřince, jsa již v Tejně 
náměstkem po Caherovi kázal děkování lidem na kázání činiti pánu 
bohu z toho, že jest je ráčil zachovati před léty minulými od nepřátel 
pikhartův, že nejsau zmordoväni vsickni mladí i staří od nich. A na 
potvrzení toho kázal Te deum laudamus literátům zpívati a kollec- 
tami to zpívání zavírati. Pohlediž na takové zprávce křesťanské, cho- 
dili-li jsau šlepějemi Krista, pána svého, i apoštolův jeho či ďábel- 
skými a byli-li jsau hodní titule knězského či nic. Na královské 
mocné, přísné nejedno psaní i rozkázání, ani někdy na jiné lidi, aby 
toho nečinili, nic nedbali. A taková jich svá vůle kořen měla od 
světských zprávcův totiž od Pražanův tímto spůsobem, že král Ludvík 
i král potom Ferdinandus přísně nejednau psali Havlovi Caherovi, 
aby přestal od takových bauřlivých kázání a jiným farářům aby též 
oznámil, Pražanům také néméň psali, aby jim těch povykův po ko- 
stelich nedopauštěli, nejvíc tehdáž když pod glejtem královským byli 
ti vypovědění; toho se jest nestalo ani od těchto ani od oněch, nébrž 
mnohem víc bauřili. A to se vše dálo za spravování Paškova a potom 
jeho náměstka. Král pak mocen jsa všecky takové výstupky napra- 
vovati, toho jest mlčením pomíjel a k ničemuž nepospíchal do času, 
z hodných příčin. A potom Pražané se v tom také tak zachovali, 


že kdož mlčí, ten ke všemu povoluje a ponauká. I kdo tehdá má 


říkati zlému dobré a černému bílé? A já jistě nejsem tak mistrný, 
abych uměl proměniti havrana s jeho podstatau v bělost ani labuti 
v černost. A protož nemohu toho proti svému svědomí zapříti, což 
znám býti pravé; nebo jako jest zlé křivdu mluviti tak také pravdu 
zamlčeti a zvláště tu, kteráby měla jíti lidem k užitku a k vejstraze 
budaucí, jest věc škodlivá. Neb z kořene dobré a pobožné žádosti 
nikoli to od nich nešlo, ale pro ten konec bojíce se, aby překážky 
v svých neřádných vášních neměli, jako oni mistři a zákonníci, kteří 
se báli, aby jim Římané pro Krista neodjali prebendy a lidu od nich 
neodvrátili. Avšak čeho jsau se báli, to jest na ně přišlo. A vždy 
dobré v tom vymienuji, než toliko těch se tu dotejče, kdo sau takoví 
byli, mezi nimižto tak řídcí tehdáž střídmí a rozumní byli, jako 


RO P 


334 


-včely mezi sršněmi. A ti místo pokoje častokrát nepokoje musili 
užívati. — 


Kapitola pátá. 


Což jsem při počátku těchto kněh přiřekl podle mé mdlé mož- 
nosti učiniti, zdá mi se, že sem dosti tomu již učinil k břehu z hlu- 
biny se dobývaje a k konci pospíchaje, ne proto, abych skrze vlastní 
libost osoby své chtěl se v tom pochlubiti, ale proto, abych jiným 
lidem k dostatečnějšímu psaní mohl dáti příčinu. A pokud sem mohl 
nejvíc střídmosti té jsem užíval, abych pro libost jedné strany nic 
nepochleboval a druhé pro nelibost v něčem neublížil, nebo bych 
snad tudy mohl pravdu udusiti. Ale spíše by se to nalézti mohlo 
při mnohých těch sepsaných příhodách, že někdy přinucen jsem z hod- 
ných příčin, abych nětco pominul, neb snadno se můž' každý domy- 
sliti, že při takové příhodě víc nežli jest popsáno muselo nětco po- 
směšného mezi těmi lidmi pražskými jiného mnoho přimísiti. Nebo 
poněvadž Pražané nestyděli sau se při těch nesnázech netoliko kři- 
vého psaní nejednou i mluvení mnohého a zprávy neupřímné učiniti, 
ale i skutek nepravý a ovšem nespravedlivý k tomu přikládati, vzavše 
před se věc křivau a zdravému rozumu odpornau, i proč tehdá lidé 
měli by to zamlčeti já nenalezám. A z těch ze všech příčin to se 
najde, že jest vče spravedlivá i slušná o tom, jak se koli to sběhlo, 
svědectví pravé vydati. I co jest tehdy do toho těm, kdož 0 tom 
vyznávají a píší? Ale kdo sau takoví, jenž blížním svým jsau křivdu 
činili zjevné i tejně, ony vizte a za svau skutečnost záplaty čekejte. 
Neb kdo i tohoto nezná, že jest věc těžká o tom, což jest vší České 
zemi Z pověsti jistě vědomo, pravdu, co se v Praze dálo, ututlati 
a zahladiti, poněvadž jest světlá věc o tom. Vím já, že lidé nastanau 
v Praze, kteříž jsau, nebo zastali věkem svým těch nesnází, nebo že 
mladší jich od nich nětco o tom, co se jest zběhlo, v rozprávkách 
slyšeti budau, v jiný rozum sobě to všecko, což jest tuto popsáno, 
vykládajíce a těmto knihám odpírajíce, a tak pravdu budau chtíti 
řečí svau falešnau v křivdu převrátiti. A o tom já nepochybuji, že 
se tak stane, nejvíc od těch, kteříž sau takových věcí nepořádných 
jedni druhým dopomáhali, jsauce jistcové a původové toho zlého. 
A protož ti jináč líčiti a sauditi toho nebudau, než že jest lejno 
zlatem učiněno. Také na druhau stranu nepochybuji, že větší strana 
domácích i přespolních lidí se najde, kteříž té pravdy nikoli zastírati 
falší nedopustí, ale toho, což jest všemu království Českému i v ci- 


Be PPA 


Se zich nich. ame, aa potvrzovati, podle své důvodnější nežli 
© prvních A inověrnosti Jakož se pak k tomu podobně již nyní času 
-tohoto trefilo naleznauti na dvé spis latinský, v místě tu, kdež jest 
studnice k vedení mravům a k cnostem mudrlantským nejvyšší, ač ne- 
velmi obšírný, ale mnohé lidi jako jed litý pronikavý [sic] potvrzující 
zjevně lži, pochlebenstvi licoměrného proti pravdě. Avšak ten člověk, 


- Kterémuž mistr Tomáš Vlašimský Kobyla, jiní Jádro rikali,*) jenž ten 


spis udělal, učiv se v logice a sedaje pod strakau, toho se byl ještě 
v ní nedočetl, kterak by se měl přitom zachovati; měl jest jistě če- 
kati konce, aby jistau pravdu mohl sepsati, neb počátek mnohokrát 
bez konce lidi zklamává. K tomuto také hotová jest náchylnost, že 
Pražané budau chtíti pravdu zuřivostí svau, mocí, silau, vážností 
znamenitým titulem a jinými věcmi podobnými, pýše poddanými, 
zacpati, aby průduchu žádného neměla, pojímajíce za sebau jiné 
k tomu sobě rovné, chtíce aby jim, jich síle a moci 96 víc věřeno 
bylo, nežli pravé pravdě, kteráž přemáhati musí. Jakož se pak jim 
to v těchto příhodách tak trefilo, když jsau chtěli, aby jich pečeti 
víc věřeno bylo v rozpisování o mordu nežli pauhé pravdě, že se jim 
to nazpátek obrátilo tehdáž, když, jako říkají, všemu světu známo 
bylo, že takové jich psaní pravdy v sobě nemělo. 

Takt jsau také oni starcové Zuzaně učiniti chtěli, domnivajice 
se, Ze svým starým věkem, vážností, mocí, silau a množstvím, o nich 
lidským domněním, i jinými okolky Istivymi pravdu a nevinnost její 
potlačí a k zahynutí konečnému přivedau, a naposledy že proroka 
božího Daniele, (když volal na bezpraví jich a oni posměšně pobízeli 
ho, aby seděl v saudích mezi nimi) v potupu i v nebezpečenství ži- 
vota jeho, též jako ji svau lží Istivau utisknau; ale bůh obrátil jim 
to všecko na jich hřbety, protože v tom pokrytství jsauce, nebylo 
toho při nich skutečně, zač sau jmíni bývali, aby takoví byli, totiž 
že nebyli spravedliví ani šlechetní, ale falešní, licoměrní, pokrytí, 
převrácené saudy činíce pod tím pláštěm starosti, vážnosti a povýšení 
jich. A tak tehdy pravé bude povědění o prvních i o druhých 
v knihách druhých Officiorum Ciceronových, těmito slovy od Socra- 
tesa vzatými: „tuto, prej, cestu a chválu blízkau a jako pospolní já 
pravím býti, jestliže by kdo to činil, aby za jakéhožby jmín býti 
chtěl takový vskutku byl; jestliže by pak kteří nevěrným pokrytstvím 


*) Jiří Písecký má o něm zprávu k r. 1522: Magister Thomas Wlassimensis 
post obitum M. Wenceslai Wachtl ad collegium Omnium Sanctorum ante 
-© Elisabeth invitus et cum convitiis ex magno tollegio discessit. 


336 


a marnau postavau a ošemetnau netoliko řečí ale také i obličejem stále 
chvály docházeti žádali, tiť náramně blaudí, nebo pravá chvála koření 
od sebe pauští a rozšířují se, ale ošemetné věci všecky rychle jako 
kvítí dolův prší, aniž co pokrytého, ošemetného, nevěrného a nepra- 
vého oc můž' dlauho trvanlivé býti“ To ten, kterýž obyčeje lidské 
uměl vypsati. A protož za pravý základ a za grunt podstatné pravdy 
toto měj: kdež se koli pravidlem práva upřímně lidé nespravují, ale 
z něho vystupují, nechtíce k slyšení někoho připustiti, tehdáž když 
se k rozeznání a k saudu spravedlivému odvolává, hotov jsa všeli- 
jakau pokutu podniknauti, ač by proti právu zavinil, ale mocí a ná- 
silím bezprávným chtí všecko zacpati buď dobře nebo zle, že již se 
to samo znáti dává, když se takovým bezprávníkóm spravedlnosti ne- 
dostává, že se k krivd& a k aukladům obrátiti musejí. A taková 
křivda a faleš musí svůj počátek a základ bráti z pauhé zlosti a ne- 
návisti dábelské jako z nějaké studnice rozličnými prostředky po- 
směšnými a jedněch proti druhým vymyšlenými, za nejpevnější grunt 
řádu a práva majíce, kdo ohájení pravdy kata, biřice a rychtáře, 
když některé k mukám dadí, aby vyznali, což oni chtí z bolesti, 
a když se tu jim nic mnohokrát netrefi, tehdy na tom prestati nechtí, 
než aby svau libost podle vůle své dokonali, připravíce jej o čest, 
o hrdlo, o statek anebo k vypovídání. Toť jest se za našich časův 
předkem těm osobám často jmenovaným přihodilo od obce pražské, 
© totiž Janovi Hlavsovi, Danielovi Raušovi, mistru Väcslavovi Danielovu, 
Janovi Erazimovi, Mikulášovi Šorfovi, mistru Briccimu a Blažkovi 
saukenníku, kteříž jsau věrně pracovali v tom městě, dotýkajíce se 
velikých často a znamenitých věcí, netoliko doma ale i vně v cizích 
zemích pro obecní netoliko měst pražských, ale i všeho stavu měst- 
ského dobré a někdy i pro krále pána svého, avšak k takové záplatě 
již psané za své služby jsau přišli a podle nich jiní povahy nižší, 
v dobré pověsti zachovalí a šlechetní k nápodobné potupě přišli beze 
všeho provinění; a to směle, že jest to tak, sauditi smím. Neb vše- 
lijaká práva tomu chtí a ten jest vešken v nich grunt i podstata, 
dokudž člověk od žalobníka obviněn, slyšán, sauzen řádně a přemožen 
nebude, v některém skutku a zvláště, dokudž se k saudu a ku právu 
volá, a on nemůž míti slyšení, že dotud jest nevinný, by pak všickni 
o něm, že jest takový zlý člověk v hanbu traubili a to tehdáž, když 
by nic zřetedlného a příliš zjevného na někoho nic uznáno nebylo. 
Neb by tu snad bylo zbytečné slyšení, kdež by lidé rukama nětčeho 
dotýkati se mohli, jako v příkladě o Havlovi Caherovi, že jest zjevně 
po kostelích na kázání bauřlivé a škodlivé řeči mluvíval, před množ- 


337 


stvím lidí všech stavův znamenitými, domácími i cizími, v takové 
věci není potřebí slyšení jiného, poněvadž jsau ho již mnohokrát 
mnozí slejchali, a protož jest spravedlivě naň pokuta od krále přišla. 
A tak tehdy s výminkau takové i té podobné příhody vkročily v to 
moc a násilé, již ne slove právo a spravedlnost, ale bezpraví a křivda, 
jakož se pak těmto všecko v Praze tak stalo i také toto: když někdo 
toho na Pražanech žádal i pro pána boha prosil, aby mu žalobník 
byl vystaven, oni, že není toho potřebí, neb my již máme dostatečnau 
o tobě zprávu, a také, že právo žádné nyní moci nemá, říkali. — 
A protož já smím každému na budaucí časy raditi, aby na přívětivost 
nevěrnau, na lásku zevnitřní pošmaurnau, ani na jiné kterékoli chlá- 
cholné věci obecního lidu žádný nespolíhal ani se bezpečil; neb štěstí 
světa tohoto jest té povahy, dokudž někomu přisluhuje a jako v ni- 
čemž jemu neodpírá, dotud věc člověka toho dobře stojí; ale jakž 
brzo potom pod nim se podvrtne, hned již dává znáti přátely i ne- 
přátely; pakli přísněji k takovému člověku přistaupí, tehdy mezi ti- 
sícem přátel domnělých sotva jeden nalezen bude pravý a upřímný. 

A tak se pravě ono najde, kdož (prej) obci slauží ten 
žádnému neslauží. Takovät jest podstata lidu obecního 
a zvláště městského, že při té straně, kteréž se štastně 
a dobře vede nachylují se, tak v tom běhu mnohokrát syn 
proti otci, bratr proti bratru a zase též za nepřítele se 
postaví. A pokudž se jim dobře činí, dotud vděčností 
svau dobře připomínají a přijímají; ale když pokřik ně- 
jaký na dobrodince jich vzejde již beze všeho rozumného 
rozvážení a spravedlivého usauzení, co by pravého a kři- 
vého bylo, k přítomným věcem toliko se obracují a na 
všecka dobrodiní předešlá se zapomínají obyčejem lité 
a ukrutné zvěři, kteráž, když pán její v svém domu z mla- 
dosti ji chová i odchová, dávaje jí jísti a když se naň roz- 
hněvá tak dobře jej jako jiného kauše, tepei trhá, tak 
takoví lidé svým dobrodincům se odplacují. Ale toho 
nepřím, že se k tomu podobných věcívŘíměi jinde mnoho 
přiházelo, naposledy také za našeho ještě věku panu Sa- 
muelovi řečenému, někdy podkomořímu měst královských, 
neposlední radě královské, měštěnínu pražskému, co 
se od obce pražské též přihodilo za krále Vladislava 
ještě lidé staří toho vědomí jsauce sobě to připomínají, 
že bejvaje za předního správce a konšela v tom městě, 
mnoho dobrého jest té obci i všemu stavu městskému 


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338 


činil a z poníženého jsa stavu vejš a vejš rostl dotud, 
až u krále lidé lstivě z veliké nenávisti ho osočili a zka- 
zili. Potom obec pražská vida to, též ho sobě v oškli- 
vost vzali a zle o něm až do hrdla zbavení obmejšleli 
za jeho dobrodiní. A tak mnoho jiných příkladův jest doma 
i vně, že jsau lidé dobří v obcech městských nic sobě na nich do- 
brého nevyslaužili, ale někdy ze cti i z statku je zlaupivše o hrdla 
a o zdraví jich je připravili, guia, ubi multitudo, ibi confusio. 
A k tomu ke všemu mnohokrát zprávcové obcí je sami pozdvihají 
jimi hýbaji a jako myslivec vyžlata na zajíce popauzejí. A někdy 
sami na sebe také je popudí, když chtí na jiné uvéstí zlé věci, že 
se na ně zpatkem obrátí. Buď bohu chvála ze všeho, Amen. 


45. 


Úber rational umkehrbare Substitutionen. 


Vorgetragen von L. Kraus, am 10. November 1882. 


Einleitung. 


Im Folgenden entwickele ich rein algebraisch einige Eigen- 
schaften, welche die rational umkehrbaren Substitutionen von 2 Ver- 
änderlichen besitzen. Ich beschränke mich zunächst auf Substitutionen 
von folgender Form: 

g=G(ay) 

n=F(ay) 
wo G und F ganze, rationale Functionen von x, y sein sollen und 
die also die Eigenschaft haben sollen, dass x, y sich rückwärts durch 
s und 7 rational ausdrücken lassen. 

Den allgemeinen Fall, wo G und F gebrochene, rationale Fun- 
ctionen von &, y sind und hiebei x, y ebenfalls rational sich durch 
&, n ausdrücken lassen, hat Rosanes im Crelle’s Journal Bd. 73. ein- 
gehend behandelt. Sein Hauptresultat war, dass sich jede solche 
Substitution durch succesive, quadratische Substitutionen ersetzen 
lasse. Die Herleitung beruht aber auf speciellen Voraussetzungen 
über die Singularitäten in den Fundamentalpunkten derjenigen Curven, 
deren Gleichungen man erhält, wenn man die in den Substitutionen 
auftrefenden ganzen, rationalen Functionen von «, y gleich Null setzt: 


A kaší ey 


ju 


339 


Voraussetzungen, die z. B. in unserem Falle wo G und F ganze 
Functionen von x, y sind, nicht mehr Statt haben. 


8. 1. 
Es sei: 
5=Glvy) 1) 
n= F(vy) 


gegeben und G (xy), F(xy) ganze, rationale Functionen von « und y 
von der Beschaffenheit, dass © und y rationale Functionen von č, % 
sind. Das heisst: Es gibt rationale Functionen von & und 7 
y=R, (én) 
welche in die Gleichungen 1) eingesetzt, dieselben identisch befrie- 
digen. Zähler und Nenner in A, resp. R, werden ohne gemeinsamen 
Theiler in &, 7 vorausgesetzt. Dann sagen die Gleichungen 2) aus, 
dass für jedes Wertsystem 6, n die Gleichungen 1) sicher ein Wert- 
system &y gemein haben, welches durch die Gleichungen 2) gegeben 
ist und mit &, n sich ändert. Das erfordert aber, dass G (xy), F (xy) 
nicht etwa einer algebraischen Identität genügen oder also, dass die 
Determinante: 
G F 
dm 00 
d=hiG ar 
(dy. dy 
nicht identisch verschwindet. Dann kann man aber die durch das 
System 2) ausgesprochene Eigenschaft auch so ausdrücken: 
Für ein beliebiges Wertepaar &,, 9, haben die Gleichungen: 
0 — G(1y) = 0 
Yo — F(4y) =0 
im Allgemeinen nur ein einziges, mit &,, n, veränderliches Werte- 
paar «, y gemein. 
In der That: Durch eine lineare Substitution in © und y kann 
man es immer erreichen, dass der Grad von F in Bezug auf © so- 
wohl, wie y gleich ist der Dimension von F' und ebenso dasselbe 


für @ Nehme ich die Gleichungen 1) schon in dieser Form an, 


wodurch ja ihre Eigenschaften nicht alterirt werden, so seien: 
A Jana 31s dp 
die Wurzeln © von 
1— F(xy) =0 
x, ist also eine ganze, algebraische Function von y und 3 und F hat 
22* 


EEE N Ne ol ana neza sádra disk Noe ak a Roš dn ode Soon B N 30: 
P a AS T obl MĚ Bi švy Pan NE e Sí . SE 
UPU 2 far . 
a 


340 


in Bezug auf die «, y die Dimension p. Ist nun nicht fůr jeden 
Wert von 3, die Function 
n — Fw) 


in Bezug auf «, y reductibel, so ist: 
p 
I (6— Gley)=Ty & 1) 


wie aus der Theorie der Algebra bekannt ist, entweder eine irreduc- 
tible, ganze, rationale Function von 6, y oder die Potenz einer solchen. 
Nun hatten wir: 


JE 92 (En) 
m 9, (61) 


Der Bedeutung nach muss I’ den Factor: 

493 (61) — 92 (n) 3) 
enthalten. Ist also I' irreductibel in & und y, so muss I’ jenem 
Factor gleich sein, bis auf einen anderen Factor, der nur 9 enthält. 
Da aber g,, 94 ohne gemeinsamen Theiler sind, aus I" sich aber eine 
ganze, rationale Function von 7 nicht absondern lässt, weil &° den 
Coefficienten 1 hat, so muss dieser Factor eine Constante sein, oder: 

T (y, Š, 1) =c [493 (En) — 9, (6n)|. 
Wáre aber I’ eine Potenz einer in Š und y irreductiblen, ganzen 
Function, so wäre letztere wieder bis auf einen von 9 abhängigen 
Factor der Ausdruck 3). Dasselbe wäre mit der Resultante: 


6 — Glen) =T(e & 1) 


der Fall. Auch sie wáre dieselbe Potenz einer Function 
wg, (61) — 9 (En). 

Das würde heissen, dass für ein beliebiges Wertepaar 6, n die 
Gleichungen 1) zwar nur ein Wertsystem x, y gemein haben; aber 
letzteres mehrfach zählend. Für ein solches Wertsystem verschwindet 
aber die Determinante 4. Es würde also letztere Determinante 
identisch verschwinden, was auszuschliessen ist. 

Man sieht also: Die Resultanten T’(y, & 1), I (z, ém des 
Gleichungssystems 1) sind lineare Functionen von y resp. ©. Die 
als Coěfficienten der Nullten und ersten Potenz der Variablen y, 
oder & auftretenden ganzen Functionen von &, n haben keinen ge- 
meinsamen Theiler in &, 9. &, y nehmen also nur für eine endliche 
Anzahl von Wertepaaren &, n die Form - an. Damit ist der Aus- 
spruch im Eingange dieses Paragraphen gerechtfertigt. 

Vollführt man in den Gleichungen 1) die lineare Substitution; 


341 


£ ZU AT BY 
Y=VUAT 90m 
in unbestimmten «, B, y, d, wobei aber 


“Blog 


und bildet nachher die Resultanten in Bezug auf x, resp. y,, 80 
müssen die Coöfficienten von x, resp. y, in denselben bis auf einen 
von É, n unabhängigen Factor einander gleich sein. Denn aus diesen 
Resultanten muss sich ergeben: (em) (m 
E — „Jo (81 92 (61 
ch z 2081 Jo (81) 
ee ně nem) "em 
Es muss also der Coöfficient von &, resp. y, mit dem kleinsten ge- 
meinschaftlichen Vielfachen von g, (&n), 9; (n) in Bezug auf é, 4 
übereinstimmen. 
Schreibt man wieder x, y für &,, 4, so haben also die beiden 
Resultanten die Form, von constanten Factoren abgesehen: 
© 9, (81) — 90 (2) 
491 (61) — 9, (61) 
Sei fůr irgend « ein endliches Wertepaar x, Y 
Gay)=& 
Fay)=m 


9ı Ko No) = 0 
ist, so müssen offenbar, da «, y endlich sind, auch 
92 (80 10) = 0 9 (50%) — 0 
sein, oder, wie aus der Bedeutung der Resultante hervorgeht, haben: 
G (ey) — 80, und F'(zy) — % 4) 
eine ganze Function von «, y gemeinschaftich. Aber auch umgekehrt: 
Verschwinden 9, und 9, für irgend ein Wertepaar &,, 4, gleichzeitig, 
so muss auch g, (&, %,) verschwinden; denn sonst wäre « unendlich 
und y beliebig endlich ein Wertsystem, für welches die beiden Fun- 
ctionen in 4) gleichzeitig verschwänden. Bei unserer allgemeinen 
Substitution sind aber die Coöfficienten der höchsten Potenzen von 
-© in G und F constante, von Null verschiedene Grössen. Es muss 
also 9, (657,) = 0 sein, und es haben wieder die Ausdrücke 4) eine 
ganze Function von ©, y gemein.;Natürlich ist die Anzahl der letz- 
teren Wertepaare &,, n, endlich. 
Den Fall, wo: 
F (ye) —n 


doch so, dass: 


342 


für jedes 7 reductibel ist in © und y haben wir ausgeschlossen. Würde 
nämlich die Resultante zwischen einem der Factoren jenes Ausdrucks 
und G(zy) — $ durch © = R, (&n) resp. y = R, (&n) identisch befrie- 
dist werden kónnen, so můsste dasselbe mit der Resultante von 
G (xy) — $ und jedem anderen der Factoren von F'(zy) — 9 der Fall 
sein můssen. Dann hátten aber diese Factoren stets das durch 
© = R, (én), y=R, (&n) dargestellte Wertsystem gemein, was nicht 
der Fall sein kann. Ist nämlich: 

Fey) —n=F F... F, 
so ist: 
Si im. mi: E B 
die rechte Seite wurde also fůr ein solches Wertsystem verschwinden, 
wáhrend links doch eine Constante steht. 


S. 2. 


Ich werde jetzt den Satz beweisen: 

Sind G (ry) und F(xy) von gleicher Dimension », so ist bei 
passend gewählter Constante c die Function 

G (xy) — F (vy) 

von einer niedrigeren Dimension als n. 

Ich denke mir wieder die allgemeinste lineare Substitution für 
x und y gemacht und nenne dann die Glieder höchster Dimension in 
G, 99, die in F, fo, so dass g, und f, ganze, homogene Formen nt“ 
Grades in x und y sind. Hätten g, und f, einen gemeinsamen Theiler 
g in z und y, ohne dass 


=% 
wo c eine Constante, so kann man stets A so bestimmen, dass: 
90 — Afo = 84 


und g, mit g keinen gemeinsamen Theiler mehr hat, ferner auch 9, 
lauter verschiedene Linearfactoren in x und y besitzt. Statt den 
Gleichungen 1) kann ich schreiben: 
= — m=G(ay) — A Flay) = G,(@y) 
n=F (ey) 
wodurch die früheren Resultate alle bestehen bleiben. Es ist also: 


a— Flow) 


eine lineare Function von y, wenn das Produkt über die » Wurzeln z von: 
6—G, (zy) = 5) 


Pp V de Sh "dě a padat ua okny SE an o, kody are o kan r 
SVĚ pode Re DPA ANT % v ? 


ausgedehnt wird. Es müssen also in den elementaren, symmetrischen 
Fr Burtionen der Grössen: 
F (my), F (my),.. -F ny) 
alle höheren als ersten Potenzen von y fortfallen, wenn man für 1 
symmetrischen Functionen der &, ihre Werte aus 5) einführt. Insbe- 
sondere muss also in einer solchen elementaren, symmetrischen Fun- 
ction der Coöfficient der höchsten Potenz von y, der im Allgemeinen 
nicht Null wäre, hier verschwinden. Diesen Coěfficienten aber erhält 
man, wenn man für die symmetrischen Functionen der z; solche Aus- 
drücke in y setzt, wie sie durch 
Jo — Ao = =0 

gegeben sind und von F'(zy) nur die Glieder höchster Dimension 
d. i. also f, beibehált. Die elementaren, symmetrischen Functionen 


der Grössen: 
Fo (%y), Fol y): - - -Jo (my) 


wenn man jetzt unter x, eine Wurzel von 
99 = 0 

versteht, enthalten, da wir hier es nur mit homogenen Functionen 
zu thun haben, ein einziges Glied, das eine bestimmte Potenz von 
y ist; der Coěfficient dieses Gliedes ist aber nach dem Früheren Null. 
Also sind die erwähnten elementaren, symmetrischen Functionen 
sämmtlich Null. Das heisst aber: Jeder lineare Factor von gg, muss 
auch ein Factor von f, sein, in einer noch zu bestimmenden Potenz. 
Da aber f, schon g enthält. g, aber mit g keinen Theiler mehr ge- 
mein hat und in lauter verschiedene Linearfactoren zerfällt, so muss, 
wenn c eine passend gewählte Constante ist: 


fo = 040 = 09, — chf, oder 
u — G Io: 
Damit ist der erwähnte Satz bewiesen und wir können die Gleichungen 
1) schon so voraussetzen, dass G von der Dimension n sei, F von 
der Dimension p und p< n. Für diesen Fall aber können wir die- 
selbe Schlussweise wie eben anwenden uud erhalten daher den Satz: 
Ist 9, das Aggregat der Glieder höchster Dimension in G vom Grade 
n, fo dasjenige von F vom Grade p, p <.n, so ist jeder Factor (lineare) 
von fo auch ein Factor von 9, und umgekehrt. Dabei bleibt es aber 


noch unbestimmt, in welcher Potenz jeder lineare Factor in der einen 


oder anderen homogenen Form g, oder f, erscheint. . Dies lässt sich 
näher durch die Sätze über symmetrische Functionen folgendermas- 
sen ermitteln. 


343 


Bars a = 
P- 


344 


Hat man eine symmetrische Function der Gróssen: 
ER: 

so dass alle ihre Glieder aus einem einzigen von ihnen dadurch her- 
vorgehen, dass man auf dasselbe alle Permutationen der x anwendet, 
so ist eine»solche symmetrische Function, wenn sie von überflüssigen 
Zahlenfactoren befreit ist, eine ganze, ganzzahlige Function © der 
elementaren symmetrischen [Functionen der ©, die wir mit f, .f» be- 
zeichnen; so dass also: 


ee Z X1 
f= 
= Zm 
on v A>u 
p 
,=2 0 
4—1 


Nun kann man die einzelnen Glieder von © bis auf ihre ganzzahligen 
Coěfficienten folgendermassen angeben. Wählt man aus der sym- 
metrischen Function der x diejenigen Glieder heraus, in welchen 7; 
zur höchstmöglichen Potenz k, erscheint, unter diesen Gliedern wieder 
diejenigen, wo &, zur höchst möglichen Potenz k, erscheint usw., so 
gelangt man schliesslich zu einem Gliede: 
aw" . bp 

wo kkz=k,z=k,... mz kp. Offenbar hat die Entwicklung von 

oh fit Je 
wenn man für die f die © setzt, das obige Glied. Daraus schliesst 
man, ist č eine ganze Zahl, grösser wie k, und sucht man alle Wert- 
systeme k,’...k,’ auf wo: 

Mh = ht. he! 


k’+k'+..+y' zk +%,+..+k,=r 
oder bei Zugrundlegung eines Zahlsystems, dessen Grundzahl č ist: 
sucht man alle diejenigen Zahlen dieses Systems: 

Ry “tP—1 — k,“te72 I... ky“ 
auf, wie sie ihrer Grösse nach aufeinanderfolgen und deren Auer- 
summe —= 7 ist, so erhält man eine endliche Anzahl von Werthsyste- 
men % und es können in © nur Glieder von der Form: 
ef, , . fee 

vorkommen, wo c eine ganze Zahl, im speciellen Falle auch Null 
sein kann. Die höchste Potenz, in welcher /„ in © vorkommen kann, 
sei A. Dann müssen k,, k,, ... entweder alle gleich sein A, wo dann: 
Ap=r, oder möglichst wenig grösser. Das heisst: die höchste Potenz 


und 


345 


a A, zu welcher /, in © vorkommen kann, ist die grösste ganze Zahl, 
welche in = enthalten ist. 


Wendet man dies auf die Resultante: 
p 
Ji [6— G(zy]) = 491(61) — 9,(6n) 
mt 


an, so kommt: $"74 ist multiplicirt mit einer symmetrischen Fun- 
ction der G(z,y), die wir mit f}‘ bezeichnen. 

Da in F(@y) —n die Grösse 9 nur in der elementaren, sym- 
metrischen Function f, erscheint, so kann die höchste Potenz von 9 
in f,‘, wenn man für die w, ihre Ausdrücke in 7 und y eingeführt 
hat, nur herrühren von den Gliedern, welche die höchste Potenz von 
fm enthalten. Letztere kann aber nur herrühren von den symmetri- 
schen Functionen der z, im 7‘, welche die grösste Quersumme haben. 
Von dieser Eigenschaft ist aber nur die symmetrische Function, 
welche das Glied: 
enthält. Die Quersumme ist hier An. Wir haben also den Satz: Die 
höchste Potenz von n, mit welcher É"74 in der Resultante multiplicirt 


erscheint, ist diejenige grösste ganze Zahl, welche in > enthalten 


ist. Das gilt natůrlich auch fůr die andere Resultante, welche durch 
Elimination von y aus den Gleichungen 1) hervorgeht. 

Es ist nun klar, dass die Function: 

YJlén) — 92(&n) 

identisch in &, y verschwinden muss, wenn man für &, 1 resp. setzt: 
G(ey), F(xy). Nach Einführung dieser Grössen můsšen sich also ins- 
besondere die Glieder höchster Dimension in «, y fortheben. 

Das Glied &-*n® hat nach Einführung der Werte für & und 9 
Glieder höchster Dimension vom Grade 


p—A)n w 
Da nach dem Früheren: 
An 
= 
"sE() 


wenn unter E(7) die grósste in = enthaltene ganze Zahl ver- 
standen wird, so wird jener Grad der möglichst grösste sein, wenn 
A ; . { 

3 selbst eine ganze Zahl ist; dann wird aber: 


p—An Fup=np 


316 


Ist n zu p relativ prim, so kann, da A einen der Werte von 0 
A : ; 
bis p nur haben kann, > nur für A=0 und A=p ganz sein 


können. Das heisst: die Dimension np haben dann nur die Glieder 
&e und »*, die, wie man aus der Bildung der Resultante sofort sieht, 
im 9,(&n) allein vorkommen. 

Ist aber 

W Mi =D 
wo p, Zu n, relativ prim ist und © grösser als 1, so liefern Glieder 
von der Form 
ED n 

Ausdrücke in ey von der Dimension np. 

Die Glieder dieser Form erscheinen aber nur in 9,(&n), nicht 
in 9,(&n); denn sei &*-%y® ein solches Glied, so ergibt sich dasselbe 
blos aus der symmetrischen Function, welche aus 

X"X" Se v" 
durch Permutation der © entsteht; der Coefficient von 4“ ist hier 
ein Zahlenfactor, enthált also nicht y. In den symmetrischen Functi- 
onen niedrigerer Quersumme erscheint aber überhaupt nicht n®. 

Nun enthält die Zahl, welche die höchste Dimension in z, y von 

Gp 
angibt, © als Theiler. Wenn wir also von den früher angeführten 
Gliedern von der Form: 

; Pam (6) 
absehen, so liefern alle anderen Glieder Ausdrücke in z, y von der 
Dimension höchstens (np — 0), oder wenn wir noch den Factor y 
berücksichtigen, (np —d-+-1). Da 9> 1, so sieht man, dass die 
Glieder in ©, y von der Dimension np allein von den Gliedern der 
Form (6) herrühren. Wir wollen nun die Coefficienten dieser Glieder 
bestimmen. 

Den Fall, wo » zu p relativ prim ist, erledigen wir später. 

Es sei der Coefficient von «" in G(zy) in a, der von a? in F 
b; da wir immer x, y linear transformiren können, so können wir 
voraussetzen, dass weder a noch 5 Null sind. Sei ferner p -A n“ ein 
Glied von der Form (6). $P74 erscheint in der Resultante multipli- 
eirt mit 

sE Zam" na 
wo das Summenzeichen andeuten soll, dass über alle Glieder summirt 
wird, die aus dem hingeschriebenen durch Permutation der z hervor- 


hen. Durch die elementaren symmetrischen Functionen ausgedrückt, 
ist diese Summe gleich 


a 


i Gliedern, die eine der Grössen f, ...fa-ı Sicher enthalten. Denn da 


die Quersumme durch p theilbar ist, so muss, wenn f„ in einem der 
übrigen Glieder erscheint, der Exponent von /, kleiner als u sein, und 
daher muss dann diese Potenz noch mit einer der (n — 1) Grössen 
Fi: fa, multiplicirt erscheinen. Der Coefficient von &P-"n® ist offen- 


A 
a : 2 é : 
bar sn c ist eine ganze Zahl von den speciellen Werten r; 


unabhängig. Gebe ich also den x, solche Werte, dass: 
pP—iy 
Pe... Ina 0: und =D), 


ist, so erhalte ich offenbar dasselbe. Das heisst aber nichts Anderes, 
als ich erhalte das Aggregat der Glieder von der Form (5) genau in 
derselben Weise, wie es in 9.6) vorkommt, wenn ich 


Äne-auy) 


bilde, wobei x, der ch enter 
ba? —n=0. 

. Denn 2«,"2,”... 7” hat durch die f, ausgedrückt, wenn An 
nicht durch p theilbar ist, nur Glieder, die eine der Grössen fı .. .fn-ı 
sicher enthalten, ist also in unserem Falle Null. Das obige Produkt 
ist aber, da © von den Grössen: 

ee dene 
sleich stets sind, eine dt* Potenz und zwar gleich: 


aPpı 0) 
(er 
wie man sich leicht überzeugt, wenn man « direct aus 
amd —E, bamıd —y 


eliminirt. Es ist wie früher, n = dn,, p = 0p,, ?,, m relativ prim. 
Nun sollen die Glieder Ba Dimension von 


(er (vy) — =; = Pi (vy) ý 


fortfallen. Ist also g, das Aggregat ge Glieder höchster (1)t* Dimen- 
sion in G, f, das in F, so muss 

brig,pı — arıf, m =0 
sein. Enthält also f, einen linearen Factor in der at%*, g, denselben 
Factor in der ßen Potenz, so ist: 


E 5, 


348 


Bp, = en... oder, atp PM also 
Hart; fa = ah) 
wo h eine homogene Form von &, y vom Grade 0 ist, und ©, ©% 
Constante. 9, enthält also f, als Theiler. 


SE 


Ich will jetzt den Fall behandeln, wo f, die Form höchsten 
Grades p in F lauter verschiedene Linearfactoren besitzt. Aus dem 
Vorhergehenden folgt, dass wenn » nicht relativ prim ist zu p, dann 
in diesem Falle » ein Vielfaches von p sein muss. Der Fall, dass 
n zu p relativ prim ist, kann hier nur für p = 2 eintreten. Denn 
diejenigen Glieder, welche in der Resultante nach Einfůhrung von 
é— G, 1— F Formen vom Grade np in x, y liefern, sind bloss: 

Ve 
wo 5, c Constante, b von Null verschieden und 
An —pu —=1 
Es müsste, wenn wir die früheren Bezeichnungen beibehalten 
go bi eg for =0 
sein. Ite=0, so ist: 
90 = % (ae + By)* 
fo = 4 (ax + By)? 
-also g, durch f, theilbar. Ist c nicht Null, und kommt ein Linear- 
factor in g, in der Potenz «, in f, in der Potenz B vor, so kann 
nicht zu gleicher Zeit sein: 
č (p—A) + Bu> bn und 
a (p—A)- Bu > op 
Daraus sieht man, dass g,97“f,“ vollständig sowohl in 9,?, also 
auch in f,” enthalten sein muss. Es muss also ein «, B geben, so dass 
op — 1 = Bn=a(p—A4) + Bu 
und ein anderes Wertepaar, das den Gleichungen genůgt: 
Bin—1=up=u(p—A)T Au. 
Aus dem ersten Gleichungssystem folgt: 
e=n—u,ßB=p—#; 
aus dem zweiten: 
o — U Bi—4. 
Wir kommen also zum Resultat: 
Wenn » relativ prim ist zu p und c nicht Null, so muss: 
fa = %laz + By). (ve + 9y)* 
Jo = (ax + ByP#. (va T dy)" 
sein, also g, wieder durch 7% theilbar. 


ve T HS 


vě Bei allen diesen Untersuchungen war p>>1. Ist p = 1, so hat 


-© man, abgesehen von linearen Substitutionen nur das eine Gleichungs- 


system: 
š = P% (4) T- 4 (4) 
N —yY 
WO 99, 9, beliebige, ganze rationale Functionen von y sind. 
Kehren wir zur früheren Aufgabe zurück. Es sei: 
“y)=gtINt:-: 49m 
Bay)—jo hit. p =P 
9, ist eine homogene Form vom Grade (1 —A) in x und y, 
fa eine solche vom Grade (p — A). Nun ist 9, durch f, theilbar, also 


ho; setze. ich 
A = Ju Ti 


9 = Ja + Folio 


Ip — Jm = (fr T DIC also: 
G(xy) = (F(xy) — Mu + 91 + 91 t--- FI tr. + 9 
= (F(gy) — n)h, + G(7y) so ist 


ÚT — Glo) = IE Gy] 


. Es müssen also alle höheren Potenzen von y als die ersten 
in den elementaren symmetrischen Functionen der Grössen: 


G,(my), G(x) 
verschwinden. Das heisst aber nach einer schon angewandten Schluss- 
weise: die Glieder höchster Dimension in @,, d. i. also g,, muss 
alle von einander verschiedenen Linearfactoreu von f, enthalten. f, hat 
aber lauter verschiedene Linearfactoren, also ist g,, durch f, theil- 
bar; also: 
Iı=Foh: 
Nun kann man genau so weiter schliessen; ich setze 

Kay) =IF@y)— 1] (ho T 1) T get: 9m 
WO 922 vom Grade (1 — 2) ist. Aus demselben Grunde muss 9:2 
durch f, theilbar sein usw. Bei den Formen 9+, deren Grad kleiner 
als p ist, wird 9. Null. Man erhält also schliesslich: 

G (xy) = [F (xy) Pr 1] G (z, 4 N) als Ga (2, 4 N), 
wo @, eine ganze Function von x, y, n ist und G,- ebenfalls, aber 
von der Dimension 1 in Bezug auf ©, y. Denn soweit kann man den 
Schluss wiederholen, von da ab aber nicht mehr, da ja die Resul- 
tante linear in y ist. 


350 


@„-ı muss mindestens eine der Grössen ©, y sicher enthalten, 
denn sonst wäre G(xy)— & bei passend gewähltem & durch F(zy) — % 
theilbar, wo %, beliebig; das heisst, G(xy) — & wäre für jeden Werth 
von č reductibel in &, y, was nach dem Früheren unmöglich ist. 

Setzt man in: 


y9ı (ěn) — 9. (En) 
für n, n— Mo» WO % beliebig ist, so kommt: 


Y91 (&n) — 9; (En). 7) 
Letzterer Ausdruck muss, wie wir wissen, identisch verschwinden, 


wenn hierin 
; £= Gay), 1 = Fa) + Mo 
gesetzt wird. Da 


Gay) = [F(xy) — 1] G (z 4 — o) + G1 (z, 9 — %), 
so enthalten ale Glieder. jenes Ausdrucks 7) nach Einsetzung der 
Ausdrücke u n den Factor [F ey) -T o] bis auf folgende: 


Gala, — n) + amt: 

die von den Gliedern: 

p p—1 

5- %Yš--. 
herrůhren. Da der vorhergehende Ausdruck vom Grade p ist, so 
muss er bis auf einen bloss von n, abhängigen Factor [F(zy) + 4] 
selbst sein. Ist: 

Ga (8,Y, — No) — 80 © T- KYT 92 3 

WO 99; 91, 9, ganze, rationale Functionen von %, Sind, so muss also 
insbesondere sein: 


(802 + 49) + 004 (Gx + = Ch, 


wo C eine bloss vo n, abhängige Grösse ist. Da f, lauter verschie- 
dene Linearfactoren hat, so kann p nicht grösser als 2 sein. (9, £— 
9,9) ist nun ein Linearfactor von f,; da f, die Grösse 7, nicht ent- 
hält, 1, aber beliebig war, so ist: 
So XT- 1Y— (sz By)g, 
wo g ganze, rationale Function von n, ist; «, B aber von 7; unab- 
hängige Constante. Man sieht, enthält g wirklich 7,, so kann man 
letzterer Grösse einen solchen Werth n, beilegen, dass g verschwindet. 
Dann reducirt sich G,_ı auf eine Constante und es ist: 
G (xy) — &, durch F(zy) — % 

theilbar, wo &, eine passend gewählte Constante ist. Enthält aber g 
die Grösse 9 nicht, so muss auch ©, d. i. der Coöfficient von &?7" 
d. i. also & in g,(&n) von n, unabhängig sein und es hat daher 
9, (1) die Form: 


P: (61) = %š T491), 

RER wo je von Null natůrlich verschieden ist und g eine ganze Function 
von allein ist. Nun besteht aber Folgendes für jedes Gleichungs- 
-© system 1). Die Function: 


nlG(vy), Play) 8) 
kann nur für solche endliche Werthepaare z, verschwinden, für 
welche: are G (XY), Mm = F (24) und 
G (xy) — 8, Flay) — no 9) 


einen gemeinsamen Theiler in z, y haben. Denn da «%, endlich 
sind, so muss nicht nur 9, (č, 20), Sondern auch 9,(&,,7,) und 
93 (&,0) verschwinden. Daraus folgt aber, dass überhaupt Werthe- 
paare &,n, dieser Eigenschaft existiren müssen. Denn sonst wäre der 
Ausdruck 8) eine Constante und es erhielte also G(zy) für alle Werthe- 
paare xy, für welche F(xy) denselben constanten Werth hat, nur eine 
endliche Anzahl verschiedener Werthe, was nicht sein kann. Also: Jeder 
irreductible Factor der Function (8) ist ein gemeinsamer Theiler von: 
G(zy) — 80, Flay) — 9, 

wo &,, 7, ein passend gewähltes Werthsystem ist. Die Anzahl der 
letzteren ist gleich oder kleiner als die Anzahl der irreductiblen 
Factoren des Ausdrucks (8). 

Dies auf unseren Fall p =2 angewendet, folgt zunächst aus der 
Gleichung: 

G(xy) — [F (xy) — 1] G, T slax + By) + C, 


dass die gemeinsamen Theiler der Functionen (9) nur die Form haben 


kónnen: 
0x +- By + 7. 
Bei passendem 7, muss also sein: 
F (vy) — 1 = (ee + By T v) (uz By- 1) 
oder Fay) — = FıYı 
so dass &, der gemeinsame Theiler von: 
Ge, y,) — & und F (z, y,) — 9 ist. 
Nun muss für &=&, 1 = %, 9, (&n) verschwinden; man kann 
also schreiben: a 
EZ — 80) + (4 — %) 9 (m). 
Nach Einsetzung von 6=G(wy,), n = f(x, y,) muss aber dieser 
Ausdruck blos z, enthalten. Aus 7 — n, sondert sich aber auch der 
Factor y, ab. Es muss also: 


co (my) = Al) — 9[4 (z4,)] sein. 


352 


Da aber, wenn G und F bestimmte Werthe haben, z, y, da- 
durch eindeutig bestimmt sein sollen, so muss G, linear in x, sein. 
Wir haben also den Satz: Ist 

s = Gry) 

7 = Fy) 
ein Gleichungssystem von der Eigenschaft des Gleichungssystems 1), 
die Dimension von G grösser als die von F, die Dimension von F 
grösser als 1 und enthält das Aggregat der Glieder höchster Dimen- 
sion in F(xy) lauter verschiedene Linearfactoren, so ist diese Dimen- 
sion gleich 2 und dann gibt es entweder ein Werthsystem a, b derart, 
dass G(wy) — a durch F'(xy) — b theilbar ist oder es ist: 


Gay) = az +by-+ o+ IF (oy) a 


wo a, bestimmte Constanten sind. Das System: 
= ae +dby c 
n= Fw) 
muss auch rationale Umkehrung zulassen. Wenn 
8— a=[F(ay) — 4] G, (ry) 
n— b= F(xy)— b 
so lässt sich dieses System ersetzen durch: 
5 — a= 6, (vy) 
n—b=F(ay) — b 
und darauf ist wieder, wenn die Dimension von G4 grösser als 2 ist, 
obiger Satz anwendbar. 


46. 
O některých kritických formách rostlinných. 


Přednesl Prof. Dr. L. Čelakovský, dne 10. listopadu 1882. 
(S tabulkou). 


1. Viburnum americanum Mill. 


Viburnum opulus L., kalina, má v Americe příbuzný druh, jenž 
od rozdílných, zvláště amerických spisovatelů pod různými jmény do 
soustavy uveden byl. Miller nazval jej neprvé V. americanum, ame- 
rický botanik Marshal později V. trilobum, Můhlenberg: V. opu- 


'loides; Pursh ve své „Flora Americae septentrion.“ dokonce dva 
-druhy přijímá: V. oxycoccos a V. edule, 

| Nejnověji však K. Koch, slovutný spisovatel dvousvazkové „Den- 
drologie“ americkou rostlinu za pouhou nepatrnou formu kaliny 
evropské prohlásil, kterouž specificky lišiti nelze. Pravit 1. c. II. pg. 
67: „Von der amerikanischen Pflanze vermag ich die der Alten Welt 
nur durch weniger robusten Wuchs und durch etwas kleinere Schein- 
dolden zu unterscheiden. Doch scheinen auch die Frůchte beider 
insofern etwas von einander abzuweichen, als sie bei der amerika- 
nischen Pflanze etwas grósser und rundlicher sind, wáhrend sie bei 
der europáisch-asiatischen Form wenig kleiner und etwas zusammen- 
gedrůckt erscheinen“. 

Zdá se, že též novější američti rostlinopisci rostlinu americkou 
za totožnou s kalinou evropskou pokládají, poněvadž mám V. ameri- 
canum z Chicaga od Scammona sbírané v musejním herbáři před 
rukama, určené prostě jakožto Vib, opulus L. 

Jest ovšem pravda, že v diagnosách, které na př. Pursh ve 
Floře americké udává anebo které v Prodromu De Candolle’ove 
uvedeny jsou, žádný makavý rozdíl od obecné kaliny na jevo nevy- 
chází, takže mínění Kochovo zdá se tím býti potvrzováno. 

Avšak porovná-li se rostlina americká, kterou jsem letos shledal 
a rozeznal v parku Chuděnickém a tamní stromovce (t. zv. ameri- 
kánské zahradě) s kalinou evropskou, shledati možná podstatné roz- 
díly obou druhů, které ve prospěch jich specifické rozdílnosti svědčí 
a které toliko od Kocha a jiných spisovatelů přehlídnuty byly. Roz- 
díly tyto uvádím zde dle svého pozorování. 

Větve kaliny americké jsou téměř oblé, jen slabě hranaté 
neb docela bez bran. Tvar listů jejích se liší od tvarů listů kaliny 
evropské, neboť jsou laloky trojlaločných listů dlouze zakončité 
a dosti stejnoměrně hrubě zubaté. Nejvýtečnější znak posky- 
tují však řapíky listové. Tyto mají na hořejší (lícní) straně velmi 

-širokou žlabovitou rýhu a na hořejním svém konci pod 
čepelí listovou několik žlázek velmi malých, zakulacených, 
na hoření straně toliko trochu sploštělých neb slabě prohlubených 
a malým pupkovitým hrboulkem opatřených. Po obou 
stranách dolejší části řapíka nalézá se obyčejně jen jeden (zřídka 2) 
krátký třísňovitý přívěsek, 

Co se týče velikosti a tvaru plodů, má se věc právě naopak, 
než jak Koch to udává. Totiž peckovice amerického druhu jsou 
menší než evropského, při' tom více ovální neb podluhovaté a něco 

; 23 


354 


málo smačknuté, kdežto plody kaliny evropské jsou větší a přesněji 
kulaté. — 

Ostatní znaky, jimiž se V. opulus liší, jsou tyto: 

Větve, zvláště neplodné výhonky mají vyniklé hrany. Laloky 
laločnato-zubaté. Nejhlavnější rozdíl však spočívá v řapíku, kte- 
rýžto na lícní straně jest opatřen jen zcela úzkou rýhou, jejíž 
kraje sevřeny, a nahoře nese žlázky poměrně velmi veliké, 
lasturovitě neb uchovitě vyhlubené, a na dolejšku po každé 
straně mívá obyčejně 2 často dlouhé třísňovitě přívěsky nad sebou. 

Jsou-li i ve květech nějaké patrné rozdíly, nemohu s jistotou 
tvrditi, poněvadž jsem živé rostliny posud toliko v plodech porovnati 
mohl a na sušených větevkách v herbáři není mnoho zřetelného 
viděti. Vsim způsobem jsou však rozdílnosti, které jsem zde vylíčil, 
úplně postačitedlny k poznání, že jsou oba keře kalinové, americký 
a evropsko-asiatský úplně rozdílné druhy, které K. Koch neprávem 
za pouhé formy jednoho druhu považoval. 


2. Pastinaca opaca Bernh. 


Také tento druh nezdál se některým rostlinopiscům od obecné 
Pastinaca sativa býti dosti podstatně rozdílným, a já sám jsem jej 
ve svém Prodromu posud uváděl jen jako zvláštní plemeno téhož 
druhu, ku kterémuž Pastinaca sativa náleží. Měl jsem však letos 
příležitost, obě ty formy živé vedle sebe do podrobna porovnati 
a neváhám po té vysloviti se rozhodně pro samostatnost obou těchto 
forem rostlinných. 

Již rozšíření obou u nás v Čechách jest naprosto rozdílné. Že 
P. opaca v Čechách vůbec roste, na to jsem já nejprvé poukázal; 
byloť to dosti neočekávané, poněvadž rostlina tato jinak mnohem již- 
nější rozšíření má, aniž pak podnes v Nižních Rakousích a na Mo- 
ravě, tedy více na jih sáhajících zemích rakouských objevena byla. 
V sousedních Sasich a Bavořích, jakož vůbec v celém Německu 
posud odnikud není známa. V Čechách zaujímá západní a západo- 
jižní čásť až po řeku Vltavu, v severních, východních a východojižních 
Čechách nebyla posud nalezena. Naproti tomu má P. sativa své nej- 
větší rozšíření v severní polovici Čech, na jihu pak se jen velmi 
roztroušeně vyskytuje, takže se s P. opaca jen málokde stýká. Na 
jednom a témž stanovisku pospolu však jsem obě rostliny nikdy 
neviděl. — 


Ču 


© Odvolávaje se na rozdíly mezi oběma druhy již v Prodromu 
vytčené, poukazuji nyní ještě ku plodům, které jsou konstantně roz- 
dílny. Plody paštináku obecného mají tvar více okrouhlo-vejčitý, 
jsou poměrně vypouklejší a na okraji zoblené. Tři žebra na hřbetní 
ploše každé nažky vynikají velmi málo, jsouce téměř neznatelny, a též 
rýhy mezi nimi jsou velmi jemné. Nádržky olejné pod rýhami ležící 
(proužky) jsou poměrně široké. 

Plody od P. opaca však jsou vejčito-podlouhlé, poměrně více 
smačknuté, ostřejším okrajem obroubené. Zebra hřbetní, jak obr. IV. 
ukazuje, mnohem silněji vynikají, jsouce prohlubenými rýhami od 
sebe oddělena, a proužky olejné v rýhách jsou asi 3krát v průměru 
tenší než u P. sativa. 

K těmto znakům plodním druží se ještě jiné znaky, o kterých 
posud nikde neučiněna zmínka. P. sativa má plátky čistěji žluté, 
terč náplodní světle, trochu nažloutle zelený. Plátky od P. opaca 
však jsou barvy medožlutavé malounko do zelenava a velký terč ná- 
plodní jest intensivněji zelený, takže celý okolíček více zazelenalý 
vyhlíží. Plátky mají silněji do vnitř vehnutý malý lalůček konečný; 
tentýž jest u pastinaku obecného značně větší, poodstálý a tudíž již 
povrchně patrnější. 

Stopky plodonosné v okolíčkách nehojné (2—7) odstávají u P. 
opaca skoro rovnovážně, pročež plody na jich koncích vzpřímené 
stojí od sebe pooddáleny. Naopak jsou stopky plodní u P. sativa 
vzpřímeny a následovně stojí plody v okolíku (jichžto jest více, až 
i 12) těsněji k sobě přiložené v chumáčku. 

Majice na zřeteli ještě ostatní již drive známé rozdíly obou 
forem, pak zkušeností mnohaletou stvrzenou stálost všech těchto roz- 
dílů a zvláštní rozšíření obou těchto rostlin, nemůžeme déle zneuzná- 
vati specifickou rozdílnost a samostatnost obou těchto rostlin. 


3. Scabtosa silvatica L. 


O poměru chrastavce lesního (Scab. silvatica L.) ku chrastavei 
polnímu (Sc. arvensis L.) platí asi totéž, co o poměru obou právě pře- 
deslaných druhů. 

Ačkoli se oba chrastavci zvláštním rozšířením vyznačují a habi- 
tuelně bez nesnází rozeznány býti mohou, nebylo předce posavad 


-dosti ostrých charakteristických rozdílů mezi nimi vytčeno, pročež 


mnozí botanikové jako Godron, Doll, Neilreich a j. za pouhé odrůdy 
23* 


396 


neb plemena téhož druhu je pokládají. V Prodromu květ. české 
jsem se posud též přidržoval tohoto náhledu. 

Při opětovném podrobném porovnávání živých rostlin podařilo 
se mi však vyskoumati také ve květech a plodech obou druhů takové 
znaky, které o specifické samostatnosti jich svědčí. 

Úbory chrastavce polního jsou vždy velmi hojnokvěté; květy na 
společném lůžku kulatě vypouklém a velkém. Lístky zákrovní mají 
tvar vejčito-kopinatý, jsouce jen z polovice tak dlouhé jako krajní 
květy úborové a málo delší než potomní krajní plody. Zákrovečky 
jednotlivých květů jsou poměrně širší a kratší, na větší mozoulkovité 
stopce sedící a na povrchu hustě chlupaté. Kalich, jak známo, pa- 
prskovitě rozeklaný, jest prohlubeně mističkovitý, ježto jsou paprsky 
jeho výše nahoru spojeny; a paprsky vybíhají namnoze v dlouhou 
štětinu, kteráž se v délce paprsku samému asi vyrovnává, neb na- 
nejvýš o !/, kratší se jeví. Vně na kalíšku mezi paprsky čnějí velmi 
dlouhé a husté chlupy, takže úbor plodonosný značně šedochlupatým 
se jeví. 

Značně rozdílný však shledávám útvar blizny v obou řečených 
druzích, neboť blizna chrastavce polního záleží ze dvou větších: 
skoro vzpřímených a výše nahoru spojených laloků, takže 
prohluben& pohárkovitá vyhlíží. Blizna chrastavce lesního 
naproti tomu skládá se ze dvou krátkých, daleko rozestálých 
laloků a jest tudíž jen mělce prohlubena. Ostatní znaky 
chrastavce lesního shledávám pak ještě tyto: 

Úbory jeho jsou poměrně chudokvětější, pročež i společné vy- 
klenuté lůžko menší a užší. Lístky zákrovní, podlouhlo-kopi- 
naté, dosahují délky krajních květů a přesahují pak i značně krajní 
plody. Zákrovečky, na malých krátkých mozoulcích sedící, jsou užší, 
podlouhlé, spořeji chlupaté. Kalich má tvar plostěji talířkovitý, po- 
něvadž paprsky jeho nejsou do té výše jak u chrastavce polního 
spojeny. Vn& na zpodu kalíška jsou mezi paprsky spořejší a kratší 
chlupy zřetelny, pročež úbor plodní lysejší a zelenější vyhlíží. Pa- 
prsky kališní končí se štětinou krátkou, která jen asi '/, délky pa- 
prskové obnáší. 

Na základě těchto svých novějších zkušeností odvolávám své 
v Prodromu vyjádřené mínění, Zeby Scab. silvatica patřila se Sc. 
arvensis k témuž druhu, jemuž dáno povšechnější jméno Scabiosa 
communis (Knautia communis Godr., Knautia vulgaris Döll) a uvedu 
v Dodatcích ku Prodromu obě formy jakožto zvláštní druhy. 


357 


Výklad tabulky. 


1. A. Cäst listu kaliny americké (Viburnum americanum Mill.). 
B. Žlázka z řapíku též rostliny zvětšená. C. Plod též rostliny. 
IL. A. Část listu kaliny obecné (Viburnum opulus L.). B. Žlázka 
z řapíku též rostliny zvětšená. C, Plod téhož druhu. 
III. Plod (dvojnažka) paštináku obecného (Pastinaca sativa L.), 
značně zvětšený na průřezu. 
IV. Plod paštináku tmavého (Pastinaca opaca Bernh.) silně zvětšený 
a v průřezu. 
V. Korunní lístek paštináku obecného, zvětš. 
VI. Korunní lístek paštináku tmavého, zvöts. 
VII. Plod paštináku obecného málo zvětšený. 
VIII. Plod paštináku tmavého málo zvětšený. 
IX. Blizna chrastavce polního (Scabiosa arvensis L.) 
X. Blizna chrastavce lesního (Scabiosa silvatica L.) 
XI. Plod chrastavce lesního. 
XII. Plod chrastavce polního. 
XIII. Paprslek z kalichu chrastavce lesního. 
XIV. Paprslek z kalichu chrastavce polního., 


41. 


Über Herrn A. W. Eichler's Entgegnung auf meine Kritik 
seiner Ansicht von der Fruchtschuppe der Abietineen. 


Vorgetragen von Prof. Dr, L, Čelakovský am 10. Novemb. 1882. 


Auf meine in den Abhandlungen der böhm. Gesellschaft der 
Wissenschaften veröffentlichte Schrift: Zur Kritik der Ansichten von 
der Fruchtschuppe der Abietineen, hat Herr Prof. Eichler mit einer 
Entgegnung (abgedruckt in den Sitzungsberichten der Gesellschaft 
naturforschender Freunde zu Berlin vom 20. Juni 1882) geantwortet. 
Nachdem in der Entgegnung keine neuen Thatsachen oder Argumente 
enthalten sind, so könnte ich mich zwar mit dem bereits in dieser 
Frage Vorgebrachten begnügen, allein mehrere Äusserungen in der 
Entgegnung nöthigen mich zur Abwehr, und hiebei will ich denn 
noch einmal den von Eichler ganz verkannten Kernpunkt der ganzen 
Frage hervorheben. 


358 


Der Kernpunkt des Beweises, dass die Fruchtschuppe des 
Fichtenzapfens aus den beiden metamorphosirten und verschmolzenen 
Vorblättern einer Achselknospe der Bractee besteht, liest im Ver- 
folgen der vollständigen lückenlos zusammenhän- 
genden Reihe der Abnormitäten, in deren letzten Glie- 
dern sich die Spaltungstheile der Fruchtschuppe zwei- 
fellos als die ersten Blätter der Knospe manifestiren. 
Sie haben zuletzt ganz die Stellung, besitzen sogar die herablaufenden 
Blattspuren der ersten Schuppen einer normalen Achselknospe, dabei 
aber auch immer noch deutlich die eigenthümliche Fruchtschuppen- 
metamorphose. Diese letzten Glieder (in meiner Abhandlung abge- 
bildet in Figur 11, 12, 13, 14) hat Eichler ursprünglich nicht be- 


achtet, denn er erwähnt ihrer und zeichnet sie in seiner Arbeit gar 


nicht, obwohl er ein grosses Material missgebildeter Zapfen unter- 
sucht hat.*) Auch in der „Entgegnung“ ignorirt er diese besonders 
wichtigen letzten Übergangsformen, welche die Exerescenztheorie 
schlagend widerlegen. Nur auf S. 91 finde ich eine entfernt darauf 
bezügliche Stelle, wo es heisst: „dass hier bei Pinus doch eigentlich 
auch eine gute Phantasie dazu gehört, die grosse dicke Fruchtschuppe 
aus den winzigen Vorblättern hervorgehen zu lassen; selbst Čelakovský 
möchte wohl Anstand davon nehmen hier, wie er bei der Fichte ver- 
sucht hat, die Identität beider Dinge schon aus der äusseren Ähnlich- 
keit zu demonstriren.“ Allein, dass ich die Identität der Fichtenfrucht- 
schuppe mit den Vorblättern schon aus ihrer äusseren Ähnlichkeit 
demonstrirt hätte, ist eine grundlose Behauptung. Ich habe viel- 
mehr die Identität demonstrirt, indem ich zeigte, wie die Vorblätter 
in Stellung, Textur und Gestaltung aus Fruchtschuppenlappen immer 
mehr in gewöhnliche Vorblätter übergehen; und einen besseren 
Beweis der Identität verschiedenartig metamorphosirter Gebilde als 
zusammenhängende Reihen von Formen, die aus dem einen in das 
andere extreme Gebilde unter steter Constatirbarkeit der homologen 
Theile hinüberführen, kennt die vergleichende Morphologie nicht. Dass 
dies Eichler, ein hervorragender comparativer Morphologe, neuester 


- 


*) So sagt auch G. Engelmann in seinem Referat über Eichler’s Arbeit von 
deren Autor: Unfortunately he has not had occasion to examine such 
monstrosities where these two leaves are foliaceous, partly or entirely distinct, 
originating not from the base but from the very axil of the bract and not 
divided by any possible pressure.“ Engelmann spricht zwar von durchwach- 
senen Zapfen der Tsuga canadensis, allein die Stelle hat auch ihre Geltung 
in Betreff der Fichtenzapfen. 


-© Zeit nicht gelten lässt, muss ich freilich bedauern. Nebenbei sei 
bemerkt, dass die oben betonte Schwierigkeit für die Phantasie in 
solchen Fragen ganz ohne Belang ist. Ebenso könnte man daran 
Anstoss nehmen, dass recht grosse gefärbte Blumenblätter mit kleinen, 
srünen vegetativen Blättern identisch sein sollen, ja selbst schon an 
der Identität der kleinen, zertheilten Fruchtschuppen des durchwach- 
senen Zapfentheils der Fichte mit den grossen Schuppen des nor- 
malen Zapfens. 


Also den Punkt, auf den das meiste aukommt, hat Eichler nicht 
gewürdigt, er brach die Vergleichsreihe dort ab, wo sie noch nicht 
an ihrem Ende angelangt war. Dagegen stützt sich Eichler auf fol- 
gende 4 Punkte, die er in der Entgegnung wiederholt, und welche 
die Deutung, dass die Fruchtschuppe aus den Vorblättern entstanden 
ist, widerlegen sollen. 1. Die Vorblätter der vegetativen Knospe con- 
vergiren nach vorn, daher sei es unwahrscheinlich, dass sie in der 
Fruchtschuppe mit den hinteren Rändern sich berühren oder ver- 
wachsen sollten. 2. Das auf die Vorblätter nächstfolgende Blatt der 
vegetativen Knospe steht nach hinten, dagegen der Mitteltheil der 
Fruchtschuppe, der von Stenzel und mir als drittes Blatt gedeutet 
wird, nach vorn. 3. Dieser letztere Theil kann kein Blatt sein, da 
sein Xylem gegen das Deckblatt gerichtet ist. 4. Wäre die Frucht- 
schuppe durch Verwachsung zweier Vorblätter mit den Hinterrändern 
entstanden, so müssten die folgenden Theile der Knospe auf der 
Vorderseite der Schuppe sichtbar sein, dies sei jedoch niemals der 
Fall; wo eine solche Knospe auftritt, stehe sie immer hinter der 
Fruchtschuppe. (Die übrigen Punkte betreffen nur Eichler’s specielle 
Deutung, können also ausser Betracht bleiben.) Zu diesen 4 Punkten 
habe ich folgendes zu bemerken. 


Ad 1. Die Abnormitäten zeigen selbst den Grund an, warum 
die Vorblätter, welche die Fruchtschuppe bilden, nach hinten conver- 
-giren, weil nämlich die übrige Knospe im Verhältniss zur vegetativen 
Knospe sehr schwach entwickelt und zuletzt gänzlich reducirt ist, 
Eichler bemerkt dazu: „Kann sein, kann auch nicht sein; thatsäch- 
lich kennen wir bei der Fichte keine Knospen, in welchen die Vor- 
blátter nach hinten convergirten.“ Normale vegetative Knospen aller- 
dings nicht. Allein wir kennen Knospen, deren Vorblätter that- 
sächlich nach hinten convergiren, eben die der durchwachsenen 
Zapfen; es ist also keine Frage, ob es sein kann oder nicht, da es 
wirklich der Fall ist. 


360 


Es sei übrigens noch auf eine Analogie hingewiesen, die sich 
bei Gingko biloba findet. Deren vegetative Knospen sind in der That, 
mit denen der Abietineen verglichen, sehr schwach, sehr armblättrig, 
und siehe da, ihre beiden Vorblätter convergiren nicht nur 
nach hinten, sondern sie sind hinten am Grunde sogar 
mit einander verwachsen, ähnlich, nur nicht so vollständig wie 
die Vorblätter, welche die Fruchtschuppe der Fichte bilden. 

Ad2. Dass in der Fruchtschuppe das dritte Knospenblatt nach 
vorn fällt, erkläre ich dadurch, dass, wie die Anamorphosen unleug- 
bar beweisen, der Vordertheil der Knospe der geförderte ist. Eichler 
findet die Förderung wieder sonderbar, nachdem eine solche in der 
vegetativen Knospe nie zu bemerken ist. Freilich, da ja diese Förde- 
rung eben eine Eigenthümlichkeit der Fruchtschuppenmetamorphose 
ist. Wer wollte es sonderbar finden, dass z. B. bei der Reseda die 
Förderung einer Seite nur in der Blüthe stattfindet, während auf den 
vegetativen Zweigen nichts von einer solchen zu bemerken ist. 

Das Auftreten des vorderen Blattes als ötes Blatt in der Frucht- 
schuppenmetamorphose scheint übrigens noch damit zusammenzuhängen, 
dass eben nur in dieser Metamorphose die hinteren Ränder der ersten 
2 Blätter convergiren. Auch hiefür bietet Gingko eine willkommene 
Analogie, denn in deren vegetativen Knospen folgt in der That das 
dritte Blatt auch nach vorn. 

Ad 3. Den einzigen wirklich wunden Punkt in Braun’s und Stenzel’s 
Vorblatttheorie bildete der Umstand, dass das genannte dritte Blatt 
gegen das Deckblatt sein Xylem besitzt. Gegen diesen wunden Punkt 
hat daher auch mit guter Taktik schon Strasburger seinen Angriff 
gerichtet. Hier schien der Zweifel gegen die Vorblatttheorie ganz 
gerechtfertigt zu sein. 

Ich kann es als mein specielles Verdienst in der ganzen Frage 
beanspruchen, diesen Zweifel beseitigt zu haben. Ich ging zunächst 
von folgendem Gedankengange aus: Nachdem die Anamorphosen sicher 
zeigen, dass die 2 Seitenlappen der Fruchtschuppe nichts als die 
Vorblätter sind, welche (durch Mittelstufen nachweislich) aus der 
transversalen, ja sogar nach vorn convergirenden Lage in eine zum 
Deckblatt parallele und mit den Hinterrändern convergirende Lage 
verdreht auftreten, so liegt es an sich höchst nahe anzunehmen, dass 
auch das dritte, das vordere Blatt in der Fruchtschuppenmetamorphose, 
wo es vorkommt, umgedreht gebildet worden ist. Dass dies wirklich 
der Fall ist, könnte nur dadurch demonstrirt werden, wenn sich unter 
den Abnormitäten auch solche finden, in denen dieses Blatt nur 


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361 


 theilweise umgedreht erscheint. Eine solche Form, welche in Ana- 
morphosen, die von der normalen Fruchtschuppe und der normalen 

Knospe etwa gleich weit entfernt sind, vorkommen müsste, würde die 
beiden Extreme vermitteln und würde ganz logisch beweisen, dass 
- dasselbe Blatt, nachdem es in mittleren Graden der Metamorphose 
halb umgedreht auftritt, in der vollständigen Metamorphose auch ganz 
umgekehrt auftreten kann. Das ist für jeden, der von der Bedeutung 
des morphologischen Vergleiches einen Begriff hat, durchaus zwin- 
send. Ich habe nun gezeigt, dass solche Mittelformen in mittleren 
Graden der Umbildung wirklich vorkommen. (Fig. 11, 12 meiner Ab- 
handlung.) 

Was sagt nun Eichler dazu? Er ironisirt meinen Beweis, dass 
das dritte Blatt um 180° herumgedreht ist, er behauptet, dass ich 
es in der unmöglichsten Weise biege und wende und zu un- 
denkbaren Verwachsungen, schliesslich gar zu „congenitaler“ Um- 
kehrung meine Zuflucht nehme; dann fügt er bei, es sei ein unan- 
genehmes Schauspiel, mir dabei zuzusehen. Darauf antworte ich, dass 
nicht ich den mittleren Lappen der Fruchtschuppe biege und wende, 
sondern dass die Pflanze selbst am verbildeten Zapfen dies gethan 
hat; ich habe diese Wendungen und Biegungen lediglich beobachtet, 
naturgetreu abgebildet und erläutert. Allerdings hört aber eine ernst- 
hafte, wissenschaftliche Discussion auf, wenn H. Eichler die wirklich 
vorkommenden Umbiegungen und Verwachsungen, die übrigens zum 
Theil auch schon Stenzel beobachtet hat, als unmöglich und un- 
denkbar bezeichnet. Die Unmöglichkeit und Undenkbarkeit existirt 
nur in seinen Gedanken. Dass ihm aber diese Wendungen und Bie- 
gungen, welche seinen Haupteinwand gegen die Vorblatttheorie zu 
nichte machen, einen unangenehmen Anblick bereiten, ist wohl glaub- 
lich, Weniger begreife ich, warum ihm der Ausdruck „congenitale 
Verkehrung“ nicht gefällt, da er doch, wie die comparativen Morpho- 
logen überhaupt, von congenitaler Verwachsung, congenitalem Abort 
etc. häufig genug spricht. Organe sind congenital verwachsen, wenn 
sie gleich im Entstehen verwachsen auftreten, nicht erst nachträglich 
mechanisch verwachsen; ebenso kann wohl ein Organ congenital um- 
gekehrt genannt werden, wenn es gleich im Entstehen umgekehrt 
sich bildet und nicht erst nachträglich im Verlaufe der Entwickelung 
sich umkehrt. 

Was ist schliesslich die richtigere wissenschaftliche Methode‘ 
die thatsächlich vorliegenden Umkehrungen zu beobachten, anzuer- 
kennen und, wie ich es in meiner Abhandlung gethan habe, mit all- 


362 


gemeinen Anschauungen in Zusammenhang zu bringen, oder sie als 
unmöglich und undenkbar einfach zu leugnen? Die Antwort darauf 
kann nicht schwer werden. 

Ad 4. Eichler behauptet, er habe gezeigt, dass die „Knospe“ 
in allen Fällen sich hinter der Fruchtschuppe befindet. Das ist 
aber keineswegs richtig, vielmehr kann die „Knospe“ (in Eichler’s 
Sinne, nämlich die Achselknospe ohne die zur Fruchtschuppe meta- 
morphosirten Blätter) sowohl hinter, als auch vor, als auch im Centrum 
zwischen den Theilen der Fruchtschuppe stehen, und ich habe auch 
die Bedingungen für diese wechselnden Stellungen aufgewiesen, welche 
nur die Vorblatttheorie erklären kann. 

Eichler bleibt aber auch in der Entgegnung dabei, dass die 
> Knospe nach der Vorblatttheorie niemals hinter der Fruchtschuppe 
stehen könnte, was doch thatsächlich namentlich auch bei Tsuga 
Brunoniana oft vorkomme. „Jedenfalls zeigt der Vergleich dieser 
Bildungsabweichungen unter einander, dass die Fruchtschuppe un- 
möglich durch Verwachsung jener Theilstücke (Vorblätter) hinter der 
Knospe hätte zu Stande kommen können; sie steht ja überall auf 
der Vorderseite.“ Deswegen sehe er keine andere Erkiärung, als 
die von ihm gegebene (Excrescenztheorie und Druckhypothese). Allein 
dabei herrscht ein eigenes Missverständniss, welches ich bereits in 
meiner Abhandlung aufgeklärt habe, ohne dass Eichler dadurch eines 
besseren belehrt worden wäre. Dass in den Abnormitäten die Vor- 
blätter immer mit den Hinterrändern verwachsen sein müssten, hat 
nämlich weder Stenzel noch ich behauptet, sondern nur, dass in der 
normalen Fruchtschuppe, sofern sie nur aus den 2 Vorblättern 
verschmolzen ist, die Verschmelzung mit deren hinteren Theilen statt- 
findet. Daraus folgt aber durchaus nicht, dass in den Abnormitáten die 
„Knospe“ immer vor der (einfachen oder zertheilten) Fruchtschuppe 
stehen müsste. Ich will zum besseren Verständniss noch die folgende 
Reihe von Durchschnitten durch Knospe und Deckblatt vorführen, 
welche die Verhältnisse anzeigen, die an verschiedenen abnormen 
Fruchtschuppen wirklich beobachtet werden. 

Fig. 1 ist eine im wesentlichen noch normale oder nur wenig 
von der Metamorphose ergriffene Achselknospe, / überall die beiden 
lateralen Vorblätter, v das vordere Blatt; der Kreis bedeutet die 
übrigen Knospentheile. In Fig. 2 ist nur das vordere Blatt zusammen- 
geklappt, so dass es seine Oberseite (hier und sonst durch dickere 
Linien angedeutet) nach innen und aussen gekehrt hat. In Fig. 3 
sind die Vorblätter 2 mit den vorderen Rändern nach aussen ver- 


= 
2 


dreht ; in Fig. 4 noch mehr und dabei hinten einander berührend, die 
„Knospe“ (wieder durch den Kreis angedeutet) hat centrale Stel- 


BR: 


lung. In Fig. 5 hat sich das vordere Blatt, wie es auch, obwohl 
seltener verkommt, als normales Schuppenblatt gebildet; dann steht 


also die Knospe nach vorn von der nur aus 2 Lateralblättern be- 


stehenden Fruchtschuppe. In Fig. 6 sind die 3 vorderen Blätter auch 
höher hinaut verschmolzen, die seitlichen / springen aber nach hinten 
mit ihren Rändern ein wenig vor und umfassen hinten die Knospen 
nicht, ausser etwa ganz am Grunde, In diesem Falle sind die Vorblätter 
Z nicht unter sich mit den hinteren Rändern, sondern mit der Mittel- 
schuppe verwachsen. (Diese Auffassung, die übrigens gar nicht zu- 


O Q 


2 3 


PD MN < 
= “ = 


DK a S 


NZ ZH = 
7 8 9 


Halbschematische Durchschnitte durch die Achselknospe durchwachsener 
Fichtenzapfen und ihre Deckblátter; / laterale erste Blátter der Knospe, 
fruchtschuppenartig metamorphosirt, v vorderes Blatt. Fortlaufende Reihe 
von der ziemlich normalen Achselknospe 1 bis zur normalen Fruchtschuppe 9. 


erst von mir, sondern schon von Stenzel herrührt, die aber beim 
Betrachten der hieher gehörigen Gebilde [z. B. meiner Fig. 4, 5 in 
meiner Abhandlung] einzig einleuchtend ist, fertigt Eichler spöttisch 
ab mit den Worten: „Man sieht, es geht alles u. s. w.“ Das ist doch 
eine wundersame Polemik; wäre es vielleicht besser, wenn das alles 
nicht ginge?) In Fig. 7 sind die 3 Blätter so verschmolzen, dass sie 
keine nach hinten vorspringenden Ränder mehr bilden und dann steht 
natürlich die Knospe sehr deutlich hinter der Fruchtschuppe; ebenso, 
wenn v mit einem Vorblatt verschmolzen, von dem anderen mehr 
getrennt bleibt, wie in Fig. 8. Solche Figuren sind es nun, die 


- Eichler in der Entgegnung von der Tsuga Brunoniana mitgetheilt hat, 


364 


die aber, wie zu sehen, die Vorblatttheorie nicht unmöglich machen. 
Endlich in Fig. 9 ist die ganze Knospe nur auf die 2 Vorblátter 
reducirt, die nunmehr, da kein vorderes Blatt mehr da ist, untereinan- 
der und zwar natůrlich mit ihren Hinterrándern verschmolzen sind. 

Ich halte es nicht für nöthig, auf Eichler’s Druckhypothese noch 
einmal einzugehen, sie wird von selbst hinfällig, nachdem die Be- 
deutung der Fruchtschuppenlappen als Knospenblätter hinlänglich 
erwiesen ist; dass sie überdies nicht zutrifft (nachdem z. B. die 
Schuppe sich theilen und „Kiele“ erhalten kann, ohne dass eine Spur 
der drückenden „Knospe* vorhanden wäre), habe ich bereits zur 
Genüge gezeigt. 

Was mich zu der gegenwärtigen Erwiderung noch besonders 
bewegt, das sind Eichler’s Bemerkungen über meine allgemeine Dar- 
legung der morphologischen Structur der Coniferenblüthe, in welchen 
er sie ironisch als „Muster morphologischer Methode“ (S. 88) be- 
zeichnet. Zu diesen Mustern zählt er den „Nachweis, dass bei Arau- 
caria die Oberseite der Zapfenschuppe eigentlich deren Unterseite 
sei, weil die zur Ligula gehenden Gefässbündel sich umkehren (und 
wenn die Ligula nun mitsammt den Bündeln fehlt?).“ — Wer meine 
Darlegung gelesen hat, muss es leicht inne werden, dass obige Stelle 
den Sinn meiner Ansicht entstellt wiedergibt. Nicht weil die Bündel 
sich umkehren, sage ich, dass die Ursprungsstelle des Ovulums der 
Blattunterseite entspricht, sondern weil der morphologische Vergleich 
zur Anerkennung einer mit der Bractee (oder eventuell Fruchtblatt) ver- 
schmolzenen Fruchtschuppe führt, auch in dem Falle, dass die Schuppe 
so vollständig verschmolzen ist, dass sie als abgesondertes Organ 
nicht mehr sichtbar wird. Dies anerkannte denn auch Strasburger in 
Consequenz der vergleichenden Forschungsmethode (und ihm gilt also 
Eichler’s Spott so gut wie mir). Wenn aber dies der Fall ist, so 
muss eo ipso nach dem von Eichler selbst gelehrten Gesetz der 
Spreitenverkehrung, wenn die Ligula nach seiner Annahme nur eine 
Excrescenz ist und auch wenn sie der Abietineenschuppe entspricht, 
die nach oben gekehrte Seite der Ligula (mag diese auch ganz mit 
dem Deckblatt verschmolzen sein) der Blattunterseite entsprechen. 
Eichler’s Spott hierüber ist also unberechtigt und eines vergleichenden 
Morphologen wahrlich unwürdig. Was aber die Gefässbündel betrifft, 
so „kehren sie sich um“, weil eben die morphologische Blattunter- 
seite oben liegt, nicht aber liegt umgekehrt letztere nur darum oben, 
weil die Bündel umgekehrt sind. Die Bündel können daher auch, 
bei vollkommener Verschmelzung der Ligula, einmal gar nicht ge- 


38 


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Bilder. werden, ‘ohne dass damit auch die Spreitenverkehrung der 
© Ligula aufgehoben würde. 


Als ein anderes „Muster“ führt Eichler an meine Darlegung, 


nn dass die fleischige Aussenschicht der Testa von Gingko und Cephalo- 


taxus dem Arillus von Taxus und Torreya entspricht. Auch dies 
habe ich mit so triftigen Gründen: mit dem Vergleich mit Podo- 
carpus, mit der Consequenz des Gesetzes der Spreitenverkehrung, 
mit der von Strasburger constatirten Gefässbündelorientirung und 
mit Analogien (bei Delphinium) begründet, dass die einfache ironische 
Anführung dieses Satzes wahrlich nicht genügt, um ihn als absurd 
hinzustellen. Eichler frägt, ob dies auch von den Cycadeen gelten 
soll. Ich antworte: gewiss — und werde in einer anderen Arbeit 
zeigen, dass das Integumentum simplex in den meisten Fällen, und 
bei den Angiospermen vielleicht überall, dem Integumentum dupplex 
zusammengenommen entspricht. 

„Auch der Beweis, fährt Eichler ironisch fort, dass dieser Arillus 
der Taxaceen eigentlich der Ligula von Araucaria und Verwandten 
homolog sei, verdient Beachtung, um so mehr, als die Ligula auch 
bei sterilen Schuppen vorkommen kann.“ Hierzu muss ich bemerken, 
dass ich die Homologie des Arillus mit der Ligula nur für den Fall 
behaupte, dass die Ligula wirklich, wie Eichler will, nur eine Ex- 
crescenz des Carpells ist, was noch nicht ganz sicher erwiesen ist. 
Aber das steht für mich fest, dass die Ligula von Isoetes dem äus- 
seren Integumente eines Ovulum homolog ist, so wie dessen Indusium 
oder Velum dem inneren Integumente. Den genauen Nachweis dessen 
werde ich anderwärts liefern; hier bemerke ich nur so viel, dass 
auch der Endlappen eines Fiederblättchens der Farne, welches auf der 
Unterseite ein Indusium mit Sorus trägt, dem äusseren Integument 
homolog ist, und bekanntlich kann ein solches Fiederblättchen auch 
steril ohne Sorus auftreten, daher es nichts so auffälliges oder gar 
unmögliches ist, wenn auch die Ligula steriler Schuppen ohne Ovulum 
vorkommt. Um dies alles vollkommener einzusehen, dazu bedarf es 
einer ausführlicheren morphologischen Untersuchung, als ich sie hier 
in Kürze geben kann, daher ich auf die bevorstehende Publication 
hiemit verweise. 

Endlich sagt Eichler in seiner Entgegnung (pag. 88), ich hätte 
das so lange vergeblich gesuchte Carpell von Taxus einfach durch 
die Schlussfolge gefunden: „Kein Ovulum ohne Carpell, folglich muss 


-eine der obersten Hüllschuppen das Fruchtblatt sein.“ Mit gleichem 


Rechte könnte man sagen: „Keine Blüthe ohne Deckblatt, also ist 


366 


bei terminaler Blüthe eines der obersten Blätter die Bractee.“ — 
Diese scharfsinnige Art, mich ad absurdum zu führen, ist bewunde- 
rungswürdig. Der Satz: „kein Ovulum ohne Carpell“ soll also den 
gleichen Werth haben, wie der Satz: „keine Blüthe ohne Deckblatt.“ 
— Dass jedes Ovulum ein Fruchtblatt verlangt, das ist ein so gut be- 
gründeter morphologischer Satz wie irgend einer, und zwar begründet 
zunächst durch die Erkenntniss der Bedeutung und Herkunft des 
Ovulums, welche Erkenntniss auch Eichler, als er den 2. Theil der 
Blüthendiagramme schrieb, erlangt zu haben schien, welche er aber 
neuestens freilich ohne triftigen Grund von sich gewiesen hat; zweitens 
aber fusst er auf einer sehr vollständigen Induction, giltig für das 
Gesammtbereich der Phanerogamen: Angiospermen und Gymnosper- 
men, ja selbst für alle Gefässkryptogamen, insofern jeder Sorus 
oder jedes Einzelsporangium ein Fruchtblatt voraussetzt. Nur Taxus 
und Torreya sollten eine Ausnahme machen? Warum gibt denn 
Eichler selbst für Phyllocladus das Carpell zu, warum nicht eine 
blosse Bractee? Einfach darum, weil der richtige morphologische 
Vergleich es fordert. Und nur für Taxus und Torreya soll die Ver- 
bindlichkeit des Vergleiches nicht bestehen? Das wäre doch eine 
capriciöse Inconsequenz. Die obersten Hüllblätter um das Ovulum 
von Taxus verhalten sich zum terminalen Ovulum in ihrer Stellung 
und im Gefässbündelverlauf ganz ebenso, wie z. B. die Carpelle von 
Polygonum zum terminalen oder basilären Ovulum (s. Strasburger’s 
Gymnospermen und Angiospermen), was ich bereits in meiner Ab- 
handlung hervorgehoben habe, was Eichler aber ignorirt. Es ist also 
gar kein Grund, jene Hüllblätter nicht für Carpelle anzusehen, nach- 
dem man die Bractee von Phyllocladus für ein Carpell anerkannt 
hat. Das beste bei der Sache aber ist, dass Eichler das oberste 
Ovulum von Phyllocladus glaucus (Weibl. Blüth. d. Conif., Fig. 54), ja 
selbst das von Dacrydium cupressinum (Fig. 41) als terminal zum 
Blüthenzweiglein (sei es, dass es ursprünglich terminal entstanden 
ist, oder dass es einen geringen Rest des Achsenscheitels zur Seite 
gedrängt hat, was für den vergleichenden Standpunkt nur ein grad- 
weiser Unterschied ist) dargestellt hat, wo er doch das Fruchtblatt 
dieses Eichens selbst anerkennt. Hierzu schweigt aber Eichler’s Ent- 
gegnung. 

Der zweite Satz aber, den Eichler mit dem obigen Satze paral- 
lelisirt, „keine Blüthe ohne Deckblatt“, ist einfach aus der Luft ge- 
griffen, da für ihn im allgemeinen gar kein Grund, weder inductiver 
noch theoretischer Art spricht. Ja wäre gesagt worden: „keine Seiten- 


p 367 


 Biilhe a iberiisupt kein Seitenzweig ohne Deckblatt,“ so wůrde 
-das noch passen. Denn auch das ist ein inductiver (und ausserdem 

sch die Erkenntniss des pflanzlicnen Aufbau’s zu motivirender) 
Satz und wird daher auch von den vergleichenden Morphologen an- 
erkannt, obschon die scheinbaren Ausnahmen, in denen das Deck- 

- blatt unter dem Seitenzweig fehlt (d. h. unterdrückt oder verschoben 
ist), viel häufiger sind, als die scheinbaren Ausnahmen vom Gesetz 
der Zugehörigkeit des Ovulums zum Fruchtblatt. 

Übrigens gibt es auch wirklich Fälle, in welchen eine der Stel- 
lung nach terminale Blüthe oder überhaupt eine terminale Knospe 
für das Achselprodukt des darunter stehenden Blattes zu halten ist, 
wenn nämlich ein umfassender Vergleich es fordert. Das gilt z. B. 
für die Blüthen in der Wickel der Borragineen oder für die Sym- 
Podialtriebe des Weinstocks. Eichler bekennt sich ja selbst auch zur 
Borragineen-Wickel und hat noch unlängst im Jahrbuch des Bot. 
Gartens zu Berlin für das Rebensympodium eine Lanze gebrochen, 
und ich hoffe, dass er diese Ansicht seither nicht auch wieder ge- 
ändert hat. Solche Fälle sind dann wirklich analog dem Falle der 
Taxeen, indem die terminale Knospe ebenso zu dem darunter stehenden 
Deckblatt gehört, wie das terminale Ovulum zu einem darunter ste- 
henden Fruchtblatt. 

Zum Schlusse seiner mich betreffenden Entgegnung drückt 
Eichler sein Missvergnügen darüber aus, dass ich ihn „mit einem 
Zeugniss zweiten Grades laufen“ lasse. Dass er es mit mir nicht 
ebenso machen, d. h. dass er meiner Abhandlung in keinem Stücke 
beipflichten kann, wie er sagt, begreift sich unter den obwaltenden 
Umständen vollständig. Ich dächte aber, H. Eichler sollte es mit 
Befriedigung aufnehmen, dass ich bemüht war, alles Gute, was ich 
in seiner (vorletzten) Öoniferenarbeit finden konnte, nach Kräften 
anzuerkennen und überhaupt merken zu lassen, dass meine Kritik 
durchaus keiner Animosität (da ich im Gegentheile Eichler als Mor- 
phologen hochschätze), sondern lediglich dem Bestreben entstammt, 
die Wahrheit, wie ich sie erkannt habe, zu vertheidigen, wobei mir 
der Grundsatz galt: amicus Plato, sed magis amica veritas. Dass ich 
den Eichler’schen Versuch, die Fruchtschuppe der Abietineen aus den 

- Abnormitáten als Excrescenz nachzuweisen, für ein gänzlich verfehltes 
Unternehmen halten und erklären muss, thut mir zwar leid, aber 
- ändern kann ich es nicht. Ich bin dessen gewiss, dass die von Braun, 
Mohl, Stenzel und vielen Anderen gelehrte und demonstrirte Auf- 
- fassung der Fruchtschuppe der Abietineen, weil sie wahr ist, ob- 


ší E th o 


4 
+. 
s 


368 


siegen muss, und kann jetzt schon darauf hinweisen, dass Forscher 
wie G. Engelmann und Stenzel, wie ich aus ihren brieflichen Mit- 
theilungen weiss, durch Eichler’s Schlüsse eben so wenig wie ich 
überzeugt werden konnten. Engelmann hat auch durchwachsene Zapfen 
von Tsuga canadensis untersucht und sich auch hier überzeust, dass 
die Fruchtschuppe aus einem Paar getrennter Blätter hervorgeht. 
Eichler hält dies freilich nicht für möglich und will sich durch diese 
Angabe in seinen Anschauungen nicht irre machen lassen, aber Sten- 
zel’s, Willkomm’s und meine übereinstimmenden Darstellungen bei 
der Fichte zeigen im wesentlichen ganz dasselbe. 

Es dürfte von Interesse sein, hier auch mitzutheilen, was mir 
Herr Engelmann in Bezug auf die Coniferenfrage vor kurzem ge- 
schrieben hat*): 

„Von Sequoia ist mir kürzlich auch eine Monstrosität zuge- 
kommen, die sie auf eine Stufe mit den Abietineen zu stellen und 
ausserdem die Andeutung von Braun zu bewahrheiten scheint, dass 
bei diesen Pflanzen mehr als zwei Carpellarblätter vorhanden sind.“ 

Darin stimme ich Eichler bei, dass es sehr zu wünschen ist, 
es möge Engelmann gefallen, seine Beobachtungen über Bildungs- 
abweichungen von Tsuga canadensis und auch von Sequoia möglichst 
ausführlich und mit Abbildungen zu publiciren, damit Eichler’s Irr- 
thum, der wie jeder andere sicherlich auch seine Anhänger zählen 
wird, ja bereits gefunden hat, recht vielseitig dargethan werde. 

Ausser Engelmann und Stenzel kann ich noch einen, leider 
bereits verstorbenen Kenner der Coniferen als Zeugen für die Mohl- 
sche und gegen die Eichler’sche Auffassung anführen, meinen Freund 
Emanuel Purkyně, der sich seit mehr als 10 Jahren mit der Ana- 
tomie der Blätter, des Holzes und der Rinde der Coniferen behufs 
systematischer Verwerthung beschäftigt hatte, leider jedoch durch 
seine angestrengte Beschäftigung im Lehrfach, durch das allzu weite 
Ausspinnen seines Planes und zuletzt durch den frühen plötzlichen 
Tod daran verhindert wurde, seine reichen Kenntnisse und erlangten 
Resultate in der lange beabsichtigten Monographie der Mitwelt nutz- 
bar zu machen. Mein Freund überschickte mir heuer zwei Monate 
vor seinem (am 23. Mai erfolgten) Tode eine Tafel Abbildungen, die 
für die Abhandlungen der böhm. Gesellschaft der Wissenschaften be- 
stimmt war und zu welcher er den Text nachliefern wollte. Die 


*) Dasselbe bemerkt G. Engelmann in Silliman’s Amer. Journal Sept. 1882 
Pg. 234, worin derselbe über meine Abhandlung über die Fruchtschuppe 
der Abietineen referirt. 


Tafel stellt einen von Purkyně untersuchten abnormen, verlángerten 
Fichtenzweig dar, welcher oberwárts zapfenartig metamorphosirt war 
(also im Gegensatz zum durchwachsenen Zapfen). Daneben sind ein- 
zelne Partien des Zweiges vergrössert dargestellt. Im untersten Theile 
trägt der Zweig nur Blätter und die gewöhnlichen Blattkissen, die 
Blätter sind jedoch klein, schuppenförmig, „Zapfenbracteen ähnlich“ 
(wie auf der Tafel von Purkyně angemerkt ist). In der mittleren 
Partie befinden sich in den Achseln der Deckblätter „zapfenschuppen- 
ähnliche Axillargebilde“, in der That aussen gewölbte, am dünneren 
Rande gezähnelte oder schwach 2lappig ausgerandete kleine Zapfen- 
schuppen; diese gehen im obersten Theile des Zweiges allmählich über 
in „knospenschuppenähnliche Axillargebilde“, die augenscheinlich flach, 
tiefer 2spaltig sind, mit 2 spitzen Lappen; zu oberst schliesst der 
Zweig (gleich dem durchwachsenen Zapfentriebe) mit einer breiten 
Endknospe ab, die aussen aus Nadelblättern, innen aus Schuppen- 
blättern besteht. Auf derselben Tafel findet sich von Purkyně's Hand 
noch folgende bedeutsame Bemerkung: „Das mikroskopische Detail 
ist noch nicht gezeichnet, die Präparate aber sind fertig und zeigen 
alle Übergänge von der Structur der Zapfen- zur Knospen- 
schuppe. Von Samenknospen ist keine Spur zu entdecken.“ 

Wie schade, dass die besagten mikroskopischen Übergänge von 
der Zapfenschuppe in die (eigentlich aus den zwei ersten bis auf 
die freien Spitzen verwachsenen schuppenartigen Vorblättern gebildete) 
Knospenschuppe nicht rechtzeitig auf der Tafel gezeichnet worden sind, 
um sie auch jetzt noch als kräftigen Beweis für die Mohl’sche An- 
sicht publiciren zu können! Die Thatsache selbst ist aber durch 
diese Bemerkung Purkyně's, dessen wissenschaftliche Gewissenhaftig- 
keit ebenso gross war, wie seine geistige Unabhängigkeit von den 
Ansichten anderer Forscher, vollkommen verbürgt. Purkyně fand die 
anatomischen Übergänge von der Fruchtschuppe in die Knospen- 
schuppe, wie bereits vordem von Stenzel und mir die morpholo- 
gischen Übergänge (mag Eichler dagegen sagen, was er will) nach- 
gewiesen worden sind. 

Würde ein Anhänger der Eichler'schen Excrescenztheorie viel- 
leicht zu deren Rettung einwenden, dass die „Excrescenz“ oder 
„Ligula“ auch die Beschaffenheit der Knospenschuppe annehmen 
könne, so wäre ihm zu erwidern; Der Übergang aus der Frucht- 
schuppe in die (durch keinerlei ersichtlichen Druck) zweispaltige 
Knospenschuppe erklärt sich nach der Mohl’schen Deutung eben 
damit, dass die fructificative Ausbildung des Achselproducts in die 

24 


370 


vegetative, nämlich der Knospenschuppen zurückschlägt; wäre aber 
die Fruchtschuppe eine zu Fructificationszwecken hervorgebildete Ex- 
crescenz, so wäre schlechterdings nicht zu begreifen, warum sie s0- 
wohl morphologisch als anatomisch die Natur vegetativer Schuppen- 
blätter annimmt, nachdem doch die vegetativen Blätter sämmtlicher 
Coniferen weder knospenschuppenartige noch überhaupt welche Ex- 
crescenzen oder Ligulen besitzen. Es ist klar, dass auch in dieser 
Hinsicht die Mohl’sche Auffassung sich erprobt, die Eichler’sche aller 
Wahrscheinlichkeit entbehrt. 


48. 


Vorläufiger Bericht über Echinodermen der Iser- 
Schichten in Böhmen. 


Von Ottomar Novak, vorgelegt am 10. November 1882. 


Das reiche Material böhmischer Kreideechinodermen, welches 
von den Mitgliedern des Comite’s für naturwissenschaftliche Landes- 
durchforschung von Böhmen gesammelt wurde und gegenwärtig im 
k. böhm. Museum zu Prag aufbewahrt wird, wurde mir bereits vor 
einigen Jahren vom Herrn Direktor Prof. A. Frič zur Bearbeitung 
übergeben. 

Das vorhandene Material ist im Ganzen sehr mangelhaft erhalten, 
doch sind mitunter viele Arten nummerisch sehr zahlreich vertreten, 
So zwar dass von den meisten derselben ein mehr oder minder voll- 
kommenes Bild entworfen werden konnte. 

Von den Echiniden dominiren in den böhmischen Kreidesedi- 
menten namentlich die irregulaeren und zwar nicht nur durch die 
Anzahl der Arten, sondern auch durch ihr häufiges Vorkommen. 
Dagegen sind die regulaeren verhältnissmässig selten und schlechter 
erhalten. Die Asteriden und Crinoiden treten aber völlig in 
den Hintergrund. 

Ich habe wol nur die Absicht im Nachstehenden bloss über 
die Echiniden der Iserschichten zu berichten, doch wird es vielleicht 
nicht ohne Interesse sein in grösster Kürze eine Übersicht der sämmt- 
lichen in der böhmischen Kreideformation vorkommenden Gattungen 
und Arten der irregulaeren, sowie auch der regulaeren Echiniden 
zusammenzustellen. | | 


Be a DE 2 < 
P Een 


A 


2. 


Echinoconus. 


1. enf. subrotundus 


Holectypus. 


2. turonensis 
. Pyrina. 
3. des Moulinsi 
4. cnf. inflata 
5, cnf. ovulum 

. Caratomus. 
6. Laubei . 
. Nucleolites. 
7. Bohemicus 
. Catopygus. 
8. Albensis 

9. fastigatus. 
10. Pražáki 

. Pygurus. 
11. lampas 
. Echinocorys. 
12. vulgaris . 
. Holaster. 
13. carinatus 
14. elongatus 
15. cnf. placenta 
16. planus 2 
17. suborbicularis 


10. Cardiaster. 


18. ananchytis . 


11. Micraster. 


19. breviporus . 
20. cor bovis : 
21. cor testudinarium . 
22. de Lorioli 
23. Michelini 


12. Epiaster. 


24. Coltteauanus 
25. enf. gibbus . 


A. Irregulares. 


Se Übersicht der bis jetzt bekannten böhmischen Echiniden, 


d’Orb. 
Des. 


d’Arch. 
d’Orb. 
Ag. 


Nov. 
Nov. 


Gein. 
Nov. 
Nov. 


Dela Běche. 
Breyn. 


Ag. 
Nov. 
Ag. 
Mant. 
Def. 


Leske. 


Ag. 
Forb. 
Ag. 
Nov. 
Ag. 


Nov. 
Schlüt. 
24* 


372 


13. Hemiaster. 
96. nl. buto*43 es AVB: 


27: GEPLESSUB! » er 400 NN. 
DB ON MU CÍOUS z ee ne De 
ZA pLEbEeJuUS 2 er Ape na SON 
30. cnf. reculusanus 357.727 80rB: 


B. Regulares. 
1. Cidaris. 


I-BEUSST. .. ser a Een 

ZAVOTIĚ MOL ad ee Des! 

3. subvesiculosa an El, 

Aeent.-Venüveinensis: „2. 0 0 und 

D.evesiculosa? . „0.8.2, 072 (GOLA 
2. Cyphosoma. 

Ora atm 22.02... ne DOME: 
3. Orthopsis. 

sent: Sranularis 22.0.0 9, 722 lol 
4, Glyphocyphus. 

8. sp. indet. 


Von den regulaeren Echiniden dürften wol noch einige andere 
Formen angeführt werden, doch müssten sie, da sie bloss nach ein- 
zelnen isolirten Radiolen oder auch Täfelchen erkenntlich sind, voll- 
ständige Coronen oder ganze Ambulacra aber nicht vorhanden sind, 
vor der Hand bei Seite gelegt werden. 

Von den soeben angeführten Arten gehören die meisten, nämlich 
18, den bereits aus Frankreich, England und Deutschland 
bekannten Arten an, 9 mussten als neu aufgestellt werden, 10 konnten 
bloss mit einem „enf.“ bezeichnet werden und eine der Gattung 
Glyphocyphus gehörige Form erwies sich als überhaupt unbe- 
stimmbar. 

Demgemäss beträgt die Totalsumme der sámmtlichen bis jetzt 
entdeckten böhmischen Kreideechiniden 38 Arten, die durch 17 
Gattungen repraesentirt sind. 

Von diesen 38 Arten kommen aber in den Iserschichten bloss 
15 vor und diese sind folgende: 

1. Holectypus turonensis . . . Des. 
2..Caratomus Laubei.. 2. . „Nov 
3. Nucleolites Bohemicus. . . Nov. 
4. Catopygus Albensis . . . . Gein. 


373 


5. Catopygus fastigatus . . . Nov. 
o Catopyeus Prazakı ©). +. NOV. 
©. Holaster elongatus (< ... Nov. 
8. Cardiaster ananchytis . . . Leske. 
9. Micraster Michelini . . . . Ag. 
10. Hemiaster enf. nucleus. . . Des. 
11. Hemiaster plebejus . . . . Nov. 
12. Cidaris subvesiculosa . . . d’Orb. 
13. Cidaris cnf. Vendocinensis . Ag. 
14. Cyphosoma radiatum. . . . Sorigt. 
15. Glyphocyphus (sp. indet.) . 


Im Nachstehenden sollen nun die wichtigsten Merkmale, sowie 
auch das Vorkommen dieser Arten hervorgehoben werden. 


1. Holectypus Turonensis, Des. 


In der Sammlung des Herrn Cotteau zu Auxerre hatte ich 
Gelegenheit die böhmischen Exemplare mit den französischen von 
Bousse (Sarthe) stammenden Originalstücken zu vergleichen und 
fand eine vollständige Übereinstimmung derselben. 

Die drei von mir untersuchten Exemplare, von denen eines die 
fünf, die Gattung charakterisirenden Genitalplatten vortrefflich er- 
halten zeigt, stammen sámratlich aus den höchsten Lagen der Iser- 
schichten, nämlich aus den Kaniner Bryozoönschichten von Vtelno 
und wurden mir vom Herrn Landtagsabgeordneten J. Pražák 
übergeben. 


2. Caratomus Laubei, Nov. spec. 


Caratomus rostratus Ag., aus dem Cenomanien En- 
sland’s und Frankreich’s steht dieser Art am nächsten. Doch 
unterscheidet sich die erstere von der böhmischen Art, 1. durch 
ihre flache Basis, 2. ihre stumpfere Rundung am Vorderende und 
3. und das viel längere, ziemlich scharf auslaufende Rostrum. 
Ausserdem sei bemerkt, dass man bei Caratomus rostratus 
keine warzenlosen Streifen an den paarigen Interambulacris wie bei 
„der böhmischen Art bemerkt. Auch Caratomus Gehrdensis 
und C. lens haben eine viel längere Protuberanz am Hinterende als 
die böhmische Art. 

Diese Art ist mir blos aus den Iserschichten der Umgebung 
von Mšeno bekannt. Die sämmtlichen Exemplare wurden von Herrn 


9 l 
ý 
a du 
v 
M- 


314 


Pražák bei Vtelno, Živonín, Chorousek, Chorušic, Velký- 
Újezd, Sedlec und Kanina gesammelt. Sie sind in keinem der 
genanten Fundorte häufig. 


3. Nucleolites Bohemieus, Nov, spec. 


Diese neue Form zeigt die grösste Ähnlichkeit mit Nucleolites 
minimus Ag. aus dem französ. Senon. (vergl. Cotteau & Triger: 
Echinides du dep. de la Sarthe pag. 290. Taf. XLVIII, fig. 5—13). 
Sie unterscheidet sich von ihr aber vor allem durch die Lage des 
Scheitels, welcher hier mehr gegen die Mitte der Schale rückt, wo- 
gegen er bei N. minimus weit mehr nach vorn excentrisch ist. 

Die Art kommt in den Iserschichten von Choroušek, Vtelno, 
Živonín, Velký-Újezd und Sedlec vor. Ausserdem auch im 
Exogyrensandstein von Malnic. 

Ferner sei bemerkt, dass diese Art von Reuss mit Cassidulus 
lapis cancri, welche Form in Böhmen überhaupt nicht vorkommt, 
verwechselt wurde. (Vergl. Reuss: Versteinerungen d. böhm. Kreide- 
formation 11. pag. 56). Von Reuss wird diese Art aus dem Exogyren- 
sandstein von Drahomyšl und aus dem pyropen-führenden Conglo- 
merat von Meronic angeführt, doch liegen mir aus diesen beiden 

Fundorten keine Exemplare vor. 


4. Catopygus Albensis, Gein. 


Ist eine von Geinitz (Elbthalgebirge Band II. pag. 9. Taf. 3. 
fig. 1. und Band I. pag. 82. Taf. 19. fig. 3.) eingeführte Art, welche 
nach ihrem stumpf abgerundeten Vorderende von allen übrigen Ver- 
wandten sehr leicht zu unterscheiden ist. Die Art ist nicht nur 
horizontal, sondern auch vertical sehr verbreitet, denn sie kommt 
ausser in den Iserschichten auch noch im Cenoman und im Exo- 
gyrensandstein von Malnic vor. 

Die wichtigsten Fundorte in Böhmen sind folgende: 

1. Korycaner Schichten: 

Korycan. 
2. Malnicer Schichten : 
Malnic. 

3. Iser-Schichten: 

Choroušek, Vtelno, Zivonin, Zámošť, Desná, 
B. Trübau etc. 


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375 


5. Catopygus fastigatus, Nov. spec. 


Gleichzeitig mit der vorigen kommt im Isersandstein eine vorne 


-© zugespitzte, dem Catopygus carinatus (vergl. Goldfuss Taf. XLIII. 


fig. 11. a—c) sehr nahe stehende Art vor. Doch zeichnet sich die 
böhmische Art durch eine mehr centrale Lage des Peristomes aus. 
Auch die aus dem Upper-Greensand von Warminster stam- 
menden, als C. carinatus bestimmten Exemplare, die ich in der 
Sammlung des Museum of practical Geology und im British 
Museum zu sehen Gelegenheit hatte, gleichviel ob sie langen oder 
breiten Varietäten angehören, zeigen eine mehr nach vorn excentrische 
Lage des Peristomes als die unter dem obigen Namen angeführten 
Exemplare. 

Es liegen mir zahlreiche Individuen aus den Iserschichten von 
Chorousek, Vtelno und Zivonin vor. 


6. Catopygus Prazaki, Nov. spec. 


1. Exemplar. Es unterscheidet sich aber von allen, bis jetzt 
bekannten Arten der Gattung Catopygus durch die sehr breite 
und niedrige fast triangulaere Form der Schale, sowie auch durch 
ihre auffallend erweiterten Petaloidien. 

Wurde bis jetzt nur bei Vtelno beobachtet. 


7. Holaster elongatus, Nov. spec. 


Ein Exemplar, welches sich von allen, bis jetzt bekannten Ver- 
wandten durch seine langelliptische Form und auffallend verlängerte 
Porenzonen an der Oberseite unterscheidet. 

Bisher nur aus den Iserschichten von Vtelno bekannt. 


8. Cardiaster ananchytis, Les. spec. 


Sehr zahlreiche Exemplare dieser Art kommen in der kalkigen 
Facies der Iserschichten von Choceň vor, jedoch sind es nur Stein- 
kerne. Viel bessere Exemplare liegen mir aus dem Isersandstein 
vor, da an denselben auch das Fasciole deutlich verfolgt werden 
kann. Diese Art ist in Böhmen zeitlich und räumlich sehr verbreitet. 

Aus den, dem Turon entsprechenden, weissenberger Schich- 
ten ist sie von Melnik bekannt. In den Iserschichten kommt 
sie bei Vtelno, Krpy, Živonín, Zamacha, Hostín, Desná, 
Litomyšle, Choceň, Česká Třebová etc. vor. In dem, den 


376 


Chlomeker Schichten entsprechenden, senonen Horizonte Böhmen’s 
wurde sie zwischen Limbach und Kaltenbach bei Kreibitz 
sowie auch im Sandstein von Preschkau*) vorgefunden. Nebstdem 
fand sie Prof. Laube auch bei Georgenthal (Dachsloch). 


9. Micraster Michelini, Ag. 


Typische Exemplare, mit partiel erhaltenem Subanalbande und 
stark nach rückwärts verlängertem Hinterende. 

Häufig in den Iserschichten von Chorousek, Vtelno, Zivo- 
nín, Čejtice, Knižnice und Choceň. In letzterer Localität zu 
Hunderten. 


10. Hemiaster Boheme. 


Bloss ein Exemplar aus den Iserschichten von Libichov bei 
Mladá Boleslav mit wohlerhaltenem Peripitalbande. Steht übrigens 
auch dem senonen H. Ligeriensis d’Orb. und H. Regulusanus 
d’Orb. sehr nahe. So lange aber keine besseren Exemplare vorlie- 
gen, kann darüber nicht entschieden werden. 


11. Hemiaster plebejus, Nov. spec. 


Eine vorne kaum merklich ausgeschnittene Art, die mit dem 
südrussischen Hemiaster inkermanensis de Loriol**) am näch- 
sten verwandt ist. Doch hat die böhmische Art mehr divergirende 
vordere Ambulacra und ist hinten mehr zugespitzt als die erstere. 

Diese neue Art ist unstreitig der häufigste Echinide Böhmens, 
kommt aber bloss in den Iserschichten vor, woselbst sie räumlich 
sehr verbreitet ist. Die mir bis jetzt bekannten Fundorte sind: 
Choroušky, Vtelno, Chorušice, Živonín, Knižnice, Mni- 
chovo Hradiště, Dolánky, Bílý Mlýn bei Jičín und Choceň 
In der letztgenannten Localitát kommt sie zu Tausenden vor. 


12. Cidaris subvesiculosa, d’Orb. 


Von dieser Art sind nur Bruchstůcke von Radiolen vorhanden, 
doch stimmen sie mit den vollkommeneren diese Art charakterisi- 
renden Exemplaren anderer Länder sehr gut überein. 


*) Die schönsten Exemplare von Cardiaster ananchytis, die in dem 
Preschkauer Sandstein gesammelt wurden, sah ich vor 2 Jahren im 
Academie-Museum zu Genf. 

**) Vergl. E. Favre Etude Stratigraphigue de la Crimée suivie de la descri- 
ption de quelques Echinides par P. de Loriol pag. 78. Taf. IV. Fig. 5—7. 


377 


Sehr selten in den Bryozoönschichten von Vtelno. Möglicher- 
weise gehören hieher auch die in der Gegend von Dolänky bei 
 Turnau und Brandýs a/E. gesammelten Radiolen. 


13. Cidaris enf. Vendocinensis, Ag. 


Ein ziemlich vollständiges grosses Exemplar, jedoch mit man- 
gelhafter Schale. Jedes der undulirten Fühlerfelder zeigt, wie die 
typischen von Cotteau*) abgebildeten Exemplare, 4 Längsreihen 
von Wärzchen. Ausserdem sind die Wärzchen an den Täfelchen der 
Zwischenfühlerfelder in ziemlich deutlichen Querreihen angeordnet. 
Die Warzenfelder sind breit elliptisch und scheinen sich gegenseitig 
fast zu berühren. 

Von Sedlovic bei Sichrov. 


14. Cyphosoma radiatum, Ag. 


Viele mit dieser Art vollkommen übereinstimmende Exemplare 
liegen aus den Iserschichten der Umgebung von Choroušek vor. 
Ausserdem kommt diese Art auch im Cenoman von Kamajk und 
im Plaener der Teplitzer Schichten von Hundorf, Leitmeritz, 
Smrzov, Kostic, Poplsy, Mělec bei Laun, Kutschlin etc, vor. 


15. Glyphocyphus, sp. 


Eine ziemlich seltene Art, die mit dem cenomanen Glypho- 
cyphus radiatus Desor. (vergl. Cotteau Pal. franc. Terc. crét. 
Tom VII. pap. 535. Taf. 1127—1128 Fig. 1—5) viel gemeinsames 
zu haben scheint, jedoch wegen des schlechten Erhaltungszustandes 
kaum eine sichere Bestimmung gestatten wird. Die sámmtlichen 
Exemplare sind ausserdem sehr klein. 

Aus den Iserschichten von Vtelno, Živonín, Chorušice und 


V. Újezd. Sámmtlich vom Landtagsabgeordneten Herrn Pražák 


gesammelt. 


Von den hier nur in grósster Kůrze charakterisirten Arten, 
kommen, wie aus den Arbeiten von Cotteau, Wright, de Loriol, 
Schlüter und anderen hervorgeht, einige schon im Turon, an- 
dere aber auch im Senon vor. Eine, nämlich Cyphosoma ra- 
diatum erscheint bereits im Cenoman und geht von da bis in’s 


*) Pal. franc. Terc. crétacé Tom. VII. Pl. 1064—1065 und Cotteau & Tri- 
ger. Echinides du dep. de la Sarthe. Pl, XL. 


378 


Senon hinauf. Einige Arten sind, dá sie blos auf Böhmen beschränkt 
bleiben, als locale Formen aufzufassen und sind daselbst ausserdem 
fast ausschliesslich auf die Iserschichten gebunden. Eine Art, näm- 
lich Catopygus Albensis wurde bis jetzt blos in der sächsisch- 
böhmischen Kreideformation nachgewiesen. Die meisten von den 
bereits bekannten Arten sind aber nicht nur aus dem letztgenannten 
Kreidemeere, sondern auch aus anderen Kreidebassins Europas 
längst bekannt. 


49. 


Einige Bemerkungen über das Gitterskelet der fossilen 
Hexactinelliden. 


Vorgetragen von Phillipp Počta am 10. November 1882. 
(Mit einer Tafel.) 


Ich habe mich eine längere Zeit hindurch mit fossilen Spongien 
der böhm. Kreideformation befasst und bereits auch das Resultat dieser 
Studien zu veröffentlichen angefangen. Bei dieser meinen Unter- 
suchung böhmischer Schwämme habe ich Vieles beobachten können, 
was vielleicht zur gründlicheren Kenntniss des inneren Baues dieser 
Fossilien beitragen könnte. 

Bei der Mehrzahl der fossilen Spongien finden wir ein Skelet 
erhalten, welches entweder aus kieseligen, oder aus kalkigen Elementen 
besteht. Die kalkigen Elemente sind sehr schwer zu beobachten, und 
nur ein Dünnschliff gibt uns ihre Formen zu erkennen, wogegen die 
kieseligen weit zugänglicher sind, indem wir mit Salzsäure das sie 
umgebende, in den meisten Fällen (bei uns in Böhmen) kalkige 
Nebengestein auflösen, so dass uns nur das reine kieselige Skelet 
zurückbleibt, welches oft in einem so vortrefflichen Erhaltungszustande 
Sich befindet, dass es wie frisch und soeben aus dem Meere gezogen 
erscheint. 

Und nach diesen Skeletelementen können wir die Spongien theilen 
und beschreiben. H. Dr. Zittel, der mit seiner Monographie „Studien 
über fossile Spongien’*) den Grundstein zu dieser neuen, sich allein 
zu wissenschaftlichen Zwecken eignenden Beschreibungsweise gelegt 
hat, theilt in derselben alle Schwämme in nachstehende Ordnungen: 


*) Abhandl. der k. bayer. Akad. d. Wiss. II, Cl. XIII. Bd. I. Abth. 1877. 


379 


‘Er Myxo spongiae Haeck. Schwämme ohne Hornfasern oder 
kieselige und kalkige Skeletnadeln (zuweilen mit eingestreuten Kiesel- 
körperchen). 
2. Geraospongiae Bronn. Skelet nur aus Hornfasern be- 
stehend. 
3. Monactinellidae Zitt. Skelet aus Hornfasern mit ein- 


axigen Kieselnadeln, oder nur aus einaxigen Kieselgebilden bestehend. 


4. Tetractinellidae Marshall, Skelet hauptsächlich aus regel- 
mässigen, vierstrahligen oder ankerförmigen Kieselkörpern mit 4 Axen 
bestehend. 

5. Lithistidae Schmidt. Skelet aus innig verflochtenen, ästigen, 
vielfach gezackten, bald vierstrahligen, bald ganz unregelmässigen 
Elementen zusammengesetzt. 

6. Hexactinellidae Schmidt. Skelet aus isolirten oder ver- 
schmolzenen Sechsstrahlern bestehend. 

T. Calcispongiae Blaiw. Skelet aus Kalknadeln. 

Der Zweck der folgenden Zeilen ist die innere Skeletbeschaf- 
fenheit der Hexactinelliden näher zu besprechen. 


Hesxactinallidae Schmidt. 


Das Skelet besteht aus entweder isolirten, nur 
durch Sarkode verbundenen, oder aber gitterförmig 
miteinander verschmolzenen Nadeln von sechsstrah- 
liger Form, denen durchwegs drei, rechtwinklich sich 
kreuzende Centralkanäle zu Grunde liegen. Ausser 
den das Skelet aufbauenden Nadeln liegen noch zahl- 
reiche isolirte „Fleischnadeln“ im Syncytium zerstreut. 


Diese Ordnung theilt Zittel in zwei Unterordnungen. 


Dictyonina mit festem aus verschmolzenen Kieselnadeln be- 
stehenden Skelete; 


Lyssakina nur mit eingestreuten, losen Sechsstrahlern. 


Von dieser letzteren Ordnung sind bis jetzt nur ein Vertreter 
aus Silur und einer aus Jura bekannt. 

Eine jede Nadel besteht, wie schon oben bemerkt wurde, aus 
Sechs Armen, die aus einem gemeinschaftlichen Mittelpunkte (Kreu- 
zungsknoten) auf die Art der krystalographischen Axen bei dem 
tessularen Systeme auslaufen. In jedem dieser Arme ist ein röhren- 
artiger Axenkanal, die im Kreuzungsknoten miteinander sich verbinden. 


380 


Von der physiologischen Bedeut